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Full text of "Orientalische Studien Theodor Nöldeke zum siebzigsten Geburtstag (2. März 1906) gewidmet von Freunden und Schülern und in Ihrem Auftrag herausgegeben von Carl Bezold. Mit dem Bildnis Th. Nöldeke's, einer Tafel und zwölf Abbildungen .."

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©dentaltecbe Stubten 

Erster SBanö 



(^rientaliscbe Stubien 
THEODOR NÖLDEKE / 

ZUM SIEBZIGSTEN GEBURTSTAG 

(2. MÄRZ 1906) 



GEWIDMET VON FREUNDEN UND SCHÜLERN 
UND IN IHREM AUFTRAG HERAUSGEGEBEN 

CARL BEZOLD 

MIT DEM BILDNIS TH. NÖLDEKE'S 
EINER TAFEL IJND ZWÖLF ABBILDUNGEN 



£r0ter Ban^ 



VERLAG VON ALFRED TÖPELMANN 
(VORMALS J. RICKER) * GIESZEN * 1906 



Alle Rechte vorbehalten 



Druck von W. Drugulin in Leipzig. 




Hochverehrter Professor Nöldeke! 



M 7. September 1902 trat während des XIII. Inter- 
nationalen Orientalisten-Kongresses in der Kajüte 
des Vergnügungsdampfers „Blankenese" auf dem 
Nordostsee-Kanal ein Komitee zusammen, das die 
Ehrung eines über seinen Köpfen lustwandelnden 



Meisters orientalischer Wissenschaft plante, bestehend aus den 
Herren A. A. Bevan, C. Bezold, I. Goldziher, I. Gumi, E. Litt- 
mann und mir selbst. Das Resultat unserer Beratung war, 
daß im Februar 1904 an eine Anzahl Gelehrter die Einladung 
versandt wurde, sich an einer Ihnen zur Feier Ihres sieb- 
zigsten Geburtstags darzubringenden Festschrift zu beteiligen. 
Der leitende Gedanke bei der Auswahl dieser Gelehrten war, 
daß Ihre eigene weitumfassende literarische Tätigkeit und 
Ihre rege und warme persönliche Anteilnahme an allen Be- 
strebungen und Unternehmungen Ihrer zahlreichen fach- 
genössischen Freunde und Schüler in dieser Festschrift in 
der Weise zum Ausdruck gebracht werden sollten, daß die 
Aufsätze von selbst den großen Umkreis des von Ihnen um- 
spannten orientalistischen Forschungs- und Wissensgebiets 
beschreiben würden. 



405483 



VI . Vorwort 

„Selbstverständlich" war wörtlich oder inhaltlich die Ant- 
wort der meisten Adressaten, und zwei stattliche Bände mit 
sechsundachtzig Beiträgen liegen jetzt fertig vor als ein 
bleibendes Monument der aufrichtigen Bewunderung und der 
hohen Verehrung, die Ihnen hier von kompetenten Vertretern 
Ihrer Wissenschaft entgegengebracht wird. Auf dem großen 
Gebiete der Semitischen Philologie im weitesten Sinne, von 
welchem die meisten von uns nur einen Bruchteil beherrschen, 
sind Sie unumschränkter Meister: ja, Sie haben die Grenzen 
dieses Wissensreichs nach verschiedenen Seiten weit über- 
schritten. 

Wenngleich aber die Überlegenheit Ihres wissenschaft- 
lichen Urteils Sie uns unbedingt als Meister anerkennen heißt, 
Sie selbst wollen uns nur der freundliche Führer sein, der 
weise und bedachtsame Ratgeber. Hand in Hand mit unserer 
Verehrung für Sie als Gelehrten geht darum auch unsere 
herzliche Zuneigung und unsere hohe Achtung vor Ihrer 
Persönlichkeit, und auch diese soll Ihnen hier aufs neue be- 
stätigt werden. 

Dies gilt nicht nur von den 86 Mitarbeitern an unserer 
Festschrift, sondern zumal auch von ihrem Verleger, Herrn 
Alfred Töpelmann in Gießen, der sein Möglichstes getan 
hat, um das Werk glänzend auszustatten, und von dem Chef 
der Firma Drugulin in Leipzig, Herrn Dr. Johannes Baensch, 
der in liebevoller Hingabe damit ein typographisches Kunst- 
werk geschaffen hat. Sie erlauben es wohl, daß ich beiden 
Herren den verbindlichsten Dank der Mitarbeiter ausspreche. 

In der Liste der letzteren werden Sie einige Namen 
schmerzlich vermissen. Prof. Friedrich Baethgen in Rohr- 
bach bei Heidelberg und Prof. Viktor Ryssel in Zürich 
sind verstorben, noch ehe sie die von ihnen versprochenen 



Vorwort. VII 

Beiträge vollendet hatten. Auch sonst fehlen, aus ver- 
schiedenen Gründen, so manche, die ohne Zweifel zu Ihren 
warmen Verehrern und Freunden gezählt werden müssen, 
von denen sogar einige zugesagt hatten. 

Man hat mir seinerzeit die große Ehre erwiesen, meinen 
Namen an die Spitze des Einladungskomitees zu setzen, und 
mich jetzt wieder um ein kurzes Vorwort zu dieser Fest- 
schrift ersucht. Nichts konnte mir erwünschter sein: sind 
wir doch — und hier schreibe ich: Du und ich — seit bei- 
nahe einem halben Jahrhundert in unerschütterlich treuer und 
inniger Freundschaft mit einander verbunden. Ich will aber 
zugleich die Gelegenheit ergreifen, hier auszusprechen, was 
nicht ungesagt bleiben darf: daß I. Goldziher die Initiative 
zu dem Werke gegeben und C. Bezold keinerlei Mühe ge- 
scheut hat, den Plan zur Ausführung zu bringen. 

Leiden, am i8. Januar 1906. 

M. J. DE GOEJE. 



Inhalt. 



Seite 

Vorwort. Von M. J. de Goeje V 

Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. Von Ernst 

Kuhn (München) XIH 

Berichtigungen und Nachträge LIII 

Verzeichnis der Beiträge. 

Barth, J. (Berlin) -Formangleichung bei begrifflichen Korrespon- 
denzen 787 

Barthold, W. (St. Petersburg) - Zur Geschichte der Saffäriden 171 
Basset, Rene (Algier) -Les mots arabes passes en herbere . . 439 
Baudissin, Wolf Wilhelm Gr. (Berlin)-Esmun-Asklepios . . 729 
Becker, C. H. (Heidelberg) -Die Kanzel im Kultus des alten Islam 331' 
Berchem, Max van (Cran, Schweiz) -Monuments et inscriptions 

de Tatäbek Lu*lu' de Mossoul . • ., 197 

Bevan, A. A. (Cambridge) -The Aramaic root übp 581 

Bezold, C. (Heidelberg) -Das arabisch-äthiopische Testamentum 

Adami 893 

de Beer, T. J. ('s Gravenhage)-Kindi wider die Trinität . . 279 

Brandt, W. (Amsterdam) -Widmung 547 

Braun, Oskar (Würzburg)- Syrische Texte über die erste all- 
gemeine Synode von Konstantinopel 463 

Brockelmann, C. (K ö nigsberg) - Das Dichterbuch des Muhammad 

ibn Salläm al-Gumahl 109 

Brünnow, R. (Bonn) -Das Kitäbul-Itbä'i wa-1-Muzäwagati des 
Abü-1-Husain Ahmed ibn Färis ibn Zakariyä. Nach einer Ox- 
forder Handschrift herausgegeben 225 

Budde, Karl (Marburg i./H.) - Zur Geschichte der tiberiensischen 

Vokalisation ... 651 



X Inhalt. 

Seite 

Buhl, Fr. (Kopenhagen) -Ein paar Beiträge zur Kritik der Ge- 
schichte Muhammed's 7 

Chabot, J.-B. (Paris) -iLÄÄ^a Äo,^ Note sur Touvrage syriaque 

intitule Le Jardin des Delices 4^7 

Cheikho, L. (Beirut)-Un trait^ in^dit de Honein 283 

Davies, T. Witton (Bangor, N.-W.) - Brief studies in Psalm criticism 641 

Deissmann, Adolf (Heidelberg) -Der Name Panthera .... 871 
Derenbourg, Hartwig (Paris) -Un passage tronqu^ du Fakhrt 
sur Aboü 'Abd Allah Al-Bartdt, vizir d*Ar-Räot Billäh et d*Al- 

Mouttakt Lilläh 193 

Domaszewski^ A. von (Heidelberg) -Virgo Caelestis .... 861 

Duval, R. (Paris) -Notice sur la Rh^torique d'Antoine de Tagrit 479 

Eerdmans, B. D. (Leiden) -Das Mazzoth-Fest 671 

Euting, Julius (Straßburg i./E.)-Der Kamels-Sattel bei den 

Beduinen 393 

Fischer, A. (Leipzig) -Eine Qorän-Interpolation 33 

Fraenkel, S. (Breslau) -Das Schutzrecht der Araber 293 

Friedlaender, Israel (New York) -Zur Komposition von Ihn 

Hazm*s Milal wa*n-Nihal 267 

Gardthausen, V. (Leipzig) -Die Parther in griechisch-römischen 

Inschriften 839 

Gaster, M. (London) -Massoretisches im Samaritanischen . . . 513 
Geyer, R. (Wien) -Die Katze auf dem Kamel. Ein Beitrag zur 

altarabischen Phraseologie 57 

Giese, Friedrich (Greifswald) - Die Volksszenen aus Hüsen 

Rahmi's Roman CXjU 1081 

Ginzberg, Louis (New York) - Randglossen zum hebräischen 

Ben Sira 609 

de Goeje, M. J. (Leiden) -Die Berufung iMohammed's .... i 

Goldziher, Ignaz (Budapest)- Zauberelemente im islamischen Gebet 303 

Grimme, Hubert (Freiburg, Schweiz) -Der Logos in Südarabien 453 

Guidi, Ign. (Rom)-ll Sawäsew 913 

Hal6vy, J. (Paris) -Deux probl^mes assyro-s^mitiques 1015 

Hjelt, Arthur (Helsingfors) -Pflanzennamen aus dem Hexae- 

meron Jacob's von Edessa 571 

Hörn, Paul (Strasburg i./E.)-Die Sonnenaufgänge im Schähnäme 1039 
Houtsma, M. Th. (Utrecht) - Eine metrische Bearbeitung des 

Buches Kaiila wa-Dimna 91 

Hübschmann, H, (Strasburg i./E.) - Griech. Ktei^ 1077 

Jackson, A. V. Williams (Yonkers, N. Y.) - Some Additional Data 

on Zoroaster 1031 



Inhalt. XI 

Seite 

Jacob, G. (Erlangen)- Das Weinhaus nebst Zubehör nach den 
fazelen des Häfiz. Ein Beitrag zu einer Darstellung des alt- 
persischen Lebens . 1055 

Jastrow, Morris jr. (Philadelphia) - On the Composite Character 

of the Babylonian Creation Story 969 

Jensen, P. (Marburg i./H.)-Der babylonische Sintflutheld und 

sein Schiff in der israelitischen Gilgamesch-Sage 983 

Juynboll,- Th. W. (Leid en) - Über die Bedeutung des Wortes 'amm 353 
Kautzsch, E. (Halle a./S.) - Die sogenannten aramaisierenden 

Formen der Verba V"V im Hebräischen 771 

Landauer, S. (Straßburg^ i./E.)-Zum Targum der Klagelieder . 505 
Lehmann-Haupt, C. F. (Berlin) -BnXiravä^ und BeXriTdpag . 997 

Lidzbarski, Mark (Kiel)-Uthra und Malakha 537 

Littmann, Enno (Princeton, N. J.) - Semitische Stammessagen der 

Gegenwart Aus dem Tigre übersetzt 941 

Löv^, Immanuel (Szegedin)- Aramäische Fischnamen .... 549 
Lyall, C. J. (London)-Ibn al-KalbT*s account of the First Day 

of al-Kuläb 127 

Macdonald, Duncan B. (Hartford, Conn.)-The Story of the 
Fisherman and the Jinni. Transcribed from Galland*s MS of 

"The Thousand and One Nights" 357 

Margais, W. (Tlemcen)-L'Euphemisme et TAntiphrase dans les 

dialectes arabes d'Algerie 425 

Marti, Karl (Bern) -Die Ereignisse der letzten Zeit nach dem Alten 

Testament. Eine Skizze 681 

Mez, A. (Basel) -Über einige sekundäre Verba im Arabischen . 249 
Moore, George F. (Cambridge, Mass.)-n?2n ^g Tiri^n „Lobus 
caudatus", and its Equivalents, Aoßog, n?2ri yS!««, «n^n, Jj^, 

k'Jl^j &c 761 

Müller, D. H. (Wien) -Das Substantivum verbale 781 

Neumann; Karl Johannes (Straliburg i./E.)- Die Enthaltsamen 
der pseudoclementinischen Briefe de virginitate in ihrer Stellung 

zur Welt . . 831 

Nicholson, Reynold A. (Cambridge)- An unknown Biography 

of Muhammad entitled Kitdbu man sabara zafira 23 

Niese, Benedictus (Ma r bürg i./H.)- Eine Urkunde aus der Makka- 

bäerzeit 817 

Nowack, W. (Straßburg i./E.) - Metrum und Textkritik .... 659 
Oestrup, J. (Kopenhagen)-Smintheus. Zur homerischen Mythologie 865 
Pereira, Franciscus Maria Esteves (Lissabon)- Jacobi, episcopi 

Nisibeni, Homilia de adventu regis Persarum ad versus urbem Nisibis 877 



XII Inhalt. 

Seite 

Reckendorf, H. (Freiburg i./B.)-Zum Gebrauch des Partizips 

im Altarabischen 255 

Rhodokanakis, N. (Graz) - Über einige arabische Handschriften 

der öffentlichen Bibliotheken in Konstantinopel 385 

Rossini, Carlo Conti (Rom)-Poemetto Hrico tigrai per la batta- 

glia di Addi Cheletö 925 

Rothstein, Gustav (Berlin) -Zu as-Säbust^s Bericht über die 

Tähiriden (Ms. Wetzstein II, iioofoL 44* — 64*) 155 

Rothstein, J. Wilh. (Halle a./S.)-Ein Specimen criticum ziun 

hebräischen Texte des Sirachbuches 583 

Schulthess, Friedrich (Göttingen) -Umajja' b. Abi-§-Salt ... 71 

Schwally, Friedrich (Gießen) -Aegyptiaca 417 

Seilin, E. (Wien) -Das israelitische Ephod 699 

Seybold, C. F. (Tübingen) -Hebraica: i. Berlth. 2. Rösch keleb, 

rösch hamör 757 

Snouck Hurgronje, C. (Batavia)-Zur Dichtkunst der Bä 'Ajwah 

in Hadhramöt 97 

Soltau, Wilhelm (Zabern i./E.) -Petrusanekdoten und Petrus- 
legenden in der Apostelgeschichte 805 

Spiegelberg, Wilhelm (Strasburg i./E.)- Ägyptisches Sprachgut 

in den aus Ägypten stammenden aramäischen Urkunden der 

Perserzeit 1093 

Stade, B. (Gießen)-Die poetische Form von Ps. 40 627 

Stumme, Hans (Leipzig)-Sidi Himmu als Geograph .... 445 
Torrey, Charles C. (New Haven, Conn.)-The Kitäb Ghalat 

a4-iPu afa' of Ibn Barri 211 

Toy, Crawford H. (Cambridge, Mass.) -The Semitic Concep- 

tion of Absolute Law 797 

Westphal, G. (Marburg i,/H.)-D^Dtrn «n^J 719 

Yahuda, A. S. (Berlin) -Bagdadische Sprichwörter 399 

Zettersteen, K. V. (Upsala)-Ein geistliches Wechsellied in FellihI 497 
Zimmern, H. (Leipzig) -Das vermutliche babylonische Vorbild 

des Pehta und Mambühä der Mandäer 959 

Index. Von C. Bezold. 

A. Eigennamen-Verzeichnis 1117 

B. Verzeichnis erklärter Wörter 1157 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. 



Von 

Ernst Kuhn. 

Möchte der nachfolgende Versuch einer Übersicht von Nöldeke's Schriften mit 
seinen dem Bearbeiter nur zu wohl bewußten Lücken und Unvollkommenheiten überall 
der wohlwollenden Nachsicht begegnen, welche ihm der Gefeierle selbst sicherlich am 
wenigsten versagen wird. Die selbständigen Arbeiten sind chronologisch, die Recensionen 
nach den beurteilten Verfassern und Herausgebern alphabetisch angeordnet. Citiert ist, 
wenn irgend möglich, in der einfachsten Weise nach Band (oder Jahrgang) und Seiten- 
zahl, die angewendeten Abkürzungen entsprechen im allgemeinen den in der Orientalischen 
Bibliographie gebräuchlichen. Aus dem Literarischen Centralblatt wurden diejenigen 
Recensionen berücksichtigt, welche mit Th. N. oder dem vollen Namen unterzeichnet sind ; 
ob auch noch andere von Nöldeke herrühren, vermag ich nicht zu sagen. Herrn 
Professor Scherman habe ich für seine freudliche Unterstützung meinen ganz besonderen 
Dank auszusprechen. 

I. Varia. Semiten im Allgemeinen. Babylonisch-Assyrisches. 

1 Bemerkungen über Hebräische und Arabische Eigennamen: 
ZDMG 15 (1861), 806—10. 

I. \\VUV. II. Eigennamen vom Verbum finitum. III. Gottesnamen in hebräischen 
Personennamen. 

2 Das Zahlwort für Zehn im Arabischen und Hebräischen: Orient 
und Occident i (1862), 567 f. 

3 Diminutivformen im Hebräischen und Aramäischen: Orient und 
Occident 2 (1864), 176. 

4 Über die Amalekiter und einige andere Nachbarvölker der Is- 
raeliten: Orient und Occident 2 (1864), ^'4 — 55« 

Auch separat: Göttingen, Dieterich, 1864. VI, 42 p. Darüber yVJ^A/^/fr, GGA 1864, 281 — 5. 

5 Miscellen: ZDMG 23 (1869), 292—8. 
S. unten No. 178, l Anm. 180. 341. 



XIV Ernst Kuhn 



6 Aus einem Briefe von A. SociN an Th. NölDEKE: ZDMG 24 
(1870), 229 f. 

Mit Bemerkungen von Nöldeke, 

7 Miscellen: ZDMG 25 (1871), 256—60. 

S. unten No. 82. 183. 342. 

8 'AcJCJupioq Zupiog Zupoq: Hermes 5 (1871), 443 — 68. 

9 Der Dual im Semitischen : Zeitschrift für Völkerpsychologie und 
Sprachwissenschaft 7 (1871), 403 — 11. 

Vgl. dazu G, M. Redslob, ZDMG 27 (1873), I57f. 

10 Die römischen Provinzen Palaestina Salutaris und Arabia: Her- 
mes IG (1875), 163 — 70. 

11 Orientalischer Socialismus: Deutsche Rundschau 18 (1879), 284 — 91. 

Sklavenaufstand in Sicilien 134 — 2 v. Chr. unter Anführung des Eunous aus Apameia, 
altchristlicher Socialismus, Mazdakismus, Babismus. 

12 Über den Gottesnamen EI. — Elohim, El: Monatsberichte der 
Akademie der Wissenschaften Berlin 1880, 760 — ^6. 1882, 1175 — 92. 

13 Untersuchungen zur semitischen Grammatik: ZDMG 37 (1883), 
525—40. 38 (1884), 407—22. 

I. Die Verba '^P im Hebräischen. II. Die Endungen des Perfects. 

14 lieber Mommsen^s Darstellung der römischen Herrschaft und rö- 
mischen Politik im Orient: ZDMG 39 (1885), 331 — S^- 

Auch separat: Leipzig, Brockhaus* Sortiment, 1885. 21p. 

15 Einige Ausgleichungen in den semitischen Wörtern für „Vater 
und Mutter": Etudes archeologiques, linguistiques et historiques dediees 
ä C. Leemans (Leide 1885), 130 — 2. 

16 Über den Namen Assyriens: ZA i (1886), 268—73. 

17 Die semitischen Sprachen. Eine Skizze. Leipzig, T. O. Weigel, 
1887. 2 BL, 64p. 

Erschien zuerst englisch in der Encyclopaedia Britannica. Rec. G. Hoffmann^ LC 1S87, 
605—8. E, König, Th. Litbl. 1887 No. 17. J. VVellhuusen, DL 1887, 966—8. IJaUvy, 
Rev. er. 1887 No. 32. D. H, Müller, WZKM i, 333— 4r. Rev. des ^t. j. 1887 April- 
Juni, 307. S. Fhuchnet, Jüd. Litbl. 1887 No. 24, 93 f. Th. Lz. 1888, 317. Steittthai, 
Z. f. Völkerps. 18, 206^13. 

In zweiter Auflage: Leipzig, Tauchnitz, 1899. III, 76p. 

Rec. LC 1899, 1403—6. C. Brockelmann^ DL 1899, 191 0—3. J. B. Chabot, Rev. 
er. 1900 No. 25, 485. 

18 E. SCHRADER, Die keilinschriftliche babylonische Königsliste: 
Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften Berlin 1887, 947— 5 1. 

Zum Kanon des Ptolemaeus aus syrischen und griechischen Handschriften nach Mit- 
teilungen von Nöldeke und Wachsmuth. 

19 Mitteilung: ZA 2 (1887), lor. 

Siegelstein des Louvre, mit einem Namen assyrischer Herkunft. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XV 

20 William Wright: Deutsche Rundschau 60 (1889), 306—8. 

21 Orientalische Skizzen. Berlin, Paetel, 1892. XI, 304 p. 

Enthält: I. Zur Charakteristik der Semiten, p. i — 20 [vorher: Im neuen Reich 2 (1872), 
881 — 94]. 2. Der Koran, p. 21 — 62 [vorher enghsch: Encyclopaedia Britannica9 16 
(1883), S97 — 606]. 3. Der Islam, p. 63— no [vorher: Deutsche Rundschau 33 (1882), 
378—402]. 4. Der Chalif Mansür, p. in — 151. 5. Ein Sklavenkrieg im Orient, 
p. 153 — 84. 6. Jaküb, der Kupferschmied, und seine Dynastie, p. 185 — 217. 7. Syrische 
Heilige, p. 219 — 49. 8. Barhebraeus, p. 251 — 273. 9. Theodoros, König von Abessi- 
nien, p. 275 — 304 [vorher: Deutsche Rundschau 38 (1884), 406 — 2i]. 

Rec. K. y. Neumann ^ Allg. Ztg. 1892, Beil. No. 96. Th. Achelis, Bl. lit. Unterh. 
1892 No. 27, 428 — 30. A.Sodn, LC 1892, 1645 f. A. H, Sayce, Grit rev. of theol. and 
phil. lit. 2 No. 4. C. Aldenfurvent Zur Religionsgeschichte: Nation 45, 672 f. /*. Hom^ 
IF Anz. 3, if. Hn, Westennanns Mh. 74, 8ssf. S. Fraenkd, DL 1894, 968 f. 

22 Sketches from Eastern history. Translated by JOHN SUTHER- 
LAND Black. London 1892. 282 p. 

Rec. Sat Rev. Vol. 74, No. 1934, 595 f. As. Qu. Rev. II Ser. 5, 9, 263. Ath. 1892, 
Nov. 5, 623 f. A. W. Benn, Ac. 42, 603 und New Worid 2 No. 6. Nation (N. Y.) 56, 36. 

23 August Müller: ZDMG 46 (1892), 775—8. 

Mit einer Nachschrift von E. Windisch^ p. 778 f. 

24 Kleinigkeiten zur semitischen Onomatologie : WZKM 6 (1892), 
307—16. 

25 Der Nachlaß von F. Vogelreuter: ZDMG 48 (1894), 703. 

26 Aus einem Briefe von Th. Nöldeke an C.Bezold: ZA 9 (1894), 100. 

Betrifft die Identification einiger keilinschriftlicher Namen. 

27 H. Osthoff, Vom Suppletivwesen der indogermanischen Spra- 
chen. Heidelberg 1899. 

p. 75 — 8 Bezold und Nöldeke über die semitische Suppletivbildung. 

28 Alaschia: ZÄS 38 (1900), 152. 

Es wird vermutet, daß dieser in den ägyptischen Denkmälern vorkommende Name 
nicht Cypem bedeute, sondern mit dem cilicischen *EXatoOaaa etc. zu identificieren sei. 

29 Tachygraphie bei den Orientalen: Archiv für Stenographie 53 
(1900), 25 f. 

Hinweis auf Johannes von Ephesus, Land's Anecdota Syriaca und den Fihrist. 

30 Die Namen der Wochentage bei den Semiten: Zschr. für Deutsche 
Wortforschung i (1900), 161 f. 

31 Aus einem Briefe Th.NöLDEKEs über 'Geistliches und Weltliches 
aus dem türkisch-griechpschen] Orient* von H. Gelzer: Byz. Z. 10 
(1901), 355-8. 

32 Semitskie jazyki i narody, v obrabo'tke A. Krymskago. I. O 
semitsldch jazykach voobäie. IL Jazyki evrejskij i aramejskij. (= Trudy 
po vostokovedeniju, izd. Lazarevskim Inst. Vost. Jazykov. Vyp. 5.) 
Moskva, Tip. A. V. Gatcuk, 1903. 



XVI Ernst Kuhn 



33 [Bemerkungen zum ersten Bande der Ephemeris . . . :] Ephemeris 
für semitische Epigraphik herausgegeben von M. LlDZBARSKl 2 (1903), 
122 — 4. 

34 Beiträge zur semitischen Sprachwissenschaft. Straßburg, Trüb- 
ner, 1904. IX, 139 p. 

Das klassische Arabisch und die arabischen Dialekte. Die Endungen des Perfekts. 
Nomina der Form Fuäl. Die Verba '^P im Hebräischen. Zur Bildung des Plurals beim 
aramäischen Nomen. Über einige arabische Verbalpräfixe. Ausgleichung in den semi- 
tischen Wörtern für „Vater" und „Mutter". Einige Gruppen semitischer Personennamen 
(i. Tiemamen als Personennamen; 2. Verwandtschaftsnamen als Personennamen; 3. Er- 
satz als Personenname; 4. Gliedmaßen als Personennamen; 5. Zu den theophoren 
Namen). Tiemamen mit Reduplikation. Die semitischen Buchstabennamen. Nachträge. 
[Vgl. oben No. 13. 15.] 

Rec. //. Reckendorf y LC 1904, 924—7. J, Barths DL 1904, 2 188 — 94. R, Duval, 
Rev. er. 1904 II, 177—80. J. HaUzy, Rev. s^m. 12, 379— 81. 

35 Brief Prof. NöLDEKE^s: ZDMG 58 (1904), p. LXf. 

Über Jahresberichte. Dazu A, Fischer: ebd. 59, 229. 

36 [Ngr. ^oupTdTng:] Byz. Z. 13 (1904), 310. 711. 

Zu A. Thunib und K. Krumbacher-. ebd. 12, 654. Das Wort stammt von arab. mur- 
tadd^ nicht etwa von mgr. |üioOpTO( »rebellio'. 

37 Sieben Brunnen: Archiv für Religionswissenschaft 7 (1904), 
340—4. 

Ausgehend von dem Ortsnamen Bersaba. 

38 Zur semitischen Pluralendung: ZA 18 (1904/5), 68—72. 

39 Mutter Erde und Verwandtes bei den Semiten: Archiv für Re- 
ligionswissenschaft 8 (1905), 161 — 6. 



Beiträge zu folgenden Encyclopaedien: 

40 Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste ... 
herausgegeben von J. S. Ersch und J. G. Gruber. Erste Section. 
A-G. Th. ^, Leipzig, Brockhaus, 1857. 

Darin u. a. der Artikel Ghaztuiiden^ p. 23S — 50. 

41 Bibel-Lexikon. Realwörterbuch zum Handgebrauch für Geist- 
liche und Gemeindeglieder. . . . Herausgegeben von D. SCHENKEL. 
5 Bde. Leipzig 1869—75. 

42 The Encyclopaedia Britannica. A dictionary of arts, scien- 
ces, and general literature. Ninth edition. 25 Bde. London 
187s - 89. 

Darin außer den unter No. 17. 21, 529 erwähnten u. a. in Bd. 18 der Artikel Mo'allakät. 

43 Encyclopaedia Biblica: a critical dictionary of the literary, 
political, and religious history, the archaeology, geography, and natural 
history of the Bible. Edited by T. K. Cheyne and J. SUTHERLAND 
Black. 4 Vols. London, Black, 1899— 1903. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XVll 



Recensioiiefi, 

44 V. Ancessi, Etudes de grammaire comparee. Paris 1872: LC 
1873, 1294—6. 

45 W. W. Graf Baudissin, Studien zur semitischen Religions- 
geschichte. II. Leipzig 1878: LC 1879, 361—5. 

46 Th. Fischer, Die Dattelpalme, ihre geographische Verbreitung 
und kulturhistorische Bedeutung. Gotha 1881: GGA 1881, 1222—33. 

47 A. VON GUTSCHMID, Neue Beiträge zur Geschichte des alten 
Orients. Die Assyriologie in Deutschland. Leipzig 1876: LC 1876, 
1073-7- 

48 J. HalEVY, Revue s^mitique d'epigraphie et d'histoire ancienne. 
I— II. Paris 1893/4: LC 1894, 1807 f. 

49 F. HOMMEL, Die Namen der Säugethiere bei den südsemitischen 
Völkern. Leipzig 1879: GGA 1879, 1254—74. 

50 K. Kessler, Mani. Forschungen über die manichäische Religion. 
I. Berlin 1889: ZDMG 43, 535—49. 

Nachtrag: 44, 399 [über den Fluß Strangas in der Disputatio Archelai et Manetis]. 

5 1 A. VON Kremer, Über meine Sammlung orientalischer Hss. Wien 
1885: LC 1885, 145 1 f. 

52 P. de Lagarde, Semitica. I. Göttingen 1878: ZDMG 32, 
401 — 10. 

Dazu vgl. Zwei Proben moderner Kritik: de Lai^arde, Symmicta 2 (1880), 89 — 136. 
Nöldeke^ Erklärung: ZDMG 34 (1880), 403 f. de Lai^arde, Aus dem deutschen Gelehrten- 
leben (Göttingen 1880) p. 95 f. 

53 M. A. Lew, Siegel und Gemmen mit aram., phöniz., althebr., 
himjar., nabath. und altsyr. Inschriften. Breslau 1869; LC 1868, 
1409— II. 

54 Frdr Müller, Der Dual in den semitischen Sprachen. Wien 
1875: GGA 1875, 1403-8. 

55 N. NOTO WITSCH, Die Lücke im Leben Jesu. Stuttgart 1894: 
Nation 11, 468 f. 

56 E. H. Palmer, A descriptive catalogue of the Arabic, Persian 
and Turkish manuscripts in the library of Trinity College, Cambridge. 
Cambridge 1870: LC 1872, 507 f. 

57 R. VON Raumer, Der regelmäßige Lautvvechsel zwischen den 
semitischen und den indoeuropäischen Sprachen. Erlangen 1863: 
Orient und Occident 2, 375—81. 

Mit einer „Nachschrift der Redaction" p. 381 f. 



WUl Kn\*t Kuhn 



v^^ l <^ Iv^ \^i\ \\ Kvv>vt:N. Kcuurvjucs sur les mss. orientaux de la 
n\^ vN^v^x \Lux,.^u s\ Is^K^^nc. RvMU 1885: LC 1SS6, 107. 

\\^ V V, SvvUVU V. hi\>nok^i;\o oncntalischcr Volker \x>n AlberunL 
.V b-. S.KKv.v^K^v IV lullonuha vier Istar Gict^en iS-4: LC 1S74, 
^> Ks^'-v<\'^-"lv<^ uixl Gösch ich :stor<chung. Gicwn iS"^: 



^.o^w^v^ . ccXvv^X'^' Ci^o*:Llc. ci-s iS5»> Arj.ce^r:'^» 



v V ^>\. V .^v^i cv* V it'j., c'^v't Ov^^v l^oM t j^r »cT^^ -." ajT-.^in 
vvx ^,v . k. ^ ^vv-.?x^on V\ccv'^c\ :>^:. ^c^ -\ ^ 



•^ X ^^ X XV- -^v . v^>,s ^\t ^ ,, % 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XIX 



71 Zu Herodot 3, 119 (Sophokles Antigone 903 — 913): Hermesag 
(1894), 155 f. 

Zu Bischer s Nachweis einer indischen Parallele: ebd. 28, 46$ — 8. Noldeke vermutet 
persischen Ursprung. Vgl. die späteren Erörterungen über diesen Gegenstand von 
/. Pizzi\ M^langes Charles de Harlez (Leiden 1896) p. 226 f. J. Wassmeri N. Jb. 
f. Philol. u. Paed. 155, 701 — 4. L. D. Barnett i Class. Rev. 17, 209 f. C Fries: Rhein. 
Mus. f. Philol. 59, 225. 

72 Zur Alexiuslegende: ZDMG 53 (1899), 256—8. 

Nachweis einer äthiopischen Parallele in der von E, A, W, Budge herausgegebenen 
Legende von Gabra Krestös (am Schluß ein Hinweis auf den unten Nr. 350 erwähnten 
Sabti). Zu dem p. 257 Anm. 2 über Pilatus angeführten vergleiche man E. Nestle \ ebd. p. 540. 

73 Zu Kaiila wa Dimna: ZDMG 59 (1905), 794 — 806. 

Auf Grund von L. Cheikho^ La version arabe de Kalilah et Dimnah d*apr^s le plus 
ancien manuscrit arabe dato. Beirut 1905. 

Rccensmien. 

74 G. BiCKELL, Kalilag und Damnag. Alte syrische Uebersetzung 
des indischen Fürstenspiegels. Leipzig 1876: ZDMG 30, 752—72. 

Zu der Nachschrift daselbst p. 772 vgl.: Noch eine Bemerkung zu Kaiila und Dimna 
bei den Persem, ebd. 31, 540 f. — S. femer /. Low, Bemerkungen zu Nöldeke's Anzeige 
von Bickell, Kalilag und Damnag: ebd. p. $35 — 40. 

75 J. G. N. Keith-Falconer, Kalilah and Dimnah or the fahles 
of Bidpai: being an account of their literary history, with an English 
translation of the later Syriac version of the same. Cambridge 1885: 
GGA 1885, 753-7. 

j6 W. Wright, The book of Kalilah and Dimnah, translated from 
Arabic into Syriac. Oxford 1884: GGA 1884, 672>—^7' 



UI. Hebräisch. Altes Testament. Palästinakunde. Moabitisch. 
Phönikisch. Späteres Judentum. 

77 lieber einige Samaritanisch-Arabische Schriften, die hebräische 
Sprache betreffend: Gott Nachr. 1862, 337—52. 385—416. 

Auch separat: Göttingen, Dieterich, 1862. 48 p. 

78 Über die Aussprache des Hebräischen bei den Samaritanern: 
Gott. Nachr. 1868, 485—504. 

Auf Grund von H, Feiermann, Versuch einer hebräischen Formenlehre nach der Aus- 
sprache der heutigen Samaritaner. Leipzig i868. 

79 Die alttestamentliche Literatur in einer Reihe von Aufsätzen 
-dargestellt. Leipzig, Quandt und Händel, 1868. VIII, 270 p. 

Nöldeke-Festschrift. b 



XX Ernst Kuhn 



80 Untersuchungen zur Kritik des alten Testaments. Kiel, Schwers, 
1869. VIII, 198 p. 

Enthält: I. Die s. g. Grundschnft des Pentateachs. 2. Der Landangspunkt Noah's. 
3. Die Ungcschichtlichkeit der Erzählung Gen. XIV. 4. Die Chronologie der Richterzeit. 

Mit neuem Umschlag als: Nene billige Ausgabe. Kiel, C. F. Haeseler, 1886. 

Über beide Schriften Nöldekex GGA 1868, 182 1—6. Beide rcc. A. Neubauer 
Ac. I, 69. 

81 Die Inschrift des Königs Mesa von Moab (9. Jahrh. vor Christus) 
erklärt Mit einer lithographischen Tafel. Kiel, Schwers, 1870. VII, 38 p. 

Darüber Nöldeke, GGA 1870, 682—6. Rec. S., LC 1870, 791 — 3. 

82 Arpad: ZDMG 25 (1871), 2s8f. 

Nachweis, daß dieser im A. T. mehrfach genannte Ort noch heutzutage als Tel Erfät 
zu finden ist. 

83 Die biblische Sage von den Erzvätern: Im neuen Reich 1871 
I, 497—511. 

84 Die Entstehung des todten Meeres: Im neuen Reich 1871 II, 
41—8. 

85 Der Mythus von der Sündfluth: Im neuen Reich 1872 I, 247—59. 

86 Histoire litteraire de TAncien Testament. Traduit de l'allemand 
par H. Derenbourg et J. SOURY. Paris 1873. 

Z'j „Bädeker" im Morgenlande: Im neuen Reich 1875 II, 15 — 20. 

Bädeker's Palästina und Syrien. 

88 Die moabitischen Fälschungen: Deutsche Rundschau 6 (1876), 
447—51- 

Dazu H, L, Fleischer und L. Krekl, Zur Verständigung : LC 1876, 452 f. Xöldeke^ Zur 
Aufklärung: ebd. p. 486. 

89 Die Texte des Buches Tobit: Monatsberichte der Akademie der 
Wissenschaften Berlin 1879, 45—69. 

90 Th. Nöldeke und J. Gildemeister. Bemerkungen über An< 
thedon und Muntär: ZDPV 7 (1884), 140—2. 

Zu G, Galtf Bemerkungen über Gaza und seine Umgebung: ebd. I — 14. 

91 Aus einem Briefe des Herrn Prof. Th. Nöldeke an C. Bezold; 
Z. f. Keilschriftforschung 2 (1885), 295 — 7. 

Bemerkungen zu H. Ifyvernat, Sur un vase jud^o-babylonien du mus^e Lycklama de 
Cannes (Provence): ebd. p. 113 — 46. 

92 Mene tekel upharsin: ZA i (1886), 414 — 8. 

93 Kleinigkeiten: ZAW 8 (1888), is6f. 

Zu Sirach 49, lo und zu Psalm 45, 7. 

94 The language and metre of Ecclesiasticus : Expositor 1890, Nov.^ 
350—9. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXI 



95 Aus einem Briefe Th. Nöldeke's: ZAW 12 (1892), 310. 

Vergleicht Gen. i, 9 der Septuaginta mit dem hebräischen Texte. 

96 Phönicische Inschrift: ZA 9 (1894), 400 — 5. 

Von Lamaka auf Cypem. 

97 niD^3 und D^?: ZAW 17 (1897), 183—7. — hm: ebd. p. 187 f. 
Zorn ersten Artikel vgl. A'. Budde, Expository Times 8, 384. 

98 The original Hebrew of a portion of Ecclesiasticus: Expositor 
1897, May, 347—64. 

99 in ni^ön ip 72, 20: ZAW 18 (1898), 256. 

Zu B. Jacobt ebd. p. loo Anm. 

\QO Bemerkungen zum hebräischen Ben Sirä: ZAW 20 (19CX)), 
81—94. 

Dazu W. Bacher, ebd. p. 308 f. 

ioi [Zur Lesung der Inschrift von Gerasa (Mitth. u. Nachr. DPV 
1900, 42 =- ZDPV 25, 163):] Mitth. u. Nachr. DPV 1901, 83. 

102 Zur Habiri-Frage: ZA 18 (1904/5), 96. 

Zu S, Dolches-, ebd. 17, 399 f. Die D^'^an (Zauberer) des Talmud hängen mit den 
Habiri der Tel-el-Amama-Texte nicht zusammen. 

Recensionen. 

103 M. Appel, Quaestiones de rebus Samaritanorum sub imperio 
Romanorum peractis. Göttingen 1874: LC 1874, Ii99f 

104 H. Arnheim, Grammatik der hebräischen Sprache. Berlin 1872: 
LC 1873, 145. 

105 S. Baer, Libri Danielis, Ezrae et Nehemiae. Leipzig 1882: 
LC 1S82, 1137—40. 

106 F. Baethgen, Beiträge zur semitischen Religionsgeschichte. 
Der Gott Israels und die Götter der Heiden. Berlin 1888: ZDMG 
42, 470—87. 

107 J. Barth, Babel und israelitisches Religionswesen. Berlin 1902: 
LC 1902, 900 — 2. 

108 G. Barzilai, Le lettere dell' alfabeto fenicio. Triest 1875: LC 
1876, 987. 

109 A. Berliner, Die Massorah zum Targum Onkelos. Berlin 1875, 
resp. Leipzig 1877: LC 1876, 129. 1877, 304 — 7. 

HO Beiträge zur hebräischen Grammatik im Talmud und 

Midrasch. Berlin 1879: LC 1880, 236 f. 

III Targum Onkelos. I— IL Berlin 1884: LC 1884, 1 345—8. 

112 A.Bernstein, Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und 
Jakob. Berlin 1871: LC 1871, 577—81. 

b* 



XXII Ernst Kuhn 

1 1 3 Wissenschaftliche Blätter aus der Veitel Heine Ephraim'schen 
Lehranstalt (Beth hami drasch) in Berlin. I. Berlin 1862: GGA 
1863, 264—9. 

114 G. BiCKELL, De indole ac ratione versionis Alexandiinae in 
interpretando libro Jobi. Marburg 1862: GGA 1865, 575 — 82. 

115 Grundriß der hebräischen Grammatik. I — II. Leipzig 

1 869/70; LC 1870, II 39 f. 

116 F. Bleek, Einleitung in das Alte Testament. Vierte Auflage 
bearbeitet von J. WELLHAUSEN. Berlin 1878: ZDMG 32, 586-95. 

117 J. H. BloCH, Ursprung u. Entstehungszeit des Buches Kohelet. 
Bamberg 1872: LC 1873, 353. 

118 E. BöHL, Forschungen nach einer Volksbibel zur Zeit Jesu. 
Wien 1873: LC 1873, 1153-7. 

119 A. Brüll, Das samaritanische Targum zum Pentateuch. I. 
Genesis. Frankfurt a. M. 1873: LC 1874, 552—5. 

120 D. C ASSEL, Geschichte der jüdischen Literatur. I. Berlin 1872: 
LC 1873, 353 f. 

121 N. Davis, Inscriptions in the Phoenician character ... discovered 

on the site of Carthage . . . by . London 1863: GGA 1863, 

1825-35. 

122 F. Delitzsch, Wo lag das Paradies? Leipzig 1881: ZDMG 
36, 173-84. 

123 Prolegomena eines neuen hebräisch-aramäischen Wörter- 
buches zum Alten Testament. Leipzig 1886: ZDMG 40, 718—43. 

124 J. Deutsch, De Elihui sermonum origine atque autore. Breslau 
1873: LC 1873, 673 f. 

125 J. EUTING, Punische Steine. St.-Petersburg 1871: GGA 1872, 
1315—9- 

126 Z. FraNKEL, Zu dem Targum der Propheten. Breslau 1872: 
GGA 1872, 828—34. 

127 S. Frensdorff, Das Buch Ochlah W'ochlah (Massora), Han- 
nover 1864; LC 1864, 985 — 7. 

128 Die Massora Magna. I. Hannover 1876: LC 1876, 521 f. 

129 J. Fürst, Hebräisches und chaldäisches Handwörterbuch über 
das Alte Testament. I — IL Leipzig 1857/61 : GGA 1862, 542—7. 

130 Geschichte der biblischen Literatur und des jüdisch- 
hellenistischen Schriftthums. IL Leipzig 1870: LC 1871, 337 — 9. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXIII 



131 A. Geiger, Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben. 

I. Breslau 1862: Orient und Occident 2, 382 f. 

132 Nachgelassene Schriften. I — V. Berlin 1875/8: LC 1875, 

1048 — 50. 1876, 199 — 201. 1322 f. 1878, 1071 — 3. 

133 S. Gross, Menahem ben Saruk. Leipzig 1872': LC 1872, 743 f. 

134 H. GUTHE, Fragmente einer Lederhandschrift, enthaltend Moses 
letzte Rede an die Kinder Israel. Leipzig 1883: LC 1883, 1330 f. 

135 A. Harkavy und H. L. Strack, Catalog der hebräischen Bibel- 
handschriften der K. Ö. Bibliothek in St.-Petersburg. I — IL St.-Peters- 
burg 1875: LC 1876, 553— S (dagegen Chwolson, ebd. p. 737f.; Nöl- 
deke p. 738; Harkavy p. 964—6). 

136 E. Kautzsch, Grammatik des Biblisch- Aramäischen. Leipzig 
1884: GGA 1884, 1014—23. 

137 Die Aramaismen im Alten Testament. I. Halle 1902: 

ZDMG 57, 412—20. 

138 A. Koch, Moabitisch oder Selimisch? Stuttgart 1876: LC 1876, 
425—8. 

139 S. Kühn, De Pentateucho Samaritano. Leipzig 1865: GGA 1865, 
1304— 1313. 

140 Zur Sprache, Literatur und Dogmatik der Samaritaner. 

Leipzig 1876: ZDMG 30, 343—50. 

141 S. KraüSS, Griechische und lateinische Lehnwörter im Talmud. 

II. Berlin 1899: LC 1900, 358—60. 

142 A. KUENEN, Over de mannen der Groote Synagoge. Amster- 
dam 1876: LC 1877, 41 if- 

143 P. DE Lagarde, Prophetae chaldaice. Leipzig 1872; LC 1872, 
1157—60. 

144 M. Laites, Saggio di giunte e correzioni al Lessico Talmudico 
[di Levy]. Torino 1879: LC 1879, 11 87 f. 

145 J. Levy, Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch, i. — 2. 
Lief. Leipzig 1875: LC 1875, 875—7. I298f. 

146 M. A. Levy, Phönizische Studien. 4. Heft. Breslau 1870: LC 
1870, 787-9- 

147 I. Low, Aramäische Pflanzennamen. Leipzig 1881: LC 1881, 
766—9. 

148 S. D. LUZZATTO, Elementi grammaticali del Caldeo biblico e 
del dialetto talmudico babilonese. Padua 1865: GGA 1867, 1779 — 88. 



XXIV Ernst Kuhn 

149 D. S. MargoLIOUTH, An essay on the place of Ecclesiasticus in 
Semitic literature. Oxford 1890: LC 1890, 985 — 8 (Auszug: Ac^ 
19. Juli 1890, 51). 

150 S. Meyer, Ein Wort an Herrn Hermann Messner. Berlin, Goetz, 
1877: LC 1877, 171 1 f. (betrifft die Beurteilung des modernen Juden- 
tums). 

151 H. F. MüEHLAU, De Proverbiorum, quae dicuntur Aguri et 
Lemuelis, origine atque indole. Leipzig 1869: LC 1869, 537 — 9. 

152 A. Neubauer, La g^ographie du Talmud. Paris 1868: LC 

1869, 708 f. 

153 J. W. NUTT, Two treatises on verbs containing feeble and double 
letters by R. Jehuda Hayug of Fez. London and Berlin 1870: LC 

1870, 865 f. 

154 Fragment of a Samaritan Targum. London 1874: LC 

1874, 1113— S- 

155 J. Olshausen, Lehrbuch der hebräischen Sprache. Buch I und 
II. Braunschweig 1861: Orient und Occident i, 755—64. 

156 J. Perles, Etymologische Studien zur Kunde der rabbinischen 
Sprache und Alterthümer. Breslau 1871: GGA 1871, 139 — 57. 

157 F. W. M. Philippi, Wesen und Ursprung des Status constructus 
im Hebräischen. Weimar 1871: GGA 1871, 881 — 99. 

1 58 S. Pinsker, Einleitung in das babylonisch-hebräische Punktations- 
system. Wien 1863: LC 1863, 1015—20. 

159 I. Rosenberg, Das aramäische Verbum im babylonischen Tal- 
mud. Marburg 1888: LC 1888, 664f. 

160 G. RüLF, Zur Lautlehre der aramäisch-talmudischen Dialecte. 
Die Kehllaute. Leipzig 1879: GGA 1879, 1047 — 54. 

161 A. SCHW eizer, Untersuchungen über die Reste eines hebräischen 
Textes vom ersten Mäkkabäerbuch. Berlin 190 1 : LC 1901, 521 — 4. 

162 C. Siegfried, Die Aufgabe der Geschichte der alttestamentlichen 
Auslegung in der Gegenwart Jena 1876: LC 1876, 969 f. 

163 R. Smend, Moses apud prophetas. Halle 1875: LC 1875, 1345 f. 

164 R. Smend und A. Socin, Die Inschrift des Königs Mesa von 
Moab. Freiburg i. B. 1886: LC 1887, 59-61. 

165 H. L. Strack, Hosea et Joel prophetae. Ad fidem codicis Baby- 
lonici Petropolitani. St.-Petersburg 1875: LC 1876, 161— 3. 

166 Prophetarum posteriorum codex BabylonicusPetropolitanus 

ebd. 1876: LC 1876, 1257—9. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXV 



167 H. L. Strack, Abriß des biblischen Aramäisch. Leipzig 1896: 
LC 1896, 304 — 6. 

168 F. Tuch, Commentar über die Genesis. Zweite Auflage besorgt 
von A. Arnold. Halle 1871: LC 1871, 601 f. 

169 A. Wedell, De emendationibus a Sopherim in libris sacris 
Veteris Testament! propositis. Breslau 1869: GGA 1869, 2001 — 8. 

170 J. Wellhausen, De gentibus et familiis Judaeis quae i Chr. 
2. 4 enumerantur. Göttingen 1870: LC 1870, 11 55 f. 

171 W. M. L. de Wette, Lehrbuch der hebräisch-jüdischen Archäo- 
logie. Vierte Auflage von F. J. Raebiger. Leipzig 1864: LC 1864, 
1105— 7. 

172 Achte Auflage neu bearbeitet von E. Schrader. Berlin 

1869: LC 1870, 361—5. 

173 A. Wünsche, Die Weissagungen des Propheten Joel. Leipzig 
1872: LC 1873, 33f. 

IV. Syrien. Aramäisch. 

174 Ueber die Mundart der Mandäer. (Aus den Abhandlungen 
der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften Göttingen. Bd. 10.) 
Göttingen, Dieterich, 1862. 80 p. 4. 

Vgl. Gott. Nachr. 1862, 113 f. Rec. A. Geiger, ZDMG 17, 420—3. 

175 Zu den Nabatäischen Inschriften: ZDMG 17 (1863), 703—8. 

Im Anschluß an /!/. A. Lezy. ebd. 14, 363—480. 594. 0. Blau: 16, 331—88. 
Levy\ 17, 88 — 94. 

176 Bemerkungen zu den von de Vogüe herausgegebenen Naba- 
täischen und Hebräischen Inschriften: ZDMG 19 (1865), 637 — 41. 

Zu de Vogil^i Rev. arch. 1864 PI. X und XI. VII mit Bezugnahme auf M. A, Levy. 
ZDMG 18, 630 f. 

177 Namen und Wohnsitze der Aramäer: Das Ausland 40 (1867), 
778—81. 802—5. 

178 Beiträge zur Kenntniss der aramäischen Dialecte: 

I. Ueber den noch lebenden syrischen Dialect im Antilibanon: 
ZDMG 21 (1867), 183—200. 

Auf Grund der Angaben von Jules Ferrette JRAS ao (1863), 43^ ff. Vgl. femer 
A, Merx, Miscellen zur semitischen Lautlehre. Bemerkungen zu Nöldeke's Beiträgen 
zur Kenntniss der aramäischen Dialekte: ZDMG 22 (1868), 271—8. Dazu Noldeke, 
Zur aramäischen Lautlehre: ebd. 23 (1869), 293—6. 



X\' ,1 Ernst Kann 



2. L'eher d^n chrisr:ich-pa.'a.stinisohen Diaiect: ebii. 2Z i :ir\^ . 

Aaf GmnH von Evangeilarum Hiernstärmiraaiim. e^ cn-iicc Vincaaa Piiaestuio ::d. 
C-ymcs frin-^.rui: .XP.-.fL.r.iL-.ti Er-jzz^y. T. T — fL V*nnae iSdl^-d*. 

3. Ueher Orthographie und Sprache der Pilmyrener: ZE'^rG 

Aaf Grind v--vii /> l'y-rü/' ^ S^—.e centniie. lascncTions it-nncdTies. ?i.r5 t.^'j.S 
fo>>^n No. 6ji, mit Hr^ranr-.ehung ier -jich an iieses W^rk minznüeiidiici Lreromr. 
B<?rlcki?ichrii^ ach«nh<r; „«iie ier paimv-atuschea jnnr aalie itt^ende '^oniche ler ^'cich- 
falU V'^a i« V-ij^-j*» 7-?r'>tT«;niIir!hrea aa-hatiischea IrLsciir:r'«-i-'* 

r79 Grammatik dcx neusyrisohen Sprache am Crmia-See und in 
Kurdistan. Ldpzi:;', T, O. Wa^'eL rV:,s. XXX\TII. 4:^ p- 

r8o CPTÄ: ZD\rG 23 rrS6r>., 202 f. 

Ta ittr Inschrft von Car:cams, za ^^*•■x\ ZI1''.''G la, o«/:". V^-. luch J. J.^:i ; -:.!. 
«4. ^^■ 

rSr W, EhrrNTHaL, Das Kut-^chkelied auf der Sceicn':v-anderung. 
5. Auflage. Leipzig-, Brockhaas, iSfl. 64p. 

(■V>4*r 'ii'*^e3 humorvolle Bdch>ia, la ie^ä«*a N'ioaafji^e J/.'^^^fiv eia jyr^ciie? Lieä 
aas ^iner ffandscnr.f: v. J. 472 heisrcriert, ^^L LC IVI, 3S-IL 

1S2 Die Namen der aramäLschen Nation und Sprache: ZDMG 25 
O871;, 113— jf- 

[83 Kin:;;es über aramäische Namen der Thierkreisbilder: ZDMG 

184 H. Schröter, Gedicht des Jakob von Sarug über den Palast. 
(^<:x\ der Apostel Thomas in Indien baute: ZDMG 25 iiS"!». 321 — 77 
rmit Nachträgen 28 ^18741, 584 — 6261. 

25, 365 eine Bemcrkar.^ A';ii//c^'5. 

r85 Sieben Nestorianische Kirchenlieder, aus dem Syrischen über- 
fictzt. Der Betrag ist zur F>richtung einer Schule in Urmia bestimmt. 
Kiel, Druck von A.F.Jensen, 1872. i6p. 

\y,t\t Wf-Afx sinrl nach p, 2 au^^-e'i^^ihk von dem ncs:orij.aischea rhicoa-.:i Ge^?r2 
W(>xm\7A aa» Urmia ae:» zwei Hand.'.chnftea mit schieben Kirch ealieiera, die er aa die 
K;jl. Bi'r/liofh^k I>r!in verkaufr hat, und die Tn. Njideke ihm wj-r^ich ü':verse*^: hatte. 
j». 10 „Lied über die Ent-schlafenea" von Gi^ar^^is \Varia. 

186 Chalif und Patriarch: Im neuen Reich 1S73 I, S19 — 23. 

Mamun i^/) — 8] 3; tmd Dionysins von Telmahar. 

187 Zwei syrische Lieder auf die Einnahme Jerusalems durch Saladin: 
ZDMG 27 O873;, 489—510. 

kxn dem „Btjch der Gesänge W'arda's", nach einer Handschrift der K. BibUoihek zu 
Berlin, 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXVII 



i88 Zur orientalischen Geographie: ZDMG 28 (1874), 93—102. 

I. Vologesias. 2. Missionsreise in Babylonien und Medien [geographische Namen in 
der syrischen Handschrift des British Museum Wright's Cat. 1134b — eigentlich ein 
längerer Nachtrag zu ZDMG 27, 198; vgl. unten No. 320]. 

189 Ueber den syrischen Roman von Kaiser Julian: ZDMG 28 (1874), 
263 — 92. 

Dazu: Ein zweiter syrischer Julianusroman: ebd. 28 (1874), 660 — 74. 

190 Mandäische Grammatik. Mit einer lithographirten Tafel der 
mandäischen Schriftzeichen. Halle, Buchhandlung des Waisenhauses, 
1875. XXXIV, 486 p. 

Darüber Nöldeke, GGA 1875,' 865— -7. Rec. A. Neubauer, Ac. 2. Dec. 1876, 545. 
K R„ LC 1875, 1550—2. Rev. er. 1876 No. 12. 

191 Zur Geschichte der Araber im i. Jahrh. d. H. aus syrischen 
Quellen: ZDMG 29 (1875), 76-98. 

I. Die letzten Kämpfe um den Besitz Syriens [nach einer Notiz in Brit. Mus. Add. 
14461 in Wrigkfs Cat. p. 65 f.], II. Bruchstücke einer syrischen Chronik über die Zeit 
des Mo'äwija [Brit. Mus. Add. 17121 in IV's Cat. p. 1041.] 

192 Zur Topographie und Geschichte des Damascenischen Gebietes 
und der yaurangegend: ZDMG 29 (1875), 419—44. 

Aus dem syrischen Codex Brit. Mus. Add. 14602. Dazu vgl. jetzt H. Lämmern'. Rev. 
de rOr. chröt. 8, 478—81. 

193 Karkemisch, Circesium und andre Euphratübergänge : Gott. 
Nachr. 1876, i — 16. 

194 Christlich-palästinensische Inschriften: ZDMG 32(1878), 199 f.; 
T. 

Drei Inschriften in A. D. Mordtmann'% Neuen Beiträgen zur Kunde Palmyra's: Sitzb. 
Ak. Mü., Phil.-phil. u. bist. Cl. 1875, Bd. II. 

195 Zwei Völker Vorderasiens: ZDMG 33 (1879), 157—65. 

I. Die Kadischäer. 2. Die Ortäer. — Nach syrischen Quellen. Vgl. jetzt zu dem 
Namen der Ortäer C. Brockelmann \ ebd. 59 (1905), 631. 

196 Kurzgefaßte syrische Grammatik. Mit einer Schrifttafel von 
J. EUTING. Leipzig, T. O. Weigel, 1880. XXXII, 279 p. 

Darüber Nöldeke, GGA 1880, 1629—32. Rec. G, IL, LC 1882, 318—22. 

2. Aufl. Leipzig, Tauchnitz, 1898. XXXIV, 305 p. 

Rec. von E. Nestle, LC 1899, 103 2 f. R. Dirvaly Rev. er. 1899, No. 5, 7 7 f. P. Vetter, 
Allg. Litbl. 1899, 560. Ath. Sept. 2, 1899, 319. D. B, Macdonald, Am. J. of Sem. lang, 
and lit. 15, 254—6. 

197 Bemerkungen zu den von Sachau herausgegebenen palmyre- 
nischen und edessenischen Inschriften: ZDMG 36 (1882), 664—8. 



XXVIII Ernst Kuhn 

198 Altaramäische Inschriften aus Teima (Arabien): Sitzb. Ak. Wiss. 
B. 1884, 813—20; 2 T. 

Rec. Z>. H, Mülln-, ÖM 1884, 209 f. J. I/alrvy, Rev. arch., Sör. 3, T. 4, p. 176. 
A. Neubauer^ A new Aramaic inscription: Ac, 20. Sept. 1884, 187, und: The god dVS: 
Ath. 28. Febr. 1885, 280. J. G. R, Forhyng, Tsalam, Zahm, Salman, Salm: ebd. 
21. Märr 1885, 376a. 

199 Ueber die Apologie unter Meliton's Namen in Cureton's Spici- 
legium Syriacum: Jb. für prot. Th. 13 (1887), 345 f. 

200 Zu der lateinisch-palmyrenischen Inschrift von Karänsebes: 
Arch.-epigr. Mitt. aus Österr. 13 (1890), 180. (Facs.) 

201 Die nabatäische Inschrift von Medaba: ZA 6 (1891), 149 f. 

202 Aramäische Inschrift aus Cilicien; ZA 7 (1892), 350—3. 

203 Die Synoden von Sidon und Tyrus: Byz. Zschr. i (1892), 333—5. 

Zu //. Geizer ^ Josua Stylites und die damaligen kirchlichen Parteien des Ostens: ebd. 
't 34 — 49» — Übersetzung aus Zacharias von Mitylene VII, 10 und 12 in Lanä*s Anec- 
dota Syriaca 3, 225 und 228. 

204 Die von Guidi herausgegebene syrische Chronik. Übersetzt und 
commentirt (Sitzb. Ak. Wiss. Wien 128.) Wien, Tempsky in Komm., 
1893. 48 p. 

205 Bemerkungen zu den aramäischen Inschriften von Sendschirli 
ZDMG 47 (1893), 96-105. 

206 Syrische Polemik gegen die persische Religion : Festgruss Roth 
(1893), 34-8. 

207 Palmyrenische Inschrift: ZA 9 (1894), 264 — 7. 

Ergänzend hiezu G. Hoffmanny ]^nDi in Palmyra: ebd. 329—38. 

208 Carolus Brockelmann. Lexicon syriacum. Praefatus est 
Theodorus NöLDEKE. Berlin, Reuther & Reichard, 1895. 

209 I^arrän: ZA 11 (1896), 107—9. 

210 Die große Inschrift von Petra: ZA 12 (1897), 1—7. 

Zu de VogiU : JA Sdr. IX, 8, 304 — , sowie zu dessen Anhang zu Lap-angex Rev. 
bibl. 1897, April. 

211 Zur syrischen Lexikographie: ZDMG 52 (1898), 91 f. 

Zu y, K, Zcnnerf ebd. 51, 679. 

212 Bar Chöni über Homer, Hesiod und Orpheus: ZDMG 53 (1899), 
501—7. 

213 Über einige Edessenische Märtyrerakten: Straßburger Festschrift 
zur XLVL Versammlung Deutscher Philologen (Straßburg 1901) 
p. 13—22. 

Auch sep. Straßburg, Trübner. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXIX 



214 J. Baensch-DrüGULIN, Marksteine aus der Weltlitteratur in 
Originalschriften. Leipzig, Drugulin, 1902. 

P. 89 — 93 der zweiten Abteilung : Alphabetisches Lied des heiHgen Ephraim (Carmina 
Nisibena, ed. Bickell No. 74), mit Übersetzung und Erläuterung von Noldeke, 

215 Compendious Syriac grammar. Translated from the second 
German edition by J. A. Crichton. London, Williams and Norgate, 
1904. XXXIV, 336p. 

Rec. C C Torrey, Am. J. of Sem. langu. 21, 254—6. Ath. 1904 II, 693. E. NestU, 
Th. Lz. 1904, 604. C. Brockclmamt, LC 1905, 69. 

216 Die Aufhebung des Chrysargyrums durch Anastasius: Byz. 
Z. 13 (1904), 135. 

Zeugnis des Josua Stylites. 

Recensionen, 
Vgl. No. 63. 74flf. 479. 

217 J. B. Abbeloos, Acta Mar Kardaghi. Brüssel 1890: ZDMG 44, 
529—35. 

218 J. B. Abbeloos et Tu. J. Lamv, Gregorü Barhebraei Chronicon 
ecclesiasticum. I— IL Löwen 1872/4: GGA 1873, 1041 — 9. 1875, 
547—57. in. 1877: Jenaer Lz. 1877, 785—8. 

219 K. Ahrens, Das „Buch der Naturgegenstände". Kiel 1892: 
ZDMG 45, 694-7. 

220 K. Ahrens, und G. Krüger, Die sogenannte Kirchengeschichte 
des Zacharias Rhetor. Leipzig 1899: LC 1899, 1362 — 4. 

221 A. Amiaud, La legende syriaque de Saint Alexis. Paris 1889: 
WZKM 4, 251—4. 

222 F. Baethgen, Sindban oder die sieben weisen Meister. Leipzig 
1879: ZDMG 33, 513—36. 

223 Syrische Grammatik des Mar Elias von Tirhan. Leipzig 

1880: GGA 1800, 721 — 34. 

224 P. Bedjan, Saint Ephrem. Histoire de Joseph. Paris 1887: LC 
1888, 1—3. 

225 Histoire de Mar Jab-Alaha, patriarche, et de Raban 

Sauma. Paris 1888: LC 1889, 842—4. — 2*^ ed. Paris 1895: LC 1896, 

997—9. 

226 Gregorü Barhebraei Chronicon Syriacum. Paris 1890: 

LC 1891, 461 — 3. 

227 C. Bezold, Die Schatzhöhle, syrisch und deutsch. Leipzig 1883/8: 
LC 1888, 233—6. 

228 G. Bickell, Conspectus rei Syrorum literariae. Münster 1871: 
LC 1871, 756—8. 



XXX Ernst Kuhn 



229 G. BiCKELL, Ausgewählte Gedichte der syrischen Kirchenväter 
Cyrillonas, Baläus ... I— III. Kempten 1872; LC 1872, 725—7. 1873, 228f. 

230 S. Isaaci Antiocheni, doctoris Syrorum, opera omnia. 

I— II. Gießen 1873/7: LC 1873, 225—8. 1877, 169—71. 

231 Ausgewählte Schriften der syrischen Kirchenväter Aphraates, 

Rabulas und Isaak von Ninive . . . übersetzt, i. — 5. Liefg. Kempten 
1874/6: LC 1877, 371 f. 

232 E. A. W. BüDGE, The Book of the Bee, the Syriac text. 
Oxford 1886: LC 1886, 1792—4. 

233 The book of governors: the Historia monastica of Thomas 

Bishop of Marga. London 1893: LC 1893, 1750—4. 

234 — — The life of Rabban Hormizd . . . by Wähle, surnamed 
Sergius of Adhorbaigän. Berlin 1894: ZDMG 48, 531—9. 

235 Philoxenus (Bishop of Mabbögh). Discourses. London 

1894: LC 1894, 677—9. 

236 The Laughable Stories collected by Mar Gregory John 

Bar-Hebraeus. London 1897: LC 1897, 208—10. 

237 R. F. Burton and C. F. T. Drake, Unexplored Syria. London 
1872: Academy 4, 114— 7 (dazu BuRTON p. 2i7f). 

238 G. Cardahi, Liber Thesauri de arte poetica Syrorum etc. 
Romae 1875: ZDMG 31, 160 — 6. 

239 Pardaisa d^ia Ed^ien seu Paradisus Eden Carmina auctore 

Mär Ebed Iso Sobensi. Beirut 1889: ZDMG 43, 675—81. 

240 A. M. Ceriani, Le edizioni e i manoscritti delle versioni siriache 
del Vecchio Testamento. Mailand 1869: LC 1869, ii85f 

241 — — Translatio Syra Pescitto Veteris Testamenti. I — III. 
Mailand 1876/81 : LC 1876, 1289—92. 1878, 871 f. 1880, iiosf. 
1883, 569—71- 

242 J. B. Chabot, La legende de Mar Bassus. Texte syriaque. 
Paris 1893: LC 1895, 1194—6. 

243 Histoire de Mar Jabalaha III. Paris 1895: LC 1895, 

1550—2. 

244 La chronique de Denys de Teil-Mahre. Ouatricme' 

partie. Paris 1895; WZKM 10 (1896), 160—70. 

245 . Le livre de la chastete par Jesusdenah. Paris 1896: 

LC 1896, 1657—9. 

246 Histoire de Jesus-Sabran, ecrite par Jesus-yab d'Adiabcne. 

Paris 1897: WZKM 11, 185—90. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXXI 



247 D. Chvvolson, Syrisch-nestorianische Grabschriften aus Semi- 
rjetschie. St.-Petersburg 1890: ZDMG 44, 520—8. 

248 R. DuvAL, Les dialectes n^o-aram^ens de Salamas. Paris 1883: 
ZDMG 37, 598—609. 

249 J. EunNG, Qolasta oder Gesänge und Lehren von der Taufe 
und dem Ausgang der Seele. Stuttgart 1867: GGA 1869, 481 — 501. 

250 H. Feige, Die Geschichte des Mär *Abhdiä6' und seines Jüngers 
Mär Qardagh. Kiel 1890: ZDMG 44, 529—35. 

251 F. Feldmann, Narses. Syrische Wechsellieder. Leipzig 1896: 
LC 1897, 94 f. 

252 A. L. Frothingham jr., Uomelia di Giacomo di Sarüg sul 
battesimo di Costantino imperatore. Rom 1882: LC 1883, 753 — 5. 

253 E. Fuchs, Die Scholien des Bar-Hebraeus zum XXIIL und 
XXIV. Psalm. Halle 1871: LC 1871, 85of. 

254 H. GiSMONDl, Ebed-Jesu Sobensis carmina selecta. Beirut 1888: 
ZDMG 43, 681 f. 

255 Maris, Amri et Slibae de patriarchis Nestorianorum 

commentaria. Rom 1896/99: LC 1896, 1140. 1899, 544—7. 

256 R. J. H. Gottheil, A treatise on Syrigic grammar by Mär(i) 
Elia of S6b*»ä. Berlin 1887: LC 1887, 1767—9. 

257 I. GülDi, La lettera di Simeone vescovo di Beth-Ar^äm sopra 
i martiri Omeriti. Rom 1881: GGA 1882, 198—212. 

258 Testi originali inediti sopra i Sette Dormienti di Efeso. 

Rom 1885: GGA 1886, 453—9. 

259 A. Heppner, Die Scholien des Bar-Hebraeus zu Ruth u. s. w. 
Halle 1888: LC 1889, 874 f. 

260 H. Hilgenfeld, Textkritische Bemerkungen zur Taä*ita dMar 
Jab-alaha patriarka wa dRaban Sauma. Jena 1894: LC 1895, 95 f. 

261 Ausgewählte Gesänge des Giwargis Warda von Arbel. 

Leipzig 1904: ZDMG 58, 496—9. 

262 J. G. E. Hoffmann, De Hermeneuticis apud Syros Aristoteleis. 
Leipzig 1869; LC 1869, 673 — 5. 

263 Opuscula Nestoriana syriace. Kiel 1880: ZDMG 35, 

491^501. 

264 Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer. 

Leipzig 1880: GGA 1880, 867—88. 



XXXn Ernst Kuhn 



265 G. Janichs, Animadversiones criticae in versionem Syriacam 
Peschitthonianam librorum Koheleth et Ruth. Breslau 1871: LC 1871, 
1225—7. 

266 S. Kaatz, Die Scholien des Gregorius Abulfarag Barhebraeus 
zum Weisheitsbuch des Josua ben Sira. Halle 1892: LC 1892, 488f. 

267 C. Kayser, Die Canones Jacob's von Edessa. Leipzig 1886: 
LC 1886, 1145— 9. 

268 Das Buch von der Erkenntnis der Wahrheit. Leipzig 

1889: LC 1889, looi — 4. 

269 M. Klamroth, Gregorii Abulfaragii Bar Ebhraya in Actus 
Apostolorum et Epistulas Catholicas adnotationes. Göttingen 1878: 
LC 1878, ioi3f. 

270 H. G. Kleyn, Het leven van Johannes van Telia door Elias. 
Leiden 1882: LC 1882, 1057—60. 

271 H. KOTTEK, Das sechste Buch des Bellum Judaicum nach der 
Peschitta-Hs. Berlin 1886: LC 1886, 881—4. 

272 M. A. KuGENER, Vie de Severe par Zacharie le Scholastique. 
Paris 1903: LC 1904, 7 — 10. 

273 Vie de Severe par Jean de Beit Aphthonia. Paris 1905: 

LC 1905, 885 f. 

274 Th.J.Lamy, Concilium Seleuciae et Ctesiphonti habitum anno 410. 
Textum syriacum ed. Löwen 1868: LC 1869, 377 f. 

275 S. Ephraem Syri hymni et sermones I — IL Mecheln 

1882/6: GGA 1882, 1505—14. 1887, 81—7. — III— IV. 1889/1902: 
WZKM 4, 245—51. 17, 196 — 203. 

276 J. P. N. Land, Anecdota Syriaca. II— IV. Leiden 1 868/70: 
LC 1868, 937 — 41. 1871, 1—4. 1876, 143—8. 

277 M. L1DZBARSKI, Die neu-aramäischen Handschriften der König- 
lichen Bibliothek zu Berlin. Weimar 1896: ZDMG 50, 302 — 10. 

278 M. LOEHR, Gregorii Abulfaragii Bar Ebhraya in Epistulas Pau- 
linas adnotationes. Göttingen 1889: LC 1889, 873 f. 

279 A. J. Maclean, Grammar of the dialects of vernacular Syriac 
as spoken by the Eastern Syrians etc. Cambridge 1895: ZDMG 50, 
312—6. 

280 F*. Macler, Histoire de Saint Azazail. Paris 1902: Byz. Z. 12, 
608—10. 

281 A. Mandl, Die Peschittha zu Hiob. Budapest 1892: LC 1893, 
34—6. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXXIII 



282 K. Marti, Kurzgefaßte Grammatik der biblisch- aramäischen 
Sprache. Berlin 1896: LC 1896, 702 — 4. 

283 P. Martin, Jacobi Episcopi Edesseni epistola ad Georgium Epi- 
scopum Sarugensem de orthographia syriaca. Paris 1869: LC 1869, 
827-9. 

284 — — Tradition Karkaphienne ou la Massore chez les Syriens: 
GGA 1870, 131 1 — 9. 

285 Oeuvres grammaticales d'Abou Ifaradj dit Bar-Hebraeus. 

I— IL Paris 1872: ZDMG 26, 828—35. 

286 — — Chronique de Josuö le Stylite ^crite vers Tan 515. Leip- 
zig 1876: ZDMG 30, 351—8. 

287 De la m^trique chez les Syriens. Leipzig 1879: ZDMG 

34, 569—78. 

288 L'Hexam^ron de Jacques d'^desse. Paris 1888: LC 

1888, 1743— s. 

289 A. Merx, Neusyrisches Lesebuch. Tübingen 1873; GGA 1873, 
1961—75. 

289» Historia artis grammaticae apud Syros. Leipzig 1889: 

LC 1890, 12 15 — 20. 

290 G. MöSINGER, Monumenta syriaca ex romanis codicibus coUecta. 
I-IL Innsbruck 1869—78: LC 1869, 703—5. 1878, 953—5. 

291 F. Nau, La Version syriaque in^dite des maftyres de S. Pierre, 
S. Paul et S. Luc. Paris 1898: LC 1898, 190 f. 

292 E. Nestle, A tract of Plutarch. The Syriac Version. London 
1894: ZDMG 49 (1895), 324—6. 

293 H. Petermann, Thesaurus sive Liber Magnus vulgo „Liber 
Adami" appellatus. I— IL Berlin 1867: GGA 1869, 481—501. 

294 G. Phillips, The doctrine of Addai, the Apostle, in the 
original Syriac. London 1876: LC 1876, 937—9. 

295 H. POGNON, Inscriptions mandaites des coupes de Khouabir. 
Paris 1898/9: WZKM 12, 141— 7. 353- 61. 

296 Une Version syriaque des aphorismes d'Hippocrate. I. 

Leipzig 1903: LC 1903, 781—3. 

297 J. Prager, De Veteris Testamenti versione syriaca. I. Göttingen 
1875: LC 1875, 1505—9- 

298 E. Prym und A. SociN, Der neu-aramäische Dialekt des Tür 
*Abdin. Göttingen 1881: ZDMG 35, 218—35. 



XXXIV Ernst Kuhn 



299 R. Raabe, Petrus der Iberer. Syrische Übersetzung einer grie- 
chischen Biographie. Leipzig 1895: LC 1895, 484 — 6. 

3CX) A. Rahlfs, Gregorius Abulfarag genannt Bar Ebhroyo. An- 
merkungen zu den Salomonischen Schriften. Göttingen 1887: LC 
1887, 850 f. 

301 Ignatius Ephraem II Rahmani, Studia syriaca seu collectio 
documentorum hactenus ineditorum. Scharfa 1904: ZDMG 58, 494 — 6. 

302 E. RoEDiGER, Chrestomathia syriaca. Tertium edidit J. ROE- 
DIGER. Halle 1892: LC 1893, 79f. 

303 E. Sachau, Theodori Mopsuesteni fragmenta syriaca. Leipzig 
1869: LC 1869, 1048 f. 

304 Inedita syriaca. Halle 1870: ZDMG 25, 282 — 7. 

305 Ueber die Lage von Tigranokerta. Berlin 1880: LC 1881, 

689—91. 

306 Kurzes Verzeichniss der Sachau*schen Sammlung syrischer 

Hss. Berlin 1885: LC 1885, 752 f. 

307 Skizze des Fellichi-Dialekts von Mosul. Berlin 1895: 

ZDMG 50, 310—2 (vgl. 316). 

308 C. J. F. Sasse, Prolegomena in Aphraates Sapientis Persae ser- 
mones homileticos. Leipzig 1878: LC 1879, 401 f. 

309 J. M. Schönfelder, Onkelos und Peschittho. München 1869: 
LC 1869, 1293 f. 

310 F. ScHüLTHESS, Homonyme Wurzeln im Syrischen. Berlin 
19CX): ZDMG 54, 152—64. 

311 R. SCHVVARTZ, Gregorii Bar Ebhraya in Evangelium Johannis 
commentarius. Göttingen 1878: LC 1878, 1015. 

312 Königliche Museen zu Berlin. Mitteilungen aus den orientalischen 
Sammlungen. Heft XII. Ausgrabungen in Sendschirli IL Berlin 1898: 
ZDMG 52, 321 f. 

313 M. N. SiOUFFi, Etudes sur la religion des Soubbas ou Saböens. 
Paris 1880: LC 1880, 513—5. 

314 A. SOCIN, Die neu-aramäischen Dialekte von Urmia bis Mosul. 
Tübingen 1882: ZDMG 36, 669—82. 

315 J. Spanuth, Zacharias Rhetor. Das Leben des Severus von 
Antiochien. Kiel 1893: LC 1895, 5 24 f. 

316 G. Sprenger, Darlegung der Grundsätze, nach denen die 
syrische Übertragung der griechischen Geoponika gearbeitet worden 
ist. Göttingen 1889: LC 1889, 141 6 f. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXXV 

317 W. H. Waddington, Inscriptions grecques et latines de la 
Syrie. Paris 1870: GGA 1872, 940 — 8. 

318 L. Weingarten, Die syrische Massora nach Bar-Hebräus. 
Der Pentateuch. Halle 1887: LC 1889, 297 — 9. 

319 W. Wright, The homilies of Aphraates. I. London 1869: 
GGA 1869, 1521—32. 

320 Catalogue of Syriac Manuscripts in the British Museum. 

Parti — III. London 1870/2: ZDMG 25, 266—72. 513 — 9. 27, 195—201 
(zu p. 196 Anm. i vgl. ebd. 28, 156). 

Vgl. auch A. Geiger ebd. 25, 273—6. 519 — 24. 

321 Fragments of the Syriac grammar of Jacob of Edessa. 

London 1871: GGA 1871, 1736—42. 

322 Apocryphal äcts of the Apostles, edited from Syriac 

manuscripts. Vol. I— IL London 1871: ZDMG 25, 670 — 9. 

323 W. Wright, The chronicle of Joshua the Stylite. Cambridge 
1882: ZDMG 36, 682—90. 

324 J. ZiNGERLE, S. Jacobi Sarugensis sermo de Thamar. Innsbruck 
1871: LC 1871, 988 f. 

325 P. ZiNGERLE, Chrestomathia .syriaca. Rom 1871: LC 1872, 
82—4. 

326 K. V. ZetterstöeN, Beiträge zur Kenntnis der religiösen Dich- 
tung Balai's. Leipzig 1902: LC 1903, 571 — 3. 

327 H. Zotenberg, Catalogues des manuscrits syriaques et sabdens 
(mandaites) de la Bibliotheque nationale. Paris 1874: ZDMG 28, 
494—500. 

V. Arabien. 

Vgl. No. 67. 69. 73. 524. 

328 De origine et compositione Surarum qoranicarum ipsiusque 
Qorani. Commentatio praemio regio omata. Göttingen, Dieterich, 
1856. 2 BL, 102 p. 4. 

Rec. jersdorfs Repcrtorium 1856 III, 160 f. LC 1856, 575 f. R. Gosche, ZDMG 11, 622. 

329 Ueber das Kitab Jamini des Abu Nasr Muhammad Ibn 'Abd 
al Öabbar al 'Utbi. (Sitzb. Ak. Wiss. Wien, Phil.-hist. Cl. 23) Wien, 
Gerold, 1857. 90 p. 

Rec. LC 1858, 26. 

Nöldeke-Festschrirc. C 



XXXVI Ernst Kuhn 



330 Hatte Muhammad christliche Lehrer?: ZDMG 12 (1858), 
699 — 708. 

Bezieht sich z. T. auf W. Sprenger, Mohammad's Zusammenkunft mit dem Einsiedler 
Bahyrä: ebd. p. 238 — 49- 

331 Geschichte des Qorans. Eine von der Pariser Acad^mie des 
Inscriptions gekrönte Preisschrift. Göttingen, Dieterich, 1860. XXXII, 
359 P- 

Rec. H, Ewalde GGA 1860, 1441—57. Stemschneidei's Hebräische Bibliographie 
4, 67 — 9. G, Weil, Heidelberger Jahrbücher 55, l — 16. R, Gosche^ Wissenschaftlicher 
Jahresbericht u. s. w. 1859 bis 1861 p. 255. 

332 Die Schlange nach arabischem Volksglauben: Zeitschrift für 
Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft i (1860), 412 — 6. 

333 Ueber das Buch Kitab al-ifsäh f i sarh al-abjat al-muskalah vom 
Imäm Ibn Asad Alkatib (I410) cod. Lugd. 388 (Dozy DXXIV): 
ZDMG 16 (1862), 742—49. 

Dazu Fleischer \ ebd. i8, 334 f. 6l8f. 19, 310—4. 

334 c^.l ^^^ o** Orient und Occident i (1862), 568 f. 

335 Beiträge zur altarabischen Litteratur und Geschichte. 1. Laqit 
b. Ya*mar: Orient und Occident i (1862), 689—718. 

Mit dem betreffenden Text des Kitftb al agänl und den beiden Gedichten Laqit's im 
arabischen Original und deutscher Übersetzung. 

336 Das Leben Muhammed's. Nach den Quellen populär dar- 
gestellt. Hannover, Rümpler, 1863. VIII, 191 p. 

Darüber iXöldeke, GGA 1863, 79 f. 

337 Die Gedichte des 'Urwa ibn Alward herausgegeben, übersetzt 
und erläutert. (Aus den Abhandlungen der Gesellschaft der Wissen- 
schaften Göttingen.) Göttingen, Dieterich, 1863. 93 p. 4. 

Reo. LC 1864, 447 f. 

338 Beiträge zur Kenntniss der Poesie der alten Araber. Hannover, 
Rümpler, 1864. XXXII, 224 p. 

Darüber Islöldckc^ GGA 1863, 1917— 20. Rec. LC 1864, 447. Zu j). XX f. (über 
den Namen Mudahhabät für die Mu'allaqät) vgl. ZDMG 18, 632 (Stelle aus Cod. 
Golh. 547). 

339 Ueber den Diwan des Abu Talib und den des Abu '1 asvvad 
Adduali: ZDMG 18 (1864), 220—40. 

Dazu Hitzig und Fleischer: ebd. p. 834. 

340 Vorstellungen der Araber vom Schicksal: Zeitschrift für Völker- 
psychologie und Sprachwissenschaft 3 (1865), p. 130 — 4. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXXVn 



341 Zur Ethnographie Arabiens: ZDMG 23 (1869), 296—8. 

Zu 0. ßlau. Die Wanderang der sabäischen Völkerstämme im 2. Jahrhundert n. Chr. 
Nach arabischen Sagen und Ptolemaeus : ZDMG 22, 654 — 73. Dazu 0. Biatt, Zur Ver- 
ständigung mit Prof* Nöldeke: ebd. 24, 227 — 9. 

342 Der arabische Name von Petra: ZDMG 25 (1871), 259f. 

343 Noch Einiges über die „nabatäische Landwirtschaft": ZDMG 
29 (187s), 445-55. 

344 Die projectirte Ausgabe des Tabari: Allg. Ztg. 1878, 1439 f. 

345 Annales quos scripsit Abu Djafar Mohammed Ibn Djarir At- 
Tabari cum aliis edidit M. J. DE GoEjE. Leiden, Brill, 1879 — 1901. 

Darin Ser. i, Vol. 2 Recensuerunt y. Barth et Th, Nöldeke, 188 1/2. XIII p. und 
p. 529 — 1072. Recensionen Ndldeke's von emzelnen Bänden: LC 1879, 680 f. 1880, 
1121 f. 

346 Zwei goldene Kameele als Votivgeschenke bei Arabern: ZDMG 
38 (1884), 143-4. 654. 

Zu y. H. Mordtmann und D, //. Müller, Sabäische Denkmäler p. lo. 

347 Die arabischen Handschriften Spitta's: ZDMG 40 (1886), 305 — 14. 

348 Die Ghassänischen Fürsten aus dem Hause Gafna's. (Aus den 
Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften Berlin 1887.) Berlin 
1887. 62 p. 4. 

Rec. y. J/alhy, Rev. er. 1887 No. 32. 

349 Mittheilung an C. BezolD: ZA 2 (1887), 447. 
Über ^^ und ^y^. 

350 As-Sabti, der Sohn des Harun ar-RaSid: ZDMG 43 (1889), 327 f. 

Dazu M» Sihreiner: ebd. 45, 30 1 f. 

35 1 Delectus carminum arabicorum. Carmina selegit et edidit Th. Noel- 
DEKE, glossarium confecit A. MUELLER. (Porta linguarum orientalium. 
P. 13.) Berlin, Reuther und Reichard, 1890. XV, 240 p. 

Rec. J. Wellhaustii, DL 1S91, 53f. A. Soaft, LC 1891, 2iof. M. y. de Goeje, ZDMG 44, 
706—10. Barbier de Meynard^ Rev. er. 1891 No. iS, 341—4. Th. Litbl. 1891, 253 f. 
Meinhold Ev. Kztg. 1S91, 799. G. Hober;^, Lit. Rdsch. kath. D. 1S92, 3. 

352 Der Paradiesesfluß Gihon in Arabien?: ZDMG 44 (1890), 699f. 

Der in einem .Verse des 'AdT b. ar Riqa' genannte Fluß Gaihän ist nicht mit Glaser^ 
Skizze der Geschichte und Geographie Arabiens 2, 355 in Arabien zu suchen, sondern 
ist der cilicische Pyramus, auf den der biblische Name willkürlich übertragen ist. — 
Vgl. ZDMG 45 (1891), 160, wo Nöldeke nachträgt, daß Glaser schon selbst im Ausland 
1890, 991 Anm. den Fluß nach Kleinasien zu verlegen geneigt ist. 

353 Einige Bemerkungen zu Rudolf Geyer's Aufsatz: „Aus Al- 
Buhturi's IJamasah'*: ZDMG 47 (1893), 715—7. 

Der Aufsatz Geyer"%\ ebd. 418—39. Vgl. ferner S, Fraenkel: ebd. 48, 164 f. 



XXXVIII Ernst Kuhn 

354 Tainvo^ ti^: Philologus 52 (1893), 736. 

Nachtrag zu ebd. 51, 739 f. — Name der Bedainen resp. aller Araber bei Libanius. 

355 Monumenta Germaniae historica. Auctorum antiquissimorum 
tomus XI: Chronicorum minorum saec. IV. V. VI. VII volumen II. 

Berlin 1894. 

P. 323-— 68: Continuatio [Isidori] byzantia arabica (a. 741). Continuatio hispana (a. 754). 
Mit einem Epimetrum von Ndldekei S. 368 f. Dazu //. Bitk\ Byz. Z. 14, 532—4. 

356 Süfi: ZDMG 48 (1894), 45—8. 

Verteidigt die herkömmliche Ableitung von füf Wolle gegen A, Mcrx'% Herleitnng 
von a<xpö( (Ideen und Grundlinien einer allgemeinen Geschichte der Mystik. Heidelberg 
1893, 37 f. 75 f.) 

357 Einige Bemerkungen über das Werk öamharat asar al 'Arab: 
ZDMG 49 (1895), 290—3. 

Nach der Büläqer Ausgabe von 1311«=! 893. 

358 Ueber einen arabischen Dialekt: WZKM 9 (1895), 1—25. 
177—9. 

Nach C, Reinhardt, Ein arabischer Dialekt gesprochen in *Oman imd Zanzibar. Berlin 
1894. 

359 Shanfara's Lamiyyat Ul *Arab. Translated from the text of 
Sylvestre de Sacy, with emendations of Professor NöLDEKE and others. 
London, Nutt, 1896. 16 p. 4. 

360 Zur Grammatik des classischen Arabisch. (Aus den Denk- 
schriften der Akademie der Wissenschaften Wien. Bd. 45). 1897. 
114 p. 4. 

Rec. K. Völlers, ZA 12, 125 — 39. D, B. Macdonald^ Am. J. of Sem. lang, and liL 13, 

361 Einige Bemerkungen über die Sprache der alten Araber: ZA 
12 (1897), 171-87. 

362 Zur tendenziösen Gestaltung der Urgeschichte des Isläm's: 
ZDMG 52 (1898), 16—33. 

363 Bemerkungen zu al Kisai's Schrift über die Sprachfehler des 
Volkes: ZA 13 (1898), III— 5. 

Zu C. Brockelmann s Publication dieser Schrift: ebd. p. 29 — 46. Vgl. .S*. Fracnkeh 
ebd. p. 304 — 7 und Z. Che'ikho: Al-Machriq i, 859 f. 

364 „Gottesfurcht" bei den alten Arabern: Arch. f. Religionswiss. i 
(1898), 361-3. 

365 Fünf Mo allaqät, übersetzt und erklärt. I. Die Mo allaqät des 
'Amr und des Härith. Nebst einigen Vorbemerkungen über die histo- 
rische Wichtigkeit der altarabischen Poesie. IL Die Mo'allaqät 'An- 
tara s und Labid's. III. Die Mo'allaqa Zuhair^s, nebst Verbesserungen 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XXXIX 



und Nachträgen (Aus den Sitzungsberichten der Akademie der Wissen- 
schaften Wien. Bd. 140. 142. 144). Wien, Gerold, 1 899/1 901. 84. 
94. 43 P. 

Vgl. auch Anz. Ak. Wiss. W. Phih-hist. Kl. 36, I. 37, if. 38, 3. Rcc. J, I/aievy, 
Rev. s^m. 8, 383. 10, 89. 

366 Zur Geschichte der Omaijaden: ZDMG 55 (1901), 683 — 91. 

367 Idris: ZA 17 (1902), 83 f. 

368 Zum ältesten Strafrecht der Kulturvölker. Fragen zur Rechts- 
vergleichung, gestellt von THEODOR MoMMSEN, beantwortet von 
H. Brunner . . . Leipzig, Duncker & Humblot, 1905. 

P. 87 — 9 : Arabisch. Von Nöldeke. — Betrifft die „Periode, welche der Entstehung des 
Islams unmittelbar voraufging." 

Recensionen, 
Vgl. No. 51. 56. 58. 59. 

369 L. Abel, Abu Mihgan poetae arabici carmina. Leiden 1887: 
WZKM 2, 79—82. 

370 Abu 'l 'Atähija, Annudschüm azzähija. Beirut 1886: LC 
1888, 20—3. 

371 W. AhlwaRDT, Diwan des Abu Nowas. I. Greifswald 1861 : 
Orient und Occident i, 365 — 71. 

372 Verzeichniss arabischer Handschriften der Kgl. Bibliothek 

zu Berlin. Greifswald 1871: LC 1871, 1266—8. 

373 Anonyme Arabische Chronik. Greifswald 1883: GGA 

1883, 1096— 1 109. 

374 Elagma'ijjät nebst einigen Sprachqagiden. Berlin 1902: 

ZDMG 57, 203—13. 

375 Syed AllMED Khan Bahador, Mohammedan critical theology. 
London [1870?]: Academy i, 312 — 4. • 

y]6 Syed Ameer Alt, A critical examination of the life and 
teachings of Mohammed. London 1873: Academy 4, 207 — 9. 

377 C. Barbier de Meynard et Pavet de Courteille, Magoudi. 
Les prairies d'or. I— II. Paris [186 1/3: GGA 1862, 808—14. 1864, 
I3S5-9- 

378 J. Barth, Ta lab's Kitäb al-Fasih. Leipzig 1876: LC 1876, 13—5. 

379 — — Diwan des 'Umeir Ibn Schujeim al Qutami. Leiden 
1902: W^ZKM 16, 275—85 (vgl. 423). 

380 W. W. Graf Baudissin, Translationis antiquae arabicae libri 
Jobi quae supersunt Leipzig 1870: LC 1870, 1 153—5. 



XL Ernst Kuhn 



381 C. H. Becker, Ibn Öauzls Manäqib 'Omar Ibn 'Abd el 'Aziz. 
Berlin 1900: LC 1900, 47 — 9. 

382 A. BEL, La Djazya, chanson arabe. Paris 1904: LC 1904, 
269 f. 

383 F. Bethge, Rahman et Ahmad. Bonn 1872: LC 1872, 671—3. 

384 M. Bittner, Das erste Gedicht aus dem Diwan des arabischen 
Dichters al-'Aggäg. Wien 1896: ZDMG 50, 523—8. 

385 H. Brockhaus, Die Transscription des Arabischen Alphabets. 
Leipzig 1863: GGA 1863, 812— 2 l 

386 R. Brünnow, The twenty-first volume of the Kitab Al-Aghani. 
Leiden 1888: LC 1888, 589 f. 

387 H. Derenbourg, Le Diwan de Nabiga Dhobyani. Paris 1869: 
GGA 1869, 995— 1000. 

388 Ousama Ibn Mounkidh, Autobiographie. IL Paris 1886: 

WZKM I, 237—44. 

389 F. DiETERiCI, Mutanabbii carmina cum commentario Wahidii. 
Berlin 1861: GGA 1861, 1077—80. 

393 Thier und Mensch vor dem König der Genien. Leipzig 

1879: LC 1879, I259f. 

391 E. DoUTTE, Un texte arabe en dialecte oranais. Paris 1904: 
LC 1904, 269. 

392 R. DozY, Essai sur Thistoire de l'Islamisme. Leiden 1879: 
LC 1879, 406 f. 

393 R. Dvorak, Ueber die Fremdwörter im Koran. Wien 1885: 
LC 1885, 1452—4. 

394 E. Fagnan, Manuscrits de la Bibliotheque-Musce d'Alger. 
Paris 1893: LC 1894, 822 f. 

395 G. Flügel, Die grammatischen Schulen der Araber. I. Leipzig 
1862: GGA 1862, 2034—40. 

396 Kitab al-Fihrist. I— IL Leipzig 1871 — 2: Academy 3, 

17—9. 457- 

397 L. Gauthier, Ad-dourra al-fäkhira la perle prccieuse de Ghazäli. 
Genf 1878: LC 1878, 56 f. 

398 R. Geyer, Das Kitab al-wuhus von Al-'Asma'i. Wien 1887: 
WZKM 2, 253—8. 

399 M. J. DE GOEJE, Spccimen e literis orientalibus, exhibens de- 
scriptionem al-Magribi, sumtam e libro rcgionum al-Jaqubii. Leiden 
1860: GGA 1861, 1241— 6. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XLI 



400 M. J. DE GOEJE, Memoire^ sur les Carmathes du Bahrain. 
Leiden 1862: GGA 1862, 924 — 9. 

401 Liber expugnationis regionum, auctore Imämo Ahmed 

ihn Jahja ihn Djabir al-Belädsorf. I— IL Leiden 1863/5: GGA 1863, 
1341— 9. 1867, 121—30. 

402 Historia khalifatus Omar! II Jazfdi II et Hischämi. Leiden 

1865; GGA 1865, 1747—53. 

403 Bibliotheca Geographorum Arabicorum. I — IL Leiden 

1870/3: Academy 2, 460—2. 4, 138 f. IIL Leiden 1877: LC 1877, 
923—6. — VL Leiden 1889: WZKM 3, 351—7. 

404 Diwan poetae Abu-1-Walfd Moslim ibno-'l-Wah'd al-An- 

gäri. Leiden 1875: GGA 1875, 705 — 15. 

405 L. GöSCHL, Kurze Grammatik der arabischen Sprache. Wien 
r864: LC 1865, ii49f. 

406 I. GOLDZTHER, Le culte des saints chez les Musulmans. Paris 
1880: LC 1881, 817—9. 

407 Muhammedanische Studien. I— IL Halle 1 889/90 : WZKM 

3» 95—103. 5» 43—9. 

408 — — Der Diwan des Garwal b. Aus al-IJutej a. Leipzig 
1892: LC 1893, 1544^6. 

409 Abhandlungen zur arabischen Philologie. I — IL Leiden 

1896/9: WZKM IG, 338—46. 13, 279—87. 

410 H. Grimme, Mohammed. L Münster 1892: LC 1892, 905—8. 

411 M. GrüNERT, Die Iniäla der Umlaut im Arabischen. Wien 
1875: LC 1876, I369f. 

412 Die Begrififsverstärkung durch Etymon im Altarabischen. 

Wien 1892: LC 1892, 409 f. 

413 L GüIDi, II Kitäb al-istidräk di Abu Bakr az-Zubaidi. Rom 
1890: LC 1891, 380—2. 

414 S. Guyard, Un grand maitre des Assassins au temps de Saladin. 
Paris 1877: LC 1878, 242 f. 

415 A. Haffner, Texte zur arabischen Lexikographie. Leipzig 
1905: ZA 19 (1905/6), 151 — 62. 

416 J. HOROVITZ, Die HäSimijjät des Kumait. Leiden 1904: ZDMG 
58, 888—903. 

Dazu vgl. A, Fischer \ ebd. p. 877—87 und J, Horcnniz'. ebd. 5g, 375. 

417 M. Th. Houtsma, De strijd over het dogma in den Islam. 
Leiden 1875: LC 1875, 1106— 8. 



XLII Ernst Kuhn 



418 M. Th. Houtsma, Kitäbo-*l-adhdäd auctore Abu Bekr ibno- 
l-Anbäri. Leiden 1881: LC 1881, 1544—6- 

419 Ibn VVadih qui dicitur alja'qubi historiae. Leiden 1883: 

ZDMG 38, 153—60. 

420 G.Jacob, Das Leben der vorislämischen Beduinen. Berlin 1895: 
ZDMG 49, 710—21. 

421 P. DE JONG, Catalogus codicum orientalium Bibliothecae Aca- 
demiae Regiae Scientiarum. Leiden 1862: GGA 1862, 11 18— 20. 

422 Homonyma inter nomina relativa, auctore . . . Ibno *1- 

Kaisaräni. Leiden 1865: GGA 1865, 1658—63. 

423 A. W. Th. Juynboll, Specimen e litteris orientalibus, exhibens 
Kitäbo '1-boldän, sive librum regionum, auctore Ahmed Ibn Abi Jaqüb. 
Leiden 1861: GGA 1861, 1241— 6. 

424 H. Kellgren, Ibn Malik's Lamiyat al afäl mit Badraddin's 
Commentar. St.-Petersburg 1864: GGA 1866, 545—50. 

425 J. KOSUT, Fünf Streitfragen der Basrenser und Küfenser. Wien» 
1877: LC 1878, 127 1—3. 

426 L. Krehl, Le recueil des traditions mahom^tanes par Abou 
Abdallah Mohammed Ibn Ismail el-Bokhari. I— III. Leiden 1862/8: 
GGA 1862, 1031— 6. 1865, 1047—51. 1869, 917—9. 

427 A. VON Kremer, Die himjarische Kasideh. Leipzig 1865 und: 
Ueber die südarabische Sage. Leipzig 1866: GGA 1866, 770 — 83. 

Dagegen von Krämer in der Schrift: Altarabische Gedichte über die Volkssage von 
Jemen als Textbeilage zur Abhandlung „über die südarabische Sage". Leipzig 1 867, 
wozu wieder die Recension Nöldeke's'. GGA 1867 I, 447 — 65 und seine Bemerkung ZDMG 
21, 287 zu vergleichen ist. 

428 P. DE LagaRDE, Psalterium Job Proverbia arabice. Göttingen 1876,- 
und Psalmi i — 49 arabice. Göttingen 1875: LC 1879, 33 — 5. 

429 C. Landberg, Catalogue de manuscrits arabes appartenant ä la 
maison E. J. Brill. Leiden 1883: LC 1884, 2 16 f. 

430 — — La langue arabe et ses dialectes. Leiden 1905: ZDMG 
59, 412—9. 

431 O. LOTH, Das Classenbuch des Ibn Sa*d. Leipzig 1869: 
LC 1869, 853 f. 

432 \Af. Mac Guckin de Slane, Catalogue des manuscrits arabes de 
la Bibliotheque Nationale. I. Paris 1883: LC 1884, 21 5 f. 

433 H. Frhr. VON Maltzan, Adolph von Wrede's Reise in Hadra- 
mant u. s. w. Braunschvveig 1870: GGA 1870, 1820—9. 

434 W. Marcais, Le dialecte arabe parle ä Tlemcen. Paris 1902: 
LC 1904, 267-9. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XLIII 

435 A. Müller, Imruulkaisi Muallaka. Halle 1869: LC 1869^ 
327-9. 

436 D. H. Müller, Al-Hamdäni's Geographie der arabischen Halb- 
insel. Leiden 1884: LC 1884, 1424 — 6. 

437 J. 0STRUP, Contes de Damas, recueillis et traduits. Leiden 1897: 
ZDMG sr, 171— 6. 

438 F. E. Peiser, Der Gesandtschaftsbericht des yasan ben Ahmed 
El-Haimi. Berlin 1894: GGA 1894, 568 — 72. 

439 W. Pertsch, Die arabischen Handschriften der Herzoglichen 
Bibliothek zu Gotha. I— IV. Gotha 1878/83: LC 1878, 226. 1879, 
1705 f. 1881, 258 f. 1882, Ii52f. 1884, 214 f. 

440 E. Prym, De enuntiationibus relativis Semiticis. Bonn 1868: 
GGA 1868, 1132—42. 

441 Th. M. Redslob, Die arabischen Wörter mit entgegengesetzten 
Bedeutungen. Göttingen 1873: LC 1873, I04if. 

442 E. Renan, Der Islam und die Wissenschaft. Basel 1883: 
Deutsche Rundschau 39 (1884), 3i6f 

443 N. Rhodokanakis, Der Diwan des 'Ubaid-Allah Ibn Kais ar- 
Rukajjät. Wien 1902: WZKM 17, 78—92. 

444 J. M. Rodwell, The Koran: translated from the Arabic. London 
& Edinburgh 1861: GGA 1862, 1047 f. 

445 J. ROEDlGER, De nominibus verborum arabicis. Halle 1870: 
LC 1870, 405. 

446 Le Baron V. RoSEN, Les manuscrits arabes de l'Institut des 
langues orientales. St. Petersburg 1877: LC 1878, 704 f. 

447 J. W. Rothstein, De chronographo Arabe anonymo. Bonn 1877: 
LC 1877, 858—60. 

448 E. Sachau, Öawäliki's Almuarrab. Leipzig 1867: GGA 1868, 
41—8. 

449 Sa'id al ChurI AS Sartüni, Das Buch der lexicalischen 
Seltenheiten von Abu Zaid Sa*id b. Aus al Ansäri (arabisch): Beirut 
1894: ZDMG 49, 318—24. 

450 A. Salhani, Contes arabes. Beirut 1890: LC 1891, 141 f. 
451 Diwan al-Ahtal. Texte arabe. Beirut 1891/2: WZKM 

5, 160-5. 6, 344—50- 

452 A. F. VON SCHACK, Poesie und Kunst der Araber in Spanien 
und Sicilien. 2 Bde. Berlin 1865: GGA 1866, 1041—53. 



XLIV Ernst Kuhn 



453 C ScHiAPARELLT, L'Arte poetica di 'Abu l-'Abbas 'Ahmad b. 
Yahyä Ta'lab. Leiden 1890: ZDMG 44, 71 1—4. 

454 P. Schwarz, Der Diwan des 'Umar Ibn Abi Rebi'a. I. Leipzig 
1901: WZKM 15, 290—8. 

455 — — Gedichte des Ma'n Ibn- Aus. Leipzig 1903: ZA 17, 
274—80. 

456 L. A. Sedillot, Histoire g6n6rale des Arabes. 2« Edition. I — IL 
Paris 1877: LC 1877, 1172. 

457 M. Seligsohn, Diwan de Tarafa ibn al-'Abd al-Bakri. Paris 
1901 : ZDMG 56, 160—74. 

458 R. B. Smith, Mohammed and Mohammedanism. London 1876: 
LC 1876, 1353— S- 

459 VV. R. Smith, Kinship and marriage in early Arabia. Cam- 
bridge 1885: ZDMG 40, 148—87. 

460 C. Snouck Hürgronje, Mekka. I— II. *s-Gravenhage 1888/9: 
Trübner's Record. 3"* Series i, 56 — 8. 

Vgl. dazu über desselben Verfassers Bilder aus Mekka. Leiden 1889: ebd. p. 186. 

461 W. Spitta, Grammatik des arabischen Vulgärdialectes von 
Aegypten. Leipzig 1880: GGA 1881, 303—17. 

462 A. Sprenger, Das Leben und die Lehre des Mohammad. 
I~III. Berlin 1861/5: GGA 1862, 750—5. 1865, 721—36. 

463 H. Stumme, Tunisische Märchen und Gedichte. Leipzig 1893: 
WZKM 8, 250—71. 

464 Maltesische Studien (u. Maltesische Märchen, Gedichte 

und Rätsel). Leipzig 1904: ZDMG 58, 903 — 20. 

465 H. Thorrecke, Al-Hariri's Durrat-al-gawwäs. Leipzig 187 1: 
GGA i87r, 19 10— 9. 

466 Die Mufaddalijat. I. Leipzig 1885: LC 1885, 749—51. 

467 C. J. Tornberg, Ibn-el-Athiri Chronicon quod perfectissimum 
inscribitur. VIII— IX. Leiden 1862/3; GGA 1863, 714—20. 1234—8. 
X. 1864: ebd. 1865, 68—73. VII. 1865: ebd. 1865, 2012—7. L 1867: 
ebd. 1867, 1173—90. 

468 E. Trumpf, Einleitung in das Studium der arab. Grammatiker. 
München 1876: LC 1876, ioi9f. 

469 Beiträge zur arabischen Syntax. München 1877: ZDMG 

31, 769—72. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XLV 



470 L. UllmanN, Der Koran. Aus dem Arabischen wortgetreu neu 
übersetzt. S.Auflage. Bielefeld 1865: LC 1865, 473. 

471 G. VAN Vloten, Abou Othmän Amr ibn Bahr al-Djahiz de 
Basra. Le livre des avares. Leiden 1900: LC 1900, 1985 — 8. 

472 Tria opuscula auctore Abu Othman ibn Bahr al-Djahiz 

Basrensi. Leiden 1903: WZKM 17, 380 — 6. 

473 K. Völlers, Lehrbuch der ägypto-arabischen Umgangssprache. 
Kairo 1890: Trübner's Record. 3'** Series 2, ^T, 

474 — — Die* Gedichte des Mutalammis. Leipzig 1903: ZA 17, 
403—11. 

475 G. Vos, Die Kämpfe und Streitigkeiten zwischen den Banü 
Umajja und den Banü HäSim. Leiden 1888: LC 1888, I7i3f 

476 J. Wellhausen, Muhammed und Medina. Berlin 1882: LC 
1882, 1485—8. 

477 Skizzen und Vorarbeiten. III. Reste arabischen Heiden- 

thumes. Berlin 1887: ZDMG 41, 707 — 26. 

478 Skizzen und Vorarbeiten. IV. Medina vor dem Islam . . . 

Berlin 1889: LC 1889, 1763—5. 

479 J. G. Wetzstein, Ausgewählte griechische und lateinische In- 
schriften, gesammelt auf Reisen in den Trachonen und im Haurän- 
gebirge. Berlin 1864: GGA 1864, 851 — 64. 

480 Sprachliches aus den Zeltlagern der syrischen Wüste. 

Leipzig 1868: LC 1868, 1084—6. 

481 M. WOLFF, Muhammedanische Eschatologie. Leipzig 1872: 
LC 1872, 727 f. 

482 W. Wrtght, Opuscula arabica, coUected and edited. Leiden 
1859: GGA i86o, 691—701. 

483 The Kämil of el-Mubarrad. I— IL Leipzig 1864/6: 

GGA 1864, 1144—50. 1867, 361— 5. — I— VI. 1864/70: Academy i, 
298 f. 

484 An Arabic reading-book. I. London 1870: LC 1871, 229. 

485 F. Wüstenfeld, Jacut's geographisches Wörterbuch. I — IV. 
Leipzig 1866/9: Academy 2, 5 24 f. 

486 Das geographische Wörterbuch des Abu 'Obeid 'Abdallah 

ben*Abd el-*Aziz el-Bekri. I— II. Göttingen 1876/7: LC 1876, 1528-30. 
1877, ^T^'l^' 

487 Die Geschichtsschreiber der Araber. Göttingen 1882: 

LC 1883, 9 f. 



XLVI Ernst Kuhn 



488 H. Zotenberg, Chronique de Abou-Djafar-Mohammed-ben- 
Djarir-bcn-Vezid Tabari, traduite sur la Version persane. L Paris 1867: 
GGA 1868, 621—7. 

489 Histoire d Ala al-dln. Paris iS;?S: WZKM a, 168—73. 

\ I. Aethiopien. 

VgL No. 72. 

490 Zar: ZDMG 44 (1S90), 701. 

Bezeichnung von Dämonen in Abessinien und Nrekti. Zu de cT'yV eh*L p. 4^0, resp. 
IM SfUHi'k IIur^K^njd's Mekka 2, 124. 

491 Tii^re-Texte: WZKM 4 (1890), 2S9 — 300. 

Z'Aci von den schwe-iischen Missionaren gedmckie Schriften (Ev. Marci -cnd Lesetil-cl, 
s. OB 4, 16 3^ f.). 

492 Ein neuer Tigre-Text: ZA 16 (1902), 65 — 78. 

Mitgeteilt von C. Conti R.^sunii Gi. Soc. as. it. 14, 41 — 99. 

493 Zwei abessinische Deisten: Deutsche Rundschau 123 (1905), 
457—9- 

Nach PI.iIo-or.hi AI>essini. Ed. E. U/:"uiT:n. Paris 1904. 

RtCtfisionen. 

494 R. Basset, Etudes sur Thistoire d'Ethiopie. Paris 1SS2: GGA 
i«S3, 449—68. 

495 C. Bezold, Kebra Nagast München 1905: WZKM 19 (1905), 
397—411. 

496 C Conti Rossini, II „Gadia Takia Häymänot" secondo la reda- 
zione Waldebbana. Rom 1896: LC 1896, 1608 f. 

497 Acta Väred et Pantalcwon. Paris 1904: LC 1904, 

625-7. 

498 Acta Marqorewos. Paris 1904: LZ 1905, 22 — 4. 

499 W. E. CONZELMANN, Chronique de Galawdcwos (Claudius) roi 
d'Ethiopie. Paris 1895: GGA 1896, 164—8. 

500 A. DiLL.MANN, Ueber die Regierung, insbesondere die Kirchen- 
ordnung des Königs Zara Jacob. Berlin 1884: GGA 1884. 577—81. 

501 L GuiDT, Vita Za-Mikacl Aragawi und 11 Gadia 'Aragawi. 
Rom 1894: GGA 1896, 168 — ji. 

502 D. H. Miller, Epigraphische Denkmäler aus Abessinien. 
Wien 1894: ZDMG 48, Z6j—jg. 

503 F. M. E. Pereira, Historia de Minas 'Ademas Sagad rei de 
Ethiopia. Texto ethiopico. Lissabon 1888: LC 1SS9, 950 f. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. XLVII 



504 F. M. E. Pereira, Chronica de Susenyos, rei de Ethiopia. I. 
Lissabon 1892: GGA 1893, 225—32. 

505 — — Vida do Abba Samuel do mosteiro de Kalamon. 
Lissabon 1894: ZDMG 48, 158—63. 

506 — — Historia dos martyres de Nagran. Versäo ethiopica. 
Lissabon 1899: GGA 1899, 825—30. 

507 J. Perruchon, Histoire des guerres d"Amda Syon, roi d'Ethiopie. 
Paris 1889: LC 1890, io86f. 

508 Vie de Lalibala, roi d'lithiopie. Paris 1892; GGA 1893, 

234-8. 

508* Les chroniques de Zar'a Ya'eqob et de Ba'eda Märyam, 

rois d'Ethiopie. Paris 1893: GGA 1893, 410 — 4. 

509 G. ROHLFS, Meine Mission nach Abessinien. Leipzig 1883: 
Litbi f. Orient. Philol. i, 157—62. 

510 M. Saineano, L'Abyssinie dans la 2« moitie du XVI« siecle 
d* apres des annales ^thiopiennes inödites. Bucarest 1892: GGA 1893, 
232—4. 

511 A.W. Schleicher, Geschichte der Galla. Berlin 1893: GGA 
1896, I72f. 

512 J. Schreiber, Manuel de la langue tigrai. I. IL Wien 1887/93: 
GGA 1886, 1013--9. 1894, 392—6. 

513 L. DE Vrro, Grammatica elementare della lingua tigrigna. 
Rom 1895, und Esercizi di lettura in lingua' tigrigna. Rom 1894: 
GGA 1895, 292—6. 

514 Vocabolario della lingua tigrigna. Rom 1896: GGA 1896, 

15 — 20. 

515 H. Zotenberg, La chronique de Jean eveque de Nikiou. 
Notice et extraits. Paris 1879: GGA 1881, 587—94. 

516 La chronique . . . Texte Äthiopien publik et traduit. Paris 

1883: GGA 1883, 1364—74. 

VII. Iran. 

Vgl. No. 66. 70. 206. 

517 Ueber das neupers[ischej Superlativsuffix: Beiträge zur ver- 
gleichenden Sprachforschung 2 (1861), I35f. 

518 Ueber den vokalischen Nachhall im Neupersischen: Beiträge 
zur vergleichenden Sprachforschung 2 (1861), 494 f. 

519 Griechische Namen Susiana's: Gott. Nachr. 1874, 173 — 97. 

520 Zur Erklärung der Sasanidenmünzen: ZDMG 31 (1877), 147 — 51. 

Dagegen A. D. MorcUmann ebd. 33, 137 — 42, wozu wieder NoicUke*s Entgegnung, Zur 
Pehlewi-Sprache und Münzkunde: ebd. p. 687 — 93 zu vergleichen ist. 



XLVIII Ernst Kuhn 

521 Geschichte des ArtachSir i Päpakän, aus dem Pehlewi übersetzt, 
mit Erläuterungen und einer Einleitung versehen: Beiträge zur Kunde 
der indogermanischen Sprachen 4 (1878), 22 — 69. 

Auch sep. Göltingen, Peppmüller, 1879. 49 p. Rcc. A. von Gutschmidy ZDMG 34, 
585—7. C E., LC 1879, 1621. 

522 Kajanier im Awestä: ZDMG 32 (1878), 570 — 2. 

523 Ueber iranische Ortsnamen auf kert und andre Endungen: 
ZDMG 33 (1879), 143-56. 

524 Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden. 
Aus der arabischen Chronik des Tabari übersetzt und mit ausführ- 
lichen Erläuterungen und Ergänzungen versehen. Leiden, Brill, 1879. 
XXVIII, 503 p. 

Darüber Th, Nöldeke , GGA 1879, 1345-8. Rec. A. von Guischmid, ZDMG 34, 
721—48. Allg. Ztg. 1879, 5259. C, y. Lyall, Ac. 17, 191. Ath. 1880 I, 276. Satur- 
day Rcv. 49, 261. Rcv. bist. x6, 199—201. L. Milde, Rev. des questions bist. 28, 
254—62. 

525 Atropatene: ZDMG 34 (1880), 692-7. 

526 „Der beste der arischen Pfeilschützen" im Awestä und im 
Tabari: ZDMG 35 (1881), 445—7. 

527 F. Stol/E, Persepolis. Die achämenidischen und sasanidischen 
Denkmäler und Inschriften von Persepolis . . . Mit einer Besprechung 
der Inschriften von Th. NöLDEKE. 2 Bde. Berlin, Asher, 1882. 

528 Ueber ein militärisches Fremdwort persischen Ursprungs im 
Sanskrit: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften Berlin 
1883, p. 1109 (vgl. 1107). 

spharaf sphnraka zu np. </<?/-. 

529 Aufsätze zur persischen Geschichte. Leipzig, T. O. Weigel, 
1887. VII, 158 p. 

Enthält: Geschichte des medischen und achämenidischen Reichs. Geschichte des- 
Reichs der Sasaniden. PersepoHs; femer: Ül)er die Namen Persieu und Iran. Pehlevi — 
sämtlich vorher englisch in der Encycloi)acdia Brilannica erschienc;n. 

Rcc. J.IIalcvy, Rev. er. 18S7 Xo. 32 ; v-l. ebd. No. 48. F.Justi, GGA 1888, 3I--7- 
R. Hansen, Neue phil. Rdsch. 18SS, No. lo. A. Bauer, Z. f. Gesch. u. PoHtik 1888, 2, 
152—4. F. Rühl, LC 188S, 277—9. M. Büdinger, WZKM 2, 42—52. ^V- A'. Smi/h, 
Class. Rev. 2, 8of. E. Eicrs, Wschr. f. class. Phil. 1SS8, No. 31. \V. Geifer, DL 18S9, 
91 f. y. V, Prasek, Ath. (Prag) 18S8, I, 22. E. Mcyn; ZDMG 43, 55o— 4- //• Gehrr^ 
Hist. Z. 27, 544—8. 

530 Erklärung: GGA 1887, 446—8. 

Gegen P, de Lagarde, über persische Lexikographie. Vgl. de La^^arde, Erwiderung: 
el»d. 448. 

531 A. VON GUTSCHMID, Geschichte Irans und seiner Nachbar- 
länder von Alexander dem Grofien bis zum Untergang der Arsaciden. 
Mit einem Vorwort von TPL NöLDEKE. Tübingen, Laupp, 1888. 



Versuch einer Übersicht der Schriften ITieodor Nöideke's. XLIX 



532 Zur Etymologie des Stadtnamens Sardes: WZKM 2 (1888), 92 L 

Dazu Frdr. Müller \ ebd. p. 93 f. 

533 Persische Studien. I und IL (Aus den Sitzungsberichten der 
Akademie der Wissenschaften Wien. Bd. 116. 126.) Wien, Tempsky, 
1888/92. 39. 46 p. 

Enthält in I: Persische Koseformen. Tir, Spihr »Himmel*. Zahr »Gift*, in II.*^ 
Untersuchmigen zum persischen Nationalepos. Griechische und aramäische Fremdwörter 
im Persischen. Rec. R. Basset ^ Rev. trad. pop. 7, 10, 641 f. 

534 Bemerkungen zu Geiger*s Uebersetzung des Pehlevvi-Buches 
Jatkäri Zareran: ZDMG 46 (1892), 136—45. 

535 A. Weber, Über BähU, Bählika: Sitzungsberichte der Akademie 
der Wissenschaften Berlin 1892, 985—95. 

P. 986 f. Bemerkungen N'öldeke\ über die Formen des Namens Baktra. 

536 Das iranische Nationalepos: Grundriß der iranischen Philologie. 
Bd. 2, 130— 211 (Straßburg 1896). 

Auch sep. Strasburg, Trübner, 1896. 82 p. Rec. M, J. de Goeje, De Gids 1896^ 
No. II. 

537 Zur persischen Chronologie: ZDMG 50 (1896), 141. 

Bestätigung der von Nöldeke in No. 524 zugnmdegelegten Chronologie durch eine 
Stelle in der Histoire de Mar-Jabalaha (1895), p. 563 f. 

538 Etudes historiques sur la Perse ancienne. Traduction par OS- 
WALD WiRTH. Paris, Leroux, 1896. VII, 249 p. (= Biblioth^que 
d' histoire Orientale publice sous la direction de E. Ledrain. I.) 

Rec. E. Drouin, JA S6r. IX, 7, 180 f. — Vgl. Nöldeke, ZDMG 51, 176 und 342. 

539 Judenpersisch: ZDMG 51 (1897), 669—76. 

Bemerkungen zu W, Bacher ZAW 16, 201 — 47 und ZDMG 51, 392 — 425. 

540 Kardü und Kurden: Festschrift Kiepert (1898), 73—81. 

541 Zum Mittelpersischen: WZKM 16 (1902), i — 12. 

Im Anschluß an C, Saltmann's Mittelj^ersisch : Grundriß der iranischen Philologie» 
Bd. I, I, 249—332 (Straßburg 1901). 

Recensionen. 
Vgl. No. 51. 56. 58. 4^8. 

542 F. Ch. Andreas, The book of Mainyo-i-khard. Kiel 1882: GGA 
1882, 961—80. 

543 E. G. Browne, A year among the Persians. London 1893: 
LC 1894, 274—6. 

544 P. HoRN und G. Steindorff, Sassanidische Siegelsteine. Berlin 
1891: LC 1892, 967 f. 

545 W. Hütecker, Über den falschen Smerdis. Königsberg 1885: 
LC 1886, 471 f. 



Ernst Kuhn 



546 P. Krumbholz, De Asiae minoris satrapis persicis. Leipzig 
1883: GGA 1884, 290 — 300. 

547 P. DE Lagarde, Persische Studien. Göttingen 1884: LC 1884, 
588-91. 

548 J. Marquart, EränSahr nach der Geographie des Ps. Moses 
Chorenacl Berlin 1901: ZDMG 56, 427 — 36. 

549 J. Olshausen, Parthava und Pahlav, Mada und Mah. Berlin 
1877: ZDMG 31, 556—62. 

550 Ch. Rieu, Catalogue of the Persian manuscripts in the British 
Museum. I—III. London 1879/73: GGA 1881, 1078—86. 1883, 
1601— 4. 

551 F. RüCKERT, Grammatik, Poetik und Rhetorik der Perser. Gotha 
1874: GGA 1874, 1486—96. 

552 — — Firdosi's Königsbuch (Schahname). Herausgeg. von 
E. A. Bayer. I— III. Berlin 1890/5: LC 1893, i823f. 1895, 4i7f. 
1896, 9of. 

553 E. S ach AU and H. Ethe, Catalogi Codd. Mss. Bibliothecae 
Bodleianae. XIII, i. The Persian Mss. Oxford 1889: LC 1889, 1648—50. 

554 C. Salemann, Judaeo-persica nach St. - Petersburger Hand- 
schriften. I. St.-Petersburg 1897: ZDMG 51, 548 — 53. 

555 Ch. Schefer, Riza Qouly Khan, relation de Tambassade au 
Kharezm. Traduite et annotee. Paris 1879: LC 1880, 206—9. 

556 Sefer Nameh. Paris 1881: LC 1882, 281—3. 

557 Chrestomathie persane. I— IL Paris 1883/85: LC 1884, 

284—6. 1885, 1614— 6. 

558 — — Siasset Nameh. Traitö de gouvernement par Nizam 
oul-moulk. Paris 1891: ZDMG 46, 761—8. 

559 F. H. Weissbach und W. Bang, Die altpersischen Keilin- 
schriften. Leipzig 1893: LC 1894, 150 — 2. 

560 H. Zotenberg, Histoire des rois des Perses par Aboü Mansoür 
'Abd al-Malik ibn Mohammad ibn Isma'il al-Thaalibi. Paris 1900: 
LC 1900, 1863 — 5. 

VIII. Türken. 

561 Volksthümliche Geschichte Süleimans des Ersten: ZDMG la 
(1858), 220-38. 

Nach der Handschrift der Wiener Hofbibliothek Hist Osm. 49. — Dazu: FUischer^ 
Nachträgliches zu S. 225 [vielmehr 229] und 237: ebd. 333-5. 



Versuch einer Übersicht der Schriften Theodor Nöldeke's. LI 

562 Auszüge aus Ne^rfs Geschichte des osmanischen Hauses: ZDMG 

13 (1859), 176-218. IS (1861) 333—80. 

Nach der Handschrift der Wiener Hofbibliothek Hist Osm. 15. — Dazu FUischer, 
Nachträgliche Berichtigungen: ebd. 811 f. und 0, Blau, Geographische Notizen zu Neschri's 
osman. Geschichte: ebd. 16, 269 f. 

563 [Über osmanisch sis\\ ZDMG 18 (1864), 341. 

Gegen Blaues Vergleichung von sis mit jakutisch sys: ebd. 17, 393 f. Dazu BUm; 
ebd. 18, 828 f. 

Recensionen. 

564 M. Th. Houtsma, Recueil de textes relatifs ä Thistoire des 
Seldjoucides. I — II. Leiden 1886/9: LC 1889, 473 — 6. 




Nöldeke-Festschrift. 



Berichtigungen und Nachträge. 

Hinsichtlich der ^^Berichtigungen'* zu unserer Festschrift war der Herausgeber nicht 
selten in schwierige Lage versetzt. Bei dem ungeivöhnlich raschen Gang der Korrekturen 
mußte er den Herren Verfassern in den weitaus meisten Fallen eine Revision versagen^ 
und nur in vereinzelten Ausnahmen konnten ihm von den Autoren nach dem Reindruck 
eines Artikels twch Verbesserungen mitgeteilt werden. So bin ich denn für fast alle hier 
ge,; ebenen ^^Berichtigungen" allein verantwortlich utui kann nur hoffen^ daß sich dabei nicht 
Verschümmbesserungen eingeschlichen haben; für solche Fälle bitte ich die Herren Verfasser 
von vornherein um freundlich erteilte Indemnität, — Minimale Verse/ien wie umgedrehte s 
(S. 429, Z, 6; S. 741, Z. 15), ^ statt ^ (S. 362, /. 2; S. 365, Z. 21 und S. 373, Z. 21), 
Notenüffer 7 st, 4 (S. 788 pu) und selbst Druckfehler wie Brokelm. st. Brockelm. 
(S- 573» Z. 3) und SafTariden st. Saffäriden (S. 177, Überschrift) sind im nachstehenden 
nicht weiter berücksichtigt. C. B. 



7, Z. 6 /. Ishäk St. Ihsäk 

17, Z. 26 /. Mu§*ab St. Mus'ab 

63, Z. 3 /. Däbi' al st. Däbi 'al 

68, Z. 21 /. al-Mujaqqib st. al-Mutaqqib 

72, N. 6, Z. I /. II, 49 st. I, 49 

73, Z. 21; S. 74, N. I, Z. i; S. 77, 
N. 6, Z. 2; S. 78, Z. 16; S. 80, Z. 14 
und S. 88, N. 3, Z. I /. I. His. st. His. 
{beziv. His.) 

73, Z. 22 /. Azraki st. Azräkl 
73, N. 4, Z. 5 /. Abu St. Abu 
78, Z. 19 /. Ta'älibl's st. Tä'älibl's 

80, N. 4, Z. I /. Mas. [= Mas'üdl] 
st, Mas. 

81, Z. 22 tilge eigenen 

82, Z. 17 /. Güdl St. Güdi 

82, N. 4, Z. I /. Ru'ba's st. Ruba's 
91, Z. 5 /. H St. H. 
106, Z. 16 /. 'AU St. All 

120, Z. 25 /. Mundir st. Mundlr 

121, Z. 8 /. Husain st. Husain 



S. 130, Z. 26 /. B. al- St. Bal- 

S. 147, Z. 6 /. vS^t^ ^^' <^:if^ 

S. 159, Z. 14 /. Fahm st. Fahm 

S. 188, Z. 16 f. /. Zäbulistän st. Zäbülistän 

S. 228, Z. 7 /. d^-^ jA *Sjy^ 

S. 230, Z. 8 /. <*^ICj j/. aofcLUS 
S. 234, Z. 12 /. 5^^ J/. ^}^^ 

S. 235, Z. II /. p^\ St. ^aIJ\ 

S. 243, Z. 4 /. CUiüi\^ j/. CUÄüM^ 

S. 259, Z. I /. Häril st. Härft //;/d^ Z. 1 1 

/. RabT*a st. Rabl'ä 
S. 283, Z. 15 /Äf^'<^ bei: La mention de 
Honein dans le Catalogue d'Abu 1-Ba- 
rakät publik par Riedel dans les A^ach- 
richten v. d, K. G esc lisch, d. IViss. zu 
Göttingen 1902, p. 652 montre que du 
temps d'Abu 1-Barakät ce petit ouvrage 
ötait connu et qu'on s*y r^ferait. 
d* 



LIV 



Berichtigungen und Nachträge. 



S. 293, N. 2 und S. 294, N. 13 /. Hizän. 

st, Hizän. 
S. 294, N. 14 L n, 420 st, 420 
S. 296, N. 13 /. 54 st, 52 
S. 299, N. 5 /. Hutai'a st. Hutaiba 
S. 306, N. 7, Z. 3 /. Haskaft st. Haskafi 
S. 317, Z. 19 /. Dimjätl st, Dimjäti 
S. 319, N. 4, Z. 3 L MouLiJ^RAS* St. 

MoULiiRA's 
S. 331, N. 2; S. 335, N. i; S. 345, N. \ 

und S. 346, Z. 16 /. Ibn Tagribirdi st, 

Tagribirdl {bezw, Tigrtbirdl) 
S. 333. N. 2, Z. 1 und S. 348, N. 3, Z. 3 

L Tinnidx st, Tirmldl 
S. 340, Z. 22 L cX>y»^^ st, cxC^^^, 
S. 341. Z. 33 /. »^isvi st, sysyj 
S. 350, Z. 9 /. Mosc's st, Mose 
S. 354. Z. 20 /. 'Urwa st. Urva 
S. 391, Z. 26 i: ^^ j/. ^^ 
S. 43«. N. 3, Z. 2 /. Khatib st, Khatib 

s. 434, N. 4, z. 3 /. XXXI st, xxxm 

S. 496, Z. 6 //?^^ narA compilation d^ : 



Depuis rimpression de cette notice, 
j'ai recontrö une mention expresse du 
„Jardin des D^lices" dans le Catalogue 
de 'Ebedjösus {Bidt. Or. lU, i, p. 188): 
InterpresTurcarum composuit librum Harti 
Deliciarum t^^^Ql!^^ ft^lnTVri 

La conjecture d'AssEMANi que les mots 
„Interpres Turcarum" pourraient indi- 
quer un Vocabolaire turc-syriaque n'est 
I pas admissible ; c*est bien la dösignation 
I de rauteor, d'ailleurs inconnu, de notre 
compilation. 
S. 543, Z. 18 /. Tbaq st, Tbaq 

S. 767, z. 22 /. Hirn St. mrn 

S. 795, Z. I /. ^^ st, ^La 

S. 863, Z. 6 /. ^vavTiov st. ^vauxiov 

S. 938, Z. 32 /. Accolöm st, Accolöm 

S. 998, Z. 13 /. Tf|V st, TÖ 

S. looi, Z. 6 /. verbreitet st, verbreitete 

S. 1027, Z. 16 /. ^^^ st, ^^^' 




Die Berufung Mohammed's. 

Von 

M. J. de Goeje. 




I ohammed glaubte fest an die Wahrheit seiner Berufung zum 
Boten AUäh's, so fest, daß dieser Glaube sich durch nichts 
erschüttern ließ und schon längst, ehe er zu Macht gekommen 
y war, von vielen, zum Teil bedeutenden Menschen geteilt 
wurde. Wie hat er diese Gewißheit bekommen? 

Seinem Auftreten ging eine Zeit von großer Aufregung voran. 
Die Erkenntnis des Einzigen, Allmächtigen, des Schöpfers der Welt, 
der will, daß die Menschen ihm dienen, der herrlichen Lohn bestimmt 
hat für diejenigen, die dies in Aufrichtigkeit des Herzens tun, fürchterlich 
bestrafen wird die, welche es vernachlässigen; die Überzeugung, daß der 
Tag des Gerichtes nahe war und daß seine Stammgenossen der Ver- 
urteilung nicht entgehen würden, wenn sie sich nicht zeitig bekehrten; 
die stets wiederkehrende Frage, ob er selbst nicht die Pflicht habe 
als Bußprediger aufzutreten, und der Zweifel ob er, der von Natur 
furchtsame Mann, dem Spotte und der Geringachtung seiner Lands- 
leute gewachsen war — dies alles hatte ihn in einen Zustand von Gemüts- 
erregung gebracht, die ihn selbst bis zur Verzweiflung beunruhigte. 
Manchmal hörte er sich selbst dem ihn erfüllenden Gedanken in leiden- 
schaftlichen Worten Ausdruck geben, und befiel ihn eine überwältigende 
Furcht, daß er von einem Dämon besessen sei, der aus ihm sprach. 
Fasten und Beten brachten keine Erlösung, ebensowenig das einsame 
Umherirren. Ja, er war bisweilen nahe daran, seinem Leben ein Ende 
zu machen, um von der peinlichen Angst befreit zu werden. Da kam 
auf einmal die Berufung, die ihm klar vor Augen stellte, was er zu 
tun hatte. 

Nöldeke-Festschrift I 



8 Fr. Buhl [2 

von der Gegend von Safra * zwei Guhainiten, Basbas und 'Adi b. Abi- 
z-Zagbä als Späher nach Badr, wo er die Karawane zu überraschen 
hoffte. Im Tale Zafirän (eine Tagereise von Badr) erfuhr er, daß 
das kuraiätische Heer zum Schutze der Karawane ausgezogen sei, 
und ließ deshalb seine Leute zu einem Kriegsrate zusammentreten. 
Nachdem nicht nur die Emigranten, sondern zu seiner besonderen 
Freude auch die Medinenser sich ohne Widerrede bereit erklärt hatten, 
ihm auch gegen diesen unerwarteten Feind zu folgen, verhieß er 
ihnen im Namen Alläh's den einen der beiden Teile (d. h. die Kara- 
wane oder das Heer) und fugte hinzu: es ist mir, als sähe ich schon, 
wie sie niedergestreckt werden». In der Nähe von Badr angekommen, 
unternahm er mit einem einzigen Begleiter einen Ritt, bei welcher 
Gelegenheit er einen alten Beduinen traf, der ihm Auskunft gab über 
den Ort, wo das Mekkanische Heer sich damals befand. Gegen Abend 
sandte er 'All, Zubair und Sa'd b. Abi WakVäs mit einigen Leuten 
nach dem nahen Brunnen von Badr, wo sie zwei kuraisitische Wasser- 
träger auffingen und mit zu Muhammed führten. Während der Prophet 
sein Gebet verrichtete, fragten seine Leute die Sklaven aus, die der 
Wahrheit gemäß erzählten, daß sie vom kuraisitischen Heere aus- 
geschickt waren, um Wasser zu holen; diese Nachricht war aber den 
Leuten so fatal, daß sie sie so lange prügelten, bis sie erklärten zur 
Karawane Abu Sufjän's zu gehören. Nun trat aber der Prophet hinzu, 
tadelte ihr unkluges Benehmen, erklärte die erste Antwort der Sklaven 
für Wahrheit und examinierte sie über den Lagerplatz und die Stärke 
des feindlichen Heeres. Darauf wird die Geschichte der beiden 
guhainitischen Späher nachgeholt. Als sie beim Brunnen von Badr 
angekommen waren, erfuhren sie aus einem zufälligen Gespräch zweier 
Mädchen, daß man die Ankunft der Karawane am folgenden oder 
nächstfolgenden Tage erwartete, und mit diesem Bescheide kehrten sie 
zurück, um ihn Muhammed mitzuteilen K Der vorsichtige Abu Suf jän 
war indessen seiner Karawane vorausgeeilt, und als er erfuhr, daß 

X Nach Wäk. (Wellh.) 38 sandte Muhammed die beiden Späher schon früher weg 

a Bei Wäk. 47 ist dieser Zug weiter ausgesponnen: Muhammed zeigte ihnen die 

Stellen, wo die einzelnen mekkanischen Häuptlinge getötet werden sollten, woraus 

seine Leute dann — sehr scharfsinnig — den Schluß zogen, daß sie mit dem Heere 

und nicht mit der Karawane kämpfen sollten 

3 Nach Wäk. 47 trafen sie Muhammed bei MuHarida in der Nähe von Badr. 
Ganz unvereinbar mit der oben mitgeteilten Erzählung ist es, wenn es bei Ibn Sa*d 
(ed. Sachau) 3, 2, 58, 9 heißt, daß die beiden Späher bei ihrer Ankunft bei Badr er- 



Die Berufung Mohammed's. 




Von 
M. J. de Goeje. 

ohammed glaubte fest an die Wahrheit seiner Berufung zum 
Boten AUäh's, so fest, daß dieser Glaube sich durch nichts 
erschüttern ließ und schon längst, ehe er zu Macht gekommen 
war, von vielen, zum Teil bedeutenden Menschen geteilt 
wurde. Wie hat er diese Gewißheit bekommen? 

Seinem Auftreten ging eine Zeit von großer Aufregung voran. 
Die Erkenntnis des Einzigen, Allmächtigen, des Schöpfers der Welt, 
der will, daß die Menschen ihm dienen, der herrlichen Lohn bestimmt 
hat für diejenigen, die dies in Aufrichtigkeit des Herzens tun, fürchterlich 
bestrafen wird die, welche es vernachlässigen; die Überzeugung, daß der 
Tag des Gerichtes nahe war und daß seine Stammgenossen der Ver- 
urteilung nicht entgehen würden, wenn sie sich nicht zeitig bekehrten; 
die stets wiederkehrende Frage, ob er selbst nicht die Pflicht habe 
als Bußprediger aufzutreten, und der Zweifel ob er, der von Natur 
furchtsame Mann, dem Spotte und der Geringachtung seiner Lands- 
leute gewachsen war — dies alles hatte ihn in einen Zustand von Gemüts- 
erregung gebracht, die ihn selbst bis zur Verzweiflung beunruhigte. 
Manchmal hörte er sich selbst dem ihn erfüllenden Gedanken in leiden- 
schaftlichen Worten Ausdruck geben, und befiel ihn eine überwältigende 
Furcht, daß er von einem Dämon besessen sei, der aus ihm sprach. 
Fasten und Beten brachten keine Erlösung, ebensowenig das einsame 
Umherirren. Ja, er war bisweilen nahe daran, seinem Leben ein Ende 
zu machen, um von der peinlichen Angst befreit zu werden. Da kam 
auf einmal die Berufung, die ihm klar vor Augen stellte, was er zu 
tun hatte. 

Nöldeke-Fesuchrift. j 



Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte 
Muhammed's'. 



Von 

Fr. Buhl. 



I. Die Vorgeschichte der Schlacht bei Badr. 



bn Ihsäk hat, wie er ausdrücklich bemerkt', seine Darstellung 
der Begebenheiten vor der Badr-Schlacht aus verschiedenen 
einzelnen Traditionen komponiert und dadurch eine fort- 
laufende Erzählung geschaffen, der die neueren Bearbei- 
tungen des Lebens Muhammed's im großen und ganzen folgen. Seine 
Darstellung hat, wenn man von der ganz wertlosen Erzählung vom 
Traum 'Ätika's absieht, folgenden Verlauf. 

Muhammed erfährt, daß die von Abu Sufjän geführte Karawane 
sich auf dem Rückwege befindet, und fordert seine Anhänger auf, 
ihn auf einen Zuge zu begleiten, dessen Ziel die Ausplündenmg dieser 
Karawane war^. Er verließ Medina mit seinen Leuten und schickte 



^ Die folgenden Stücke enthalten in breiterer Ausführung und eingehenderer 
Begründung einige kritische Auffassungen, die schon in aller Kürze in meinem 
Muhammeds Liv (Kopenhagen 1903) vorgetragen sind. Erst kürzlich sah ich, daß 
Leone Caetani in seinen Atmall ddP Islam (Milano 1905) zu ähnlichen Resultaten 
gekommen ist; da der Gesichtspunkt in dem ersten Stück jedoch ein etwas anderer 
ist als bei ihm, und ich in dem zweiten eine wesentliche Frage anders auffasse, sind 
sie vielleicht nicht überflüssig geworden 

a Ibn Hisäm 428, 3. Tab. I, 1292, I. Die einzelnen Traditionen gibt auch 
Wäkidl mit in der Regel ganz geringfügigen Abweichungen 

3 Darin stimmen die meisten Traditionen überein; die wenigen, die dem ge- 
planten Zuge eine andere Bedeutung geben wollen, sind Tendenzdichtungen 



8 Fr. Buhl [2 

von der Gegend von Safra * zwei Guhainiten, Basbas und 'Adi b. Abi- 
z-Zagbä als Späher nach Badr, wo er die Karawane zu überraschen 
hoffte. Im Tale Zafirän (eine Tagereise von Badr) erfuhr er, daß 
das kuraiätische Heer zum Schutze der Karawane ausgezogen sei, 
und ließ deshalb seine Leute zu einem Kriegsrate zusammentreten. 
Nachdem nicht nur die Emigranten, sondern zu seiner besonderen 
Freude auch die Medinenser sich ohne Widerrede bereit erklärt hatten, 
ihm auch gegen diesen unerwarteten Feind zu folgen, verhieß er 
ihnen im Namen Alläh's den einen der beiden Teile (d. h. die Kara- 
wane oder das Heer) und fügte hinzu: es ist mir, als sähe ich schon, 
wie sie niedergestreckt werden '. In der Nähe von Badr angekommen, 
unternahm er mit einem einzigen Begleiter einen Ritt, bei welcher 
Gelegenheit er einen alten Beduinen traf, der ihm Auskunft gab über 
den Ort, wo das Mekkanische Heer sich damals befand. Gegen Abend 
sandte er 'Ali, Zubair und Sa'd b. Abi Wakkäs mit einigen Leuten 
nach dem nahen Brunnen von Badr, wo sie zwei kuraisitische Wasser- 
träger auffingen und mit zu Muhammed führten. Während der Prophet 
sein Gebet verrichtete, fragten seine Leute die Sklaven aus, die der 
Wahrheit gemäß erzählten, daß sie vom kuraisitischen Heere aus- 
geschickt waren, um Wasser zu holen; diese Nachricht war aber den 
Leuten so fatal, daß sie sie so lange prügelten, bis sie erklärten zur 
Karawane Abu Sufjän's zu gehören. Nun trat aber der Prophet hinzu, 
tadelte ihr unkluges Benehmen, erklärte die erste Antwort der Sklaven 
für Wahrheit und examinierte sie über den Lagerplatz und die Stärke 
des feindlichen Heeres. Darauf wird die Geschichte der beiden 
guhainitischen Späher nachgeholt. Als sie beim Brunnen von Badr 
angekommen waren, erfuhren sie aus einem zufälligen Gespräch zweier 
Mädchen, daß man die Ankunft der Karawane am folgenden oder 
nächstfolgenden Tage erwartete, und mit diesem Bescheide kehrten sie 
zurück, um ihn Muhammed mitzuteilen K Der vorsichtige Abu Suf jän 
war indessen seiner Karawane vorausgeeilt, und als er erfuhr, daß 



X Nach "Wäk. (Wellh.) 38 sandte Muhammed die beiden Späher schon früher weg 

a Bei Wäk. 47 ist dieser Zug weiter ausgesponnen: Muhammed zeigte ihnen die 

Stellen, wo die einzelnen mekkanischen Häuptlinge getötet werden sollten, woraus 

seine Leute dann — sehr scharfsinnig — den Schluß zogen, daß sie mit dem Heere 

und nicht mit der Karawane kämpfen sollten 

3 Nach Wäk. 47 trafen sie Muhammed bei Mu'tarida in der Nähe von Badr. 
Ganz unvereinbar mit der oben mitgeteilten Erzählung ist es, wenn es bei Ibn Sa'd 
(ed. Sachau) 3, 2, 58, 9 heißt, daß die beiden Späher bei ihrer Ankunft bei Badr er- 



3] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 



zwei Kamelreiter am Brunnen gewesen waren, untersuchte er den 
Kamelmist, und da er medinensische Dattelkerne darunter fand, 
witterte er Gefahr, ließ die Karawane abschwenken und führte sie 
in größter Eile der Meeresküste entlang nach Mekka zu. Sobald 
er sich in Sicherheit wußte, sandte er Boten nach öuhfa, um das Heer 
zur Rückkehr aufzufordern; aber Abu öahl setzte es durch, daß man 
den Zug fortsetzte, um den anderen Arabern durch eine Demonstration 
zu imponieren*. 

Prüft man diese Darstellung etwas näher, so sieht man leicht, 
daß die einzelnen Traditionen, aus denen sie zusammengesetzt ist, 
nicht überall zusammenstimmen. Wenn die Leute Muhammed's schon 
bei Zafirän erfuhren, daß die Mekkaner gegen sie ausgezogen seien, so 
wird die ganze Szene, wo sie die Wasserträger durch Prügel zwingen, 
die Karawane und nicht das Heer bei Badr gelagert sein zu lassen, 
ganz unverständlich. Und noch absurder wird die Sache, falls man 
annimmt, daß Muhammed ihnen mitgeteilt hatte, was ihm der alte 
Beduine über die Stellung des Heeres bei Badr erzähltet 

Nun teilt aber TabarT^ bei dieser Gelegenheit ein Schreiben 
*Urwa b. Zubair's an den Kalifen *Abd al-Malik mit, daß zu den 
wertvollsten Aktenstücken der Geschichte Muhammed's gehört und uns 
ein Urteil über die divergierenden Traditionen ermöglicht. Hier heißt 
es: der Prophet und seine Gefährten hatten nichts von dem Aus- 
rücken des kuraisitischen Heeres gehört, bevor er bei Badr ankam; 
Abu Sufjän hielt sich an den Weg am Meeresstrande und vermied 
es Badr zu berühren, da er dort einen Überfall befürchtete; der Prophet 
schlug sein Lager in der Nähe von Badr auf und sandte Zubair (des 
Erzählers Vater) mit einigen anderen, von denen niemand ahnte, daß 
die Kuraisiten ihm entgegengezogen waren, nach Badr; während der 
Prophet sein Gebet verrichtete, kamen einige Wasserträger zu dem 
Brunnen, und von ihnen ergriffen Zubair und seine Leute einen Sklaven, 
den sie zu Muhammed brachten; sie frugen ihn nach Abu Sufjän und 

fuhren, daß die Karawane entkommen sei. Ein sehr ungenaues Referat der Quellen 
gibt Sprenger, Moh, 3, 115 

« Nach Wäk. 45 soll Abu Sufjän, als er in Hadda Nachricht von der Fortsetzung 
des Zuges erhielt, sehr ungehalten gewesen sein, was Muir 3, 92 als unhistorisch be- 
zweifelt 

2 Daß Muhammed dies tat, wird allerdings nicht gesagt, und überhaupt hat die 
ganze kleine Anekdote mit ihrem iJ^ \jS ^^JC^ ein sehr unaktuelles Gepräge 

3 Tab. I, 1284 f. 



10 Fr. Buhl [4 

der Karawane, und da der Sklave statt dessen von dem kurai^itischen 
Heere sprach, prügelten sie ihn, da sie glaubten, daß er durch diese 
Lüge die Karawane retten wollte, sodaß der Sklave schließlich darauf 
einging, von Abu Sufjän nach dem Brunnen geschickt zu sein, ob- 
schon die Karawane sich damals, wie es auch Sur. 8, 43 heißt, am 
Meeresstrande befand. 

Man sieht sofort, daß diese Darstellung ebenso klar und logisch 
ist, wie Ibn Ishäk's Komposition \'erworren und widerspruchsvoll. Die 
Muslime kommen bei Badr an in der festen Überzeugung, die 
Karawane dort zu treffen, und haben von dem Ausrücken des Heeres 
keine Ahnung; deshalb hatten sie alle Ursache, die Worte des Wasser- 
trägers als Lüge zu betrachten, und das von ihnen angewandte drastische 
Mittel hatte insofern einen vernünftigen Zweck. Von dem Kriegsrat 
in Zafirän weiß'Urwa nichts, da er wiederholt betont, daß Muhammed's 
Leute von dem Ausrücken des Heeres erst erfuhren, da sie es bei Badr 
unmittelbar vor sich hatten*. 

Ferner ist zu beachten, daß *Urwa den Abu Sufjän einfach Badr 
umgehen läßt, und daß er von seinem Besuche am Brunnen nichts 
erzählt. Natürlich ließen sich hier beide Darstellungen mit ein wenig 
harmonistischer Kunst unschwer vereinigen, aber alles spricht doch 
dafür, daß 'Urwa auch hier den wirklichen geschichtlichen Vorgang dar- 
stellt. Die hübsche Erzählung von Abu Sufjän's Kunstgriff mit den 
Dattelkernen gehört nämlich zu den zahlreichen Anekdoten, die die 
betreffenden Personen auf gelungene Weise und mit vielem Humor 
charakterisieren, aber als eigentliche Geschichtsquellen verdächtig sind. 
Ist es schon wenig wahrscheinlich, daß der vorsichtige Abu Sufjän 
in einem so kritischen Augenblicke seine Karawane verlassen haben 
sollte, so verliert die Anekdote vollends ihre Glaubwürdigkeit, wenn 
man sieht, daß derselbe Witz noch einmal bei einer viel späteren 
Gelegenheit von ihm erzählt wird*. 

Für die Badr-Schlacht besitzen wir aber neben den Traditionen 
eine Quelle ersten Ranges, nämlich den ^urän selbst. Allerdings sind 
wie gewöhnlich seine Andeutungen nur sparsam und in einem ihm 
eigentümlichen clair obscur gehalten, aber näher betrachtet sind sie 



» Vgl. hierzu Caetani, AnuaU deir IsIäm i, 483 

2 Durch die Dattelkerne im Kamelmist soll Abu Sufjän später entdeckt haben, 
daß Budail in Medina bei Muhammed gewesen war, Ibn Hi.>äm 807 



5] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 1 1 

doch sehr inhaltreich und beleuchten den tieferen Zusammenhang der 
Dinge auf eine großartige Weise, von der die meisten Traditionen 
keine Ahnung haben. 

Wollte man die Erzählung von dem von Muhammed gehaltenen 
Kriegsrate in Zafirän dadurch retten, daß man ihn nach Badr und 
in die Zeit nach der Szene mit dem Wasserträger verlegte % so zeigt 
der I^urän, daß dies ein verkehrter Ausweg wäre, und daß vielmehr 
die ganze Darstellung der Kriegsberatung mit ihren erbaulichen Reden total 
verzeichnet ist. Wir erfahren aus Sur. 8, daß die Truppen Muhammed's, 
als sie von den kuraisitischen Heere hörten, keineswegs von Mut und 
Opferfreudigkeit beseelt waren, sondern daß sie jedenfalls teilweise in 
Angst gerieten und Muhammed große Schwierigkeiten bereiteten. 
Der Prophet erinnert sie in dieser Sure an die Zeit, „da dein Herr 
dich aus deinem Hause ausziehen ließ um der Wahrheit willen und 
da ein Teil der Gläubigen verdrossen war; sie stritten mit dir über 
die Wahrheit, obschon diese klar geworden war*, als ob sie mit 
offnen Augen in den Tod geführt würden, damals als Allah euch 
verhieß, euch den einen der beiden Teile zu geben 3, und ihr verlangtet, 
daß es der waffenlose Teil (die Karawane) sein sollte . . . damals als 
ihr Gott um Hilfe anflehtet, und er antwortete: ich werde euch mit 
looo Engeln zu Hilfe kommen'**. In Wirklichkeit hat also Muhammed 
keine große Kriegslust bei seinen Truppen gefunden, sondern all 
seine begeisternde Kraft nötig gehabt und alle Mittel, Offenbarungen, 
Traumgesichte, entflammende Ansprachen, benutzt, um seinen über- 
raschten Truppen Mut einzuflößen. 

Vollständig klar wird die Sache aber erst durch eine spätere 
Stelle derselben Sure^. Muhammed erinnert sie hier an den Augen- 
blick, „da ihr am diesseitigen und die Feinde am jenseitigen Abhänge 
standen, während die Karawane^ sich weiter unten befand (d. h. in der 



»*So hat sich z. B. Ihn Atir (ed. Tornberg 2, 92), dem der Widerspruch bei 
Ibn Ishäk nicht verborgen geblieben ist, die Sache zurecht gelegt 

2 D. h. als Gott durch die Tatsachen klar zeigte, daß es nach seinem Willen 
zu einer Entscheidung kommen sollte 

3 Diese Worte sind in dem oben mitgeteilten Referat über den Kriegsrat bei 
Zafirän benutzt, wie ja die Traditionen häufig einen scheinbaren Realismus durch 
Benutzung von Kurän-Ausdrücken gewinnen, ganz wie in den Erzählungen, die die 
alten Gedichte erklären wollen 

4 Sur. 8, 5—9 5 V. 43 

6 er-rakb nach der richtigen Erklärung der Kommentatoren; unrichtig über- 



12 Fr. Buhl [6 

Nähe vom Meeresstrande); hättet ihr die Stelle des Zusammentreffens 
bestimmen sollen, so wäret ihr nicht einig geworden. Es geschah 
aber so, weil Gott eine schon beschlossene Sache 0!y»j»-« s:J^ |^0 voll- 
führen wollte .... damals als Gott dich im Traume die Feinde als 
kleine Zahl schauen ließ — hätte er dich sie als große Zahl sehen 
lassen, so wäret ihr mutlos geworden — damals als er sie beim Zu- 
sammentreffen in eueren Augen als kleine Zahl erscheinen ließ und 
euch wenig machte in ihren Augen"*. 

In diesen Worten erklärt der Prophet seinen Anhängern, wie 
AUäh in seiner unendlich überlegenen Weisheit den großen Ent- 
scheidungskampf herbeiführte, der nach seinem Willen kommen sollte. 
Er lockte die Gläubigen zu dem Zuge durch die Aussicht auf die 
reiche Karawane; dann überraschte er sie durch das kuraisitische Heer, 
das sich zwischen die Truppen Muhammed's und die an der Küste 
wohlgeborgene Karawane eingeschoben hatte und unerwartet unmittel- 
bar vor ihnen stand. Durch diesen fait accompli überhob er sie allen 
weiteren Beratungen über den Feldzugsplan, die nur zu endlosen 
Meinungsverschiedenheiten geführt hätten. Er ließ — wie sein Pro- 
phet wenig wählerisch in der Wahl seiner Mittel — Muhammed in 
einem Traumgesichte die Zahl der Feinde viel kleiner sehen als sie 
wirklich war, ein Zug, den der Prophet keineswegs berührt, um ihn 
jesuitisch zu entschuldigen, sondern als Beispiel der überlegenen gött- 
lichen Klugheit. Der Kernpunkt der ganzen Darstellung ist aber die 
von *Urwa so stark betonte Tatsache, daß die Gläubigen erst in dem 
Augenblicke vom kuraisitischen Heere hörten, als sie ihm gegenüber- 
standen. Höchstens könnte man fragen, ob nicht etwa Muhammed 
selbst etwas vom Ausrücken des feindlichen Heeres gehört hatte und 
bei der Überraschung bei Badr seine Hand mit im Spiel gehabt habe. 
Aber ein Beweis hierfür läßt sich nicht aufbringen, und es ist in der 
Tat viel wahrscheinlicher, daß er selbst von dem Zusammentreffen 
ebenso überrascht worden ist wie seine Leute. Dann aber ist ihm 
der Plan AUäh's („die Wahrheit") blitzartig schnell durchsichtig ge- 



setzen z. B. Rückert und GRiMidE: die feindliche Reiterei, deren Position in diesem 
Zusammenhange ganz gleichgültig -war 

1 Hier scheint Muhammed anzudeuten, daß Gott auch die Kuraiisiten in den 
Kampf lockte, wozu sie also eigentlich keine große Lust hatten. An einer anderen 
Stelle 3, II (13) sagt er, daß die Feinde die Zahl der Gläubigen doppelt so groß 
sahen, als sie war 



7] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 13 

worden, und er hat sich sofort mit seiner ganzen unerschütterlichen 
Energie in den Dienst dieses Planes gestellt. In AUäh's Namen ver- 
hieß er seinen Leuten das feindliche Heer als Ersatz für die ent- 
schlüpfte Karawane, schilderte ihnen, wie er schon den Kampfplatz 
mit gefallenen Feinden bedeckt sah, versprach ihnen den Beistand 
der Engel, kurz, benutzte all die anfeuernden Mittel, die keiner wie 
er zu verwenden verstand. Allerdings war es ein gewagtes Spiel, 
worauf AUäh sich damals einließ; nachdem es aber gewonnen war, 
hatte Muhammed allen Anlaß, die überlegene Meisterschaft zu preisen, 
mit der es eingeleitet worden war, und das umsomehr, als er dadurch 
zugleich zeigen konnte, daß sie den Sieg nicht ihrer eigenen Kriegs- 
kunst, sondern Gottes Führung verdankten. Für uns aber reiht sich 
diese, in ihrer geschichtlichen Wahrheit erkannte Situation denjenigen 
Begebenheiten an, die die erstaunliche Überlegenheit des auf diesem 
Gebiete wahrhaft genialen Mannes in ihrer ganzen Größe zeigen und 
den Erfolg seiner Tätigkeit verständlich machen. Aber wie in vielen 
anderen Fällen haben die Traditionen hier seine Überlegenheit so 
wenig verstanden wie seine Zeitgenossen, und so haben sie durch die 
erbauliche Erzählung von der Kriegsberatung schon bei Zafirän mit 
ihren opferfreudigen Reden das feine göttliche Spiel gründlich ver- 
dorben und die von Muhammed so stark betonte göttliche Weisheit 
nach Kräften verschleiert. 

2. Die Auswanderung nach Abessinien. 

Die Berichte der arabischen Überlieferer über die Auswanderung 
nach Abessinien* gehören zu den unklarsten und verwickeltesten der 
alten Traditionen und sind durch die Behandlung bei SPRENGER 
und MülR nicht zu größerer Klarheit gebracht. 

Eine kurze und einfache Darstellung gibt der oben erwähnte 
'Urwa in einem Schreiben an *Abd al-Malik*. Nachdem er erzählt 
hat, wie der Streit zwischen Muhammed und den Mekkanern entstand, 
und wie sich die Bevölkerung Mekka's bis auf eine kleine Anzahl dem 
Propheten feindlich gegenüberstellte, berichtet er, daß die Führer der 
Mekkaner beschlossen, eine Prüfung (ÄJJ:*) über die Anhänger Muham- 
med's zu bringen, durch die sich mehrere zum Abfall verfuhren ließen. 



» Ein ziemlich reiches Material hat Sprenger, Moh, 2, 41 ff. zusammengestellt 
2 Taban i, il8of. 



14 Fr. Buhl [8 

während Allah die anderen bewahrte; unter diesen drückenden Ver- 
hältnissen gab Muhammed seinen Anhängern die Anweisung, nach 
Abessinien auszuwandern, wo ein guter und gerechter König herrschte; 
infolgedessen zog die Mehrzahl der Gemeinde nach diesem Lande, 
während er selbst in Mekka blieb, wo er mehrere für die Gläubigen 
schwere Jahre durchlebte; dann aber begann der Islam sich zu ver- 
breiten und einige vornehme Kuraisiten gingen zu ihm über. In der 
Fortsetzung* berichtet 'Urwa weiter: nachdem die nach Abessinien Aus- 
gewanderten zurückgekehrt waren, soweit sie (überhaupt) zurückkehrten, 
begannen die Anhänger des Islam zahlreicher zu werden, und von den 
An§aren in Medlna gingen viele zum Islam über, und er verbreitete 
sich in Medina, und die Bewohner Medina's begannen nach Mekka 
zum Propheten zu kommen; dann hetzten die Kuraisiten sich gegen- 
seitig auf und begannen die Gläubigen durch eine neue Fitna auf 
die Probe zu stellen; so traf sie eine schwere Zeit, und dies war die 
zweite Fitna \ es gab nämlich deren zwei, die eine, die die Auswan- 
derung nach Abessinien veranlaßte, als der Prophet ihnen befahl oder 
erlaubte, dorthin zu wandern, und die zweite, nachdem sie zurück- 
gekehrt waren, und sie die Leute aus Medina sahen, die zu ihnen 
kamen. Darauf folgt dann die Erzählung von der zweiten großen 
Auswanderung nach Medina. 

Hier ist also nur von einer Auswanderung nach Abessinien und 
einer Rückkehr die Rede, und diese Auswanderung wird der Higra 
nach Medina entgegengestellt. 

Andere Traditionen beschäftigen sich mit der Zahl und dem 
Namen der Auswanderer. So teilt Tabari' nach Ibn SaM und Wäkidi 
eine Tradition mit, nach der es ii Männer und 4 Frauen waren, die 
sich heimlich nach dem Meeresstrande begaben, wo sie zwei Handels- 
schiffe trafen, die sie für einen halben Denar nach Abessinien brachten ; 
ferner gibt er nach denselben Gewährsmännern eine andere, auf Muham- 
med b. Jahjä b. Habbän zurückgehende Tradition 3, die die Namen 
von 12 Männern und 4 Frauen aufzählt, die nach jenem Lande aus- 
wanderten. 



* Eb. 1224; ohne Zweifel bildete dies Stück die Fortsetzung vom vorigen, aber 
wegen der Zerteilung des Berichtes kann man nicht mit voller Sicherheit wissen, ob 
etwas Dazwischenstehendes weggelassen ist 

a Tab. i, n8l 3 i, 1182 



9] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 15 

Diese Liste, die auch sonst vorkommt*, führt uns zu der Dar- 
stellung Ihn Ishäk's, die in diesem Zusammenhange von besonderer 
Bedeutung ist. Als Muhammed, heißt es bei ihm^ sah, in welchem 
Bedrängnisse seine Gefährten waren, während er selbst den Schutz 
Alläh*s und seines Oheims genoß, gab er ihnen den Rat, nach Abes- 
sinien zu ziehen, was sie auch taten aus Furcht vor der Versuchung 
zum Abfall, und dies war die erste Higra im Islam. Es folgt dann 
eine mit 'Utmän beginnende Liste von 10 Männern und 4 Frauen, 
nämlich dieselben wie bei Muhammed b. Jahjä mit Ausnahme von 
öätib b. 'Amr und 'Abdallah b. Mas ud; doch heißt es bei Abu Sabra: 
andere nennen Abu yätib b. 'Amr, von dem gesagt wird, daß er zu- 
erst in Abessinien anlangte. Dann fährt Ibn Ishäk folgendermaßen 
fort: „Diese 10 Männer waren die ersten, die nach Abessiniea aus- 
wanderten, nach dem, was ich von Gelehrten gehört habe; darnach 
wanderte GaYar (Muhammed's Vetter) aus, und dann folgten, teils mit 
ihrer Familie, teils allein, andere Gläubige, bis sie in Abessinien zu- 
sammentrafen. Und von den banü Häsim wanderte aus: GaYar und 
seine Frau, und von den banü Umajja: 'Utmän — " und so weiter, eine 
nach Geschlechtern geordnete Liste von im ganzen 82 (oder, wenn 
'Ammär b. Jäsir mitgerechnet wird, 83) Personen. In der größeren 
Liste kommen alle 10 Männer der ersten kleineren noch einmal vor-J, 
aber deutlich genug nur aus dem Grunde, weil die größere Liste über- 
haupt alle Auswanderer, und zwar nach den Geschlechtern geordnet, 
aufzählen will. 

Von den nach Abessinien Ausgewanderten erzählt Ibn Ishäk 
weiter*, daß sie Nachricht bekamen, daß die Mekkaner den Islam an- 
genommen hatten, und deshalb beschlossen, nach Mekka zurück- 
zukehren; in der Nähe von Mekka erfuhren sie aber, daß jene Nach- 
richt ein falsches Gerücht gewesen sei, und sie kamen dadurch in 
eine so schlimme Lage, daß diejenigen unter ihnen, die keinen Be- 
schützer fanden, heimlich in die Stadt schleichen mußten; darnach 
blieben sie in Mekka, von wo aus sie später mit dem Propheten nach 
Medina zogen, mit Ausnahme von denen, die vorher gestorben waren 
oder gegen ihren Willen in Mekka zurückgehalten wurden. Dann folgt 
ein Verzeichnis der damals Zurückgekehrten, nämlich 32 (oder mit 



I Vgl. Sprenger 2, 43 2 Ibn Hisäm 208 f.; Tab. i, 1183 f. 

3 Darauf macht fabarl ausdrücklich aufmerksam, l, 1184, 16 

4 Ibn Hisäm 241 f.; Tab. i, 1194 



l6 Fr. Buhl [lO 

dem erwähnten 'Ammar: 33) Männer und 6 Frauen, darunter alle 
die 10 Männer, die oben als die zuerst Ausgewanderten genannt waren. 
Die übrigen Emigranten, darunter Muhammed's Vetter Ga'far, blieben 
in Abessinien, wo einige von ihnen starben, während der Rest im 
Jahre 7 nach der Higra zu Muhammed zurückkehrte'. Was das er- 
wähnte Gerücht über die Versöhnung zwischen den Mekkanern und 
Muhammed betrifft, so fehlt die nähere Erklärung davon bekanntlich 
bei Ibn HiSäm, während Tabarl sie mitteilt ^ es war der Kompromiß, 
den Muhammed auf Kosten seiner Überzeugung mit den Mekkanern 
schloß, indem er ihre drei Lieblingsgöttinnen als fürbetende Mittel- 
wesen zwischen AUäh und den Menschen anerkannte. Doch quälte 
dies sein Gewissen so, daß er sein Zugeständnis wieder zurückrief 
(Sur. 53). 

Andere Traditionen reden dagegen von einer zweimaligen Aus- 
wanderung nach Abessinien und einer zweimaligen Rückkehr der Emi- 
granten nach Mekka. Nach dieser Darstellung, deren älteste Ver- 
treter für uns Wäkidl und Ibn Sa'd sind^, begannen die Kuraisiten 
die Emigranten, die auf das Gerücht von der Aussöhnung zwischen 
Muhammed und den Mekkanem zurückgekehrt waren, aufs neue so 
zu quälen, daß der Prophet ihnen erlaubte, noch einmal nach jenem 
Lande auszuwandern. An dieser zweiten Auswanderung nahmen 
83 Männer und einige Frauen teil. Als aber die Nachricht von der 
Auswanderung Muhammed's nach Medina die Emigranten erreichte, 
kehrten 33 Männer und 8 Frauen zurück, von denen zwei Männer in 
Mekka starben, 7 festgehalten wurden und 24 nach Medina zogen, 
wo sie an der Badr-Expedition teilnahmen. Im Anschluß daran notiert 
Ibn Sa'd in seiner Einzelbiographie überall genau, ob der Betreffende 
an beiden Auswanderungen nach Abessinien oder nur an der zweiten 
teilgenommen habe. 

Diese Darstellung hat eine ziemlich große Ausbreitung gefunden. 
So findet sie sich z. B. bei Ibn Atir* und bei Ibn Sajjid an- 



X Tab. I, II98. Ibn Hisäm 781 

2 Tab. I, 1192 ff. nach Ibn Ishäk (nach einer anderen Quelle 1195 f.) 

3 Sprenger 2, 51 f.; über Müsä b. *Ukba s. unten S. 18, N. 3 

4 2, 58 f.; die zweite Auswanderung fällt bei ihm vor Hamza's und *Umar's Be- 
kehrung; dagegen unterläßt er, zu erzählen, wann die das zweite Mal Ausgewanderten 
zurückkehrten, wodurch er den groben Widerspruch, worin Ibn Sa'd sich verwickelt, 
vermeidet 



Il] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 17 



näs'. Aber die alleinherrschende ist sie keineswegs. Tabari, der doch 
Wäkidi und Ihn Sa'd vor sich hatte, hält sich ausschließlich an Ibn 
Ishäk's Darstellung, ohne überhaupt die andere zu erwähnen. Und 
wenn Ja'l^übl' sagt: „das erste Mal zogen 10 Männer aus, das zweite 
70 Männer außer den Weibern und Kindern; das sind die ersten 
Mulia^irüna'\ so zeigt er deutlich, daß er die Darstellung Ibn Ishäk's 
ebenso aufgefaßt hat wie Tabari, indem er die 12 ersten Auswanderer 
nur einmal zählt und sie nicht zweimal nach Abessinien ziehen läßt. 
Nun zeigt aber eine nähere Prüfung leicht, daß Ibn Sa'd's Dar- 
stellung nicht nur die älteren Quellen gegen sich hat, sondern auch 
an und für sich ganz ungeschichtlich ist. Einen Beweis hierfür liefert 
schon der Umstand, daß die beiden Auswanderungen nach Abes- 
sinien hier als ein religiöses Verdienst der betreffenden Personen 
hervorgehoben werden; denn dies ist, wie schon SPRENGER in geistvoller 
Weise angedeutet hat^, eine spätere Idee, ein Reflex der hohen Be- 
deutung, die man allmählich der Teilnahme an der großen Auswan- 
derung nach Medina beilegte und dann auf die frühere Auswanderung 
nach Abessinien übertrug. Entscheidend ist es aber, daß die Art 
und Weise, wie Ibn Sa*d die zweite Rückwanderung aus Abessinien 
schildert und datiert, mit den gesicherten geschichtlichen Daten in 
Widerspruch steht. Während Ibn Ishäk von den 33 Männern, die 
aus jenem Lande zurückkehrten, ausdrücklich sagt, daß sie in Mekka 
bis zur Higra blieben, läßt Ibn Sa'd sie erst bei der Nachricht von 
Muhammed's Higra Abessinien verlassen. und nachher von Mekka nach 
Medina ziehen. Daß diese Darstellung ungeschichtlich ist, beweisen 
eine Reihe von Überlieferungen. So wissen wir, daß Mus'ab b. 'Umair, 
der an beiden Auswanderungen nach Abessinien teilgenommen haben 
soll, nach der ersten *Akaba-Zusammenkunft von Muhammed als 
Missionar nach Medina geschickt wurde*; Abu Salama begab sich 
schon ein Jahr vor dieser Zusammenkunft nach Medina 5; Sakrän b. 
*Amr, der unter denen, die das zweite Mal nach Abessinien aus- 
wanderten, genannt wird, starb nach der Rückkehr aus Abessinien in 



« Sprenger 2, 41 2 Ed. Houtsma 2, 28 

3 Moh. 2, 53, vgl. weiter Caetani, Annali delF Jsläm i, 262 f. Auch bei Buhäri (ed. 
Kairo 1306, 2, 220) trifft man eine Tradition, wo es dem *Utmän als Verdienst an- 
rechnet wird, daß er an vir^5^^ ^«^.ö .-yv^jJl teilgenommen hatte 

4 Ibn Hisäm 289 f. 5 Ibn Hisäm 314 
Nöldeke-FestschrifL 2 



l8 Fr. Buhl [12 

Mekka und hinterließ eine Witwe Sauda, die der Prophet vor seiner 
Auswanderung nach Medina heiratete', usw. 

Sprenger, der die Erzählung von der zweiten Auswanderung nach 
Abessinien als geschichtliche Tatsache betrachtet, hat sich deshalb 
genötigt gesehen, die ganze Datierung Ibn Sa'ds aufzugeben und eine 
neue Reihenfolge der Begebenheiten zu konstruieren. Er läßt die 
zweite Auswanderung nach Abessinien durch die Achterklärung der 
Mekkaner gegen die Ha^imiten und die zweite Rückkehr durch die 
Aufhebung der Achterklärung veranlaßt werden*. Ehe man aber zu 
einem solchen Ausweg greift, muß man doch untersuchen, ob nicht 
vielmehr die ältesten Quellen Recht haben, wenn sie nur von einer 
einzelnen Auswanderung nach Abessinien reden. Und in der Tat ist 
es hier sehr leicht zu sehen, daß die Gewährsmänner der wiederholten 
Auswanderung nicht auf neue und selbständige Mitteilungen bauen, 
sondern daß ihre Aufgabe einfach auf einem Mißverständnis der 
älteren etwas irreführenden Darstellungen beruht, sodaß man sich nur 
wundern kann, daß weder SPRENGER noch MuiR das Verhältnis durch- 
schaut haben, während doch schon TabarT und Ja'kübl das Richtige 
gesehen habend. Wenn Ibn Ishäk nach den Worten: „darnach wan- 
derte Ga'far aus und dann andere Gläubige teils allein, teils mit ihren 
Familien," ohne jeden Übergang eine Liste über die Exulanten mit 
ihren Familien bringt, so lag es nahe, diese Liste auf die später Aus- 
gewanderten zu beziehen, und dann zu schließen, daß die 10 zuerst 
ausgewanderten Männer, deren Namen auch in dieser Liste vorkommen, 
zweimal nach Abessinien ausgewandert sein müssen, und das ist es 
eben, was bei Ibn Sa'd geschehen ist. Die Männer, von denen er 
rühmt, daß sie zweimal nach diesem Lande auswanderten, sind bis 



I Ihn Saad (ed. Sachau) 8, 36 « Moh. 2, 49. 52 f. 142. 145 — 147 

3 Vgl. Caetani, Annali 1,265: dal testo magro di ibn Ishäk mal interpretato 
nacquc I'idea erronea che, invece di una, fossero due le emigrazioni in Abessinia. — 
Doch müli bemerkt werden, daß es möglicherweise nicht erst Ibn Ishäk ist, der das 
Mißverständnis hervorgerufen hat, sondern daß vielleicht schon seine Gewährsmänner die- 
selbe irreführende Darstellung gehabt haben. Wenn nämlich Ibn Sa*d (ed. Sachau 3, i, 
294, 12) von 'Abdallah b. Mahrama, der bei Wäkidl an beiden Auswanderungen teil- 
nahm, bei Ibn Ishäk nur in der zweiten Liste genannt wird, sagt : Müsä b. *Ukba und 
Abu Ma*sar erwähnen ihn weder bei der ersten noch bei der zweiten Aus- 
wanderung, so muß man annehmen, daß schon Müsä b. *Ukba dieselbe mißver- 
ständliche Anordnung gehabt hat wie Ibn Ishäk, weil Ibn Sa'd ihn sonst nicht von 
zwei Auswanderungen reden lassen konnte 



13] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 19 

auf wenige Ausnahmen* gerade die Personen, die bei Ibn Ishäl^ so- 
wohl in der kleinen Liste über die 10 ersten Auswanderer wie in der 
großen Gesamtliste vorkommen. Ja die Übereinstimmung geht so 
weit, daß Ibn Sa'd von Abu Sabra, dessen Frau bei Ibn Ishäk nur in 
der großen Liste genannt wird, sagt, daß er erst bei der zweiten 
Auswanderung seine Frau mitnahm*. 

Zu der weiteren Verbreitung der unrichtigen Darstellung hat dann 
ohne Zweifel der oben erwähnte Umstand beigetragen, daß die Teil- 
nahme an der abessinischen Auswanderung als ein religiöses Verdienst 
betrachtet wurde, da die 10 Männer der ersten Liste ein doppeltes, 
oder wenn man die Auswanderung nach Medina mitrechnet, ein drei- 
faches Higra- Verdienst erwarben. Und endlich ist es auch möglich, 
daß der Ausdruck: die erste Auswanderung nach Abessinien^, der 
ursprünglich als Gegensatz: die zweite Auswanderung nach Medina, 
hatte, eine Rolle bei der Verbreitung des Mißverständnisses gespielt 
haben kann. — 

Kann man nun die Ungeschichtlichkeit einer zweiten Auswande- 
rung nach Abessinien mit einer zweiten Rückkehr als gesichertes 
Resultat der Kritik betrachten, so ist es bei weitem schwieriger, sich 
ein klares Bild von dem wirklichen Verlaufe der Auswanderung und 
ihrer zeitlichen Eingliederung zu machen. Der Grund hierzu liegt in 
den ganz ungenügenden chronologischen Nachrichten über die Erleb- 
nisse Muhammed's in Mekka, die seine Biographen genötigt haben, 
die einzelnen Erzählungen nach reinen Mutmaßungen zu ordnen. 
'Urwa's sonst so wertvolle Darstellung läßt uns hier so ziemlich im 
Stich und betont nur das eine, was wir auch aus anderen Angaben 
wissen, daß die Exulanten vor dem Bunde zwischen Muhammed und 
den Medinensem zurückkehrten. Dagegen setzt Ibn Ishälf die Rück- 
kehr mit Muhammed's verhängnisvoller Anerkennung der drei Göttinnen 
in Verbindung, und hierin folgen ihm die meisten neueren Biographen 
des Propheten. In der Tat gewinnt man durch diese Kombination 
einen guten und klaren Pragmatismus und eine befriedigende Moti- 
vierung des von den Exulanten gefaßten Entschlusses. Freilich bleiben 



» Hfttib b. *Amr, der, wie oben bemerkt, in der ersten Liste Ibn Ishäk's nur 
alternativ vorkommt, hat nach Ibn Sa*d an beiden Auswanderungen teilgenommen. 
Die andere Ausnahme ist 'Abdallah b. Mahrama, von der in der vorigen Note die 
Rede war 

2 Ibn Saad 3, I, 293, 16 3 Z. B. in der Überschrift Ibn Hisäm 207 

2* 



20 Fr. Buhl [14 

bei dieser Erklärung mehrere Schwierigkeiten ungelöst. Fällt das Zu- 
geständnis Muhammed's vor 'Umar's Bekehrung, so können zu der 
Zeit unmöglich 82 Männer nach Abessinien ausgewandert sein, falls 
die Angaben über die Zahl der Anhänger Muhammed's nur einiger- 
maßen richtig sind*. Aber das beweist doch nur entweder, daß jene 
chronologische Anordnung unrichtig ist, oder daß die überlieferten 
Angaben über die Zahlen der Auswanderer übertrieben sind. 

Anders würde es sich dagegen verhalten, wenn nachgewiesen 
werden könnte, daß die Erzählung von dem verzweifelten Zugeständ- 
nis Muhammed's inbetreff der Göttinnen ungeschichtlich, oder jeden- 
falls wesentlich zu modifizieren sei; aber die Versuche, die in 
neuester Zeit gemacht sind, um dies zu beweisen, scheinen mir 
nicht berechtigter zu sein als die Angriffe, die muhammedanische 
Gelehrte aus rein dogmatischen Gründen gegen jene Erzählung ge- 
richtet haben. 

So will L. Caetani nachweisen, daß der ganze Isnäd der betreffen- 
den Tradition* auf einer Fälschung beruhe; aber seine Voraussetzung, 
daß Ibn Hisäm nirgends den Kuraiziten Muhammed b. Ka'b als Ge- 
währsmann anführe 3, stimmt nicht mit der Wirklichkeit, da dieser 
Uberlieferer wiederholt bei ihm vorkommt; s. Ibn Hisäm 23, 2. 185, 14. 
279, 9. 326, I. 683, I (überall mit Jazid b. Zijäd als Zwischenglied). 
Damit wird auch die Hypothese von einer doppelten von Tabarl be- 
nutzten Textgestalt des Ibn Ishäk hinfällig. Ebenso wenig liegt ein 
Grund vor, die Tradition deswegen zu verwerfen, weil sie von diesen 
Kuraiziten herrührt, wie Caetani subsidiär nachweisen will. Die Urteile 
der Araber über ihn lauten günstig^, und Wäkidl benutzt ihn nicht 
selten, besonders wenn von den banü l^uraiza die Rede ist*. Aller- 
dings wird Ibn 'Abbäs als sein Lehrer genannt, aber nicht ausschließ- 



» Nach Ibn Ajir 2, 64 hatten sich vor *Umar 39 Männer und 23 Frauen, oder 
nach anderen Angaben 40 Männer und ii Frauen, oder 45 Männer und 21 Frauen 
bekehrt; und von diesen waren nach *Urwa*s Angaben einige in der Prüfungsreit 
wieder abgefallen 

« Er lautet: Ibn Humaid von Salama von Ibn Ishäk von Jazid b. Zijäd von 
Muhammed b. Ka*b al-Kurazi; Tab. 1, I192, 3 ff . 

3 Annali delP Islam I, 280: orbene nel testo di ibn Hi^äm, non troviamo l'epi- 
sodio dei versetti sbagliati e non una sola volta il nome di Muhammed b. Ka'b al 
Qurazi, bench^ Tabari citi questo tradizionista in moltissime circonstanze 

4 S. Fischer, Biographien von Gnvä/irsmännern des Ibn Ishak 64 

5 Die Stellen bei Wellhaüsen, Wakidi 465 unter „Ibn Ka*b" 



15] Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Muhammed's. 21 

lich% und gerade die betreffende Überlieferung wird nicht auf diese 
Quelle zurückgeführt Außerdem berichtet Tabarl dieselbe Erzählung 
noch einmal mit einem neuen Isnäd, der nicht auf den Kuraiziten, 
sondern auf Muhammed b. Kais zurückgeht '. Von selten der äußeren 
Bezeugung läßt sich demnach nichts gegen jene Überlieferung geltend 
machen. Es kommt ausschließlich auf die inneren Gründe an, und 
die sprechen so stark wie möglich für ihre Glaubwürdigkeit, da nie- 
mand zu erklären vermag, in welchen Kreisen und zu welchem Zwecke 
eine derartige Erzählung erfunden sein sollte^. 

Von einer anderen Seite hat H. Grimme die Bedeutung der er- 
wähnten Tradition für die Geschichte der abessinischen Auswanderung 
in Frage gestellt*. Er hält daran fest, daß Muhammed wirklich ur- 
sprünglich die von der Überlieferung angegebenen Worte: „Was al- 
Lät, al-'Uzzä und Manät, die dritte im Bunde, betrifft, so sind sie 
die höchsten garänfk^ auf deren Fürbitte man in der Tat hoffen 
darf" gesprochen und erst später den jetzigen Wortlaut hineinkorrigiert 
hat; aber er sieht darin kein abgenötigtes Zugeständnis, sondern eine 
Entwickelungsstufe in Muhammed's Vorstellungen von dem Wesen 
und der Bedeutung der Götter, die er ziemlich lange festgehalten und 
erst in spätmekkanischer oder gar medinischer Zeit aufgegeben habe. 
Alles was die Tradition von der Versöhnung und dem folgenden 
Bruche mit den Mekkanern erzählt, wäre deshalb eine ungeschicht- 
liche Fiktion. 

Eine solche Erklärung, die jedenfalls den Kern der Überlieferung 
festhält, verdient weit eher in Betracht zu kommen; aber bei näherer 
Prüfung wird man sie doch nach meiner Meinung aufgeben müssen. 
Hätte Muhammed eine früher gehegte, so zu sagen relativ berechtigte 
Auffassung aufgegeben, so hätte er sich wohl wie sonst mit einem 
näsih begnügt, ohne den älteren Vortrag zu ändern. Hier dagegen 
hätte er nach Grimme's Erklärung eine frühere, lange Zeiten hindurch 



X S. Fischer, a. a. O. 6z 

a Tab. 1, II9S, 3. Vgl. weiter über die Genealogie der betreffenden Tradition 
Sprenger 2, 56 ff. 

3 Was Caetani gegen die innere Glaubwürdigkeit der Erzählung einwendet, 
beruht auf der gewiß unrichtigen Voraussetzung, daß Sur. 53 von Anfang an als zu- 
sammenhängende Einheit vorgetragen wurde. Dagegen spricht sehr entschieden für 
die Wahrheit der Tradition, daß V. 26 in dieser Sure sich deutlich auf die später 
weggelassenen Worte bezieht 

4 H. Grimme, Mohammed 2, 66 f. 



22 Fr. Buhl, Ein paar Beiträge zur Kritik der Geschichte Mohammeds. [l6 



als richtig betrachtete Vorstellung als direkt fehlerhaft desavouiert. 
Dann mutte er aber notwendig auf die Frage nach dem Ursprung 
jener älteren Offenbarung (als Teil seines Isuräns war es ja eine 
solche!) geführt werden, da er ein Gotteswort natürlich nicht ohne 
weiteres aufheben konnte. Weist dies schon darauf hin, daß es sich 
mit diesen Versen anders verhalte als mit den gewöhnlichen Wider- 
sprüchen im Kurän, so wird dieses Resultat bestätigt, wenn man die 
Worte selbst näher betrachtet. Sie stehen in der Tat mit seinen von 
Anfang an vorgetragenen Grundgedanken im schroffsten Wider- 
spruche und können nicht als einfache Entwickelungsstufe betrachtet 
werden. Es handelt sich hier nicht um eine theologische, sondern 
um eine praktische Frage von der größten Bedeutung. Was die 
Frage nach dem Wesen der Götter betrifft, so ist Muhammed zu 
keiner abschließenden Anschauung gelangt und legt ihnen gelegent- 
lich eine ziemlich weitgehende Realität bei (z. B. Sur. 17, 59); daß 
die Götter aber religiöse Bedeutung für die Menschen haben sollten, 
daß sie auf ihr Verhältnis zu Allah Einfluß üben sollten, hat er 
immer, so lange er sich treu blieb, entschieden abgelehnt. Ist des- 
halb der von der Tradition referierte ursprüngliche Wortlaut von 
Sur. 53 richtig, so hat sie gewiß auch Recht in ihrer Angabe, wie 
jene Worte veranlaßt wurden. 

Trotz aller Schwierigkeiten im Einzelnen wird man deshalb die 
von der Tradition angegebene Veranlassung der Rückkehr der Exu- 
lanten aus Abessinien festhalten müssen. Und man hat um so 
weniger Grund, sie aufzugeben, als es kaum gelingen wird, eine bessere 
an ihre Stelle zu setzen. Die einzige Situation, die noch in Betracht 
kommen könnte, wäre die Aufhebung der Achterklärung, auf die 
Sprenger (als Motivierung der zweiten Rückkehr) hingewiesen hat. 
Aber diese Kombination steht ganz ohne Stütze in den alten und guten 
Traditionen', und es wäre deshalb unkritisch, sie der gut beglaubigten 
Darstellung vorzuziehen. 

* Allerdings findet sich bei al-Halabi (ed. Cairo 1292) i, 436 die Bemerkung: 
nach al-Imtä* gibt es auch eine Darstellung, nach welcher die Emigranten in Abessinien 
nach Mekka zurückkehrten, als die exkludierten Hasimiden a^-si'b verlassen hatten; 
aber es kann kaum zweifelhaft sein, daß dies eine tendenziöse Darstellung ist, zu der 
man griff, als man aus dogmatischen Gründen die ältere Begründung aufgegeben hatte 




An unknown Biography of Muhammad entitled 
Kitdbu man sabara zaßra. 

By 
Reynold A. Nicholson. 

n giving an account of some Arabic MSS. in my possession 
{y,R,A.S,, 1899, p. 671 sqq. and 906 sqq.) I briefly described 
the MS. which is the subject of this notice (p. 908): — 
'^Siratu H-RasüL This fragmentary MS., which belonged 
to Salt, the Abyssinian traveller, bears the foUowing inscription in 
his handwriting: 'A Religious Treatise on the Life and Doctrines of 
Mohammed, bought by me at Mocha, 1805.' It appears to be a portion of 
an extended Life of Muhammad. Pages of it agree verbatim with Ibn 
Hishäm. The first chapter treats of Sayf b. Dhi Yazan, the next is on the 
birth of Muhammad, and the last is on the conversion of Abu Quhäfa." 
Although tolerably correct as far as it goes, the above description 
is very superficial and in some respects misleading. The MS. is not 
so incomplete at the beginning as I formerly imagined: only half a 
page has been lost, and the author's name and the title of his work 
have fortunately escaped destruction. Moreover, on examining the 
Contents more thoroughly, I find that they include a certain amount 
of matter which was unknown to SPRENGER and, if I am not mistaken, 
is still inaccessible. 

The MS. consists of 133 folios written in a clear iiaskhi with 
frequent Omission of diacritical points. It bears no date, but may be 
safely assigned to the 13* Century ^ 



« Such is also the opinion of a better judge than myself, Mr. A. G. Ellis of 
the British Museum 



24 Reynold A. Nicholson [2 

After the doxology, of which the opening sentences have been 
torn away, the author, Abu Bakr Muhammad b. 'Alf al-Muttawwi*f, 
sets forth the nature and scope of his work in the foUowing passage 

(f. 3^):^ 

lijJo^» vxjo Q JIaj dOJi d^kiL^ ^^jlkiJ^ ^ c^, »xIä:* ^o y\ JÜ> 
gtO ^f [C^>^\] ^d-fiub i^'^^^ ^^^^ «i tJyoU eTlJt^ '-iJ»^^^ erlJ\^ ^\ 
sjjy«^ {»^^ ^^^ ^^ <J^ ^^ <J.^^ ^.W <^^^ lJi.a< c^^^ ^ 
dJU\ ^JLio f^^ik.«a^\ ÜjJLm) ^^5^11» U ,^^xJO ^^^*lsi\^ ^j^^ ^i^^ dölJxi^ 

*Jüb ^^ ^^^^-jJLjo \^-aXÄ?* jo^\ ^^\ CUXj^ J[]^ CUa:\^U ^,^\yJ\^ vioJwa:'^^ 
j^^.'O ^A'«*'% ^'^t^ ^JU) \^^^ L^t^^ O^ ^^ «A^ y^^ C^ v^^Lä^ dC^«>.%»M.n » 

er* l^^y^^ "^^^^^ r^ *^^^ ^r^^ f ^ :> <*^^ »^^a-U ^^ ^^ ^i* 

That this Abu Bakr al-Muttawwi*f is not the editor of the work 
in its present shape is shown by the words ^ yi f::^^ LoJä. 
(sometimes with the addition ^^jjLjl ^ ^^ vxia^) which stand at 
the head of almost every chapter. I was at first unable to obtain 
any Information about him and could only conjecture from an examin- 
ation of the isnäds that he probably flourished during the first half 
of the ii'** Century (391 — 442 A. H.). It is unnecessary to state the 
evidence which led me to this conclusion, since it is confirmed by 
a passage in Codera's Bibliotheca Arabico-Hispana (IX. i. 295) where 
we are told that the author wrote two books, which contained a list 
of those persons who had presided over the pilgrims (^L^l^ «^iU^ ^2^) 
on * Arafat from the year 9 up to the year 435 A. H. In the same 
place his other works are enumerated* and it is mentioned that he 
taught in Mecca^ According to al-Balavvi's Adab-book entitled 
Alif'Bä (ii. 224) ^^\ ^^ ^ J^ ^^ vxJi;*^ ^ ^\ ^^\ ^^ 

* Except the Kitäbu man ^abara zaßra^ which is noticed on p. 294 
a This and the following reference were given to me by Professor Margoliouth, 
whose generous help I desire gratefully to acknowledge. Our author is no doubt the 
same Abu Bakr al-Muttawwi'i who, it is said, used to rcpeat the words 3jU\ ^ä JS 
31,000 times every night (Ghazzali's Jhyd quoted by von Kremer, Herrschende Ideen^ 
p. 62). The nisba indicates zeal in piety (DozY, Supplhneuty under f ^) 



3] An imknown Biography of Muhammad. 25 

Ji'^^**'^ er? »^H^Ä^ (Ji «vX-U*o ^y.^w4*J\ k-jU^. Then follows a long excerpt 
beginning iL--«XJ\ (J\ J^^^l ^li* ^Uo which comes in my MS. at 
f. II 6a, 1. 3 sqq. 

The MS. contains 45 chapters, of which three dealing with chrono- 
logy (7—9)» were inserted in the work after its completion — ci^JläJi» 
J5|^^^\ jjjüb Jo (f. 30b). As the MS. is defective at the end, the 
original number may have been greater. Here is a list of the 
headings: — 

1. (f. S^) o>?. sS^ c^ »-^ /^ 

2. (f. lOa) ^.-»Lo Jy^j^\ wXJ^ j^ ^b 

3. (f. lOb) ^^4-^ ii Ä^tMjLJ\ 

4. (f. i6a) ^i.«juo daj\ j^^^ d^) y^ V^^ 

5. (f. I8a) J^^ÖÜ:^ ^^^\ u-^^^ /> 4jb 

6. (f. 20a) dJU\ J^^^ jJy« J\ j^ ^>T ^vxJ ^^ ^.^'^^ y^ V^^ 

^»4y>J^^ ^)Li^\ ^^j^V» -^^^"^^ J^ ^^ ^*-*X-*o 

7. (f. 22a) djui jlSjo ^\ j\ jj^ ^^^.^ "j^ü::! ^^^\ ^.^D* y> ,^b 

8. (f. 2Sa) *j^^ ^5-^ /> S^*^ 

9. (f. 26b) j:^ü:^ ^^\ ^\^^\ /> 

10. (f 30b) ^..^^sJJLj^ wX^ »U^ ^> <^b 

11. (f. 32a) ^^Uü^i^ ^^M^ S ix,UJJ\ e^b 

12. (f 33^) ^^ (i^ ^'^ (^^ ^^ c-* r*^«.5^^ c5r^ S-^'^ 
13- (f- 33^) rrt^^ c^ ^.j^ ^ r^^^ ci^ r*^ l^^^ sV*" V^^ 

14. (f. 36b) ^^j i^.^^ ^)}s> ifj*»-^^ ^ ^»ax>o ^^^^^ ^^^ y> 



15- (f- 38a) ^.y>- «-^^ iÄ?HXÄ. ^ijcLo ,^y^\ ^,^y w-jb 

16. (f. 41a) ^.y^ v:^-^ ifr?o^ f^^^^ e5**y^ y^ V^^ 

17. (f. 48b) dJis, dJ}\ ,^j c^U» ^\ cr^ ^ ^^L-1 /> v^b 

18. (f. 50b) ^^j, ^\ ^j yb ^\ ^)L^\ /> ^b 

19. (f. 54a) d^ dUUl ^j ^(L ^^ ^U^ ^^Uü\ /:> L-jb 

20. (f. Sga) doLft dUU\ ^^^ Äj^bw ^^ jo) ^^Uo\ ^> c->b 

21. (f. 62b) ^iaLo ^^^^\ ^ v^.J^Lj\ wX.-.ft ^^ «^.»Ä. ^\Uj\ j$'> v_jb 



26 Rcynold A. Nicholson [4 

22. (f. 63b) ^^^^J c^ i^-^ «-^.^^^Ä. L-jb 

23. (f. 74b) J^j L-jl^^^ ^^ ^ yi - « -^ V ,4.^^. l \ Aj c^ä^^ Lo y> v_^b 

24. (f. 77^) ^^-M^ J>j\ (i^ <i^^^ i>F^^ /> ^^ 

25. (f. 77a) ^ ^r/ k)^ cu?.jow /> e^b 

26. (f. 79b) ^;;sVriö;^;jjf/ j^^ /> c->b 

27. (f. 8ia) ^ ^y^ ^li» ^^\ «^ ^ ^b 

28. (f. 92a) jixcr ^^^\ ^ ^U» ^\ JU^ ^ 

29. (f. 94b) lliLc <JolkJ\ J\ ^»aX^ l5^^ p^r*" y^^ 

30. (f. 95a) ^<^)L^\^ ^^^ ^.»^^^ ^^ 

31. (f. 97b) vy^^ J^.^^* c> ^-**-J»^ r*^-^c^^ Jv^ /^ 

32. (f. lOOb) 4-ytJ^ *UÄ*i Jj^ ^^ c/*^^ ^^ JÜS^ ,^yJJ\ J\pyi 

33. (f. IÖ2b) ^.^^'^ly^s/'^jü^ ^J}\ Jy^j} ^bai^\ i^ y> 

34. (f. 105b) i>UjJl ^^\ 

35. (f. 107a) XjjoJl j\> 

36. (f. 108b) ^UJ\ 

37. (f. 109a) ^y^\ ^^,X^ ^ 

38. (f. II ib) r*^:^*^ c^ ^^i-o c^ ^^r^ ^.^^^ 

39. (f. 114a) ^^ 0\; ^^ Ua^U^ ^.J^X-o <^^l J^y^ »x-y»-« 'J^ /> 

ob's)! 




40. (f. IlSb) i^.JcJ\ ^.jlLo ^^^\ J^>^ J^^^ jl) 

41. (f. 119^) kSj^^ ^ 

42. (f. I20b) dJis> dJUi ,^^ e?*^^'^^ o'"*^^ f^"^^ y^ 

43. (f. 123b) iLo.JcJ\ ^^ ^\ ^U '^^JZ dJ}\ Jy^j ^^yL f> 

44. (f. 125b) ^yh^ doUr*^"^ JCU-JÖ^ JuU\ ^y^ iL» ^»aJuo ,^y^\ J^> 

45. (f. 130a) ^\ ^^^ jLiU* ^\ ^^U)i /> 

A large portion of the work consists of extracts, which are often 
considerably abridged and othenvise altered, from Ibn Hishäm's 
recension of Ibn Ishäq. Dismissing these without further remark, we 
come to the miscellaneous traditions. I do not propose here to 
examine them in detail and to investigate how far they are already 
common property — a task which would demand more leisure than I 
can spare just now — but it may be useful to exhibit the sources 
from which the author has derived his material in one or two instances; 



5] An unknown Biography of Muhammad. 27 

this, I hope, will enable those familiär with the subject to form some 

opinion as to the probable value of the work as a whole. 

Ch. 2 on the birth of Muhammad is derived from Ibnu '1-Kalbf 

whose narrative agrees with the tradition handed down by 'Ata and 

Ibn Jurayj in Tabari I 1079, 16 sqq., though the latter is rather more 

füll. I append a few variants, denoting my MS. by the abbreviation 

5. P. 1080, 2. S. ^^\ 5. 5. JJi^\ for doJi dJ::^^ U 6. After 

cJUl* 5. proceeds: ^ cJl» p' ix« l,^,;:\^4j^li "^ ^y^^ >C« vi^-> ^^ »>jJ 

J\ ^vXjo cxit^^ ^J\. 10. 5. CjtU:^ for v:u»-J. 5. om. vv. 2 and 3. 

c ^^ pj 

P. 108 1, I. 5. 0;^U with a s/iar/i beginning «^wXäJ^ ^^^ O)^^ U^^- 

S. c>^=^■^• M- 2. 5. *y^ J^. 3. 5. ^j^ and^iy;^. 4. S. ^\S^ 
^Uy*^^. 5. om. vv. 5 and 6. 

Ch. 13 on Muhammad's expedition to Syria with Khuzayma b. 
Hakim al-Sulamf contains the tradition of al-Zuhri handed down by 
Ibn Jurayj and Abu Ma'shar (see SPRENGER, Vol. I, p. 190 seq.) the 
text of which will be found below. 

Ch. 14 on the future Prophet's journey to Syria with Maysara 
gives the tradition of Miisä b. Shayba (see SPRENGER, Vol. I, p. 183) 
beginning iLUo ^^^^La^ \JL^ ^^^ ^^<^ ^^ vi-^ ^^ J>**D 5^ ^ 
JLorL ^^ ^ [MS. v:uUIC)] J^\^ U c^^ Vi ^\ iL^ ^ ^j^y 

Ch. 17 on the conversion of *Ali b. Abi Tälib contains (i) a 
tradition derived from Muhäjir b. Jubayr Abi *1-Hajjäj through 'übaydu 
'lläh b. Abf Najfh and al-Muthannä b. Zura; (2) a tradition derived 
from 'Afif and related by Muhammad b. Ahmad al-Harawi >U*ob 
Sj^ describing how Muhammad, Khadija, and *Ali were seen praying to- 
gether in the time of the Jähiliyya; (3) a tradition related by Abu Bakr Ibnu 
'1-Anbäri on his father's authority from Al-Muttalib b. 'Abdi 'l-Muttalib 
b. Abi Wadä'a, whose grandfather said (f. 50^): ^J.^ ^J}\ J^-*»; ^^}j 
Jä.\ "t-^ ^^'^-^^ C5^ <*— ^^ i^ ^^^ ^^ <y^j y^ ^^^ ^^^ ^^'^^ ^^ 

^jji j.-^ ju cJjj ^\^ LL^j j;:^^^ Jiji U^k 

JUi yb ^^\ J\ ^JL»^ d^jLP aJU\ J^ dOJl J^^^ CUjLJU ju 

ji* dJxj JjLb siXijo ^jj\^ V ju ^uji jij \:>s^\ 



28 Reynold A. Nicholson [6 



--? .- n . .. . ^? 






vjiÄ.yi j3 ^ >«-»-* m„i \ c--^^' ,^^:iÄ. ^ ^i4^.a-*^ ^»^li-Ä. oy^.^ 

in^y\ CUa-^-m» tJJJb Jl»^ pLo^ ^oJLft dJU\ JU» ^^ Jy^j r*^^^ 

(4) a tradition of Ibn 'Abbäs to the effect that ^l^\ in the 
words ^UJ\ ^^T U^ \yLÄ ^ J^ \>\^ (Kor. 2, I2) refers to Abu 
Bakr and 'Umar and *Uthmän and 'Ali. The author adds: 

I will now give two longer extracts, viz. part of the 13*** chapter, 
describing Mubammad's encounter with a Syrian monk, and part of 
the 37*^ in which Pabba b. Mihsan of 'Anaza relates how he was 
summoned to appear before the Caliph *Umar and what 'Umar told 
him conceming the character of Abu Bakr. 






'f^>r*j'^ c^] f?t^ cj^^ c^ ^;-*ic«x y\ UJ Jl» \^^ <^J^ (^'b ^^"^t*-**» 
^^^^ <*j-o oJi^ ^^^^4^1 P' ^^^.j^mJI ^»-j^^a. ^ i^.j^ c>^ J:>^j<i\ 5»^. 

X MS. ^►.^»JU^ * MS. Ujc^U 3 MS. ^^ 4 MS. ,3^^^^ 

5 Supplied in marg. 6 MS. i^j (j * H 



7] An unknown Biography of Muhammad. 29 

^L4^\ J9^\ ^^ l5j^ ci^ ^r*^^^ ^ J^. ^^ f^^ ^^^ ^^tt^ ^^ 
^^Ub ^ ^^ \joj^ Ü!^ c^^^^ ^^"^^ ^^ vJ^*^ ^^ J^^J ^^.r^ vJl'vA^li 
^ ^\S\ \\a1.\^ ^L^\ ^2^ \^l^ \M ^^^^^A^ \jy^LwJ dkVhy\ ^^ J^^ ^ 

jP (3 r^^ ^"^ ^^ ci^ ^^ üy^j c>^^ iÄisxi! ^^^;-;^ *r***-r* 

^OsU dJUl J^ dJU\ Jy^J J"^^ viXJJsJ «;^t» ^J^^ ^^ ^\ S^ ^^ 

üLi <*J ^\ ^ ^^ ^^ v^l; O^ J^; U^ '-r^y^ Jp tS O^**^. 

iL^ CUä:* <"^^ ^^^ ^^ J^ ^^ <J>**!; «Jf^ ^LiJi ^^A; ,^i>J^ c^ 
AJUi J^ ^\ J^^ U^* JjS ^\ iy^^ C^\S^ Cr^y^ c/»^^ Jy^ 
^J.o l^V-c^ J^ Oi ljb>^ ^^^ '^J^ ii*LuJ> jS iH^ ^^'*^^, ^^^ ^^^ 

IAj^* ^^}y l^j)^*fc Lc (.„..'w^^JX^U vJU3\J* *^^V^ O^*^^^ (^'^^'^^ ^^"tt^ ^^ 

v»XJ> J^ r^^ ^^^ ^^ ei-^ ^^ <J.y^^ *J* ""-^^T* lv*Uap\ cJjö^ 

^cicc ^y ^r^V^ 4>* ^7^ ^'^ c>^^ i.J^\ «J^ 4:^ ![;^ .J^*^ i..^ 
K^ L5^^ ci^^ V* **^ j^. J-*?* J*^^ O) ^^^^^^^yo c^ jy o-:^ 
Ji^^ yb^ yb JlÄJ CX^ d<^ r^^. <^I^^ p* l57^^ ("^^^ ^^^^t^ ^^ 
jJU\ jLo dUU\ J^y^^ Jo^. ^-r^y^ O^ cr^ ^.j^ ^^ ^^^^ '^ J^^^ 

,^b ^^t^. J^A^^ Jk^lXil» dJuyiM Jblji ^\ tfJ^ (^«^OA \3L« ^kLm>^ ^^"^^ 

i<iÄ.^ jk cr^ ^^ O^X^' t/*^^ J-t*^ i-^U jT b c^U jT b dJ^-o 

f^ '^ J^^ f ^ r.^^ »^^^ p^ <*-^ '^^'^ <3^^^ J^^ <kXÄ^^-o J\ ^^^A-uo. 
yb e-^^ J^ U sx-,^ j^^ Cj^y^^^\ ^^ v^^^jjf C5-^ r^l) ,3^^ *-• 
k;^ar^^ «jofc c^' jjU\ 3\ ij^^^ «>>jb i :5^^ ^^^ <^^^ i;i^ v^v^^ 

yb pLo^ d^jLP dJU\ j^ dJUl J^^^ l i,.Vjg^* ^\ iys^^ J\ <j^ Uy^ 
^*Iä* yb^ y^^ ^^"^^^ (jy^-***-%J^ ^Jus.*AJi b JUa^, ^2^-^LäJ\ vIL>; J>**i) 
U <*J JUl* iU^jaL ^ J--jf\ ^" ^y «Uoft ^^^ Is:* <*^U>\ ^^^ c^t^^^^ 

vioj^ ^'jLä.^ ^ ^>b;* cy^^ '^ J'* ^^y* Cr* ^3 iJ^y ^ ^^ er* vi;»^ 
^Lo^i ^r ^ jua? ^jji ^^\ ^\ j^y \ u,?.! e^\y\ jui Jiy^\ 

yib Lc* jjl* Ijc^ ^i^y^ vXaU» ^7^^=^ s*X%.V^,V,4**^^ \C«\ ^i^-^^ Ü*.^^ L^^^ 

* MS. f-ujJb^ 



30 Reynold A. Nicholson [8 

ÜuL^ät^^ nSjb ^^ j^l ^\ JU sifj^ ^:^^ sif^ (^^ ^iClyÜ jxLo Jil» 
doU ^ jrjjo ^^ i^.\^ dJ 1y ^^ >LoJ\ ^ ^jk^cJ^ >>aj\ ^ ^j4^. dJ\ 

dLtJ»ja^ ci^> ^\^ doJlft ^JvXäJU dJU\ r[j^\ >y4er^^ ^^ß^ ^"^^ ^ O^^ 
wC-^ b Jlü J^-*>^ ^^^ AJU\ ^J--o dJU\ J^^^ »^ J-t^*^ ^ du*^ ^ 

,^^JJ\ ^^^^1 cX.^.****.^ ^^\^ ^^^ c^ *^^^^ «3 ^.|; ^ '--Ä^ »^^ lS;'^ 

^ ^^li\^ ^y ^ viXiKX-a^ ,^\^ ils:r* ^LJ^ c^ vi^<^ ,3^"^ <^1^ 

si^^ys^ C< ■»■*.) b\ Pl40^ ^lJlp dJJ\ ,Jw» dJJi J^y J'j^^ «>^ (J^ ^-i^ 
Uu»^ i5L^ JCs ^\^ L5^^^ <*"^^^^ ^^^ ^^ ci^ ^^ «J.^^ C^ ^'^ *— ^^ 

yi^U^b i^^ ju d^\ ^ l;;!» pLc^ ^lJlp djj\ J-o ^jj^ j^^^ ^ 

^^yoLoi >J^ *^>jLftj viXX^'i jJü dJJ\ J^-4*i; b <*^^^ ^^,j^ ij^ <j^^y^ 

,^Iä-T^ viX^j^wu ^\> ^^ jP J^y\ ^f viX;^ ^[^^] c5^4t-^ Ui j^xa 

4'*^J\ CU^y >\j^ O^^-^^ UjüLo\ dJJ\ Jy*o-i, 3UXJ^ ^2^,»A*Jb 4^^^ 

^y\ JycA s::u;i\^ '^t-^^^^ "r^^ v:uä.Uä.\^ "*o*^.>y^ ^^^-«r^.^ 
cukiLo^ u^iiliJi cu>a3.\^ *L5^^j^^ »^ä)^\^ *^:sLfj\ "jT ^^^ 



I MS. apparcntly ^)^ * Supplied above by a later band 

3 The restoration of this difficult passage is cntirely due to Prof. Margoliouth, 
who kindly corrected the faulty MS. rcadings and supplied the references to Ibnu 
'1-Athir's Nihäyat ß gharibi 'l-hadith (Cairo, 13II) 

4 MS. f>-J\ 5 N. (i. 127) «w^aÄxJ\ i*Xi>^ J^/4a^ ^^^) ^^'^ l5^ 

6 MS. UäJ -s^^ 

7 MS. U-Ä.^;f^^ C^J^^> ^' 0* ^^4) Li^-^i-^ ^U>flJ\ j^> ^\ 

8 N. (iii. 193) I^IäCU**^ 

9 MS. UlÄ'Ci.***^. N. (i. 260) gives^lX.isÄX<*4A^, but (ii. 150) iXX^^j g u^^ 

10 MS. ^^*^.>_^1 J»;'^^ " MS. ^i-^> 12 K(ii. 179) f-viJ\ d<>J\ ja*.^ ^\ 
13 MS. dc^^oUl X4 MS. <^^^. N. (i. 75) U^\ f^^^, . . . fOikJ\ ybj ^yb 

15 MS. CX^^. (N. i. 255) J-:^^ dcJi^ ,^^ ,3J^\ <Oä. o3> »3^ 

j6 MS. IäxXJI. Prof. Margoliouth suggestcd U:\**J\ 17 MS. J-»^^ 



9] An unknown Biography of Muhammad. 3 1 

ij,lf»^^ yifj^ ^^ C>\ (J-*-^ <*^ ^^ j-^ <^^ J.r^^ J^ i^y^^*^ 

^^li c->yuJ^L^^i ^j\ j-jj\ ^^^4.^ ^y^'-? <^. ^*'***-^^. ci'^^ ^^^^ ^^ 
^ ..■»,4-in jik) j^^xä^ J-:^^ ci^ ^y^^ ^i^j^n ^,^^-u^^ doj^^ ajj\ c-;ii* v-^i^* 

iL»-üü\ ^y^ dJüLi^ (J<^ <3^^ O^^ ^^^ ^^^ S-''^* S-^^ o'^ '•Wr*^ Cr* 
«^liLJb i^Uft ^.^^^^ ^^^^ O^^ i.Jji\\ ^y. AJJLai^ v->.j,Ba^. JJ>LJ\ ^^1^ 



^wL« v^> ^^^^>L^Ui doLfr dJU\ (^^^ r*^ 1^"^ W P^ ^*^^ ^^^ ^^ L^^ 

b ^y^ ^\ C.J3 J^b ^^^^ viX;.^ ^^^ ^siJ\ Ui Jl» dCx^M c^> 
C5^^ vi* j^^ <^^ L5^b ^^ '^'•♦^ LUkaL IM ^^1^ ^;^>^^\ ^j^\ 

d^\ c^»iL5 dcu ,iXJ> ,^^-^bU viXJ l^^X^ ^^J^^ ^uo^ d^^dft aJU\ jLo 

IS dJ ^Jk^ C^Xsl^ l^b doLp dJUi ^^^% -»^ 5ÄvX>U ^^sJ;jj> si^\ s^X^ 
v»XJ dJUi ^AiL.> L5^^ ^ r*^ '-^^ J^ »xi^^^ <*J^ ^y dJU\^ v:u>\ Jl* 



1 MS. <O.^Jüb. The true reading is uncertain 

2 Or ^^^.--*Aj\y\. The MS. reading is doubtful 

3 MS. 0^3-* erased with variant ^ % ^ in margin 

4 MS. «JUi^-aS 5 MS. y^d^ 6 MS. <^5^^ 



32 Reynold A. Nicholson, An unknown Biography of Muhammad. [lO 

v»ö*iXä.1 ^^\ joy J4^ ^ jTj ^^^ j;^ j^ ^y.^ ^ ^^1 ^^ iUJÜ 
-yL Ol* ^^^^^ ^^ (J^ ^^.4-;.^^^J\ ^j«^\ b ^^jo CUXj Jl* ^^y.^ ^^^^^^ 
yl dc«.^ ^LJ -.yL JLL« Jjb\ ^^ ü^bb ^J^^ d^>J^ ^^ ,J^ ^^ U^^; 

^Jüb «Jy\ Lo yo bb \Jjb U ^Ju*>^ doJLft dJJi ,J-o dJJ\ J^-M*; <^ JUi 

^yu c^^jdj^ />i^ viC<.u ^^u jÄ.yi j?>t djji j^^^ b ji* vixxi ^^ 

bbl^ L^ ](^^ C^^^A. ^^j.^ <^cioLo\ Lj^y>^ vi^ ^Juü^ d^ jJJl J^ dJJ\ 
^biJ\ ^ ^*\ f^^Xft. Js;^-«^. (J*^^^ dJubl^ ^ Ay^'w c^ *>'w jj» L^i Jo y^ 

s.^ ^ ^}^ ^li AirL>\ ^^^Xa. ^ÜLrL^* M ,3a:'b vi^Cijo ^JJ^^ Jl* IS* dJiili 
^\ ^^ ^^ J^^ ^>y ^ U,^* ^^. c;^yo y\ ,^yL^ »^U\^ oCUw 

dkfiy«> ,J.ii^A Ob^ <Loc»fcJj aI doOyÄ^^ ^*^JLjta^ ^.^uojJi A » i> lU a^Uo^ ^oJl» 
dJJ\ Jl ^^* ^ yb bb Jyu ^^ dodfr dJJ\ J>o dJJ\ J^x*,^^ ^Xs:^* 
Q^ ^^^^ JkMx» ^iLJUkll «,^^. y^ (^^ vi"* düU^^ dJJ\ Jjili Ua* 
Jl»^4Ji^^ ^^^^l>b A***^ ^^ ^^ vi-^ ^^ J^-*»^ (>y UI» <^y. 

^3 ^IIä* JUi ^>j^ <3*>b J^'^^ Uüb* ^1 J.r**l) ^^^-t^ ^. «^^^-^J^ 
^^bl \> U^ viXiMsi^ (>^ ^y^ Oyw; ^^UMl ^ j\^ '^^^^ 

.. ^ w* ^ ^ 

dJJI^ ^^15^ dLJL* LOjUi Jl» ^^oJlft ^4aJ:JölÄJ^ pLo^ doJLft dJJl J!^ dJJl 

A^y. \Ju|,i ^"^1 '^'^^^ 

X MS. (^'^^^ 2 MS. A:.>Ut>^\ 





Eine Qorän-Interpolation. 

Von 

A. Fischer. 

ach den Übersetzungen zu urteilen, die die abendländischen 
Qorän-Interpreten von Süra lOi, 5 — 8* geben, enthält diese 
Stolle keine besondre Schwierigkeit. Die vier Verse lauten: 






# •• ^ ^ 

s 






*:;^^ 






^^^^\^ ^b A dc>jb u s^\^>\ U^ V ^.^Ia 6^\a ö^^iyA «jUAAi. Dafür 



haben die besten zur Verfügung stehenden Übersetzungen: "Moreover 
he whose balance shall be heavy with good works, shall lead a 
pleasing life\ but as to him whose balance shall be light, his dwelling 
shall be the pit of hell, What shall make thee to understand how 
frightful the pit of hell isf It is a burning fire", mit der Anm.: ''The 
pit of hell\[ The original word Häiviyat is the name of the lowest 
dungeon of hell, and properly signifies a deep pit or gulf*' (Sale, 1764); 
"Then as to him whose balances are heavy — his shall be a life that 
shall please him well: And as to him whose balances are light— his 
dwelling-place shall be the pit. And who shall teach thee what the 
pit (El-Hawiya) is? A raging fire!" (RODWELL, 1861, mit dem fast 
wörtlich überstimmen Lane Poole, 1879, und Palmer); «Celui dont les 



> So nach der Zählung Flügel's in seiner Qorän-Ausgabe (von mir hier durch- 
gehends zu Grunde gelegt), mit der im vorliegenden Falle z. B. auch die des Fleischer- 
sehen Baidäyl sich deckt. Andre, wie z. B. Zamahsan, KassäJ\ ed. Lees, rechnen die 
Verse 5 und 6 als je zwei (vgl. auch GRUkiME's Mohammed^ II, S. iii), aber schwer- 
lich mit Recht, wie schon der Reim zeigt. Leider fehlt es noch immer an einer 
auch nur einigermal^en kritischen Ausgabe des Qorän 

Nöldeke-FestschrifL 3 



34 A, Fischer [2 

CEuvres peseront lourdement dans la balance aura une vie agröable. 
Celui dont les oeuvres seront legeres aura pour demeure la fosse {El- 
hawiye), Qui est-ce qui peut t'apprendre ce que c'est que cette fosse? 
C'est le feu ardent»» (Kasimirskt, 1865); „Derjenige, dessen Wagschale 
schwer ist, wird sich im Wohlleben befinden, die Mutter desjenigen 
aber, dessen Wagschale leicht ist, wird die Hawiya sein. Weißt du 
auch, was das bedeutet? Ein loderndes Feuer**, mit der Anm.: 
„Hawiya heißt die fallende, stürzende, dann auch eine ihrer Kinder 
beraubte Mutter. Man sagt: hawat ommoho, wörtlich: seine Mutter 
ist gestürzt oder kinderlos geworden, d. h. ihr Sohn ist in der Schlacht 
gefallen. Die Commentatoren glauben, daß Hawiya hier Hölle be- 
deute" (Sprenger, Das Leben und die Lehre des Mohammad^ II, 503); 
„Nun, wessen Wage schwer wird sein, Der ist in Lust und Liebe; 
Und wessen Wage leicht wird sein, Des Mutter ist die Tiefe. O weißt 
du, was ist diese? Glut, brennend heiße" (RÜCKERT); „Und wessen 
Schale sinkt, wird vergnügt und gesund; Doch wessen Schale steigt, 
stürzt in tiefen Grund. Was macht dir sein Wesen kund? Es ist 
ein glühender Feuerschlund" (Klamroth); „Wessen Wage schwer 
(an guten Werken) ist, der wird sich in einem glücklichen Leben 
sehen; — wessen Wage aber leicht ist, dessen Mutter ist der Ab- 
grund" (Grimme a. a. O.) u. s. f.* 



s Für den, der etwas tiefer in die Geheimnisse der larabiui eingedrungen ist, 
kann es keinem Zweifel unterliegen, daß unter allen vorhandenen, vollständigen wie 
partiellen, Qorän-Übertragungen keine einzige strengen philologischen Anforderungen 
genügt. Eine sehr respektable Leistung war für ihre Zeit die Übersetzung Sale's, 
die nicht ohne eine gewisse Berechtigung bis in die Gegenwart hinein immer wieder 
neu aufgelegt worden ist; sie steht aber natürlich heute nicht mehr auf der Höhe 
der Arabistik und der Religionswissenschaft, speziell der "Wissenschaft vom Islam. 
Seit Säle hat sich unter den Qorän-Übersetzern, soweit sie ihre Übersetzung auch 
veröffentlicht haben, eigentlich nur Sprenger ernstlich bemüht, tiefer in das Ver- 
ständnis des Buches einzudringen. Leider aber besaß dieser neben einer stupenden 
(im einzelnen freilich keineswegs immer zuverlässigen) Gelehrsamkeit und neben 
einer Fülle von Geist und Phantasie" nicht auch die erforderliche allgemeine philo- 
logische Schulung. NÖLDEKE beschließt die kurze Musterung, der er in seinen 
Orit-ntalisc/ien Skizzen ^ S. 61 die Literatur der Qorän-Übersetzungen unterzieht, mit 
den Worten: „Fleischer's Koranübersetzung harrt leider noch immer der Heraus- 
gabe". Hierzu möchte ich bei dieser Gelegenheit mitteilen, daß ich — in der wohl 
allgemein geteilten Überzeugung, daß eine Qorän-Übertragung von Fleischer's Hand 
namentlich in syntaktischer und lexikalischer Hinsicht alle vorhandenen Übersetzungen 
tief in den Schatten stellen müsse — mich Ende 1901 mit der Absicht trug Fleischer's 
Brouillon als Manuskript drucken zu lassen, dabei aber leider konstatieren mußte, 



3] Eine Qoran-lnterpoladon. 35 

Lauter glatte und, wie es scheint, durchaus plausible Über- 
tragungen, die eigentlich nur in dem einen Punkte differieren, daß 
von der Mehrzahl der Übersetzer für das bildliche p V. 6 die Sache 
die sie darunter verstanden (**dwelling*', "dwelling-place", "demeure'' 
etc.), gesetzt worden ist, währenci SPRENGER, RÜCKERT und Grimme 
das Bild beibehalten haben, offenbar aber ohne es anders zu verstehen. 
Die Fußnote bei Sprenger verrät allerdings, daß er in den ein- 
heimischen Qorän- Kommentaren allerlei „Unstimmigkeiten** in der 
Erklärung von i^^li <*^ti gefunden haben muß. Wie man aber sieht, 
ist er nach seiner Art rasch darüber hinweggeglitten und hat sich 
bei der hergebrachten Übersetzung beruhigt. 

NÖLDEKE, Geschichte des Qormis, S. 78, und HiRSCHFELD, New 
Researches into the Cotnposition and Exegesis of the Qoran^ S. 58, 
ordnen Süra loi kurz chronologisch ein, ohne Einzelheiten zu be- 
rühren. 

Man darf von vornherein annehmen, daß der geschilderte Sach- 
verhalt ein genauer Reflex der Exegese ist, die die im Abendlande 
am meisten benutzten einheimischen Qorän-Kommentare unsem Versen 
widmen. In der Tat geben Mahalll (im Tafslr cd-Galalain)^ Baidäi^i, 
Saihzäde (in seiner Häsita zu Baidäyl), ferner z. B. noch an-Nasafi 
(in seinem Madärik at-tanzll betitelten Kommentare), Muhammad b. 
Abi Bakr ar-RäzI (in seinem Unmüdag galil fl baiän as'ila i^a-agidba 
mm rarä^ib ai at-tanztl) und Abu lahjä Zakariiä al-Ansärl (in seinem 
Fath ar-Rahmän bi-kasf ma ialtabis ß'l-Quran) dieselbe glatte Er- 
klärung wie die abendländischen Übersetzer. Vgl. MahallT: (^^U) 

»jip.1; Baidäul (ed. FLEISCHER); ^^ ^.^U»J^^ j^^ <^^Ui (Äi^^ti i^^) 
^5^ 0^> (i^^ 3^ ^^ ^ ^y^ '^^) J'^ si^viJ^ i CjM % X J ; Saihzäde: 
XiU ^\j3 dJy ^\^ ^UJ\ *U-ajf ^^ Äj.^UaJl cS vi-ft (;UJ1 »^^Ui dJyJ) 
^J^^ vü^^ Ut^^ »LoaJU ^^)b ^LÜ\ C^ 1j ^ *ly do^.--»ijJ\ J-^' ^:j^ ^.^^ 

U^\ o^V^- H»lb U^^ >h^^ ^^^ r^ ^ Ut--^ J^ H»^^ 

daß es spurlos verschwunden ist. Vielleicht vermag einer der Leser dieser Zeilen 
über seinen Verbleib Auskunft zu geben. Thorbecke*s handschriftliche Über- 
setzung yon Süra 50—114 (s. ZDMG. 45, S. 480, Nr. 1$!, e ^ Ms. Th. A. 97, e) ist 
eine flüchtige Arbeit ohne besonderen Wert 

3* 



36 A, Fischer [4 



a 



ijojJo ^ü ^ ^ «^^Jsjs* \jJC-*-^ -oL ^ü dJyii ii.^l^i «-^w.«^ ^^<t*^ 

J\ i^y^\ Nasafi: ^ ^Ji ,j;^UiJ J-ct»^ ^^^ »\^U^ a,.;.<, .,>«.»> (i^^li a^^U) 

i^.^li; Muhammad b. Abi Bakr ar-RäzT (mit dem fast wörtlich Abu 
lahiä Zakaniä al-Ansäri übereinstimmt)': aJJ\ Jl» UL^ (J^ ^U) 

J\ doU.1 J,\ L^^ pr^' (^ ^>^^ dLA^oJJü. 

Trotz alledem hat die Deutung der vier Verse ihre Schwierig- 
keiten, und auch die muslimische Qorän-Exegese hat, trotz Mahalll, 
Baidäui, Sail}zäde, Nasafi u. s. f., von den ältesten Zeiten an diese 
Schwierigkeiten, wenigstens teilweise, erkannt und anerkannt. Man 

vergleiche Tabari*, Tafsfri ^,^^ ^^^ ^j\yc cxilsL ^^ Q^ dJy^ 

/> j?.^txji jjb\ jü; viu> ^ uli ^jji ^^ ^ ;:lw^ ^i ^y^^u^ 

^ U\^ 3ij>Uj ^^ «^^^^^^ '^ U'^* *^j^. '^ lJ'^* r**^ LojLä. »^> ,JU ^*J^ 

^_^A ^UJ\ ^_^\ V'tt^'^^ *J^ ^^'^ ^'^ i*>Uj> ^^ j .»,i>x> ^2^ ^y ^\ Lo 

vioci^ll ^^ ^^.♦JC* ^^ ^y ^^\ Uj* JIj ^^)\ vX^ ^^\ LojLa^ Xül vli^b 
^^^>J^^\ ^\«j;\ J,\ <*^^^ »-^^> Cr*^^ ^^ ^^^ J^ c^^^ ^^ ^^ Cr?^ 



« Derselbe Passus, als Zitat aas KarhT*s Glosse zum Tafslr alGalälain^ auch 
bei SulaimSn al-Gamal, in seiner al-Futükät alilähiia betitelten Glosse zu demselben 
Grundwerke * Ich führe die Kommentatoren ihrem Alter nach auf 

3 Qatada b. Diiäma, hervor rragend er Traditions- und Qorän-Kenner, starb, 
56 Jahre alt, um 117 d. H. — Ich erläutere hier nur die Namen der wichtigsten 
und ältesten Gewährsmänner TabarT's 4 Ausg. fälschlich Jl* 



5] Eine Qoran- Interpolation. 37 



^^ (3 *>^;; c^^ J^ J'j» »-r^^ c^^ ^x^ ^^ ^y^* t^»^ **"^l) vi* 
U, J\ ^^b^ ^T-t^^ 5^7? C5^^ «^^(^^ ^^ i^ ^^^ ^,^UJ\ J^ ^^'^ «Coli 

«* .♦•• II.. f ..•• II.. - ^ ,,%-# .-'i^rf ^*\A'^^ f .. 

L5^ L5^ J^ L5?^ L^^ J^ "^^^^ Cxi *>^^ v^^^-^^ '^^^^ ^^^^^ ^f^ 

^ c^?. rJ >^ UtJ^ U^^ »V^ ^/l^ U^ «i^to 0)1-0 uJiSi A^f 5UJ\ 

J\ iLLoUl jü; Zamahsarl, Kassa/ (ed. Lees): ^y ^r* [^^^* ^^] 
j.Ki eUA^ kLü ^\ ^yt 1>\ <kl5 «J^f O^A ijSj^b J^j}\ J^ My$ \i\ 

j^Äi AJL>\\^ C-Jlä. j^ Q^ J-Jf dJl^ ^ ^S-'^^^ Cr"^ ü^^ »3^^. ^^^^ 
;LJ\ Ja! ^^ iiL^^ ^UJi U^S^ ^LJ\ sX^\ ^^ i^.^U J.^^ _ viU* 

[^>jb] Lm^^^^Lc l(j^» rj^* ^^^ ^^'(jrw j^ ^ ^.^^ ^^^U ^U ^.)bb ^U 
J\ Jo^Ub ^;-;^^-o; al-Fahr ar-RäzT, at-Tafslr al-kabfn i^\^ <*Jyf Q 
j^^ ^UJ\ »i^Ui ^ijtJli^j ^»>^<t*^ l5^v« U»<^ ^l-^^ J^^ L$r^. <*-«^-%J^^ 

> =Bädäm, Freigelassener der Umm Häni*, einer Base des Propheten, Tradi- 
tionarier 3 Sara 3, 144 und 24, 56 

3 Der bekannte Vetter des Propheten und Begründer der offiziellen muslimischen 
Qorän-Exegese 4 Ausg. falschlich \^> 

5 Übersetzung und Verfasser des Verses unten S. 47 



38 A. Fischer [6 

<kiiS3 Nl5o^ iSjÄ. AlJiT Oyfc oJü viUib^ kJL*ü ,^\ ^yb \>i ^'^ ^^\ Oyb 

Jli (iSjb Ci v»J\J>i Ix^) Jli* p* viUib jJC* <*^J^>* CJlä- \jAi Q^ J^ 

J\ Äj^Ia ^-;w.%-<> ^r viuJÜJl ^-;^.4*JL:Ji ; Nizäm ad-Din al-Hasan b. Muham- 
mad an-Naisäbüri (Ausg. am Rande von Tabarrs Ta/srr): <*Jy Co\^ 
IJüb^ «^U^Jl ^,^1^1^ ^^yiJL\ ^^ ^Ml ^\ Uj^^l ^y^*^ ^^<^ ^.^^ ^^^ 

i>U»^ JJ^l^ J^J^'^\ Jli^ ^i^l^ ^ji.>5 ^^\, Jipb .loJ* ,UoL)\ 

jjy^ ^LJ\ yb ^\ ^^b ,^JJi »i^Lc^ dJ^^ c^'*-^^^ '^^-^^^ ^'^ Ur>'^ 
r-^»--^^ lyii* c)^^"^^^ ybllaJl yb IJjb Ä^.^U^J^ ^ ^^ i^ ^ <^y ^>^^ ^»^ 
J\ ^.^Iä <*^li ^y U^^ Jjo ^^\ i*^\jJJ; Häzin, Lubob aMä'wflx 

^\ (iljli) 3^ J^ ^x^ P ^.^U^^ e5^. (^ ^ ^1;^^^; al-HatTb 
as-Sirbinl, as-Siräg aUmunir\ U^ U^l <d-ai*^ ^.^y c^^ v3^ (<^U) 

^ ^> ^)p* 5^-*^*J^ /> ^^U:^V\ ^^ db.^)ls il^U i^ ^3 y^ yjli 
^^ ^1 i^^U^i^ ^^r U^J^ ^ ^> UilS' ^V\ />^ Uli* L^viÄ. 

^\^ ^^ ^U^y ^^ k*>U» Jld^ Iä^* ^/^. "^ <^ya^^ e?^^ f.^ljr^ *U-*o\ 

(ji^ .... d<-t*»\^ p >\^ j^^ <*^^ o^A j'-H *^.»xio ^f ^3 gs^ \>i vj^y^ 



» Ausg. fälschlich 

2 Vgl. zu dieser Redefigur Mehren, Die Rhetofik der Araber ^ S, Iff u. 185 



7] Eine Qoran- Interpolation. 39 
i^,^UJ\ Jt (iS/b \^) Jlo yA^ hlJS i.^> J^.^txJl \Jüb 

li Jij^'f u^ i)^\ j;r ju^ JL;;* u: i5\yf c;; Uä ju (j^- ^u) 

J\ Jj^i ^.^gJü sl}JjS ^j*^ ä^.^U Uaiy^ ^^x^^^äT«; Abu-s-SuJüd, Mad 
al'iaql as-salvm ^^^^X^ ^'^^ sL^ ^^^ ^^ (^^^) »^^Ui ^3» (iiU) 

J.A-**)^\ S-^^^ ^^ ^^^ J^^ lAi^Ar^ ^^^^ UyÄ-^ ^.'^ '-W 

/^ (3 ^.^^ ^^h f^ t.5-^^^ O^ L5^b '**^/f^ *^^' C^^ '^T-^ 

li Jiyf i;:^) ji;»3- ^y^ü jiiy.\ ^Ä j;^i\^ u,y:j^ i^^ ^. aj^) ^^4^ 

endlich noch Sulaimän al-Gamal, der in seiner Glosse zum Tafslr al- 
Galalain (s. oben S. 36, Anm. i) neben allerlei Auszügen aus seinen 
Vorgängern, die nichts Neues enthalten, die Notiz bringt: ^ Äji^U^JI^ 
^^yy^\ CJuiAi}\ jäJ und as-Sihäb al-Fafägi', Hdsiia zu BaidäuT, der 
seine Bemerkungen zu V. 6 unsrer Süra mit den Worten beginnt: 

»yii^ und sie im Anschluü an die Worte Baidäurs U^U-**)\ ^^ io^L4aJ\^ 
(s. oben S. 35) mit Zitaten aus Gauharfs Sahah und Ibn Barri's 
Glossen dazu beschließt. 

Die arabischen Lexikographen haben sich nämlich, wie natürlich, 
gleichfalls mit unsrer Stelle befaßt, hauptsächlich wegen des Ausdrucks 

io^li, der ja für das Verständnis von V. 6—8 den eigentlichen Angel- 
punkt bildet, sodann auch wegen des danebenstehenden «Jo«i. Sie 
geben, alles in allem, dieselben Erklärungen wie die Qorän-Exegeten, 
bringen aber einige Züge bei, die neu und nicht unwichtig sind. 

Vgl. Sahah s. V. ^^ä: y^, i^f^ ^^a^ ^LJi *U-*o\ ^^^ ^1 ^iT^U^ 

4^^L^\ ^ \Sy^ Cr^ Cl-^^ ♦ Uä.Lc^\ ctUJb y Ä-i* b 

« jlkrima, bekannter Überliefcrer, Freigelassener des Ibn jAbbäs, f um 104 d. H. 
a Hafägl (f 1069) ist älter als Sulaimän al-Gamal (f 1204). Wegen seiner Be- 
rührungen mit den Lexikographen habe ich ihn aber unmittelbar vor diese gestellt 

3 Die Vokale rühren von mir her. Die Büläqer Ausgabe des Sahäh, die ich 
benutze, enthält bekanntlich leider keine Lesezeichen 

4 Verfasser und Übersetzung s. unten S. 44 



40 A. Fischer [8 

h 

c_j^^. o-tt^ t>^' \3^^. '^ ^^ * - ** <^^' '*-'^*^?. '^ ^^' «w^y^ 

^ -» 

Z,^^// al-^iarab s. v. ^yt (XX, ro.f.): *U^l ^^ ^1 iu^UJ^^ ^.^^^ 

i\Ji\ **3^^^ '-^ *^^^^ ^.^'^ «Jj;Lo ^.^Ia d^ ^.^>Qj>.^ Jl»^ dü^U 

^ ^LJU lÜIft U-toi do.^U CUil^ ^ ^^ ^^1 Jl» ^UJ\ ^3 v^y»^* <*-^|; ^ 
kiü-* ^^ ^^ Jl»^ U^ viJjJJ '^ «^.j^r^ ^ ^.^UxJ^^ ^^^^ <3 '^^;-^. 

33;?! ^^ ^. ;>^^ und s. v. ^\ (XIV, r<^% Mitte): 5iu JU:> dJy^ 

ikSLü ^\ Ua^j 7if^ al'iarüs s. v. ^yt (X, £n, 2): ^»V ^ (^.^^^) 

^-j^ ^\ k\x^ ^^l <*JJl> ^^ Uoi^ (do^L^i^) ^yb^i •.-aXsI ^^^^ Ai^Jc* 

J\ ^Is:*^^ J,^ O-:^'^ (Ut-^ ^^ '^^'^^ ^»-^4»^.) i^U-**>^ (alles weitere wie 

im Sahäh und Lisän \ neu ist nur noch die Notiz zu dem Verse Oy^ 

J\ dJof; ^.JJo ^ft ^^A^\ ddiii dJjiL^ ,^!>Ij ^ (^.^^Ä. dCIoi c^Jüb ,^1) und 

s. V. ^i (VIII, IA% ult.): i^.^ti iili JUj dJy doLx^ (cA^O f^^ 0) 

iüaSUü ^^1 L^--i Ä^.^Iä 6^^ *^T J^^ >UJi doXi4*x ^ etc. 

Die einheimische Exegese gibt also statt einer einzigen drei ver- 
schiedene Erklärungen der Stelle, von denen sich zudem eine, wie 



* Dazu am Rande: 



;: io\^y\ ^yb^i ^ \1\^ ^^ULoJl Jls «Ci^ Oy^ <^y 

<*^Äxi'*=^ <*w.-J^ v3y^)^^ »-^.^M»^ <3 ,3^^ ^ Ausg. ^jiy 

3 Am Rande wird dafür mit Recht bloßes ^^yb vorgeschlagen 



9] Eine Qoran-Interpolation. 41 

sogleich noch näher gezeigt werden wird, in vier oder mehr Spiel- 
arten präsentiert, und ihre gründlichsten und gewissenhaftesten Ver- 
treter stehen, wie nicht zu verkennen ist, auf dem Standpunkte des 
„non liquet" oder, um muslimisch zu reden, des ^\ ^\ ! Welche 
von diesen drei und mehr Erklärungen verdient nun den Vorzug? 
Ist es wirklich die, die der Chorus der abendländischen Übersetzer 
einmütig angenommen hat? 

Die Erklärungen sind: 

1. .\ in <*-«l» steht im Sinne von ^v^ f ' „Schädel", auch „Gehirn" 
und „Gehirnhaut (meninx)"* oder von bloßem ^\^ „Kopf", und Äj^U 
ist einfaches partic. act. von ^j;yb „fallen, stürzen" (passim). 

2. ^^\ steht metaphorisch fiir ^^^^y^y \S^y y^X-u*^ o. ä. „Wohnort, 
Zufluchtsort, Aufenthalt" (passim; Hafägl sieht dabei in dieser Metapher 
einen ^^j^ „Sarkasmus") oder für J-4\ „Ursprung, Grundlage" 
(Nizäm ad-Din an-Naisäbürl). ^.^'^ bezeichnet die „Hölle", ;UJ1, 
^^S^y und zwar entweder als Eigenname (passim) oder als Appella- 
tivum. Als Appellativum wird es dabei als gleichwertig mit ii^i^ 
„Abgrund, Schlund, ßapaGpov, vorago" (passim) oder als Metonymie 
für iJiU dÜ)ü ^ü (Hatib) aufgefaßt. 

3. ^^\ bedeutet, wie gewöhnlich, „Mutter" und i^.^l* ist partic. 
act. zu Oyi „sie (eine Mutter) ging zu Grunde" oder „wurde kinder- 
los" (passim)*. 

Über die erste Erklärung werden wir, obschon sie offenbar sehr 
alt ist und Namen wie Qatäda, jlkrima, al-Kalbi, al-Ahfas u. a. sie 
stützen^, ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen. Auf die Vor- 
stellung, daß die Verdammten kopfüber in die Hölle stürzen, haben 
offenbar Qorän-Stellen wie 50, 23. 25 : ^\jS J^ j^^(, > (3 ^\ rr 



« ^\ Jl 'Jll z. B. ATäffii/ rvo, 12; läq. I, ir% 17. Für „Gehirnhaut" sonst meist 
j^LojJl '^i, s. ATämii T£, 10; rVO, 5, auch ^U^\ '^^\ s. ibid. Z. 13; Lane, Lexicoti, s. 
^U> etc. Vgl. zu allen drei Ausdrücken noch Ihn al-Atir's Murofsai 

a Auf törichte Harmonisierungsversuche wie den Tabari's (s. oben S. 36, Mitte), 
der die beiden ersten dieser drei Erklärungen mit einander zu kombinieren sucht, lasse 
ich mich nicht weiter ein 

3 Vgl. noch Tibrizf, Sarh a/'I/amäsa, ed. Freytag, «r«, 16: O^ J-:^^ 



42 A. Fischer [lo 

-^ "^^ " ^ I " 'J. I 1* I -^ -^ 1 • 1 "fl IM -^ Ti ^ i ^ ^^ >• ^ -^ 1 «^ 

^^ v^^ ^'^■r.lj-"'^ M»J i ^ -»<**» Ut<^^ »y^» *^U ^.r;^^' ^-j*^^ f-^jj^w c-;^j^; 

104, 4: ^Ui»i.\ ^3 ^^vX-^ >5; 27, 92: ^.(j»^^^ ^.^^^ ^^w^b sIä. j^^ 

— ^ui ^3; 25, 36: — ^^-.4^ J^ r^y^^ «> o^r^^^' ^-^^ "• ^• 

mit eingewirkt. 

Die zweite Erklärung ist, wie man gesehen haben wird, die, die 
im Abendlande zur ausschließlichen Herrschaft gelangt ist. Daß sie 
auch bei den Muslimen große Popularität gewonnen hat, zeigen, ab- 
gesehen von den oben mitgeteilten Zitaten*, noch folgende nicht un- 
interessante Stellen: Kämil io., 14: io.^UaJl «iCb CUÄi. ciSf ^y l^jji 
iL^U.! ^LJl 2^3 (so rufen die Härigiten unter az-Zubair b. jAII bei der 
Belagerung von Isfahän ^ einem tapfern Gegner zu, den sie erschlagen 
geglaubt hatten); Muhammad Tähir al-Pattani, Magmai biliär al-anttar 
ft raräHb at-tanzJl ua-latä'if al-ahbar, indische Lithogr. von 13 14, s. v. 

^yb (III, £S0, 5 V. u.): / J^ ^.^UtJ^^ y^\ f^^ ^.^UtJ^ ^ J^ *E 
LJjJi «w^^jC:^ und Razäll, ad-Durra al-fäkira, ed. Gautier, ro, pu.: 

doJj ü]^ dju ü^ o^y^^ ^^ ^ r^ Jy^^ o^ ^^^^ ^ ^^7^^ 



» Denen noch Tibrizf, a. a. O. Z. 15, angeschlossen werden kann: ^^\^iü\ ^3^ 

2 In 5 von Wright benutzten Mss. fehlt dieses ^3. In dem Ausdruck ist das 
Bild von der „Mutter** festgehalten, aber gemeint ist natürlich ein Teil der Hölle, 
bezw. die Hölle selbst. Vgl. den Parallelbericht Tabari, Anmiles , II, Vir, 4: 

viUi y3\jy\ wXi* v^^yo ^\ L>^J J^J <UJi^ LoT <UJ\ I^J^ b ^y^ÄJ-, 1^wXä-U 

fy^f^ ^^Ji^^\^ Ä^^ «^iJ^' U->^ Uy>^ ^^ijLij ^:x^ f^Q ^S^\ b« aJUI 

3 S. BrOnNOW, Char'uisrhiten^ 94 f. 

4 Wird im Vorwort erklärt: k*\C4LU -^ v!!W<^' ^S^' Brockelmann, Cr^r^, 
^. Arab, Liit,^ I, S. 364 5 Ausg. 'i^> 



Il] Eine Qoran-Interpolation. 43 

do^UaJl *<Cii fj,\ ^ J«^ y^yLs^\j. Ihre Popularität erhellt ferner aus 
der Tatsache, daß die Qorän-Exegeten und Theologen bei der Auf- 
zählung derSüra 15, 44 genannten „sieben Tore" der Hölle stets auch 
die Häiijiia nennen. Vgl. schon oben S. 39, 6. 12 f., ferner z. B. Tabari, 

Tafsir, zu Süra 15, 44 (XIV, rr^ 9 v. u.): c^^;»^ US* Jl» ^üJi LojLä. 
J4^ ^t Ut<^; Zamahsari, Kassäf, zu derselben Stelle: c-;^^^ J^^ 

do.^L^l^ ^^^^LoJU ^►.^wasCi.l^ ^^UxUJ ^aILwJI^ -^^W^t^ y^^ ^LUoMl «wxXäJ 
^jol^^, jAbd ar-Rahim b. Ahmad, DaqaHq al-ahbär fl dikr al- 
ganna im-n-när, ed. M. WOLFF {Eschatologie), ^\ i : Ui [ J^V^--^] JÜid 

<*^^^^ c;^^ J'''^ »^^^ v^^*^^ c^ r^ c>^^ oy^^^ ^^ J-i'Si v^U\ 

J\ i^^lA u. a.^ Trotzdem erweist sich bei genauerem Zusehen auch 
diese Erklärung als unhaltbar. 

Zunächst kann, wie schon Ibn Barr! richtig erkannt hat (s. oben S.40), 
do^U kein Eigenname sein, da es in diesem Falle diptotisch sein 
müßte (vgl. als entsprechende Bildungen die Eigennamen Ä««i6U, 
Ä-^'i, und vgl. unter den sonstigen Namen der Hölle ^^^ und y^). 
Diesem Übelstande sind die muslimischen Gelehrten einfach dadurch 
aus dem Wege gegangen, daß sie, wie aus den mitgeteilten Stellen 



» Gautier hat iCoT, mit der Fußnote: „Ces trois mots [sc. ii^UyJi üüT ^\] 
manquent dans BFGH; C remplace 'ds^\ par Jjti ; D aj. «JXm*^* ^V\ CXw.Aa3 
dcö JLl [Gautier hat fälschlich J^.^ JLl]. Aber offenbar ist dafür analog den beiden 
voraufgehenden Zitaten und der oben S. 37, i aus Tabari mitgeteilten Stelle ^^\ 
einzusetzen. 

2 Vgl. zu ^\> im Gegensatz zu ^\> Harlrl, Durra ^ *^ 

3 Vgl. Süra 4, 144: ^UJl ^ jÜü^)\ cJjjJ\ ^3 ^^]^.Jl5UJL\ ^\^ 

4 Von abendländischen Werken vgl. z. B. Palmer, Qur'dn, I, p. LXX; Hughes, 
Diciionary 0/ Islam, s. v. Heil 



44 A. Fischer [l2 

ersichtlich, für das überlieferte ^.^^ kurz entschlossen So^^UJ^ oder 
ii^^U gesetzt haben. Das ist natürlich die reinste Willkür! 

Aber auch wenn man io^^\jb als Appellativum, sei es in der einen 
oder ändernder beiden dafür angenommenen Bedeutungen (s. oben S. 41) 
auffaßt, gewinnt man kein brauchbares Resultat Als „Abgrund, 
Schlund, Kluft" o. ä. und damit als Schwesterform von Xyb, i*^yb, 
doyb\, *lyb, Aj»yb, ^^V«, »'>V«, «^-^y^, <*^y^ und v^^"^* (vgl. auch »*ubyb 
„weiter Brunnen") verstanden, sieht es allerdings auf den ersten Blick 
sehr bestechend aus. Daß es diese Bedeutung haben kann, zeigt 
für die alte Sprache der von den einheimischen Wörterbüchern zitierte 
Vers des iAmr b. Milqat J\ ^^ b (s. oben S. 39 f.), den ich über- 
setze: „O }Amr, wenn unsere Lanzen dich getroffen hätten, dann 
hättest du dem geglichen, den ein Abgrund in die Tiefe stürzen 
läßt" — für die jüngere Stellen wie Kalila ua-Dimna^ ed. Sacv, 
II, I *: |y^^^ ^-^ ^^,.^ i'wXA^ ^^j ^^^^ or^ cß o^^^ '"T^^ ^cuJld 

wX$^ ^^LÄ-öJi ,^^ J-:^^ j.%-**^ ^.^U»J^ (3 l^ju»;c^l^ iiU> ^^\ La^Iä.U 

ijüb^l ^3 ^^ L^^^ J-f*^ ^jLS»jt}\ «wM,-^\. Der Vers des jAmr b. Milqat 
ist einwandfrei, denn er kehrt nicht nur mit einem zweiten Verse in 
Ltsän und Ta^ al-iarus s. e^Ujo wieder, sondern erscheint auch 
jAinT II, £0A, sowie in SuiütVs Sarh sattähid al-Murnl, Ms. Thorb. 
A 121, kurräsa XIII, fol. 3^ in einem größeren Fragmente der Qasida, 
der er angehört*. Das Leidener Mskr. des arab. Kalila ua-Dimna hat, 

« Zu <*^.y»>\ vgl. z. B. läq. III, rri, 14; Hamäsa £r£, 14; zu ^i^Jb, pL <^.^\ 
„Abgrund, Kluft*' z. B. Qazuinl, ed. Wöstenfeld, I, 1«^, 3 und Tabarl, AnnaUs^ 
Glossar; zu '-l^^^ läq. IV, ^^V, 7 und ZDMG. 58, 874, 4 v. u. Ich habe auch zu den 
übrigen Formen, ts\^ ausgenommen (vgl. indes Hamasa a a O.), Belege, verzichte 
aber darauf sie hier anzuführen, besonders da sich solche, allerdings meist nur aus 
jüngeren Quellen, schon bei DoZY, Supflcmetit^ finden 

2 Ich habe diesen Beleg Dozv's Supplhnait s. v. ^.^^ entnommen. Einen 
zweiten Beleg, den er nennt, vermag ich leider nicht zu berücksichtigen, da mir das 
betr. Buch {Ajbar niachmua^ ooiiica anonima del sigh XI, dada a luz por Don 
Emilio Lafuente y AlcÄntara) nicht zugänglich ist 

3 Sc. die Lerche, die sich an dem Elefanten rächen will, zu den Fröschen 

4 Für ^ri* erscheint an allen diesen Stellen ^*y» Zu ^^jl^l ^ \S^^ 
bemerkt lAinl: kiuuAj ,^\ ^^1 ^j-u^ ^y^^ i\yJif^\ ^\, Suiütl a. a. O. liest 
^.^'^^^ ^J>\ ^^y^*, wofür, die Zuverlässigkeit der Hdschr. in Bezug auf ^^\ 
vorausgesetzt, natürlich fOi ^y^. zu lesen sein würde 



13] Eine Qoran-Interpolation. 45 

wie DoZY a. a. O. sub 0>a angibt, i^yJ^\ für SaCY's ii^^UJ^; 
letzteres steht indes z. B. auch in der Mosuler Ausgabe (3* 6d., 
1^, 4) und hat natürlich unter allen Umständen seinen Wert. 

Zu Bedenken gibt aber schon der Umstand Anlaß, daß das Äquivalent, 
das der Qorän selbst V. 8 fiir ^.^^ einsetzt, <i^^ j^ „heißes Feuer", be- 
griflflich von aj^^^j»» „Abgrund" immerhin noch ziemlich weit abliegt, 
viel weiter, als überall sonst im Qorän die mit der Formel . . . U k*)\j>\ U^ 
eingeleiteten Äquivalente von den Ausdrücken, die sie erklären sollen, 
sowie die Tatsache, daß der Prophet im Qorän seine authentischen, 
durch das stereotype . . . Lc ^)\j>\ U^ gekennzeichneten Interpretationen 
sonst stets nur an Wörter anknüpft, die er entweder selbst der Form 
oder dem Inhalt nach neu geprägt hatte oder die doch für seine 
Zuhörer völlig neu sein mußten — nie aber an gemeinarabische Aus- 
drücke, wie doch ^.^Iä „Abgrund" einen darstellte Noch mehr aber 
fällt zu Ungunsten dieser Deutung ins Gewicht, daß der Tropus *^^ 
für ^^\^ o. ä., mag man ihn nun eigentlich oder ironisch auffassen, 
nichts weniger als ansprechend und zudem dem Arabischen sonst 
völlig fremd ist. Indem ihn die Exegeten hier annahmen, ließen sie 
sich* nicht von ihrer Sprachkenntnis oder ihrem Sprachgefühl leiten, 
sondern einzig von der Annahme, daß, nachdem in V. 5 von der 
dereinstigen Ä---<>\^ ^^-«^^ des Frommen, d. h. seinem Leben im Para- 
diese ^ die Rede gewesen war, der in unverkennbarer Antithese dazu 
stehende V. 6 notwendig von dem dereinstigen Aufenthalt des Sünders 
in der Hölle handeln müsse. Da nun dieser Aufenthalt in der Hölle 
im Qorän in der Regel mittels des Wortes ^^U ausgedrückt wird 3, 
so substituierte man für unser «^Li kurz entschlossen ein »l^Ui o. ä. 

» Man vergl. fjjr beide Behauptungen die betr. Stellen (die in Flügel's Kon- 
kordanz unter siS^jA sämtlich beisammenstehen) 

2 Vgl. Süra 69, 21 f.: iXJlp ilf. ^}, rr ^^1; t**^ <3 ^ ''' 

3 Vgl. 32, 20: jUJ\ ^i^Ui l^üILi c^,^^ ^^^; 4» 99: f^^^^ .iÄM^U 

^r^i^; 5, 76: »^^'-«^ ilÄ)\ ^^^ <JJJ\ Yj^ jJü dJJb iiTy^. ^^ <*o\ . . . . 

^UJ\ u. ä. oft. Vereinzelt finden sich für v3^^ *"ch verwandte Ausdrücke wie 
^^y^, Of^, >U^, C-jlx u. a.; vgl. 6, 128: Ur:^ Cr^.^^ ^^y^ J^^ . . . .; 

15» 43: cr-fi4-^ r*^3^ r^ 0)5; 7,39: >U^ f^ c^ r43; 38,55^-: 



46 A. Fischer [14 



Diese Einwände gegen die vorherrschende Deutung von m^ 
bringen natürlich zugleich auch die Identifizierung von i^,^^ mit 
ÄJiL*» düjU ^U zu Fall, abgesehen davon, daß letztere schon an und 
fiir sich mehr als bedenklich ist. 

Was endlich, um auch die letzte hierher gehörige Modalität ab- 
zutun, die Deutung von ^\ als J-o\ „Ursprung" etc. anlangt, so ist 
diese an sich zwar zulässig (die Bedeutung „Ursprung, Grundlage, 
Element" u. ä., die im Grunde ja weiter nichts als eine nahe liegende 
Metapher ist, findet sich auch sonst für J!t')» sie bringt uns aber in 
keiner Weise weiter. 

Somit bleibt nur die dritte Erklärung übrig, derzufolge Ä^L^'i <^'-» 
besagt: „dessen Mutter geht zu Grunde", richtiger: „wird kinderlos", 
und als eine Art Euphemismus' für einfaches »^Ujb „der geht zu 
Grunde" anzusehen ist. Diese Erklärung scheint mir, wie 
ich von vorn herein feststellen will, die einzig zulässige. 

Daß ^yb „sterben, zu Grunde gehen" bedeuten kann, beweisen 
z. B. folgende zwei Verse: 

^ ^ h ^ ^ *.**• «-^ T/i *I ^^ -^ .. I ». II Tl.. 

j^^j-JL^ \^A,yii^ ^"^t^^ «J^ * ^ ..3 ^Sy^ ^yixU*J\ ^J'^^ 

(Näbira, Coniplanent, p. 54, v. ri; Lisän und Tag al-iarüs s. ^^^) 
„Und die Schadenfrohen sprachen: „Gestorben ist Zi^äd; jeder Schick- 
salsschlag hat einen klaren Grund"" und 

^^»^•«*-' <»fm^ß -ü < ..»X T'f .^1 . » f.'T »x< 

{Kamil yr\fy 8; Hamäsa tai, 6 v. u.*) „Bei meinem Leben, mit seiner 
lautesten Stimme hat der Bote, der den Tod des Huiaii meldete, ver- 
kündet, daß euer Fürst dahin sei." Mit ^^ o. ä. als Subjekt wird es 
aber, wie größtenteils schon die alten arab. Philologen erkannt haben. 



I Vgl. die Lexika und z. B. noch die vII-)1-^>b\ „elementa simplicia" (= la^L«o) 
neben den O^wXj^, den „abgeleiteten Gebilden oder Wesen" (= O'— ^^r^) 
Qazulnl I, rn, 10 v. u. = Sacy, Chrest.^y III, lA«, 5 (s. auch ibid. 485 oben; zu 
lafiLM-J und 0^^^ vgl. z. B. noch Ibn laiTs im, 20; Baid. I, II, 6 etc.) 

a Zu Euphemismen beim Fluchen s. Goldziher, Abhandl^g. c. arab. Philo- 
H'ic, I, 39 f. 

3 Mit der La. cx^^ »»fest, bestimmt" für ^^jj^^^ die vielleicht den Vorzug 
verdient 

4 Mit einigen unwesentlichen Varr. 



1$] Eine Qorän-Interpolation. 47 

zum Synonymen von J^', bedeutet also „kinderlos werden." Diese 
Anwendung kann nicht auffallen, wenn, wie ich mit FLEISCHER* an- 
nehmen möchte, die Urbedeutung von ^yt „gähnen, klaffen" ist, aus 
der sich — durch die Zwischenbedeutung „leer sein" hindurch — die 
Bedeutungen „sterben*' (vgl. j^^ und MrL) und „kinderlos werden" in 
gleicher Weise entwickeln konnten. Belegen kann ich sie mit vier 
alten Versen, nämlich dem bereits oben (S. 37 und 40) mitgeteilten 

v^«iy^ Cr^ ü-ir^' <3iy*. '^ *^^ * - ^ <^^' Co>^o U ao«\ i^^yb 

„Möge seine Mutter kinderlos werden! Was für einen Mann setzt (in 
ihm) der Morgen bei seinem Kommen in Bewegung, und was für 
einen Mann führt (in ihm) die Nacht, wenn sie sich wieder einstellt, 
nach Hause zurück!" und folgenden drei andern: 

„Möge seine Mutter kinderlos werden! Was an Freigebigkeit und 
Wohltun, wenn er (Gutes) vergalt, hat sein Grab in sich ver- 
schlossen !" 3, 

„Möge ihre Mutter kinderlos werden! Welche Ruhmesseile wurden 
an dem Tage, da sie in Gaisän hingestreckt wurden, in ihnen durch- 
schnitten!" und 

oJSyi^\ ^^ ^>\ ^Ui\ s\Xa ♦ ^^3^^ ^,y^ k3^ ^ J^ 

„Sagt man zu ihr: „Mühe dich, mögest du kinderlos werden!, und 
eile die Tauben zu besorgen, weil sonst die Wassersäcke auslaufen 
könnten"". Diese vier Verse sind sämtlich gut bezeugt. Die zwei 
ersten gehören zu einer langen, von den Arabern besonders goütierten 
und oft zu Zitaten benutzten Martina des Kajb b. Said al-RanauT 
(nach andern, minder zuverlässigen Angaben: des Sahm al-Ranaui, 
s. Hizäna 1. cit), die noch ganz oder doch grotiehteils erhalten ist, 
nämlich in dem noch nicht veröffentlichten Teile der Mufaddaliiat, 



» Bei Franz Delitzsch, Kommentar zu lob, zu VI, 2 

2 Vgl. zu y> L« in der klassischen Sprache das interessante Kapitel MaqqarT, 
AnaUcUSf II, OIV ff. Zur Deutung des Verses im übrigen s. Luait XIV, VW (= Tag 
al'iarüs VllI, l*^'); H^n as-Sikklt, Al/äz, 0V1; IJizäna IV, rvO; Sarh sauähid al- 
Kassaj £A 

3 Zum Gedanken vgl. Maqqari II, OlA, 15. 16; 011, 1. 2 u. a. 



48 A. Fischer [l6 

AsmaiJiai Nr. iiS Hizäna IV, rv£ f., Muhtärdt des Ibn as-Sagari rvff., 
Smara' an-JinsränJin v£t ff. 2, jAinl III, r£V f. und Muhibb ad-Din Efendi, 
Sarh sauähid al-Kassäf, £vf. (der erste der beiden Verse allein auch 
noch Sahahf Lisan und Tag al-iarüs s. v. ^\, sowie Ibn as-Sikkit, Alfäz^ 
0V1, I und Maqqarl, Analecies, II, oia, pu.). Der dritte Vers ent- 
stammt einem u. a. von Abu Tammäm in seine Hamäsa mit auf- 
genommenen Fragmente einer andern Martina, das gleichfalls weite Ver- 
breitung gefunden hat (vgl. Harn, £r£, 11 ff.; Wright, Opusaila, nr, 4 
V. u.; läq. II, iva, i — 3 und Sarh Sauähid al-Kassaf ti^, 3—5, für unsern 
Vers allein auch noch Maqqarl a. a. O. II, 01% 8). Der vierte endlich 
findet sich in einem besonders geschätzten Gedichte des Humaid b. 
Taur, das uns Ibn Qutaiba erhalten hat (as-Snr ua-^-Iumrä* rrif.). 
An der Echtheit dieser Verse läßt sich also kaum zweifeln. Die Auf- 
fassung der arabischen Philologen von dem formelhaften ^\ Cjy^ in 
den drei ersten Versen veranschaulichen folgende Stellen: Ibn as- 
Sikkit, A//as, ovo, 5 v. u.: dJ Lc J^^'i^ c> *^^^ ^i J^ 

33ZjI ^i Oy^ ^yJjL}\ vXic<A) ^^ V— ^vji5 Jl» ^T ^JLbo ^\ dui\ C->y^, 
mit folgendem Kommentar Tibrizrs: ^ J<.<:;-*%o *UjJ\ \Jjb^ .... 

Jy^ ^\ iUJ'ls dJy dJJU^ aJi^ O'-^'^Ä^^ l^^ 5^^ ^ «3^^ ^ ^^ dCaio 
3J\ ^Jijo CuJy ^2^.^\ O^wM viUXp <^^ J^\ JLo ^J^i; Tibrizi zu 
Hamasa trt, 12: ^^j^I ^i4xIjJo ^\ ^.^...^ä*^^^ ^IkAX^i^ll ^3 \Jjb JLö 
Cr* ^^4^^ O^ *^\ yi Jl*^ cu^ ^\ ^j^^\ Oyb Jls^ 

* Ahlwardt — ich berücksichtige hier natürlich nur die zwei Verse, mit denen 
wir hier zu tun haben — hat fälschlich ^"'^-iaJl und ^^^^ statt j^!--aJ\ und 
vJ-^^; vgl. schon Nöldeke, ZDMG. 57, 209 

2 Mit der schlechten La. 3^ für ^J>^ 

3 Gegen den SchlulS des Abschnitts ist für ^^l^ U^ natürlich zu lesen: 



ly] Eine Qoran-Interpolation. 49 

Hizäna IV, rvo, lO: aJSf v::JÜüb ^f ^^UJl Jl* CwuJ\ aJil Oyb ^yJ^ 
^j^ >\j^\^ i^UEiül i..sÄ.Lo »>)^^ ^.^UtJ^ e^^ 0;»>^^ U^U' 

^^,;jo. .jcät*^^ u iju\ JiSi» ^y^ c"^^^ v^?*^^ J? dy^^ '^"^^ 

J^b JcJl* ^Joj wX^^ ^^ J^:^^-^ ^f; S^r.^ sauähid al-KaHaf 
£A, I: ^yb \M Aj^) Ali! Oy^ J^^^ «J^ ^^^ ^^ r^^ Cr* ^^^ ^^ 

jo j^ ^ *U> ao«\ Oy^^ ^r^^ ^^ ^^^ Oy^ oJl» v^Ua^ kjLM> ^\ 

^j^\^ ^---i*^^ oOp Jüü. uIj^ g,y;y\ ^; Lisan XIV, r«n, 2ff.: cuXD\ 
*> yb^ ^ ^f ^ JÜb^ »^ '^jOp ^ jJ U ÜJ ^f ^ v^^\ CJI» IM 

\wX-ib .^..;La^ U->U wX^wsft v^ d^i c«^üb> C|U \J^ /*vU C'-ws^l IJjb \ 



'S) ^Jü vJ^\ Jy4. cJU ^\ "^ H»^y^' C5^^^*^ tWf^ '^ ic*..^Ji-iJ\ ^^ dJ 

. I •• II.« ^ .. ••• • >t» ^^ , ,,., 8f ,, ,x».. 

i*Jy Jb j.Ä-*o ^ »-r**^ »..-^ ^**^A3 ^ ^^ ^\ Jb ^\ wiU ,^^ 

dJL»,L\ Lo dJU\ dJj'b ^»4yJy^ «•-.»Ä*^^ Ä^%> ^ J-»aXa*4. <*^^^ OyS 
(ungefähr ebenso Tag al-iarüs VIII, 1^.) und Magd ad-Dln Ibn al- 

Atir, Nihaja, s. v. ^\ (ed. Kairo 131 1, I, £r, pu.): ^y^. UAyU>t ^] 
<0^ *bjJ\ ^3 d^\ Oyb H»^^ i>*<t^ y^ J*^^' M^^ erkennt aus 



« „Das Wild, das er getrofTen hat, vermag nicht einmal mehr ein Stück weiter- 
zulaufen, um dann zu sterben. Was hat er? Möge er nicht (mehr) zu den seinigen 
gezählt werden!" Als Verfasser gilt Imru* al-Qais; vgl. ed. Ahlw. p. ir*, Nr. T\ V; 
Lexika s. vv. jü und (^•^, Lane s. v. jü, und MaidänT, ed. Freytag, II, p. 624, 
no. 112 2 Ausg. AJy 

NöIdeke-FesttchrifL a 



50 A. Fischer [l8 

diesen Zitaten, daß die Auffassung der arabischen Philologen von ^\ CJy^ 
zwar nicht einheitlich ist, daß aber die meisten und gewichtigsten 
Stimmen 0>a mit CJ^' identifizieren. Analog verfährt mit Bezug 
auf C^^ in dem Verse des Humaid DE GOEJE im Glossar zu seinem 
Ibn Qutaiba. Ob ^\ Oy«>, cu^^ etc., worüber die arabischen Phi- 
lologen gleichfalls geteilter Ansicht sind, nur per antiphrasin* ge- 
braucht wurden oder nicht, ist für die Zwecke unserer Untersuchung 
gleichgiltig; denn selbst wenn, wie es allerdings den Anschein hat, 
ersteres der Fall gewesen wäre, so würde doch ^yb außerhalb dieser 
optativischen oder richtiger imprekativischen Formeln genau ebenso 
seine eigentliche Bedeutung besessen haben, wie Jjl*, ^j^s ^J> 
u. s. f. außerhalb der Redensarten is^\ <jJöIa, JJJI äIjLi, J\a3 C^,J> 
u. s. f. 

Bei dieser Lage der Dinge würde wohl niemand, der mit den 
Eigenheiten des altarabischen Lexikons näher vertraut ist, unsere Er- 
klärung von Ä^^Iä «Citli ablehnen, wenn — die Schlußverse der Süra 
nicht wären, die bei dieser Erklärung vollständig in der Luft schweben. 
Denn mit Zamahsarl und andern eine Brücke auf die Weise her- 
zustellen, daß man ^Sjb in V. 7 nicht auf i^.^^, sondern auf ein aus 
V. 6 erschlossenes iLoto\jJ\ „Unheil, Unglück" bezieht, geht natürlich 
nicht an. 

Glücklicherweise gibt es aber für uns einen Ausweg aus dieser 
Schwierigkeit, der für jeden Muslim verschlossen sein mußte und noch 
verschlossen ist, nämlich die Möglichkeit, die VV. 7 und 8 als In- 
terpolation zu streichen. Ich halte mich zu dieser Streichung auf 
Grund folgender Erwägungen für berechtigt. Erstens: Die W. 6 — 8 
nebeneinander spotten, wie wir gesehen haben, jeder sprach- und 
sinngemäßen Erklärung. Sich nun auf Süra 3, 5 zurückzuziehen, wo 
der Prophet das Vorhandensein unverständlicher oder doch mehr- 
deutiger Ausdrücke im Qorän zuzugeben scheint», und anzunehmen, 



X ^j^^Sm\ ,J*. Diese enantiosematischen Redensarten gehören offenbar in das 
große Kapitel der Ausdrücke J^liXLl (s. meine Marokk. SfricJnuörter^ Mitteilungen 
aus d, Sem. /. Or. Sprachen y I, Wesias. Studien, 203, Anm. i). Vgl. als speziell 
hierher gehörig noch <x)J\ »i i=L\ (s. die Lexika), sowie «^ ^\ ^, HarTrT, Mat/ämätf 
ed. Sacy» I, no, 2 mit Kommentar 



, ^ 



« Der Vers lautet: ci)U^iuJ O^T ^^^ <1JJS^\ siX^J^ J^*\ ^JJl yb 



19] Eine Qoran-Interpoladon. 51 

daß unser ^.^Iä <*^U ein derartiger gewollt unverständlicher Ausdruck 
sei, wird natürlich keinem abendländischen Interpreten einfallen, denn 
ein solches Verfahren würde den Bankerott jeder Qorän-Exegese be- 
deuten. Zweitens; Während an jeder andern der 13 Stellen im Qorän, 
wo sich eine neue Wortprägung des Propheten mittels der formelhaften 

Wendung U ^\^>\ U^ interpretiert findet, die Wortprägung hinter 

dieser Wendung wiederholt wird, erscheint in unserm V. 7 statt i^„^ 
das Pronomen <*^ (nota bene das sich sonst im ganzen Qorän 
nicht findet, ebensowenig wie sein Pendant Syb). Dieser Umstand 
muß um so mehr befremden, als die betr. Wiederholungen offenbar ein 
Stück der bewußten rhetorischen Technik des Propheten bildeten* 
und als an unserer Stelle weder die Rücksicht auf den Reim noch 
sonst irgend ein erkennbarer Grund den Ersatz von i^„^ durch d^ 
nötig machte. Drittens: Der Inhalt der beiden Verse ist ein recht 
ärmlicher. Vers 7 besteht aus einer Wendung, die, wie soeben er- 
wähnt, nicht weniger als 13 mal im Qorän wiederkehrt. Und die 
beiden Worte, die V. 8 bilden, Ä^Iä. ^ü, sind unter den zahlreichen, 
teilweise wirkungsvoll rhetorischen und drastischen Ausdrücken, mit 
denen der Qorän die Hölle malt, ohne Zweifel der prosaischste und 
platteste. Sie erscheinen hier um so armseliger, als sie sich auch 
Süra 88, 4 finden, wo sie sich ungleich besser ausnehmen, so daß 
sich die Vermutung aufdrängt, daß sie von dort entlehnt sind*. 
Viertens: Nach einem Grunde für die Interpolation braucht man nicht 
weit zu suchen. Der Ausdruck ä^^'a ^U war offenbar schon einem 



gO\ JJJ\ \r\ ^.^t> ^Jl4j[ U^ ^..^ ^^J^b ^^-^^ sUJo\ 6J^ jLSLi^ 

» Vgl. z. B. den Anfang unsrer Süra: *^^^\ 1^5 ** ^^^^ ^ i*^^UJ\ r 

i*^üü\ l:i, den Anfang von Süra 69: U y^j>\ U/ r ^*IäÜ\ U r ASliül I 

i3liO\ u. s. f. S. auch oben S. 39, 2 ff. 

« 
* Ich weiß sehr wohl, daß es im Qoran keineswegs an einwandfreien Wieder- 
holungen fehlt (vgl. z. B. mit Bezug auf unsre Süra selbst außer der schon ge- 
streiften Parallele V. 5 b = 69, ai noch die Übereinstimmung von V. 4 mit 70, 9 und 
von V. 5* und 6* mit 7, 7 f. und 23, 104 f.) und daß daher von zwei oder mehr 
gleichen Wendungen nicht notwendig eine interpoliert zu sein braucht Wenn aber 
eine Stelle schon an sich verdächtig ist, so wird ihre Übereinstimmung mit einer 
andern, unverfänglichen natürlich zum weiteren Verdachtsmoment 

4* 



52 A. Fischer [20 

großen, wenn nicht dem größten Teil der „Genossen" des Propheten, 
genauer seiner mekkanischen und medinischen „Genossen", unver- 
ständlich; das beweisen neben dem Gesamtbestande der uns dazu 
überlieferten Exegese im besonderen die Endglieder der Gewährs- 
männerketten {asanld)y mit denen Tabarl sein Material stützt (s. oben 
S. 36 f.). Schuld daran war offenbar, daß ihn der Prophet der larabija 
entlehnt hatte', d. h. der damals in ganz Arabien zu klassischer Gel- 
tung gelangten Beduinensprache höheren Stils, die von den Dialekten 
Mekka's und Medina's nicht unwesentlich verschieden war*. Daß sich 
Muhammad trotz seiner Animosität gegen die altarabischen Dichter, 
die Hauptvertreter der larablfa^ dieser auch sonst anzupassen gesucht 
hat, ergibt sich vor allem aus dem Nachdruck, mit dem er die 
Sprache seiner Offenbarungen im Qorän selbst immer wieder als 
larabt d. h. „klassisch-arabisch" bezeichnet 3, daneben auch aus ge- 
legentlichen Überlieferungen, aus denen wir ersehen, daß sich schon 
die ältesten muslimischen Qorän-Exegeten gewisse Wörter und Redens- 
arten in den Offenbarungen von Beduinen deuten lassen mußten*. 
Soweit man aber über den genauen Wortsinn der Wendung aj^U ^^^ 
im Unklaren war, erkannte man doch aus dem Kontext, daß sie dem 
Sünder Strafe, natürlich die Höllenstrafe, ankündigen sollte. Wie 
diese Erkenntnis nun die Mehrzahl der Qorän-Exegeten bestimmt hat, 
den Ausdruck als identisch mit ^LJ\ »\^Ui zu deuten, so hat sie einen 



X Das bestätigt auch Qatada (bei Tabarl und l^atlb, s. oben S. 36 und 38), 
der ^.^'-Ä eine ^*^^ ^ % ^^ nennt. Vgl. auch bei Ni?äm ad-Dln: ^^ \3^^ 
V^jäJ\ ^^UjcX««w« (oben S. 38) u. s. f. 

a Bis zu einem gewissen Grade ist diese Verschiedenheit stets auch von der 
modernen Arabistik anerkannt worden. Daß sie aber größer war, als man im all- 
gemeinen bisher angenommen hat, habe ich 1903 auf dem allgemeinen Philologen- 
tage in Halle a./S. in einem Vortrage Zi/r Efitstehung der Orthographie des Schrift- 
arabischen (s. Verhandlungen S. 154) zu beweisen gesucht, den ich bald in erweiterter 
Gestalt veröffentlichen zu können hoffe 

3 S. Flügel's Konkordanz s. v, ^>?t^. Eine Potenzierung dieser Bezeichnung 
stellt sich in der späteren offiziellen Ansicht der Muslime dar, daß Muhammad unter 
allen Menschen das klassischste Arabisch gesprochen habe. Vgl. Muzhir, ed. Bülä^ 

1282, I, i.r, II: Jls ^\ J^^j liV^yo^ üjJ^u, ^^^\ ^ JIäJI ^yJ^\ 

li\ kfiJa Löj\ »^«jj^ ^^.r^^ ^-jUn-ol i\^j <_JjäJ\ fvXai\ li\ ^►jüoo ^\ ^Jy^j 

4 S. Suiütl's /tryän, Calcutta 1852—4, nV; vgl. auch TArff. 



2l] Eine Qoran-Interpolation. 53 

alten Qorän-Kenner {hafiz) — selbstverständlich noch vor der endgiltigen 
Redaktion des Qoräns — veranlaßt, der Süra die Verse 7 und 8 anzu- 
hängen, um damit auch dem blödesten Auge oder Ohre die Be- 
ziehung von V. 6 auf die Höllenstrafe klar zu machen. Natürlich 
kann der betr. Qorän-Kenner dabei von den besten Absichten ge- 
leitet gewesen sein. 

Man wird gegen diese Lösung des Problems vielleicht zweierlei 
einwenden, nämlich erstens, daß bisher Qorän-Interpolationen nicht 
nachgewiesen werden konnten und daß es daher zweifelhaft erscheinen 
müsse, ob auch nur die Möglichkeit solcher zugegeben werden dürfe, 

und zweitens, daß das bloße iS^ l^ti, als „dessen Mutter wird 
kinderlos" d. h. „der geht zu Grunde" gedeutet, mit ^^AttJ cS y'^ 
ÄJLo\C, das sofort an das Paradies denken läßt und zu dem es in 
Antithese stehen soll, nicht wirksam genug kontrastiere. 

Auf den ersten Einwand erwidere ich, daß nach meinem Dafür- 
halten die Möglichkeit von Interpolationen im Qorän, auch schlimmeren 
als der hier von mir behaupteten, unbedingt zugegeben werden muß 
und daß, wenn man solche bisher noch nicht nachgewiesen hat, dies 
hauptsächlich daher kommen dürfte, daß der Qorän bisher noch von 
niemanden einer einschneidenden Einzelkritik unterzogen worden ist 
Man vergegenwärtige sich nur den absoluten Mangel an zielbewußter 
offizieller wie privater Fürsorge für die einzelnen „Qoräne** während 
der 20 und mehr Jahre der prophetischen Wirksamkeit Muhammad's, 
femer die Ungeniertheit, mit der dieser je nach Bedarf und Laune 
ältere Offenbarungen teils stark zu retouchieren, teils gänzlich auf- 
zuheben und durch neue zu ersetzen pflegte, und endlich die ver- 
logene Fabuliersucht vieler seiner Gefährten, die, wie die älteste 
Qorän-Exegese und der yadit beweisen, auch vor der Person und 
dem Werke des gottgesandten Propheten nicht verstummte — alles 
Dinge, die zu sattsam bekannt sind als daß es nötig wäre, sie hier 
erst noch im Einzelnen zu beweisen! Selbst eine mit allen Mitteln 
moderner wissenschaftlicher Schulung und Kritik arbeitende Kom- 
mission würde aus einem von derartigen Faktoren bedingten Materiale 
keinen unbedingt authentischen Qorän herzustellen vermocht haben — 
wie viel weniger die aller literarischen Übung bare Kommission des 
jOtmän! So wenig diese das chronologische und inhaltliche Durch- 
einander und die fragmentarische Beschaffenheit, die viele Teile des 



54 A, Fischer [22 

Qoräns zeigen, zu vermeiden gewußt hat, ebenso wenig ist sie 
sicher imstande gewesen, kleinere parasitische Anwucherungen, die 
sich im Laufe der Jahrzehnte — zwischen dem ersten Auftreten 
des Propheten und der endgiltigen Redaktion des Qoräns liegen ca. 
40 Jahre! — an einzelne Suren angehängt haben mochten, radikal 
auszumerzen. Wäre unser Qorän wirklich in allen seinen Teilen echt, 
dann wäre er tatsächlich das Wunder, für das der orthodoxe 
muslimische Glaube, allerdings in andrer Beziehung, ihn hält. 

Was den zweiten Einwand angeht, so ist zuzugeben, daß Para- 
dies und Hölle an verschiedenen Stellen des Qoräns in einen direk- 
teren und greifbareren und darum, wenigstens teilweise, vielleicht 
auch wirksameren Kontrast zu einander gestellt sind, als es nach 
meiner Erklärung von i^^li aJSli in VV. 5 und 6 unsrer Süra der 
Fall sein würde. Vgl. 82, 13 f.: JliuLJl ^^^ i£ ^^ ^ j\J>))\ ^[ \r 

^-ÄÄ-^^; 81, I2f.: slJSj,\ts:i,\\:>\^ irC>^^^\\M^ ir; 79,37ff-: 

^^^\\ 39» 71- 73 u. s. f. Daneben aber fehlt es keineswegs an Stellen, 
wo, wie in unserem V. 6 nach meiner Erklärung, nicht direkt von 
der Hölle und ihren Martern, sondern nur unbestimmt von einem 
„Verlieren der Seele", einem „Sichfiirchten" o. ä. die Rede ist (wie 
andrerseits nicht direkt vom Paradies und seinen Genüssen, sondern 
nur von einem „Gedeihen" o. ä.). Vgl. 7, 7 f. (zwei Verse, die sich 
auch dadurch eng mit unseren VV. 5 und 6 berühren, daß sie, wie 
schon oben S. 51, Anm. 2 erwähnt wurde, teilweise genau .denselben 

Wortlaut haben): ^ ib^^U XL^t^ JuuS' ^ ^\ J^^. J^Jp\^ v 

(fast genau ebenso 23, 104 f., vgl. auch 28,67); 42, 21: J^^lk)\ ^y 
^ OU.LaJi ^.^V*^ ^>-^^ c^.^^^ f^ 5-*^^ ^*^ ^yy^ ^ cr ,*^-*^'^ 
Ji OUll^ 0^-0^5» 10, 46 u. s. f. Die Androhung einer Strafe in all- 
gemein gehaltenen, unbestimmten Ausdrücken wird oft wirkungsvoller 
sein als die genaue Benennung und Ausmalung der Strafe. 

In dem, was ich oben über dS^ und die allgemeine Beschaffen- 
heit der zwei Schlußverse unsrer Süra gesagt habe, sind zugleich auch 



23] Eine Qorän- Interpolation. 55 

die Gründe enthalten, die, neben allerlei sonstigen Erwägungen, gegen 
die etwaige Annahme sprechen würden, daß die beiden Verse keine 
Interpolation, sondern ein altes Qorän-Fragment seien, das die Kom- 
mission des Zaid b. Täbit und seiner Genossen oder schon jemand 
vor ihr nur deshalb an den Schluß unsrer Süra gestellt habe, weil 
es sich nirgends besser unterbringen ließ. 

Zum Schluß verweise ich noch darauf, daß Zamahsari, ohne 
Zweifel unter allen Qorän-Exegeten nicht nur der scharfsinnigste und 
geistreichste, sondern vor allem auch der beste Kenner der alten 
Sprache, die von mir adoptierte Deutung des Satzes ^,^^ A^Li an 
erster Stelle bringt (s. oben S. 37). 





Die Katze auf dem Kamel. 

Ein Beitrag zur altarabischen Phraseologie, 

Von 

R. Geyer. 

ie Stelle in der Mu'allaqah des 'Antarah V. 29 und 30 
hat mit dem seltsamen Bilde von der Kamelin, die von 
einem an ihrer Seite hängenden Kater mit Kratzen und 
Beißen angefallen wird, zu allerlei Erklärungsversuchen 
Anlaß gegeben, die meines Erachtens doch noch kein durchaus be- 
friedigendes Resultat zutage gefördert haben. Da aber solch schwer 
verständliche Bilder meist auf wenig oder gar nicht bekannten Ideen- 
verbindungen beruhn und ihre endgültige Erklärung daher fast immer 
zugleich auch ein wichtiges oder interessantes Gebiet der beduinischen 
Gedankenwelt aufhellt, so mag der erneute Versuch, dem Rätsel durch 
eine methodische Untersuchung der fraglichen Verse und anderer, 
phraseologisch analoger Stellen beizukommen, wohl gerechtfertigt sein. 
Die erwähnte Stelle ist, von unwichtigeren kleinen Textab- 
weichungen abgesehn, in zwei verschiedenen Lesarten überliefert; die 
eine, die vorzugsweise durch den Muallaqahtext vertreten ist, lautet: 

„und es ist, als kehrte sie sich mit der rechten Seite ihrer Flanke ab 
von* einem des Abends raunzenden, dickköpfigen, seitwärts befind- 



* Cx^ kann in der Bedeutung von ^^ stehn, könnte aber auch durch Verschrei- 
bung daraus entstanden sein. Nach der Erklärung der arabischen Kommentatoren wäre 
^-^ zu übersetzen „aus Furcht vor" 



58 R. Geyer [2 

liehen Kater, der, so oft sie sich zornig gegen ihn wendet, sie 
mit den Vorderpfoten und dem Maule abwehrt/* Die zweite auf 
al-'A*lam bezw. dessen Gewährsmänner zurückgehende Fassung, die 
Ahlwardt in seiner Diwänausgabe wiedergibt (XXI 34 f.) sieht 
so aus: 

„und es ist, als lenkte die rechte Seite ihrer Flanke ab nach Über- 
mut und Widerspenstigkeit^ ein seitwärts befindlicher Kater, der usw." 
Die zweite Fassung setzt also an die Stelle zweier den Kater genauer 
ausmalender Epitheta die Bezeichnung jenes Zustandes, in welchem 
sich die Kamelin vor dem nun zu schildernden befunden hat: nachdem 
sie schon während des lange dauernden Rittes vorher Feuer und 
Kraft bewiesen hat, sollte man meinen, sie müßte nunmehr erschöpft 
sein; aber sie zeigt sich im Gegenteil noch so, als säße ein beißender 
und kratzender Kater an ihrer rechten Seite. Diese Folie der schon 
überstandenen Strapazen wird in den Kamelschilderungen ungemein 
häufig (so z. B. gleich in derselben Muallaqah des 'Antarah V. 23) 
verwendet, um die Frische des Tieres, seine „gute Kondition** umso 
plastischer hervorzuheben. In der Tat stimmen auch die verschiedenen 
arabischen Kommentatoren darin überein, daß der Dichter in den 
beiden Versen die Munterkeit l»Lio seiner Kamelin schildern wolle, 
und auch die europäischen Erklärer der Stelle, WlLLMET*, Mac 
GUCKIN DE SLANE3, RÜCKERT*, FISCHERS, NÖLDEKE^ und BARTH^ 

* Dies ist die in den Wörterbüchern angegebene Bedeutung von ^j^i an der 
NÖLDEKE {Fünf MoalL II 35) Anstoß nimmt, indem er die Sicherheit der Lesung be- 
zweifelt und an die Möglichkeit einer Konfundierung mit ^J^* denkt Meines Erachtens 
ist dieser Zweifel nicht zwingend. Da die Wurzel ^^ in der ersten Verbalform neben 
„abgeneigt sein" auch „demütig sein" bedeutet, so ^^^rd der fünften Form außer dem 
Sinne von „trotzig, widerspenstig sein" auch noch die Bedeutung „sich demütigen, 
bändigen lassen" zukommen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß wir in dem Aus- 
drucke ^y^^ ^S^<s\^ wVm^ eine Verbindung nicht synonymer, sondern komplementärer 
Ausdrücke zu sehen haben und ^^ mit „Bändigung" übersetzen müssen, sodaß der 
Totalausdruck die Ermüdung der Kamelin durch die Wechselwirkung ihrer Widerspenstig- 
keit und deren Bändigung durch den Reiter schildert 

a Antarae poima Arabicum Moallakah , . . eä . , , V. E. Menil, obscrvationes . . . 
subiunxit Joannes Willmet, pag. 171 i Le D'nuan d Amrolkdis, pag. 90 paenult. 

4 Amrilkais 123 5 ZDMG XLIX 93 6 Füuf Moall, II 34 

7 WZKMyiXYil 324, Fußn. 2 



3] Die Katze auf dem Kamel. 59 

nehmen sie in diesem Sinne: die Angriffe des Katers machen das 
Kamel scheu. Aber eine wirkliche Deutung des Bildes haben bis 
jetzt nur NöLDEKE und BARTH versucht, beide im Anschlüsse an die 
Erklärung des Jauharl, der Kater repräsentiere die Geißel, mit der 
das Kamel an der rechten Seite geschlagen wird, nur daß NöLDEKE 
dabei mehr an das heftige Einziehen und Ausladen der Fleischmassen 
an den Flanken, Barth aber an die durch die Peitschenhiebe ver- 
ursachten Striemen denkt. Beide Deutungsversuche weisen zur Unter- 
stützung auf ähnliche Verse anderer Dichter ' hin, leiden aber an dem 
Übelstande, daß sie nicht auf alle analogen Fälle anwendbar sind; 
es wird sich daher für einen erneuten Erklärungsversuch empfehlen, 
zunächst diese Parallelstellen zu analysieren. 

Am ehesten für die Deutung durch die Peitsche wäre in's Treffen 
zu fuhren ein Vers des zu Ende der 'Umayyadenzeit lebenden Dichters 
'Abu IJayyah an-Numairi (Jäh. 49a): 

yi^^b l^ji>.;^ iSui.^ lyfc L^Jo ^35 ^L^ Cjjyj^^ 
„und sie wendet sich davon ab, als ob an ihrer Flanke ein Kater 
wäre, der sich an ihrer Schulter mit den Krallen anklammert," 
wenn man annimmt, daß dasjenige, von dem sich die Kamelin ab- 
wendet, die Peitsche ist, was ich mangels eines Einblickes in den 
weiteren Zusammenhang des Verses nicht entscheiden kann. Es sei 
aber gleich hier festgestellt, daß der Vergleich sich nicht notwendig 
auf den mit ajS bezeichneten Gegenstand beziehen muß, sondern auch 
unabhängig für sich stehen kann; selbst wenn also ajS etwa für 
^y*^\ c^ stünde, wäre die Annahme, daß die Geißel es sei, die 
mit dem Kater verglichen werde, durch diesen Vers allein noch 
keineswegs als zwingend erwiesen. 

Der Vers des Imru'ulqais XX 30 : 

„die breiten Raum der Schultern hat und rennt, als ob am Platze 
des Gurtes hinten aufgehockt sie sich sah' eine Katze"*, 
bringt nur insofern etwas Neues zur Sache, als hier der Platz an der 
Kamelflanke 3, den der Kater* einnehmen soll, näher bestimmt wird: 

» Jedoch nicht auf alle im Folgenden besprochenen * Rückert, AmriUtais 122 

3 Röckert's Übersetzung „hinten aufgehockt" ist ungenau, weil sie die Vorstellung 
erweckt, als säße der Kater auf dem Rücken des Kamels; j-fr <* ' «^ ist vielmehr „an- 
hängend, angeklammert" 

4 Ein Scholiast erklärt: die Katze sei in jenen Wüstentcilen, wo Kamele hin- 



6o R. Geyer [4 

es ist die Stelle, wo der Sattelgurt in das Fleisch einschneidet; dies 
wiederholt sich in mehreren der weiter besprochenen Zitate. 

Al-'A'sä (Diwänhandschrift des Escorial Fol 19 a) sagt in einer 
Schilderung der Kamelin: 

iCJSLb ^r JiUiT \ >\\ J5 liy^^^^^^iiu 

^mit einer starken, leichtfüßigen, an deren Sattelgurte' gleichsam 
ein Kater ist, wann die Reittiere ihre Schatten als Schuhe tragen 
(d. h. im hohen Mittag, wann die Schatten der Reittiere senkrecht 
auf ihre Füfie fallen)"; der Konunentar des Talab umschreibt das 
Bild, ohne es zu erklären, mit den Worten: 

„sie sieht in der Mittagshitze in ihrer Lebhaftigkeit aus, als zer- 
kratzte sie ein Kater so, daß sie scheu wird.** Die Beifügung der 
Zeitbestinmiung macht die Deutung des Katers als Personifikation der 
Geißel unwahrscheinlich, denn der Dichter meint offenbar: trotz der 
Strapaze des Mittagsrittes ist die Kamelin lebhaft und munter; die 
Erwähnung der Peitsche könnte hier nur stören, was übrigens auch 
für die zweite Fassung der 'Antarahstelle gilt. 

Volle Gewißheit über die Unmöglichkeit dieser Deutung bringt 
der Vers des 'Aus ibn IJajar Xu 16: 

^y^jL,; i45;;iiv «^.> ^^s ^^'f ^^-^ ^^^ ^> <P 

„als ob ein seitwärts befindlicher' Kater unter ihrem Sattelgurte und 

kommen, selten; das Kamel schene daher schon vor dem bloßen Anblicke des Katers; 
vgl. SlanE, Amrolkcüs 90 a 

X Die Bedeutimg „stirrup" für J«^ bei L.\N£ kann anmöglich richtig sein. Bekannt- 
lich hat das Kamel keinen Steigbügel, da ein solcher weder beim Aufsitzen, noch beim 
Reiten Verwendung finden könnte; daher verdient die Angabe Ibn al 'A*ribT*s (Taj), 
)j^ entspreche beim Kamel dem f^j^ des Pferdes, Beachtung, und ich übersetze oben 
demgemäß. Aber schon die Verschiedenheit der Angaben beweist, daß die arabischen 
Lexikographen keine rechte Vorstellung von der Sache hatten, und die Angabe von 
Ibn al-'A*räbi*s Gegnern, jj^ entspreche dem vij^ des Maultiers, sei aber aus Leder, 
könnte zu der Vermutung führen, es sei darunter das Lederkissen gemeint, das an der 
rechten Schulter der Kamelin hängt, und auf welchem der rechte Fuß des Reiters 
ruht, mit dem er dem Laufe des Tieres die Richtung gibt 

a Ich folge hier, "«ie man sieht, der Lesart des Kämil (V\T, 7), die durch die Analogie 
so vieler Parallelstellen anscheinend bestätigt wird, und trage somit den von Aug. Fischer 
ZDMG XLIX 93 geäußerten Bedenken gegen die Lesung U^^^C, die ich in meinet 
Diwanausgabe angenommen halte, Rechnung. Ob mit Recht, wird sich später zeigen 



5] Die Katze auf dem Kamel. 6l 

ein Hahn und ein Schwein an ihren beiden Flanken angeklammert 
wären." Hahn und Schwein, die in vollkommenem Parallelismus zu 
dem Kater erwähnt sind, können die Peitsche nicht repräsentieren, 
weil Kratzen und Beißen nicht ihre Sache ist. Aber noch mehr: da 
die Beziehungen von Hahn und Schwein zur Kamelin denen des Katers 
analog sein müssen, so kann auch bei diesem nicht das Kratzen und 
Beißen das tertium comparationis bilden, sondern es darf, wo es er- 
wähnt ist, nur als eine weitere Ausmalung des Bildes gelten. Da 
aber die Vergleichung aller ähnlichen Stellen ergibt, daß mit dem 
Bilde tatsächlich die Munterkeit und Schnelligkeit der Kamelin ge- 
schildert werden soll, so wird auch meine vor dreizehn Jahren in der 
Übersetzung dieser Stelle» angedeutete Annahme, der Vergleich gehe 
auf das durch das Sattelzeug beim Ritte verursachte Geräusch, das 
den gedämpften Stimmen der drei Tiere gleichgesetzt werde, hin- 
fällig ^ Die Sache ist also vorläufig nur noch dunkler geworden. 
Auch der Vers des Imru'ulqais XL lO bringt nicht mehr Klarheit: 

„als ob an ihr ein seitwärts befindlicher Kater wäre, den sie mit- 
schleppt auf jedem Wege, zu dem sie kommt, und (in jeder) Talenge." 
Jedoch kommt hier noch das Moment der Verfolgung durch den 
Kater hinzu, das noch schärfer ausgeprägt ist in dem Verse des 
al-Mutaqqib V 20 (Diwänhandschrift in Kairo): 

„mit einer im Galopp tüchtigen 3, als ob ein Kater mit ihr um die 
Wette liefe und sie beim Sattelstricke gefaßt hätte." Eine eigenartige 
Gestaltung hat dieses Motiv in einer von Ibn as-Sikkit im Küad 
al'ibdal (Haffner, Texte z.ar. Lex,) o£, 13 zitierten anonymen Rajaz- 
stelle gefunden: 



1 Gedickte und Fragmente des *Aus ibn Hajar S. 41 

2 Die Mu allaqahfassnng der 'Antarahstelle mit dem Epitheton des Katers „Abends 
raunzend" könnte nur scheinbar als Stütze dieser Auffassung gelten 

3 Muhädarät II TAI beginnt der Vers i^ , ^«* » i \ ^ ^ja3 3'^ „und sie galoppiert 
auf dem Marsch" 



62 R. Geyer [6 

,,wann ihn (den Kamelhengst') der Zügel mit den zwei Knöpfen er- 
schreckte, sah man* ihn in einem Zustande, wie wenn zwei Kater 
die Katze verfolgen zum Kampfe bereit.** Hier stehen nicht nur zwei 
Kater für den einen der bisherigen Beispiele, sondern das von ihnen 
gejagte Kamel wird überdies in weiterer Ausgestaltung des Bildes 
der von den liebeskampfwütigen Männchen verfolgten Katze gleich- 
gesetzt. Es geht überdies aus dieser Stelle im Zusammenhalt mit 
*Aus ibn IJajar XII i6 (s. o.) hervor, daß es auf die Einzahl des an- 
geklammerten Tieres durchaus nicht ankommt und daß daher die 
Annahme, der Kater repräsentiere irgend einen bestimmten Punkt 
oder Gegenstand an oder auf dem Kamele (wie etwa die Geißel oder 
die von dieser verursachten Striemen oder die Fleischmassen der 
Flanken) keinen Halt haben kann. 

Eine wesentlich von der bisher beobachteten abweichende Gestalt 
nimmt das Bild in den folgenden Stellen an. Al-Mumazzaq III 4^ 
schildert seine Kamelin folgendermaßen: 

„sie sieht aus und man glaubt an dem Bunde ihres Sattelgurtes zu 
sehn Schreckbilder von der Gestalt eines angeklammerten Katers". 
Barth* will aus diesem und den dazugehörigen Versen schließen, 
das Bild ziele auf die blutigen Geißel-Striemen auf der Haut des 
Kamels; ich vermag mich dieser Ansicht nicht anzuschließen, da, wie 
ja Barth zugibt, diese Deutung nicht auf alle Parallelstellen paßt«. 
Außerdem spricht dagegen die zur vorhergehenden Stelle gemachte 
Beobachtung, die jede derartige Deutung ausschließt. 

Ganz ähnlich ist der Vers des Jäbir ibn ^unayy Muf. XXXV 7: 



I Der Kamelhengst ist merkwürdigerweise in der Rajazpoesie vorzugsweise Gegen- 
stand der Schilderung, wie man sich aus den Diwanen des al-'Ajjäj und des Ra*bah 
leicht überzeugen kann. Vgl. übrigens auch Ma'n ibn *Aus VI 6 und dazu /rZiO/ XVII 265 

a Haffnfr*s Text hat ^^j^; die Verwendung der zweiten Person ist indessen wahr- 
scheinlicher 

3 IVZKM XVIII II; die daselbst verzeichneten Varianten ergehen keine Abänderung 
des Sinnes 

4 WZ KM XVIII 324; Barth müßte eigentlich, um zu dem von ihm vermuteten 
Sinne zu gelangen, die von J acob, SUidUti in arab. Dichtern II 1 1 2 zu Mufadd. XXXV 7 
vorgeschlagene Lesung <wJ^l:L\ für ^^Iä.\ akzeptieren 

5 Auf *Aus ibn Hajar XII 16 aber schon gar nicht 



j] Die Katze auf dem Kamel. 63 

„sie ragt empor und schreitet tänzelnd im Zügel, als ob bei ihrem 
Sattelgurt die Umrisse eines dickköpfigen Katers wären." 
Ebenso der des Däbi 'al-Burjumi 'Asntdiyyät LVII 16: 

„mit einer weißgelben, kräftigen, an deren Flanke gleichsam die 
Schreckbilder eines Katers oder die Schreckbilder eines Grünspechts 
(sitzen)." Diese drei Stellen stimmen darin überein, daß sie nicht 
den Kater selbst, sondern etwas, was die Gestalt oder die Umrisse 
eines solchen hat, auf die Kamelin setzen, worüber später einiges zu 
sagen sein wird. Zunächst interessiert uns aber in dem letztangeführten 
Verse die alternative Gleichstellung des Katers mit dem Grünspecht; 
denn dadurch wird erst mit einer Sicherheit, die über die einfache 
Nebeneinanderreihung von Kater, Hahn und Schwein bei 'Aus ibn 
Hajar noch hinausgeht, die volle Gleichwertigkeit des vollständig 
anders gearteten Tieres mit dem Kater für den Zweck des fraglichen 
Bildes dokumentiert und das zu 'Aus ibn IJajar Gesagte bestätigt 

Dementsprechend kommen denn auch Stellen vor, in denen an 
den Platz des Katers einfach ein anderes Tier gesetzt ist. Dahin 
gehört der Vers des as-Sammäh V 20 (Diwänhandschrift von Kairo; 
vgl. Kainil £^i, 8): 

„als ob ein Schakal festgeklammert wäre unter ihrem Sattelgurt, der, 
wenn er nicht mit den Zähnen verwundet, kratzt." Über y^^\ ^^\ ver- 
gleiche man das von HOMMEL Säugetiere 306 f. Mitgeteilte». 

Das gleiche Tier begegnet in dem Verse des Kumait, Häs, II 114: 

^r^. bi^3 by^ '^jr^- ^pj "-^^^ *^^ ^y er?» o^ 

„als ob ein Schakal festgeklammert wäre unter ihrer Brust, der sie 
bald kratzt, bald beißt" ^ In diesem Verse ist schon durch den dem 



I HoMMEL*s Bemerkungen über das geringe Alter des "Wortes klingen nicht sehr 
überzeugend, wenn es schon richtig ist, daß wir einen authentischen Beleg für sein Vor- 

kommen in alten Gedichten nicht haben; aber die Behauptung, daß *^^.^ „Hahn" ein 
„den alten Arabern noch unbekanntes" Lehnwort sei, ist effektiv unrichtig. Das Wort 
ist in den alten Gedichten nicht so selten; man vergleiche nur *Aus ibn flajar XII 16 
und al-Mumazzaq III 9 (/ FZ A^l/ XVIII ii) und die Verse, in denen die Farbe des 
Weißweins der des Hahnenauges verglichen wird {Zwei Gedichte von al-*A*sä Exk. II) 
a Beide Verse übersetzt bei Horovitz, die HäsiniJJät des Kumait S. 47 



64 R. Geyer [8 

Schakal angewiesenen Platz die Deutung des Bildes mit den Hieben 
der Peitsche ausgeschlossen. 

Eine merkwürdige Stellung nimmt in dieser Hinsicht der Vers 
des al-Mutaqqib III lO (vgl. Mtif. XXII lo) ein: 

„als ob einer seitwärts* an dem Liegorte' ihres Sattelgurtes wäre, 
den sie loszuwerden trachtet 3, während er nach ihr begehrt." Hier 
ist anscheinend gar kein bestimmtes Tier gemeint, obwohl das an die 
Kamelin geklammerte Wesen, nach dem unverkennbaren Parallelismus 
der ganzen Stelle mit den bisher betrachteten Zitaten zu schließen, 
gewiß mit dem Kater und den andern vorgekommenen Tieren gleich- 
gestellt werden muß. 

Da wir, wie schon NÖLDEKE in seiner Erläuterung der *Antarah- 
stelle betont hat, an der sachlichen Zusammengehörigkeit der be- 
sprochenen Beispiele festhalten müssen, so ergibt sich aus der Analyse 
der einzelnen Zitate mit voller Sicherheit ein zweifaches Resultat: 
Erstens ist die Eigenschaft der Kamelin, die durch das fragliche Bild 
dargestellt ;yerden soll, gewiß keine andere, als ihr munterer Übermut 
und die Schnelligkeit ihres Laufs, denn diese Annahme paßt auf 
sämtliche Stellen und bestätigt die Ansicht aller arabischen und der 
meisten europäischen Erklärer. Zweitens kann aber mit dem Kater 
und den analog genannten Tieren kein wirklich auf oder an dem 
Kamel befindlicher Gegenstand gemeint sein. Das Bild beruht somit 
auf keinem Gegenstands-, sondern nur auf einem Zust and s ver- 
gleich, d. h. der Zustand der Munterkeit der Kamelin wird jenem 
des Scheuseins infolge Erschreckens über eines der genannten Tiere, 
die auf oder an ihr festgeklammert gedacht sind, gleichgesetzt. Die 
Frage, die sich nun erhebt, ist die, warum gerade Kater, Hahn, 



I Die Dlwänhandschrift hat Lv^wXä.; für die Annahme der THORBECKE'schen Les- 
gilt das oben S. 6o, Anm. 2 zu dem Verse des *Aus ihn Hajar Bemerkte 

a Muf, jJLä^; die oben akzeptierte Lesart des Diwans im Zusammenhalte mit 
dem Ausdrucke yk^\ ^^^s^-« jJ* bei Imni'ulqais XX 30 und I^-ö^äJo j^^ bei 
'Aus ibn Hajar XII 16 (Variante bei Jäh. 49*) legt die Vermutung nahe, daß auch in 
dem Verse des al-Mumazzaq III 4 ^Aima'iyyät L 4) das w>Juc* in wXäjl^ zu verbessern 
sein dürfte 

3 Muf. ^^\ i), „den sie zu entfernen sucht" 



9] Die Katze auf dem Kamel. 65 

Schwein, Grünspecht und Schakal für dieses Bild verwendet werden?^ 
Wollte das Bild besagen, die Kamelin läuft, als triebe sie der Schmerz 
der Biß- und Kratzwunden, die ihr ein reißendes Tier beibringt, so 



I Interessant ist die Beantwortung dieser Frage durch Jähi;. im Kitäb ai-hahvän 
(Wiener Hs.) 49 a. Ich gebe hier die ganze Stelle wieder, weil sie auch in anderem 
Belange für unsere Untersuchung von Wichtigkeit ist: 

^JJ\^ l^kU;;^^ i*UJ\ L-A-o^^ jssvä. ^^ ^^\ JlS wxs ^.jJ\ (-^o^Lo JU 

,M > 



/Wb u,*-^ ^.-iuy ijib 


L_t^j^ 51^ rfwU Cjji^y} 




,^\ JIS, 


L4^ui ^kj\ j*xir Ol \^ 


L^J^ J|)l^ -^ i— I^Iä> 




^^.4*^\ Msli» 4^ »yu* Jl»^ 


,5>^-ix*Ji^^o-;^-ii».y\ 




<i^b^ C^.>xJb UuSl ^^^ 


aJ v-UiU Ul^ V---wwC^ ^ 




Jjo^\ ^.Jj:i\ JIS5 


C>y^\ ILjtjA^^ »yij^-ft 


Cj^ Cj^^ ^^^ ^^ J-***» 


,;,^yL> S-J^li,^ ^.J^. 


^}ä vÜ^ '-A^e^^^ i-»>L-a3 



^j*»j, ^i*ab uuo^. ^ v_,axji^ J^l ^^^1^ 34^\ i^/i ui" ^ütvi jy.^ 
u^^ \^ tjfcr jui ^> jui ^,*va. ^ ^^1 ^f ^y ^t ^^ ^y1 -g\ ^3* 

j.^i]^X\\^ ^A4^si\^ JasX^\^ ^...UÄVJLb L^oy, ^^S}\ 5^^^ j^Ji L^-oJLo wX-lft 

Die hier ausgesprochene Behauptung, es handle sich nur um mit Krallen versehene 

Tiere, ist in Ansehung der Nennung des Schweines etwas grotesk, und wo der Schakal 

Platz hat, könnte der Hund ebenso gut unterkommen. Merkwürdig und wichtig ist aber 

die Zusammenstellung mit dem Verse des 'Abü-n-Najm, weil aus der weiteren Aus» 

Nöldeke-Festschrifl. 5 



es R. Geyer [lO 

wäre die Nennung von Hahn, Schwein und Grünspecht der bare 
Unsinn, aber auch die Erwähnung von Kater und Schakal müßte 
befremden, weil diesen Tieren in Wirklichkeit ein Angriff auf ein 
lebendes Kamel nicht zuzutrauen ist* und weil man nicht einsieht, 
warum für diese Rolle in keinem einzigen Falle ein wirklich auch dem 
Kamel gefahrliches Raubtier, wie et\va Panther oder Löwe, gewählt 
ist. Mit einer solchen Auffassung des Bildes stünden aber auch die 
Beispiele aus al-Mumazzaq, Jäbir ibn IJunayy und Däbi* al-Burjumi 
in unlösbarem Widerspruch, weil dort ausdrücklich nur von Schreck- 
bildern in der Gestalt der betreffenden Tiere gesprochen wird. Das 
legt die Vermutung nahe, daß auch an den übrigen Stellen gar nicht 
von wirklichen Tieren die Rede sein kann, und daß die eigentliche 
Ursache für das bildliche Scheuwerden nicht in dem bloßen Vor- 
handensein dieser Gestalten, sondern in der Natur der in ihnen ver- 
körperten Scheinwesen liegen müsse, kurz, daß diese Tiere dä- 
monische Wesen sind. 

Über dämonische Tiere ist öfter gehandelt worden '. Für die uns 
hier interessierenden ist zunächst wichtig, daß, wie GOLDZIHER Abh. 
2, arab, PhiloL I 208 berichtet, die Jinnen häufig in Vogelgestalt ge- 
dacht waren, was beim Hahn und beim Grünspecht die Möglichkeit, 
dämonische Natur anzunehmen, naherückt. Vom Hahn ist diese 
überdies allbekannt 3 und beim Grünspecht deutet außer dem Namen, 
der mit J-^ „Phantasieding, Gespenst" zusammengebracht wird 
(Lane s. V.), auch die von ihm berichtete Fabel, die ihn als Unheils- 
vorzeichen deutet (Lane s. v.), darauf hin. Für die anderen drei 
Tiere ist in dieser Beziehung folgende Stelle aus den folkloristischen 
Notizen, die Prof. MusiL auf seinen Orientreisen unter den arabischen 
Beduinen Syriens gesammelt hat und die er mir freundlichst zur Ver- 
fügung stellte, von Wichtigkeit. Es heißt darin: „die Gülah zeigt sich 
in der Gestalt eines Kameles y^,y eines Pferdes ^f, eines Wild- 



einandersetzung des Jähi? hervorgeht, daß er nicht so sehr das Kratzen und Beißen, 
als vielmehr die bloße Gegenwart der genannten Tiere als Ursache des Erschreckens der 
Kamelin ansieht 

1 Auch der wilden nubischen Katze nicht, die Nöldeke heranzieht 

2 WZ KM VW 239 f., XVII 301 f., W. Robertson Smith, Ledures on the Reli^s^ion 
of the SemiUs^ 177 ff«, Wellhausen, R€ste ar. Heidentums 136 f., Goldziher, Abh. z. 
ar. PhiloL I 198 ff. 

3 Vgl. QazwinI I £ir; hierher gehört auch die bekannte Fabel, daß der Löwe 
den Hahnenkraht fürchte 



Il] Die Katze auf dem Kamel. 67 

Schweines Äi^Xa* y\, eines Schakals ^^^^U-**U.\, eines Hundes 
v-^J^^, einer wilden Katze v-x^^^ ^*> eines Esels, einer Eule Ä-c^ 
oder eines Menschen." Die dämonische Natur des Schweines zeigt 
sich außerdem in den von ihm erzählten Fabeln^ und in der Tat- 
Sache, daß ji^, eine andere Bezeichnung für dieses Tier, zugleich 
der Name eines Dämons ist'. Der Schakal wird ebenfalls dämonisch 
geschildert -5, was auch von der wilden Katze gilt 4; für diese kommen 
noch die Verwandlungsgeschichten in 100 1 Nachts in Betracht. Im 
übrigen brauche ich bloß auf das von GOUDZIHER, Ablu z, arab. 
PliüoL I 199 Vorgebrachte zu verweisen. 

Daß die Schnelligkeit des Kamels als Wirkung darauf reitender 
Jinnen betrachtet wird, ist ebenfalls bekannt^; ich will daher zu diesem 
Punkt nur einige Stellen aus den oben erwähnten Notizen MüSlL's an- 
fuhren. Die Beduinen vom Stamme Shür {fs^) erzählten ihm, „daß 
die Geister Steine nach dem Reiter werfen, der sie stört, sodaß die 
Tiere losgehen"; die Leute vom Stamm *^y^\ ÄJbUxJl erzählen, „daß 
die Üo^Iji-m* sehr gerne auf ein Kamel springt und dann im stärksten 
Galopp davonjagt"; bei den S^Ua» heißt es: „Wenn die Kamele 
ganz ruhig weiden und ein Jänn in die Nähe kommt, so fliehen sie 
wie verrückt davon." 

Wollte man nach dem Vorgebrachten noch daran zweifeln, daß 
wir es an den oben besprochenen Dichterstellen tatsächlich mit einem 
durch Jinnen verursachten Phänomen zu tun haben, so gewinnen wir 
darüber volle Gewißheit durch den bekannten Rhetoriker ar-Rägib al 
Isbahäni, der in seinen MuJiädarät al-udaba II tat unter der Spitz- 
marke J^^\ ,^ ^^Xj\ (das galoppierende Kamel) einige Beispiele 
für das uns hier beschäftigende Bild vorbringt Er fuhrt dort nach 
dem Verse des al-Mutaqqib V 20 (s. o. S. 61) und dem des al-Mu- 
mazzaq III 4 (s. o. S. 62) noch einen dritten fragmentarischen und 
entstellten anonymen Vers an, der sich vollständig im Diwän al-'A sä's 
(Escorialhs.) 92b wiederfindet und folgendermaßen lautet: 

„sie läuft am (heißen) Vormittag nach der Nachtreise in einem Zu- 

1 Qazwini r^rf. 

2 Maid. II 49 (HoMMEL, Säuget. 320); vgl. auch «— ^^^Äft 

3 Qazwlni I rAA oben 4 QazwinI I r«^V 5 Z. B. Büläqer Ausg. I r^, Z. 4 
6 Vgl. GOLDZIHER, Abh, z. ar. Philol, I 207 

5* 



68 R. Geyer [l2 

Stande, als hätte sich auf ihr niedergelassen von den umgehenden 
Jinnen ein glimmender" \ Die typische Ähnlichkeit dieses Verses mit 
den von uns oben untersuchten ist auch so unverkennbar, wird aber 
durch die Zusammenstellung bei ar-Rägib nur umso beweiskräftiger. 
Eine zweite ähnliche Stelle findet sich in einem Gedichte des Ru*bah 
(Coä. araL ArgentoraL Spitta 3, fol. 86a*): 

„als ob an seinem (des Kamelhengstes 5) geflochtenen Zaum ein Wüsten- 
dämon wäre oder ein Dämonenbruder**; y^^^ ^^ erklären die Scho- 
llen mit t5^ ^^** oy^ o'-***-*i» ^^^ ^^ einen besessenen Menschen; 
es kann aber darunter sehr wohl auch ein dämonisches Tier gemeint 
sein. Weitere Beispiele s. bei GOLDZIHER 1. c. I 207, Note 4. 

Die so gewonnene Erkenntnis läßt nun aber auch manche von 
den oben besprochenen Stellen in einem neuen Lichte erscheinen. 
Ich will hier nur hervorheben, daß in den Versen von 'Aus ibn yajar 
und von al-Mutaqqib III 10 die Lesart t;-;^^ anstatt ^^^^ zu neuen 
Ehren kommt (s. o. S. 60 Anm. 2 und S. 64 Anm. i). Bei 'Aus ibn 
Hajar ist sie durch zwei Autoritäten, wie Ibn RaSiq i^Unidah 216a) 
und al-Jähiz (AT. al-haiwän 49a; vgl. oben S. 65 Anm. i) gestützt, bei 
al-Mutaqqib ist sie in den Diwäntext aufgenommen. Rhodokanakis 
schlägt mir vor, cr^*:^ hier nach vielfacher Analogie des Gebrauchs 
von J-;^ für J^äa^ gleichwertig mit ^:^y^ anzusetzen, parallel 
mit der Erklärung von «-.-^^J^ durch K^y^ in den Schollen zu ähn- 
lichen Stellen*. Dementsprechend wäre in dem Verse des 'Aus ibn 
IJajar geradezu von einem „dämonischen Kater" die Rede, während 
die analoge Stelle des al-Mutaqqib genau so, wie der soeben zitierte 
Vers des Ru^bah, einen „Besessenen" überhaupt erwähnte. Ob nun 
umgekehrt in den Versen des 'Antarah und des Imru'ulqais (XL 10) 

I Muh. Uü^\ J^^äÜI l^U> ^^ L^ ^!^. Meine Übersetzung von ^^\ mit 
„glimmend" nimmt Rücksicht auf die Grundbedeutung von JjJ\, wozu das Wort eine 

^^ Form sein soll (vgl. Lis. und Täj s. ^^\)^ und auf den durch Goldziher, Abh. 
s. ar. PhiloL I 198 besprochenen Aberglauben von den Lichterscheinungen der Jinnen. 

(3'^ rV wird denominativ daraus gebildet sein, und auch (^^^ kann davon abgeleitet 

werden 

a In Ahlwardt*s Ausgabe fehlt dieses Gedicht 3 Vgl. oben S. 62, Anm. i 

4 ZDMG XLIX 93, Z. 6; Slane, Dhi^än cTAmrolkdis p. 120, Z. 5 v. u. f. 



13] Die Katze auf dem Kamel. 69 

^^f<^;^ in c^-jt^ zu ändern ist, wäre eine, wenn auch an sich be- 
rechtigte, so doch hier mangels eines entsprechenden Varianten- 
substrates müßige Frage. 

Zum Schlüsse sei noch die auffallende Betonung der rechten 
Seite in der 'Antarahstelle besprochen. Daß die Kamelin gerade die 
rechte Flanke von dem bedrohenden Geisterkater abzuwenden sucht, 
könnte dadurch erklärt werden, daß er, zum Unterschiede vom 
Menschen, der links aufsteigt, rechts aufhocke (NöLDEKE a. a. O.); 
wir haben indessen gesehn, daß in den Parallelbeispielen die Stelle, 
wo der Sattelgurt auf dem Leibe der Kamelin aufliegt, schlechthin 
als Sitz des Katers bezeichnet wird, ohne daß jemals gerade die 
rechte Seite hervorgehoben wird. Kann nun auch freilich dieses 
argumentum ex silentio nicht als zwingend angesehen werden, so 
muß es uns doch dazu bringen, auch andere Erklärungsmöglichkeiten 
für den einen abweichenden Fall in's Auge zu fassen. Da hilft uns 
die Stelle in dem zweiten Verse, die mit ui^ beginnt: Jedesmal, 
wann sich die Kamelin zornig gegen den Kater wendet, wehrt er sie 
mit Klauen und Maul ab. Das kann nichts anderes bedeuten, als 
daß sie wider ihren Willen, einer bestimmenden Gewalt folgend, den 
Kopf nach der linken Seite drehen muß, und das kann wieder 
nur durch den Zwang des Zügels geschehn. Die arabischen Kamele 
haben nur einen Halfterzaum, dessen Haltestrick an der linken Seite 
angebracht ist und nur zur Zügelung, nicht zur Lenkung des Tieres 
dient; diese wird vielmehr mit dem rechten Fuße bewirkt (s. oben 
S. 60 Anm. i). Wenn das Tier übermütig wird und durchzugehen 
droht, zieht der Reiter mehr oder weniger heftig und anhaltend an 
dem Zügel, wodurch der Kopf des Kamels nach links gedreht wird. 
So erklären sich auch die beiden Stellen des anonymen Rajazverses 
(S. 61) und des Jäbir ibn yunayy (S. 62). 

Das Bild der 'Antarahstelle, von der wir ausgegangen sind, besagt 
nach alledem folgendes: Die Kamelin ist trotz überstandener Strapazen 
so munter und übermütig, daß der Reiter sie jeden Augenblick zügeln 
muß; so oft er am Zügd reißt, sieht es aus, als kehrte sie sich scheu 
vor einem von rechts her geführten Angriffe ab; dabei läuft sie, als 
wäre sie von Geistern gejagt, oder, wie man auch zu sagen pflegt, 

als ritte sie der Teufel. 



JO R- Geyer. Die Katze auf dem KarceL [14 

Nachschrift. Nachträglich macht mich Sir_CH-\RLES Lyall 
aufmerksam, daL trotz der Angabe der Lexika, ^ ^' sei der Name 
des persischen Schakals, in den oben S. 61 zitierten Versen des as- 
Sammah und des Kumait darunter wahrscheinlich doch eher ein Kater 
zu verstehen sei, auf den ja die Bezeichnung ^euhneier** ebenso gut 
passe, während das Kratzen beim Schakal weniger zutreffe. Die 
beiden Verse imitieren geradezu die besprochene Antarahstdle, indem 
sie den Kater ebenfalls mit Maul und Klauen tätig sein lassen. Diese 
Ansicht erscheint mir recht plausibel; fiir den Gang meiner Unter- 
suchung ist die Entscheidung der damit aufgeworfenen Frage indessen 
ohne Einfluß. 





Umajja b. Abi-s Salt. 

Von 

Friedrich Schulthess. 

PRENGER hat vor Jahren versucht, die Reliquien der homines 
religiosi vor und zur Zeit des Propheten aus der Tradition zu- 
sammenzulesen. Er ist ohne Nachfolger geblieben, wenn- 
gleich das Material sich gemehrt hat und seine Verarbeitung 
ein wirkliches Desideratum ist, sofern der Entstehung des Islam ernstlich 
nachgespürt werden soll. Mit historisch-kritischer Behandlung der mittel- 
baren Quellen ist da nicht auszukommen, denn die Tradition hatte kein 
Interesse daran, das Andenken von obskuren oder ketzerischen Frommen 
zu pflegen, oder gar die Erinnerung ihrer Beziehungen zum werdenden 
Islam wach zu erhalten. Was von ihren Gedichten, der einzigen unmittel- 
baren Quelle, auf uns gekommen, ist äußerst dürftig, dazu vielfach ge- 
fälscht, kastigiert oder irgendwie muslimisch präpariert, aber, da sie aus 
dem Kreise stammen, dem der Prophet selber nahegestanden hat, wichtig 
genug, um genau erforscht zu werden. Unter den in Betracht kommen- 
den Männern steht Umajja obenan. Viel Glück hat er bisher bei uns 
nicht gehabt Sprenger's Auffassung verlangte sogleich nach einer 
Revision, und der neuesten von CLEMENS HUART* kann ich, um es 
gleich herauszusagen, nur in sehr bedingter Weise zustimmen. Er 
sucht zu beweisen, daß die in Ps.-Balhi's „Schöpfungsbuch" zitierten 
biblisch-legendarischen Gedichte „Umajja's" sämtlich echt, und, wo 
sie sich mit dem Koran berühren, dessen direkte „Quelle" seien. 



X Mimoires de PAcad. des Inscr. et Belles-Lettres 1904, 22. Apr., und besonders 
Joum. As, 1904, p. 125—167 (von mir als S.-A. mit eigener Paginierung zitiert) 



72 Friedrich Schulthess [2 

Man könnte an HUART's Argumentation mancherlei aussetzen, man 
könnte zeigen, daß er seinem Gewährsmann, al-MakdisI, wie er eigent- 
lich heißt', der an obskuren Gedichten übernahm, was ihm über den 
Weg lief, zu viel Autorität vindiziere — , doch ich will keine Kritik 
schreiben, sondern, mit Berücksichtigung von HUART's Beiträgen, die 
Frage untersuchen, ob uns die Überlieferung etwas Glaubwürdiges und 
Greifbares über den ^.^^ ^^^' zu bieten imstande sei^. Der eng- 
bemessene Raum muß es entschuldigen, daß ich vom Material nur 
das Nötigste gebe und mich überhaupt kurz fasse. 

Die Nachrichten über U. sind nicht spärlich, aber vielfach wert- 
los. Der später aufzuzeigende Zwiespalt der Tradition in U.'s Be- 
urteilung beweist, daß es mit authentischem Wissen von jeher schlimm 
stand. So ist denn auch der Diwän, vom bekannten Muhammed 
b. Habib (f 245/859) kommentiert, bis auf wenige Bruchstücke, die 
uns al Bagdad! erhalten hat*, verschollen; doch mag uns darüber 
die Tatsache trösten, daß er schon krasse Unterschiebungen ent- 
halten hat 5. Von Quellenwerken sind außer Ps.-Balhl und den land- 
läufigen hervorzuheben al Gähiz's Tierbuch, I. Kat ir's Bidaja^^ die 
U. ein eigenes Kapitel widmet, und die Lexika, die wichtiges 
Sondergut enthalten. 

Von den biographischen Notizen ist Folgendes der Erwähnung 
wert. U.7 war gebomer Täifer, Sohn des hier als Dichter an- 
gesehenen Abu-s Salt CAbdalläh) und der Rukajja bint 'Abd Sams 
b. 'Abd Manäf, also mit der mekkanischen Aristokratie nahe ver- 
wandt, Vetter der bei Badr gefallenen 'Utba und Saiba, Onkel Abu 



X S. Huart's Ausgabe Bd. 3, Pr^face; Journ, As, 1901 (tom. 18) p. 16. Er hat 
nach GoLDZiHER, ZDMG 55, 702 erst im fünften Jht geschrieben 
a I. Katlr I, 289V 

3 Mein seit Jahren gesammeltes Material ist durch Hm. Dr. R. Geyer's Güte 
noch stark bereichert worden, namentlich aus Hss. der Wiener Hofbibliothek. Ich 
hoffe das im einzelnen bei späterer Gelegenheit darzutun. Auch Thorbecke's Nach- 
laß bot einiges Neue 

4 Hizäna i, 119 paen., u. s. w. — Den Diwän haben außer ihm und al *AinI 
(2, 348) nachweislich noch I. Ginni (s. ebenda) und al Hafägl Sarh. as Hfä\ cod. 
Vindob. 40 r) benutzt 

5 So das Loblied auf den Propheten 

6 Brockepiann, Z//..(7. i, 49, Von mir (auf R. Geyer's gütigen Wink) im 
Wiener Codex (Bd. I) benutzt 

7 U. b. asSalt liest man öfter in den Texten, es ist aber sicher Flüchtigkeits- 
fehler der Schreiber 



3] Umajja b. Abi-s Salt. 73 

Sufjän's. Seine Schwerter 'Ätika, alias Färi'a', wurde vom Pro- 
pheten nach der Übergabe der Stadt Täif in ein denkwürdiges Ge- 
spräch gezogen, während er ihren Bruder Hudail hinrichten ließ 
(Wäkidi-Übers. 369). U.'s vier Söhne waren ephemere Dichter; einen, 
Wahb, stattete der Prophet mit einem Gute aus^ Ein Enkel gelangte 
unter 'Utmän zu einem Staatsamt^. Ein authentisches Zeugnis dafür, 
daß U. das Jahr 624 erlebt hat, sind die von I. Ishäk 531 ff. über- 
lieferten Trauergedichte auf die bei Badr gefallenen Kuraischiten*, 
bezw. auf die Asaditen Zama'a und 'Akil. Die Tradition gibt ihm 
noch etliche Jahre mehr (8. oder 9. H.)^. Mag er auch ein hohes 
Alter erreicht haben, so war er (nach den obigen genealogischen 
Notizen) im J. 2 der Geburt des Propheten doch wohl zu jung, um 
der mekkanischen Glückwunschdeputation an Saif b. Di-l Jazan als 
offizieller Redner oder Dichter mitgegeben zu werden, neben Honora- 
tioren wie 'Abdal Muttalib und Umajja b. 'Abd Sams. Wenn an der 
Deputierung überhaupt etwas Wahres ist, in welchem Fall mindestens 
die Verherrlichung der Prophetenfamilie Ag, 16, 75 spätere Zutat 
wäre, so mag U. durch seinen Vater oder Großvater zu ersetzen sein, 
jenes mit mehreren, dieses mit Mas'üdi^ — wofern nämlich nicht bloße 
Verwechslung mit dem genannten Umajja vorliegt, dem die, mit dem 
Gratulationsgedicht His. 44 =- Ag. 16, 75 zusammenhängenden Verse Ag, 
16, ^^ zugeschrieben werden {Ag,^ Azräki). Biographische oder sonstige 
historische Aufschlüsse geben die Gedichte nicht. Nur ein paar wenige 
Persönlichkeiten kommen vor. So besingt er, gleich yutai'as mehrfach* 
die Freigebigkeit des 'Abdallah b. Gudan, jenes nach märchenhaften 
Abenteuern (Damiri i, 214) in Mekka ebenso mächtig, als durch seine 



X Vgl. z. B. I. Hagar, Usd al Gäba s. v. v.; Damin 2, 212, l, gegen 2, 473 

a I. Duraid 184 N., cf. I. Hagar 3, 1320 

3 I. Duraid, 1. c, anders Balädorl 205 

\ Die Echtheit dieser Elegie wird durch ihre Anlehnung an der Hansa Trauer- 
lied auf Sahr nicht in Frage gestellt. Der Prophet verbot ihre Überlieferung wegen 
darin enthaltener Invektiven auf seine Anhänger, wie denn I. His. ein solches Vers- 
paar unterdrückt (532, 16. Vgl. Hiz, i, 121, 8 v. u., 2, 43, 8 v. u. Bajän 1, 113 u., 
und sonst; auch al Bagawi bei Sprenger i, 118. Abu Darr ed. Brönnle 32, i) 

5 I. Hagar l, I035. 3, 437 

6 3, 171, wo ^^*-^; ^\ statt 6^M^j ^\ zu lesen 

7 ZDMG 46, 7. Unter U.*s Namen sind mir die Verse nicht begegnet 

8 Ag. 8, 2flf. und scheinbar in allerlei zersprengten Versen. Vgl. auch unten 
p. 78 sub/. Auch A)^. 8, 5, 2 ff. wird er nicht erst an den Sterbenden gerichtet haben 
(Halabi, Insän i, 173, BalawT, AU/ bä 2, 84, u. a.) 



74 Friedrich Schulthess [4 

Ausschweifungen berüchtigt gewordenen Manfies', dessen riesige Be- 
wirtungsschüssel auch der Prophet als Schattenspender benutzt haben 
soll, ohne sich aber in der Voraussicht seiner Höllenstrafe beirren zu 
lassen*. Und weiter betrauert er den Harb b. Umajja^, der auf einer 
Handelsreise unter merkwürdigen Umständen vom Sumpffieber, oder, 
wie man es sich vorstellte, von den aufgescheuchten öinnen des 
Moorgrundes, dahingerafft worden*. Auch die (muslimische) Umajja- 
Legende weiß davon: sie läßt ihn ausdrücklich von der Karawane 
sein, und den Harb, aus Rache für ein bei einer Abendmahlzeit ge- 
tötetes zudringliches Reptil, von den Ginnen erschlagen werden. Die 
Hauptsache ist ihr aber, daß U. bei dieser Gelegenheit zu der Formel 
^,4ggX}\ ^X^-ojb kommt und sie nachher in Mekka einfuhrt^. Und zwar 
lernt er sie nicht von den Juden, sondern von einem christlichen 
Eremiten, als Talisman gegen das jüdische Ginnenweib. Diese Reise 
war nach der Legende — die ich als bekannt voraussetze — über- 
haupt das entscheidende Ereignis in seinem Leben. Der Rähib er- 
kennt seine Inspiriertheit, aber der tadt' oder saAid ist kein Engel, 
sondern ein Ginn, da er ihm in's linke Ohr flüstert und ihm schwarze, 
statt weiße Kleidung vorschreibt^. Und U.'s Bestürzung wächst, als 
er von jenem vernimmt, daß der Prophet, der Berechnung nach 
(6 Centurien von Jesus an), bereits erweckt sein müsse. Folgende 
Tradition wird bei I. Katlr auf Abu Sufjän, den Augenzeugen, zurück- 
geführt: An den Halteplätzen pflegte U. den Gefährten aus seinen 
religiösen Büchern vorzulesen. In einem Christendorf geht er mit 
den Einwohnern, — wozu er sich extra ein schwarzes Gewand mit- 
genommen — , kommt aber ganz zerknirscht in's Quartier zurück. 
Das wiederholt sich 2 Monate später auf der Heimreise von Damaskus, 
und nun belehrt ihn ein christlicher Schaich über das nahe bevor- 
stehende Auftreten des Propheten. Nach weitern 5 Monaten kehrt 
Abu Sufjän von einer Kommanditreise nach Jaman zurück; Muham- 



I A^., HiS., ferner Halabi 1, c, I. Hagar 2,706, u. s.w., sowie Hassan*« Diw. 
118, II ff. 2 Hadit 3 Bakn 735 = Diw. Hansa 196 f. (N.) 

4 Ag. 20, 135. Rhodokanakis, a/ Hansa 7. W. Robertson Smith, Rel. of the 
Sem, 125 

5 Das Einzelne s. Ag, 3, 189. Damiri 2, 211. Balawl 2, 508. I. Kajir 288 ^ 

6 Wie der Gegensati von Engel und Teufel, verrät auch diese Vorschrift die 
muslimische Erfindung. Der Eremit, irgend einer Sekte angehörig, wird w^ohl selber 
eine schwarze Tracht gehabt haben (vgl. Rabbülä in Barhebr. Nbmok, iio. G. Hoff- 
mann, Auszüge p. 125. Braun, Synhados 67 und Or. Ltz. 1903, col. 337) 



5] Umajja b. Abi-s Salt. 75 

med's geringes Interesse an seinem Gewinnteil ist ihm unverständlich, 
er forscht nach und hört, er habe sich inzwischen für den Propheten 
erklärt. Er bringt die Nachricht dem U. nach Täif, der aber weigert 
sich ihm zu folgen, mit Rücksicht auf die Takafiten, die seinen eigenen 
Ansprüchen geglaubt, und aus Angst vor den bösen Mäulem der 
Weiber insbesondere*. — Sogar eine persönliche und offizielle Zu- 
sammenkunft mit dem Propheten soll er in Mekka gehabt haben, 
nachdem er ihm 8 Jahre lang aus dem Wege gegangen war und in 
Bahrain gewohnt hatte*; das Gespräch — Hutba Sag' und Gedichte 
einerseits, Basmala und Süra 36 anderseits — fuhrt zu keinem posi- 
tiven Resultat. U. will erst einen äußern Erfolg sehen und geht nach 
Syrien, während jener die Hegra vollfuhrt. Auf die Kunde vom Sieg 
bei Badr eilt er heim, um sich Muhammed anzuschließen und ihm in 
aller Form den Beruf abzutreten 3: aber da erfährt er bei Badr die 
Namen derer in der Cisteme, betrauert sie in Wort und Tat — und 
läßt den Islam fahren*. Er stirbt später in Täif*. — Nach beiden 
Überlieferungen sind es persönliche Gründe, die ihn dem Islam ent- 
fremden: dort das beleidigte Selbstgefühl („er beneidete ihn" heißt es 
oft), hier der Haß gegen den Töter seiner Verwandten. Beides ist 
wohl denkbar. Unglaubhaft aber ist jenes Rendez-vous bei der KaT^a; 
denn schon die Art, wie der Prophet in spätem Jahren U.'s Schwester 
über ihn interviewte (s. o.), scheint eine frühere Bekanntschaft völlig 
auszuschließen. Die Gedichte, die sie ihm vorträgt, sind ihm neu, er 
begeistert sich an ihnen, und er findet, U. sei „beinahe ein Muslim 
gewesen", — nach einem andern hadit, den aber I. Sald^ für apo- 
kryph erklärt, freilich, „er sei in den Gedichten gläubig, im Herzen 
ein Käfir". An diesem zwiespältigen Ausspruch hat sich auch die 
Tradition gespalten. Einerseits fragt sie, warum nicht er der Prophet 
geworden sei, da er doch den selben Glauben gehabt? Sie läßt ihn 
zur Beantwortung etwas Ähnliches erleben, wie Muhammed 7, eine 
Herzenskündigung: da stellt es sich heraus, daß er zwar innerlich mit 



X I. Hagar i, 263, cf. 3, 437. I. Kallr 287' 
» I. katir 288r (az Zilhrl) ^ 

3 y^ \Jjb ^xJIXo d^\ ^^\^ (vgl. DOZY s. V. >UjL«) 

4 Er soll die Kuraischiten auch zur Rache aufgereizt haben: Ag, 3, 187, vgl. 
oben p. 73, A. 4 

5 Nach einer Legende beim Zechgelage auf Schloß Gailän {Ag., u. s. w.) 

6 Bei I. Katir 289«^ 7 S. Sprenger i, 162 fr. 



'jS Friedrich Schulthess [6 

ihm einverstanden ist, aber an seiner Mission zweifelt*. „Ich weiß, 
daß die Hanlflja wahr ist, aber es beschleicht mich Zweifel an Mu- 
hammed", sagt er sterbend. Oder sie betont in jenem günstigen 
Ausspruch das „Muslim", sucht den Beweis durch Unterschiebung 
von Gedichten, ähnlich denen Hassän's, zu erbringen, und stempelt 
ihn geradezu zum Koräninterpreten. Anderseits betont sie den Käfir. 
Wie Muhammed durch Bahirä, so wird U. durch den Asketen als 
inspiriert erfunden, aber von Ginnen, d. h. vom Teufel inspiriert Drum 
nennt sie ihn schlechthin den „Käfir"' und sucht sein Andenken aus- 
zutilgen. 

Was sagen zu alle dem U.'s Gedichte? Wenig erfreulich für 
uns ist von vornherein der Ausspruch, den al tiaggäg, U.'s engster 
Landsmann, einmal in einer Futba tat 3: zu seiner Zeit seien die 
Kenner von U.'s Gedichten bereits dahin, und mit ihnen ihre authen- 
tische Auslegung. Dazu kommt, daß sein Dichterruhm, trotz allerlei 
lobender Urteile, schwerlich von seinen Profangedichten datierte, 
sondern von den „religiösen": diese aber sind von der Tradition grade 
am Härtesten mitgenommen worden. Man sieht: die Echtheitsfrage 
muß immer mit der Verfolgung der Überlieferungsgeschichte Hand 
in Hand gehn*. 

Zu den oben erwähnten historischen Gedichten kommen noch 
einige Fragmentchen, z. B. von Lobgedichten auf den Stamm Taklf 
(Regezvers L'A E3, etc.; I. Qut. Dkhtcrb. 282, etc.; Bakrl 45 1; 
Bakrl 838)5, und die Beschreibung der Auswanderung der Ijäd nach 
dem Irak (Bakrl 45 -f Addäd 81, vgl. WÜSTENFELD, Wohnsitze 63). Ganz 
isoliert steht die Klage über den ungeratnen Sohn: Hamäsa 354, 
Ag, 3, 191, vollständiger cod. Goth. 532, fol. \f, und ist wahrschein- 
lich jünger (vgl. Tebrlzi). 

Von der Hauptmasse, den „religiösen" Gedichten, sind nun, 
wegen literarischer Abhängigkeit vom Koran, als unecht auszu- 



I Ag. 3, 188. 190. I. Katir 287"^, u. ö. Wie Muh.*s Herzöffnung, wird auch 
U.'s Exploration charakteristischerweise teils in die Jugend (Balawi 2, 508), teils in 
spätere Zeit, ja (so meist) erst vor den Tod angesetzt. — Eine andere Rezension läßt 
übrigens U. so den Dichtergenius empfangen (Goldziher, Ahh, 1,213, cf. Damirl 
2, 210 unten) a Damiri 1. c. Nawawl p. 164 3 Ag, 3, 187 

4 Auch auf Verwechslungen muß man achten. Es gab mehrere Dichter des 
Namens Umajja (s. Hiz. 1,122). Sogar mit U. b. Abi-sSalt alMagribl hat man ihn 
verwechselt, und erst recht mit dem Hudailiten 

5 Unecht ist das Wäfirgedicht in der Gamhara, wie der Herr Jubilar selber 
neulich gezeigt hat {Fünf Md all. 1,19 f.) 



7] Umajja b. Abi-s Salt. 'Jf 

scheiden*: ä) die meisten der in Sujütrs Itkän285ff. citierten Verse*. 
Sie sollen gewisse sonderbare Koränwörter als bereits vorhanden und 
rein-arabisch erweisen. Selbst HUART (J. As. /. c, p. 30) wagt aus 
Sujütrs Darlegungen keinen bündigen Schluß auf die Echtheit zu 
ziehen, und mit Recht Vor allem will beachtet sein, daß manche 
von jenen Versen entweder mehrere Worte mit gewissen Korän- 
versen gemein haben, oder aus mehreren solchen zusammengestoppelt 
sind. Konnte nun der Prophet so unklug sein, spezifisches Gut U.*s 
in seine Offenbarungen aufzunehmen? Und eine gemeinsame Quelle 
beider hätte ja den religiös Interessierten bekannt sein und die Ori- 
ginalität der Offenbarungen sofort Lügen strafen müssen! Vielmehr hat 
sie eben die oben erwähnte Traditionsrichtung U. untergeschoben, 
und nicht einmal mit viel Erfolg, denn diese Verse sind außer in 
Tabarrs Tafslr, aus dem sie Sujütl offenbar hat, kaum irgendwo 
überliefert, weder die Lexika, noch selbst die Glossare zum Koran 
kennen sie^. — Dasselbe gilt von den im nämlichen Zusammenhang 
citierten Versen in der Einleitung der Gamhara; die sind alle vom 
Koran abhängig, b) das Gedicht I. Katlr 287^ (kürzer Damiri 2, 473, 
u. o.): eine Vision von Paradies und Hölle — anläßlich der Herzens- 
exploration , — , unter Verwertung von Süra 19,62. 88,15, u-s. w.^ 

c) Das völlig koränisierende Gedicht über die Hinfälligkeit aller Kreatur: 
Cheikho, Nasr. 226f. (aus einer jetzt verschollenen Mosuler Hs.)s. 

d) Das Lobgedicht auf Muhammed: Hiz, i, 122 (zu V. 3 cf. Süra 9, 33, 
zu V. 12 Süra 33,40, u.s.w.), charakteristisch übrigens durch die Zurück- 
weisung des Glaubens anMul).*s Unsterblichkeit V. 13^! e) Die Schilde- 
rung von Hölle und Paradies: Ps.-Balhi 1,202 f., direkt auf Süra 56, 15 ff.; 
76,21; 37, 41 ff. U.S.W, aufgebaut'. /) Über Mariae Verkündigung und 
Empfängnis, und Jesu Geburt: Ps.-BalhT 3, 123 (cf. Jäq. 2, 587, 4), eine 



X Ich übergehe die vielen Verse, die nachweislich andern gehören und in ihren 
Gedichten vorkommen 

2 Einige wenige von ihnen sind unverdächtig, wie etwa der auf \j-^^-JaS p. 299 
zu verbessern nach Sujüti's Tafslr 5, 248) 

3 Wenigstens nicht das (viele Verse, auch solche U.*s zitierende) von al Ispa- 
hänl, cod. Berol. 675 

4 Zur Rezension und Autorschaft vgl. übrigens *Aini 2, 187, und wiederum 
Kämil 43. 194 5 Nach briefl. Mitteilung L. Cheikho's 

6 Vielleicht hat das Verspaar in de Goeje's Fragm, hisL Ar. 2, 33 dazu gehört, 
wenn nicht zu dem Gedicht His. 39, 9 ff., das ja auch U. zugeschrieben wird 

7 Vgl. übrigens *Ainl 2, 346. Nachweislich hat dazu gehört einer der oben 
beurteilten Verse im Itkän p. 289; vielleicht auch die in Gähiz* Buhalä 236 f., u.a. 



yS Friedrich Schulthess [8 

Nachdichtung von Süra 19. ^) Über Lot und den Untergang Sodom's: 
Jäq. 3, 59 (cf. Ps.-B. 3, 58, KazwInI 2, 135), nach Süra 11. 15, 59. Da- 
mit fallen wohl auch die Verse über die Sündflut und Noah's Rettung 
Ps.-B. 3, 24 f. //) Die Verse über den jaum al tagbami (Süra 64, 9) 
und die Vergeltung: Ps.-B. 2, 145, von koränischen Ausdrücken voll 
gespickt, sowie die ebenda 1,207 (cf. Süra 7,44)*. /) Das lange 
Gedicht in Na§r. 227 (aus einer im Orient befindlichen Hs.), eine Nach- 
ahmung des unter sub 5) erwähnten, übrigens lebhaft an l^assän 
23,40*. erinnernd, k) Das Fragment Hiz, i, 120 (aus Äg,^ aber im 
Druck und cod. Goth. nur zur Hälfte vorhanden). Beachte darin die 
Voraussetzung der (ursprünglichen) zweimaligen Salät (V. i) und den 
Gegensatz von käfir und imän (7 ff.)- Die Unechtheit würde noch 
zweifelloser durch die eventuelle Zugehörigkeit der Verse Ps.-B. 2, 145 
(cf. Süra 7, 186 u. s.w.)^ /) Addäd 51, 10 f. (Süra 39, 6). /;/) I. Hagar 
4, 723, vollständiger in Ta'labl's AV^^j (1306) p. 150: Paraphrase von 
Süra 19, 62 ff. 3. ;/) His. 146 (s. nachher unter Nr. 3). o) Der Doppel- 
vers L'A C3 ♦, aus einem (unechten) Gedicht des 'Adi b. Zaid (Ps.-B. 
I, 151, vollständiger MaVrlzI, Hitap i, 22) stammend, p) Die Verse 
in Taälibl's Kam al kuttäb 27^, eine Nachahmung des echten Gedichts 
^S' ^» 3» ^ff- (vgl. oben p. 73, A. 8), sowie das in Reim und Metrum 
übereinstimmende Fragment ///4?. 4, 4 (cf. Süra 11). Anderes müssen 
wir hier übergehen. 

Unzweifelhaft steckt in diesen Gedichten allerlei Echtes und sind 
sie ziemlich früh, als das Verbot der Nachahmung des Korans noch 
unbekannt war, in der Absicht gedichtet worden, Umajja, z. T. 
aber auch Waraka, Zaid b. 'Amr u. a. untergeschoben zu werden, 
zu ihrer muslimischen Korrektur. Aber wir haben keine Möglich- 
keit, zu scheiden, und geben vorsichtshalber einstweilen lieber das 
Ganze preis. 

Von jenem Bedenken (Abhängigkeit vom Koran) sind, soviel wir 
sehen, folgende Stücke frei: 



I Dazu mögen auch die Verse in Lexx. j-Ä^, ^J^, und einige andre gehören, 

sowie der vielberufene auf ^kX*l^ UA, T*A kU*», A'^. 3, 187, I. Qut. Dichterb, 280, 
I. Ginni's ha^äif I34r (vgl. unten p. 88 A. 1) 

* Hier beachte z. B. das iranische Wort ^U-Co> „Bote"! — Ferner vgl. 
Lexx. )a3> (kä>), Biz, 4, 70 

3 Dazu ein Verspaar irgendwo in der Gamhara (Süra 19, 72) 

4 Cf. Tabari i, I122? 



9] Umajja b. Abi-s Salt. 79 

i) Das Fragment Ps.-B. 3, 25 (Wäfir): Aussendung der Taube 
aus Noah's Arche, ihre Belohnung mit dem Halsband. In Gähiz Kaiw. 
(Vindob.) ii2^. 212^ stehn die Verse 9 und 12 wohl richtig voran. 
Das Gedicht ist, nach zersprengten Versen zu schließen', ursprüng- 
lich umfangreich gewesen und hat u. a. eine Schilderung Himmels 
und der Erde, der Gestirn- und Engelwelt enthalten. 2) Von einem 
yafiffragment über die Opferung Isaaks sagt Bagdad! Hiz. 2, 542 f., 
der letzte V. komme öfter vor, gehöre aber nach der herrschenden 
und richtigen Meinung zu einer 79 Verse zählenden Kaside U.'s, in 
der von allerlei Propheten, David, Salomo, Noah, Mose, Abraham, 
Isaak die Rede sei» Von ihr läßt sich ein Drittel rekonstruieren, und, 
Lücken vorbehalten, etwa so gruppieren: Über die pfeilschnelle Fahrt 
der Arche: Zamahs. Asäs i, 82; über die Tiere darin: Haiw. 396^ 
(daraus im Masrik 1894, 560); Aussendung der Taube Nuwairfs iVi- 
Aäja 109^; Opferung Isaak's Biz. 1. c. 543 ^ Gebet Salomos, des Er- 
finders des Panzerhemdes, um Gottes Segen für irgend ein Unter- 
nehmen (oder für dies Handwerk): Gawällki, Muarrad,ZDÄfG.3Sy^^3'9 
ein Vers über Salomo's Autokratie: Lexx. ^^^ki (u.s. w.), und viel- 
leicht Einzelverse wie T.'A. 5, 450 3. 3) Umstritten ist das Fragment 
(Tawil) bei I. His. 146, ein Preis des ewigen Gottes, dem nichts ver- 
borgen ist; daran anschließend Abraham's und Aaron's Sendung zum 
Pharao, ferner die Errettung Jona's, und eine Bitte um Sündenver- 
gebung. I. Ishäk schreibt es dem Zaid b. 'Amr zu, I. Hisäm (V. i. 2. 5 
ausgenommen) dem U. Nach Bagdädl i, 119, der es nebst zwei 
andern Stückchen dem U. gibt, gehört es zu einer langen KasTde, 
in der er auch von Noah, Joseph, David, Salomo redete. Nach ihm 
ist ferner das ^Xk* der Vers auf LJU. Aber anderseits hat I. His.'s 
I. Vers den Binnenreim, und dies ist auch nach 'AinI (4, 243) der 
Gedichtsanfang. Und doch wird grade auch dieser Vers von I. Ishäk 
dem Zaid zugeschrieben, wie auch mehrere der folgenden von Ps.-B. 
(i, 62 — 75), während andre wieder dem U. gehören sollen (ib.2,24, u.s.w.). 
Ein Vers stammt nach L Ish. (149) von Waral^a. Die Tradition hat 
also offenbar kontaminiert, was bei Gedichten dieser gleichgerichteten 
Männern leicht geschehen konnte. Eine Scheidung ist unmöglich. 



I UA cJt^, *^^, f^\ »-r^» 3/* J-^» y^*- 3» 286 etwa in dieser — mittel- 
baren — Folge) 2 Vgl. Nasr. 230. Ps.-B. 3, 6$. Einrelverse auch sonst 
3 Der V. in SujütT's Ta/slr 4, 120 kann nicht echt sein (Süra 16, 54) 



8o Friedrich Schulthess [lO 

Wohl aber könnten 27 von Gähi^ Haiw. W und z. T. von Nuwairl 
94^. 109^ unter U.'s Namen zitierte Verse zu dem echten Gedicht 
gehören: sie erzählen die Fahrt der Arche und ihre Landung auf 
dem Güdl, die Aussendung und Belohnung der Taube, den Betrug 
des Hahns durch den Raben. Die Wiederkehr eines Themas beim 
selben Dichter ist ja nichts Seltenes. 4) Von einem langen Haflf- 
gedicht kennen wir folgende Partien (c. 45 Verse): Lob Grottes, Be- 
schreibung seines Throns: L Katlr 5^ 289^ (Ps.-B. i, 165); Welt- 
schöpfung, Aufzählung von Tieren aller Art: Hahv. II3^ 397*^ (daraus 
Mairik 11,535); Pharao's Bestrafung mit Hungersnot und Ungeziefer: 
ib. 188''; sein Untergang im Meer: Ps.-B. 3, 82; Vernichtung der Ja- 
müd (Ahmarlegende): ib. 3,40*; femer Beschreibung einer Dürre und 
des Regenzaubers: Haiw, 245^ (kürzer Damlri i, 188, u. o.); endlich 
Einzelverse wie Haiw. 230^, His. 598, 6, Tab. Tafsir 1,226, Qut. Dichterö, 
280, 16. 5) Die Reste eines Kämilgedichts dürften etw^a in folgender 
(mittelbarer) Folge gestanden haben: Schöpfung von Himmel und 
Erde: Haiw, 163^; die 7 Himmel mit Beschreibung des i. und 2.: 
Ps.-B. 2, 7; die des 3. und 4.: TA yuo bezw. y^; des Mondes: 
L'A jA^^ und der Gestirne: L'A J^x^ (12, 66), I^ (20, 169); der 
Cherubim: Ps.-B. i, 165,6 fr.; der aus dem Himmel vertriebenen Dä- 
monen: Haiw. 34 F; Gottes Majestät auf dem Thron: Nasr. 235 ^ 
Weiter die fastenden Engel: Kamüs in FLEISCHER, AT. Sehr, i, 60; 
der Engelbotendienst: Ps.-B. i, 169. Auf dies letzte Stück folgte 
nachweislich gleich die Beschreibung der Seraphim, der Thronfiguren 
und der gepeitschten Sonne: Ps.-B. i, 168 + I. Katlr 289^ Dann etwa 
die der Erde als Menschen wohnsitz: Tab. Tafsir 30, 26 und Erhalterin: 
L'A LyL. Endlich irgendwo die Legende vom Wiedehopf (s. u.): 
Haiw, 183^ (kürzer Qut. Dichterb. 279 u. sonst)3. 6) Zum eisernen 
Bestand der U.-Tradition gehört das schöne memento mori (tiafiO: 
I. KatTr 288^ ♦. 7) Das Hafifgedicht His. 40 wird stets entweder U. 
oder seinem Vater zugeschrieben, es bleibt also wenigstens in der 



1 U/s Autorschaft wird bei allen diesen Fragmenten für einzelne Verse auch 
sonst bezeugt 

2 Quelle? V. 1 und 2 auch sonst bezeugt 

3 Eine Nachahmung dieses Gedichtes ist offenbar das oben angeführte: 
Na-sr. 227, wozu vielleicht die Verse Baid. i, 555 und T'A 2, 511 gehören 

4 Kürzer in A'r. 3, 192. Allerdings, wenn der bei Mas. i, 138 voranstehende 
Vers ursprünglich ist, dann ist das Gedicht unecht. (Vgl. auch Aus b. Hagar Nr. 40) 



II] Umajja b. Abi-s Salt. 8l 

Familie. — Allerlei zersprengte Verse endlich müssen hier unberück- 
sichtigt bleiben. 

Dies in der Hauptsache der Überlieferungsbestand. Die histo- 
rischen Gedichte könnten von irgend einem andern heitühren, sie 
geben sich ganz in der üblichen Manier. Daß die „religiösen" (um 
sie kurz so zu nennen) den Verfasser von einer ganz anderen Seite 
zeigen, versteht sich; übrigens ist wenigstens ein Fragment erhalten, 
wo er (oder eventuell sein Vater) beide Genres verbindet, indem er 
Gottes Zeichen und Allmacht mit der (von ihm selbst erlebten) Ele- 
fantengeschichte illustriert, in bereits legendarisch ausgeschmückter 
Form. Dürfen wir aber U. wirklich als Verfasser der Gedichte an- 
sehen? Die Poesie seiner Gesinnungsgenossen ist noch zu wenig 
untersucht, um einen Maßstab zu liefern ^ wir sind auf bloße Indizien 
angewiesen. Und da ist einmal zu bedenken, daß U.'s religiöse Ge- 
dichte bei den Überlieferern nie die Rolle gespielt haben, wie die Diwane 
anderer berühmter Dichter*, folglich auch nicht im gleichen Maße 
air den Fährlichkeiten der gelehrten Weitergabe und Rezensierung 
unterworfen gewesen sind. Seine Poesie ist teils unterdrückt, teils 
tendenziös nachgeahmt worden, aber sie kann unoffiziell, auf Neben- 
pfaden, fortgelebt haben. Wer weiß, ob z. B. al-Gähiz, dem wir 
manche Unika verdanken, den Diwan exzerpiert hat, den (der nur 
lo Jahre vor seinem eigenen Tode gestorbene) I. Hablb kommentierte ?i 
Und so mag es auch mit dem Sondergut der Lexika günstiger liegen, 
als wenn es aus offiziellen Diwänrezensionen stammte. Ferner be- 
stätigen die Überreste das durchaus, was die Tradition zur Charakte- 
ristik zu sagen pflegt: „Er sprach von Abraham, Ismael, der hanl- 
fija, vom Jenseits** (A^. 3, 187. 188. I. Raklk, Kn/d assjirür cod. 
Vindob. I, 2>y^)\ sie enthielten „Weisheitssprüche" (Damlrl 2, 210 ult). — 
Ibn 'Abbäs pflegte aus der Rolle des I. Abi-s Salt zu zitieren: Zamah- 
sarT, Asäs i, 86, 22 — und „bekräftigen den Monotheismus" (Dam. 1. c). 
Also mindestens mittelbar werden unsre Gedichte von Umajja oder 
aus seinem Kreise stammen. U.'s Theologie hat die Gelehrten 
weniger interessiert, als seine Geschichten und Beschreibungen; aber 



1 Cheikho's Material im Masrik 1904 entbehrt aller Kritik. Viel Licht könnte 
die Sichtung der Gedichte A*.sä's verbreiten 

2 Daß sie je populär gewesen, gar in dem Maße, wie es Sprenger i, 78 be- 
hauptet, ist rein gar nicht zu erweisen 

3 Der Nachweis des Gegenteils ist leider z. Z. nicht möglich 
Nöldckc-Fcstschrifl. 6 



82 Friedrich Schulthess [l2 

wenn darum von jener weniger erhalten ist, als von diesen, ist es, 
wie es scheint, besser, als das Umgekehrte wäre. Der folgenden 
Skizze des Inhalts füge ich einige Verweise auf jüdische Quellen 
und sonstige Parallelen hinzu; mehr gestattet uns leider der Raum 
nicht. 

Ein beliebtes Thema ist die Sintflut*. Da der Rabe, auf Aas 
stoßend, seine Mission vergißt*, schickt Noah die Taube, um einen 
Landungsplatz (Var. eine Quelle!) zu suchen. Kotbespritzt (wie im 
babylonischen Bericht) bringt sie einen Rebenzweig (so) und erhält 
den ausbedungenen Lohn, nämlich ein gegossenes Band, das ihr und 
allen Nachkommen wie ein sihab den Hals schmücken soll 3. Vor der 
Flut war das Goldene Zeitalter, wo die Menschen nackt gingen, die 
Steinplatten weich waren ^ Tiere und Dinge Sprache besaßen 5, — 
und wo der Rabe den Hahn betrog, indem er nach einer gemein- 
samen Zeche ausriß und ihn als Pfand in den Händen des Wirtes 
ließ^. — Sieben Tage und acht Nächte fährt die Arche, sicher ge- 
lenkt trotz dichter Finsternis, bis sie amGüdl landet — Opferung Isaak's: 
Er bittet den Vater, ihn recht fest zu binden, daß er nicht zittere, und 
seinen Rock vor Blutspritzen zu schonen. Im Augenblick, wo jener 
das Messer zückt, macht Gott Isaak's Hals „ehern." 7 — Über Pharao® 
sind, außer den fragwürdigen Versen oben sub jjy nur 2 Fragmente 
von zusammen kaum lo Versen, erhalten: die Heimsuchung der 
Ägypter mit Heuschrecken, Ameisen und Hungersnot 9, und Pharao's 
Untergang im Meer, und zwar mit der bekannten Wendung, daß er 

« VgL oben die Aufzählung der Fragmente 

a Vgl. die PirJtF A*. Eliezer c. 23. BUnenbtich ed. BüDGE p. «a^. Tab. I,l88 usw., 
Muhädarät 2, 396 

3 Daher die alte Redensart : „So lange ein Halsband die Ringeltaube schmückt«* 

4 Vgl. den bekannten Vers Ruba's (Ahlw. III, Nr. 46), Provv. 2,341 usw., und 
MakrTzI, HUaf 1, 160 

5 Jüdische Belege für diese allgemein verbreitete Vorstellung z. B. Jttbiliün 
3, 28, Joseph. Ant, I, l, 4 

6 Von I. Qutaiba {Dichterb. 279) als Kuriosum erwähnt 

7 Jüdische Quellen und arabische Legende bei Grünbaum, ^V. ^^'//r. Ii2ff. Vgl. 
auch 1 a'labr, A7/j/ (1306) p. 59, 8 v. u. Weil, Bibl. Let^eudett der Miiselmlinner p. 89 

8 Die Form 5^.^» die U. nach Sprenger i, 66 „zu schreiben pflegte", ist mir 
bloß in dem Einzelverse T*A 5, 451 {MuhTf 1595) begegnet. Als Hypokoristikon von 
C^^^ (wie ^4r^* f^^ Muzhir 2, 251, 7. 9 von ^L%-XL2) könnte sie aus der süd- 
arabischen Tradition stammen (s. später) 

9 Vgl. Ta'labI 1. c. Ii9f 



13] Umajja b. Abi-s Salt. 83 

im letzten Moment noch Gott anruft», aber „der Ruf war, nach all 
seiner Abgötterei, unnütz" heißt es. Damit bricht das Fragment ab. — 
Von Salomo ist laut Tradition in dem Einzelverse Lexx. ^^ES die 
Rede: „Er wirft alle Schlechten und Rebellischen [Dämonen?? vgl 
Näbiga 5, 22 — 25] in Fesseln und Kerker'*. Er wird auch das unter 2) 
. erwähnte Gebet gesprochen haben*. — Die arabische Legende ist 
durch die ausführliche Erzählung von der Freveltat des Ahmar und 
dem dadurch heraufbeschwornen Untergang Tamüd*s vertreten^, femer 
vielleicht durch die Notiz vom Dammbau in Ma'rib I. Hi§. 9 (strittiger 
Vers); die Tierfabel durch den Wiedehopf, der seiner verstorbenen 
Mutter seinen Kopf zur Grabstätte leiht^. Umajja verdanken wir 
weiter die genauere Beschreibung einer Art Regenzaubers im alten 
Arabien: zu Zeiten der Dürre bindet man Rindern Feuerbrände an 
die Schwanzbüschel und treibt sie auf Anhöhen, so sendet der Himmel 
Wassers. Am vollständigsten hat uns diese Stelle Gähiz überliefert, 
und ebenfalls er die (stark verdorbenen) Verse über die Schlangen- 
beschwörung {Hahv. 211'), wonach die Schlange durch Gottes Strafe 
(im Paradies) der Füße beraubt wurde^ und aus Furcht dem Zauber- 
wort des Menschen gehorcht. — Kosmologische Vorstellungen 7. 
Nr, ij: Das Himmelsgewölbe ist die Wölbung einer gegossenen 
Schale, ohne Riß, und so glatt, daß die Sonne an ihr abgleitet (beim 
Untergang). Der Himmel dient Engeln als Ruhesitz. Gottesknechte, 
ehemals gefallene Engel, stehn auf der Erde. Femer war da die 
Rede von Gestirnen, von den Wetterwolken, die, vom Wind geritten, 
einherjagen; von üppigen Weiden, die dem Vieh zu Fruchtbarkeit und 

1 /*. ^. Elitzir c. 45. Süra 10, 90, usw. (s. Grünbaum 1. c. 164 f.) 
' Allerdings kann irgendwo in dem Gedicht auch von David die Rede gewesen 
sein, der ja zunächst als Erfinder des Panzerhemdes gilt 

3 Näheres bei Huart, J, As, 1. c. p. 30 ff., femer Nöldeke, Mo'alU 3, 31. (Der 
eventuell dazu gehörige Vers bei I. His. 483 ist wegen ^^»^ und der jungem Kon- 
struktion von u->li\ mit J r. verdächtig) 

4 S. DE GoEjE*s Verweis zu Qut. 279, Anm. Die mythologische Reminiszenz 
mag von andern aufgedeckt werden 

5 S. Robertson Smith (übers, v. Stöbe), Anm. 355. Der Brauch wird außer- 
dem von einem Tajjiten bezeugt (Damirl i, 184. 188. Rasmussen, Add, V£). Zu 
seiner supranaturalistischen und rationalistischen Erklärung bei Spätem s. Dam. L c. 
188 und UA y^^ gegenüber Jäq. 3, Il8 

6 Wie in der jüdischen Legende (und darnach z. B. bei Aphraates) 

7 Nach Nr, i) und ß) samt dazu gehörigen zerstreuten Versen (s. o.) 

6* 



84 Friedrich Schulthess [14 

Milchreichtum verhelfen. Nr. 5): Gott hat die Erde dem (Regen-) 
Wasser zur Begattung niederknien lassen*. Auf den Gipfeln der 
Erde stehn, festgebannt, Engelsdiener (kXo^*); auf zitternden Schultern 
tragen sie das unabnutzbare, sich niemals ziehende (metallene) 
Himmelsgewölbe, das so glatt ist, daß nicht einmal das aufsässige 
I^uräd-Insekt darauf Fuß fassen kann*. Nachdem Gott 6 Himmel, 
wie Etagen übereinander gelagert, vollendet, schuf er den 7., höchsten. 
Der I., ^yty gleicht einem „windstillen", „glatten" „Meer" (^jJü)3, 
und Engel umgeben es. Der 2. ist *\y«aaL., sieht aus wie y^ y L j k W Äa-Iä-j; 
er beschattet die Häupter jener Engel. Der 3., «^yU», hart, wird ein- 
geschmolzen und erstarrt wieder (j<-*ä.). Der 4., iy^\^\ an ihn grenzt 
der 5. — Gott wohnt im höchsten, 7. Himmel. Den Reittieren, denen 
die Füße gefesselt sind, hat er Decken und Sattelstühle aufgelegt, 
und einen Tragsessel, mit Rubinen geschmückt, aufs Genick. Darauf 
thront er als König, von Engeln angebetet. Loderndes Feuer trennt 
die untern Sphären von ihm. Millionen leichtbeschwingter Engel, 
seine wL^^', durchfliegen als seine Boten den Himmel. Träger des 
Throns sind die 4 Seraphim, ein Mann und ein Stier unter dem 
rechten, ein Adler und ein Löwe unter dem linken Thronfuß. — 
Hierzu mögen einige Bemerkungen erlaubt sein. Während die JjUi^ 
(im Koran JjU^) bei den Juden der Vorstellung nach, bei den Baby- 
loniem vielleicht ;50gar mit der selben Bezeichnung vorhanden 
waren, stehn die paar erhaltenen Himmelsnamen ganz vereinzelt. 
Aber vielleicht sind sie für uns doch nicht so rätselhaft, wie den 
arabischen Philologen ^ nur dürfen wir nicht gleich im assyrischen 
Lexikon kramen wollen^. ^»U (Var. im T'A jij) ist entweder XT?T (ri)^5^ 



« Wie die Kamelin dem Hengst. Der Ausdruck, nach Freyt. s. v. i^ im 
Koran, vrird im Hadlt vorgekommen sein. Gegen Lane's falsche Übersetzung 1370* 
vgl. vielmehr den Vers U.*s in L*A, T'A ^, wo er wieder die Vegetation aus 
dieser Begattung zwischen Erde und Regen entspringen läßt 

2 Der Dichter fällt hier in den Vergleich des Kamelrückens (vgl DeUct, 112, 2) 

3 „Meer" bedeutet ^^^ hier nach den Auslegern (s. Lane). Im Grunde wird 
dieses durchaus singulare Wort eine fremde Reminiscenz sein; mehr will ich hier 
nicht vermuten 

4 I. Qut, Dichterb, 279 

5 Vgl. Weissfnbach, Faul p. 70 oben. (HoMMEL'sche Schule) 

6 So deGoeje, Qut. Gloss.; Hu Art J. As, 1904, p. 341, A. Aber dies Kom- 



15] Umajja b. Abis Salt. 85 

oder aber Ä^pl?, das man leicht von Juden hören konnte, wenn sie 
z. B. i|i 150, I hebräisch oder aramäisch («JJ^pTSl) rezitierten, — eher 
als die nackte Vokabel im casus rectus. Man hat es dann als Ein 
Wort verstanden*. Femer: *l^-äaL scheint im Verse Attribut zu sein 
(glasfarbig? vgl. Ez. i, 22, Apoc;. 4, 6), nicht eigentlicher Name. Also 
kann dies auch für k^ylo und ij^^ in Frage kommen. Wenn nun 
^yUo (neuarab. j^l^) „Beil" = «^^^D (Dt. 19, 5 Jen Tg.), U^mu«: « ist, 
so kann k^yto^W^^pp „rote Farbe" (Lew, T. W. 2, i86a) sein^. 
Diese Erklärung wird gestützt durch Ps.-Balhl 2, ^: Damach schreiben 
die einen dem 3. Himmel Hyazinthen-, also rote Farbe zu*. Wenn 
nach ihnen weiter die grüne Farbe (^-aaL) dem i. Himmel (^äy) zu- 
kommt, und nach andern die Himmelssubstanz ein ^yiS^ ^y oder 
eine im Feuer gehärtete (j^-^ä.) Maße ist, so hangen die im Gedicht 
gebrauchten Ausdrücke *^^-aaL, „glattes, windstilles Meer" und das 
Bild vom Erstarren augenscheinlich damit zusammen, nur sind sie 
etwas anders auf die Himmel verteilt^. Also daher kommt es auch, 
daß die Namen (Attribute), außer 5»^ (bezw. 5»;), mit den sonst über- 
lieferten Namen, die ihrerseits doch wenigstens zur Hälfte die jüdischen 
sind^ nicht stimmen. — Charakteristisch ist die kombinierte Vorstellung, 
daß Gott sowohl auf den Cherubim reitet, als auf dem Throne sitzt: 
EzechiePs Thronwagen (c. i). Die Thronträger haben ebenfalls die- 
selben Gestalten wie dort (und Apoc. 4)7. Die Engelboten sind noch 
deutlich als Blitze gedacht, denn es heißt. Manche bleiben, von ihnen 
getroffen, liegen (vgl. ip 103. 104). Die Engel, die den Himmel 
tragen {Nr. i und 5), stehn auf den Gipfeln der Erde: eine Erinne- 



positum ist unbekannt. Auch pflegte (n)^a in solchen Fällen L> geschrieben (wenn 
auch ^/gesprochen) zu werden. — Winckler*s Erklärung aus Vg*r^ (Ar,'Sem,'Or, 
p. 205) übersieht den Zusammenhang mit P^p 
X Auch Wahb: Ps.-Balhl 2, i, 5 

2 S. Brockelm., Z/jt., Bedjan 5, 534, 12 

3 Ein Adj. «"lipo (wie HfJlOD) ist nicht überliefert 

4 Ursprünglich sind die einzelnen Himmel ja als Edelsteine gedacht, Sinnbilder 
der Tierkreise 

5 Wie im Gedicht gehört auch nach dem Test. Levi c. 3 das öbwp Kp€^d^l€vov 
zwischen Himmel i und 2 

6 S. LiDZBARSKi, De proph. . . . Icgendis p. $1. $2, N. — Übrigens sind auch jene 
Listen nicht konsequent. ^^ gilt auch als 7. Himmel (T*A 5, 361), usw. 

7 Warum dieser Vers Muhammed's Beifall fand {Ag, 3, 190, u. sonst), wird nicht 
angedeutet. Aber gewiß nicht, weil er ihn an die 4 Evangelisten erinnert hätte 
WiNCKLER 1. c. 137)! 



86 Friedrich Schiilthess [l6 

rung an die beiden Kuppen des Länderberges* in der babylonischen 
Kosmologie? — Hierher gehört noch ein Verspaar über die Ver- 
treibung der Satane aus dem Himmel {Haiw. 341^ s.Wellhausen, 
Reste^ 137), und die beiden vielzitierten Behauptungen: daß die Sonne 
allmorgentlich zum Aufgang angepeitscht werden müsse', und daß 
die Mondsichel (beim Neumond) wie ein Schwert in der Scheide stecke 
und wieder herausgezogen werdet. 

Woher stammen diese Vorstellungen, die kein anderer Dichter vor 
und zur Zeit des Propheten so umfassend zum Ausdruck gebracht 
hat? Die übliche Antwort lautet: aus Syrien oder dem Irak, wie 
etwa bei al A'sä, der ja auch, als Christ, biblisch-jüdische Legenden 
kannte und verwertete. Aber al A'sa war auch in Negrän bekannt, 
ging da aus und ein, und muß bei diesem Anlaß auch mit dem 
Judentum in Berührung gekommen sein. Weiter betont man neuer- 
dings wieder mit Recht, daß noch zu Muhammed*s Zeit das Higaz 
mit der südarabischen Kultur in Fühlung stand, während der jüdische 
Einfluß von Norden her seit langem erloschen war. Die Legende 
läßt den öanifen U. bei den Christen und Juden Syriens studieren. 
Damit verrät sie, wie uns scheint, daß sie vom Hanifentum nichts 
Rechtes mehr wußte, wie sie denn auch (das ist sicher) von jeher 
mit jenem Begriff gespielt und durch Fälschung von Versen und 
ganzen Gedichten die IJanifen mit dem nördlichen syrisch-arabischen 
Christentum zusammengekoppelt hat. Daß so namentlich Zaid b. 'Amr 
mitgenommen worden ist, weiß man längst, aber indem man die Be- 
zeichnung L-A-Y^-ifc! immer durch die aramäische Brille betrachtete, d. h. 
den etymologischen Zusammenhang mit «^JH für einen historischen 
nahm 4, unterstützte man die falsche Tradition unbewußt, Hanff isX. 
ein echt arabisches Wort und bedeutet „Sezessionist "5. Ob sich 
die betreffenden homines religiosi selbst so nannten, wissen wir nicht, 
— jedenfalls bildeten sie keinen organisierten Verband — sie nannten 



» Vgl. WiNCKLER 1. c. 92, A. JEREMIAS, Babylonisches im N, T. p. 64 

a Der Hadit meint, weil sie ihren Anbetern nicht scheinen wolle (I. Katlr 289 r/v) 

3 Der Vers ist vollständig nur L'A rV**» überliefert. — Vgl. Grünbaum, 
ZDMG 31, 288, WiNCKLER 1. c. 136 

4 fj^n, Md^n hätte als l,a^a, übernommen werden können, aber nicht als L.*^^ ^ ^ '^ . 

5 Das Äthiopische hat das Wort (in seinen verschiedenen Formen) nur als 
literarisches Wort besessen, aus syrischen Texten! Das hat Winckler, 1. c. 79 f. 
gänzlich übersehen 



I/] Umajja b. Abi-s Salt 87 

nur ihren Glauben (oder besser: ihre Moral) SS^^JM, Der ^orän 
bringt den Begriff «wIl^JL^ in enge Beziehung zur Religion Abraham's, 
also irgendwie zum Judentum (denn wie alt ist die arabische Abraham- 
legende?), gewiß mit Recht; die Tradition hat vielleicht erst aus dem 
Koräntext einen eigentlichen neuen Konfessionsnamen JLJLjIa. {A^. 
3, 187 u. ö.) und ^i^t^AjL^ (I. Hagar i, 261. 264) herausphantasiert. 
Wenn nun femer die obigen Gedichte des hanifen Umajja, auch nur 
stückweise, echt sind, so führen sie nach dem Süden. Sie haben 
genau das Kolorit, wie die Überlieferungen des Wahb b. Munabbih 
(t 110 H)\ — so sehr, daß er, falls er als Dichter hervorgetreten 
wäre, der Verfasser sein könnte. Der war aber Südaraber, aus Jemen, 
dem Land, wo sich Christentum und Judentum Jahrhunderte hindurch 
gegenübergestanden, und das von der alten babylonischen Kultur 
gerade so viel Spuren aufweist, als das nördliche Arabertum. Daß 
U. nach Jemen kam, braucht uns die Tradition nicht erst zu ver- 
sichern (A^. 3, 192), es ist für einen vornehmen und gebildeten Täifiten 
selbstverständlich. Insbesondere aber hat er, falls die betreffenden 
Verse an I. Gud'än' echt sind, die 'Abd al Madän in Negrän be- 
sucht, — wie al A'sä. Die „Theologie" der Hanife wird sich von 
der jüdischen (und dem südarabischen Monotheismus) kaum stark 
unterschieden haben, sie legten den Nachdruck auf die Einheit Gottes, 
sonst namentlich auf moralische Forderungen, wie Enthaltung vom 
Wein. Zu ihren Gewohnheiten hat es augenscheinlich gehört, arabische 
und biblisch-jüdische Legenden zu erzählen 3, und zwar setzen diese, 
da wir bei U. allerlei uralte mythologische Reminiszenzen durch- 
schimmern sehn (s. o.), eine lange und kontinuierliche Mythenüber- 
lieferung voraus, ganz wie sie den Arabern des i. nachchristlichen 
Jahrhunderts zugeschrieben wird-*. Höchst wichtig wäre es, wenn 
auch sprachliche Indizien nach dem Süden wiesen s. Auf 5?.^ (p. 82, 



» Vgl. über ihn Huart's Artikel im y. As, 1904, p. 331 ff, Er ist der Gewährs- 
mann Taban's und I. Atir's, wie auch Ta'lahi*« für seine Legenden 

2 Sujflti, IVafäil 44T, cf. I. Katlr 284', Halabi l, 173. Balawl 2, 84 

3 Vgl. Waraka b. Naufal. — Die „Moral" von den Geschichten haben die 
Philologen leider meist in den Papierkorb wandern lassen 

4 Vgl. WlNCKLER 1. C. I35 

5 Die südarabischen Reste grammatischer Art, die Grimme, Muhammed (1904) 
p. 49 im Koran entdeckt hat, sind nichts als schematische Reim- und Pausalformen. 
Aber natürlich hat Muhammed auf keinem andern Boden gestanden, als Umajja ui>d 
ganz Central- und Südarabien 



88 Friedrich Schulthess [ 1 8 

A. 8) will ich kein Gewicht legen. Aber i^\^^ „Sitz" (vgl. p. 79, A. i) 
ist nach altem, einstimmigem Zeugnis jemenisch, und zwar jüdisch: 
nfil (gegenüber äth. ^D1). Dasselbe bezeugen die Philologen für ge- 
wisse fä'ü/'Sy wie kaiü/, gada/, und so auch für ^y>b „Rinder**, mit 
dem U.'s (und anderer Dichter) ^y^ {beqfir) identisch ist. Darum 
mag auch ^ybl«* dort gebildet sein (denn wie soll es U. und jener 
Tajjite für nichts aus fci'inD, «inp verballhornt haben?), vielleicht auch 
iJ^yjLo und «^y^Ä., — und wer weiß, ob nicht noch so und so viele 
fäüVsl 

Das bißchen Theologie, das uns die Verse lehren, hat nichts 
Überraschendes. Gott {s^)i ^J, ^.^ CLj)^ Var. ^^:^^Y hat sich vor 
Erschaflfung der Welt auf den himmlischen Thron gesetzt (in Über- 
einstimmung mit der jüdischen Vorstellung von dessen Präexistenz, 
wie Süra 11,9), als Treuer (^^^-J^ [Süra 5, 52 etc.], d. h. «JON^D, 
^'"'^yt^ TTicTTÖO» von den Engeln angebetet. Er ist unser einziger Be- 
schützer und Überlebender (Tab. Tafslr i, 365); ohne seine Führung 
würden wir in der Irre gehn und müßten das Grab mit Freuden er- 
sehnen. Als zuverlässiger Lenker (Jji^, ^xio^Sll ^^y^"^) regiert er 
den Himmel und schreibt den Gestirnen ihre Bahn vor (L'A 12, 66). 
Die Engel, Himmelsträger, heißen seine „Knechte***. Die Hanifa^ 
wird sich bei der Auferstehung allein behaupten, alle andern 
„Religionen" sind Trug. Den Tod, der keinen, selbst nicht das Wild 
der entlegensten Gegenden, übersieht, sollen wir stets als Merk- 
zeichen auf der Stirn tragen 4; die Erde, „unsere Mutter", muß uns 
wieder aufnehmen, aber Gott wird uns auferwecken. 

Was U. zum Islam fehlte, oder ob ihn wirklich bloß persönliche 
Motive ihm entfremdeten, wissen wir nicht. Als Aspiranten auf die 



» Wenn der oben p. 78, A. i zitierte Vers zu jenem Gedicht gehört, ist er un- 
echt, trotzdem er mit U.'s Namen von jeher verknüpft ist. Übrigens wird statt 

■ UV ^*^^ (so, nicht passiv, wie Süra 54, 53) auch ^»>JÜLo überliefert, und statt kli;wLSJ\ 
die Formen ix^lal-uJ\, IxUxLmJI, L^kL*»J\ — es fehlt nur noch etwa ♦kJdx**J\ r» 
sifbifu \ —, wie auch ^ statt y^. Also steht auch das Versmaß nicht fest 

* Für die frommen Menschen kommt diese Bezeichnung nur in dem Regezvers 
„Wenn du, o Gott, verzeihst" usw. AI'-, 3, 191 vor, der auch andern zugeschrieben 
wird (vgl. Hiz. i, 358. Balawl 2, 309, sowie Ag. 10, 146) 

3 Dieser Name kommt bloß einmal vor: His. 40 paen. (Sonst noch in dem 
unechten Gedicht /liz. i, 120, V. 2) 

4 Die Echtheit dieser Verse ist leider unsicher, vgl. oben zu Ar, 6) 



19] Umajja b. Abi-s Salt. 89 

Prophetenwürde können wir uns ihn nicht denken, trotz aller Über- 
lieferung. Als tJanlf lebte er abseits und tatenlos. So wird auch der 
Prophet, der ja nach seinem Auftreten die Fühlung mit dem Adel 
Mekka's und läif's verlor — und bei seinem Mißerfolg in letzterer 
Stadt doch schwerlich mit U. zusammentraf! — ihn persönlich gar 
nicht gekannt haben. Und vollends unglaublich ist es, daß er gewisse 
verdammende Offenbarungen (wie Süra 7, 174. 68, 12) auf ihn gemünzt 
habe (wogegen ja schon der Ausdruck Cj^y^ deutlich spricht). Erst 
nach U.*s Tod vernimmt er aus seiner Schwester Mund allerlei Ge- 
dichte von ihm: sie sind ihm ganz neu, und wenn irgend eines der 
angeblich dazu geäußerten Urteile authentisch ist, so ist es dieses — 
dem wir uns leider in gewissem Sinne anschließen müssen: 

v:U)L-aJ\ ^\ ^^ dJZc\ ^ ^J}\ jJLft 





Eine 
metrische Bearbeitung des Buches Kaiila wa-Dimna. 

Von 

M. Th. Houtsma« 

bgleich es durch die Angaben von H. Kh. und ihn 
Khallikän bekannt war, daß der arabische Dichter ibn 
al-Habbärijja (f 504 A. H.), über welchen ich an einem 
anderen Orte ausführlicher zu handeln hoffe, eine me- 
trische Bearbeitung von Kalila wa-Dimna verfaßt hatte, gilt dieses 
Werk für ebenso unwiederbringlich verloren, als die noch ältere 
Bereimung von Abän al-LähikiS so daß weder BROCKELMANN 
in seiner Notiz über den Dichter {Gesch. der arab. Litt, \ 252), noch 
Chauvin in seiner sonst erschöpfenden Bibliographie dessen Erwäh- 
nung tun. Indessen, wie es nicht selten vorzukommen pflegt, daß in 
Britisch Indien Werke in lithographischen Ausgaben erscheinen, die 
in Europa als verloren gelten, so erschien auch im J. 1317 A. H. (1900) 
eine Lithographie in Bombay unter dem Titel: ^ i-ÜaiJ\ ^lx> ^,^J^ 
dLLe>^ "i^^ ^ mit arabischen Randglossen, besorgt von dem sehr 
gelehrten Shaikh Faidalläh Bahäi'. Das Werk ist folglich nicht ver- 
loren und nach den Angaben des Herausgebers noch in mehreren 
Abschriften, sogar in der ursprünglichen Handschrift des Verfassers 
in Indien vorhanden. Er sagt nämlich im Vorworte: cx;^ ^\ ^\ 



» Vgl. über diesen: Spicimen cfune EncycL mus, S. I 



92 M. Th. Houtsma [2 

^^ ÄJ^jJl ^*x^ t^U^l j^ ^^ jJLft £^v jLUv» ^3 KiXLJ\ sXs^ ^ d^^jjL^ 

J-t^--uJ\ IJ^^ J>j\ ^^ Ajlk r *>^« ^^ (sie) jX»J\ JJU ^2^^IJUJi c^ «^^ 
Cjj^^ ^ L^^ CU^jCC^Ii ^U'l^^^.)^ duLkJ^ Ky^io ^^^-»4^ <iUJo i^o wi^^ 

jLLo^^ ^^-5lJ^ c->l:;5ü ^CUä.^^ ^iXJl ^^\ ^^. 

Der Herausgeber der Lithographie hat folglich seine Abschrift 
kollationiert und verbessert nach einer Handschrift vom Jahre 1012 
A. H., in welcher der Abschreiber Hibatalläh b. al-Fadl b. Sä'id be- 
zeugt, daß er im Autograph des Verfassers viele Verstöße gegen die 
Regeln der arabischen Metrik bemerkt und nach der ursprünglichen 
Redaktion von ibn al-Mukaffa' verbessert hat, also nach einer gänzlich 
subjektiven, nicht einmal von allen Kennern gebilligten Auffassung. 
Nach den oben abgedruckten Worten lesen wir nämlich noch das 
Folgende: \jüb ^\ ^U\ ^^ ^^ ^^^ ^j^^^ '^-•^ ^ ^^^\ o<^ Jli 

^ .^M) doli ^\j^V\ ](Jjb ^^ ^2^li^^ ^,JC^X.u*^ ^r^ C^* ^^ Cr^^ ^hXA. 

Wir wollen auf diese metrische Frage hier nicht tiefer eingehen 
und haben die Worte des Herausgebers nur abdrucken lassen, damit 
der Leser wisse, daß die kritischen Grundsätze, nach welchen diese 
Ausgabe veranstaltet ist, nicht diejenigen seien, welche bei uns Gültig- 
keit haben. Es ist deshalb wohl überflüssig mitzuteilen, daß keine 
Varianten angezeigt sind und daß wir ebensowenig erfahren, wo die 
betreffenden Handschriften sich jetzt befinden. Übrigens lassen sich 
die Verse fließend lesen, sodaß wir nicht undankbar sein und dem 
indischen Gelehrten das ihm gebührende Lob, einen wichtigen Text 
auf verdienstliche Weise herausgegeben zu haben, lassen wollen. 

Was in den oben mitgeteilten Worten sonst noch über die Ver- 
anlassung und die Widmung des Gedichtes gesagt wird, ist, aus- 
genommen die angegebene Jahreszahl, richtig. Dem eigentlichen Ge- 
dichte ist nämlich vom Verfasser ein doppeltes Vorwort vorausgeschickt, 
und im ersten sagt er unter anderem, daß er seinen Freund Abu 
*1-Farag, d. i. Jahjä ibn al-Talmid, den berühmten Arzt, dessen 



3] Eine metrische Bearbeitung des Buches Kalfla wa-Dimna. 93 

Biographie man bei ibn-abi-Usaibia ed. MÜLLER I, S. rvi ff. nach- 
lesen kann, beauftragt hat in seinem Namen diese Arbeit dem Wazir 
Magd al-Mulk Abu *l-Fa(Jl As'ad b. Müsä am Nairuzfest zu über- 
reichen. Er entschuldigt diese Handlungsweise damit, daß er durch 
Pflichten der Dankbarkeit am Hofe des Fürsten von Kermän Iränshäh, 
der von 490—495 A. H. regierte (vgl. Rec, de textes rel, a Phist. des 
Seldj. I, S. 21 — 25), festgehalten wird, seitdem er Ispahän verlassen 
hat, sodaß er nicht persönlich seinem hochgefeierten Gönner auf- 
warten kann. Hieraus ist schon ersichtlich, daß die Jahreszahl der 
Abfassung nicht 497 sein kann, was freilich ganz unmöglich ist, wenn 
man erwägt, daß Magd al-Mulk bereits 492 auf gräßliche Weise 
ermordet worden ist vgl. lA. X, 166 ff. Rec. de text II, S. 87^ Es 
würde uns jetzt zu weit fuhren, wenn wir hier die Geschichte dieses 
auch von al-Toghrai und in meinem Rectuü hoch gepriesenen Mannes 
nacherzählen wollten; es möge daher genügen zu bemerken, daß 
höchst wahrscheinlich die Abfassung unseres Gedichtes im Sterbe- 
jahre Ma^d al-Mulk's anzusetzen ist, sodaß ibn al-TalmId eben des- 
halb ihm das Gedicht nicht überreichen konnte und der Verfasser 
sich genötigt sah, ein zweites Vorwort zu schreiben, in welchem statt 
der Widmung an Magd al-Mulk die folgenden Worte vorkommen: 



je^l ^^ 




^J:A\ J^-<*ar? ^ ,^ ^J:Ji^ 



Der in der letzten Vershälfte ausgesprochene Gedanke wird dann 
weiter von ihm ausgeführt mit der Bemerkung, daß die Menschen ein- 
mal verschieden beanlagt sind, sodaß dieser preist was jener tadelt 
und überhaupt auf Dankbarkeit, welche nicht einmal Allah, dem 
Schöpfer und Unterhalter gegenüber bezeigt wird, nie zu rechnen sei: 

^^ ^ijb^ ^^^^ Lo Jajt--J jjU^ii \J^-^ ^^^ 



* Hiemach ist die Angabe bei Jaküt I, 540, wo das Jahr 472 angegeben wird, 
zu verbessern. Im Text von lA. ist die Nisba dieses Mannes al-Baräwistänl in j^UoiLJ\ 
und in unserer Lithographie in ^UL«a>*j1\ entstellt. Das Richtige haben Jäk. a. a. O. 
und /^fc. de textes II a. a. O. 




94 M. Th. Houtsma [4 

Auch äußert er sich darin über die Veranlassung, welche ihn dazu 
führte, die bereits von Abän al-LähikI einmal metrisch bearbeitete 
Fabelsammlung nochmals in gereimten Versen vorzulegen ^ Diese 
war ganz allgemeiner Natur: die Vortreflflichkeit der darin enthaltenen 
Ratgebungen, der Umstand, daß diese leichter in gereimter Form im 
Gedächtnis festgehalten werden, und endlich das Bewußtsein zu einer 
solchen Arbeit besser befähigt zu sein als sein Vorgänger ließen ihn 
dies Werk unternehmen. So sagt er mit Anspielung auf dessen 
Nisba: 

1 ^ -*-^ ^wl>o ^« ^ ^*^A,\ ej-^'-» \j.ßa^ ^^yi^ ^Jj»\ Cr^. cJ^ 

Daß ibn al-Habbärijja wirklich mit staunenswürdiger Leichtigkeit 
seine Gedanken in poetischer Form vorzutragen wußte, war bekannt 
genug und wird durch diese Arbeit von neuem glänzend bezeugt. 
Das Ganze enthält ungefähr 3700 Doppelverse und wurde, wie in 
einem kurzen Schlußworte vom Dichter selbst berichtet wird, in zehn 
Tagen zu Ende geführt; er rühmt sich sogar, daß er, falls er sich 
dazu beflissen hätte, auch in fünf Tagen das Werk zu Stande hätte 
bringen können! Nur soll man nicht mit dem Herausgeber (s. dessen 
Schlußwort S. 223) glauben, daß der Dichter innerhalb dieser kurzen 
Frist das Werk sogleich aus einer fremden Sprache (^^ i*J o^) in's 
Arabische übersetzt hat: seine Vorlage war ohne Zweifel die Prosaarbeit 
ibn al-Mukaflas und er kannte die poetische Bearbeitung von Abän, 
die er vielleicht — wir können hier nicht mit Gewißheit urteilen, weil 
dessen Arbeit verloren ist — noch an vielen Stellen reichlich ab- 
geschrieben haben wird. Das Werk ist in 15 Kapitel eingeteilt, deren 
Aufschriften ich hier mitteile (die in Klammem hinzugefügte Ziffer 
weist auf das übereinstimmende Kapitel in DE Sacy's Ausgabe); 

(4) t/*^^ '-r''"^^^ ^'Vj^ ^^ S' '2 — -5 

(5) \>^^ ^^^ * „ „ 25— 82 

(6) i^> ^lio ^^ CUa:^^\ „ „ 83—103 



X Bekanntlich ist dies nach ibn al-Habbärijja nochmals getan worden im J. 640 
A. H. durch einen gewissen 'Abd al-Mu'min b. al-Hasan. Vgl. Cod. 480 in der Be- 
schreibung von Flügel, Caf, Wien I, S. 469 



5] Eine metrische Bearbeitung des Buches KalTla wa-Dimna. 95 



(7) 


ÄS^kJl Ä^IU\ < 


r^li 


S. 104—120 


(8) 


^b^l^ f^\ 


» 


„ 120—144 


(9) 


fX^\} >ya\ 


ff 


„ 145—152 


(10) 


<yj^ cfi^i »iX.M»Lü\ 


ff 


,. 153—155 


(14) 


y^ vj« '^-^^ ^i*^ ^ v> 


ff 


„ 156—177 


(II) 


>^»^^^X^I 


>» 


„ 178-184 


(12) 


jülJI, «jus ^IkJ» 


w 


„ 185—192 


(13) 


^^\ ^\y J^)i\ 


» 


„ 192— 20s 


(17) 




» 


„ 206 — 210 


(18) 


>» 


„ 210 — 216 


(15) 


^;4,JwiJ»^ JiyJJ»^ j\y^)i\ 


» 


„ 216—219 


(16) 


i_Ä>^oäJ1^ viCm'UJI 


» 


„ 219-222. 



Diese Reihenfolge der Kapitel wird, wenn ich richtig sehe, auch 
die ursprüngliche von ihn al-Mukaffa' selbst befolgte sein, und mit 
Rücksicht darauf, daß folglich unsere poetische Bearbeitung der 
ältesten arabischen Fassung näher steht, als die bis jetzt veröffent- 
lichten Ausgaben der berühmten Sammlung, hätten u. a. die im 
Kapitel von Helär dem Inderkönige und dessen Wazir Belär vor- 
kommenden Namensformen ein gewisses Interesse. Leider verbürgt 
uns aber die Lithographie keineswegs, daß die hier gedruckten Formen 
eben diejenigen sind, welche ibn al-Habbärijja selbst geschrieben hat. 
Einstweilen müssen wir uns aber damit begnügen, und so teile ich 
denn mit, daß die beiden Hauptpersonen hier j^^J^ und j^, die 
Königin v^l^^^^J^I (sie), der Weise Mann o^yj j^, auch kurzweg j\^ 
und der Schreiber «iTl^ genannt werden. Die Träume des Königs 
werden von dem weisen Traumausleger folgendermaßen gedeutet 
(S. 162): 

LJL-^\>^ i^Jt^ 0^ yi^j^ LX-^L» j2r^ ^U^^ Uili 




96 M. Th. Houtsma, Eine metr. Bearbeitung des Buches Kalfla wa-Dimna. [6 



L>^y Cr-^ J<t^^ L^^ J5>H 









Viel ist hieraus allerdings nicht zu entnehmen. 





Zur Dichtkunst der Bä 'Atwah in Hadhramöt. 

Von 
C. Snouck Hurgronje. 




mtliche Beschäftigungen und Reisen sowie die weite Ent- 
fernung von großen Bibliotheken nötigen mich längst, 
meine Tätigkeit für wissenschaftliche Bauwerke auf das 
Sammeln von Bausteinen zu beschränken. So ist es 
denn auch bloß ein roher Baustein, den ich aus dem fernen Osten 
zur Festschrift meines geliebten Lehrers beizusteuern vermag. Ich 
entnehme denselben meinen Sammlungen über Ijiadhramot' und 
teile dem Leser eine Gacideh des Bettelpoeten 'Öm^r Bä *Atwah 
samt Übersetzung und Anmerkungen mit 

Einiges über die Familie Ba 'AUvah muß ich vorausschicken, 
wäre es auch nur, um mit einer in Europa sich bildenden Legende 
aufzuräumen, als gäbe es in Hadhramöt eine ganze Kaste von Dichtem, 
etwa vierzig Mann stark. 

Die Familie Ba *Atwah (Varianten wie 'Ati\ Atwan, "Afeweh 
usw. kommen bloß als poetische Licenz, nie aber in gewöhnlicher 
Rede vor) zählt jetzt ungefähr vierzig männliche Mitglieder, von 
welchen fünfzehn junge Knaben und Kinder sind. Von den Erwachsenen 
sind zwei tant soit peu Dichter; andere rezitieren für Lohn die von 



» So sprechen die gebildeten und manche ungebildete Hadhramiten den Namen 
ihrer Heimat aus; es ist daher kein Grund vorhanden, die allerdings daneben vorkommende 
Aussprache Hadhramüt in Europa einzufuhren. Ganz bestimmt falsch sind die Formen 
Seiün für Stoün und alGaati für U-Geeti, welche hie und da für die einzig richtigen 
ausgegeben worden sind 

Nöldeke-FestschrifL 7 



9$ C. Snouck Hurgronje 



jenen und von schon verstorbenen poetisch beanlagten Verwandten 
verfaßten Gagiden; wieder andere, welche „das Bettelgeschäft nicht 
lieben" {mä jliöbbün tMölbth) ernähren sich auf Java mit Handel. 
Eine Kaste bilden diese Leute nicht mehr oder weniger als jede 
andere Familie in Uadhramot, wo das Gewerbe des Vaters in der 
Regel auch von den Söhnen ausgeübt wird. Sie gehören selbstver- 
ständlich zur großen Klasse der Masäkin, der kleinen Leute, und die 
Männer können daher, nach dem Gesetz der kafffah, nur Töchter 
von Masakin heiraten, sind dabei aber keineswegs auf das eigene 
Geschlecht beschränkt. Von ihren Töchtern sind manche mit Leuten 
aus besseren Familien verheiratet, z. B. mit Bal-Fas und 'Abdat (beide 
vom Stamme der Kethir). 

Die bekannte Geschichte der Familie Bä 'Atwah' fängt mit dem 
Ahnherrn Sa'id an, der in IJenin lebte. Seine Söhne *Awadh und 
Mehömmöd' erlernten vom Vater die Gagidenfabrikation und zogen 
aus ihrem ärmlichen Heimatsorte aus: 'Awadh ließ sich in dem zu 
Sewün gehörenden Teris, also in dem Gebiete „des Sultans" nieder, 
Mehömmöd wählte sich el-Gatan zum Wohnort, wo y-Ge'eti mit 
seinen Söldnern (askar) vom Jäfi'-Stamme waltet. 

'Ömer bin Mehömmöd (VIII) hatte unter den späteren den 
größten Ruf als Dichter^; nach dessen Tode war es von seinen 
Nachkommen nur 'Awadh (XXI), der wohl eine Gagideh zustande 
brachte, aber dieser ist seinem Vater kürzlich in's Grab nachgefolgt. 
Ein kleiner Teil dieses Zweiges ließ sich in Mekelle nieder. 

Die meisten Nachkömmlinge des 'Awadh (II) siedelten nach 
Sewün über; der einzige Dichter unter seinen Söhnen, IJasan (VI) 
blieb in Teris. Wahre Poesie wird man in seinen und seines Sohnes 
'Awadh (XVI) Gedichten vergebens suchen. Eine Haupttugend aller 
dieser Gagiden ist ihre Kürze. 



J In der am Schluß dieses Aufsatzes beigegel)encii Tafel ist die Genealogie der 
Familie dargestellt; nur die im Kindesalter Verstorbenen sind fortgelassen. Übrigens 
wissen die Bä 'Atwah von keinen nahen oder fernen Verwandten mehr außer dem +35 
Mann zählenden Geschlechte der AI Bin Mehenne, welches zu den in der Gegend von 
Henin lebenden N^hid-Beduinen gehört 

a In Hadhramot wird der Name des Propheten (Mehammad oder MehemmM) auf 
gewöhnliche Sterbliche nur in der verstümmelten Form Mehömmöd angewendet 

3 Sein Sohn Nä^ir (XX) dichtete nicht selbst, sondern rezitierte bloß Gedichte 
seines Vaters 



3] Zur Dichtkunst der Bä 'Atwah in F adhramöt. 99 

Es gibt eine allgemein bekannte Magal^h' (^'-*^), welche sich 
auf die Bä 'Atwah bezieht: „Wer das gesäuerte Brot der Familie 
Bä 'Atwah gegessen hat, muß ihnen etwas vorsingen," mhi kcl^ 
chamir äl Bä 'Ativah jeghanni lehom. Die Überlieferungen über die 
Entstehung dieser Redensart gehen weit auseinander, aber die ge- 
wöhnlichste Anwendung faßt die Habgier dieser Bettler in's Auge. 

Die Gagiden aus der Fabrik der Ba 'Atwah werden ohne Instru- 
mentalbegleitung auf IhJpi td-dim^ genannte Melodien oder, mit Be- 
gleitung des Gambüs samt Zubehör, auf das langsamere It/m el- 
gamlms gesungen. Die ersteren werden als cheftf^ leicht, schnell, 
die Gambüs -Melodie als thegtl, schwer, schleppend*, bezeichnet. 

In diesen Gagiden ist zwar immer ein Metrum zu erkennen, aber 
dasselbe wird durchaus nicht strenge eingehalten. Beim Hersagen 
des Gedichtes {lä^ jegfdoh nethr) fehlen gewöhnlich viele für das 
Versmaß wesentliche Silben; beim Singen {lä jeghannt boh) kommen 
manche hinzu, aber nicht immer bringen dieselben das Metrum in 
Ordnung. Der erste Halbvers unserer Gagid^h z. B. wird beim Singen 
zum regelrechten Tawil: 

Talabiiäke ja rahmäne tisnid suäli. 
Der zwölfte Halbvers wird fast ebenso behandelt: 

Teräjelte wer-rcjlejje tgd lirrijäli. 
Der fünfte aber weicht beim Singen noch weiter von der Regel ab 
als beim Rezitieren: 

Ugad Iiammalona ahmawä ^ala mc hi chefifeh. 
Solche Licenzen genügen unseren Bettelpoeten noch nicht: die Reime 
werden meistens so gewählt, daß man ohne Anstrengung gleich 
Dutzende von Reimwörtem findet; man macht sich nichts daraus, 



« So nennen die Hadhramiten alle Sprichwörter und Redensarten. Einige Ma- 
gälehs wurden von mir mitgeteilt und erklärt in dem Feestbimdel zur 25 jährigen 
Professur des Professors De Gokje, Leiden 1891, S. 19 — 31 

a Über die Verba J*^, J^\ und •^\ in der Sprache Hadrahm6t*s vergleiche 
man den oben zitierten FeestbumUl, S. 21 — 23. Gesäuertes Brot ißt man nur dann 
und wann {fil-fenih)\ häufiger Genuß desselben soll Lepra verursachen 

3 Diese Bezeichnung (vergl. mein Mekka ^ II: 169) ist dem Tralala entnommen, 
womit man die Melodie angibt. Es kommen dabei verschiedene Silben (nicht bloß la) 
zur Verwendung, z. B. : eudani lajdauljjc ladäni lajahedane 

4 „Man schleppt sie ein w'^vix^* j csihhihunoh ^altl 

5 /J = ijd 

7* 



lOO C. Snouck Hurgronje [4 

einem männlichen Substantiv ein weibliches Adjektiv zuzugesellen*, 
den bestimmten Artikel auszuwerfen und dagegen eine sinnlose Endung 
hinzuzufügen S oder auch dem Reime oder dem Metrum zulieb Wörter 
zu schmieden, welche sonst ungebräuchlich sind 3, 

Die Sprache dieser Lieder ist nicht eigentlich vulgär; denn ob- 
gleich die meisten Ba 'Atwah illiterat sind, ist ihnen die literarische 
Überlieferung durch mündliche Vermittlung, sei es auch in viel- 
fach verdorbener Form, bekannt, und lieben sie es, ganz wie 
unsere Straßenpoeten, klassische oder quasi-klassische Ausdrücke zu 
venvenden, auch wenn diese ihnen selbst unverständlich sind. Ein 
Ba Atwah erklärte mir leth (<Ju!LJ) durch mä had kamäh, „ohne 
Gleichen", und ahnte dabei nichts vom Löwen; ghazäl bezeichnete 
nach seiner Ansicht einen Vogel, weil das Wort meistens auf Weiber 
bezogen wird, usw. 

Urwüchsig ist diese Poesie nicht, obgleich fast jeder Vers den 
Stempel seiner hadhramitischen Herkunft zeigt. Für die lebende 
Sprache des Volkes sind die Erzählungen, welche der Sänger den 
Gedichten gewöhnlich vorausschickt und ohne welche man vom In- 
halte nichts verstehn würde, unendlich viel zuverlässigeres Material 
als die Gedichte selber. Ich lasse denn auch der Gagid^h des *Ömer 
Ba 'Atwah (VIII), welche mir von dessen Neffen Mehömmöd (XVII) 
vorgetragen wurde, die Erzählung des Ereignisses, welches den Anlaß 
dazu bot, mit Mehömmöd's eigenen Worten vorangehn. 

Meine Schreibweise bedarf für Sachverständige keiner Erläuterung; 
daß Jj in Hadhramot wie g und ^ wie j lautet, ist bekannt genug. 

Erzählung. 

'^Ötner Bä 'Atwah bcttcl 'ajäloJi Näcir weAwadh la hadra 'atui 

äl KetJur mitrczzegin Allä/t, Ubetau vi'önnoh chedau chmnstdsar 

joni, usteghäl rnönhom, Jörn dik cllcleh raivwah 'and al-Jamaddr 

Qalläh ujäfi' ^ and oh al-askar^ jomlcthom. DacJiäl 'afidehotn 'Öntlr^ 



« Z. B. in einem LoBgedichte auf die al Kethir: 

VV}l'chaim daiman mönhom maghbüneh^ 
„und ihr Gegner zieht immer den Kurzeren" 

2 Z. B. y{a) chl h-sijäs^h w^n-naga^ wemfäli, statt wl'l-\uidlch : „O ihr Leute der 
weisen Politik, der Rache (wegen euch zugefügter Beleidigung) und der Gerechtigkeit" 
Tenagi^et fVi „ich habe Rache an ihm genommen" 

3 Z. B. Jifrah bcdhefoh lä 7ifO(cl ftazzdlt statt : mht jinzil * andoh : „Er freut sich 
seines Gastes, wenn jemand bei ihm einkehrt" 



5] Zur Dichtkunst der Bd 'Atwah in Hadhramöt lOl 

tchabbaro^ gälb: se chabar mm hadraf — Gäl lehoin: läl daretom 
se entom? 'ajäli gher tnä behont se, gher via gt^telohom äl Kethir? — 
Gälo: mä ftna darin bese, mä nidra beajälak, — Bett jecejjih la 
däroh wahaka le^ajäloh, ubddoh jeghaffilün ^ajäloh, allä wocel el-äni 
in'ön 'and 'ajäloh, jab hömlen tdäm wehöml tanir ngäl loh: öb^ör! et- 
tdäm wht-tatnr mö7i 'and 'ajälak, — Gäl loh : aJik li, gher tnä behom 
sef — Gäl loh: becher hom ellä, weazzbhom äl Kethir okramohom 
ufarhb behom. — Gäl loh \ ll-Jamädär ^alläh seghahiä windart gejjih 
jom mä 'atänä chabar fi 'ajäli, ellä wogH el-äni mön 'andehom ufirihit 
mön?wh, Weradd el-äni bil-gagideh Idand 'ajäloh, 

Übersetzung der Erzählung. 

'Ömcr Bä 'Atwah sandte seine Söhne Nagir und 'Awadh nach 
Osten' [sie gingen nach Sewün] zu den Kethir, um [mittels Vortrags 
von Gedichten] Allah um Lebensunterhalt zu bitten. Sie blieben lange 
(von ihm) fort, sie hatten [schon] fünfzehn Tage gebraucht und er 
wurde ihretwegen besorgt. An jenem Abend nun ging er zum Oberst 
Qallah', bei welchem sich die zum Jäfi'-Stamme gehörigen Söldner 
in großer Anzahl befanden. 'Öm^r Bä 'Atwah trat zu ihnen herein. 
Da erkundigten sie sich und sagten: Hast du etwa Nachrichten vom 
Osten? — Er sagte zu ihnen: Nein! wisset ihr denn etwas? meinen 
Söhnen ist doch [hoffentlich] nichts [Übles] begegnet, die Leute von 

« Die Windstriche heißen in Hadhramot: Hadra (eigentlich: Tiefland; die Regen- 
güsse Hadhramot's strömen von Westen nach Osten) -» Sarg, O.; 'Aiwa (Hochland) 
= Gihl^h, W. ; N^jd, N. ; Bahr, S. — Ich gehe nach Westen bi/t megibbil oder bitt *ahua ; 
sie gehen ostwärts, mochedin g^d} h€uira\ nördlich, südlich gehend, men^Jjid, meb^hhir. 
Auch in Ostindien wenden die Hadhramiten diese Namen an. Die ursprüngliche Be- 
deutung der Höhe und Tiefe ist den Wörtern ^ahua und hadra in diesem Zusammenhang 
entschwunden 

a Die unten stehende Tafel gibt eine genealogische Übersicht der Ge'eti-Familie. 
'Awadh (IV) ist der große Jama*dar, der sich meistens in Indien aufhält, sonst aber in 
Mekelle wohnt Der vor kurzem verstorbene ^alläh vertrat ihn in M-Gatan; das 
Gleiche tun bez. Mena59ar (V) in Sibam, Hesen (VI) in esSihr, Ghalib (IX) in fel-Ghel 
und 'Öm^r (X) in Mek^Ue 

•Ömir t 
I 

Abdallah f Mehömmöd 'Awadh 

II III IV 

Mena^^ar Hesen ^alläh f 'Ali Ghalib *Om^r 

V VI VII VIII IX X 



Möhsin N&cir Ahmad *AH 'Abdallah Zäjid Ja'far 'Ali Mehömmöd *Omer *Ua ^Abdallah Qalih 

XI XU XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII xxin 



102 C. Snouck Hurgronje [6 

Kethir haben sie doch nicht etwa getötet? — Sie sagten: Wir wissen 
von nichts, wir wissen nichts von deinen Söhnen ^ — Da begab er 
sich laut schreiend nach seiner Wohnung und erzählte es seinen 
Familienmitgliedern; diese hoben sodann ihre Totenklage* an. 

Da traf aber ein Botschafter von seinen Söhnen ein^ und brachte 
zwei Kamellasten Korn und eine Kamellast getrocknete Datteln, und 
sprach zu ihm: Gute Nachricht! dieses Korn und diese Datteln 
kommen von deinen Söhnen. — Er ('Ömer) sagte zu ihm: Erzähle 
mir, es ist ihnen doch [hoffentlich] nichts [Übles] begegnet? — Er 
sagte ihm: Sie befinden sich ganz* wohl, und die Leute von Kethir 
haben sie schön empfangen, ihnen Ehrengaben geschenkt und sich 
über ihren Besuch gefreut. — Da sagte (*Öm^r) zu ihm: der Oberst 
(^allah hat mir bange gemacht, sodaß ich wehklagend aus [seiner 
Wohnung] gegangen bin, weil er mir keinen Bericht über meine 
Kinder gab. Da ist aber der Botschafter 5 von ihnen gekommen und 
bin ich durch seine Ankunft erfreut worden. — Er sandte nun den 
Botschafter mit der [folgenden] Gagideh^ zu seinen Söhnen zurück. 

Die Gagid6h7. 
I. Talabnäk ja rahmän tismci snali 

Urnen g(hn taht H-bäb^ isma hadifh. 



« Wenn ein Hadhraniit sich bei einem andern über das Wohlbefinden eines fernen 
Verwandten erkundigt, so will die Sitte, daß der Befrngte, falls er gar nichts weiß, 
z. B. antwortet: „man sagt, es gehe ihm wohl, ich selbst habe ihn aber nicht gesehen" 
(liakaroh becher wanä mä htftuh). Lautet der Bescheid aber, der Befragte wisse nichts, 
so kann man sicher sein, daß er Schlimmes ahnt oder weiß, sich aber scheut, es aus- 
zusprechen, ^alläh und seine Jali* sollen 'Öm^r absichtlich geängstigt haben, weil sie 
nicht damit einverstanden waren, daß er seine Söhne bei den Feinden der Ge'eti betteln ließ 

2 Das Wort taghftl bedeutet eigentlich: aus Anlaß einer Unglücksnachricht rufen: 
Ui Haha illd'lläh ja ghäfilUiXt wird aber sodann auf Wehklagen aller Art angewendet 

3 Dies soll 'Öm^r's Enkel. Said bin Nä9ir (XLVII) gewesen sein 

4 Alld oder elläy aus ^|, hat manchmal die Bedeutung: nicht anders als, 
d. h. nur, ganz, völlig 

5 *Öm^r, oder vielmehr der Erzähler Mehömmöd, vergißt hier, daß seine Rede an 
diesen Botschafter selbst gerichtet war und führt ihn in dritter Person ein 

6 Natürlich in der Hoffnung, durch dieses Extragedicht neues Ikräm von Seiten 
der SultansfamiUe für seine Söhne zu erwirken 

7 Das Gedicht gebe ich, wie es ohne Gesang (also uethr) vorgetragen wird; hie 
und da wird man in den Noten angedeutet finden, welche Zusätze das Singen verursacht 

8 Gesungen: bewebe 

9 'iß reimt mit -i/^h^ obgleich auch das auslautende h in der Aussprache klar 
hervortritt 



7] Zur Dichikunst der Bk 'Atwah in Hadhramöt. 103 

2. yä häfidk el-arwäh tahfadk 'ajäli 

Weabbarhom Allah^ al-fcrnf al-tnechifeh, 

3. Min jom saro me mei gelb sali* 

Ugad hammaloftä ahmäl me hi cheßfeh, 

4. Udemi ^ala H-awjän niHlU ^s-sebäli 

Kama Uh-thdar jom jingetib min genifeh. 

5. Won-nom mä jänä tvon-7idm ghäli, 

Bi dos ghäbt mithil dös el-hatifeh. 

6. Tesd'alt ivdäl hi-nom god loh lejäli 

Umilgi ugai el-jodart wel-getife/i, 

7. Ter^jjelt wer-rejWi tegd lir-rejäli 

Sarah thor Ba M^sdfis ho ja kazvifeh, 

8. 'Asä jiblagh H-magcüd ho ras malt, 

Embeddi^ dimem ahl H-ugül es-sachifeh, 

9. Be nbfi ^d-ditnnüh H-awwal ivot-täli^ 

Walä had jecallifi 'th-thijäb el-chatifeh. 

10. Bä nirsil el-äni ijib el-heläli, 

Mön 'andekom jähl ^s-sijuf er-rahtfeh. 

11. ManQÜr darb el-harb merw es-Ießnält^ 

Weled däk It kezz fihä belifeh. 

12. IJamähä ukassar ahl er-rumüh ef-tuäli 

Hafadhhä ujäb agwäm man ktd tefeh. 

13. Besddoh de ehalt el-hadir nieddet he balz 

La ho mei mä Li min ht-näs chifeh, 

14. Wel-chahn: ccdlü \ila men kellemethb ghazäli 

Meh^mmed imäm es-Säfii ho ja Hanifeh, 

Übersetzung der GagJdeh. 

I. Dich rufen wir an, Barmherziger! höre unser Bitten^, 
Und wer unten am Tore steht, höre meine Rede. 



» Dieses h tritt beim Vortrag ebenso wie beim Sänge klar hervor 

2 Gesungen : Umin Jörne säro mäiue me*i gelbe sawalcjja 

3 Gesungen: embadi 

4 Gesungen: Ubä nofi ed-dirnntej el-aimoal wbi-tawalejje. Wo der ITalbvers mit 
einer langen Silbe anfängt, wird gewöhnlich im Sänge irgend eine kurze vorgeschlagen 

5 Im Sang! semdzuelejje 

6 Die Ga^iden heben in der Regel mit einer Anrufung Gottes an, welche ebenso 
wie das weitere Gedicht gesungen wird. Den Schluß bildet ein Segenspruch über der 



I04 C. Snouck Hurgronje [8 

2. Du Hüter aller Leben (Geister), behüte* meine Kinder, 

Und es leite sie Gott über die gefahrvollen Bergpässe*. 

3. Seitdem sie abgereist sind, habe ich kein ruhiges Herz gehabt, 

Sie^ haben mich beladen mit Lasten, die nicht leicht sind. 

4. Meine Tränen flössen mir über die Wangen wie ein Regenguß *, 

Wie ein Schauer, wenn er sich aus der Wolke 5 losreißt^. 

5. Der Schlaf kam nicht zu mir, der Schlaf wurde teuer, 

Ich litt an innerlicher Reibung wie die Herzensreibung 
einer Frau, die die Gunst ihres Gatten mit anderen zu 
teilen hat^ 

6. Ich wurde betrübt, und der Schlaf wich Nächte lang von mir, 

Während ich Pfühl und Teppich zu meiner ständigen 
Unterlage machte'. 

7. Ich hatte vorher ordentlich nachgedacht 9, wie das Denken 
Männern geziemt, 

Dann ist der Stier des Ba Mcsdüs*^ auf den Weg gegangen, 
mit seinem Jochgefährten", 



Propheten; dieser wird, auch wenn er metrisch abgefaßt ist (wie hier Vers 14) ^"ie ein 
Gebet abgeleiert: il-chaim Jihuh la ncthr^ den Segenspruch am Schloß trägt man immer 
{Ja = j//J, ella) v^ie Prosa vor 

» Tahjadk ist, wie fisma* in Vers I konjunkliv 

^ fort, plur. furttt, Jrri'tfy ein hervorragender Gipfel am Rande eines größeren 
Gebirges 

3 Mehöramöd will unter „sie" die Gesellschaft des Ge'eti verstchn, welche den 
*Öm^r in so große Unruhe versetzte 

4 St'bäl ist sonst ungebräuchlich; wohl sagt man sibhlct {i<'sM/) vom Herabfließen 
des Regens aus einer schwarzen, drohenden Regenwolke: sch^i/rt t-s-sc-haf>, H-ma^ar, 
sl'bbU el-ghftk 

5 Genifeh, Plur. goiifan 

6 Ingafab el-habi, iftgafbet cl-ihir^^lh^ das Seil, das Tuch ist zerrissen 

7 Das, jc'dus heißt in Hadhrain«St „reiben, scheuem", hanjl-h ist gleichbedeutend mit 
klassischem äharrah 

^ 7^k"^ (Perf. /<vJ oder i^ii^ Plur. /cgtu/j Partizip, mi/gi tst w^/<7^v' usw.) =y>A2^-rr|^ 

von v_5aJ^ = L5^» niaclien- l'g^' (*^*^) heißt alles, was man ausbreitet, um darauf 
zu sitzen oder zu liegen 

9 Dies soll nach Mehömmöd hier die Bedeutung von J^r^ ^^"*» o^ 'gleich letzteres 
sonst gewöhnlich „sich ermannen, sich männlich betragen" heißt 

^o Name eines >fannes aus Henin, Heimat der Ba 'Atwah, der einen Stier ohne 
Gleichen besaß. Mit diesem Stiere wird hier 'Öm^r's Sohn Na^ir (XX) verglichen 

«» Ho ja =3 T-i^ ,>*• fCcrtAf ist ein Tier, welches mit einem andern ein Gespann, 
ein Paar bildet: el-mcha-cif luh. Es könnte dies mit Kajw^ kefä = class. »-^S zn- 
sammenhängen; oder etv>a mit /fariTt'a/ (trocknes Holz) sammeln, woher küjeh^ Plur. 
k:ni'e/, Holzbündel? Gemeint ist 'A\*-adh PCXI\ der jüngere Bruder des Na^ir 



9] Zur Dichtkunst der Bä *Atwah in Hadhram6t. 105 

8. In der Hoffnung, daß er das Ziel erreiche, denn er ist mein 
[ganzes] Kapital, 

Damit ich die Schuldenforderungen von mißtrauischen 
Leuten* bezahle*. 

9. Wir werden die Schuld voll und ganz ausbezahlen, die frühere 
ebensowohl als die spätere. 

Und niemand verrichtet sein rituelles Gebet in verunreinigten 3 
Kleidern. 
10. Wir werden den Botschafter [zurück] senden, damit er uns 
den Edeln^ herbringe. 

Aus eurem Gebiete, ihr Leute der biegsamen Schwerter s! 



I Der Dichter deutet hier die Not an, welche ihn dazu veranlagte, seine Söhne auf 
die Bettelreise in das Gebiet der Feinde seiner Landesherren zu entsenden. Er hatte 
Anleihen aufnehmen müssen und einige seiner Gläubiger wurden nun ungeduldig, sodaÜ^ 
'Öm^r sich in irgend einer Weise Geld beschaffen mußte. Er werde sich aber davor 
hüten, solche Leute noch einmal um Hilfe anzugehn; sie sind ihm wie verunreinigte 
Kleider, die man nicht weiter beim ^alat gebrauchen kann. So erklärte mir Mehömmöd 
mit größter Bestimmtheit den 8. Vers; ungezwungen ist die Interpretation allerdings 
nicht, aber ich weiß keine bessere 

» B}ddet dem oder glimm^ttf ich habe meine Schuld bezahlt. Sprichwort: id 
beddet dem nemH *eni, wenn ich meine Schuld bezahlt habe, kann ich ruhig schlafen. 
Mheddt « öd b^ddi 

3 Che/i/ «a n^jis {^jM.^y3) ; ickatfaf, er hat sich (z. B. durch den Beischlaf) ver- 
unreinigt 

4 Mehömmöd meinte, *Omör bezeichne hier seinen Sohn Nä^ir deswegen als 
hi'idii, weil die Beni Hiläl alle geborene Dichter waren: kdn hadt/hom si'r, ihre 
Rede war lauter Poesie. Anderen Hadhramiten zufolge soll *Omer hier das schöne 
Äußere seines Sohnes mit dem Monde vergleichen. Nach meiner Einsicht ist die 
Hauptfunktion des heldli, einen Reim mit täii abzugeben 

5 Hier fangt das Lob der Kethiri- Sultane, besonders der al- Abdallah von Sewün, 
an. Der Ahnherr, Abdallah, wohnte als gewöhnlicher .^a^l// im Wadi Tar'beh. Sein 
Sohn Möhsin entriß dem Kesddt das Gebiet von Terim. Ghalib, Sohn des Möhsin, 
verjagte den Ge'eti aus Sewün und ließ sich selbst dort nieder, während Verwandte von 
ihm in seinem Namen Terim verwalteten. 

Abdallah al-Kethiri f 
I 

Möhsin f 
II 







Ghalib t 

m 








Abdallah t 

IV 
1 




Man^ür 
V 






Möhsin 
VI 


Ahmad (wohnt in Sewün) 
VII 


*AU 

vni 


Ja*far 
IX 


Ahmad Abdelqadir 
X XI 


Abdallah 
XII 


Man^ür (V) folgte 



I06 C. Snouck Hurgronje [lO 

11. Mangür» ist die Burg des Kampfes, der [nie weigernde] Feuer- 
stein» vom Norden (Ncjd), 

Der Sohn desjenigen, der die Stämme^ in Flammen setzte 
mit Lifch (der leicht entzündbaren Blattscheide der Dattel- 
palme). 

12. Er schützte das Land^ und zerschlug die [feindlichenj Leute 
mit den langen Lanzen, 

Er bewahrte es und brachte Kämpfer von allen Stämmen 
zusammen. 

13. Unter seinem Schutze bin ich« in das Gebiet des Ostens^ ge- 
gangen und habe dort meine Seile ausgespannt ^ 

Wenn er mit mir ist, habe ich vor den Menschen* keine 
Furcht. 

14. Unser Schlußspruch « ist: Sprechet Segensprüche über den 



seinem Vater nach in Sewün, Möhsin (VI) in Terim. Von Man9Ür's Söhnen fangiert 
Ali (VIII) als doleh in Teris, Ja'far (IX) in Ghuraf. Ahmad (X) wohnt bei seinem 
Vater; Abdelqadir (XI) und Abdallah (XII) sind noch ganz jung 

1 Nr. V in der oben gegebenen genealogischen Tafel. Das Wort darb^ welches 
wir frei durch Burg übersetzen, bezeichnet eigentlich den Erdwall, der eine hadhra- 
mitische Stadt umgibt 

2 Die besten Feuersteine {m^rw, Plur. umrä) findet man im nördlichen Hoch- 
lande. Man9Ür wird hier verglichen mit einem Feuerstein, aus welchem, sobald ihn 
der Feuerschlag [gebseh^ Plur. gebes) berührt, Feuer hervorspringt 

3 Das Suffix 'm/iAä wird auf die gebweich (Plur. von g^bli^h. Stamm; gahäil 
ist Plur. von gebili) oder auf die dhv^l^h (Plur. von d6l^h\ die Herrscher, die Herr- 
schaften bezogen 

4 Das Suffix in hamahä wird auf das Gebiet der äl Abdallah {beRd oder 
bilad^ Plur. belöd) bezogen. EMelad per excellentiam ist in ganz Hadhramot 
Sibam 

5 Die erste Person soll hier andeuten, daß die beiden reisenden Söhne ihren 
Vater vertraten 

6 In Prosa wird hadir nie anstatt hadra gebraucht 

7 nüddet = CL»>>S^ 

8 Man hat wohl behauptet, näs sei in Hadhramot wenig gebräuchlich, statt dessen 
werde meistens awädim (Plur. von ädami) gesagt Diese Behauptung beruht auf 
oberflächlicher Beobachtung: beide Wörter sind in täglichem Gebrauch, aber 
die Bedeutung ist verschieden. Näs bezeichnet mit dem Artikel das Genus der 
Menschen, ohne Artikel heißt es „Einige" oder „Andere"; awadim deutet auf eine 
gewisse Anzahl von Individuen und wird auch speziell im Sinne von „Diener** 
gebraucht 

9 Obgleich metrisch abgefaßt, wird dieser Spruch weder gesungen noch als Vers 
hergesagt Vergl. oben S. 103, N. 6 



1 1] Zur Dichtkunst der Bä'Atwah in Hadhramöt. lo/ 

[Propheten], welchen die Gazelle* anredete, Muljammad, das 
Vorbild des Säfi'i sowie des Abu yanifah. 



X Verschiedene Versionen dieser Legende liest man u. a. bei Damiri, Hajat al- 
hajawdn, II: 126—27. Eine festgebundene weibliche Gazelle bat den Propheten, sie 
auf einen Augenblick zu lösen, damit sie ihre Jungen säuge. Muhammad nahm ihr das 
Versprechen ab, daß sie zurückkehren werde, weil ihm keine Verfügung über das Eigen- 
tum derjenigen zustehe, die sie gefangen hätten. Nachdem sie, ihrem Worte getreu, zurück- 
gekommen war, schenkten sie die Eigentümer dem Propheten, der ihr gleich die Freiheit 
wiedergab. Die Gazelle kehrte sodann nach dem Walde zurück, indem sie laut be- 
zeugte, daß es außer Allah keinen Gott gebe und daß Muhammed Allah's Gesandter sei 





Das Dichterbuch des Muhammad ibn Salläm al-Gumahl. 

Von 
C. Brockelmann. 

^ie ersten Versuche einer literarhistorischen Betrachtung der 
arabischen Poesie gingen von der Philologie aus. Die 
Sprachmeister, die bei ihren Urteilen über grammatische 
und lexikalische Fragen beständig auf die alten Dichter 
:ils Muster des Sprachgebrauchs zurückgriffen, mußten sehr bald das 
Bedürfnis empfinden, in die verwirrende Fülle der Dichternamen durch 
chronologische Ordnung Licht zu bringen, zumal da die Beweiskraft 
eines poetischen Zeugnisses für sie hauptsächlich davon abhing, ob 
der Urheber vor oder nach dem Propheten gelebt hatte. Wie nun 
aus den Erörterungen über die Glaubwürdigkeit der Überlieferer auf 
dem Gebiete der Traditionskunde zu Beginn des 3. Jahrh. d. H. das 
Klassenbuch des Ibn Sa'd erwuchs, so entstand um dieselbe Zeit 
auch eine Reihe von Werken, in denen man die Dichter nach der 
Zeitfolge, aber zugleich auch nach den Gesichtspunkten ästhetischer 
Kritik in Klassen ordnete. Solche Bücher schrieben schon die 
Häupter der basrischen Schule abü 'Ubaida (f 210, k, as str ival süara' 
Filmst 54, 3), al Asmai (t 216, k.fuhülat as hiarä s. u.) und abü 'Ubaid 
(f 223, k, as hiarä! Fih, 71, 26), ferner abü 'Abdallah Muhammad ibn 
Salläm alöumahi (t 231, k. fabaqät as hiarä Fih, 113, 27) und sein 
Schüler abü Hassan az Zijädi (+ 243, k, fabaqät assüarä Fih, iio, 12), 
endlich Ibn Qotaiba (f um 270, k, as str was hiarä oder tabaqät 
as hiarä)\ aber auch Historiker wie al Madä'inI (f um 230, k. ahbär 
al hiarä Fih, 103, 25) und 'Omar ibn äabba (t 262, /'. al itr wai 
hiarä Fih, II2, 27), ja sogar der Dichter Di'bil (f 242, fabaqät as 



i iO C. BrQckrhnana [2 

.VA iT-j IJ:. it 1, 161. dessjcn Be25;pic] später Ihn al Mutazz fol^fte, vareo 
in ^'tncber Richtung taiig. 

Vc^ all dicfien Arbenen. dcaien sich n^cb maTirhr rem weniger be- 
kajinien Autc^rcn anreiben BeLen, smd rur die des Afcaia: is. GCH-I*- 
nillK .-j.-'i;. I irr.^ und des Irm Oc»tair^ uns vüuliCiinii^ cn^^en. Lhe 
Büw'her des D^^ül v/:':r- IH 121, 2» cnd des X>nar fra ^aböa ü~^c- 
VU 5a 19. Z-: :r ^' £j\>} JU p-. O. Arr^ H r?}; iS. ATirz-rr ü ^5?, 22 • 
werden rttar DCK^h geLe^eribrii. Äi»er mcb: rrmer i.us cr^er H^^nd ntiert. 
Lani;er scheint 5;jwh c^ls Werk des M_ b. SiL:jq äI G-nuhl im Ijte- 
rariichen Verkehr geh£".eE m hibes. In der iiaciiJöM^eaideii Geoe- 
raTK>n zilicivn es G-JS.r S^ xr I ;>5. x) -j^id Ire ^ J C^Jra c. ^ Ur 
4S, JV Mehr cdrr xikea.^er iu^pen:^ b^e^JTit h^r^en es iz: 4. J:^*irh. 
Al>u'lürai; a! Ivhckhini r::i i^. a iJ:£iL ii 21^^ i.^-: 7 53-5 jn^i a! Oll: 
in ihren ariju:. uij f. al r.i,-ri rzi r. j^L^ ji.\^ i J/ zzsi Ire ILi^v:^ in 
d^r L'viJ.t. im S. ahc lii i:x m > Ire Hi^lt ::=!i il Aj=:'. isn iol 
enJ i:h n>:h a> Sc .:•. Sciletn i^i^r sc^ci.Tt dis Fjch xisrscii»: Zen 
zu sei!\. Per scrst :Ln Jt^ririsrb^^ >il":e:i2e:e2 s.? reirie Abd ai^^t^ 
al Ri^ij.2: zitiert ö üL \V. :::i icr }/:-äLi n-T r»e-~.ir X2S r^eiter 
Hi-i iV 291. IJ :lis rvTc I:!i;..i-i5 .7-.^, J;* '^c IV 4^^. ii au:s .-!>. 
IX 2. 7 : seine Hau^c^ruele r^ ri::i::erci':gra.--h:ea ift Fdg CV-tj^ir^i. 
drtiina. :hst al-.\ni: dl' 5 e. t' m:i':.u:r zl-'m' m:i.'i:u:f^ urri Fra al KelbTs 
A't.ä''' * 'g'. z. B. II 454. 22 - Crr^err^ slzc rrcji: xle Sct^Zea an deoen 
M. b. Sa.* .kn ^< A.rrr genannt y^-d, a.f sein r^jrht^rctira zu be- 
zieb^rrL V/i Tibari ('s. den Index • s::h ajf ihn beruft, wird sein 
l\ 'ü f'i.d fi mziiah jl j'icdr -^C'U jJ Jr zu Gründe lie-jen: aus der- 
uiY^^in 0\t:iitt ma^ Fan Abd nbcihi '_*// LH 295. ii die Geschichte 
.•".^r.r.f. jt Loben, dit^ er iLLsrubr icher brcgt als sein s^:n5t so oft 
tral.v.h'vr'.cf'rnd geplünderter Ge'vahr>a:xnn Ibn Octxba ' C'_'ü/i cod. 
^.v.L 2':i', Die lexikalischen N.ti^en endhch. die im L:sä/i unter 
^v-.nrrm N-x.men gehn, stammen, von einer ;s. S. iio) noch n er^aiinea- 
Cftn Airnalime abgesehn, wohl durch-Aeg aus cen Xncu\:\y seines 
Ltzhr'zr^ Jinis, als deren Hauptüberiieferer ihn J/vo/z/r II l}6, 16 (vgL 
atich r-^^ 3; ausdrjckiich nennt-. 

^ Daü dieser mit der allgemeinen Ajigabe tiiihi,;ä[ i' su tri' im Verzeiclinis 
-Krincr Quellen IV 59:^, zS unser Bach meinr, er-^iljt sich aas seinen andern Zitaten 

2 Grammatische Fn:;cn kamen allerdings auch :n iem Dichtervuch gele-^entlich 
zur "Sprache, v^I. IJiz. I\' 291, lo la liiaa und Zo^i^n^t Amhl Bcrl. Pet. lii) 204^ 
zur KonstmUtioa von Sure 7, 54 



3] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Salläm al Gumahi. III 

Da das Werk eines der ältesten für uns erreichbaren Vertreter der 
arabischen Literaturgeschichte immerhin einiges Interesse beanspruchen 
darf, so soll im folgenden der Versuch gemacht werden, die Frag- 
mente zu sammeln und zu gruppieren, auch auf die Gefahr hin, für 
jeden, dem eine reichere Bibliothek zur Verfügung steht, eine nicht 
unerhebliche Nachlese lassen zu müssen. 

M. b. Salläm^ al öumahi war ein Schüler des Grammatikers 
Jünus b. Hablb und des Räwija Halaf al ahmar {Mtizhir II 205, 7). 
Nach dem Fihrist 1. 1. schrieb er zwei Tabaqätwerke: fabaqät ai Suarä'^ 
al gahüljln und /. as I. al islämfjfn. Da aber in der späteren Lite- 
ratur das Werk immer als einheitliches erscheint, so i^ wohl anzu- 
nehmen, daß dort die beiden Bücher gegen die Absicht des Verf. 
getrennt sind. Als seine Schüler nennt as Sujüti 1. 1. abö IJätim, ar 
RijäSl, al Mäzini und az Zijädl; der letzte ist uns oben schon als Verf. 
eines k. (ab, as iu. begegnet, dessen Stoff also in der Hauptsache auf 
M. b. Salläm zurüchgehn dürfte. Ar RijäSl begegnet uns auch einmal 
in einem Isnäd bei az Zaggägl Amäll (Pet. ili) 170^: abul I:Iasan al 
Ahfa§ von Ahmad ibn Jahjä Ta'lab von abül Fadl ar RijäSi von 
M. b. Salläm. Das größte Verdienst um die Erhaltung des Dichter- 
buchs scheint sich aber der Qädi abü Halifa al Fadl ibn yubäb al 
öumahi erworben zu haben, der nach Fi/i, 114 i. J. 305 starb und 
gleichfalls ein htafi fabaqät a^ htarä' al gähilijin verfaßte. Auf seine 
Autorität für M. b. Salläm beruft sich der Verf. des /'. al Ag, II 50 pu., 
VII 39, 4, VIII 182 apu, XI 127, 10 und fünf mal erscheint er im Isnäd 
in az Zag^g^ägi's Anulll (i97\ 204*^^, 205^ 224^): abü Gänim al Ganawi 
von abü Halifa von M. b. Salläm. 

Ibn Qotaiba hatte für die ausführliche Vorrede seines Werks, 
mit der uns NöLDEKE zuerst bekannt gemacht hat, schon einen Vor- 
gänger an M. b. Salläm. Dieser begründet die Notwendigkeit seines 
Unternehmens mit dem Hinweis darauf, daß man zu einem sachlichen 
Urteil über dichterische Produktionen nur durch spezielle Studien ge- 
langen könne: 



> Abu' t Taijib 'Abdalwähid b. 'All in den warätib an nahwljin {o^tx al lugcnüljin 
Muzh, I 39, 12) warnt davor, ihn für einen Bruder des abü *Ubaid al Qäsim b. Salläm 
zu halten, oder beide gar zu confundieren, Muzh. II 199, 6 ff. 

2 Eis ist wohl nur ein Schreibfehler, wenn in der Berliner Hds. von al Qali's 
Amäli Pet. 352 f. 66v M. b. Salläm fi l\ fahaqät al ^ulamä* zitiert wird, da es sich 
dort auch um Gcdichtüberliefcrung handelt 



I i 2 C. Brockelmann [4 

Mtizhir I 85, 14 ff.: „M. b. Salläm al öumahi sagt in der Einleitung 
zu den tob, as s.: Unter den Gedichten gibt es viele gefälschte, ge- 
machte und untergeschobene, an denen nichts Gutes ist und deren 
fremdartige Ausdrücke nicht als Belege verwertet werden dürfen, die 
man nicht als Sprichwörter anwenden darf, deren Lob nicht schön 
ist, deren Spott nicht trifft, deren Selbstruhm keine Bewunderung er- 
weckt und deren erotische Einleitung nicht schön ist. Solche Ge- 
dichte gehn aus einem Buch in's andre über, obwohl man sie von 
keinem Wüstenbewohner erhalten und keinem Gelehrten vorgelegt 
hat. Wenn die Kenner und die zuverlässigen Überlieferer einig sind, 
solche Dinge zu verwerfen, so darf man sie nicht wieder aus einer 
Schrift übernehmen, noch sie von bloßen Büchergelehrten überliefern. 
Über einige Gedichte sind die Kenner freilich uneinig, so wie sie 
auch in anderen Dingen verschiedener Meinung sind. Von den Ur- 
teilen aber, in denen sie übereinstimmen, darf man nicht abweichen. 

„In der Dichtkunst* gibt es eine Fertigkeit und Geschicklichkeit, 
wie sie den Gelehrten auch in den übrigen Wissenschaften bekannt ist. 
Eine solche Fertigkeit beruht auf einer Übung des Auges oder des 
Ohres oder der Hand oder der Zunge. Perlen und Edelsteine z. B. kann 
man nicht nach Beschreibungen oder nach Gewicht beurteilen, sondern 
nur nach Beobachtung mit eigenen Augen. Ebenso verhält es sich 
mit der Münzprüfung. Die Echtheit eines Dinars ^ oder Dirhems kann 
man weder an der Farbe noch nach dem Gefühl noch an Neuheit^ 
oder Unansehnlichkeit* noch an einer andern Eigenschaft erkennen. 
Der Wardein aber erkennt bei eigener Untersuchung die zu leichte 
und die unechte, *die plattierte und die halbgefälschtes Münze 
heraus. *Dahin gehört ferner die Kenntnis der fremden Waren ^ 
und die Kenntnis 7 der Warensorten und -Arten ♦trotz der Ähnlichkeit 
der Farbe, des Gefühls und des Maßes und der Verschiedenheit der 
Ursprungsländer ^ so daß man jede Art ihrem Lande zuweisen 9 kann. 



1 Hier setzt ein Zitat in Ihn Rasiq*s *l/m(/a (ed. Tunis) 74, 21 ein 

2 A/uz. ^to jjli besser als 'C^ßfi. )^,^^ 

3 *C^m, »5^y>, M/is, verderbt zu JJ^^» 

4 y^w. ^j*^>, Muz. verderbt zu ^^>**ä- 

*5 'UfH, \^^jk^^ U^y^Mj^, > J///C., lies Usi^Ä^^ 
♦6 >J///s. 7 Muz. f<^\, 'Um. *\j-aJ\ 

♦8 'Um, »>^ v^^^UXiLl^ ^S^^ ^c*^^ d3^ ^LiJ 5^, in Muz. verkürzt zu 
^y i*oLiJ^ ii>)h vJ^UaL\^ 9 *Um7>f^, Muzh. vjtioj. 



5] . Das Dichterbuch des Muhammad ibn Salläm al Gumahi. I13 

Ebenso steht es mit der Beurteilung von Sklaven.* Man sagt von 
einer Sklavin: Ihr Teint ist rein, ihr Wuchs tadellos, ihre Augen und 
ihre Nase schön, ihre Büste elegant, ihre Sprache gebildet, ihr Haar 
lang. Dann ist sie 100 oder 2CXD Dinare wert; eine andre 1000 oder 
2000 Dinare und noch mehr, obwohl man zu der gegebenen Be- 
schreibung nichts mehr hinzufügen könnte. Von einem Reittier sagt 
man: Es ist leicht zu lenken, hat einen weichen Rücken und gute 
Hufe, es ist jung und fehlerfrei. Dann gilt es etwa 50 Dinare, ein andres 
200 und mehr, obwohl sich von ihm nur dasselbe sagen läßt. Von 
einem Qor'änleser oder einer Sängerin sagt man: Er oder sie hat 
eine glatte Kehle, eine schöne Stimme, einen langen Atem und sie 
treffen die Melodie. Von einem andern oder einer andern kann man 
nur dasselbe sagen, und doch besteht zwischen beiden ein großer 
Unterschied, wie die Kenner wohl wissen. Ebenso steht es mit der 
Poesie, die Kenner verstehn sich darauf Ich hörte einmal einen 
scharfsinnigen Mann sagen: Die Vorzüge eines Gedichts lassen sich 
nicht beschreiben, man kann sie nur empfinden wie den Glanz eines 
Schwertes und die Schönheit eines Gesichts." 

Nach Erörterung dieser allgemeinen Gesichtspunkte ästhetisch- 
literarischer Kritik wirft er einen Blick über die gesamte Geschichte 
der arabischen Poesie, indem er von der Sprache ausgeht: 

Muzhir I 18, 3 ff.: „M. b. S. al Ö. im k. f. as L sagt: Jünus b. IJablb 
sagt: Der erste, der arabisch sprach, war Ismael der Sohn Abraham's. 
M. b. S. sagt ferner: Misma' ibn 'Abd almalik hat mir überliefert, daß 
er den Muhammad ibn 'All sagen hörte (b. S. sagt: ich weiß nicht, 
ob er weitere Autoritäten angab, glaube es aber, daß er es tat): 
Der erste, der arabisch sprach und die Sprache seines Vaters ver- 
gaß, war Ismael (vgl. GoscHE, Die Aivä'il p. 9). M. b. S. sagt ferner: 
Jünus hat mir von abü 'Amr ibn al *Alä' überliefert: Alle Araber sind 
Söhne IsmaeFs außer yimjar und den Resten von öurhum. Auch 
wird überliefert, daß Ismael als Gast bei diesen lebte und sich mit 
ihnen verschwägerte. Die arabische Sprache aber, die M. b. "All 
meinte, ist die Sprache, in der der Qor an offenbart wurde, und die 



» Das folgende Muz. in starker Verkürzung: „Von Reittieren und schönen 
Stimmen. Die Kenner verstehn sich darauf, wenn sie selbst sehn und hören, ohne 
dsilS es sich beschreiben oder genau definieren lieDe. Die lange Gewohnheit ver- 
hilft zur Kennerschaft. Ebenso verslehn sich die Kenner auf die Poesie." 
Nöldekc-Festschrift 8 



Il6 C. Brockelmann [8 

„Alles was der Mann erreichen kann, hab' ich erreicht, nur nicht 
ewiges Leben"'. 

Imru'ulqais b. Hugr sagt: 

„Macht Halt an den Trümmern der Häuser, vielleicht beweinen 
wir die Häuser, wie der Sohn yadämi's weinte" ^ 

Das war ein Mann vom Stamme Taiji*. Wir haben aber weder 
das Gedicht, in dem er weinte, noch sonst ein Gedicht von ihm 
gehört außer diesem Verse, den Imru'ulqais erwähnt. 

Der erste, der Qasiden dichtete und die Ereignisse erwähnte, 
war al Muhalhil ibn Rabfa at Taglibl über die Ermordung seines 
Bruders Kulaib. AI Farazdaq sagt: „Der Dichter-Muhalhil das war 
der erste". Die Araber behaupten, daß er übertrieb, und sich in 
Worten mehr anmaßte als was er getan. Der erste Dichter der 
Heidenzeit unter den Rabi a war al Muhalhil, der mütterliche Oheim 
des Imru'ulqais b. IJugr al KindT^. Ferner die beiden Muraqqiä, von 
denen der ältere der Oheim des jüngeren war, und der jüngere der 
Oheim des Tarafa b. al *Abd; der Name des älteren war 'Auf b. Sa'd, 
der des jüngeren 'Amr b. Harmala, n. a. Rabi'a b. Sufjän. Ferner 
Sa'd b. Mälik, Tarafa b. al 'Abd, 'Amr b. Qami*a, al Mutalammis, der 
Onkel des Tarafa, al A'§ä, al Musaijab b. *Alas und al Härit b. Hilliza. 
Dann ging die Poesie zu den Qais über, zu denen die beiden Näbiga, 
Zuhair ibn abl Sulmä und sein Sohn Ka'b, Labid, al Hutai'a, a§ Sammäh 
und sein Bruder Muzarrid sowie HidäS b. Zuhair gehörten. Dann 
kam sie zu den Tamlm und blieb bis heute bei ihnen. Zu ihnen 
gehörte Aus b. I^ag^ar, der Dichter der Mudar in der Heidenzeit, 
den keiner von ihnen übertraf, bis an Näbiga und Zuhair auftraten 
und seinen Ruhm verdunkelten; er blieb aber noch der unbestrittene 



1 Nach LA XVIII 236, 9, TA X 106, 6 v. u. (Lane 683 a) von Zuhair b. Canäb 
al Kalbl 

2 Ahlw. 59, 4 mit f\wX.2L 

3 Dieser Passus lautet ausführlicher und korrekter bei b, Rasiq *Umda 52, i ff.: 
,jDie Poesie war in der Heidenzeit bei den Rabfa. Zu ihnen gehörte Muhalhil 
b. Rabl'a, dessen eigentlicher Name 'Adi oder Imru*ulqais war. Muhalhil wurde er 
genannt nach der Zartheit und Leichtigkeit seiner Poesie (die wie ein Kleid sich 
rauschend bewegte, Muz. II 219, 3) oder nach ihrer Mannigfaltigkeit. Nach andern 
erhielt er den Namen wegen seines Verses: Als beim Haxen(essen) ihr Unedler 
{^4^X.<s^Jb^ 'U. ^Jo vX:^) sich eindrängte (J«^y S. s. v. hll, 'U. und LA XIII 410, 3 
Jjjy, Muz. 11219,2 und LA XIV 231, 5 jSy) erreichte ich die Rache für Gabir 

S. LA XIII Mälik) oder Sinbil (S. Di^bil) 



g] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Sallam al Gumahl. I [7 

Dichter der Tanilm in der Heidenzeit. AI Asmal pflegte zu sagen: 
„Aus war ein größerer Dichter als Zuhair, an Näbiga aber tat seinem 
Ruhme Abbruch. Zuhair war der Überlieferer des Aus und dieser 
sein Stiefvater*". 

Nach diesem allgemeinen Überblick, von dem uns, wie schon 
der Paralleltext bei b. Raälq zeigt, as Sujütl nur einen allzuknappen 
Auszug bietet, muß M. b. S. noch einmal auf die Überlieferungs- 
geschichte im einzelnen eingegangen sein, wie folgende Fragmente 
zeigen: 

Muzhir I 87, 8 ff.: „Abu 'All al Qäll sagt in seinen Amält: Abu Bekr 
M. b. a. al Azhar hat uns von az Zubair b. Bekkär von M. b. S. 
al ö. überliefert. Er sagte: Jahjä b. Sa'd al Qattän hat mir erzählt: 
Die Gedichtüberlieferer sind verständiger als die Traditionarier, die 
viel Gefälschtes überliefern. Die Gedichtüberlieferer brauchen ein 
gefälschtes Gedicht nur zu rezitieren, um es zu prüfen, und können es 
dann für gefälscht erklären. Der erste, der die Gedichte der Araber 
sammelte und ihre Traditionen ordnete, war yammäd ar Räwija; er 
war aber nicht zuverlässig, er schob manchmal die Gedichte eines 
Mannes einem andern unter und machte Zusätze zu den Gedichten. 

Abu 'Ubaida hat mir von Jünus berichtet^: Als IJammäd einst 
in Basra den Biläl b. a. Burda (der dort Statthalter war, Ag.) be- 
suchte, sprach dieser: Hast du mir nichts Neues mitgebracht? (Er 
sagte jawohl, Ag.) Als er nun wieder zu ihm kam, rezitierte er ihm 
von den Gedichten HutaiVs die Qaside zum Lobe des a. Müsä (al 
Aä'arT; Ag,, wo Dlw, XI. 9. 14 zitiert werden). Da sagte er zu ihm: 
Du, du; besingt yutai'a etwa den a. Müsä (al A§ arl Ag.y Ich kann 
doch (alle Ag) Gedichte ^utai'a's aufsagen (diese Verse aber kenne 
ich nicht Ag). Aber verbreite sie nur {Ag. U^jl^\ Miiz. Uxfr>), daß 
sie unter die Leute kommen. Abu 'Ubaida hat mir von 'Amr b. 
Said b. Wahb at Taqafl überliefert: ^ammäd ar Räwija war mir 
ein lieber Freund. Eines Tages bat ich ihn mir eine QasTde aus 
dem Stamme meiner Mutterbrüder, der Banü Sa'd b. Mälik zu dik- 
tieren; da diktierte er mir als von Tarafa zwei Verse (Ahlw. App. ri), 
die doch von AS'ä Hamdän sind. Den Jünus hörte ich sagen: Ich 
muß mich wundern, wie man von ^ammäd überliefern kann, der 
nicht ordentlich Arabisch konnte, log und fälschte." 

I Ausführlicher 4^. II 50 pu- 51, 5 nach a. Hahfa von M. b. S. (vgl. Goldziher, 
ZDMG 46, 49) 



114 ^' Brockelmann ^ [6 

die Araber zur Zeit des Propheten sprachen, und dies war ein andres 
Arabisch als unsre heutige Sprache." 

Die Geschichte der Poesie behandelt er im Zusammenhang mit 
der ihrer Überlieferung: 

Muzhtr II 236 u: „Man kann die Gedichte keines einzigen ara- 
bischen Stammes mehr vollständig zusammen bringen. In der Heiden- 
zeit aber war die Poesie für die Araber das Archiv ihres Wissens und 
der Inbegriflf ihrer Weisheit, nach dem sie sich richteten. Ibn *Auf 
sagte nach Ibn Slrin: 'Omar b. al IJattäb sagte: Die Poesie war das 
Wissen eines Volkes, das sonst kein sichereres Wissen hatte. Als dann 
der Islam kam, wandten sich die Araber davon ab und beschäftigten 
sich mit dem Glaubenskampf und dem Krieg gegen Perser und 
Romäer. So vergaßen' sie die Poesie und ihre Überlieferung. Als 
aber der Islam blühte und die Eroberungen kamen und die Araber 
sich in den Städten zur Ruhe setzten, da wandten sie sich wieder der 
Gedichtüberlieferung zu. Nun konnten sie sich aber auf keinen ge- 
sammelten Diwän und kein geschriebenes Buch stützen, woran sie 
sich schon gewöhnt hatten. Da so viele Araber eines natürlichen 
oder gewaltsamen Todes gestorben waren, so konnten sie nur das 
Wenigste davon bewahren und sehr viel ging ihnen verloren. Die 
Familie des an Norman b. Mundir hatte zwar einen Diwän besessen, 
in dem die Gedichte der großen Dichter und die Loblieder auf ihn 
und sein Haus gesammelt waren. Dieser Diwän kam ganz oder zum 
Teil in den Besitz der Banü Marwän. 

Jünus b. Habib sagt von a. 'Amr b. al *Alä*: Von den Gedichten 
der Araber ist nur der kleinere Teil auf euch gekommen. Hättet 
ihr sie alle, so hättet ihr viel Wissen und Poesie. 

Ein Beweis dafür, wie viel von der Poesie verloren gegangen ist, 
liegt in der geringen Zahl der durch zuverlässige Überlieferer von 
Tarafa (1. Ai^) und 'Abid erhaltenen Gedichte, von denen beiden 
es ungefähr 10 QasTden gibt. Wenn es nicht mehr von ihnen 
als diese gegeben hätte, so wären sie nicht so berühmt und hoch- 
geschätzt. Wenn die von ihnen überlieferten Gedichte unbedeutend 
wären, so hätten sie ihren hohen Rang und die Wertschätzung bei 
den Überlieferern nicht verdient. Man sagt, daß auch von den Ge- 
dichten anderer sehr viel verloren gegangen ist, daß aber diese 
beiden von dem Verlust ganz besonders betroffen sind; denn sie 
waren die ersten der Fuhül. Vielleicht ist das richtig. Da von 



7] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Sallam al Gumahi. 115 

ihnen beiden nur wenige Gedichte erhalten sind, wurde ihnen sonst 
viel zugetraut. 

Die ersten arabischen Dichter brachten immer nur einzelne Verse 
bei Gelegenheit hervor. Qasiden und längere Gedichte kamen erst 
zur Zeit des 'Abdalmuttalib oder des HäSim ibn 'Abdmanäf auf. So 
erklärt es sich, daß 'Ad und Tamüd, Himjar und Tubba* in Vergessen- 
heit geraten sind. Zu den ältesten Gedichten gehört der Vers des al 
'Anbar b. *Amr b. Tamlm, der als Gast bei den Bahrä' lebte, und 
als ihn ein Unglück traf, dichtete: 

„Mein Eimer (-= Unglück) traf mich wiederholt, dazu das Fremd- 
sein unter den Bahrä', wenn es nicht voll kommt, kommt es in 
Schläuchen". 

Zu den ältesten Gedichten gehört auch das des Duwaid ibn Zaid 
ibn Nahd, als er im Sterben lag (vgl. b. Qot. Poes, p. 36 n. b): 

„Heute wird dem Duwaid sein Haus gebaut; 

Wenn es für die Zeit eine Prüfung gäbe, so würde ich sie ihr 
auferlegen; 

Oder wenn mein Widersacher ein einzelner wäre, so würde ich 
ihn bestehn. 

Gar manche gute Beute habe ich gemacht und manches schöne 
Tal durchzog ich." 

Zu den ältesten Dichtern gehören ferner A'sur b. Qais b. 'Ailän 
b. Mudar d. i. Munabbih, der Stammvater von Bähila, Ganl und at 
Tafawa, ferner al Mustau'ir b. Ka'b b. Nahd, der so lange lebte, 
daß er dichten konnte: 

(238) „Ich bin des langen Lebens satt, da mir mehrere 100 Jahre 
zugelegt sind. Hundert Jahre kamen mir und dann noch 200, und 
von der Zahl der Monate wurden mir Jahre zugelegt". 

Zu ihnen gehört ferner Zuhair b. öanäb al Kelbi, der alt und 
vornehm war und dichtete: 

„Wenn yadämi etwas sagt, so glaubt es, denn was ^adämi sagt, 
ist wahr".* 

Ferner öadima al AbraS und Lugatm b. Sa'b (so!) b. 'All b. Bekr 
b. Wä'il, welcher sagte: 



» LA XV 8, 10 und TA VIII 239, 2 wird der Vers dem Waslm b. Tftriq oder 
Lugaim b. Sa'd (so!) zugeschrieben 

8* 



Il8 C. Brockelmann [lO 

AI Qäli Amäli (cod. Pet. 352) fol. 66^: „M. b. S. sagt in den 
Tabaqat aVtdamä! (so! s. o. S. 1 1 1, N. 2): Wenn wir ein Gedicht von b. 
Muhriz hörten, so war uns das so gut, wie wenn wir es vom Dichter 
selbst gehört hätten." 

Miizhir II 171, 13: „Wir finden, daß die gelehrten Überlieferer 
in den Gedichten Fehler machen. Nur die Dichter selbst beurteilen 
die Poesie richtig. So werden von Labid zwei Verse (HUBER 54) 
überliefert, die sicher unecht sind. Aber sie werden in Erzählungen 
viel zitiert und in der Unterhaltung bei Fürsten angewandt, die ja 
nicht genau prüfen." 

In diesem Zusammenhang wird M. b. S. auch die Frage nach der 
Beurteilung dichterischer Plagiate behandelt haben. 

Mtizhir l <yy, 20\ „Ich fragte Jünus nach folgendem Vers, den man 
von az Zibriqän b. Badr überlieferte: 

. „Die ^ölfe greifen den an, der keine Hunde hat, aber sie scheuen 
das Lager (1. Jf^y^) dessen, der sie scheucht und sich wehrt." 

Er sagte: der Vers ist von an Näbiga (daher Ahlw. App, or), 
ich glaube aber, daß az Zibriqän ihn in seinem Gedicht wie ein Sprich- 
wort bei Gelegenheit angebracht hat, ohne ihn sich aneignen zu wollen. 
Das tun die Araber zuweilen, ohne ein Plagiat zu beabsichtigen. 
Abü*sSalt b. a. Rabfa at Taqaf 1 sagte: 

„Diese edlen Taten, nicht zwei Becher Milch, die mit Wasser 
gemischt sind und nachher zu Harn werden*'. 

Nun sagt an Näbiga al öa'di sich selbst rühmend: 

„Wenn Häg^ib zu denen gehört, mit denen du dich rühmst, so 
war Hägib doch weder Ohm noch Onkel. 

(91) Rühmst du dich nicht der beiden Tage von Rahrahän, ob- 
wohl die Hawäzin glaubten, daß ihre Macht geschwunden. Diese 
edlen Taten usw." 

Die Banü 'Amir überliefern diesen Vers von an Näbiga, während 
die Überlieferer einig sind, daß Abü'sSalt ihn gedichtet. Mehr als 
ein Ragazdichter hat gesagt: „Am Morgen preist man den edlen 
Stamm" und hat dann den Vers je nach Gelegenheit vollendet. 
Imru'ulqais sagt (Ahlw. 48, 3): 

„Als meine Freunde ihre Reittiere bei mir halten ließen und 
sprachen: Laß dich vom Kummer nicht umbringen und fasse dich 
in Geduld." 



1 1] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Salläm al Gumahl. 1 19 

Derselbe Vers findet sich bei Tarafa (4, 2), nur mit dem Reimwort 
J^' statt jJti?." 

Inder Einleitung wird er auch jene charakterisierenden Epitheta be- 
sprochen haben, mit denen man schon früh kleinere Gruppen von Dichtern 
zusammengefaßt zu haben scheint Dahin gehört die Erörterung über 
\^J^J^ (vgl. Addad 129, Miiz. II 244, 16), die wir, da eine Übersetzung 
unzweckmäßig wäre, nach Zagg^äg^fs Amäll (Pet in) f. 170^ (vgl. 
auch LA II 144, II. 12 wo gleichfalls M. b. S. zitiert wird) im Ur- 
text geben: 

ty^ Jl* \^^ J^» I^^Jl» IM^ V.«.aXjL« J^ «»LuXji <^^Jl^ \>\ c^^^^j«W ^\ 

doLv^^ ^.^ C5* >^ ^>^* (..^aLlJI d^^ ^^^^ JUij> 

Dahin gehört auch die Erörterung über ^i^ pl. ^►-te-'j^ und 
^Uii', die b. Raälq 'Umda 74, 13 aus M. b. S. mitteilt, wobei je ein 
Vers von Aus b. Hag:ar (bei GEYER 43, 12 vgl. FISCHER, ZDMG 
49» 133) uJ^d Aus b. Magrä' {TA X 62) als Belege dienen. 

Über die Disposition des Buches selbst können wir uns haupt- 
sächlich aus den Zitaten des k, al Agänl^ ein ungefähres Bild machen, 
wenn auch diese Angaben nicht immer zu einander stimmen. Den 
Klassen der heidnischen Dichter stellte er die der islamischen mit 
besondrer Zählung gegenüber. Daneben begegnet uns noch eine 
Klassifizierung der Fuhül al Gähüija, von denen sich nicht entscheiden 
läßt, ob M. b. S. sie den Suara' alg, gesondert gegenüberstellt. Eine 
eigene Abteilung aber scheinen allerdings die Fursän gebildet zu 
haben, als deren ersten er nach Ag. IX 2, 7 (daraus His. IV 446, 11) 
den Duraid b. as Simma nannte, und in deren 5. Klasse er nach Ag, 
XVI 139, 21 den Hufäf nebst Mäük b. Nuwaira und seinen beiden 
Vettern Sahr und Mu'äwija, den Söhnen des 'Amr b. a§ äarid und 
Mälik b. yammäd a§ Sahmi einordnete. Unter diesem Vorbehalt geben 



I Ahlw. 4> 14 mit J^ statt y^ 

3 Die im Index nicht vollständig gebucht sind 



I20 C. Brockelmann [l2 

wir nun eine Übersicht über die noch erhaltenen Klassen und fügen 
bei jeder etwaige nähere Angaben über einzelne Dichter gleich hinzu. 

A. äu'arä' al öähilija. 

(I. Kl. Zuhair . . al A'^ä?) 

Muz/iirll 241, 3 v.u., b. Rasfq 61, i ff.: ,/ Abdallah b. 'Abbäs sagte: 
'Omar b. alHattäb» sagte: Rezitiere mir etwas von eurem größten 
Dichter. Ich fragte: Wer ist das, Fürst der Gläubigen? Er ant- 
wortete: Zuhair. Ich sagte: Ja so ist es. Er gebrauchte keine unklaren 
Ausdrücke (s. LA, TA s. v. JJ»^), suchte nicht nach fremdartigen 
Wörtern und pries die Leute nur nach ihren wahren Tugenden. 
Die Kenner sagen: Zuhair s Poesie ist am festesten gefugt, am weitesten 
entfernt von Rauheit und bei größter Kürze am gedankenreichsten. 
Wer es mit Näbiga hält, sagt: Seine Gedichte tragen den reichsten 
Schmuck und den größten Glanz der Rede und sind am klarsten. 
Seine Gedichte gleichen müheloser Rede. Die Verteidiger al A'Sa s 
sagen, daß er die meisten Reime hat, daß seine Poesie am mannig- 
faltigsten, daß er die meisten langen und guten Gedichte verfaßt, 
daß er am fruchtbarsten an Lob, Tadel, Selbstlob und Beschreibung." 

III. Kl. as Sammäh, an Näbiga, Labld, abü Du*aib al Hudali {Ag, 
VIII 102, 5 — 3 v.u., daraus 'Aini I 5, 24). 

S. wird Ag. 1. 1. näher charakterisiert: „Seine Poesie war ener- 
gisch und stärker als die des Labld; er hat etwas Rauhes, während 
Labid's Sprache leichter ist'*. 

Zu Näbiga b. Raslq 66, 6: „an Näbiga al öa'dl war älter als der 
DubjänT; jener erlebte die Zeit des al Mundir b. Muharriq, dieser die 
des an No man"; ein Gedicht des ersteren nach M. b. S. zitiert Za/ir 
al adäb III 213/4." 

Zu Abu Du'aib: b. RaSlq 'Umda 53, 22, MuzJiir II 242, ii: „Der 
größte Dichter der Hudail war unbestritten a. Du'aib. 'Amr b. Mu ad 
al Mamarl hat mir erzählt: In der Thora steht geschrieben: Abü 
Du aib verfaßt Lügen. Dies war der Name für den Dichter auf 
Syrisch. Als ich das einem Kenner des Arabischen, Katlr b. Ishäq 
erzählte, wunderte er sich darüber, sagte aber, er hätte es auch 
gehört." 

I Nach M. b. S. bei Gähij Bajän I 98, 3 pflegte 'Omar bei jeder Gelegenheit 
einen Vers zu zitieren 



13] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Salläm al GumaVu. 121 

IV. Kl. {dtY fuhal alg.y 'Abid b. al Abras, Tarafa, 'Alqama b. 
'Abada, 'Adi b. Zaid; Ag. XIX 84, 16, daraus 'Aha I 490, 23; b. RaSlq 
65, II: „Tarafa war der erste von den Dichtern einer Qaside". 

V. Kl. (der fuhal as suara). Abu Jazid al Muhabbal, HidäS b. 
Zuhair, al Aswad b. JaTur und Taniini b. Muqbil; Ag. XII, 40, 15. 16'. 

VI. Kl. Suwaid b. a. Kähil, 'Antara al 'Abs! und seine Klasse; 
Ag XI 171,11. 

VII. Kl. al Mutalammis, Salänia b. al öandal, ^usain b. al Humäm 
und al Musaijab b. *Alas; Ag XXI 187, 18 und danach Hh. III 73, 2. 

VIII. Kl. (s. zur V. Kl.). AI Aswad b. JaYur, Hidää^ Zuhair, al 
Muhabbal as Sa'dl, an Namir b. Taulab al 'UklT Ag XI 134, 21. 

B. bu'arä' al Islam. 

I. Kl. öarir, al Farazdaq, al Ahtal, Kutaijir, ar Rä1; Ag. VII 38, 
21, 170, 4 V. u., VIII 27, 24. 'Aim I 113, I. 

Eingehend war hier die P>age nach dem Rangverhältnis der drei 
größten islamischen Dichter erörtert. 

Ag VII 39, 5 (vgl. 63, II): „AI 'Alä' b. Öarir al 'Anbarl, der ein 
alter Mann war und mit den Leuten verkehrt hatte, sagte: Wenn 
al Ahtal nicht als erstes Rennpferd ankommt, so ist er letztes Pferd. 
AI Farazdaq kommt nicht als erster noch als letzter (63 : Wenn F. 
nicht als erster und nicht als letzter kommt, so ist er doch immer 
zweiter), öarir kommt als erster, zweiter und letzter" ^ Ib. 64, i ff.: 
„Das erklärt sich so: Von al Al)tal gibt es 5, 6 oder 7 lange, aus- 
gezeichnete Gedichte, durch die er an die erste Stelle kommt. Seine 
andern Gedichte aber sind weniger gut als die der beiden andern; 
daher wird er im übrigen letztes Pferd im Rennen. Farazdaq bleibt 
wegen dieser ausgezeichneten Gedichte hinter ihm zurück, übertrifft 
ihn aber in seinen andern Gedichten und ist daher immer zweites 
Pferd. Von öarir gibt es gute Gedichte, durch die er erster wird, 
mittelmäßige, durch die er zweiter wird, und schlechte, mit denen er 
letzter bleibt". Ib. 39, 7 ff.: „Ich sah einen Araber vom Stamme Usaijid, 
dessen elegante Sprache und Dichterkenntnis mich Wunder nahm. 
Den fragte ich: Wen von den beiden haltet ihr für den bessern 

» Im Widerspruch dazu steht die Angabe bei Kl. VIII; auf einer der beiden 
Seiten alte graphische Vertauschung von ^**^^lgjJi und ^^-^UJl? 
2 Eine etwas andre Formulierung b. Qot. Poes. 301, 7 ff. 



122 C. Brockelmann [14 

Dichter? Er antwortete: Es gibt vier Arten von Poesie, Selbstlob, 
Lob, Tadel und Liebe. In allen ist öarir der erste. Als Belege 
zitierte er für Selbstlob Dfw, I 31, 4, für Lob I 36, 15, für Tadel I 31, 7, 
für die Liebe II 161, 17. M. b. S. sagt: Ich halte für seinen besten 
Nasib nur den folgenden (im Dtw. fehlenden) Vers: „Als die beiden 
Stämme zusammentrafen, wurde der Stab hingeworfen und die Liebe 
starb, da sie tödlich getroffen war". Kaisän sagte: Fürwahr er hat mich 
getroffen, nämlich mit Spott. Da sagte man: Dummkopf, spricht das 
etwa dagegen, daß er ein Dichter sei? 

A. b. 'Abdalaziz hat mir von 'Omar b. Sabba überliefert nach 
abü 'Ubaida, und abü IJallfa hat uns von M. b. S. überliefert: 
Er sagte: Abän b. 'Otmän al Balhi hat mir erzählt: Über öarlr und 
Farazdaq stritten sich zwei Männer vom Heere des Muhallab und 
riefen seine Entscheidung darüber an. Er antwortete: Ich richte nicht 
zwischen den beiden; ich will euch aber an einen Mann weisen, der 
ihren Zorn leicht ertragen kann, an 'Ubaida b. Hiläl al Jaäkuri. Dieser 
stand ihm gegenüber im Heere des Qatari, durch einen Fluß getrennt. 
Nachdem sich nun die beiden Männer geeinigt, das Urteil der yäri- 
^iten anzunehmen, trat einer von ihnen vor die Front und rief (1. U>) 
den 'Ubaida ibn Hiläl zum Zweikampf. Als dieser erschien, sagte 
er: Ich möchte dich nur etwas fragen, worüber wir deine Entschei- 
dung zu hören wünschen. — Was ist es denn, Gottes Fluch über euch? 
— Wen hältst du für den größeren Dichter, öarir oder Farazdaq? — 
Gott verfluche euch beide samt öarir und Farazdaq. Fragt man 
einen Mann wie mich nach zwei solchen Hunden? — Wir müssen 
aber dein Urteil hören. — Dann will ich euch erst drei Fragen vor- 
legen. — Frage! — Was sagt ihr von eurem Imäm wenn er sündigt? — 
Wir gehorchen ihm (1. ^.jcJai), auch wenn er sich gegen Gott auf- 
lehnt. — Gott stürze euch in Schande. Was sagt ihr denn vom 
Buche Gottes und seinen Gesetzen? — Wir werfen es hinter unsem 
Rücken und schaffen seine Gesetze ab. — Dann verfluche euch Gott. 
Was sagt ihr von den Waisen? — Wir verzehren ihr Gut und miß- 
brauchen ihre Mütter. — Dann beschäme euch Gott Ihr habt mich 
euch noch besser kennen lehren. — Damit wollte er fortgehn; sie 
aber sprachen zu ihm: Du mußt dein Wort halten. Du hast uns 
gefragt und wir haben dir geantwortet, du hast uns aber noch nicht 
Bescheid gegeben. Da wandte er sich um und sagte: Wer hat denn 



15] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Salläm al Gumahi. 123 

die Verse gedichtet? {Dlw. I 70, 6. 71, i. 70, 8. 9^). — Öarlr. — Dann 
ist er es also. Dann gingen sie auseinander**. 

40, 13: „Abü'l Baidä* ar RijähT sagte: AI Farazdaq sagte: Wir beide 
schöpfen aus einem Meere und seine Eimer schlagen trotz der Länge 
des Stromes zusammen". 40, 17: „a. Hallfa von M. b. S. Als einst in 
einer Gesellschaft Jünus b. Mu äwija b. a. 'Amr b. al 'Alä, IJalaf al 
Ahmar und Misma' und 'Amir die beiden Söhne des 'Abdalmalik 
aus dem Stamme Misma' von öarlr und al Farazdaq sprachen, hörte 
ich den 'Ämir den Scheich der Bekr b. Wä'il sagen: öarlr dichtete 
den besten NasTb, die besten Schmähungen und die besten Ver- 
gleiche. 

Abü'l Baidä' hat mir überliefert: An ar Räl ritt jemand vorüber, 
indem er die beiden Verse des öarlr Dm. II 119, 10. 11 • sang. Da 
schickte ar Rä'I ihm einen Boten nach, ihn zu fragen, von wem die 
Verse wären. Als er hörte, daß sie von öarlr, sagte er: Wenn alle 
öinnen und Menschen sich zusammentäten, würden sie nichts gegen 
ihn vermögen. Dann sagte er noch zu den Umstehenden: Wollt ihr 
mich tadeln, daß ich mich von einem solchen besiegen ließ" 3. 

40, 26 =- 63, 27 : „Ich fragte BaäSär, den mit dem Ohrring (den 
'Uqailiten), wer von den dreien der größte Dichter wäre. Er erwiderte: 
AI Al)tal war den beiden andern nicht gleich; die Rabi a aber haben 
aus Stammesstolz seinen Wert übertrieben. Ich fragte: Und die 
beiden andern? Er antwortete: öarlr hatte einige Dichtungsarten, 
die Farazdaq nicht verstand (und in denen er selbst dem öarlr den 
Vorzug gab). Als Nawär starb, hielt man ihr die Totenklage mit 
einem Gedicht von öarlr. Ich fragte Ba§§är: Was gibt es denn sonst 
noch von öarlr für Totenklagen, außer der auf seine Frau? Da 
zitierte er mir die Klage öarir's auf seinen Sohn Sawäda, der in 
Syrien gestorben war {Dvivän II 39)". 

Ibn RaSiq 'Umda 58, 16, Muzh, II 239, 23: ,, Jemand fragte den 
Farazdaq, wer der größte Dichter sei. Er antwortete: der mit den 
Wunden (= Imru'ulqais LA III 392) und bezeichnete den Vers Ahlw. 
7, 2 als seinen besten". 



1 L. kS^ °*»* ^-^ IV 148, 7 und ^JkrL mit LA, Dhv. und Ag, cod. Monac. 486 
nach Thürbecke*s Kollation 

2 In 10 1. ^^Ub nach cod. Monac. 486 (ThüRBECKE und b. al A tir al Matal 
assä'ir 491, 11) 3 Dieselbe Geschichte nach Asma'l b. Qot. Poes. 285, ii ff. 



124 C. ßrockelmann [l6 

Ibn Qotaiba Poes, 48, 13: „Ein Überlieferer des Farazdaq hat mir 
erzählt, er habe niemand gesehn, der besser die Geschichte von 
Imru'ulqais in seinen Gedichten kannte, als Farazdaq". 

b. Raälq 59, 20 Mtiz, II 240, 15 (kürzer b. Qot Poes, 57/8): 
,/Ikrima der Sohn des öarlr fragte seinen Vater ö. nach dem größten 
Dichter. Er fragte wieder: Meinst du in der Heidenzeit oder im 
Islam? Er entgegnete: Eigentlich meinte ich nur den Islam, da du 
aber grade von der Heidenzeit sprichst, so gib mir auch darüber 
Bescheid. — Zuhair ist der größte Dichter. — Und im Islam? — 
Farazdaq der Kern (b. R. ijcJ Mtiz, ÄjcJ) der Poesie. — Und al 
Ahtal? — Er verstand es gut Fürsten zu loben und den Wein zu 
beschreiben. — Was hast du dann für dich übrig gelassen? — Laß 
mich, ich habe die Poesie gemordet (O^^tJ mit b. R. und b. Q. gegen 
Oj^r^ Muz,y\ Miizhir II 217, 15: „Farazdaq erhielt seinen Namen, 
weil man sein Gesicht mit einem Brote verglich und ar Rä'i wurde 
so genannt, weil er oft und gut die Kamele schilderte". Ag, VII 38, 21 : 
„Ar Rä'i gehört mit ihnen in eine Klasse, aber er ist der letzte von 
ihnen, darüber herrscht wenig Streit". 

Auch sonst ist M. b. S. neben abü *Ubaida die Hauptquelle 
des K, al ag, für öarlr, vgl. VII 38, 16 und Dnvän Garlrl 57, 'Aitifl 
187/8. 

V. Kl. abü Zaid at Tai und al 'Ugair as Salüli (s. aber Kl. VII) 
Ag. XI 24, 20. 152, 18. Ein Gedicht des ersteren zitiert nach M. b. S. 
'Aini I 191, 17. 

VI. Kl. Ibn Qais ar Ruqaijät, Nusaib, al Ahwas, öamll b. Ma'mar 
Ag. IV 43, 15. Ein Lobgedicht des letztgenannten auf 'Omar b. 'Abdal- 
azlz zitiert b. RaSlq 50 nach M. b. S. 

VII. Kl. Ibn Maijäda, 'Omar b. Lag^a', al Quhaif (so mit "Ainl 
I 219, 7 für ^.-i-snjiJl zu I.) al *UqailT, al 'U^^air as Salüli (s. V. Kl.) 
^i-. II 89, 8. 

Außerdem wird das Klassenbuch des M. b. S. noch zweimal in 
den Ag, zitiert, leider ohne Angabe über die Zahl der Klasse. Nach 
IV' 98, 5 setzte er den IJumaid b. Taur, NahSal b. IJarri und Aus b. 
Magrä' in eine Klasse; nach XI 127, 10 bezeichnete er den Suwaid 
b. Kurä' als einen guten Dichter und in seinem Stamme, den B. 'Ukl, 
sehr angesehnen Mann. 

Auch sonst bleibt eine Reihe von Stellen übrig, denen sich 
z. Z. noch kein fester Platz in der Disposition des Buchs anweisen 



17] Das Dichterbuch des Muhammad ihn Salläm al Gumahi. 125 

läßt, so die Erzählung in Ibn yagars Isäba IV 528, 7—13 über Qais 
b. al Hatim, 'Ainl I 27, 14 über Ru*ba, ib. II 235, 9 über al Mufaddal 
b. Ma'äar al Bekrl, II 21, 62 über 'Amr b. 'Abdallah b. 'Otmän. Das- 
selbe gilt auch von den meisten Zitaten in den Amäll des Zaggägi 
(cod. Pet. III): 197^ Begegnung zwischen DüVrumma und Ru'ba, 198' 
Suräqa al Bäriqi bei Muhtär, vgl. Ag, VIII 32, Tab. II 665, b. Qotaiba 
'Ujün 245; 204^ Ibn Mufarrig*s Gedicht über seinen Sklaven Burd, vgl. 
Ag, XVII 55, b. Qot. Poes, 211, Hiz, II 212; 205'' Geschichte von 
Nüsaib, vgl. Ag I 142, 6 ff, 133, 16 ff.; 221^ Verse des PüVrumma 
und des Suwaid b. Ishäq aU'AdawI über den Wein bei einem Gast- 
mahl der B. 'Adl, vgl. Ag, XVI i lO; 224^ Hassan b. Täbit bei IJärit 
b. 'Amr, vgl. Ag IV 2 ff 






Ibn al-Kalbl's account of the First Day of al-Kuläb. 

By 

C. J. Lyall. 

n al-Anbäri's Commentary on the MtifaddalJyät there are 
several lengthy extracts from a work by Abu-1-Mundhir 
Hishäm ibn al-Kalbl dealing with the Days {ayyäni) of the 
Arabs, and among them one of the most notable is his 
Story of the First Day of al-KuIäb. This battle, fought between the 
forces of Shurahbll and Salamah, sons of al-yärith, the Prince of 
Kindah, is counted {Agh, X, 34) as one of the three greatest of the 
"Days" of the Arabs, the others being the fight of Shi'b Jabalah and 
the battle of Dhü Qär. But, while we have in the Aghäm long 
accounts of the last two, with ample poetical quotations illustrating 
the part taken in them by different clans and Champions, the story 
of al-Kuläb, as told in that work (XF, 63 — 66)^ is given with little 
detail or illustrative verse. Other descriptions are contained in the 
Kamil of Ibn al-Athir (TORNBERG I, 406 sqq., Büläq I, 236—238) and 
the Khizänah of 'Abd-al-Qädir of Baghdäd (II, 500 sqq.). The rest 
of the references to the battle in literature dealing with ancient 
Arabia (including those in the "^Iqd of Ibn 'Abd-Rabbihi and Yäqüt's 
Geographtcal Dictionary)^ so far as printed, are meagre. Al-Anbäri 
is remarkable for the somewhat pedantic fidelity with which he quotes 
his authorities; and it seems probable that we have in this passage, 
as transmitted by him, the very words of Ibn al-Kalbl, and the 
source of all the other accounts of the battle. 

The narrative, however, is not Ibn al-Kalbfs own; it is stated 



128 C. J. Lyall [2 

to be the utterance of Khiräsh b. Ismail, a relater of traditions re- 
garding whom I have not been able to ascertain anything. Hishäm 
quotes him again {Agh, IX, 181) for traditions of 'Amr b. Kulthüm, 
and he perhaps belonged to the tribe of Taghlib. He appears to 
have been a contemporary of Hishäm*s father Muhammad. Khiräsh's 
Story as it proceeds is illustrated with comments by Ibn al-Kalbl, 
and these insertions have been marked in the text as now printed 
by round brackets (). Some of them are very awkwardly placed: 
one, for instance, in the middle of a genealogy. But such harsh- 
nesses (and not a few discrepancies) — which disappear in the 
smoothed-out versions of the Aghänl and Ibn al- Athir, — are evidence 
of the originaHty of this form of the passage, which seems to have 
been taken (or set) down just as it was put together. Other insertions 
are due to the reporter of Ibn al-Kalbi, probably Abu Jafar Ahmad 
b. 'Ubaid, one of al-Anbärrs chief authorities in his Commentary. 

Hishäm ibn al-Kalbi (died 204) drew a large part of his tradi- 
tional knowledge from his father Muhammad (died 146), who fought 
on the side of 'Abd ar-Rahmän b. Muhammad b. al-Ash'ath b. Qais 
of Kindah at the battle of Dair al-Jamäjim in 82. As an adherent 
of Ibn al-Ash'ath the eider Kalb! must have had many opportunities 
of collecting the traditions of the tribe of Kindah; and one of the 
compositions of the son mentioned by Ibn Khallikän (DE Slane's 
transl. III, 609) is a Kiiab mulük Kindah, This appears to be the 
work quoted in an insertion into the text% while the rest of the 
narrative may perhaps belong to Ibn al-Kalbi's most famous work, 
the yamharah ß'n-nasab (so Brockelmann — Jamharat al-ansäb in 
Hajji Khallfah). The father was a younger contemporary of al-Akhtal 
and al-Farazdaq, and read with the latter his NaqdHd, or poetical 
Contentions with Jarir, in which the poet boasts of the exploits of 
his ancestor Sufyän b. Mujäshi' on the First Day of al-Kuläb'. 
All this makes it probable that the Information contained in the 
account now given is as trustworthy as such traditional stories are 
capable of being, while the poetical illustrations date from an early 
period in the age of coUection of ancient Arab verse. 

Nothing precise can be stated as to the date of the battle. 
The chronological difficulties offered by the alleged intrusion of the 



» Below, rages 135, 136 2 Below, p. 138, line 5 



3] Ibn al-KalbTs account of the First Day of al-Kulab. 1 29 

Chief of Kindah, al-yärith b. *Amr b. tJujr Äkil al-Murär, into the line 
of the Lakhmite kings of aMJIrah have recently been examined by 
Rothstein, Dynastie der Lahmiden, pp. 87 — 94, and I have little to 
add to what is there set forth. That al-yärith at one time was in 
possession of aUJirah seems probable from the poetical connection 
of his grandson Imru'ul-Qais with Abu Du'äd of lyäd, who was an 
inhabitant of that town and in Charge of al-Mundhir's stud. The 
fact that al-Mundhir ibn Mä'-as-samä was married to Hind, daughter 
of al-yärith and aunt of Imru'ul-Qais, is attested by the universal 
voice of tradition, and by the well-known inscription in the Dair 
Hind, the monastery built by the Queen, quoted by Yäqüt, II, 709, and 
BakrT, 364, which is generally accepted as genuine. It seems to me 
more probable, from the language therein used, and from the honour 
in which she was held by her son 'Amr, that Hind was, as our 
passage relates, married peaceably by her father to al-Mundhir \ than 
that she was a captive taken in war. Al-Mundhir was still ruling 
when the First battle of al-Kuläb was fought, for the Taghlib after 
it left Kindah and joined him; but if it is true that 'Amr son of 
Kulthüm is the 'Amr raentioned in Salamah*s verses* together with 
'Usum or 'Asim (= Abu IJanash), the slayer of Shurahbil, and if it 
is also true that 'Amr b. Kulthüm killed *Amr b. Hind, the king of 
al-yirah, son of al-Mundhir, it would seem that the battle must have 
occurred not many years before al-Mundhir*s death at al-IJiyär in 
A. D. 554. For 'Amr b. Kulthüm's mother Lailä, and *Amr b. al- 
Mundhir's mother Hind (sister of Salamah and Shurahbil) were both 
living in 569 A. D., when the chief of Taghlib slew the king of al- 
Hirah. If credence is to be'given to Hishäm*s Statement at the end 
of our extract, where it is said that after the disappearance of the 
house of Akil al-Murär from North Arabia the Chiefship of Kindah 
passed to Qais b. Ma'dikarib, father of al-Ash'ath who embraced 
Islam in A. H. 10 (A. D. 632), this would also suggest a date towards 
the end of al-Mundhir s life. We must however allow the king time 
enough after al-Kuläb for the peace which he is said to have effected 
at Dhu-1-Majäz between the brother-tribes of Bakr and Taghlib, in 
whose long contention, called the War of al-Basüs, the fight of al- 
Kuläb seems to have been an episode. 



I See p. 133, line 13 « P. 135, line 10 

Noidcke- Fcitschrift. 



130 C. J. Lyall [4 

The place where the battle was fought, al-Kuläb, is said by 
Khiräsh to be "a water between al-Küfah and al-Basrah, some ten 
nights* journey from al-Yamämah", to which a correcting band has 
added "seven nights' journey or thereabout". Both Statements are 
repeated in the Khizänah (II, 500), which reads 'iy<x^\ ^^^^ U-^ *^ 
U^as* ^\ JLJ ^y^ Ja üLoU-Jl ^^^ ÄJlJ ky«^ j-*a3 Ja iiyül^, a sentence 
of which it is difficult to make sense. A number of places mentioned 
in the geographica! dictionaries bear the name of al-Kuläb, and the 
accounts given in them of the site of the encounter differ exceedingly. 
Many authorities identify the locality of the battle between Salamah 
and Shurahbll with that of the Second Day of al-KuIäb (Yäqüt, s. v. 
Jadüd, 11,40; Lisän al-Arab, IV, 85; Bakri, 476), fought between the 
tribes of Tamim and Madhhij, in which 'Abd-Yaghüth was taken 
prisoner. But it seems scarcely possible that this was the case. The 
first battle was certainly fought in the North of Arabia, on ground 
forming part of the diyär of Taghlib, then bordering on the Sawäd of 
al-lräq. The Chief of Taghlib, as-Safiah, who led the host of Salamah, 
claimed the water as belonging to his people (see infra^)\ and it is 
mentioned, together with IJäbis, as a water of Taghlib in a poem of 
al-AkhtaFs {Dlwän 120; see Bakri, 263). Imru*ul-Qais, praising 'Uwair 
for his valour in conducting the family of Shurahbil, after that prince's 
death, to their kinsfolk in al-Yaman, says that he joumeyed with 
them from al-lräq to Najrän^ On the other band, the assailants of 
Tamim and the Ribäb on the Second day of al-Kuläb, after the 
losses suffered by those clans at the fortress of al-Mushaqqar, were 
the Bal-yärith of Najrän, a region bordering on yadramaut. It is 
not credible that these tribes of al-Yaman would have led their 
forces to the attack through the whole extent of Arabia from south 
to north; they would have had to pass through many hostile tribes 
on the way, of which there is no mention in the account of the 
battle. Yäqüt clearly perceives this (s. v. al-K^däb, IV, 293), and, 
while he places the first Day at al-Kuläb in the North, between al- 
Küfah and al-Basrah, identifies the locality of the second battle with 
Qidah or Qiddah, a place in the centre of Arabia. Bakri, while ad- 
mitting Qiddah as the locality of the second battle, locates the first 



» Page 138, line 15 
2 Page 148, line 5 



5] Ibn alKalbi's account of the First Day of al-Kuläb. i^t 

there also, and strangely says (p. 476): (sie) ^. !i;-tv*«^ «Ua»\^ »ü>\ ^^^ 

The most interesting portion of the extract is perhaps the poems 
ascribed to Imru*ul-Qais. These contain, distributed between four 
pieces, no less than 33 verses which (so far as known) have not 
previously been printed. In each case, however, the poem of which 
the new lines form part is represented by some verses in Imru*ul- 
Qais's Diwän, so that we have the opportunity of judging whether the 
unpublished portion shows any marked diflference from that already 
known. It seems to me that there is no such difference: if the 
portion hitherto accepted is genuine, the new portion is probably 
genuine also. The citations are apparently an integral part of 
Khiräsh*s narrative: see the introduction to the first of the four poems, 
and the gloss on its first verse'. They were therefore probably 
current under Imru'ul-Qais*s name at least as early as the beginning 
of the second Century of the Hijrah. The three poems in the metre 
Tawjl contain three examples* of what is metrically distinctive of 
Imru*ul-Qais*s verse, viz:, the frequent use of the foot v^ __ v> _ 

instead of the ordinary ^ in the second place of the hemi- 

stich. The third piece has one example (or two if the verse added 
in the notes is genuine) of the false rhyme called iqwa\ also a 
characteristic of Imru*ul-Qais. The poems are appropriate to the 
event; they are of the lighter texture proper to "occasional pieces" 
as distinguished from qasidahs\ they contain biting satire, likely to 
be remembered against the tribes denounced in them; and upon the 
whole it appears to me that they have a good title to be considered 
ancient, and perhaps authentic. 

The basis of the text now ofiered to the public is the two MSS. 
of al-Anbäri's Commentary on the Mufaddaltyät of which I have 
had the use for the edition of that Commentary which I am preparing. 
Both are modern copies made in Egypt; one, originally belonging 
to Count Landberg, and now the property of Yale University, 
U. S. A., was copied in 1305 H. (1888); the other is a transcript of 
the MS. in the Khedive's library at Cairo made in 1304 (1881) for 
the late Prof. Thorbecke, and now belonging to the Deutsche 
Morgenländische Gesellschaft: the MS. of which it is a copy is said 

« See pp. 144—145, and p. 146, line I 

2 p. 146, 1. 14; p, 147» 1- »5; p- 149» 1. »I 



132 C. J. LyaU [6 

in the Cairo Catalogue (IV, 274) to be of 1288 H. These two copies 
are evidently of the same original; they contain the same mistakes, 
and even the same pagination. The text is however fairly good, and 
they do not suffer by comparison (except as regards vocalization) 
with the very ancient fragment, dated 472 H., preserved in the 
Leipzig University Library. The vocalization is however ignorant 
and scanty, and that of the portion now given is chiefly supplied 
from other sources than the MSS. 

Fortunately, the Oxford and British Museum MSS. of com- 
mentaries on the Naqä^id of al-Farazdaq and Jarir contain, though 
not quite completely, the same narrative. These two MSS. are inde- 
pendent, and the account of the Day of al-Kuläb is not given at the 
same place in both. In the Oxford MS. it is at fol. 122^ to fol. 125^; 
in the London MS. it is (in a considerably shorter form) at foll. 78^ 
to 80^. With the aid of these MSS. it has been possible to con- 
struct a good text. As the notes show, use has also been made of 
the Aghanly the Kämil of Ibn al-Athir, and the Diwans of Imru'ul- 
Qais and al-Akhtal. 

The abbreviations used in the notes are the following: — 

NO, Oxford MS. of the NaqäHd (POCOCK 390: Uri 1224). 

NL, London MS. of the same (BM. Or. 3758). 

Ag., Kitäb al'Aghäni, XI, 63—66. 

BA, Ibn al-Athir, Tärlkh al-Kämü (Büläq Ed. used). 

LA, Lisän al-Arab (Büläq). 

Round brackets indicate Ibn al-Kalbfs comments; Square brackets 
[ ] additions from other sources. 






|V-iJJ^ ^JJ^^SJJ [Jijj,.ii O y^Xi &J ^yul |vJ ^^«Jb xJ^ll3* 



7] Ibn al-Kalbi*s account of the First Day of al-Kulab. 133 

öLö ^jl o^kXII v^4X> ,jjo ^fe' JU JuäUm*! jjj jilj^ ^%-4äI 
^Lijoil'*' J<& iUaj^ säjjuyi dUUI vuLüu^ ^1^ dULo U ^^U dULo 

a^r^^^ s^^U a üuÜL& J i ^ ^L#AJÜi ^ ^jjuJÜI ^ö ^ 'aJ bl^ 
V5^;l {J^) I» i A^ ^iXA-fJl Ä-i-j| ^Y-^*^ *>L)[ ii oU ^^JCä. b^ÜD 
J^ÜI ^yi ^j ^j*.U)l ^fe^* iJjS Jl &Jüu^ '(jJUaJLxi »jOft 8jJ^ 
JiT ^^0^ ^ ^^ jj ^>ib I^pLää ^«x?^ ^ StUy^^jl ^^yb 
lubo ty^'b^ ^ l^iXi^^ Jul^ ^ r^ vM »7^^ (^cUXJI y^l 

J^äJU bl^ ^c5^^^'^ ^5^ Ü^ Ü^' ^=*^'^ ^y 7^ ^ (5^' 
&AJü ^%.4X ^ v^%^i ^'yAi ^OJjb aüubt ^^)^ ^1 aJ^i^o dLJI 
iLiix )bd^ ^vbyl ^"^^ vd)^l ^^ JuuL^wwtf %Lai oyJl J^Lö ^ 
^ rt^l^ wJjü ^^ ^j v»»^l ^ aL^dMi ^Lö^ jj**Ai) ^j o^XjiXibo yD^ 
^ l»plv> ^^ ^^ v^iy^ 0^1^^ ^|HH^' (J*^ ^'^^ ^^ \J^ 4Xjum^ ia.Mb 
^^1 ^ yoU [^] '^7*^ "^^ '<J4-»*'' ^) \J^ äÜJaÜÄ ^ viXJLo 

1 4?- and NL read fO\ yb^ >tU-**J\ >tU ^^r? j-^^^ ^i^^\ 

2 4f, AZ CUiLUaJU 3 /l^ NL omit 4 ^ omits, NL reads j^^-U-iX^^ 
5 Ag, NL \>yXft^ 6 AX, NO, and 4^ read c^ dElk;^.^ J^lj cr? ;^ (3 

r:^* C^ ^y^ cj-^ C^ ui!>\^^ J^\ ^^^ \N0 ^^ c^ joj ^^^] ^UU 
e->by\^ (/4f^ has corruptly wXa*>\ ^^^ ^3 Jj^*^^ er? ^^^J»-*^). No doubt these 
words should be entered in the tcxt, as appears from what follows 

7 Ag omits this whole passage down to ^J^^ ^SS^ 

8 'iy>^s^\ NL and NO 9 NL inserts ^^ Cr? ^^^ C^? 



134 C. J. Lyall [8 

[sie] ^ ^^ '|»| ^^ &jL^ ^^ ^^.4^ ouü Sl^jöl ^^ *.Ue^jüü 4Xl^t 

^ Ju ^ |%Hi^ yb voL^^ ^r*^^ ^7^'^ *^y"^ ^Xjum^ viXJL«^ ^jüdv 

|%i^W<0 ^^JJI »Lx^^t ^^^ S^^ÜUJI oJI^ |%gAA> JU^JI OuAü O ^ 

^ aULw J^'i^ ^(1^^ ^1 J)^ ^H^ J^) ^LoUaJI ^jjo &JLJ 8^JL& 

» This passage is in much confusion in A'L and AV, which both again read 
5j^,^k««A)\ for vX;mo\. Hishäm himself in another place (commentary on poem of 
Marrär b. Munqid» no. 14 of Thorbecke, Mufa.UL) calls the roother of DSrim, 
RabT'ah, and Rizäm, sons of Mälik b. Handhalah, Usaiyidah and not Usaiyid, and 
gives her gcnealogy as *X»-*a) ^^ ^^y^ C^ <S^^ C^ «^Lo ^^ CUä.'^I ^-^^-^^ 
iftUos ^^\ ^U\ ^^ ^y^ ^^ ^J^^^^ ^\^ ^ <OJ\. In the T(7/ al 'Artis (end 
of article >^'**> before the supplementary part) she is calied ^t-%* ^J^\ ijJyyii\ 

2 The words ^^ ^T^ occur also in NL\ they seem to make nonsense when 
read with what follows, and should apparently be omitted 

3 NO inserts v-^JjO ^^ ^1^ ^^ ^^ ^^ 4 AV i-Ju*» (sie) 

5 AV adds ^L^'^^ *\>ji» yj\ ^Ar^ wxii ^^^-»^ yj\ 6 Here begins />\4 

7 A'O agrees, giving both the original Statement of Khiräsh and Hishäm*s 
correction; AX and 4^' ^^^^ only the latter; BA omits. 



9] Ibn al-Kalbi's account of the First Day of al-Kuläb. 1 35 

^ v^Gi ^ viXJU ^ |*yüy j^ yy^ ^^. cUüft JU^) 
iwji ^i'yö ly^P ^giAJ (jÄÜ ^1 y» (Ji^^ ^^ ^ (Xx^ ^1 
siLUi vi^-Lji ^^'t^' ^' *^7"^ *^7*^ (j^ ^r^ c>^ T^ <^J^ v/;;'^ 

^^ dlJu^ &xj| dLLo ,jx Mjo% «J>1Is3 |»U^ ws^ JU^ auj| 



X None have this parenthesis 

2 Instead of Salamah (who is named in JVO), NL and 4v ^^ive Imru'ul-Qais 
(see Ahlwardt, Six Poeis 156). Minor variations from 5 (p. 8) to l (p. 9) do not 
require notice; substantially thc language in all four agrees with the above 

1 Ag^ Ahlw, \t^?Ä. 4 ^^-^1 Ahlw. and NO 

5 This parenthesis is wanting in all the other texts. What foUows also breaks 
the scquence of the narrative, and is not found here in NO^ NL^ or Ag. In BA it 
is placed (in an abridged form) as an introduction to the account of the First Day 
of al-Kuläb 

6 BA (with all the other sources known to me) namcs Hujr b. *Amr as the chief 
who bore the name of Akil al-Murär 



136 C. J. Lyall [10 

U^S* u*-!^ ü^ r^ ü^ ^^ "^^^ u?'^' r' ^7^ c^^* 

,jj ^^ UjI ^j**j3^ äJjIa Ljiif jj**bl jll vS^' vj'(?* VÄi^l aJ 
2ÜLä äJ s:>JÜ^ Juuax^ v^^l ^r^ ^^' JL» J^i* (5-f*^' *^' 

Ljjjl^ ^ VÄ>Ui LjJLAi »sLä 8ju5^ ^ 5 jJli 4Xä.U xÜJI J^ 

^j L^p^^ Jji^ *^^ cM 4Xjw JuLo ^J auyü ,^^ v:i^«^l ^jfe' Jüj^ 

» What foUows docs not appear to occur in any other Version 

2 See Härith, A/r/'a//, 63 (84); here BA begins again 3 BA omits 

4 i^--/ omits 

5 BA inserts ^*-U«* ^^.j^^X-u) J-^^, and omits what foUows down to 6. See 
Tabarl I. 889 1. 4 sqq. Tab. has 0^y»J^ instead of i\j^\ 

7 BA (and others) ^U-ä. 

8 BA inserts Aj^>\ ,^,Xa^: the story in i5.^ is much abridged, but foUows 
the language of Hishäm very closely 



Il] Ibn al-Kalbi's account of the First Day of al-Kuläb. 137 

pt v::xS>l aULw ouJLj «^U^I U^I »IjlL^ Vt-^ t^^^^^*^^ Joub^w^u 
&^( va^u>»jLt^ ^t ^t b RJLw Jyb v..aa^ ^I JU |»Ubje JU 

,jl(j IJjD ^j^ L^l^ vä>4>v>j üI ^5AiX!l ^1 JUj Juaäwä |»I 
^' Ü^ ^r^ Ü^ V*^ <J^ (^^ «^'] ^^ c)*^^ Ü^ V^ 

^Ä-ijai^ ^^^^ T^r^ ->^^ Tu'-^^ ü^ ^^ ü^ "^; 



I i5^ inserts k-M»l» ^^^ r^^^ c^^^)jo ^^^ ^3 ^jjLo\ yb^ iLjU) e)-*^.^ 
^ ^ %■ > 0^ ^'-^^ ^J ^2^ vX«-**i (^^-*->^ ' From hcre to 4 wanting in BA 

3 See Härith, J/«W/. 56 (76) 

4 Here begin the other accounts of the battle in AV, NL, and A^; BA ab- 
breviates greatly 

5 NL and Ag omit. A'O adds ^^ti^'^ Cr? ^^^-'äjco ^^ ^.^U ^^^ ^U»^ ^5 
O^^ er? 5*^^^ c^ O^*-*» Cr? w>c^Ä.v« ^^ JUp ^\ 

6 Added from A'C>, iVZ and Ag 

7 All the other sources attribute these raj'az lines to Sufyän, the father of Murrah. 
Our text seems best in giving them to Murrah himself. NO and Ag transpose lines 
3 and 2; NL leaves out line 3; and Ag gives for line 4 only ^^^'-tH^ Cr? *jr* ^. 



138 C. J. Lyall [12 

O.^Of ^0^6 9 -J oj'. of O«^ ÖO-. *o^ J.^ 

bXxJ! 4>j^ ^^(XJ^ ^LxJLj^y C^p ^j jj<-J^ f^j^ ^y^ 
&j^ <^.j.^| aJ JLäj jj^^ J^ ^^j^ ^ siULo ^ ^ ^yS ^1 

["161] ^^A^ (JÄjlJ |»(;vh».v OH^'^ IJoJl^ ^[Xi |»yül Jüu3'U JU 



i*^»< 



X -4^ and AZ omit. AV has ^^^ for ^^-^^ 

a iVO has ^j^^ for ^^-^^ ^ -^^^ others omit 4 JVO inserts ^^^Iä.^ 

5 NO vXjw^ 6 A'O, iVZ, 4^ S^!/^* 7 4^ omits ^^^ 

8 A'O makes an-Nu'män the rider of al-Kharrüb; AZ does the same, omitting 
Abd-Yaghüth altogether; Ajr agrees with text above, but after ^^> inserts ^ ^^ 
^^\^\ ^jA^^s>3^ ^^> JiaÄ.^\. A^- reads O^J^^ ^"^ '^^^ S-^^>^^ ^°^ S-^j}^^ 

(See Tä; aPA, and Z>/7f/. ai-Akhtal, 295, 8) 

9 ^VZ and Ag^ insert ^^ ^»-^ (//^ ^ f . * ^ ) '** All others omit 
»» Supplied from A'C), AZ and A^; 



1 3] Ibn al-KalbVs account of the First Day of al Kulab. 1 39 

[»gAMofe ^y:^ 1^7^ 'iX&t I» j«^ (jmaJ v^^'JJü'^ jXd Jul^ Lbl y^y 
^ iLjLo &ij HJLm (j«#io ^b1 ,jjo Juul^w4& ^(>LJuo (^ob^ J^^l 
,jjo iüLo iJLi J uAAj^ L^'r^ (s^'^' ij^ iUi^ (54>ljuo ^(>b^ J^^l 
oLJI^ |VA^* ^ jy^y X i.li.^ {> ^ ^J !^^b Jju^wÄ ^fe'^ JuÜI 

\^\y^y LyJL^ sK KjJI ^5^' Uii S^dSü ^Juoiü xLoi'*' JüUb:»%^ 

^^^T jj-b JU^ [ JU] *^JJ IUj^ ^ ^ 1^4^ bö JJÜ) U Jol^ 

yS>. väAXj4jl U vWyi^ |VHJ ^ yy^ ^^ iLLkAÄ ^ ^1 

^ JüL«M ^ 2UX& ^yb cX^t iLiCuUyJt .6 ^aüi^« Jua^«^ |%gt^ 
s 

^4^ L^xi SJoK ,jaM sJ v;mI^ &3^ & JuuLm<l, H 13 ^^4^ UjI^ |»jy to . 
&aaJumJI ^6 ^1^^ '^^^ vJ^^ ^'^^'^^ vi^ kJUJUaJI I<> Vy^ JUu^Aww 
^b viLLi»^ J^yt ^5^^^' cr^^ bl b iÜJuuJl ^6 JUi i^^X^y 

1 iVO, AT:, 4^ omit 

2 iVO, AZ, 4f ^^Ü 3 Jj^^ m 4f 4 A^O J^-^AÄs, A^Z O-^oS, ^^ iX«.^ 

5 4f ^"^ '^^ abridge here; ÄV agrees with text 

6 So all except our text, which has ^ (jt-cO ^ 

7 A'O inserts g^JO ^^ 8 A^O inserts j^J c^ 

9 iVO inserts c^-JL:^ ^c^-**)!^ ^\w>j«-m» ^^^1 i^\-.AO ^3 



140 C. J. Lyall [14 

jmJL^ ^I Jl^^ü aJbü»! fj ^1 iJüt ^caJIaj (jmJL^ ^t JUi &JuüLmJI 
^jJJJI ^jlJÜI jäO^ bl b JU^ auJt o^U ftS^oU Jou^^ Jk^ 
&3l JU jS^ IXliT yiiJLÄ. LI b JUi l^xif LLJ 'v:U^ Jo JU 
*i* aULft v:>^j*i ^v^^l ^^^ oL^U jmJL^ oI lüjJai ^^3jo ^I^ 
RJLw ^I &j v^AJUi auwU yc^U auJl Jy3^ auwo ,jx sUüU aJ^Lu 
tUJLw ^Ju ^jju sLftiLi 'i.^^uiS' ^ L^t ^1 aJ JUb aJ |^ ^1 »a 
^jjo L^ ^^ yo^ &j AA^ Lo JUi Uxi^ ^UJI aüüüül v;>jLf J JUi 

^1 ^vr*^ *^' J^ £7^'^ *4^^ A aüoljoJI ^|»yJI ^^^ 'J^ 
Jüuj»%.^ ^^t v^>»>l ^ aUiywM (jmI^iS. JU^ aUL^ ^acUjj (j^JL^ 
^^^wjüül (^yol ^\ j^ s%y J^Ax^%^j Vr^ v5tV*Ä ^jÜ^ Vr^' s^^w^Lo 

^iUJL» JUi Sy^l 

yi;|ji ^^ i^' if du Ui :J^^ ^^äj^ Lsl ^t :it 

^1^0* ^1 d^jLX aLJ j^tc3 ^^J^ ^' ^ d^^H^ U Juu3* 
c^Ula-aJL^ **-) v^^hH' ^H^ t'!'^^ 1^ ^^H^' vJ )t^^' 



X iVÖ and iVZ: insert UJ 

2 iVÖ and iVZ insert e->LX^ ^ «^U ^^ 3 AZ and ^^ taJ y\ 

4 iVZ and 4f insert <w>^^ 5 /VO, iVZ and 4v attribute thcse vv. to Ma'di- 
karib. NO and ATL add ^j^ ^*Xä-J ^ i-JuJ yi-aJ\ '^\ Jt*^.^, and so 
does 4^. i5/l gives them» with our text, to Salamah 

6 AV, NL and Ag have «ilib^>-^. Ä-/ omits the fourth verse 



15] Ibn al-Kalbrs account of the First Day of al-Kulab. 141 



VI^LäJi ^LilJi \^^\s ;^5f i^LT LlL: yuj 

^ ^^ Iji^yUwuo Ljüto U^ cju^ÜJ ^1 ^1^ JU v::^LjujyLo ^yj 
»Lo yD^ v:i>ljtAAJu0 fj^ 4X^1^ ^)^-^ v^ ^^^^. y^y f^^ y^) |H^ 

S^^wwJ viyu-LS* ^'vJ! J^l ErÄÄ ^jj ^^.4^ ^jj] cj«^l Jüx ooÜ'^ 
xl v::^jJ^ ^^(^^^ v:;-^ cjs^l ^ viULo ^ Hj^ oJo |»LiiS' ll 
&i v;i>jJ^ iU^A;! l^x^l SJO^ oul^^ jmuüLII ^>^I I-^I ly^^^ 
c^jJ*i ^L^^l k^l ILaJk 84>JL^ ouI^ »Uix v^%5 (^Jüue« Jüla^w«^ 
2L0I auüu ool^ Jl^^ i »A » > ^^gw^yJ v::^!^! ^s& Jl-ft:>^ IUIm &j 

^^ v^%jJI vs^IoLmi ^^ v^^H"^ v:/^ r^ (j^ viULo ^ x^LmiI ^I 

^UcJI Jyb aJ^ |V^LÄf^ v.^Jjü* ^ 

^&jl^P|« (jmJL^ «jI &Juo 1 g*Ah^ f^^yü J^^H'^T^ P)^ 4X^1 ^1^ 
jLr^J ^1 I^Jl^U ^ma^ ^I ia^s sL&U iv^jJI l^JÜiXj ^1 ^U 

' This verse occurs only in our text and A^O, NO has fX^^XS for -\j^L^, 
but adds Jfi^\ ^j^. ^Ia-Ü\ ^^^'^ ^^wXju»*) ^^\ JUn^uJ J 

» A7^ and Ag omit what follows down to the poem of Ma'dlkarib beginning 

3 This passage in our text alonc. What follows is found also in A^O 

4 NO J^iaA^j 



142 C. J. LyaU [i6 

i 
JUi v^aXc ^ V^ ^^^) c^ ^l->ö ^ mLmI ^jJ i^* ^^ ^^ 

^^4^ JUoj ^Y^ 4)^ (5^^ ^>^ (^-^ (5^ (!^!^ 

JUti JuLA^y^ ^1 vd>^l ^^ Vr^ v5<Aj^ y^j »UX^ ^ .ajI! >-^^ 

V^La-Ä^ 'HJÜ cXjU ,J^* -.Lo x>I 8)^«tJ Ol (JuLÄ*-Ä jji^ 

^^ j 

\^\^ wA^ oul^ V t A ♦ > f^ Jü 4>[du'<X^ y^ ^1 ^JY U 

I Reading of NO: our text has ^5J^ » So text; A'O has ^^LScw 

3 MSS j^'lyDb 4 iVO omits 

5 This poem is celebrated and often quoted. Besides ihe A^- and ^//, vv. i — 4 
occur in the Lisän nl 'Anib, sv. >r-**» 

<J This gloss appears in different forms in A'O aitü A'Z, but the sense is equivalcnt 
1 A^)^ 8 Z^, A^, BA )^^ 9 A^^r äX) JU, ^. z^ ^^i:;© JIä. ^3 

»" AZ inserts another verse: «\j<^ «Jocvi ,3> y o^/^ iäJ^ 2tUXJ\ C^^ 



I/] Ibn al-Kalbfs account of the First Day al-Kulab. 143 

^v^LjOI JjjuUJb jiiJl y^ äX a-?Iä^ J^VäJI |C.Clh>,^ ^|I^f 

- ^ '' " 

^ Jo.^ j5»-^ ^' (•Lijo JU^) iüLCft ^ iüJjü ye ,j^-«^l 



-^i .-^ • ^ ^. ^ .. -^ • 



C^\-^\. ^^ also inscrts a verse 6\jiSl\ &l^> ^^ »l-^ kS;^^'^ ^LwäJ\ CU^yJ 

4 A^ CLjj^' ß'^^ stops at this verse 5 4?" S-^^^^ (s»c) 

6 Text and AZ both have C-^Jx^, possibly a YamanI form of ^t^. /f^^ omits 
this verse 7 AZ v^LUilb 

8 v-j\J01 4i^ /f^- alone adds t^^ <*C^O* ^^»f. «UXJ\ /^iJ IAs 

9 NO LA^^ui^-a-^ (This poem does not occur except in our text and AV), 
Verses 2 and 3 are not found in JVO 



144 ' C. J. LyaD [i8 

o^JLscJI ^ *50| [SjS^^* j.£ä <xij La^ Jj^I LiJLLi 

^?l^ *^''?l 1*0^ <B^^ »-: --es, « ? 6 " * II *'|-'l -* ^ 

|vaXJ^ ^j^JuJÜ uuwo ^iai &J ^^'1 |vJ) v.aa^U &J^lJU» 

|VA^' ^^ &Ll« 4X;>\ ^^ cXjlm yü v:>xU* JuA^wM Jü3' LJLi^ 
iwjAr !^^^ [».^Ajo^ ^j*-Ldl ,j^ '^^3 |V^y»A4i «Jl^j *-^' (J3^ 
ü^ 7-^7^ ^*^ i^^ |wjAX>Lo^ |v4^7Äj i^ytil ^^ |vi»ol^l ^ 

» This parenthesis not in NO 2 These verses only in text and NO 

3 Added from NO 

4 iVO >\>i3L) 15p^ 5 MufaddL IftfiLiJ 6 Mufaddt. f-^'Jb 

• > ^ ••-^ • • ^ •• • • > ' > 

7 What follows, down to the poem of Imru*ul-Qais, occurs in verbally identical 
language in NO and NLy and Ihe first part of it in //^ XT (id lincs 10—13 



19] Ibn al-Kalbrs account of the First Day of al-Kuläb. 145 

^ Sw>o ^ |W^^Um ^ <5yAJI cXx^ ^ &JJI Ju^ kJw^' iüoUjJb 
Lo ^io^ äAJaJL^ ^^ '^^^j vdJLo ^ Jjuw ^ Ju^jt ^^^ iuJLju 

JlSLaJJ üö.^^] ä-L^ulä. ,jj viXJL« ^ A^lo ^^ ^ i^iftwA^^ 

(j**aäJI ^yxil jv^J JU ^ jJI v^>-Uj ^ 



1 .Vö adds c^'^Uj. US^J J^JJl^ 

2 This parenthcsis is not found in any other version 3 NO J-^^ 

4 Not in NO or AT: 

5 Sufplicd from iVO: omitted from text on account of bomoioteleuton. Of the 
following poem of 9 verses only threc, nos 2, 1 and 7 (in this order) are found in 

AhLWARDT, Six Po€ts, p. 131 ^ AhL. ^y^\ 

7 NO and AT: I^Iä. 
Nöldeke-Festschrift. 10 



146 C. J. Lyall [20 

iX^JJi L^l^ vaA.Ji»,^M Aj&Jt Jü)) 'äJIaaj &JLuj» iv^vl^l ^1 ^1^ 

I^Ui ^1^ ^ ^ ^1^ I^aaäJ Lo bj J^^ ^ 2^1^ 

i^u ck J^ ^ ü |iXAi äJ J-üTj sLJ\^ t^T viii |üi 

»^ I ^-'1» -*• -'•^ i^«»*-^ >'*'i"r-'»'-^?-'*t*i t*r°^^ 

o^ ^ O^Üax viiaJü ^Uj 1^4^!; J^ ^ 4^ (J-^ <J^(^^^ cM^ ^1 
IjJLWI (jy^Aiu f^^r-" Jl^ KjLJUu iLA-^iQ- r JU>cV g mV ^J^ 

(j**Ajüi ^^1 j\jj ^Cu^^j^' vjIXJIj ^y>;^«^ (jr*^^ ))^ r?') 

9 ^ ^ O ^, '/oÄ f ^ Q ^ ■#^ai' o ^ ^ o^ o ^ ^ CS 

I^^J^ O^ ^^JJ^JÜI K JLJL^ U,.yLf». ^I^JULjI O^ ^^ ^^ 

of Hishäm which follows is not in any other version. NO gives no more of Ihe poem; 

s. ^ ^ ^ i < 

NL continues it 2 NL liJJx* ,^Lo 3 Marg. note in text vi3\^^\ Cio v3^< i ^« \> ^^ 
4 This gloss is not found elsewhcre 5 Supplied conjecturally 

6 ahlw. or^^ ej*^ ^^ ^^3 7 NL ^ilio y\ 

8 Not found elsewhere. The poem that follows is found in NO^ but not in AZ. 
Vv. 1 — 5 are in Ahlw. p. 133, no. 27: the remaining three verses (supplied from 
XO) have apparently not been printe^ before 

9 Rcading of A^a Text has \^\, and AiiLW. \y^\ 



2l] Ibn al-Kalib's account of the First Day of al-Kuläb. 147 



^ ? ». • * 



^^ä4 ^ j^^ laJÖp i\AAu ^ s^ ^\ 

fi>^'|-'^>^ •^**'"*0- <®.>*Ci^ ^^S^o ^ 

«JJI 4X-X ^ ü^) ^ LrtXft; £^;J vJ^ ^1^; ^ J ; a' » '^ 
^Lipäf^ U«>Liö Laä» v:>AJLJif |V-i^Y-^ 1*-^'^ y^ JJä-Ls^l 



» Ahlw. ^^Ua. 

a Ahlw. S\ Ci^^^ajlb {uä> ^« (readings < and > are mentioned in A^O as 



alternatives) "^ 3 A^LW. ^XLÜ JT. 

4 Ahlw. ,^>^»^ r<^ ^^\ (readings i and 4 also mentioned in NO) 

5 Ahlw. J»SJ ^ 6 Ahlw. yh\ (in A^O with a-) 

7 AjU Ahlw. 

8 A phrase imitated by Tarafah, al-A'shäi, and Labid: see LA s.v. y^ p. 379 

9 Of this poem 5 vcrses (one only occurring in NL) are contained in Ahlw. 
(p. 161) no. 66, viz. nos. 7 (7% 10, 8, 9. /f.^- has 7 and 7'* at XI 66, and 7. 7^ (with 
2nd hemist. of 9), and 8, in a wrong connection at VIII 69. NO only quotes v. i; 
NL has 7, 7% 10, 8, 9. The remaindcr, viz. vv. 1-6 and u — 15, are apparently 
printed here for the first timc. 

10* 



148 C. J. Lyall [22 



^L^ ^ viJli |V>5 Jiü f^XjS hJ JoU Juidi ^ »Lo v::juiix |%3 j 
^(jUJ^ Jl i^i^Iä. lyiJuo 1^ 1^3*^ ü^' 1*-^^ ^y^ (Ji ^' 

• . ^ *" ^ ^ ^ 

^IJ» iLL?l VK^^I Ju^ iaJü^ r-~* ^S 'r^' tX->wo ^-L? 

I MSS. J4tSäJ1 ^^^^ 

a AT:, 4^«- XI 66 \^JS^SJA pb (but 4^^VUI 69 as above) 

3 Hcre AX inserts v. 7"* f j^ (3 XjLL\J ^^j^ 7^^^ J-^ ^^ ^-^ 
^\yJ^ ji^\. For variants see Ahlw. and 4^ XI 66. ^^III 69 

4 AZ l^iU and so Ahlw. 

5 AZ ^4x^\. Ahlw. ^Jla\ 4^ VIII 69 a1ä\ ^?^^I\ 
ö 4§^ (VIII 69) ^^^^t^^ 



7 AZ ^\^^\ 0<^. Our text has jil^' O ^ but a note (originally in marg., 
but wrongly inserted in tcxt) says ^<.^JSXtuc j^ ^-,>^-uJb JLu*-J\ ^yb^a:xJ\ Jli 

8 Ms. has a marginal note J^'^* \^xlaL J-o^\ ^^ 

9 Of this poem Ahlw. (156, no. 57) has vv. 1—3 and 6; 4^ (VIII 69) vv. 1 
and 6, and /VO v. i. AZ does not^ give it. Vv. 4, 5 and 7—17 are now printed 
for the first time »" Ahlw. J^^. Ag i*>^3 " ^^ T**^ 0*ß* r^S) 



23l Ibn al-Kalbi's account of the First Day of al-Kulab. 149 

U-)J^ (>yf iüLe |W^ v:>^3u^lj '^97^' ^* I^^V.A^f c^x dj^^l 
Ue\l^ &^vJLaAJL ^^Ju&t JüoL^ft ^^^9 v-^ajJl J6L^ ^,j^ ^^% 



U^üsNJf JbU^I Jüx !j,»dAcs ; aJ^ I^AxJbl^ '7^^ ^^ .H^ ^^l? 

, --l, - 0^1 I -'**^*'i*''-'°^M'' ''l" -o^^ ^o-- ^ r^ 

UJl^ wki&.ü ouo ^^ |»g»M.AS jL» |%^U^ C^^^ o^ ^^ ^ jLj 

Lc.Ü'ifl ^j*^^aaJI Jus3uJu (j^ix^. su^j KLi ^cxJül ^^y^. ^U.bl 

LcJ*:s^ \^jmJüI L^Juo (^ö |*LkLC |V^X^ ooLxJ ^T vy<X4^ \^J 

— — " — -^ ^ — ^O— — ^ Si "^ 9 i ^ -» 0''0— y 9 U'f' 



I Ahlw. jlÄvXCJb ^*\^ 2 Cr*^^ Ahlw. 3 Ahlw. l^ii ^^. 

5 Both MSS. read so: we have to understand ^^^-*^U In this poem there seems 
to be a hiatus between v. 4 and v. 5; v. 11 also seems to be out of place, or a hiatus 
must be supposed before it. For the remainder of our text we have only our MSS. 
and A'O, with the Dhuän of al-Akhtal (ed. SalhÄn'ij 



^-r-. 






iT ^' 



.^ 










•^ ^ :^ -^1- A-.^ 1^ 



/ V«: 



'^>^x - •ri ^ - ~" * T ^-i, ^^ 



^ ^f ♦ 



^ - -# -'^ 




;.^ Jujp ;^x^ *^' «'i/: ut-L.- üxi :x 



« » , — ^ 



> V ^>'^ cr?^ 4>^^ k>^^ ^-^^ ^-^ r-*-^ 



* ^^ 



ZI; 



/'">* 















i ra^. 2S2. .^i- vn jSj 



#1 ^ f 



; fhi» j.'/^ff< U f'/^ind Äi p, 93 af thc faciimüc of ihc Bzghdid MS. of al-Akhtal, 
♦ 1/ j/»if/;>»hir'J '/'/-»$; by Saj.haJ. Krror» of thc M5. apart, thc text agrccs exactly 
Om* j/jy^-n »b'/y«r, Da'i» wa» not an anccstor of al-Akhtal according to thc 
»l'/j/««». M« w>» l/fofher of aJ-Ka/laukas, al-Akhtal's anccstor in thc 5th dcgrec 

'^ ^'|f ^>>«w u^ 3-) '^ ^^^^^'t 3j^^ scems a prcferable reading, as no 
< /^f fli#j Wftf of JJft»(j* ^to which wäridät and Al-Hinw bclong) is recorded to 
lttl'«n pU' ^ At JJftriq i" Thcjic two vv. arc not to be found in the St Peters- 

Inwnn, hilf Are nt p, 03 of thc Haghdäd MS. 



25] Ibn al-Kalbi*s account ofthe First Day ofal-Kuläb. 15 1 

v^A^Lo bl Jo JU IJO OW^Lo JÜ» oJU* Lo lot jLjLftJt OUmJI vlv^jl 

^JJad.^1 JU 1^' vJjlill Lo sIa^Lo^ dJ6 
vLLäJI ^ Jä^I l ♦ g I a 'i j ^LajULJ JlSI^ LXJI Ijui 

viipi ^j:>4-^ \yls') % Li^r :^^ 3l4i I^ jli Ui 

V^^LXJI ^\^A 1% g * '^l ^ > ^l g A g ^j,JO j A ♦ K^i\ wjI J^ 

vj^Jb ^ oJL;ö| Jj) ,jJ^j ^^ a (; V |vJ viLiI ^L^^^uä LjI 
v^lyjf wA^ ^A A A h r' vjo^ {sy*' ^^^^r^^ >ol4W viAJLAj'l 



^v^ 



X Not in iVO 2 MSS ^L**^ (see Imni'ul-Qais, A/z/a//. [Tibrlzi] 48) 

3 JVO gives only the first 5 verses of this poem: see Diwan p, 166 

4 JVO ^^lk)\ 5 NO O^ ^. /?«^. CJ^ l}^^ 

6 Dhü, £^-ft*Ü^ (AO ends with this verse) 7 Not in Dhuän 

8 ÄV in MSS. and Dnvän. We should expect \^yiSyA 



152 C. J. Lyall [26 

(^UjgiJU «.joLsWt ^%^U«^ ^jyA A.A a» ^-^^ ^(>U:^ V'^T^ 
(^ULj i»,^,a.a,AJ UUJl^. «Jo ^ |%-<^ ^;;^ vy' Ujüjo 

^jj viULo La^ \J^t:^ \.a* A 4ffl r aL^XjiJ ^jj (j**jo ^^Jb ^1 «i-b^ 

(>f^ ^;;^vj v-iUlo \yjUQJi Lo« i»»»M^ ^j^l cjyaP^jf (jMAi?v,/.^i>T 

« This poem is found only in our text. One MS. has i^^^, the other ^Ua»: 
I have not found the name elsewhere 

* Cairo MS. «»XJläj 3 Sic\ meaning obscure 

4 Both MSS. ^^y 5 The Banü Hubaib = Banü Jusham b. Bakr b. 

Hubaib, al-Akhtal's stock ^ MSS. U\j<ä. 

7 Usämah b. Mälik b. Bakr b. Hubaib, a house in Taghlib 

8 See Hishäm's explanation below, page 153, line 16 

9 hANDBERG MS. ,>*.**, Cairo MS. ^^^^\ perhaps the word means **the thicket 
of cur javelins*'(?) 

10 «^Lixi^J\ seems to mean "(rafts of) logs": but the Dictionaries de not give 
this word as a plural of ^^X.*iXaL. But see the Safarnämah of Näsir-i Khusrau, 
ed. ScMEFER, p. 90, where ^->t«iXÄ. is explained as a platform of logs moored as a 
navigation mark in the Shatt al-'Arab " Diwän 136 



27] Ibn al-Kalbi's account of the First Day al-Kuläb. 153 

J^ y g >Li |V^lw.AaJ| ^IwS^Li J^Juf «uJoLi cfl ^ U^ 

Sll^ v'^P' (j^ r^*^' LT^ ^'P vILJlj' ^1 viiLwc viiijji^^ 

^jij Jo ^Jü ^1 LfSuLi 8>^%.ä»li iUJwwM v,^;Jjü yjLi vaj^JUoO JU* 
oJLtM^I |%i' oJtAw^l «jI Vr^ (^cXibo ^^ (/^ i»igiA,/o oLm ^^ J^li 

iü»b y^ i^"6^^r) ^^^*^^ maam i^^ u'^r' y^ <^ r^- i^^^l 



I Dhuän 283 2 Dhuän 124 3 Diwän 41 

4 Yäqüt (I. 338) ^^^iXiliasl, and so Maidänl (BOläq) I. 333. For the story see 
this latter refcrcnce (Freytag MaJä, I, 687); f^^l^\ i^cXs:^^ ^^, is the same as 
the "Day of Aqtä'atain or Aqtänatain", apparently the "Day of the Ford of the 
Drowncd" (see also Freyt. Maid. I, 272, 364), i. e. the day on which Zabbän took 
vengeance on Taghlib for the slaying of his sons 



1 54 C. J. Lyall, Ibn al-Kalbi's account of the First Day of al-KuIäb. [28 

l%je^| JUi JuJUI Ajo oJxdl |vi* ^aJU |%4^^j^ l^lf^ v^JUü' yü 

^ ^1 iulAj ^ Jjd3 ^ ^Lju& ^ vi>^Ul ^ c)^r^' 
Jl£ yJJt LiJ JUi trj^yi l<^l^ ^-^1 u^ JUi L^ I^Lol 





Zu as-Säbusti's Bericht über die Tähiriden 
(Ms. Wetzstein II, i loo fol. 44* — 64*). 

Von 

Gustav Rothstein. 

] ie anonyme Handschrift der Beriiner Königlichen Bibliothek 
Wetzstein II, iioo ist von Ahlwardt im Verzeichnis 
VII, 309 unter No. 8321 beschrieben, aber falsch bestimmt. 
J| Sie enthält nicht das Kttab ad-diiärät des Abü'l-Farag^ al 
Isbahäni, sondern das des Abü'l-yasan 'Ali b. Muhammed a§-ääbu§ti 
(f390 H. = beg. 13. Dez. 999 D.'). Das hatte schon richtig erkannt 
G. Hoffmann, Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer usw. 
(Leipzig 1880) p. 167 Note 1307'. Offenbar ohne Kenntnis dieses 
Vorgängers hat dann JüSTüS Heer, Die historischen und geographischen 
Quellen in Jäqüfs Geographischem Wörterbuch, p. 88 ff. ausführlich 
den Beweis für die Autorschaft a§-ääbuätrs geliefert. 

Ahlwardt hat 1. c. das Buch unter die schönwissenschaftlichen 
Werke gerechnet. Das entspricht dem Gesamtcharakter der Schrift, 
welche besonderen Wert auf die Sammlung von Anekdoten und 
Versen legt, die auf die betreffenden Klöster sich beziehen. Wertvoll 
ist das Werk aber naturgemäß auch für geographische Untersuchungen, 
da die Lage der Klöster überall genau bestimmt wird. In dieser 
Hinsicht ist es mehrfach benutzt worden. So schöpft aus ihm 



I Nach anderen 388 H., vgl. L Hall. I No. 456 (bei Heer Druckfehler) 

> Den Hinweis auf diese Stelle habe ich Herrn Prof. B. Meissner (Breslau) zu 

verdanken. — Übrigens hat auch Brockelmann, Geschichte der arabischen Litteratur, 

das Richtige im Nachtrag I, 524 (im Gegensatz zu I, 146) 



1 56 Gustav Rothstein [2 

M. Streck, Die alte Landschaft Babylonien nach den arabischen Geo- 
graphen!, 165 ff. („Die Klöster Bagdad's") und sonst. 

In inhaltlicher Wiedergabe findet sich bei HOFFMANN 1 c. p. 191 
ein Passus aus dem Artikel dair Ui^, ^ (fol. 73b), in wörtlicher Über- 
setzung p. 127 der Artikel dair al-huwät (fol. 37b) aber ohne die Verse, 
in arabischem Text und Übersetzung p. 167/8 der Artikel ^ykA^^\ jüi 
(fol. 82a). — Eine Reihe von Textproben mit den Varianten aus den 
entsprechenden Artikeln bei Jäküt bietet Heer 1. c. p. 94—98 (beim 
letzten Artikel — ^.^.^. t ^.^ ^^^\ ^ ß> — auch Varr. aus Makrizi und 
Abu Sälih). Den von HOFFMANN übersetzten Artikel über dair al- 
huwät (so! bei Heer Druckfehler) hat Heer im arabischen Text* 

Mich hat nicht geographisches Interesse veranlaßt, mich mit der 
Handschrift zu beschäftigen, sondern ein historisches. Durch eine 
Notiz Heer's 1. c. p. 94 wurde ich aufmerksam darauf, daß aä-§äbu§ll 
sein Klösterbuch einmal durch einen langen historischen Exkurs unter- 
bricht, in dem er über die Familie der Tähiriden handelt. In der 
Erwartung, hier neues, wichtiges Material zu finden, bin ich an den 
Bericht herangegangen. Wieweit diese Hoffnung berechtigt war, wird 
sich zeigen. Ganz der formlosen Komposition des Buches entsprechend, 
kommt der Vf. gelegentlich auf sein Thema und spinnt es dann, weil 
ihm der Stoff offenbar geläufig war, weiter aus. Als er von einem 

I Über die Zuverlässigkeit von Heer's Arbeit im ganzen kann ich nicht urteilen. 
In seinen Textproben finden sich neben einer Reihe von mehr oder weniger stören- 
den Druckfehlern auch andere Ansteige. Ich will hier einiges notieren, indem ich 
die Textstücke mit A, B usw. bezeichne A (= Ms. fol. 37\ ifT.): Z. i 1. Cj^yi"\ 
(s. o.). Z. 3: Ms. hat k»*>^ ohne (3 (dies in Jäküt). B (= Ms. fol. 86% iff.): Z. 6: 
^ 3^-^ **^ verlesen. H. S. hat ^^x>^ = ^ -ib^. Z. 7 : das als unleserlich aus- 
gelassene Wörtchen ist ganz deutlich geschrieben : ^-J-> (s. p.) = ^^Xli ; auch der 
Sinn ist ganz glatt : „. . . eine starke Quelle, welche 3 Mühlen treibt". Ibid. hat Ms. 
richtig f5jJ^ T^^' ^* ^' ^^^' ^^^^^ ß*'** deutlich und richtig: ^^^^'J^kXJLl^ (das i--> 
s. p.) statt ^y^-kXJLl bei Heer. — Die Varr. aus Jäküt sind nicht vollständig an- 
gegeben. C (=Ms. fol. 89% 14 fr.): Z. 9 1. 5^\yL\ ^^ (so auch Ms.> Z. 4/5 hat 
Heer ohne zwingenden Grund das L^ des Ms. durch die ausfuhrlichere Lesart 
Jäküt's ersetzt, dabei aber vergessen, auch mit Jäküt am Anfang L^-;^^ einzusetzen. 
Z. 5 1. yJ»^. D (=Ms. fol. I33\4— 11): Z. 7: Ms. hat hinter i*»^ noch ^^f^., 
was jedenfalls nicht ohne Bemerkung ausgelassen werden durfte. £ (= Ms. fol. 
^34^ 9 ff): Z. 2: Ms. hat wie Jäküt Vlr^' 2- 5 ^^^ hinter *;^,aro : ^^\ (J\ aus- 
gefallen (Ms. u. Jäküt). Ibid. liest H. S. ^^^, Jäküt: ^A^j^ (nicht *y^}. 
Sonstige Kleinigkeiten übergehe ich 



3] Zu as-Säbusti's Bericht über die Tahiriden. 157 

„Jungfrauenkloster" in Bagdad^ handelt, führt er an, daß 'Ubaidalläh 
b. 'Abdallah b. Tähir, als er auf Wunsch des Chalifen Mu tazz von 
Bagdad nach Sämarrä reiste, 2 Tage in diesem Kloster blieb und es 
besang. Daran knüpft sich eine recht lange Ausführung über 'Ubaid- 
alläh, und weiter schließen sich Mitteilungen über eine Reihe anderer 
Glieder der Familie bis auf Tähir in rückwärts gehender Reihenfolge 
an. Der Bericht umfaßt in der Handschrift fol. 44a bis 64a.« 

Da ein Abdruck des ganzen arabischen Textes 3 oder eine voll- 
ständige Übersetzung durch den beschränkten Raum sich verbietet, 
begnüge ich mich mit einer genauen Inhaltsangabe und der Über- 
setzung einiger mir besonders wichtig erscheinenden Stellen. Ab- 
weichend von der Handschrift befolge ich die geschichtliche Reihen- 
folge, beginne also mit Tähir b. al-Husain. Wo die historische Folge 
nicht klar ist, ordne ich, besonders gegen Schluß, das sachlich Zu- 
sammengehörige zusammen. Da ääbuSti in der Regel nicht auf die 
historischen Zusammenhänge eingeht, auch die Chronologie vielfach 
unvollständig ist, ergänze ich das Fehlende, soweit es mir notwendig 
scheint, aus anderen Quellen, aber immer unter dem Text. Da a§- 
TäbuSti selbst, soweit ich sehe, in diesem Abschnitt keine Bücher 
nennt, die er benützt hat, kann nur ein Vergleich mit schon bekannten 
Schriften über seine Quellen Aufschluß geben. Zu einem sicheren 
und vollständigen Resultat bin ich aber nicht gelangt. Während Ibn 
Wädih (= JaTcübi), der hier, wie auch sonst, seine eigenen Wege geht% 
sicher ausscheidet, kommt in der Hauptsache nur Tabari mit seinen 



» SäbustT nennt zwei Klöster mit dem Namen dair ai-adäräy das eine (fol. 43^) liegt 
d^^> ^^i»li) ^ it' - ^hl \ J-ft-u*\, das andere (fol. 43'', 7) wird so eingeführt: 

r^^\j^\ ^yo e<U*o ;<^^ ^y^^ J-^* f^.^ ^"^ ^y^ r^ o^ viXJJ^ ,^^:t^^ 

Bei Streck 1. c. fehlt dieses Kloster, offenbar weil Heer ihn nicht darauf aufmerk- 
sam machte (vgl. Vorwort bei Streck). Das Christenquartier ist seiner Lage nach 
nicht genau bekannt, aber wohl im Westen des Tigris zu suchen. — An dieses 
zweite Kloster wird die Gesch. d. Tahiriden angeschlossen 

3 Nicht von 43^ an, wie Heer angibt. Im Namen des zuerst behandelten 
Tahiriden hat sich Heer auch versehen. Er heißt nicht 'Ubaidalläh b. Ahmed b. 
Tähir, sondern *U. b. 'Abdallah b. Tähir. Seine Kunj[a ist: abü Ahmed. -— In der 
Textstelle p. 90 hat Heer — das sei hier erwähnt — zwischen •aU» und ^^-i-u) das 
Monatsdatum ausgelassen (ohne Andeutung einer Lücke) 

3 Die Herausgabe des Textes hoffe ich aber demnächst an anderer Stelle nach- 
zuholen. Die Inhaltsangabe wird eine Übersetzung überflüssig machen 

4 Nicht nur inhaltlich, sondern auch in den Zeitangaben weicht er vielfach 
von Tabari etc. ab 



158 Gustav Rothstein [4 

Trabanten, bzw. Tabari's Quelle in Frage. Wie mir scheint, spielt 
das Kitab Bagdad von Abü*l-Fadl Ahmed b. abi Tähir Taifür eine 
besondere Rolle. Leider aber bin ich bei der Benutzung auf die von 
H. Keller, Das Kitab Bagdad von... Tatfür Folio 1—26, Basel 1898 
herausgegebenen und übersetzten Stücke beschränkt, wozu sich nur 
eine, allerdings umfangreichere Parallele bei SäbuStI findet. Sicher 
werden die Abschnitte über Tähir, 'Abdallah und Talha -« fol. 42 — 6y 
des Ms. Brit. Mus. Add. 23318 mehr Derartiges enthalten. 

Ich schicke noch einen Stammbaum der bei a§-ääbu§ti erwähnten 
direkten Glieder der Familie voraus; die nur genannten, sonst aber 
nicht inbetracht kommenden sind eingeklammert. Die Gouverneure 
von ^uräsän sind fett gedruckt. 

[Mus'ab]» 

al-yusain 

Tähir 

Tal^a 'Abdallah 

Sulaimän 'übaidalläh Muhammed Tähir 'Abd-al-'aziz [al-*Abbäs] 

. ' ' I 

[Ahmed] Muhammed' Tahir 



[al-IJusain] Muhammed 

I 
['Abdallah] 

Tähir b. al-Husain (fol. 60^— 64a).3 
Nach fol. 64a geboren im Muharram 159, gestorben 2074 (— Nov. 
775 — 822 D.). Sein Beiname dül-jaminain (= der mit den beiden 



' Damit bricht die Ahnenreihe gewöhnlich ab. Die weiteren Glieder sind 
zweifelhaft; eine Reihe unter einander abweichender Angaben bei I. Hall. I No. 308, 
wobei einige Namen freilich kaum etwas anderes sind als durch Schreibfehler ent- 
standene Varianten eines einzigen (so zB. ^^\j und ^^^^>\^ = Aj^>\j, vgl. NöL- 
DEKE, Per 5, Studien [S.A. p. 19]). Ziemlich sicher scheint s^^^f) (dafür auch (3^*^^ 
vgl. L Hall. 1. c; so schreibt auch Tab. ed.) für den Vater Mus*ab*s. — Die Tähiridcn 
gehören als Klienten zum arab. Stamm Huzä*a. — Sonst vergl. noch JäkQt II, 255, 19; 
Mas'üdl, Kitäb cU-Tatibth etc. 347, 8 

> Eine Nachricht über ihn, aber ohne den Namen s. u. p. 168 

3 Vor den nachher erwähnten Ereignissen war Tähir Präfekt des Distrikts 
Büsang (in der Gegend von Herät), vgl. Ibn Wädih (ed. IIoutsma) II, 530. Späterhin 
finden wir dort wieder einen Tähiriden (al-Husain b. 'All b. Tähir\ vgl. Ibn Haldün, 
Tarih III 309. Ja'küb as-Saffär setzt ihn ab 

4 Nach Tab. III, 1065, 13 im Gumädä I (= Sept.;Okt.) 



5] Zu as-Säbusti's Bericht über die Tähiriden. 159 

rechten Händen) wird in einer ganz künstlichen Weise in Anlehnung 
an ein Koranwort (Sure 69, 45) und einen Vers des aä-Sammäh erklärt,* 

Nach ybhänp)* a§-äu wird eine Anekdote erzählt, wie bei einem 
Gelage im Palast des 'Ali b. 'Isä b. Mähän der Vater Tähir's al-IJusain 
prophetisch ankündigt, daß sein Sohn den Besitzer des Schlosses, 
eben den 'Ali dereinst töten werde. 

Die Anekdote leitet den Bericht über den Kampf Tähir's mit 'Ali 
b. 'Isä bei Raiji im Bruderkrieg zwischen Emin und Ma'mün ein. Ohne 
Eingehen auf die historischen Verhältnisse wird nur kurz die Sen- 
dung des 'All und sein Zusammentreffen mit dem von Ma'mün mit 
4000 Mann vorausgeschickten Tähir erwähnt.3 

Ausführlich erzählt Sab. zwei Episoden aus dem Kampf; Ge- 
währsmann ist Tähir's Enkel 'übaidalläh b. 'Abdallah ♦: 

a) Der Oheim des 'Abdallah b. Fahm traf Tähir am Tage des 
Treffens bei Raiji, wie er beim Ordnen der Truppen ein Stück Brot 
aß und Wasser dazu trank, weil er seit 3 Tagen nicht zum Essen 
gekommen war. 

b) Durch den Zweikampf zwischen Tähir und yätim at-Tä'i*, in 
dem T. das Schwert mit „beiden Händen" handhabt, und durch den 
Fall des 'Ali b. 'Isä durch Dä*üd Sijäh («L***») wird der Sieg ent- 
schieden. Tähir sendet einen kurzen Brief mit der Siegesbotschaft 
an Ma'mün und seinen Wezir Fadl.^ 

a§-§äb. springt von den Ereignissen des Jahres 195 zu denen 
des Jahres 205 über, deren Bericht mit dem bei Tab. stark über- 
einstimmt: 

Tähir wird Gouverneur von ^uräsän: 

a) Tähir erwirkt Muhammed b. al-'Abbäs at-Tüsi bei Ma'mün 
Verzeihung. 



» Die natürliche und richtige Erklärung bei Tab. III, 80 1, 15. 830, i. Mas'üdi 
VI, 423 Der Name bezieht sich auf seine persönliche Tapferkeit 

2 Der Name ist nicht sicher. Cod. hat,j^lVjÄ-; ob etwa an o'^^'^^" denken ist? 

3 Diese bei Sab. nicht datierten Vorgänge fallen in das Jahr 195, vgl. den 
ausfuhrlichen Bericht Tab. III, 795 ff. 

4 Dieser wird auch im folgenden mehrfach als Gewährsmann zitiert Durch 
welche Vermittlung S. seine Erzählungen von 'U. hat, weiß ich nicht. Persönlich kann 
er nichts von ihm gehört haben. Eine Vermutung s. unten p. 168, Anm. 3 und p. 170 

5 Kurz erwähnt Tab. III, 801, 6 ff. Statt Hätim wird auch ein anderer genannt, 
vgl. Tab. 1. c. u. Mas*üdT VI, 423 

6 Bei Sab. etwas verkürzt gegenüber Tab. III, 803, 3 ff. Mas'üdi VI, 42^ 



l6o Gustav Rothsteiii [6 

a) Die Tatsache, daß Ma'mün auf Muh. zornig war, wird ohne 
Begründung kurz angegeben. 

ß) Tähir s Vermittlung wird ausführlich dargestellt, wobei ge- 
legentlich erwähnt ist, daß Tähir Militärgouverneur von Bagdad war. 
b) Auf Tähir's Bitte erwirkt der Wezir Ahmed b. abi Hälid die 
Ernennung Tähir's, welche am Freitag, dem 29. dül-Ka'da 205 erfolgt.* 
Dieser ausführliche Abschnitt stimmt sachlich vollständig, formell 
in weitgehendem Maße mit Tabari III, 1O40, i6ff. (« Fragm. 448, 2 
v.u. ff.) und Taifür fol. 12b ff. überein. Es besteht kein Zweifel, daß 
zwischen den drei Berichten ein engeres Verhältnis anzunehmen ist 
Daß Tab. aus Taifür schöpft, ist sicher, vgl. dazu H. KELLER 1. c. 
p. 6 f. Nun ergibt der erste Blick, daß fabarl und Taifür genauer 
mit einander übereinstimmen als ääbusti mit einem von beiden. Immer- 
hin steht ääbuSti Taifür näher als Tabari. Denn an einigen Stellen, 
an denen Tabari von Taifür abweicht, stimmt Tabari mit Taifür. Bei 
ääbuStl und Taifür heißt der Mann, iri dessen Garten Tähir vor seiner 
Abreise nach yuräsän sich aufhält, yalil b. Hi§äm, bei Tabari da- 
gegen b. Häsim (was richtig sein soll). Als Ma'mün erklärt, dem 
Muh. b. al-'Abbäs vergeben zu haben, heißt es bei SäbuStl und Taifür: 
^JLÖ^ Oj^ ^jXia^ Cjy^^, Tab. hat (nach Fragm.): ^^^y^ ^^^}^ 
(Codd. Tab. in Unordnung, aber 0>>)^ sicher). Abweichungen in 
Einzelheiten sind freilich auch vorhanden, doch glaube ich, daß die- 
selben sich leicht erklären durch Annahme einer etwas freien Be- 
handlung der Vorlage, die zum Teil zur ungenauen Wiedergabe 
führt. Ein Irrtum ist passiert, indem ääbusti den Sekretär Muhammed 
b. Härün statt wie die übrigen Quellen Husain die Nachricht von dem 
Grunde für die Tränen des Ma'mün bringen läßt. Auch bei der er- 
heblichsten Abweichung scheint mir sicher zu sein, daß Taifür (Tab.) 
die Grundlage bildet. Ich setze den Text SäbuStrs und Tabari's (hier 
fast ganz identisch mit Taifür) hierher. Tähir bei Ma*mün: 

Tabari (Taifür): Jl*^ ^NUJl ^^Jl^ !>y doJ* ^1**^ ybU> JjLj^ 

^<yjLA^ JjuLi (Taif. (^liJ^ LolJ jJyLo\ JUi ^\ ^^ ^^yc^\ k^j^ ^x»^ 

Säbusti: ,^^)^.U Sja\^ MLj »Ula*^ <^-iio^^Ä^ o^*'^^ (J>^ r^^ ti-^^.^ 

' Ibn Wädih II, 554 hat: Anfang 206; der Unterschied beträgt aber nur 
wenige Monate 



7] Zu as-Sabusti's Bericht über die Tahiriden. i6l 

[hier die Unterhaltung über das Recht Tähir*s sich zu setzen, die bei 

J\ cx^,jsJ^ cr:^j ^'^^ f [Tab. später folgt 

Die Vorlage ist verkürzt und offenbar mißverstanden, aber sie ist doch 
zu erkennen. 

Demnach scheint mir die Annahme nicht zu gewagt, daß a§-ää- 
buäti das auch sonst so viel verwertete Kitäb Bagdad von 
Taifür benutzt hat Eine sichere Entscheidung würde wohl möglich 
sein, wenn der ganze erhaltene VI. Teil von Taifür's Buch vorläge*. 

Bei ääb. schließt sich weiter an der Bericht über: 

Tähir's Empörung und Tod: a) Tähir's Vorgehen gegen die 

Häri^iten ist Ma'mun zu langsam, er schreibt einen groben Brief nach 

Huräsän.* 

b) T.*s Abfall. Bericht des Postmeisters in Huräsän Kultüm b. 
Täbit b. abi Sa^a = Tab. III, 1064, iff 

c) T.'s Tod. Unvermittelt schließt sich an Kultüm's Bericht eine 
eigenartige Nachricht über den Tod Tähir's an, die — verglichen mit 
Tab. III, 1064, lof. — jedenfalls nicht auf Kultüm zurückgehen kann. 
Sie lautet: „Als die Nachricht hiervon (= von Tähir's Abfall) zu 
Ma'mün gelangt war, war sie ihm unangenehm. Er ließ Ahmed b. 
abl Hälid rufen und sprach zu ihm: Ich habe dir, als du Tähir's Be- 
lehnung mit Huräsän vorschlugst, über ihn gesagt, was ich von ihm 
wußte (== wie ich über ihn urteilte). Da hast du garantiert für das, 
was kommen werde. Bei Gott, wenn du dich nun nicht bereitwillig 
zeigst, seine Angelegenheit in Ordnung zu bringen, wie du sie in 
Unordnung gebracht hast*, dann lasse ich dir den Kopf abschlagen. 
Da sandte b. ab! Hälid Geschenke und Leckerbissen an Tähir, darunter 
weißes, vergiftetes Mehl, weil er seine [Tähir's] Vorliebe dafür kannte. 
Als die Geschenke zu Tähir gelangten, aß er von dem Mehl zu ge- 
bratenen Fasanen. Nach zwei Tagen starb er." 5 

X Möglicherweise ist das auch im folgenden da anzunehmen, wo eine genaue 
Parallele mit TabarT vorliegt, sofern dann Taifür eben die gemeinsame Quelle ist 

a Vgl. Weil, GfscA, der Chalißn II, 229. Der Brief soll den Abfall T.'s motivieren 

3 So Cod. in Übereinstimmung mit fabari und Taifür. Bei Tab. ist als Kunia abü 
Sa'da angegeben. Agänl 14, 37 hat einen ganz anderen Namen 

4 = K^L^ii «JU-i^U.^, nur zu lesen als »>ULi, doch ist möglicherweise zu ändern 

5 Das plötzliche und dem Chalifen so sehr erwünschte Ende Tähir's hat natur- 
gemäß zu allerhand Vermutungen Anlal^ gegeben, sodaß es schwer ist, jetzt noch 
das Richtige zu konstatieren, vgl. MuiR, The Calipftaie, its Rise, Decline attd Fall 2, ed., 

Nüldeke- Festschrift. 1 1 



l62 Gustav Rothstein [8 

Talha b. Jähir (fol. 64a). 

Nach Tähir's Tode revoltiert das Heer in Huräsän und plündert 
die Magazine. Ma'mün ernennt Tähir's Sohn Talha zum Nachfolger 
und sendet Ahmed b. abi FJälid nach Huräsän, um dort die Ruhe 
wieder herzustellen.* Diesem schickt Talha 3 Millionen Dirhem und 
Geschenke im Werte von 2 Millionen Dirhem, seinem Sekretär 
Ibrähim b. al-'Abbäs 5000 Dirhem (nach Tab. III, 1066 in 5CX)000 
zu ändern). 

^Abdallah b. Tähir (fol. 56^— 60b). 
Geboren 182 (beg. 22. Febr. 798), gestorben 230 (beg. 18. Sept. 844). 

a) Sein Verhältnis zu Ma'mün. M. adoptierte und erzog ihn 
(»Ijj^ »iLö ^^yc\i\ ^^^), 'A. ist sein ausgesprochener Günstling.* Zwei 
Anekdoten beleuchten dies: i) Eines Nachts kehrt *A. betrunken aus 
Ma'mün's Palast — es war nach Tähir's Abreise nach Huräsän, aber 
vor seinem Tode, also zwischen 205 und 207 — in seine Wohnung 
in der Kubba Tähiri^a zurück und setzt durch unvorsichtiges Hantieren 
mit dem Wachslicht das Gebäude in Brand, er selbst wird kaum 
gerettet Als Tähir davon hört, macht er seinem Sohn brieflich Vor- 
haltungen und befiehlt ihm nach Huräsän zu kommen. Als Ma'mün 
dies erfährt, schreibt er an Tähir und tritt mit aller Entschiedenheit 
für seinen Günstling ein. 

2) Hierher gehört auch eine etwas spätere Stelle (fol. 58^), in 
der Ma'mün den 'A. für den erklärt, der alle anderen Menschen seines 
Zeitalters an Enthaltsamkeit und guter Lebensführung (ikjbljJ und 
iL.^^\ v:^A*.^Ä*) übertrifft. Als Beweis führt er an, daß 'A. bei seinem 
ägyptischen Feldzug sich von allen Schätzen nichts angeeignet habe, 
sondern mit nur loooo Denaren, 3 Rossen und 2 Eseln zurück- 
gekehrt sei. Stolz nennt M. ihn: eine Pflanzung meiner Hände und 
Zögling meiner feinen Bildung (,^>^ ^-fh^ v^"^- k^/)' 

1892 p. 499. Das Gerücht, daß er vergiftet worden sei, auch bei Ibn WSdih 11, 556, 
aber doch in anderer Form 

1 Diese Sendung ist offenbar ein Akt des Mißtrauens. Es scheint mir sehr 
wahrscheinlich, wenn nach anderer Überlieferung (vgl. Tab. III, 1065, 15 f.) Talha nur 
Stellvertreter *Abdalläh's ist. 'Abdallah genoß Ma'mün's Vertrauen in besonderem Maße 
(vgl. unten). Zunächst war seine persönliche Anwesenheit aber noch im Westen nötig 

2 Vgl. auch I. Hall. I No. 350. Dort als Todesjahr 228 erwähnt, aber als un- 
richtig verworfen 



9] Zu as-Sabusti's Bericht über die Tähiriden. 163 

b) Der Kampf mit Nasr b. Sabat in Syrien. 209*. Gewährs- 
mann: 'Ubaidalläh nach Jäsir und Kasir u. anderen. Es handelt sich 
nur um den Kampf um Kaisüm. 

'A. belagert Kaisüm, es wird Waffenstillstand für einen Tag ge- 
schlossen, in der Nacht bleibt *A. trotz starken Fiebers und trotz 
Abredens seiner Generäle mit seinen Truppen in Schlachtordnung. 
In einem aufgeworfenen Graben erwärmt er sich bei Regen durch 
Decken. Am nächsten Morgen läßt er al-Karlr mit 2000 Reitern 
einen Hinterhalt legen. In den Kampf am nächsten Morgen greift 
*A. selbst tatkräftig ein, die Entscheidung bringt Karir. Kaisüm wird 
genommen, Nasr hat sich auf das Gebirge* zurückgezogen, ergibt sich 
aber bald auf Gnade und Ungnade. 'Abdalläh's Oheim Muhammed 
b. al-Husain b. Musab bringt ihn zur Residenz. 

c) Zug nach Ägypten: Aufbruch 210, 'A. bleibt bis 211. Ibn 
as-Sarii ergibt sich ihm. 211 kehrt 'A. nach Bagdad zurück, in seiner 
Begleitung Empörer aus Syrien. 3 

d) 'A. gegen Bäbek und in Huräsän. 'A bleibt zunächst ein 
Jahr in Bagdad, dann wird er in den Kampf mit Bäbek entsandt. 
Den Kampf führt er ein Jahr; in Dlnawar^ bleibt er 9 Monate, um 
sich zu rüsten. Da trifft bei Ma'mün die Nachricht ein, daß die 
Härig^iten einen Raubzug unternommen und das Dorf \j^\ (« al-hamrä?)5 
geplündert haben. Der Tähiride Ishäk b. Ibrähim, der in Stellver- 
tretung 'Abdalläh*s Militärgouverneur von Bagdad war, und Jahiä b. 
Aktam überbringen 'A. einen Brief al-Ma'mün's mit der Aufforderung, 
sofort nach Huräsän zu eilen und einen anderen Führer für den Krieg 
mit Bäbek vorzuschlagen. Er schlägt den 'All b. Hisäm vor, beredet 
mit ihm den Feldzugsplan und rückt selber, nachdem er seinen Bruder 
Muhammed b. Tähir mit der Vorhut vorausgeschickt hat, nach Huräsän. 

» Nach Tab. fallt die Eroberung von Kaisüm ebenfalls in das Jahr 209 (III, 1072), 
nach Ibn Wädih 210 (II, 560); auch hier wird die Differenz nicht allzugroß sein 

2 Vgl. dazu den Ausdruck Jäküt I, 770: ^ yb^ ytU» ^^ ^JJ\ j<^ (?) ^JJÜ?^ 

3 Cod. hat die bekannte Verwechslung von *-*ä^ und r**^» vgl. die fast wört- 
lich übereinstimmende Notiz Tab. III, 1098, 5 — 8 

4 Der Name sehr verschieden vokalisiert; Sab. hat immer )y^,^ 

5 Muß in der Gegend von Nlsabür liegen, vgl. I. Hall. I No. 350; die genaue 
Lage kenne ich nicht. Aus Jäküt ist nichts Sicheres zu entnehmen 

II* 



164 Gusuv Rotbstein [10 

Von Nlsäbür aus schreibt er an Ma'mün. In Huräsän bleibt er bis 
zu seinem Tode [230] 15 Jahre lang.' 

e) Eine Anekdote aus 'Abdalläh's Wirken in Huräsän, erzählt 
von Ibn Gaddän(?) nach al-6ulüdP (= Isä b. Jazid al-G.). 

f) Nach dem Tode Ma'mün's [218] läßt al-Mutasim den 'A. in 
seiner Stellung, ist ihm aber nicht wohlgesinnt. Eine Anekdote, welche 
das Mißtrauen M.'s zeigt, und eine Probe, auf die er 'A. stellt, wird erzählt. 

g) Eine Anekdote über 'A. und abü VAmaital. 3 

h) ^Abdalläh's Nachfolger. Nach 'A.*s Tode soll Wätik — 
so erzählt Sab. nach Ahmed b. abi Du'äd — auf Zureden des 
Muhammed b. 'Abd al-Malik beabsichtigt haben, den Tähiriden Ishäk 
b. Ibrähim b. Mu.sal nach Huräsän zu senden. Im letzten Augenblicke 
gelingt es dem Ahmed, den Chalifen von der Inopportunität dieses 
Schrittes zu überzeugen. Tähir b. 'A. wird ernannt, H. bleibt in Tähir's 
direkter Familie.* 

Über diesen Tähir berichtet Sab. sonst nichts, mehr über seinen 
Sohn und Nachfolger: 

Muhammed b. TähirS (passim). 
a) Seine Gefangennahme durch den Saffäriden Ja'küb b. 
al-Lait.^ Die Datierung in das Jahr 258 (^:J^ ÄJ-*- ^ viU>^, was 

1 Zum Verständnis dieses Berichtes ist manches aus TabarT zu ergänzen: 211 (212) 
ist 'A. aus dem Magrib zurückgekehrt nach Bagdad (III, 1098, 5—8), wo er zunächst 
bleibt 212 ist Muh. b. Humaid at-TösT in den Kampf gegen Bäbek gezogen (III, 1099, 3 ff.), 
214 in diesem Kampf gefallen (III, 1101,9]. ^" seine Stelle tritt 'Abdallah, dessen 
Nachfolger wird *AlI b. Hisäm (III, 1 102, 8), als 'A. nach Huräsän geht Seine An- 
wesenheit dort ist nötig, weil die Sachlage dort gefahrlich wird, nachdem falha 
gestorben ist Dessen Tod fällt nach TabarT (III, 1099, 19; auch I. Hall. I No. 308 fin.) 
schon 213; dann müßte wohl ein kurzes Interregnum eingetreten sein, wenn nicht 
(vgl. oben) Talha überhaupt nur 'A.'s Stellvertreter war. — Übrigens sind die Zahlen 
alle schwankend. Nach Ibn Wädih stirbt Talha erst 214. Nach I. Hall. I No. 350 
init. bricht *A. schon Mitte RabT II 213 nach Huräsän auf und ist erst 215 in Nlsäbür. 
Sicherheit kann wohl nur eine umfassende Untersuchung der Chronologiegeben, viel- 
leicht auch die nicht immer 

2 So die Namensform bei TabarT; Jäküt II, 107 s. v. «^^^ schreibt ausdrück- 
lich: al-GalüdT 

3 Er war Kätib Tähir's und 'Abdalläh's, sowie Leibdichter der Tähiriden, vgl. 
Ibn Hall. No. 301. Dort auch dieselbe Anekdote in ähnlicher Fassung (auf S. 40) 

4 Diese Erzählung kenne ich sonst nicht Jedenfalls zeigt sre, daß man die 
Macht der Tähiriden unbequem empfand, aber bei ruhiger Überlegung sie doch noch 

. nicht zu reizen wagte 5 Starb nach 'Arlb 38, 18 im Sawwäl 297 

6 Der Bericht stimmt, wenn auch etwas verkürzt, ziemlich genau mit Tab. 
III, 188 1, ifT. 



Il] Zu as-Sabusti's Bericht über die Tahiriden. 165 

nicht anders zu verstehen ist) weicht ab von der gewöhnlichen 
auf 259. 

b) Der Kampf zwischen Jaküb und Muwaffak und M.'s Be- 
freiung.* Die Darstellung weicht von der Tabarfs ab. Die künstliche 
Überschwemmung erwähnt Sab. wie Mas üdl VIII, 42 f. (vgl. NöLDEKE, 
Oriental. Skizzen, S. 202). Muh. wird befreit und in seiner huräsän. 
Stellung wieder hergestellt, ohne daß er freilich zunächst die Regierung 
praktisch ausüben kann.* Sein Oheim 'Ubaidalläh wird Präfekt der 
beiden heiligen Städte (v:^L«^\). 

c) Ja*küb's Tod, Nachfolge seines Bruders 'Amr.3 Dieser bekommt 
Huräsän, Kirmän, Sig;istän, Isbahän, as-Sind und wird Militärgouvemeur 
von Bagdad, sein Stellvertreter in dieser Würde *Ubaidalläh.^ 

d) Im Jahre 270 setzt Sä'id b. Mahlad den Muh. als seinen Stell- 
vertreter zum Militärgouverneur von Bagdad (-= medinat as-saläni) 
ein. 5 Damals setzt der letztere seinen Oheim *Ubaidalläh gefangen.^ 

e) „Darauf" (f)7 setzt al-Mu*tadid seinen ^ Badr über Bagdad, 
„und es verschwand die Sache der Tahiriden aus ihr (= medinat as- 
saläm) und aus Huräsän". 

Außer diesen Tahiriden, welche Gouverneure von Huräsän waren, 
behandelt a§-Säbu§tI noch vier Söhne *Abdalläh's genauer, zum Teil 
sehr ausführlich. Wie es scheint, beschränkt er sich hierbei in seinen 
Mitteilungen mit Absicht auf diejenigen, welche zu Bagdad in Be- 
ziehung stehen.® Denn er schließt den Abschnitt (fol. 56^) mit den 
Worten: „Von den Söhnen 'Abdalläh's betrat keiner Bagdad außer 
diesen 4: Muhammed, 'Ubaidalläh (Cod. 'Abdallah), Sulaimän, 'Abd- 
al-'azlz." 

a) Muhammed b. 'Abdallah. 

Geboren [209] in der Nacht, in der Kaisüm genommen 
wurde, gestorben am 13. dü'l-Ka'da 253 im Alter von 44 Jahren 



« Bei Sab. ohne Datierung, fällt nach Tab. III, 1891, 15 ff. in's Jahr 262 

2 Vgl. Tab. III, 1894, 16. 1896,4-6 3 Im J. 265 (Tab. HI, 1932, 12 ff.) 

4 Safar 266, vgl. Tab. III, 1936. Nöldeke, Or, Skizz,^ S. 206 

5 Diese Notir sehe ich bei Tab. nicht Nöldeke, Or. Sh'zz., vgl. I. Haldün 
Ta'rlA III, 313 setzt die Ernennung schon in das J. 262. Diese Dinge sind nicht 
klar; vgl. unten S. 167 Anm. 4 

6 Ein schlechtes Verhältnis zwischen beiden vermutet Nöldeke 1. c. 

7 D. h. im J. 279, vgl. Tab. III, 2133, 7 

^ Sollte der Grund der sein, dai^ seine Quelle sich darauf beschränkt? Sollte 
man darin einen Hinweis auf die Benutzung des Kitäb Bagdad finden dürfen? 



l66 Gustav Rothstein [12 

an Geschwüren (fol. 52b)^ Er war der älteste unter seinen 
Brüdern. 

al-Mutawakkil beruft ihn aus PJuräsän, damit er als Nachfolger 
des Tähiriden Muhammed b. Ishäk b. Ibrahim Militärgouverneur von 
Bagdad werde (fol. 51^).* Er war nach fol. 58^ zugleich Kammerherr 
(s^^^x^^:) des Chalifen und hielt sich abwechselnd in Sämarrä und 
Bagdad auf. 

a§-ääb. will besonders seinen Edelmut zur Darstellung bringen 
und gibt daher eine Auswahl aus der Menge seiner edlen Taten. 
So erzählt er; 

i) eine Anekdote nach a§-§äh b. Mikäl, in der M. einen Sklaven, 
der ihm zwei kostbare Kleider gestohlen und verkauft hatte, milde be- 
handelt, sogar für die ausgestandene Angst entschädigt; 

2) zwei Anekdoten werden einander gegenübergestellt, in denen 
einerseits der schon genannte Tähiride Ishäk b. Ibrähim seinem Koch 
um eines geringen Versehens willen die Hand abhacken läßt, anderer- 
seits Muh., als ihm sein Koch bei Tafel den Inhalt einer Schüssel 
über die Kleider gießt, den Missetäter freiläßt und mit einer Sklavin 
verheiratet; 

3) eine Anekdote, in der M. einem Dichter Abu 'Abd-ar-rahmän 
= Ibn abi Kain(?)3 auf seine Bitte die Steuer erläßt. 

b) 'Ubaidalläh b. 'Abdallah (u. Sulaimän b. 'A.). 

'U. starb am 12. äawwäl 300.4 

Nach seines Bruders Muh. Tode, also i. J. 253, wird 'U. nach 
letztwilliger Verfügung s M.*s dessen Nachfolger in seiner Stellung in 
Bagdad. Als Muh.'s Sohn Tähir ihm seine Stellung streitig macht 
und ihn bedrängt, behauptet er sich durch die offizielle Anerkennung 
von Seiten des Chalifen Mu'tazz (fol. 52^/53^).^ 



X Vgl. Tab. III, 1691,9 ff. 

2 Im J. 237, vgl. Tab. III, 1410, 8 ff., auch Ibn Wädih II, 595, 12 ff. 596, 2 v. u. 

3 Cod. ^:J^ f^\ ^;^\ 

4 Nach 'Arlb 40, 13 im Alter von 81 Jahren, danach also 219 geboren. Ibid. 
wird in nota d) auf Ä't'/äd al-Uiüu fol. 80 v. hingewiesen, wonach er 78 Jahre alt war, 
also etwa 222 geboren war. Das stimmt ungefähr mit dem Geburtsjahr 223, welches 
Ibn Hall. No. 366 u. Ibn al-AlIr haben 

5 Der Brief an die Untergebenen mit dieser Verfügung bei Tab. III, 1692, 5 ff. 

6 Vgl. dazu Tab. III, 1691 f. 



13] Zu as-Sabusti's Bericht über die Tähiriden. 167 

Die Stelle über sein weiteres Schicksal teile ich, weil sie nicht 
völlig klar ist, im Wortlaut mit (fol. 53^): 

„Was Sulaimän b. 'Abdallah b. Tähir anlangt, so hatte ihn sein 
Neffe Muhammed b. Tähir* im Jahre 255 nach dem 'Irak geschickt 
als Stellvertreter für sich.* al-Mu'tazz genehmigte das und setzte 
'Ubaidalläh ab. Und er [Mu'tazz] ließ ihn [Sulaimän] eine Zeitlang 
in seiner Stellung, und Xlbaidalläh ging zu ihm [Mu'tazz] hinaus.^ Da 
gab er [Mu'tazz?] ihm fUbaidalläh] Ehrenkleider und setzte ihn [wieder] 
über die Garden in Bagdad und setzte Sulaimän b. 'Abdallah ab. 
Da ging 'Ubaidalläh nach Bagdad hinein in Begleitung einer großen 
Schar von Parteigängern und Präfekten, und die Leute kamen ihm 
entgegen und freuten sich über sein Regiment (^ Yy = über seine 
Wiedereinsetzung). Sulaimän ging vor der Ankunft seines Bruders 
nach al-Baradän und verweilte dort, bis Müsä b. Bugä aus Medien 
(J--41 ^^) herabkam. So wurde ihm fUbaidalläh] der Befehl über 
die Garden in Bagdad und Sämarrä und über as-Sawäd zurückge- 
geben und Sulaimän abgesetzt Das war i. J. 257. 'Ubaidalläh trat 
sein Amt [wieder] an im öumädä !."♦ 

Späterhin hat natürlich auch 'U. unter dem Sturz seiner Familie 



' Aus ihm macht unrichtig und gegen die Handschrift Houtsma in li^n WäJih 
^> ^13» 7^*: 'lahii' b. Muhammed, während der Zusatz sähib Huräsän die Sache 
»weifellos macht. VgL auch I. al-Atlr VII, 87 

2 VgL dazu Ibn Wädih L c. — S. war vorher Präfekt von Tabaristän 

3 Doch wohl nach Sämarrä 

4 Die Stelle ist mir nicht ganz klar. Soweit mir die Sache deutlich ist, ist das 
Schicksal *U.*s (vgl. dazu oben S. 165) folgendes: 253 im Gegensatz zu Tähir b. Muh. 
durch Anerkennung des Mutazz in Bagdad Herr; 255 durch Sulaimän (wie es scheint 
im Einverständnis mit Mutazz) verdrängt. 266 als Stellvertreter des Saflfariden 'Amr 
von neuem eingesetzt (vgl. oben u. Tab. III, 1936). 269 ist er noch in seiner Stellung 
(Tab. III, 2027, 13). 270 tritt an seine Stelle Muhammed b. Tähir, der 273 von neuem 
über Huräsän gesetzt wird, weil eine Spannung mit dem Saflfariden eingetreten ist, 
die 271 zu dessen offizieller Absetzung führt (vgl. oben u. Tab. III, 2106, 6 flf.). Als 
man sich 276 mit *Amr wieder versöhnt, wird auch 'übaidalläh wieder eingesetzt, 
vgl. Tab. III, 21 16. — Die Wiedereinsetzung 'U.*s im J. 257 finde ich sonst 
nicht, sie könnte in diesem Jahre jedenfalls nicht mehr auf Mutazz zurückgehen. Die 
Schwierigkeiten, die Sulaimän in Bagdad hatte und die allenfalls zu seiner Entfernung 
fuhren konnten, scheinen alle in das Jahr 255 zu gehören. Tabarl III, 1791, 5 AT. 
berichtet tatsächlich von einer [Wieder-?] Einsetzung S.'s im Muliarram 256. — Deut- 
lich ist, daß 'U.*s Stellung wesentlich abhängig ist von dem Verhältnis der Saflfariden 
zum Hof in Sämarrä. Wegen dieser Verbindung mit den Saflfariden besteht auch das 
schlechte Verhältnis *U.'s zu denen aus seiner Familie, die naturgemäß Feinde der 
Saflfariden waren (vgl. dazu auch unten) 



l68 Gustav Rothstein [14 

von ihrer Machtstellung gelitten. So erzählt denn a§-äab., daß er 
sich mit Bittversen an den Wezir 'Ubaidalläh b. Sulaimän* gewandt 
habe. In den Versen beklagt er, daß der dahr so hart mit seiner 
Familie verfahren sei. — Einen ähnlichen Eindruck von 'U.'s Lage 
gewinnt man aus einer anderen Erzählung, die ihn im übrigen nur 
mittelbar betrifft. 

Als ein Lichtstrahl im Dunkel des Unglücks wird begrüßt, daß 
Mu'nis 'U.'s Sohn zu seinem Stellvertreter als Militärgouvemeur von 
Bagdad machte.* 'Abdallah b. al-Mutazz gratuliert ihm in Versen 
und betrachtet das Ereignis als Vorboten einer möglichen Wieder- 
herstellung der Tähiriden-Dynastie. 

Persönlich genoß 'U. aber noch in seinem hohen Alter große 
Achtung. Besonders teilnehmend zeigt sich bei seinem Tode die 
Mutter des Chalifen Muktadir («-^w«iü). 

Besonders innig war sein Verhältnis zu der Sängerin Sä^i 
(^^^lio), mit der er 70 Jahre lang in der Ehe gelebt haben will, was 
freilich wohl etwas übertrieben ist. öah^a fand Söhne, Enkel und 
Urenkel von ihr bei 'U. versammelt. — Bei ihrem Tode ist 'U. fast 
untröstlich. 'Abdallah b. al-Mu'tazz schreibt ihm einen langen Trost- 
brief, 'U. antwortet darauf ebenso ausführiich^ (fol. 46a — /^f^), — 
Daran ist eine Anekdote angeknüpft, in der äägl, eigentlich gegen 
U.'s Willen, vor Mu'tadid singt.* 

Ausführlich wird ferner noch von einem Besuch 'U.'s bei« al- 
Mutazz berichtet, bei dem M. ihm allerlei Dinge vorführt, auf die er 
besonders stolz ist, nämlich die Sängerin Särija* den Sänger az-Zunäm^ 
ein Instrument, das, wenn Wasser hineingeleitet wird, einen Flötenton 
von sich gibt (von dem Ingenieur Ahmed b. Müsä) 7, schließlich einen 

i Derselbe wird i. J. 279 WezTr, vgl. Tab. III, 2133, 7 

3 Der Sohn heilet Muhammed und war 269 Aufseher der Brücken in Bagdad 
(vgl. Tab. III, 2027). Nach *ArTb 45, 14 wurde er i. J. 301 durch Badr as-Saräbi er- 
setzt. Eine genaue Parallele zu Sab.'s Bericht bietet Agähl 9, 145, 19 ff. Bei Sab. ist 

der Text verderbt. Statt ^j^^ ^^ (J^ CX^ 1- ^^^ v^y* ci^ Crt^ 

3 Da bei Ibn Hall. No. 366 unter den Werken 'Ubaidalläh's ein <»J^Uo\^ k^JCS 
iXaJL\ ^^ ^JJ\ «X^«ffJ erwähnt wird, liegt die Annahme nicht fern, daß diese Briefe 
aus dem Buch stammen, das die Korrespondenz zwischen den beiden enthält. Man 
vgl. auch Agätii 9, 141, I3fT. 

4 Vgl. dazu die vielfach übereinstimmende Erzählung Agäm 8, 44 ff. 

5 Vgl. über sie besonders Agänl 14, 109 — 114 

6 Cod. hier ^U^ \, nach fol. 66^ 2 = fUjJl 

7 Also eine Wasserorgel (hydraulus), wie sie auch den Römern bekannt war 



15] Zu as-§abusti*s Bericht über die Tahiriden. 169 

Kampf zwischen einem Elefanten und einem Löwen. 'U. findet von 
allem den Gesang der ääri^a am schönsten. 

c) 'Abd-al-'aziz b. 'Abdallah. 

Er war der jüngste unter den Brüdern (fol. 55^'^) und wird als 
ein lebenslustiger, ja leichtsinniger, aber sonst harmloser Mann ge- 
schildert. 

Interessant ist inbezug auf ihn die Notiz, daß seine beiden 
Brüder 'Ubaidalläh und Sulaimän* ihn gefangen setzten, weil er der 
verräterischen Korrespondenz mit al-IjTu^astäni, dem Gegner des 
Saffariden 'Amr, beschuldigt wurde. In einer Reihe von Versen, die 
von ihm überliefert werden, wird er nicht müde, seine Unschuld zu 
beteuern und seine Befreiung von der Liebe des Bruders zu erhoffen.' 



Diese Übersicht über den Inhalt wird gezeigt haben, daß der 
Bericht SäbuStfs für die große Geschichte der Zeit nicht viel aus- 
trägt, dagegen für die Familiengeschichte der Tahiriden allerlei 
interessantes Material enthält. Nebenbei bietet er, was bei der Über- 
sicht nicht zur Geltung kommen konnte, eine Menge von Versen^ ver- 
schiedener Tahiriden und anderer. Und so lohnt es sich immerhin, 
ihn kennen zu lernen. 

Aus seinen Quellen scheinen mir, das sei hier wiederholt, ziem- 
lich sicher zu erkennen zu sein: 



> Dieser wird aber irrtümlich hineingebracht sein. Daß 'Ubaidalläh und Sulaimän 
gemeinsam handeln, ist von vornherein unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich an- 
zunehmen. Zudem ist S. schon 266, nach L HalL No. 366 sogar schon 265, gestorben, 
während die Gefangennahme 'Abd-al-'azTz's vermutlich 267 fallt. Ferner ist in den 
Vv. immer nur von einem Bruder die Rede 

' Man muß daran denken, daß i. J. 267 *Amr b. al-Lait, nachdem er von al- 
PJugastänT geschlagen worden war, die Gefangennahme des Muhammed b. Tähir u. 
einer Anzahl seiner Familienglieder durchsetzte (Tab. III, 1947, 7). Mit seinem Arg- 
wohn hatte er nicht Unrecht, da Muhammed*s Bruder al-Husain offen auf al-Hug.'s 
Seite stand und beide für Muh. das Gebet halten ließen. 'Ubaidalläh steht auf Seite der 
Safiariden gegen derartige Umtriebe und erweist seine gute Gesinnung durch schroffes 
Vorgehen gegen seine eigenen Verwandten, denen er dann nachher selbst zum 
Opfer fällt (vgl. oben). Dem Hasse *U. 's fällt auch *Abd-al-'azTz zum Opfer, er mög- 
licherweise unschuldig 

3 Parallelst eilen zu denselben finden »ich vielfach im Kitäb al-A^änt oder sonst 



170 Gustav Rothstein, Zu as-Sabustfs Bericht über die Tähiriden. [16 

1) Taifür's Kitäb Bagdad (resp. Tabari). 

2) 'Ubaidalläh's Buch, enthaltend die Korrespondenz mit 'Abdallah 
b. al-Mu*tazz. 

Da 'U. auch sonst mehrfach als Quelle genannt wird, ist viel- 
leicht noch ein anderes Buch desselben in Betracht zu ziehen. Doch 
enthalte ich mich einer Vermutung, welches von den ihm zugeschrie- 
benen es sein könnte. 






Zur Geschichte der Saffäriden. 

Von 

W. Barthold. 

m Anschluß an Th. NöLDEKE's bekannten Aufsatz* sollen 
hier die Nachrichten über die ersten Erfolge „Ja qub's, des 
Kupferschmieds" und die Begründung seiner Herrschaft 
besprochen werden. Wie NöLDEKE richtig bemerkt*, sind 
j^die Nachrichten über die früheste Geschichte unsers Helden voll 
von Widersprüchen": Das Verhältnis der einzelnen Nachrichten zu 
den Tatsachen kann bei dem gegenwärtigen Stande der Forschung 
noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden; nachstehende Zeilen haben 
nur den Zweck die einander widersprechenden Berichte nach Mög- 
lichkeit auf ihre Quellen zurückzuführen. 

Daß die Forschung über die Geschichte der Saffäriden, besonders 
über die unscheinbaren Anfange der Dynastie, sich auf so unsicherem 
Boden bewegen muß, wird nicht nur durch den Verlust der meisten 
Urquellen, sondern auch durch die Beschaffenheit der ursprünglichen 
Tradition selbst bedingt. Eine Spezialgeschichte der Saffäriden, welche 
aus der Umgebung der Fürsten hervorgegangen wäre und alle ihre 
Taten, ob sie im Westen oder im Osten ihres weiten Reiches ge- 
schehen seien, mit gleicher Ausführlichkeit geschildert hätte, scheint 
es nie gegeben zu haben. Alles, was wir über die Taten des Kupfer- 
schmieds wissen, geht auf Quellenzeugnisse zweierlei Art zurück: ent- 
weder auf Berichte von Ja'qüb's westlichen Zeitgenossen, welche über 

I Th. NÖLDEKE, OrUntalische Skizzen, Berlin 1892, S. 187--217 
a Ibid. S. 189, Anm. 



172 W. Barthold [2 

die ihnen geographisch fernliegenden Ereignisse in Sistän und den 
umliegenden Ländern nur mangelhaft unterrichtet waren, oder auf 
Berichte östlichen Ursprungs, welche nicht unter den Safiariden, 
sondern unter ihren Nachfolgern in der Herrschaft über den Osten, 
den Sämäniden verfaßt worden sind. Wir erfahren von den Ver- 
fassern dieser Berichte manches, was ihren Vorgängern im Westen 
entgangen war, doch konnte diesen Nachrichten nur eine durch den 
Zeitabstand getrübte und besonders in ihrer chronologischen Genauig- 
keit beeinträchtigte Überlieferung zu Grunde liegen. Es lassen sich 
deshalb die uns zu Gebote stehenden Quellenzeugnisse in zwei größere 
Gruppen, eine westliche und eine östliche Tradition einteilen, von 
denen erstere den Ereignissen zeitlich näher steht und besonders in 
ihren chronologischen Angaben zuverlässiger ist, dagegen letztere 
eine größere Fülle überlieferter Tatsachen bietet. 

Es kann nicht genug bedauert werden', daß Ja'qübi, der erst 
um 260 H. aus den östlichen Provinzen nach dem Westen aus- 
gewandert war und deshalb mit den Ereignissen im Osten besser 
vertraut sein könnte, über diese Ereignisse so wenig zu berichten 
weiß. Nur über die Begebenheiten in Kermän und Pars wird uns 
von Jaqübl einiges mitgeteilt, was wir aus den übrigen Quellen nicht 
erfahren. Auch Tabarl beruft sich nur in der Erzählung über die 
Eroberung von Kermän und Pars ausdrücklich auf den Bericht eines 
Augenzeugen.* In wie fern Tabari über die Ereignisse im Westen, 
besonders über den Empfang von Ja qüb's Gesandtschaften in Bagdad 
nach Mitteilungen von Augenzeugen oder aus eigener unmittelbarer 
Erinnerung berichten konnte, steht nicht sicher, über die ersten Ge- 
sandtschaften scheint er überhaupt nichts gewußt zu haben. 

Völlig unabhängig von Tabari wird wohl das von Ibn-Hallikän 
zitierte Werk des Abü-l-^Iusain 'Obaidalläh ibn Ahmed ibn AbJ- 
Tähir gewesen sein. Die von seinem Vater verfaßte Chronik Bag- 
dad's^ bis zum Ende der Regierung des Chalifen Muhtadl (256 H.) 
hat 'Obaidalläh bis zur Regierung des Chalifen Muqtadir (295 — 320 H.) 

1 Dieses Bedauern ist schon von A. Müller [Der Islam II, 25, Anm.) aus- 
gesprochen worden 2 Tabari Armales III, .1700-1704 

3 Vgl. Brockelmann, Geschichte der Arabischen Literatur , I, 138. Der Schluß 
des Werkes scheint nicht erhalten zu sein; auch sind aus demselben keine Zitate 
bekannt; es bleibt daher fraglich, ob der Verfasser in der Chronik der Jahre 253 
und 255 Ja'qüb's Gesandtschaften erwähnt hatte 



3] Zur Geschichte der Saffäriden. 173 

fortgeführt.' Der Vater war 280 H.^ als 76-jähriger Greis gestorben; 
der Sohn kann also wohl als jüngerer Zeitgenosse der beiden Brüder 
Ja'qüb und 'Amr betrachtet werden. Sein Werk wird er freilich in 
viel späterer Zeit verfaßt haben; auch die im Fihrist p. 190 zitierten 
Worte über den Tod des IJalläg scheinen diesem Werke anzugehören. 
Als Angehöriger des Herrscherhauses der Tähiriden besaß der Ver- 
fasser ohne Zweifel Familien Verbindungen im Osten; über die Be- 
gebenheiten in Horäsän und Sistän war er jedenfalls besser unter- 
richtet als Ja'qübi und Tabarl. 

Die ausführlichste westliche Quelle zur Geschichte des Kupfer- 
schmieds scheint das von Ibn-Hallikän zitierte, von Ibn al-Atlr offen- 
bar benutzte Werk des Abu-'Abdalläh Muhammed ibn al-Azhar 
al-Ahbäri gewesen zu sein. Ob der Verfasser, wie Mc GUCKIN 
DE SLANE3 annimmt, mit dem im Fihrist p. 147 — 148 erwähnten 
Ibn-AbI-1-Azhar (mit vollem Namen Abü-Bekr Muhammed b. Ahmed 
b. Mazjad an-Nahwi al-Ahbärl (f 325 H.) identisch ist oder nicht, 
jedenfalls tritt der sekundäre Charakter dieser Quelle deutlich her- 
vor. Die meisten seiner Nachrichten hatte der Verfasser einem ge- 
wissen 'All b. Muhammed entlehnt, der „über die Taten des Kupfer- 
schmieds Jaqüb b. Lait, seine Kriege und den Anfang seiner Tätig- 
keit" gut unterrichtet gewesen sein soll. Es wäre möglich, daß hier 
der 303 H. gestorbene Dichter und Literarhistoriker 'Ali b. Muhammed 
b. Nasr b. Mansur b. Bas s am gemeint ist.-» 

Ibn-al-Atir hat seine Nachrichten ohne Zweifel nicht nur west- 
lichen Quellen entlehnt; zu dem, was er über die Ereignisse des J. 253 
(VII, 124 — 125) nach Ibn-al-Azhar erzählt hatte, steht sein Bericht 
über die Ereignisse des J. 257 (VII, 171) in vollem Widerspruch; da- 
gegen läßt sich eine vollständige Übereinstimmung dieses zweiten 
Berichtes mit der ältesten erhaltenen persischen Quelle, dem Zain-al- 
ahhär von Gardizi^, feststellen. Auch sonst, besonders in den Ab- 

I Fihrist p. 147 a Bei BROCKELMANN sind hier zwei Druckfehler un- 

berichtigt geblieben; für 250/983 muß es 280/893 heißen 

3 Vgl. auch J. Marquart, Eransaht, S. 293, n. 7 

4 fihrist p. 150. Mas*üdl, Prairies cTar, VIII, 256 sq. 

5 Vgl. über dieses Werk Eth6, Catah^ie 0/ the Persian Manuscripts in the Bodleian 
iilrary, p. 9 — ii. Die Handschr. der Bodleiana ist häufig als die einzige bezeichnet 
Worden (neuerdings noch von J. Marquart, Osteuropäische nud ostasiatische Streifzüi^e, 
Lpz. 1903, S. XXIX); doch befindet sich eine zweite Hdschr. in Cambridge (King's 
College Library No. 213), was schon im J. 1868 Morlev bekannt gemacht hatte 



174 W. Barthold [4 

schnitten über die Geschichte der Sämäniden, werden von GardizI 
und Ibn-al-Atlr häufig dieselben Ereignisse in derselben Reihenfolge, 
zuweilen mit wörtlicher Übereinstimmung* berichtet. Es kann also 
ein Zusammenhang zwischen beiden Werken mit Sicherheit nach- 
gewiesen werden, doch scheint eine direkte Benutzung des Zain-al- 
ahbär durch Ibn-al-Atir ausgeschlossen zu sein. Die Übereinstimmung 
erstreckt sich nur bis zum Ende der Regierung des Emir Nüh b. 
Nasr (t 343 H.); was Gardizi über die Regierung seines Nachfolgers 
*Abd-al-Malik b. Nüh und der späteren Sämäniden erzählt, ist Ibn- 
al-Atir offenbar unbekannt geblieben. Der Zusammenhang beider 
Werke muß also durch eine gemeinsame Vorlage, in welcher nur die 
Ereignisse bis zu dem erwähnten Datum behandelt waren, erklärt 
werden. Diese gemeinsame Quelle kann wohl nur die von Abü-AlT 
al-yusain* b. Ahmed b. Muhammed as-Salläml verfaßte Chronik der 
Statthalter von Horäsän^ gewesen sein. Über den Verfasser dieses 
Werkes wird uns von Ta'älibi* mitgeteilt, daß er dem sämänidischen 
Würdenträger Abü-Bekr Cagänl und später dessen berühmtem Sohne 
Abü-'Ali nahe gestanden hat und das Schicksal des letzteren teilen 
mußte; wahrscheinlich wird er mit Abü-'All im J. 343/954 Horäsän 
verlassen haben. Als Abü-'Ali Ende Ragab 344 (Mitte November 
955) gestorben war, ist seine Leiche nach Cagänijän gebracht wor- 
den; dies ist das letzte Ereignis, welches von Gardizi und Ibn-al-Atir 

{Journ, R, As, Soc, neiv series, III, 1868, p. l2o). Die Hdschr. des King's College 
(C) ist von mir im J. 1900 benutzt worden; sie scheint das Datum 930 (1524) zu 
tragen (die Zahlen sind zum Teil verwischt) und muß wahrscheinlich als Vorlage der 
Hdschr. der Bodleiana (O vom J. 1 196/1 782) betrachtet werden; wo der Text in C 
bereits verdorben ist, wird er auch in O in derselben verdorbenen Gestalt wieder- 
gegeben, dagegen lassen sich in O auch eigene Fehler des Kopisten nachweisen. 
Auszüge aus dem Zain-al-ahbär sind in meinem Turkestan im Zeitalter des Mongolertein- 
yfl//f (russisch), Teill, S. i — 18, mit Berichtigungen in Teil II, S. 513 f. mitgeteilt worden 
» Vgl. besonders die Worte über Ahmed b. Sahl, dessen Vorfahren Kämkär 
und die nach letzterem benannte Rose bei Ibn-al-Atir VIII, 86 und Gardizi in 
meinem Turkestan^ Teil I, S. 6 

2 Bei Ihn Hallikän Abü-l-Husain *All genannt, doch wird die Kunja Abu-' All 
durch die Übereinstimmung zwischen Ta'älibl und Abü-1-Hasan Baihaql gesichert 

3 Das Werk wird gewöhnlich Ta'ri^'Wuläti Horäsän oder Ta*rihu ahbäri wuläti 
Horäsän genannt und von Ibn-Hallikän (Nrn. 308, 350, 540, 553, 764 und 838) häufig 
zitiert; vgl. dazu die von Browne mißverstandene Berufung auf dieses Werk bei 
Nizäm-i *Arad-i Samarqandl (Chahar Maqäla^ p. 44). Daß Salläml's Werk von Gardizi 
benutzt worden ist, wird durch eine Zusammenstellung der Zitate bei Ihn- Hall. 
Nr. 838 mit den Auszügen aus Gardrzi in meinem Turkestan^ Teil I, S. 4 — 5 be- 
wiesen 4 Jafitnat-ad-dahr IV, 29. Jourtu Asiat. 5, I, 212 



5] Zur Geschichte der Saüariden. 175 

übereinstimmend berichtet wird^ hat also wahrscheinlich den Schluß 
von Sallämf s Werk gebildet. Diese Zeitbestimmung wird noch durch 
eine Notiz im TcCrili i-Baihaq des Abü-1-IJasan Baihaqi' bestätigt, 
in welcher Sallämi als Schüler des Ibrähim b. Muhammed al-Baihaqi 3 
(Zeitgenosse des Chalifen Muqtadir, reg. 295 — 320 H.) und Lehrer 
des Abu Bekr Muhammed b. al-'Abbäs al-Hwärazmi* (gest. 383/993) 
bezeichnet wird. Welche Quellen Sallämi benutzt hat, ist nicht bekannt. 
Das von Ibn Hallikän und TaalibP einem Tähiriden in den Mund 
gelegte bon mot über die beiden Schlachten des J. 287 H. wird von 
Abü-HJasan Baihaql^ mit Berufung auf Ahmed b. Abi-Rabi a erzählt; 
dieser Vezier hatte nach Ibn-Hallikän noch vor der Entscheidungs- 
schlacht seinen Herrn 'Amr verlassen und war zu den Sämäniden 
übergegangen. Es ist möglich, daß, was am Hofe der Sämäniden über 
Ja'qüb und 'Amr bekannt war, auf Erzählungen dieses Veziers zurück- 
ging und daß diese Erzählungen auf Sallämi durch Vermittelung 
seines Lehrers Ibrähim Baihaql gekommen waren. 

In Übereinstimmung mit Gardizi und Ibn-al-Atir befindet sich, 
abgesehen von einigen Ausschmückungen der ursprünglichen Tradition, 
auch der von beiden unabhängige Abü-'Omar Minhäg-ad-din 'Otmän 
b.Siräg-ad-din aI-(jüzgänT, Verfasser des 6s8H. geschriebenen Werkes 
Tabaqät'i NäsiriT, dessen Angaben wohl ebenfalls durch Vermittelung 



« Vgl. Ibn-al-AjTr VIII, 384 und mein Turkestan, Teil I, S. 10. 

2 Cod. Mus. Brit. Or. 3587 (RlEU, SuppUmeni, p. 60 sq.), f. 89a: ^ ^\ f'^^t^^ 

— o^ o^? «^^^-^ cxt^ cx**>y L-L^jLwx) j\ ^ j|iiJ\ c-->lx^ ^>^ )!^^ f^ co^ 

CU-*A)\ ^L*«o\^^ if^^ ^^U) ^ UlJLoJ \\ (sie) Aj.UJ^^* ^^^ 1^ C5*y 

^^ ^-^^y >S^ ^^ j|Li)^ S-^'^^ •.L-äJI *^JcS^ \^y^\^ ljlX-J\ k.J^^ 
^ j^^ ybjJ\ ik.»,^ :;, > L--)'^ y y ^L«Jc\^ cx**)\ jo^ ^^ft(j.^.^)\ sx^^s^ 

3 Vgl. das A7/J5 al'Mahäsin dieses Schriftstellers herausg. von F. Schwally, 
Teil I. IL Gießen 1900-1, p. VIII 

4 Das Todesjahr dieses Historikers wird im TaWlh-i'Baihaq f. 62 a ebenso wie 
bei Ibn-Hall. Biogr. dictionary III, 109 angegeben 

5 Latä'if'al'fndärif p. 88 6 Ta'rJ^4 Baihaq f. 37b 

7 Bekanntlich von Raverty für die Bibliotheca Indica übersetzt (Lond. 1881; 
Index erst 1897 erschienen) 



1/6 W. Barthold [6 

späterer Werke ^ auf Sallämi zurückzuführen sind. Unmittelbar aus 
Sallämfs Werk werden wohl abgesehen von einigen anekdotenhaften 
Ausschmückungen ^ die von Muhammed 'Aufi in seinem Gämi-al-Ju- 
käjäO mitgeteilten Erzählungen entlehnt sein. In 'Aufi's Erzählungen 
scheint die östliche Tradition in ihrer späteren, wahrscheinlich auf 
Sallämi zurückzuführenden Gestalt am ausführlichsten wiedergegeben 
zu sein; manche bei Gardizi nur angedeutete Episode wird bei 'Aufi 
ausführlich erzählt; wir werden sehen, daß diese Ausführungen nicht 
von ^Aufi erfunden sein können und auf Gardizi's Vorlage zurück- 
gehen müssen. 

Ältere Quellen als Sallämrs Werke müssen natürlich Istahri in 
seinem geographischen Werk und Mas'üdl in seinem zwischen 332* 
und 336 H. geschriebenen Ahbär-az-zamän benutzt haben. Istahri 
oder sein Vorgänger Ball)I haben ohne Zweifel Sistän selbst besucht«, 
die Nachrichten über Ja qüb's Tätigkeit in Sistän scheinen von einem 
in der geschichtlichen Tradition seiner Heimat wohl bewanderten 
Sistäner zu stammen. Ein aus Sistän gebürtiger Geograph Abü-1- 
'Abbäs as-SagizI wird schon von Ibn-Rusta (p. 174) zitiert. 

Nach diesen Erörterungen über die Beschaffenheit unserer Quellen 
gehen wir zur Betrachtung der einzelnen Episoden aus dem Leben 
unseres Helden über. 

i) Ja'qüb's Herkunft und Jugendgeschichte. Die ausführlichsten 
Angaben darüber finden sich bei Gardlzi.^ Nach diesen Angaben 
wird Ja qüb im „Landgebiet" {rtistä) von Sistän (offenbar als Sohn 

» Darunter besonders des sonst nicht bekannten Werkes TaWih-i TänJ oder 
Qi?af-i TänJ von Abü-1-Hasan al-Haisam b. Muhammed Näbl(?) gewöhnlich Ibn Haisam 
genannt (vgl. Taba/jät-i Nä^ri ^. 11, 19, 317, 320) 

« Vgl. Elliot, Hisiory 0/ India, II, 156 

3 Für die vorliegende Arbeit habe ich nur eine moderne Hdschr. des Asia- 
tischen Museums (58iaa) benutzen können; in der sehr alten Hdschr. der Univ. St.- 
Petersburg (Nr. 648) fehlt gerade der hier in Betracht kommende erste Teil. Einer 
Textausgabe dieses Teiles müßte wahrscheinlich die Hdschr. des Brit. Mus. Or. 4392 
(vgl. RlEU, Supplement, p. 24,7 sq.) zu Grunde gelegt werden. 

4 Über die letzten in diesem Werk erzälilten Episoden vgl. Praines (Tor VIII, 

347-348, 375- 

5 Die Stadt Zarang wird bei Istahri p. 239 — 24.1 ausführlicher beschrieben als 
die meisten anderen großen Städte in den östlichen Ländern; die Zuverlässigkeit 
dieser Beschreibung wird durch die Angaben von Guz^änl (Tafnii/äf-i A^iis/rT, p. 20 und 
194) bestätigt. Trotzdem sind unter den zahlreichen Städteruinen in Sistän die Über- 
reste dieser Stadt noch nicht mit Sicherheit erkannt worden 

^ Vgl. mein Tutkestan, Teil I, S. 3—4 



7] Zur Geschichte der Saflfariden. i JJ 

eines Landmanns) im Dorfe Qamln* (von Istahri p. 245 als kleine 
Stadt bezeichnet) geboren; in die Stadt (wahrscheinlich nach Zarang) 
gekommen, geht er bei einem Kupferschmied in die Lehre und erhält 
für seine Arbeit 15 Dirhem (nach NöLDEKE's Berechnung etwa 6 Mark) 
monatlich (vielleicht die einzige uns erhaltene Nachricht über den 
Betrag des Arbeitslohnes in den östlichen Provinzen des Islams im 
IX. Jahrh. n. Chr.). Sein Bruder 'Amr soll nach den bei Ibn-IJallikän 
angeführten Erzählungen Eseltreiber, nach Istaljri zeitweilig auch 
Maurer gewesen sein. Die westliche Tradition hat die Bezeichnung 
„Kupferschmied" sehr früh (schon bei Ibn al-Azhar's Gewährsmann 
'All b. Muhammed und beim Dichter Ibn Bassäm, falls diese zwei 
Personen nicht identisch sein sollten) auf 'Amr ausgedehnt. Im Osten 
ist Ja qüb schon im 5. Jahrh. H.* als „Sohn eines Kupferschmieds" 
bezeichnet worden. Für (jüzgänP ist Ja*qüb's Vater Lait bereits das 
„Haupt der Kupferschmiede" von Slstän. 

2) Ja qüb's erstes Auftreten als Räuberhauptmann. Nach GardizI 
ist Ja*qüb zuerst Kupferschmied, dann nacheinander Spitzbube (ajjär\ 
Dieb und Wegelagerer gewesen; erst später ist er Militärkommandant 
{sarhang) der Stadt Bust und Anführer einer Heeresabteilung {hail), 
endlich Emir von Slstän geworden. Es hat also im Leben unseres 
Helden, bevor er in die Dienste eines größeren Herren getreten war, 
eine 2^it gegeben, in welcher er als Hauptmann einer Räuberbande 
auf eigene Hand die Wege unsicher machte. Genaueres über diesen 
Teil seiner Laufbahn erfahren wir durch *Auf !♦, nach dessen Erzählung 
Ja'qüb und seine Freunde zuerst keine Pferde besaßen; da erhalten 
sie die Nachricht, daß eine große Karawane aus Basra und Ahwäz 
auf dem Wege nach Isfahän(?) begriffen sei und sich von den Fürsten 
(pädüähäti) von Slstän eine Eskorte {badraqä) erbeten habe. Ja'qüb 
besetzt mit seiner Schar eine befestigte Station (hier ribät, später im 
Verlauf der Erzählung hisär) am Saume der Wüste {sar-i bajäbän)\ 
als die Eskorte dort ankommt, geben sich die Räuber für Bediente 

» Die Lage dieses Ortes wird bei Nöldeke (Or, Skizzen, S. 189) nach IstahrT 
p. 245 bestimmt 

« Abü-1-Fadl BaihaqT, ed. Morley, p. 469. Nizäm-al-mulk , Si/äsei-näma, ed. 
ScHEFER, p. 14 

3 Taba^ät'i Nä^irJ p. 19 

4 Hdschr. des As. Museums, f. 290a— 290b. Wie die übrigen Erzählungen über 
Ja'qüb gehört diese Erzählung zum Kapitel „über Ränke und Schlauheit" (Teil I, 
Kap. 13) 

Nöideke-FestschrlfL 1 2 



178 W. Barthold [8 

des Ribät aus, machen sich um Pferde und Reiter zu schaffen und 
unterhalten letztere, bis sie einschlafen; dann werden die Schlafenden 
überrumpelt; die Räuber bemächtigen sich der Pferde und Waffen, 
lassen die Reiter gebunden liegen und sprengen der Karawane ent- 
gegen. Bei dem Kriegsgeschrei der Räuber: „Die Gewalt ist Gottes, 
es ist keine Gewalt als bei ihm" {al-hukmu lillähi lä hiikma illä ilaihi) 
verlieren die Handelsleute jede Fassung, werfen bei der ersten Auf- 
forderung die Waffen nieder und sind hoch erfreut, als sich die 
Räuber mit dem fünften Teil ihrer Habe zufrieden geben. Auf diese 
Weise hat Ja'qüb mit einem Schlage die nötigen Pferde und zugleich 
die Geldmittel zu seiner ferneren Tätigkeit erworben. 

3) Ja'qüb's Verhältnis zu Sälih b. Nasr (oder b. an-Nadr). Von 
Mas'üdl und Istahri wird dieser erste Anführer, unter welchem Ja qüb 
gedient hat, nicht erwähnt; in der westlichen Tradition erscheint er 
als Angehöriger des arabischen Stammes der Banü Kinäna und als 
Kämpfer gegen die IJawärig an der Spitze einer Schar Freiwilliger 
aus der Stadt Bust; später soll er sich gegen die Tähiriden gewandt 
und im Dü-l-higga 237 (Mai — Juni 852) der Provinz Sistän bemächtigt 
haben.* Da sein im Muharram 247 (März 861) verdrängter Nachfolger 
Dirhem drei Jahre regiert haben soll, wird Sälih's Herrschaft etwa 
bis 244 (858 — 9) gedauert haben. Über sein Ende erfahren wir aus 
den westlichen Quellen nichts Genaueres; Ibn-al-Azhar spricht nur 
von seinem „Untergange", ohne den Urheber dieses Unterganges zu 
kennen*; *Obaidalläh b. Abl-Tähir läßt Sälih durch Dirhem verdrängt 
werden; Ibn al-Atlr spricht von seiner Besiegung durch den Statt- 
halter von Horäsän Tähir b. 'Abdallah, doch kann nicht bestimmt 
werden, aus welcher Quelle diese Nachricht entlehnt sein könnte^; 

« Bei Ibn Hallikän, wenigstens in der durch den Druck bekannten Redaktion 
seines Werkes, ist diese Nachricht falsch wiedergegeben (vgl. auch Marquart, 
Eransahr^ p. 294, Anm.); 'Obaidalläh kann unmöglich geschrieben haben, daß Dirhem 
seinen Vorgänger Sälih im Jahre 237 verdrängt, drei Jahre geherrscht habe und dann 
im Jahre 247 von Ja'qüb verdrängt worden sei. Das Datum 237 kann sich nur auf 
den Anfang, nicht auf das Ende von Sälih's Herrschaft beziehen. In dieser richtigen 
Form wird die Nachricht, wahrscheinlich nach derselben Quelle, von Hamza LsfahänT 
(ed. GoTTWALDT p. 232) mitgeteilt, wo für tis wohl sah* zu lesen ist (vgl. Ibn-al-Atir 
VII, 43). Das bei Hamza angegebene genauere Datum verdient wohl keinen 
Glauben, da der Wochentag nicht stimmt 

* Ebenso Ibn-al-Atir in der auf Ibn-al-Azhar zurückgehenden Erzählung VII, 124 
3 Die betreffende Stelle (VII, 43) geht unbedingt auf Hamra p. 232 zurück, 
zuweilen in wörtlicher Übereinstimmung; doch wird bei Hamza nicht angegeben, 
wie Sälih's Herrschaft zu Ende gegangen war 



9] Zur Geschichte der Saffariden. 179 

jedenfalls wird sie nicht auf Wahrheit beruhen", sonst wäre es uner- 
klärlich, weshalb 'Obaidalläh von diesem Sieg der Angehörigen seines 
Geschlechts nichts gewußt hat. Was die späteren östlichen Quellen 
über Sälih berichten, muß mit Vorsicht aufgenommen werden, da 
GardIzP, 'Auf! und Güzgänl (wahrscheinlich also schon SallämT) von 
Dirhem nichts mehr gewußt und Ja'qüb als Sälih's unmittelbaren 
Nachfolger betrachtet haben. Mit Sicherheit kann auf Sälih nur 
folgende von 'Auf! mitgeteilte Erzählung 3, in welcher der sonst nur 
bei Istahri p. 246 genannte Katlr b. Raqqäq erwähnt wird, bezogen 
werden. Katlr (in der Hdschr. durchweg Katir b. Warqä genannt) 
erscheint hier als Vertrauter Sälih's; wegen dieser einflußreichen 
Stellung wird er von Ja qüb, dem Torhüter* Sälih's, beneidet. Eines 
Tages wird Ja'qüb von Sälih um Rat gefragt: Sälih befindet sich in 
Geldmangel und wagt es nicht Stadt und Land {^ahr wa rustä) mit 
einer neuen Steuer zu belegen, da sonst seine Anhänger ihn verlassen 
würden {an gamä^at az mä ptdirü saivand). Ja'qüb ratet ihm die 
„Söhne ^ajjän^s" (in der Hdschr. IJajjän und Hajjä) festnehmen zu 
lassen, ihr Vermögen einzuziehen und diese gefährliche Aufgabe 
(Sälih hatte den Versuch schon einmal gemacht, mußte aber wegen 
eines Aufruhrs in der Stadt Bust von seinem Vorhaben abstehen) 
Katlr zu übertragen. Katir geht nach Bust und gibt dort sich und 
seine Gefährten für eine Gesandtschaft des PJärigitenführers 'Ammär 
aus, welche eine gemeinsame Aktion gegen Sälih verabreden solle; 
mit den „Söhnen IJajjänV* wird eine Zusammenkunft außerhalb der 
Stadt verabredet; bei dieser Gelegenheit läßt Katlr alle drei Brüder« 
festnehmen und töten, ihre Güter, ihre bewegliche Habe und ihre 
Häuser {amläk iva asbäb wa hänehä-i üän) werden eingezogen. 
Katlr bittet ihm Verstärkungen zu schicken, da aus Sistän ein Heer 
erwartet werde, gegen welches er nicht aufkommen könne. Die 
Führung der Verstärkungen wird Ja qüb übertragen; unter verschiedenen 

* Gegen Nöldeke, Orientalische Skizzen, S. 189 

2 In unseren Hdschr. steht Nasr b. Sälih 

3 Hdschr. des Asiat. Mus., f. 290 b— 291a. Auf diese Erzählung bezieht sich 
das Zitat bei Elliot, History 0/ India, II, 176, n. I 

4 Darbän\ bedeutet hier wahrscheinlich „Anfuhrer der Leibgarde" 

5 Es verdient hier hervorgehoben zu werden, wie häufig als Gegner der drei 
Brüder Ja'qüb, *Amr und *Ali ebenfalls drei Brüder genannt werden. Außer den hier 
genannten „Söhnen Hajjän's" vgl. noch Ibn-al-AjIr VIT, 205 über die drei Banü- 
Sarkab und Tabaqät-i Näftri p. 16 über Ahmed, Fadl und 'Abdallah 

12* 



l8ö W. Barthold [lO 

Vorwänden verzögert dieser seine Ankunft; Katir wird von dem Heere 
aus Sistän gefangen genommen und getötet, und Ja qüb hat seinen 
Zweck, den Nebenbuhler loszuwerden, glücklich erreicht. Mit Istahri 
p. 246 kann diese Erzählung natürlich in keinem Zusammenhang 
stehen; Katlr erscheint bei 'Aufl schon als Gegner der Hawäri^, nicht 
als Härigit*; weder über seine Verwandtschaft mit Ja qüb, noch über 
die Anwesenheit der drei Brüder in der von den Regierungstruppen 
belagerten Festung, in welcher Katir seinen Untergang gefunden hat, 
wird bei 'Aufl irgend etwas erwähnt. 

4) Dirhem und dessen Verdrängung durch Ja qüb. Dirhem b. 
Nasr (oder b. an-Nadr) wird trotz des Übereinstimmens des Vaters- 
namens nirgends ausdrücklich als Bruder seines Vorgängers be- 
zeichnet. Die Nachrichten über seine (nach 'Obaidalläh b. Abi-Tähir 
dreijährige) Herrschaft sind äußerst dürftig; nur von Istahri (p. 246 — 
247) erfahren wie einiges über sein Auftreten als Glaubenskämpfer, 
seine Kämpfe gegen den tähiridischen Statthalter Ibrähim b. tJusain 
und gegen den Härigitenführer 'Ammär b. Jäsir*, über die Vernich- 
tung seines Ansehens durch Ja qüb's wachsenden Einfluß, über seinen 
freiwilligen Rücktritt zu Gunsten des glücklichen Nebenbuhlers, über 
seine Reise nach Bagdad, seine ferneren Schicksale und sein Ende. 
Nach 'Obaidalläh b. Abi Tähir soll Ja qüb Sonnabend den 22. März 
861 3 zum Emir von Sistän ausgerufen worden sein. Was 'Obaidal- 
läh über Dirhem's Herrschaft und Verdrängung erzählt hatte, steht 
nicht sicher, da Ibn-Hallikän uns hier nur eine kurze und, wie wir 
gesehen haben, nachlässig zusammengestellte Inhaltsangabe seiner 
Quelle gibt. Selbst wenn das Wort ,,ivutüb'' (Angriff) bei 'Obaidal- 
läh wirklich gestanden hat, dürfte diese Nachricht schwerlich als mit 
Ista^ri's Erzählung unvereinbar betrachtet werden; ein unparteiischer 
Zeuge konnte Dirhem^s „freiwilligen" Rücktritt unter den von Istahri 
erzählten Umständen schwerlich anders denn als gewaltsame Ver- 
drängung aufgefaßt haben, yamza Isfahäni (vgl. oben), dessen Bericht 

« Der unbedingt verderbte Text ist von Anderson (Journ, As. Soc, Beng. 1852, 
p. 369) anders aufgefaßt worden; doch vgl. die Anmerkungen zum Texte BibL G, 
Arab. I, 246 und IV, 418 

a So hieß bekanntlich ein berühmter Kämpfer bei Bedr; vgl. Ibn-Qutaiba 
p. 131 sq. 

3 Vgl. das Datum bei DE Slane, Biographical Diciionary^ IV, 315 und Marqüart, 
Erattlahr^ p. 294, Anm. Wie für NÖLDEKE (Orient. Skizzen p. VIII) ist auch für mich 
in zweifelhaften Fällen der Wochentag maßgebend gewesen 



Il] Zur Geschichte der SafTäriden. i8l 

woW in keinem Zusammenhange mit IstaljrT steht und aus einer Kom- 
bination der Angaben von Ibn-al-Azhar» und 'Obaidalläh entstanden 
sein wird, läßt ebenfalls Dirhem „freiwillig" zurücktreten. Ibn-al-Az- 
har's Nachricht über seine Besiegung durch die Tähiriden wird wohl 
aus demselben Grunde wie dieselbe Nachricht über Sälih zu ver- 
werfen sein. Daß Dirhem später, wie Istaljri berichtet, als Gesandter 
des Chalifen nach Sistän zurückgekehrt und dort von Ja qüb hin- 
gerichtet worden sei, wird in den übrigen Quellen nicht erwähnt; 
aus Tabari III, 1892 erfahren wir nur, daß er sich Ende des Jahres 
875 noch in Bagdad befand und dort als vertrauter Freund {sähib) 
Jaqüb's betrachtet wurdet 

In der östlichen Tradition ist Dirhem, wie wir gesehen haben, 
früh vergessen worden; was die späteren persischen Historiker über 
ihn erzählen, geht wohl ausschließlich auf Ibn-al-Atlr zurück; eine 
Ausnahme bildet die wahrscheinlich als freie Erfindung zu betrachtende 
Nachricht über seine Herkunft vom omajjadischen Statthalter Nasr 
b. Sajjär3. 

Der Name Ibrahim b. IJusain wird noch von Güzgänl* genannt, 
scheint sich also auch in der von Sallämi abhängigen östlichen Tra- 
dition erhalten zu haben. *Aufi nennt als Statthalter der Tähiriden 
in Sistän nur Muhammed b. Ibrähim, wohl einen Sohn des vorher 
genannten, und teilt über seine Kämpfe gegen Sälih folgende Er- 
zählung mit 5. Von Sälih aus Sistän vertrieben, sammelt Muhammed ein 
Heer in IJoräsän und zieht zur Wiedereroberung seiner Provinz aus; Sälih 



» Aus dieser Quelle wird wohl der Name Dirhem b. al-Hasan (1. al-Husain) 
entnommen worden sein. Es mag hier, wie Marquart [ßräniahr p. 294 Anm.) an- 
nimmt, Dirhem mit dem tähiridischen Statthalter Ibrähim zusammengeworfen sein 
(dieselbe Vermutung ist schon früher in meinem Turkestan^ Teil II, S. 223 n. i aus- 
gesprochen worden); doch kann hier auch die bekannte Art den Namen des Enkels 
auf den Großvater zu übertragen mitgewirkt haben, wenigstens wird bei demselben 
Ibn-al-Azhar unter Ja*qüb*s Genossen ein Hasan (wohl für Husain) b. Dirhem ge- 
nannt (Ibn-Hall., Biogr, Dicüon. IV, 309) 

a Dirhem wird sich wohl unter den 873 festgenommenen und Ende 875 frei- 
gelassenen Leuten Ja'qüb's befunden haben; vgl. Tabari III, 1891. Durch Tabarl's 
Erzählung wird zugleich der Name Dirhem b. Nasr (oder b. an-Nadr) gegenüber 
Ibn al-Azhar gesichert 

3 Diese Nachricht findet sich zuerst im Ta'rlk-i Guzide (ed. Gantin, p. 2) und 
muß vielleicht nur durch den Namen Nasr erklärt werden; doch wird schon bei 
Abü-l-Fadl Baihaql (ed. Morley p. 439) ein Räfi' b. Sajjär erwähnt; er soll Ja'qüb's 
Vorgänger in der Herrschaft über Horäsän gewesen sein und in PQsang residiert haben 

4 Taöaqät'i Nd^irl p. 19 5 Hdschr. des As. Mus. p. 291 a— 291 b 



l82 W. Barthold [l2 

und Ja*qüb beraten sich, wie der Gefahr zu begegnen; Ja*qüb wendet 
sich an einen Greis, der ihm als Ratgeber in allen schwierigen Fällen 
empfohlen worden war, einen von den „Schülern" (a:s Sä^^rdän) des 
'Otmän b. 'Affän'. Der Greis meint, Muhammed's aus lauter „fremden 
Leuten** zusammengesetztes Heer müsse auf einen Weg gebracht 
werden, wo es „viele Brücken und Kanäle, viel Schlamm und Lehm" 
gibt; dann könnten die der Wege Unkundigen leicht zerstreut und 
vernichtet werden. Ja'qüb findet den Rat gut, meint aber, das Heer 
werde sich auf einen solchen Weg nicht begaben; der Greis ant- 
wortet: „Du mußt einen von den Studierenden {Jälib-i 'ilmän) zu 
Muhammed heraussenden und ihm von den Städtebewohnern {as 
zabän-i iahrijän) folgende Botschaft bringen lassen: ,Da du dich ent- 
fernt und uns in der Gewalt der Feinde gelassen hast, haben wir 
uns notgedrungen mit ihnen verständigen müssen; jetzt, da du zurück- 
gekehrt bist, sind wir alle deine gehorsamen Untertanen. Aber du 
mußt das Heer nicht den großen Weg ziehen, sondern am Ufer des 
Wassers entlang gehen lassen, damit wir dir dort Beistand leisten 
können; wir werden Ja'qüb's Heer im Rücken, du wirst es von vorne 
angreifen; wenn sie sehen, daß wir mit dir sind, werden sie fliehen, 
und wir werden die Stadt mit leichter Mühe in deine Gewalt bringen*." 
Der Rat wird angenommen und ausgeführt, hat aber zunächst nicht 
den erwarteten Erfolg; Muhammed's Heer wird „zwischen Kanälen 
und Brücken" von Sälih undja'qüb angegriffen, leistet aber, im Ver- 
trauen auf den Beistand der Bevölkerung, hartnäckigen Widerstand. 
Da läßt Ja'qüb auf den Rat desselben Greises denselben Studierenden 
einen Hügel besteigen und von dort aus Muhammed's Heere zurufen: 
,Jhr Hilflosen {bfcaregän)^ ich habe euch durch Schlauheit hierher 
gelockt; eure eigenen Füsse haben euch in's Grab gebracht; wenn 
ihr nicht fliehet, bleibt keiner von euch am Leben". Die betrogenen 
Feinde verlieren den Mut und erleiden eine vollständige Niederlage. 
Über den Kampf gegen 'Ammär erfahren wir nichts Genaueres. Wir 
haben bereits gesehen, daß der Name auch in 'Auffs Quellen ge- 
nannt war^ doch wird uns über die Besiegung dieses Feindes von 



' Es wird hier wohl nicht der Chalif, sondern dessen Namensvetter gemeint 
sein ; vgL E. C. Browne, A Uterary history of Persia^ p. 349 

2 Sonst wird der Name 'Ammär b. Jasir nur in einer späteren persischen Quelle, 
Baidäwl*s Nizäm at-tcnoärJh erwähnt (vgl. über diese Schrift Brockelmann I, 418). 
Baidäwl's Bericht (Hdschr. des As. Mus. 574agcd, f. 49 a) geht unbedingt auf Istahn 



13] T-^ Gc5ch::b:c c^r S^rjuSie^ :5; 

'Auf! nichts mhgete-JL Bd Mas üdi i J/jl/^:^- \^IL 4:) i^iri ils Hiu:>:- 
ort der Ketzer von Sistän die Stadt J^^-ii in der Ge^e::ii voq A.>c 
genannt. Schön der Herausgeber der G,\izcus<rx iTr»:± p^ 415 h,-,t 
auf die Ähnlichkeit dieses Namens mit dem Namen e::>es Tores der 
Stadt Zarang aufmerksam gemacht; sollte diese Ähnlichkeit rieht r*2- 
fällig sein, so mu£te ^^ Stadt im Nordwesten von Zarar.g g^esucht 
werden*. Der Name der Gegend Auq= läkt vielleicht auf e:ne n.^- 
liebere Lage der Stadt schliefen; von iLxRouART yEni J.ikr p. >.".5^ 
wird diese Gegend mit dem Distrikt Auk oder Ck identirjiert in 
welchem nach einer von TomaSCHEK {Wlemr SB CIL 21^> ^^g^ 
führten Quelle die Städte Guwain und Lös gelegen waren, iruwain 
wird in der Tat bei Ibn-Rusta p. 174 als Centnmi der Hawäri^-^ er- 
wähnt; die Sekte scheint au^rdem besonders in Kuring, dem Ge- 
burtsort ihres „Hauptes** Abü-'Auf fibid.) und in Karicüja* C'-^^i«^^ U^4-) 
zahlreiche Anhänger gehabt zu haben. Die Zerstörung der Dörfer 



zurück, mit welchem er in allen Einzelheiten übereinstimmt; die Angabe, dat Ammär 
Statthalter \^äm:r) von Herät gewesen sei, mau wohl als wülküiliche Kombination 
(entweder Ton Baidäwi selbst, oder Ton einem früheren Kompilator betrachtet 
werden 

« Bei der Herzihlnng der Tore der äußeren Stadt bei Istahri p. 240 wird das 
Tor ,3^^^^*^ (^gl- <iic hdschr. Varianten bei de Goeje x\i-ischen dem otTenbar im 
Westen gelegenen Tore von Plrs und dem offenbar im Norden gelegenen Tore Ton 
Karkaja an vierter Stelle genannt 

2 Von den Geographen wird eine solche Gegend nicht erwähnt; als Ausgangs- 
punkt einer hirigitischen Bewegung erscheint sie bei Sahrastani, ed. Cireton, I, 06. 
Schwerlich Ist der Text mit HaarbrOcker (1, 145) so aufzufassen, als hätte sich der 
Führer dieser Bewegung „gegen die Bewohner von Auq" aufgelehnt, obgleich die>c 
AolTassang grammatisch möglich ist 

3 Mddin al-Hincärig bedeutet nicht „ein BergAverk der Ministen" (^Mar«ouart, 
EränsaAr, S. 197; es müCte sonst wohl ma*diu hl-ha-cäri^^ heiCen\ sondern „ein Ort, 
wo es viele Härigiten gibt**. Der Gebrauch des Wortes mj,\iirt in dieser übertragenen 
Bedeutung ist bekanntlich sehr häufig 

4 Wie Marquart {Erämahr S. 19S) behaupten kann, daß Tomaschek's Gleich- 
setzung von Karküja mit Kuring „durch das Itinerar des Ibn>Rusta aufs glänzendste 
bestätigt" werde, ist mir unbegreiflich. Eine Zusammenstellung der von ihm selbst 
mitgeteilten Itinerare beweist, daß Karküja nur 3 Fars., Kuring 6 Fars. von der 
Hauptstadt entfernt war, daß ersteres im Süden, letzteres im Norden des häufig 
überfluteten Naizär zu suchen ist. Der Name Karkun oder Karkusa hat sich noch 
heutzutage erhalten; die bei Istahri p. 248 erwähnte Brücke über den Hilmand be- 
findet sich jetzt 'auf dem Trockenen; es hat sich im Lande noch die Überlieferung 
erhalten, daG diese Brücke einst auf dem Wege von Karkun über Peschawaran (bei 
Istahrf Bastar, unsichere Lesung, vgl. die Varianten bei de Goeje) nach Guwain ge- 
legen war (C. E. Yate, Khurasan and Sisfan, Edinburgh and London 1900, p, Il8j 



l84 W. Barthold [14 

oder Landgüter " der Hawärig wird von Ibn-al Azhar als Ja'qüb's be- 
sonderes Verdienst hervorgehoben; auch bei *Aufi betrachten die 
Einwohner von Sistän Jaqüb als ihren Erretter von den Hawärig;* 
doch scheint Ja qüb keineswegs immer als geschworener Feind der 
Sekte aufgetreten zu sein. Wie wir gesehen haben, sind Ja qüb und 
seine Brüder nach Istahri im Anfang ihrer Laufbahn selbst Härigiten 
gewesen; auch das von 'Aufi angeführte Kriegsgeschrei (vgl. oben 
S. 178) klingt ganz härigitisch. Daß Ja'qüb von Ibn-Hallikän in der 
Überschrift des ihm gewidmeten Artikels als Härigl bezeichnet wird, 
ebenso daß sein Vertreter in Buhärä bei Naräahl (p. ^^ — 78) den 
Beinamen al-Hawärigl führt, ist noch nicht ausschlaggebend, da das 
betreffende Wort hier bloß „Aufrührer" bedeuten kann; wichtiger ist, 
daß bei Nizäm-al-mulk (ed. SCHEFER p. 194) ein im Jahre 295 (907 
n. Chr.) auftretender Empörer, welcher, wie der bekannte Härigiten- 
führer des L Jahrh. H., den Namen Abü-Biläl führt, sich für Ja qüb's 
Nachfolger in der Lehre {jnadliab) der Hawärig ausgibt. Auch 
Ja qüb's Verhältnis zu der entgegengesetzten religiösen Partei, deren 
Lehren besonders in Horäsän als Aushängeschild für volkstümliche 
Bewegungen benutzt worden sind, zu den Schiiten kann nach unseren 
Quellen nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Daß er von späteren 
Autoren ausdrücklich als Schiit bezeichnet wird, 3 mag auf seine 
Kämpfe gegen die 'Abbäsiden zurückzuführen sein, doch verdient das 
ihm von seinem schiitischen Zeitgenossen Ja qübl {Hist. p. 605) ge- 
spendete Lob hervorgehoben zu werden. Die Vertreter aller volks- 
tümlichen, gegen die besitzenden Klassen gerichteten Bewegungen, 
ob sie sich Glaubenskämpfer, Härigiten oder Schiiten nannten, scheinen 
sich trotz der Unvereinbarkeit ihrer religiösen Ansichten (wohl rich- 
tiger Aushängeschilde) unter Ja'qüb's Fahne vereinigt zu haben. Da- 
durch läßt es sich erklären, daß Ja'qüb und seine Dynastie in Sistän 
und Kermän so beliebt und bei den reichen Handelsherren von Bust 

I Den Worten ^^'^ S-^}^ ^^^ Ibn-al- Atir VII, 124 entsprechen bei Ibn- 
Hallikän die Worte ^»-^U^ ejysLl; was bei Ibn-al-Azhar ursprünglich gestanden 
hat, kann natürlich jetzt nicht mehr entschieden werden 

a Elliot, History 0/ India, II, 176 

3 Sijäset'Nämay ed. Schefer, p. li und die Worte im Ta'rih-i Guzide (ed. 
Gantin p. 192 und Jount, Asiat, 4, XI, 419—20). Die bekannte, auch von Nöldeke 
{Orientalische Skizzen, S. 2Co) erwähnte Anekdote über Ja'qtlb und den Chalifen 'Ojmän 
(vgl. E. C. Browne, A Uterary history of Persia^ Lond. 1902, p. 349) habe ich bisher 
in älteren Quellen als MirhOnd's Rau^at-af-fa/ä nicht finden können 



15] Zur Geschichte der Saffäriden. 185 

wie bei den Gutsbesitzern von Horäsän und besonders von Balh* so 
verhaßt gewesen sind. 

Ob *Aufrs Erzählung über den Kampf zwischen $älih und 
Jaqüb" einen historischen Kern hat und mit Sälih's Verdrängung 
durch Dirhem zusammenzubringen ist, bleibt fraglich. Sicher un- 
historisch, aber für Ja qüb's Ansehen in seiner Heimat höchst be- 
zeichnend ist die von GüzgänTJ im Jahre 613 H. (1216 n. Chr.) in 
Zarang gehörte Sage; das uralte Sagenmotiv über ein Königspielen 
als ersten Schritt zu einem echten Königtuni ist hier auf den zum 
Volkshelden gewordenen Kupferschmied übertragen worden. 

5) Ja qüb's Tätigkeit als Emir von Sistän. Nach Dirhem's Ab- 
reise hat Jaqüb nicht nur seine usurpierte Herrschaft behaupten, 
sondern auch sehr bald die Grenzen seines Landes überschreiten 
können. In der ältesten Quelle, bei Jaqübi {Hist. p. 605) wird er- 
zählt, daß er den mit Genehmigung seines (erst im September 862* 
zur Herrschaft gelangten) Oberherrn Muhammed b. Tähir unter- 
nommenen Kampf gegen die IJawärig bald aus Sistän mit demselben 
Erfolg nach Kermän übertragen habe und dann auf Wunsch des 
Chalifen Musta'in (also vor Januar 866) von Muhammed nachträglich 
als Statthalter dieser Provinz bestätigt worden sei. Nach Tabari III, 
1500 kann sich das Verhältnis zu den Tähiriden nicht so freund- 
schaftlich gestaltet haben, da Jaqüb schon im Jahre 248 (862) einen 
Feldzug gegen Herät und Püäang unternimmt. Ibn al-Azhar und 
'Obeidalläh b. Abi Tähir scheinen über diese ersten Kämpfe gegen 
die Tähiriden und die erste Eroberung von Kermän nichts berichtet 
zu haben 5; genaueres erfahren wir nur durch 'Aufl^ dessen Erzäh- 



I Vgl. den Text einer Lokalgeschichte in Schefer's Chrestomathie persane I, 90. 
Auf diesem Text wird wohl auch die Außerurg in Nöldeke's Orienlßlischen Skizzen 
(S. 194) beruhen 

a Elliot, History 0/ India, II, 175— 176; in der Hdschr. des Asiat. Mus. ist 
diese Erzählung weggelassen. Die hier erwähnten Ibrahim und Hafs werden wohl 
mit Ibrähim und Aba-Hafs, den zwei älteren Banfl-Sarkab (Ibn-al-Atlr VIT, 205) 
identisch sein. Der Name des Passes Gangara stimmt mit dem Namen eines der 
äußeren Tore von Zarang (Istahn p. 240 ult.) überein 

3 Tabaqät'i NäfirT p. 20— 21 

4 Das Datum (Ra^ab 248) wird von Ja'qübi, Nist, p. 604 und Hamza Isfahini 
p. 231 übereinstimmend angeführt 

5 Doch kann man eine indirekte Bestätigung dieser Nachricht aus dem Bericht 
des Gesandten Ibn-Bal'am herauslesen, da Ja'qüb nach diesem Bericht schon im 
Jahre 253/867 Verbindungen in Pars gehabt hat 

6 Hdschr. des As. Mus. f. 287 a -287 b 



l86 W. Barthold [l6 

lung IJamdalläh Qazwini in seinem Tdrlh-i Giizlde (ed. Gantin p. 6) 
in verkürzter Gestalt, ohne seine Quelle zu nennen, wiedergegeben 
hat. Was dort über die Eroberung von Herät und PüSang durch 
Ja qüb, über seine Ernennung zum Statthalter von Kermän, seine Er- 
folge in dieser Provinz und den Sieg seines Untergebenen o^Lää. 
über ein Heer der Tähiriden^ unter Qäsim erzählt wird, findet sich 
sonst in keiner Quelle, läßt sich aber, wie wir gesehen haben, mit 
den ältesten Quellennachrichten besser als mit den späteren in Ein- 
klang bringen, scheint also auf guter Überlieferung zu beruhen, v:^^^*^- 
wird bei *AufI als Statthalter von Farah, sein Gegner Qäsim als 
Statthalter von Herät bezeichnet; die Statthalterschaft von Kermän 
wird also Ja qüb als Erzatz für die Rückerstattung von Herät und 
Püäang verliehen worden sein. Trotz der von Ja qübl gebrauchten 
Ausdrücke {tiaqqä4'biläda 'anhum) hat Ja qüb ohne Zweifel in Kermän 
ebenso wenig wie in Sistän einen Vernichtungskampf gegen die 
Hawärig geführt; die Ketzer sind dort auch später zahlreich genug 
gewesen*; die Härigitenstadt Bamm * ist von Ja qüb später als Staats- 
geföngnis benutzt worden 3; die Einwohner müssen also Jaqüb's Ver- 
trauen besessen haben. 

Über Ja qüb's fernere Taten in ihrer chronologischen Folge gibt 
uns die hauptsächlich durch Ibn-al-Azhar und Tabari vertretene west- 
liche Tradition folgendes Bild: 

2^6^,^ Eroberung von Herät und PüSang. Erste Gesandtschaft 
an den Chalifen Mu'tazzs. 

868 (?)^. Besiegung des Rutbil^. Rückkehr nach Sistän. 

1 Vgl. über die Härigiten von Kermän Sahrastänl in Haarbrücker's Über- 
setzung S. 131 u. 145 

2 Nach Istahn p. 166—167 sind die Härigiten dort nicht zahlreich, aber durch 
ihren Reichtum von Einfluß gewesen ; in der Zitadelle hatten sie ihre Freitagsmoschee 
und darin die Kasse ihrer Partei 

3 Ja'qübl, Gcogr, p. 308; vgl. auch NÖLDEKE, OrUttL SJazzen, S. 203 

4 Übereinstimmende Datierung (253 H.) bei Ibn-al-Azhar und *Obaidalläh b. 
Abl-Tähir 

5 Daß die Gesandtschaft noch im Jahre 253 H. in Bagdad eingetroffen ist, 
wird von Muhammed b. Jahjä as-Süli in seinen Atträ*/ (vgl. Brockelmann 1,81.143) 
erzählt (eine Hdschr. dieses Werkes befindet sich in der Kais, öffentlichen Bibliothek, 
vgl. Mihfiges Asiatiqucs V, 244. Durch die Güte des Barons V. Rosen habe ich 
eine von diesem Gelehrten gemachte Abschrift des Kodex benutzen können) 

6 Das Datum wird bei Ibn-al-Azhar nicht angegeben, doch kann man aus Ibn- 
al-Azhar*s Erzählung den Schluß ziehen, daß dieses Ereignis nach der Eroberung von 
Herät and Püsang und vor der Eroberung von Kermän erfolgt war 

7 Über die Aussprache dieses Titels vgl. Nöldeke in der ZDMG LVI, 432 — 433 



17] Zur Geschichte der Saffariden. 187 

869. Eroberung von Kermän und Pars. 

870. Eroberung von Kabul und Bämijän.* 

871. Feldzug nach Pars; Gesandtschaft des Chalifen'; Belehnung 
mit Balh und Tuhäristän. 

872. Eroberung von Balh 3 und Tuhäristän. 

873. Ordnung der Angelegenheiten in Herät und PüSang. Letzter 
Kampf gegen die Hawärig. * Einzug in Nßäpür und Sturz der Tähi- 
riden (August). 

Die östliche Tradition erzählt dieselben Ereignisse in anderer 
Folge, wobei die verschiedenen Berichte (Ibn-al-AtTr VII, 171, Gar- 
dizis, Güzgäni und 'Auf!) offenbar auf eine Quelle zurückgehen. Bei 
GardizI geht Ja'qüb zuerst nach Bust, dann nach Pangwäj und Tegl- 
näbäd (bei Ibn-al-Atlr VII, 226 steht dafür der Landesname ar-Ruhhag); 
der Rutbll wird durch „Schlauheit" gefangen genommen und getötet; 
Pangwäj wird Ja qüb's Besitzungen einverleibt {wa Pangwäj bar hüd 
bagarift). Worin die „Schlauheit" bestanden hat, erfahren wir durch 
'Aufi's Erzählung^, die vielleicht schon einen fabelhaften Anstrich 
hat, aber von solchen ungereimten Erfindungen, wie die von Rutbil 
beanspruchte „Göttlichkeit" und der „Mekka" genannte Berg, noch 
frei ist. *AufI scheint also eine ältere Version dieser Erzählung als 
Ibn-al-Atlr VII, 226 benutzt zu haben. 

Darauf folgt in Gardizf s Erzählung die Eroberung von Gazna und 
Zäbulistän; die innere Stadt (ßäristäti) von Gazna wird zerstört 7. 

1 Über das Eintreffen der Gesandtschaft in Bagdad im März 871 vgl. Nöldeke, 
Orient. Skizzen, S. 193 nach Tabarl III, 184I. Die dort erwähnten Götzenbilder sind 
nach Fthrist p. 346 aus dem Tempel von Bämijän weggeführt worden 

a Nach Tabarl III, 1841 im Scha'bän 257 Juni-Juli 871) 

3 Die Nachricht soll nach Ibn-al-Azhar im Gumädl II 258 (April-Mai 872) in 
Bagdad eingetroffen sein. Nach Tabarl III, 1875 hat Ja'qüb erst im Jahre 259, also 
nicht vor November 872, Balh verlassen 

4 Vgl. Tabarl III, 1882 über den Kopf des härigitischen „Chalifen" 

5 Cod. C f. 84 b— 85 a und mein Turkestan, Teil I, S. 4 

6 Hdschr. des As. Mus. f. 286b— 287b. Elliot, History of India II, 176—178. 
Marquart, Eränsahr, S. 295, n. 3. Im Ta'nh-i GuzJde (ed. Gantin p. 4—6) wird der 
Rutbll als „König von Kabul'* bezeichnet; statt des nach *Aufl zum Rutbil geflüch- 
teten Sälih b. Nasr werden hier Sälih und Nasr, zwei Söhne Dirhem*s genannt — 
wahrscheinlich nur um 'Aufl's Erzählung mit dem der westlichen Tradition ent- 
nommenen Nachrichten über Dirhem in Einklang zu bringen 

7 Von Abü-1-Fadl Baihaql (ed Morley p. 317) wird in Gazna eine „alte Festung 
aus der Zeit vor Ja*qab b. Lait" erwähnt, im Gegensatz zu der damaligen Stadt, 
deren Säristan und Zitadelle erst von *Amr erbaut waren. Vgl. Elliot, History of 
India, II, II5 



l88 W. Barthold [l8 

Ja'qüb geht nach Gardiz, besiegt nach harten Kämpfen den Emir 
dieser Stadt, Abü-Mansür Aflah b. Muhammed b. Häqän, zwingt ihn 
Geiseln zu stellen und die Zahlung eines jährlichen Tributs von loooo 
Dirhem (etwa 4000 Mark) zu übernehmen. Noch im Jahre 256 H. 
(870) werden Balh und Bämijän erobert; dasselbe Datum gibt auch 
Güzgäni* für die Eroberung von Kabul. Nach allen drei Berichten 
(Gardizi, Ibn-al-Atir und Güzgäni) soll Kabul erst auf dem Rückwege 
von Balh erobert worden sein ; dabei wird nach Gardizi der Käbulääh 
besiegt und Pirüz gefangen genommen*. Letzterer ist offenbar mit 
dem bei Mas'üdi {Murü^ VIII, 42) erwähnten Pirüz b. Kabk identisch. 
Gegen denselben Pirüz hatte nach Ibn-Hürdädbeh (Text p. 180, Z. 2) 
der von Ja qüb besiegte Statthalter von Ballj Däwüd b. 'Abbäs einen 
Feldzug unternommen. Pirüz kann also weder mit dem Käbulääh noch 
mit Rutbll, dem Könige von Ruhljag identisch gewesen sein 3. Wo 
dieser Fürst residiert haben kann, bleibt fraglich; bei Mus'üdl {Murü^ 
VIII, 127) werden Kabul und Bämijän als Nachbarländer von „Zäbü- 
listän, dem Lande des Pirüz b. Kabk" und Ruhhag bezeichnet. 
Mas'üdl scheint sich also dieses Land als südlich von Kabul und 
Bämijän gelegen gedacht zu haben.* 

Gardizi läßt Ja*qüb nach Sistän über Bust zurückgekehrt sein; 
den Einwohnern von Bust wird eine schwere Steuer auferlegt „aus 
dem Grunde, weil sie früher über Ja'qüb einen Sieg erfochten hatten." 
Genaueres über diese Steuer und den Anlaß zu derselben wird von 
'Auf! mitgeteilt. s Nach Ibn-al-Atlr soll Ja'qüb bloß aus Eigensinn 



1 Tabaqäl-i Nä^in p. 22. Ibn-al-Atlr teilt diese Begebenheiten im Anschluß an 
Tabarl III, 1841 mit, ohne zu bedenken, daß der Zeitraum zwischen Juni- Juli 871 
(Abzug aus Pars) und August 873 (Einnahme von Nisapür) für das von ihm hier Er- 
zählte, besonders wenn man das angeblich in Bust zugebrachte volle Jahr abzieht, 
viel zu kurz ist 

2 Diesen Worten (wa sah-i käbulrä qahr kard wa plrüzrä bagarift) entsprechen 
bei Ibn-al-Atlr VII, 171 die Worte: wa istaulä *aUikä (d. h. Kabul) wa qabada ^ali 
rutblla 

3 Vgl. Marquart, Eräfäahr^ S. 293—295. Ibn-al-Atlr's f^^ ist wohl nicht 
aus *^^^ sondern aus J-;^j verschrieben und hat wahrscheinlich auch mit Güz- 
gftnl's viU ^2^ oder vil) »iU {l'abaqät-i Nofirl ^. 317) nichts zu schaffen 

4 Das Wort „Zäbulistän" wird bekanntlich von den arabischen Geographen in 
sehr unbestimmter Bedeutung gebraucht. Nach Ibn-HOrdädbeh (Text p. 35 Z. 6) 
war es ein „Grenzland {tugür) von Tuhäristän** ; Mas'fldf spricht im KUäb-aManblk 
p. 314 von „Rutbll, dem Könige von ZAbuIistftn*', p. 56 desselben Werkes von „Gaz- 
nin, Dawar und anderen (Gebieten) des Landes Zäbulistän" 

5 Hdschr. des As. Mus. p. 287 a. Eluot, Hisiory of India^ II, 178 



19] Zur Geschichte der SafTariden. 189 

ein volles Jahr in Bust geblieben sein; sein Heer hatte den Marsch 
nach Sistän angetreten, ohne den Befehl dazu erhalten zu haben, und 
sollte für dieses eigenmächtige Vorgehen bestraft werden*. 

257 H. (870 — 71) geht Jaqüb nach Herät und erobert diese 
Stadt, was ihm nach GüzgänT* erst nach hartnäckigen Kämpfen ge- 
lingt; darauf folgt bei Güzgänl die Eroberung von Bädgis, PüSang, 
Gäm und Bäharz, bei GardizI und Ibn-al-Aür die Eroberung von 
Karüh und PüSang. In Karüh ist nach Gardizi der PJärigit 'Abd-ar- 
Rahmän gefangen genommen worden; offenbar ist hier der bei Tabari 
III, 1882 erwähnte härigitische Chalif gemeint, als dessen Residenz 
Tabari nicht ganz genau die Stadt Herät bezeichnet. Die Angabe 
der östlichen Tradition ist hier wohl zuverlässiger, da Karüh auch in 
späterer Zeit ein Sitz der Härigiten geblieben ist 3. Aus PüSang ist 
ein Prinz aus der Dynastie der Tähiriden in die Gefangenschaft ab- 
geführt worden; nach Ibn-al-Atlr war es ^Jusain b. Tähir, ein Sohn 
des ^^6 geborenen ♦, 822 gestorbenen großen Jähir; Gardizi hat hier 
wohl richtiger: Tähir b. IJusain b. Tähir. Nach der Eroberung von 
Püäang soll Ja'qüb nach Sistän zurückgekehrt sein. Darauf wird die 
Empörung der drei Brüder 'Abdallah, Fadl und Ahmed 5, Söhne des 
Sälih, ihre Flucht nach NiSäpür und Ja qüb's Einzug in diese Stadt 
erzählt. 

Das Datum 253 H. für die Eroberung von Herät und PüSang 
scheint durch die Übereinstimmung von Ibn-al-Azhar und *Obaidalläh 
b. Abl-Tähir sowie durch den ausführlichen Bericht über die Ge- 
sandtschaft des Ibn-Balam gesichert zu sein, wodurch das ganze 
chronologische System der östlichen Tradition umgestürzt wird; auch 



X Auf diesen Aufenthalt in Bust wird sich ohne Zweifel Mas'fidl's verioren ge- 
gangene Erzählung über die Begegnung mit dem Gesandten des indischen Königs 
(Murüg VIII, 42) bezogen haben. Leider wird diese Episode in keiner der bisher 
bekannten Quellen erzählt 

2 Tabaqät'i Näfirt p. 22 3 Vgl. BiöL Geogr, Arab. III, 323, Z. 6 

4 Das Datum (159 H.) wird bei Ibn-Hallikftn (Nr. 308) nach SalUmi angegeben 

5 In den meisten Quellen wird nur 'Abdallah erwähnt; bei Gardizi hat der 
Text: wa * Abdallah bin Sälih SagazT (Cod. ^SS^ lua du berädtr-i ü Fc^lrä (sie) bä 
Jdqüb'i Lait harb uftäd\ offenbar ist der dritte Name erst in späteren Abschriften 
verloren gegangen; die Hdschr. C hat über dem Wort Fa^lrä noch das bekannte 
Zeichen zur Bezeichnung einer Lücke, welche aber am Rande nicht ausgefüllt wird. 
Alle drei Namen hat nur Güzgänl {Tabaqät-i Nä^irt p. 16). Die Wunde im Gesicht, 
welche Ja'qÜb nach Ibn-Bal'am im Kampfe gegen die Hawärig erhalten hatte, soll 
ihm nach Gardizi von 'Abdallah beigebracht worden sein 



190 W. Barthold [20 

können die ausführlichen, zum Teil auf Augenzeugen zurückgehenden 
Angaben über den Zeitpunkt der Feldzüge in Kermän und Pars mit 
diesem System nicht in Einklang gebracht werden ^ Die chrono- 
logischen Angaben der westlichen Tradition verdienen mehr Glauben; 
ob sie in allem zutreffend sind, kann freilich bezweifelt werden. 
'Obaidalläh b. Abl-Tähir und der vielleicht auch hier von ihm ab- 
hängige MasudP hatten die Kämpfe gegen die Türken, darunter 
auch gegen Pirüz b. Kabk, in unmittelbarem Anschluß an die Kämpfe 
gegen die PJawärig und vor den Kämpfen um Herät und Balh er- 
zählt. Ein so langer Aufenthalt in Balh, wie er sich aus den An- 
gaben der westlichen Tradition ergibt, ist nicht wahrscheinlich. Balh 
ist von Ja'qüb überhaupt niemals dauernd in Besitz genommen worden. 
Nach Sam ani3 war Däwüd b. al-'Abbäs von Jaqüb nach Samarqand 
geflohen; nach Jaqüb's Abzug kehrt er in sein Land zurück und stirbt 
nach 17 Tagen aus Kummer über die Zerstörung des von ihm in 
NauSäd oder Nüsär erbauten Schlosses 4. Sein Nachfolger Abü- 
Däwüd Muhammed b. Ahmed (das genealogische Verhältnis dieses 
Angehörigen derselben Dynastie* zu seinem Vorgänger kann leider 
nicht bestimmt werden) hat schon 258 H. in Andaräba oder Andaräb 
Münzen prägen lassen^. Es ist also wenig wahrscheinlich, daß Ja'qüb, 
wie Tabari behauptet, erst im Jahre 259 H. Balh verlassen habe. 
Über Ja'qüb's fernere Kriegstaten in Horäsän, Tabaristän^, Pars, 

» Wie sich die^ östliche Tradition den Zeitpunkt dieser Feldzüge gedacht hat, 
ist aus Ibn-al-Atlr, Güzgänl und GardizI nicht zu ersehen; bei *Aufl (Hdschr. der As. 
Mus. f. 287 b— 288 a) wird der Kampf gegen Tauq b. al-Mu^allis (hier falsch Tauq 
b. Qais) und *All b. al-Husain (hier falsch *All b. 'Isä) in eine viel zu frühe Zeit, 
etwa um 866 versetzt: der Bericht über diese Erfolge soll in Bagdad eingetroffen 
sein, „als Musta'ln schwach geworden und das Chalifat zu Mu'tazz übergegangen war" 

2 Murüg VIII, 42. Daß 'Obaidalläh*s Werk von Mas'üdl benutzt worden ist, 
wird besonders durch eine Zusammenstellung der bei Ibn-Hallikän nach 'Obeidalläh 
mitgeteilten Erzählung über *Amr*s Ankunft in Bagdad mit Afunlg VIII, 208 — 209 
bewiesen 3 Vgl. mein Turkestan^ Teil I, S. 68 

4 Die Zerstörung der Bauten wird auch bei Gardizl erwähnt. Die Lesung 
NausSd haben alle mir bekannten Hdschr. und gedruckten Ausgaben, wo das Wort 
genannt wird (vgl. auch Marquart, Eränlahr^ S. 301), doch wird der Name bei 
Sam'änl als Nüsär vokalisicrt (Jäqüt liest IV, 823 Nüsar; die Erzählung über Dftwüd 
b. al-'Abbäs ist von ihm weggelassen worden) 

5 Vgl. darüber Marquart, Eränsahr, S. 301 

6 A. Mar KG w, Itweniar- Katalog der muhammedanischen Münzen in der Kaiser- 
lichen Eremitage (russisch), St.-P. 1896, S. 17 1 

7 Nach dem Reisebericht des Sah Nasir-ad-din {Se/er-i IJoräsan^ litogr. Ausg., 
S. 55) soll sich bei den *Aliden in Astrabäd eine von Ja'qüb herrührende Urkunde 



2l] Zur Geschichte der Saflfariden. 191 

Huzistän und 'Iräq liegen ausführlichere, von der Wissenschaft zum 
Teil schon ausgenutzte Quellenberichte vor; auch würde eine er- 
schöpfende Abhandlung über Ja'qüb und seine Dynastie den mir 
zur Verfügung gestellten Raum sicher bedeutend überschreiten. Sollte 
es mir gelungen sein, durch Herbeiziehung eines bisher wenig oder 
gar nicht benutzten Quellenmaterials die Erforschung dieser eigen- 
artigen, von unserem gefeierten Altmeister in ihrer Bedeutung richtig 
erkannten Episode in der Geschichte des Orients um einige Schritte 
vorwärts gebracht zu haben, so wäre der Zweck der vorliegenden 
Arbeit erreicht. 



erhalten haben. Ob diese Urkunde je veröffentlicht oder in bezug auf ihre Echtheit 
untersucht worden ist, ist mir nicht bekannt 




Un passage tronque du Fakhri 

sur Aboü 'Abd Allah Al-Baridi, vizir d'Ar-Rädi Billäh 

et d'Al-Mouttaki Lilläh. 

Par 

Hartwig Derenbourg. 

|a meme lacune, que je vais essayer de combler, döpare 
le manuscrit unique de Fakhrt, conservö ä Paris sous la 
cote 2441 du Fonds arabe (pr^c^dement 895 de TAncien 
Fonds), redition Ahlwardt (Gotha, 1860), p. 331, 1. 14; 
mon Edition (Paris, 1895), p. 384, 1. 13; enfin la publication faite 
au Caife apr^s et d'apres la mienne en 1900 par la »Society pour 
Timpression des ouvrages arabes«, p. 255, 1. 16. 

La notice consacree au cinquieme vizir d'Ar-Rädi Billäh, du 
vingti^me khalife 'Abbäside, peut etre ainsi traduite*: >»Vizirat d'Abou 
'1-Fath Al-Fadl ibn Djafar Ibn Al-Fourät^ pour Ar-Rädi Billäh. 
Lorsque VAmir al-ournarä Ibn Rä'ik3 posseda la direction des affaires 




1 Le texte, dans mon Edition, commence page 383, 1. 15 

* Je crois que, ihid.^ p. 374, 1. il, il convient, pour le dernier vizir d'Al-Mouk- 
tadir Billäh, de lire ögalement Aboü *1-Fath Al-Fadl ibn Dja'far Ibn Al-Fourlt; cf. 
Al-Mas'oüdl, Mouroüifj adh-dhahah, ^d. Barbier de Meynard, VIII, p. 274, 1. 5 du 
texte et de la trad., et Ai-Tanbth (^d. de Goeje), p. 379, 1. 15; (trad. Carra de Vaux), 
p. 484; *Arib, Tabari conhnuatus (^d. DE Goeje), p. 172, dem. ligne; Ibn Khallikan, 
Biographical Didioiiary^ II, p. 359 

3 Aboü Bakr Mohammad Ibn Ra*ik, en face du khalifat impuissant et d^con- 

sid^r^, s*^tait empar^ de la toute-puissance ä Bagdad et dans les provinces. Quant 

au khalife Ar-Radl Billdh, il avait, pour ainsi dire, abdiqu^ en sa faveur en le nommant 

»tmir des emirs«: Cf. surtout Ibn Khallikan, ibid.^ III, p. 267— 271; Ibn Al-Ath!r, 

Nöldeke-Festschrift. I3 



194 Hartwig Derenbourg [2 

publiques, il conseilla ä Ar-Radi Billah d'investir du vizirat Al-Fadl 
ibn DjaTar Ibn Al-Fourät. Ihn Rä'ik s'imaginait que celui-ci lui attirerait 
les sommes les plus importantes. Ar-Rädi le manda et lui confera 
le vizirat. 

toAboü 'l-I;Jasan Thäbit ibn Sinän' a racontd au nom d'Aboü 
'l-IJousain 'Ali Ibn Hischäm ' ce qui suit: Lorsque Al-Fadl ibn DjaTar 
Ibn Al-Fourät fut investi du vizirat, je rencontrai Ibn Moukla qui dtait 
r6voqu6, qui se cachait^. Je lui dis: II est honteux pour toi, 6 notre 
maitre, que tu t'abstiennes de te rencontrer avec ce vizir et de le 
feliciter de son av^nement au vizirat. — H r^pondit: Je ne suis pas 
rassurö ä son ^gard et je n'ai nul besoin de me r6unir avec lui. — 
Je repris: 1\ conviendrait que tu lui 6crivisses une lettre, dans laquelle 
tu fexcuserais de ton abstention et tu le fdiciterais dans un langage 
qui tiendrait lieu de ta pr&ence. — Je crains, dit Ibn Moukla, qu'il 
ne me r^ponde de mani^re ä provoquer ma comparution. II me 
recita alors ces vers de lui: 

Plus d*une fois une femme in*a dit: Tu as eu tort de laisser de c6t6 ce vizir 
nouveau. 

Je lui al r^pondu : Que ta joie ne t'abandonne pas et que ta parole soit seule- 
ment juste!. 

£st-ce que mon pareil, le souci de sa personne s'accorde avec lui pour quMl se 
montre humili^, d^passant le but. 

toll etait un homme tömeraire, prodigue, ä Tarne noble, aux con- 
ceptions ^levdes, qui passa par les diverses fonctions et que les cir- 
constances ballott^rent ä travers difficultes, facilitös, extorsions et 
destitutions, jusqu'ä ce que T^tendue de son esprit, sa force d'ame 



Aam/ {6d. Tornberg) VIII, passage cit^s XI V, p. 545—546; G. Weil, Geschichte der 
Chali/en^ II, p. 663—665, 668, 669, 683, 684, etc.; Defremery, Memoire sur les Imirs 
al-onteray dans les AUmoires prhenih par drvers savanfs ä PAcademie des imcHptions 
et belles-lettres, II, p. II4, 115, 124, I26, 131, etc.; 163 

» C'est ainsi qu*il faut lire, bien que ibn se trouve dans le manuscrit. AboA 
'1-Hasan Thabit ibn SinSn fut m^decin comme son grand-p^re Thabit ibn Korra et 
auteur d'annales qui s*^tendcnt depuis 295 (907) environ jusqu^ä sa mort en 363 (973). 
Voir Ibn Al-Kifll, Ta'rikh al-houkamä (^d. Lippert), p. 109— lil; Ibn Khallikan, 
Bio^aphical Diciioitary^ I, p. 289; Slane, ibid,^ l, p. 289—290; Hammer- PURGSTALL, 
Literaturgeschichte der Araber^ IV, p. 352; V, p. 513— 514; Dr. L. Leclerc, Histoire 
de la midccine arabe^ I, p. 368; C. Brockelmann, Geschichte der Arabischen Uiteratur^ 
I, p. 324 2 Je ne suis pas renseigne sur cet 'Ali Ibn Hischdm 

3 Aboü *AH Mohammad ibn *AH Ibn Moukla a ötö vizir des trois khalifcs 
Al-Mouktadir Billah, Al-Kähir et Ar-Rädt Billah; voir mon Fakhrt, p. 368— 371 ; 375 
et 38 li Sur ses talents de calligraphe et de poMe, voir le Fakhrt^ loc,cit.\ Hammer- 
PuRGSTALL, Literaturgeschichte der Araber , IV, p. 441 — 443 



3] XJn passage tronqu^ du Falchrt 195 

et r^evation de sa pensee le conduisissent ä lever des troupes et ä 
aflronter les dangers. Ensuite il s'empara du Khoüzistan et de la 
r^gion de Bassora. Alors Ar-Rädi le nomma vizir, puis le destitua 
et confdra le vizirat ä Soulaiman ibn AHJasan ibn Makhlad, dont 
j'ai dit plus haut ce que je n'ai pas besoin de r^p^ter. II fut le 
demier vizir d*Ar-Rädi.« 

Quel ötait »rhomme tömeraire, prodigue«, qui, apres avoii* passö 
par tous les degr^s de la Hierarchie administrative, apr^s avoir connu 
les revers et les succ^s, avait atteint le plus haut titre comme avant- 
dernier vizir d' Ar-Rädi? La description du personnage ne s'applique 
evidemment pas ä Abou '1-Fath Al-Fadl ibn DjaTar Ibn Al-Fourat qui 
ne fut pas destitue, mais qui mourut ä Ramla, sans avoir 6t6 döchu 
de son vizirat, en 327 de Th^gire (939 de notre ^re), trois ans avant 
la mort du khalife Ar-Rädi Billäh.» 

II y a dans le Fakhri meme des ^l^ments qui contribuent ä 
resoudre le probleme de Tinscription omise par le copiste du manuscrit 
et, ä sa suite, par les ^diteurs successifs. F. 386 de mon Edition, 
1. 7 — 14, parmi les vizirs du khalife Al-Mouttakt Lilläh, frere et succes- 
seur d' Ar-Rädi, est cit6 Abou 'Abd Allah Al-Bandi, c'est-ä-dire le 
»»Maitre de poste«^ et le paragraphe commence ainsi: >»On a mentionn^ 
precddemment ce qui concerne ses conquetes, sa force d'äme et son 
action de lever des troupes«. Ne semble-t-il pas que ces quelques 
mots r&ument le paragraphe sur »rhomme temdraire, prodigue«? 

Apr^s ce premier vizirat de moins d'un mois, Al-Baridi fut rappele 
aux affaires par Al-Mouttaki Lilläh qui, la seconde fois, ne se Tassocia 
pas plus longtemps que la premi^re. Page 387, 1. 6, j*ai cru devoir, 
par une correction au manuscrit (üIIj en i<^^'), indiquer son second 
vizirat, tandis qu' Ahlwardt (p. 333, 1. 14) s'^tait conform^ avec 
raison ä la legon de notre original commun, oü il est parl6 d'un 
troisi^me vizirat d' Al-Baridi. Uedition du Caire (p. 257, 1. 8), toujours 
ä ma remorque, a naturellement adoptö ma rectification, que je suis 
amene maintenant ä desavouer, mon point de vue ayant ^tc modifie 
par un examen plus reflechi de la question. 



1 Ibn Al-Athir, Kämil^ VIII, p. 266; Ibn Tagrtbardi, An-A'oiidjottm (ed. Juynboll), 
II, p. 285; G. Weil, Geschichte der Khaüfen, II, p. 668 

2 Sur le sens d'Al-Barldi, voir Ibn Al-Athir, Kamill VIII, p. 136, 1. 7-12; Ibn 
Tagribardl, An-Noudjoüm^ II, p. 283, 1. 7; Quatrem^re, Ilistohe des suUans mavthuis, 
II II, p. 87; Defremery, Memoire cit^, p. 117 

13* 



1^ ^ *trr^r:]-*rcr^ . i XLi»^-r^ ttstl^h- ci * .üiirr. 












l^:^v:: cc >';^> iJH-xt-ri^is rC :ii Si riri^jilii- jt Zs-^L.rz piltjrjc e: fmar- 
C-cr, d^TL^ I«i^; -c\ > r-j-tci: i-i-ni^ jtrf iis^i^^ts A:>i>4v oe-^. ]i:5 succes- 
sc'^s s:c ^l^'•:^-J:l «\r-Ki^r2i.'i. iD'.'ir^j:: d-t m'/rt r^itjrt^^, eroportf pur 
u.:>e £. »re um ^-e^ ii-± n.is isr-* <ivvT av^iv,::;/- &on frrrc AbDu 
Yol>.v-f. le b-n s-iLi^ -~il 21^ ^^ r:,'4^:r*:, \t trcis juia 944 dfr 

Cr^^^ J^ 'r' — = J^*^ ^^'' .>^ 4'; «t Ai-'Iunrih', teitc, p. 3S9, L 7 d fc; 
trad:;ction p. 4^4; Ho Ta-gr^bi/'i';, Attualj:, IJ, p. 2^5, L 16 

Ar-I'vi;) i/i:!^h o'a ^chit;/p^, ti a Ai-5fi.k'ol'i';, MmfoU^Ij n^Jh-dhahah, VJll, p. 30a, et 
Al-'hntbth, texte, p jVy, et tfa.ducii'/ö, p, 494, ni i Jtn A]'AtL:r, A'^iw//, VIII, p. rirti, 
ni Ä P/n Jz'//>h*tdi, Ait'Sr^oitm^ JJ, p. 2^5, ni ä Ch< J>»i>*/,MEJty, Mtn}oirc eilt, 
p, 147- H9 

i lbf< Al'Ath'.f, A'^yw//, VIIJ, p, yyi et 307; ll/n Tagribard!, ^/>t-.\'*;/w> /.»«, IL 
p. ^'y|, K 15 et j6; InykiuikY, ViKm^Ar^ cit<f, p. 1J53 — 185 




Monuments et inscriptions de l'atäbek 
Lu'lu' de Mossoul. 




Par 

Max van Berchem. 

Armenien* Badr al-din Abu 1-fadä'il Lu'lu', esclave, puis 
officier de Nur al-dln Arslän-chäh I*', atäbek zenguide de 
Mossoul, etait depuis quelques annees ^ ä la tete du gouverne- 
ment, lorsquen 607 (121 1), son maitre mourant lui confia 
la regence et la tutelle de son jeune fils et successeur 'Izz al-din 
Masud II. A la mort de Masud en 615 (12 18), Lu'lu', d^s lors tout 
puissant, mit successivement sur le tröne les deux fils mineurs du 
defunt, d'abord Arslän-chäh II, puis, ä la mort de celui-ci des la 
meme annee^ Näsir al-dln Mahmud. Quand la dynastie se fut Steinte 
avec ce prince en 631 (1233)*, Lu'lu' obtint du calife l'investiture 

I D'apres Nuwairi, cit^ plus loin 

' Suivant Ibn Khaldün, depuis la mort du ministre Qäymäz, qui eut lieu cn 

595 (1199) 

3 En 616, d'apres Abu 1-fidä*; cf. Deguignes, Histoire des Iluns IIb, 245 

4 Suivant Lane-Poole, Catahgue 0/ Oricntal coitts in the British Museum (cit^ 
CBM) III, 177, Ibn al-Athir ferait mourir Mahmud cn 619, mais je ne retrouve pas 
ce passage dans le Kämil. II est vrai que c'est depuis 619 qu' Ibn al-Athir appelle 
Lu'lu' »le maitre de Mossoul« et qu' Abu 1-fidä' fait bien mourir Mahmud en cette 
annee; cf. Deguignes, Iluns IIb, 247; Weil, GcschichU der Chalifen III, 449; d'Ohsson, 
Histoire des Mmgols III, 258 (vers 617). D'autre part, la date 631, que Lane-Poole 
adopte d'apres les monnaics, est confirm^e par Abu 1-faradj, ^d. Salhani 435, et 
trad. Bruns 510 (lire 1233 au lieu de 1123). Ibn Khallikän, trad. de Slane I, 175, 
donne fin ramadän 630 (juillet 1233); Nuwairi, cite plus loin, donne 621 pour la 
mort de Mahmud et 631 pour la reconnaissance officiellc de Lu'lu' par le calife 



IqS Max van Bcrchcm [2 

au Sultanat, prit le titre royal de Malik Rahlm et dev4nt de droit ce 
qu il etait dejä de fait, le souverain de MossouL Par ses lüttes contre 
divers voisins, par son alliance avec Malilc Achraf Müsä, sultan 
ayoubite de Mesopotamie, il arrondit peu ä peu son teixitoire; plus 
tard, en se soumettant ä Houlagou', il sut parer adroitement ä la 
tourmente mongole qui renversa la plupart des trones musuloians de^ 
TAsie. II mourut apres la prise de Bagdad, en 657 (1259)', laissant 
Mossoul ä son fils ain<J Malik Sälih Isma'il, qui paya bientot de la 
vie sa dcTection du parti mongol et son alliance avec Baibars, alors 
le Champion de Tlslam. En 660(1262), les soldats d'Houlagou firent 
le sac de Mossoul et mirent cruellement ä mort Ismall et son tout 
jeune fils; ainsi finit la courte dynastie des atäbeks loulouides.^ 

Pour complcter les auteurs, nous ne possedions jusquici, en fait 
de documents officiels sur Lu'lu', qu'une riebe Serie de monnaies dont 
les legendes confirment leurs assertions sur plus d'un point, notam- 
ment en ce qui conceme ses titres et sa Situation politique: il y rend 
Hommage aux califes Mustansir et Musta'sim, aux sultans ayoubites 
Malik Kämil Muhammad, Malik Achraf Müsä et Malik Näsir Yüsuf, 



« Des 642, d*apres Maqrizi, cit^ par d'Ohsson, Mongols III, 88; Ic passage 
origiDal, que je dois ä l'obligeancc de M. Blocket, figure dans le Sulüky Paris 1726, 
fo 99^0. Sur la d^fection de Lu'lu*, Toir dans Ibn Chaddäd, cit^ plus loin, le juge- 
ment du prince de Märidfn, qui l'appelle un homme ä double face (munäßg) 

2 D'apr^s Ibn Khallikän, Abu 1-faradj, Abu 1-fidä', Ibn Khaldfln, Nuwairi et 
Maqrizi; d'apres ce dernier, d'Ohsson, Afotigols lll, ^06, dit par erreur 1258. Rachid 
al-din et Hamdalläh, cit^s plus loin, donnent 659 pour 657, erreur fr^quente; cf. 
Weil, Chali/en IV, 18 

3 Voir Ibn al Athlr, ^d. Tornberg, index (inconiplct) et dans llist. or, dts Crois. 
IIa, index; IIb, index; Nasawi, trad. Houdas 310, 412; Ibn Chaddäd chez Amedroz, 
dans JRAS 1902, 804, 808; Ibn Khallikän, trad. de Slane I, 162. 16$, 175; Ibn 
Wäsil, Paris 1702, fo 399; 1703, fo 171 (d'apres M. Casanova); Abu 1 faradj, ^d, 
Salhani, index; trad. Bruns 466, 475, 480, 510, 513, 537, 551 ä 561; Rachid al-dln, 
trad. QuATREMfcRE 299, 315, 321, 327, 361, 369, 379; Ibn Bibi dans HoirrsMA, Recueil^ 
index du vol. IV; Fakhri, ^d. Derenbourg, index; Hamdalläh Mustaufi, trad. Gantin 
435; Mirkhond, ^d. Morley 9; Abu !-fidä', ^d. Cp^« III, 119, 12555., 131, 137, 170, 
176, 189, 206, et dans HisL or, des Crois. I, index; Ibn Khaldün, ^d. Boulaq V, 268 ss., 
347s., 365; Nuwairi, Leide 2/, fo 150; Maqrizi, Sulüq^ Paris 1726, fos. d^JP, 99^°; 
trad. Blochet dans Reiue Oricttt Laiin IX, 146, et Quatrem^re dans Sultans Mantlouks 
la, 89, 164, 172, 181; Deguignes, Huus^ index; Weil, Chalifen III et IV, index; 
d'Ohsson, Mongoh III, 88, 238, 257s., 3o6ss., 344. 355 ä 367; de Hammer, Ilchane 72; 
Ritter, Erdkumit XI, 183. L'homniage d'Isma*ll ä Baibars est confirm^ par plu- 
sicurs monnaies signalt^es par Fraehn et Tiesenhausen et sur lesquelles M. Casanova 
a r(^uni de trcs curieux d^tails inedits 



3] Monuments et inscriptions de l'atabek Lu'lu' de Mossoul. 199 

au Sultan seldjoucide Kai-khusrau II, enfin d^s 656, au grand qän 
mongol Mangü, fr^re et suzerain d'Hülägü^ 

Un heureux hasard m'ayant permis de r6unir quelques inscrip- 
tions de Lu'lu', pour la plupart inedites, j'en voudrais donner une 
Edition sommaire, en attendant les trtSsors d'epigraphie qu'une ex- 
ploration methodique de la M^sopotamie r^serve sans doute ä ceux 
qui sauront Tentreprendre. 

Pendant qu*il ^tait Consul de France ä Mossoul et sur le conseil 
de M. BarrS de Lancy, Siouffi copia les inscriptions arabes de 
cette ville. Ce recueil in^dit, date de 1881, dont je posside un 
exemplaire manuscrit provenant de la bibliotheque ScHEFER, ne 
renferme pas moins de 645 num^ros. Bien qu'un grand nombre de 
ces textes soient peu anciens et sans valeur historique, il faut savoir 
grd ä Siouffi de la peine qu'il a prise et les extraits suivants suffi- 
raient ä lui m^riter notre reconnaissance *. 

A. Dans la chapelle {masär) d'Ibn al-IJasan. 

391. Au-dessus de la porte de la salle funeraire (Jiadra)^. 

A ordonn^ de faire ceci, dans le d^sir de se rapprocher d'Alläh, al-Malik al- 
Rahim Badr al-dunyä wal-dln Abu l-fad&'il, etc. 

La redaction de ce texte et le style des vers tres mutiles qui 

Taccompagnent (SlOUFFi 392) permettent de supposer que c'est la 



I Voir NlEBUHR, Description de PArabu\ pl. X; Adler, Collectio nova 87, 90; 
CastIGLIONI, Mottete di Milano 153 ss.; Fraehn, Recensio 616; Opuscula postuma I, 75, 
272; De Ilchattorum nttmis 16 s.; TiESENHAUSKN, MHatiges 1,54; Vaux dans Mirkhond, 
^d. MorleyXXVss.; Marsden, Numismata oricntalia 172; Lane-Poole, Cff J/ III, 177, 
200 SS.; IX, 305; Catabgue Oxford 7; U Caire 344; Mohammadan dynasäes 162; 
GilALlB Edhem, Caialogite des motmaies iurcomaues I05SS. ; SlOUFFi, Catabgue 1879 et 
SttppUmcnl 1891; Markoff, Imentaire Ermitage 422; Casanova, Inventaire adledion 
princesse Ismail 76; d'Oppenheim, Vom Mitlclmeer zum persischen Gol/M^ 161. Sur les 
titres de Lu'lu', cf. Ihn al-Athir, ed. Tornberg I, 6; Hist. or. des Crois, IIb, 373 

a Le recueil SlouFFl est r^dig^ en arabe, avec une traduclion parfois inexacte 
et des notes en fran^ais. Je reproduis les textes tels qucls, avec un petit nombre 
de corrections Evidentes, et je n'en traduis que les parties essentielles ; les numöros 
sont ceux du recueil 

3 Dans une note, Siouffi explique hadra, demeurc ou residettce, par »le licu oü 
un Saint est inhum^, la salle oü il rcpose, son cadavre«. Ce sens vulgaire est 
aussi connu en Asic Mineure ; voir le demier texte du recueil ^pigraphique d'Oppen- 
heim (mon memoire sous presse) 



200 Max van Berchem [4 



copie d'un texte original disparu, supposition qu*un examen sur place 
pourrait seul confirme'r. 

401. Sur les quatre murs de la salle funeraire. 
Ift-Ö ^LiJ\^ li^U ^^Ujo ^\ — Cora7i XVIII, 29 <U.».*4a-> 

^?hol\ j:jf/j\ J>UJ\ ^UJ\ "<^>t^yi ^i^UJl ^1 y^ ^^^yi ^iuUl a^jiJ\ 
^^LuNJ j$^ c^.w^^^ LJ^^ ;^ ^^^^ /liJl i^l^l ooblJ-^ ^r**^^ 
^^jJ\ i)y^ L^*^ 0^7-*^^ kyiU\ J3*ü> ^^jy^Ji\ ybls ^^^>^J^u*Ji^ 
^^ ^-^>u«yjxj\ L-A-^aJU (sie) oJ^.wxJ^ iJj^Äi- Ly*^ cx^W^^ <3^^ r*^'-* 

-l3 ÄJl •^U >LL.Ji^ ^^^\ ^^^Lc >^\ ^^U. JlkJi ^ ^yikJJ J.^^\ 
»e-yUJ^^ JJ;-^^^ *^^^ [lacune] lailÄ. ÄJ^jJ\ ^»-^t*^* dSM\ yL> ÄJiM\ 

6^^^JkxJ^ ^ 55U* 4^ Loi ^^u ^T jiß\ ^y..^ ^u^ ^o^y^. 
jlij cr-^^^ r^^ rt-^ ^^ ^^^ c^^ ^^ J!)LaiU\ yf ^^\ 7^iji 



» CVrt« XLII, 22 fragment; pour les mots pr^cödcnts, cf. III, 98 

2 Plutöt C-Jj-äJI^ ^r^^'t voir les inscriptions suivantes 

3 Au Heu de ^S^yJ^^ correction confirmee par Tinscription de Munich publi<$e 
plus loin. Sur d'autres exemples du titre persan pahlawän djahän^ hhbs du tnoftde, 
voir plus loin, la note 7; CIA I, no. 95, et les inscriptions d'Ämid dans les recueils 
d'OpPENHEiM et I EHMANN (mes deux m^moires sous presse) 

4 Au Heu de . . t-o\, correction confirmee par le texte de Munich; sur d'autres 
exemples du titre turc tnändj, homnu de confiauce^ voir la note 7 

5 LcQon confirmde par Munich; sur d'autres exemples de ce titre et de ses 
variantes qutUig atäbfk, alp ijutlug bek^ voir la note 7 et mes luscriptions arabes de 
Syrie 29 

6 Sur d'autres exemples du titre turc (ogrul-iekui ^ fattcon prince^ voir la note 7 
et la discussion de Lane-Poole, CBM III, XVIII ss., qui le tient pour un double 
mm propre des atäbeks de Mossoul sur les monnaies desquels il figure; tel est aussi 
l'avis de M. Houtsma, auquel je dois d'importants d^tails sur ces divers titres turcs. 
D'ailleurs, on le trouve plusieurs fois comme nom propre dans Ibn al-Athir, ed. 
TüRNBERG, index, et les formations analogues Alptekln, Tugtekin, etc , sont bien 
des noms propres. Toutefois, comme il figure dans le protocole d'au moins cinq 
atäbeks zenguides (voir la note suivante), il est permis, sans jouer sur les mots, de 
le considdrer ici comme un titre dynastique\ c'est ainsi que les noms de Cdsar et 
d'Auguste sont devenus des titres impdriaux. En eflfet, c'est comme titre que togrut- 
tckJn figure dans le protocole des Zenguides; sinon, au lieu d'etre invariablement 
place devant le titre atäbek^ il se trouverait apres^ soit avec le nom propre personel 
du titulaire 

7 Sur le titre atäbek, pere prince (et non pere du prince\ voir Fraehn, Opusaila 
postuma II, 73; Defrkmerv, M^moires d'histoire Orientale I, 117, et les sources eitles 
dans CIA I, 290, n. 3. Dans la titulature arabe, il figure toujours sans l'article, bien 



5] Monuments et inscriptions de l'atabek Lu'lu' de Mossoul. 20I 

^ ^UjUa}^ 0<t*^^^^ CX**> ^^i.Uo s ^ . ^ I<o j^ 

A ordonn^ la construction de cet ^ (ödifice) le pauvre serviteur ... al- 

Malik al-Rahim . • . Badr al-dunyä wal-dln . . . le höros du monde, le Chosroes de 
riran, le seigneur guerrier, le ministre, Theureux prince, Togrultekln, le tres grand 

atäbek, Abu l-fadä*il Lu*lu*, fils de 'Abdallah, Tauxiliaire de remir des croyants 

et cela dans les mois de Tann^e 646 (1248 — 49). 

B. La porte de la ville appel^e Bäb Sindjär est decor^e d*in- 
scriptions de Töpoque ottomane et de plusieurs bas-reliefs: un Hon 
dechirant un büffle (?), un li^vre(?) poursuivi par un lion, en deux 
exemplaires, un homme assis tenant un croissant, cette demiere 
figure pareille ä celle frapp^e sur certaines monnaies ortokides*. 



que d^termin^; voir mes Inscriptiom arabes de Syrie 29. La s^rie des titres persans 
et turcs donn^s ici ä Lu*la* figure identique dans une inscription de Baalbek attribuöe 
par M. SoBERNHEiM (travail sous presse) ä l'atabek Zengi, le fondateur de la dynastie» 
et avec deux variantes (sans alp }räzi et qutlug au lieu de qutbtg bek) dans une inscrip- 
tion sur une coupe de la collection SarR£ ä Berlin, au nom de Tatäbek Mahmud de 
Djazira, enfin, probablement sans les titres alp gäzJ et togrul'tekin ^ dans une in- 
scription d'Ämid au nom de Tortokide Mahmud; voir mes mömoires (sous presse) 
sur les recueils d'Oppenheim et Lehmann 

« Cet^e Observation tend ä prouver que ces sculptures sont contemporaines de 
Lu'lu\ £n efTet, l'homme au croissant figure sur des monnaies non pas ortokides, 
comme le dit SlouFFi, mais zenguides (et houlagouides), et pr^cis^ment sur quelques 
types de Lu'lu', ainsi que sur son plat de Munich, d^crit plus loin, sans parier d'un 
grand nombre de cuivres gravis de l'^cole dite de Mossoul, ä repr^sentations plane- 
taires et zodiacales; voir Adler, op, dt. no. 64, pl. IV; Castiglioni, op. ciL pl. VI, VII 
et IX; Fraehn, Recensio 616; Opuscula postuma I, 77; II, 104; Vaux, op. dt. pl. III; 
Lane-Poole, CBM III, pl. X et XI; VI, pl. II; Edhem, op. dt. pl. VI et VII, et 
d'autres m^moires numismatiques cit^s plus haut; DE Hammer dans Mines de 
r Orient I; Reinaud, Monuments Blacas II, 381, 41 3; Lanci, Tratiato delle simboliche rap- 
presentanze, pl. I ä UI, V ä VII, IX, etc. 

On sait que l'homme assis dans un croissant est Tembleme de la planete Lune, 
associ^e ou non au signe du Cancer. D^s lors, cet embl^me figurd sur des monu- 
mcnts et des monnaies de Lu'lu' ne pourrait-il pas etre rapproch^ de son surnom 
Badr al-din, »pleine lune de la religion«, et consid^r^ comme un exemple d'armes 
parlantes? C'est ainsi que l'embl^me de la planfete Mars, un guerrier tenant un 
glaive et une tete coupee, figure sur des monnaies de l'ortokide Yuluq-arslän, sur- 
nommö Husäm al-dln, nglaive de la religion«, et que l'embleme du Soleil associ<§ au 
Lion, si fr^quent dans les monuments mödi^vaux de l'Asie ant^rieure, se voit sur une 
inscription de Mayyafäriqln au nom de Tayoubite AyyOb, sumomm^ Nadjm al-dln, 
^astre de la religio];!«. J'indique en passant cette hypothese, sans m'y arreter 

Quant au lion dechirant un büffle, ce vieux motif assyrien hgure sur divers 
monuments mödi^vaux de l'Asie antörieure et il n'y a rien d'^tonnant ä le retrouver 
au XIII« si^cle ä deux pas de Ninive 



202 Max van Berchem [6 

539. Sur une pierre sous la voüte int^rieure de la porte, ä droite 
en entrant; cette inscription est dispos^e sur les quatre cotes d*un 
carr6, les derniers mots au centre. 

(C6t6 gauche) [Cot^ sup^rieur effacö] jJl^jo ^\ (Cot^ droit) 
^j^>^\ J-^^^ c^.^^ fcXÄ**> ciy^ (Cöt6 inf^rieur) »^-oi j^ o<t^^ ^ ^^^ 
^yy JfitojJl ^\ (Centre) dJ>U.X*ü^ ^^^.^.ju^l^ j.ä.\^ ^O^ 

A ordonn^ de bdtir cct (^difice) .... Abu 1-fadä'il Lu'lu* . . . (le glaive? du 
prince) des croyants . . . Sous la direction de Sa'd al-dln Sunbul(?), serviteur de Badr 
(al-dln Lulu'), Tann^e 641 (1243—44). 

U semble inutile de chercher dans les chroniques le directeur 
des travaux, Sa'd al-din Sunbul al-Badri, car la lecture de ce nom, 
qui se retrouve dans un fragment d'inscription du mazär dlbn al- 
yasan (SlOüFTl 397), ne parait pas tout ä fait certaine. 

C. Du palais de Lulu*, aujourd'hui Qarä Seräy, situe sur la rive 
droite du Tigre^ il ne reste que deux salles; la salle sud ne renferme 
pas d'inscription. 

541. Sur les trois faces conservees de Tautre salle, ä quatre ou 
cinq metres au-dessus du sol. 

jj^\ J>UJ\ ^UJ\ ^.^j}\ cOJl viUa\ Jj^l U'^yJ y.., dJL,-^ 

^^-^^ ^^.jJ\^ *^^^ J^ kJi)^^ J^^^^ k>\^l JJblJ»^ jy»aJ^\ ylla-Jl 

^[la fin m^^que 

Gloire h notre maitre, le mattre, le souverain, al-Malik al-Rabfm Badr 

al-dunyä wal-dln, etc. ^ 

542. Au fond de la meme salle, autour d'une grande arcade 
ouverte au-dessus d'une porte muree. 

do\j[\ c^JjJ^^ LJjJI [^]jo ,j,..^yi dö^\ CUM ^yJ\ li^^ y 

Gloire ä notre maitre, le maitre, le souverain, al-Malik al-Rahira Badr al-dunyä 
wal-din l'atabek Abu 1-fadä'il Lu'lu*, fils de 'Abdallah, le glaive du prince des 
croyants! 

Au-dessus du no. 541, un bandeau d'un decimctre de largeur 
court sur les faces de la salle, renfermant une inscription en caracteres 
fins et illisibles. Au-dessous du no. 541 s*allonge une rangce de per- 
sonnages assis, sculptds en relief, d'environ 20 centim^tres de hauteur, 

1 Observation superflue, toute la ville s'devant sur la rive droite. Les ruines 
du palais sont pr^s de la citadelle, au nord de la ville; voir les descriptions des 
voyageurs et le plan de Niebuhr, cit(^s plus loin 



7] Monuments et inscriptions de l'atäbek Lu'lu' de Mossoul. 203 

pareils ä ceux qui figurent sur certaines monnaies ortokides\ Plus 
bas encore court un dessin en forme d'arcades entrelac^es, montrant 
des traces d*une Venture fine et illisible. 

543. Sur le mur ext^rieur des remparts attenant au palais et 
faisant face au Tigre. 
J>UJ\ ^UJl ^.^j}\ ^aj\ ü^^ i()L-J\ ch^\ *JwA ii^Ujo yt\ 

^ [la fin manque . . . '^]^^ (3 ^^^ ^^^ 
A ordonn^ la construction de cet ^difice b^ni notre maitre al-Malik al-Rahim . . . 
Badr aldunyä wal-din . . . Abu 1-fadä'il Lu'lu', Ic glaive de l'emir des croyants . . . 
et cela soüs la direction de . . . 

En 1880, M. Sachau a relev6, sur la porte d'un caravanserail 
en ruine entre Sindjär et Mossoul, le Khan al-harärät, les restes d'une 
inscription tres mutil^e*. 

^jo ^jUJ\ yLi'-Jl ^,\j^\ 3jjblaE^^ jyAJ^\ (Sur la porte) 

Ayc\ ^*XX^ cu»y\ JJ\> ^r^J c^^^^ ^^^) cy^ f>J-^\ >^y (A gauche) 

^[. . . (?)^1] JU>r ^"^1 d^^\3\ ^^\^ J5^\ 
Bien que ce fragment ne renferme ni date, ni nom propre, le 
surnom Badr al-dunyä wal-din et la plupart des titres, notaniment 
atabek al-azam, se retrouvent textuellement dans les autres inscrip- 
tions de Lu'lu'. C'est donc avec raison que M. Sachau attribue la 
construction du khän ä ce prince, dont les possessions s'^tendaient 

' Cette Observation est exacte; voir les sources numismatiques 

2 Voir Sachau, Reise in Syrien und Mesopotamien 334, avec quelques corrcctions 
suggerees dans les notes suivantes 

3 Au lieu de JJbIjtJl 

4 Au lieu de «-^-äuo 6 Au lieu de ^^^^\ ,^yiX^\ jXi\ 

5 Ccs mots semblent cacher un titre tel que malik ou ^ähib al-iraqain^ le maitre 
des detix 'Iraq^ l'arabe et le persan; cf. dans CIA I, 127, le titre sultän ahUräqain 
du Sultan mamlouk Qaläwfln, titre qu'un peu plus tard Ibn Batata, ed. Defr^mery 
II, 114, donne au sultan houlagouide Abu Sa'Id 

7 Au lieu de ^».^C-**) -j. I.e titre Rüstern de cet agc, bien qu'il me soit inconnu, 
convient ici; cf. iskandar al-zamän^ r Alexandre de son äge^ et d'autres titres analogucs 
dans CIA I, 710, n. 2 



204 



Max van Berchem 



[8 



bien au delä dans Touest, puisqu'il prit successivement Sindjär, Nisibe 
et Därä; du reste, en voici la preuve ^pigraphique. 

En 1893, M. d'Oppenheim a releve, sur une des piles d'un grand 
pont de pierre en ruine qui traverse le Khäbür ä 'Arbän, ä Touest 
de Sindjär, quelques mots d'une belle inscription mutilee, rehaussee 
d'ornements sculptes dans la pierre^ 

jy.a;^\ ^^ikj\ ^LiJ\ ^..^1 cu^\ ^>b . . . ^* ^\ . . . <)d.^^^ 

^ k>\^\ jJbU:^^ 

Ici encore, ä defaut d'une date et d*un nom propre, le surnom 
Malik Rahim permet d'attribuer ä Lu*lu' ce beau monument. 

La Biblioth^que royale de Munich possede un grand plat de 
cuivre grave et damasquine d*argent, dccore d'inscriptions, de rinceaux 
et d'entrelacs, de personnages, griffons et signes du zodiaque dis- 
poses en zones concentriques, d'un style admirable, qui provient du 
butin pris aux Turcs ä Bude, en 1686, par Telecteur Max Emmanuel 
de Baviere. 







Les inscriptions comprennent: un grand bandeau circulaire A, 
gravc sur le bord exterieur du plat; le fragment B, grave dans le 
plat, entre le d^cor et le bandeau A; les Fragments C, D, E, F, graves 
ä Tenvers du plat, en quatre endroits differents et sans lien apparent 
entre eux. Ces textes ont ete publies par divers savants, qui en 



1 Voir d'Oppenheim, op. äi. II, 21 



g] Monuments et inscriptions de l'atabek Lu'lu* de Mossoul. 205 

ont lu correctement certaines parties, mais, se trompant sur les titres 
principaux et les noms propres, ont propose les attributions les plus 
fantaisistes '. La figure ci-jointe reproduit les parties essentielles du 
bandeau principal A d'apr^s des calques pris sur ToriginaP. 

\^\^\ jjbls^^ J>U}\ ^UJI ^..^^)\ ajLj\ ^IkJu^Jl ü^^ jk (A) 

ÄJ^jJ\ ^1.^^* (Jl«-J^ ^iUi >UäJ\^ l^*^^ l^^ ^^^^ 7*^ CXi^^-**^^^ 
^\^J J»/-*^ o'^xÄ. o^y^. ^^>^*%^^ Äi^\ JyLo il^\ J^ äIj\^ü 
pp J2>UaiJI yf S-y^b 3^^ ^y^ J^f' ^ 5^^' <>^3 ^^^ »^^ 
^.^Jüü\ AX^jo ja\ U-c (C) c»***^ C^ vX-^-aS* (B) ^;^>JUpJl ^^^1 ^L44*Ä. 
.s\J\yL Soy»A^\ si^y^^^ ^ß *^y^ ^^ cy^""^ yy 

<r^yt (F) J?.^^ ^J J-J^^ ^^^^ (E) or^^^ c^ cr--^^ (D) 

Gloire ä notre maitre le sultan al-Malik al-Rahim Badr al-dunyä wal-din 

Abu l-fadä'il Lu'lu*, le glaive de V6miT des croyants, Muhammad, fils de 

'Absün3. Voici ce qu'a fait fabriquer le pauvre Lu'lu*, pour la chaste princesse 
Khawänrah4. 



1 Voir dans les Jahrbücher der Literatur 1830, Anzeigeblatt no. 49, 9ss., un 
articie de Flügel en collaboration avcc de ILvmmer, r^sum^ dans Das Inland 1830, 
495 ss.; Lanci, op, eit. II, 169SS. et pl. XLVIIL Pour justifier ma critique, il suffit 
de dire que les premiers attribuent rinscription ä un certain Qutlug Enbänedsch au 
XII« sifecle et le dernier, au sultan Hülägü lui meme ! Seul le dessin de Lanci est 
pal^ographiquement exact, bien qu'il rende imparfaitement le style des caracteres 

2 Si j'ai pu retrouver ce plat, non sans peine, dans les collections munichoises 
et donner un texte döfinitif de ses inscriptions, c'est grAce ä M. Thiersch, de 
l'universit^ de Munich, auquel je dois des photographies du plat et un estampagc 
du fragment C, ainsi qu'aux directions du Musee national et de la Bibliothfeque 
royale de Munich, ä MM. Graf, de LaubmAnn, Halm et Glauning. Je dois ä ce 
dernier, notamment, un excellent estampage du bandeau A tout entier, lequcl, com- 
pare aux photographies de M. Thiersch et ä la planche de Lanci, ne laisse pas le 
moindre doute sur la lecture de ce texte; qu'ils reQoivent tous ici l'expression de 
ma gratitude 

3 Ce nom est ^crit distinctement ^y**^^»^, sans point diacritique h. la deuxieme 
lettre. Avec Flügel et Lanci, je lis '/llsün, comme d^riv^ de 'A^s; cf. 'Abdün et 
*Abd, Peut etre faut-il lire ^^^^-4**^ ^Isnn\ cf. Ibn al-Athir, ^d. TORNBERG, index 

4 Ce nom parait ^crit distinctement »lj->\^aL, avec un seul point diacritique 



206 Max van Berchem [lO 

Al'Hasan, fils de 'AbsQn. L'humble serviteur Aibak le Long. Pour le cellier 
d'al-Badri ». 

Sans chercher ä döterniiner le role des divers personnages nom- 
mes dans les cinq derniers fragments, dont il n'est pas facile de 
retablir Texacte succession*, bornons-nous ä noter que ce magnifique 
objet d'art appartient au regne de Lu'lu', dont le protocole, rapproche 
de celui de son inscription dans la chapelle d'Ibn al-IJasan ä Mossoul 
(SlOUFFl 401), prend une valeur inattendue. 

II y a quelques annees, j*ai releve l'inscription suivante, gravee 
dans quatre compartiments, sur un plat de cuivre döcore qui se 
trouvait alors dans le commerce ä Paris et que j'ai perdu de vue; 
autant qu'il m*en souvient, les caract^res etaient pareils ä ceux du 
plat de Munich. 
y^.W ^^\ J>UJ\ ^UJ\ ^.^j}\ viUJl ^IkJu^Jl ü^^ ^ (I) 

jC^ ^^^^uJUm^I^ ^)LyS^\ C^(2)^ C^.^b ^"^^ J"^ ^^^\ JJbla^^ jyAJ^\ 

w jJJl JjL^ cr^y^^ y<A r^^ pp J!jUiJ\ J (sie) (^yUi ^\ 

Gloire ä notre maitre le sultan al-Malik al-Rahim Badr al-dunyä wal-dln 

Abu l-fadä*il Lu'Iu', le d^fenseur de P^mir des croyants, etc. 

II est interessant de comparer ce protocole avec ceux de Tin- 
scription pr^c^dente et de SlOUFFl 40 1; les variantes s'expliquent 



1 Le relatif alhadri ne peut dösigner ici Badr al-din Lu'Iu* lui-meipe, car le 
texte porterait alors ^j^xJl «lilsL <,^\-^iiJI, »le cellier de Badr al-dln«; voir 
rinscription suivante. Ou bien c*est un relatif d'apparfenance d^signant un serviteur 
de Lu'lu' appel^ badri^ c'est-ä-dire appartenant ä Badr al-din^ ou bien c'est un relatif 

formel dösignant un personnage quelconque appel6 badrit forme vulgaire du surnom 
Badr al-din; sur ces deux genres de relatifs, voir CIA I, index ä relatif, Dans Tun 
et Tautre cas, il s'agit d*une marque de propriötaire gravee apr^s coup, puisque le 
plat a ^tö fabriqu^ pour une princesse, et ce detail est confirm^ par le style des 
caracteres; voir la note suivante 

2 Le fragment B, damasquin^ d'argent et de meme style que A, pourrait etre 
la signature originale de Tartiste. Le fragment C, de meme style aussi, paratt etre 
restanipilU originale, la marque du premier propri^taire, c*est-h-dire de la princessc 
pour laquelle le vase a ^t^ command^ par Lu'lu', supposition confirm^e d'ailleurs 
par rinscription. Les trois demiers fragments, autant qu'on peut en juger sur une 
Photographie et d'apr^s le dessin de Lanci, sont des graffiies^ c'est-Jl-dire des marques 
grav^es apres coup, en creux et en caracteres cursifs 



1 1] Monuments et inscriptions de l'atäbek Lu'lu' de Mossoul. 207 

peut-etre par une difförence de date. Au revers, une marque de 
proprietaire a ete gravee en creux, d*une öcriture plus fine et plus 
cursive, comme sur le plat de Munich. 

^do>«xJl jL3J^\ SÜLL c^L^l A^Mjp 
Pour le cellier de Malik (Rahim) Badr (al-dln Lu*lu*). 

La place me manque pour donner de ces textes un commen- 
taire complet et ddfinitif, pour lequel il faut attendre d*ailleurs les 
resultats de nouvelles explorations; je me borne ä signaler les points 
sur lesquels ces inscriptions jettent quelque jour. 

Paleogt'aphie, — Le seul texte dont je possede un fac-simile, 
celui de Munich, montre le caractere naskhi dit ayotänte^ c'est-ä-dire 
ce type arrondi qu*on trouve dans les inscriptions de l'Asie occiden- 
tale et de l'Egypte, de Nur al-dln et de Saladin jusqu'ä Baibars*. 
Ici, c'est la variete plate et large qui figure sur la plupart des objets 
de cuivre de la premiere moitie du XIII* si^cle. Quant aux inscrip- 
tions monumentales, leur caractere rappelle probablement celui des 
textes, ä peu pr^s contemporains, sculptes sur les murs d*Amid, au 
nom du sultan ortokide Mahmude 

Histoire, — Si les inscriptions de Lu*lu' ne fournissent aucun 
fait nouveau, elles ont une valeur diplomatique par les titres officiels 
qu'elles renferment. Ces titres, qu*il serait trop long de discuter ici 
en detail, pourraient se classer en deux categories: i** Ceux qui fönt 
partie du cycle sunnite, c'est-ä-dire ces titres, de couleur plutot reli- 
gieuse, qui se rattachent aux institutions musulmanes; tels sont, avec 
le sumom en al-dln, la plupart des epithetes et des titres composes, 
enfin le titre en amlr al-mu'minJn, qui marque la Situation du titu- 
laire vis-ä-vis du calife, titre moitie religieux, moitie politique, formant 
comme un trait d'union entre cette categorie et la suivante3. 
2^ Ceux qui se rattachent ä la Situation politique du titulaire et qui 
rappellent les origines de son royaume, issu d'un fief seldjoucide; 



> Voir mes Inscriptions arabes de Syrie 34 ss; CIA I, index ä naskhi, etc. 

2 Voir mes mt^moires (sous presse) sur les recueils ^pigraphiques d' Oppenheim 
et Lehmann 

3 Voir CIA I, index ä iitrts sunniies et titres en amlr al-mu^mimn, On observera 
que Lu'lu* est appel^ tantot husäm, tantot ncifir, tantot na^r amlr al-mu^minin\ ces 
variantes n'ont rien d anormal, car elles sont frequentes dans les protocoles de cette 
^poque 



208 Max van Berchem [l2 

tels sont, avec le surnom en malik, les titres turcs et persans etudies 
plus haut, enfin les titres sultaniens, qui forment une classe ä part et 
meritent une etude speciale'. 

Quant aux dates fournies par les inscriptions de Mossoul, 641 
pour la porte de Sindjär et 646 pour le mazär d'Ibn al-yasan, elles 
n*ajoutent rien ä Thistoire et leur valeur est purement arch^ologique. 

Archeologie. — Les inscriptions de Lu*lu' permettent de dater 
les monuments qui les portent, exactement pour les deux constructions 
qu*on vient de nommer, approximativement pour les autres; ce fait 
ne prendra toute sa valeur que lorsque nous aurons des releves 
exacts de ces monuments. En 1766, NiEBüHR d^crivait ainsi ceux 
de Mossoul: »Aucun prince mahometan (de Mossoul) ne s*est rendu 
aussi c^l^bre par des bätiments qu'un certain Lu'lu*, au VII* siecle 
de rh^gire. II fit batir Kara Seroi (SiOUFFi 541 ä 543), un grand 
edifice (dans Tangle nord- est de Tenceinte, au bord du Tigre), actuelle- 
ment en ruine... Dans ce palais, je trouvai ä mon grand etonnement 
80 ä 100 figures hwnaines; mais pour la plupart^ on leur a coupc la 
tete et il y en a d* autres qui sont encore plus endommagees, Elles 
ont toutes les malus croisees et sont dans une rangee, Vune a ebte de 
rautre, et se ressemblent si fort que le statuaire semble les avoir im- 
prwiees dajis la chaux, dans une 7neme forme. Lu'lu' a aussi fait 
batir la madrasa ou College (au sud du palais), de meme qu'un 
süperbe ödifice sur le tombeau d*un saint nomme Yahyä ibn al-yasan 
(au nord du palais, SlOUFH 391 et 401) ... . LuMu', qu'on pretend 
avoir fait elever toute une chaine de magnifiques edifices^ depuis la 
madrasa jusqu'ä la muraille de la ville, prit ce tombeau aux chre- 
tiens . . . Au dedans, j'observai, tout autour de la muraille, une large 



I D<^tail curieux, le litre de sultan grave sur les deux plats de cuivrc ne figure 
pas dans les inscriptions de Mofsoul dat^es de 641 et 646, bien que Lu'lu', d'apres 
Abu l-faradj et Nuwairi citds plus haut, ait regu du calife l'investiture comme sultan 
des rannte 631. II faut remarqucr ä ce propos que les auteurs emploient couram- 
ment le terme de sultan, comme nous celui de prince, dans. un sens beaucoup plus 
large que la valeur diplomatique de ce litre. II se pourrait donc que Tinvestiture 
n'ait eu Heu qu'aprfes 646 et que les deux plats n'aient ^t6 gravös que plus tard. 
Un curieux detail qui semblerait confirmer cette Hypothese, c'est que le titre sulfän 
al-isläm luai-musiimln^ qui figure aussi dans l'inscription de Munich, se retrouve sur 
quelques monnaies de I.u'Iu', mais seulement sur Celles, frapp^es en 656, qui recon- 
naissent la suzerainet(? du grand qän mongol, comme si Lu'lu* eüt re^u de Mangü 
le titre de sultan en behänge de sa soumission. Sur sa diplomatie, voir p. 198, n. i, 
et l'anecdote caractcristique rapportee par Fakhri, ed. Derenbourg 65 



13] Monuments et inscriptions de Tatabek Lu'Iu* de Mossoul. 209 

rangee de marbre et au-dessuSy des giarlandes fort joliment taillees, 
Les inscriptions sont ici taillees en dedans, sans cela les mahometans 
ont coutume de les faire en relief ... Je trouvai aussi ici un rang 
d'inscriptions dont les lettres sont formees en terre grasse et 
cuites<« \ 

Les descriptions trop sommaires, mais concordantes, de NiEBUHR 
et de SlOUFFl fönt pressentir dans les ruines du quartier nord de la 
ville, autour de la citadelle, les restes d'une curieuse architecture, 
d*une decoration plus curieuse encore, enfin d*une iconographie musul- 
mane qui, rapprochee des figures sculpt^'es sur les murs de Konia, 
d'Amid et d'autres villes de cette region, ainsi que de Celles gravees 
sur les monnaies et les cuivres d'art des Seldjoucides, des Ortokides, 
des Zenguides et des Ayoubites, prend, il faut bien Tavouer, une 
valeur inattendue. Dans ce coin d*Asie, la »hettitische Ecke« de 
M. Strzygowski, il y eut au XII* et au XIII* siecles une ecole de 
sculpture qu'on n*a pas assez remarquee*. De NiEBUHR ä SlOUFFl, 
deux generations d'archeologues ont fouille le sol de Ninive, ä deux 
pas de Mossoul; mais les sculptures des monuments de Lu*Iu' sont 
encore inconnues; peut-etre est-il trop tard pour les relever^. 

Enfin les plats de Lu'lu' appartiennent ä cet art du cuivre qui 
fleurit surtout au XII* et au XIII* siecles, oü la representation figuree 
joue, eile aussi, un role important et qu*on appelle ecole de Mossoul, 
precisement. Bien que ces cuivres aient donne Heu ä de nombreux 
essais, il reste ä faire une etude critique et definitive sur Torigine, le 



1 Voir NiEBUHR, Voyage cn Arahie II, 292 et le plan de la ville, pl. XL VI 

2 Les figures mon^taires ont donn^ Heu ä de nombreux travaux sans que leur 
origine paraisse suffisamment ^claircie; citons seulement les noms de Adler, Casti- 

GLIONI, LaNCI, REINAUD, DE LONGPKRIER, LaVOIX, FRAEHN, BaRTHOLOMAEI, BERG- 
MANN et de MM. Karabacek, Lane-Poole, Nützel, Sarre, Migeon. Quant aux 
sculptures, les documents ^pars dans les relations des explorateurs et ceux qui sur- 
gissent de partout, depuis l'ouverture des chemins de fer d'Anatolie, n'ont pas encore 
^t^ soumis ä une ötude m<^thodique 

3 Parmi les autres auteurs qui signalent en passant les monuments de Lu*lu' ä 
Mossoul, j'ai consult^, sans y relever aucun detail nouveau: Ritikr, Erdkunde XI, 184, 
197; Opfert, Expedition en Mcsopofamie I, 78; Binder, Kurdistan 235; MÜLLER- 
SlMüNls, Armenie^ Kurdistan et Mcsopotamie 383; d'Oppknhkim, op, cU, II, 175; CuiNKT, 
Turquie d'Asie II, 822. Seul Ain'swortii, Travels and Kesearches II, 124, Signale et 
reproduit une curieuse tele de femme provenant de ces monuments; n'ayant pas sous 
les yeux ce dessin, que je cite d'apres RriTER, j'ignore s'il s'agit d'une sculpture anti- 
que ou m^di^vale; voir la note suivante 

Nöldeke-Festschrift. \a 



2IO M. V. Berchem, Monuments et inscriptions de Tatäbek LuMu' etc. [14 



döveloppement, la distribution g^ographique, Ticonographie et la 
d^coration de cette ^cole artistique*. 

« L'hypoth^e d'une icole de Mossoul repose sur ces trois faits: \^ Les cilibres 
mines de caivre des hants bassins du Tigre et de l'Eaphrate; 20 an passage du g^o- 
graphe Ihn Sa*id vantant, vers 1270, les objets de caivre de Mossoal qu*on exporte en 
divers pays, passage signalö par de Longpärier, Lavoix, MM. Rey et Migeon, mais 
qu'on n*a pas cito intögralement et qae je n'ai pas encore pu vörifier; 30 les cuivres 
d'art assez nombreux qui sont sign^s d'artistes de Mossoal {al-maufiK), Sans nier la 
valear de ces arguments, il est permis d'observer, qaant aa premier, qa'an grand nombre 
de villes d'Asie Minenre et de M^sopotamie, toat aussi voisines qae Mossoal des centres 
caprif^res, ont va fiearir chez elles Tindastrie des caivres d'art, sans parier de Damas, 
du Caire et de tous les grands centres musulmans oü cette Industrie est signalöe. Quant 
aax deux aatres arguments, ils prouvent simplement que les cuivres d'art de Mossoul 
ötaient c^l^bres au XIII« si^cle et que les artistes de cette Tille, oü qu'ils aient travaill6, 
avaient int^r^t \ signaler leur origine. Mais ils n'autorisent pas k classer dans une 
icole aussi limit^e g^ographiquement tous les caivres qui prösentent les memes caract^res 
artistiqnes; du moins ce terme ne doit-il etre employ^ qa'avec une prudente r^serve. 
Dans un memoire oü j'ai r^uni des documents ä ce sujet et cito les travaux ant^rienrs, 
y, As., X^ s^rie, III, 20 ss., j'ai relev^ ce fait significatif que nous ne connaissons k 
ce jour qu'un seul cuivre dont on puisse affirmer qu'il a €x€ fait ä Mossoul meme; il 
est certain que, s'il en existe d'autres, ceux de Lu'lu' doivent en etre. 

Depuis l'impression de ces pages, M. Sarre, dans Jahrbuch der Kgi. preuss, 
Kunstsammlungen 1905, Heft II, et M. Migeon, dans Gazette des Beaux-Arts, 3« p^r., 
XXXIII, 441 SS., ont publik de curieux fragments de terre cuite ä figures de personnages 
et d'animaux, qui proviendraient de la r^gion de Mossoul au d^but du XIII« si^le, d'apr^s 
plusieurs indices concordants. M. Sarre m'öcrit que la tete de femme relev^e par 
AiNSWORTH dans les monuments de Lu'lu' (voir note pr^c^dente) appartient au meme 
groupe. Cette importante Observation fixe un jalon pr^cis pour l'origine de cette icono- 
graphie, qu'il est permis d^s lors de rattacher au nom de Lu'lu' 




The Kitäb Ghalat ad-Du'afä' of Ibn Barri. 



By 



Charles C. Torrey. 




bü Mohammed 'Abdallah ibn Barr! ibn 'Abd al-Jabbär al- 
Maqdisi al-Misrl was born in Cairo in the year 499(1106), 
and died there in 582 (1187)/. His biography is given 
by Ibn Hallikän (Cairo ed. 13 10, I, 268 f.; Slane'S Trans. 
II, 70 ff.), and a brie/er notice is giyen in SuyütVs Husn al-Muhädara 
(the Cairo lithograph, I, 245). There is also an account of his life 
(still unpublished) by Ibn al-Mulaqqin, as I learn from Professor 
GOLDZIHER». 

Ibn BarrI enjoyed an extraordinary reputation, during his life- 
time, as an authority in matters of Arabic philology, and since his 
death he has generally been regarded by native scholars as the most 
learned man of his generation. Ibn Hallikän says of him: dLc^ ^ 
jyb> <)>l>3 ^^3 JäiU*^ ^f^\ and Suyüti: ÄjUJ\^ ^7*^^ ^ ^^ lx*»^^ 
^U) ^3. In Maqqarl 1,619 i^ ^s said of the grammarian Abu Bekr 
Mohammed ibn 'Abd al-Malik ibn as-Sarräj^: >l;Uo\ jj\ \J^ ^^<^ä5o,^ 
\3ji Cr? ^^^ "^^ iX-^Js* ^y Ibn Barrfs eminence in this field won 
for him the title "i^^^ viU^4, "King of Grammarians". It is as a 



I BrockklmAnn, I, 302, has 583/1187; in the Nachträge II, 696, he gives 
582/1286 (sie); and in I, 282 (cf. II, 548) Ibn al-Barrl f 572/ II 76 
» See the Gott, Gel. Anzeigen^ 1899, p. 464 

3 I am indebted to Professor Goldziher for this reference 

4 See Goldziher' S statement in i\it Sitzungsberichte der Wiener Akadetme^ LXVII, 
1871, p. 249. He does not teil in what place the title is found 

14* 



212 Charles C. Torrey [2 

lexicologist, however, that he is best known in modern times, and 
the extent to which he is cited in the Lisän al-Arab, for example, 
bears witness to the high estimation in which he has been held. 
Among Occidental scholars, GOLDZIHER has characterized his work, 
especially as a critic of Jauharl, in the Sitzungsberichte der Wiener 
Akademie, LXXII, 1872, p. 590«. 

The principal lexical work of Ibn Barri was his coUection of an- 
notations on Jauhari's Sahäh, entitled by him: -Uaj.^)\^ ^^.^^.jJjJl c-->U^ 
L^^\ ^^_)cS ^ ^^\ ^^ ^i^ l^Jj the source from which most of the 
citations in the Lisän and later works are derived. It must be borne 
in mind, however, that only a part of these annotations were the 
work of Ibn Barrf himself. He carried them only as far as the letter 
J^^\ from that point on the work was continued by 'Abdallah ibn 
Mohammed al-BustI3. Nevertheless, the native lexicographers cite 
these j^\^Ä. all under the name of Ibn Barri, so that the true state 
of the case has been quite generally lost to sight (see the Preface 
to Lane's Lexicon, p. XIV). In Brockelmann'S Gesch. der arab. 
Litteratury I, 129, top, for example, no account is taken of al-Bustfs 
share in the work. 

Next in order of importance, after these annotations to Jauhari, 
comes a work (or possibly two works; see below) which had much 
the same character, but was called out by a different motive. Among 
those who were moved to reply to Harirrs yj>^^^i^\ <;> was one 'Abd- 
allah ibn Ahmed ibn al-Hassäb (f 568), who wrote a controversial 
treatise of some length; and to this Ibn Barri replied in turn, defending 



I H. H. IV, 93 

s The exact point at which he ended his work is not known with certainty; 
there are various Statements regarding it. H. IJ. IV, 93: *Lo\ (j\ ^Kz^ y ci'^^^ 
i^ j ^^;^^ <S^\ and a quotation from as-Safadi (ibid.): ^j ^^ ^j^^^ ci^ ü*^^^ 
v^jU^l; the Preface to the SaAä/i (Büläq, 1282, p. 6): (J,\ U^ J-*^^ ^^ ü^.^ 
L^L^\ ^J^ 0^3 ^c-.)^; and finally, the Hizänat al-Adab^ II, 529, asserts that 
his glosses extended as far as ^y^^- It is not even certain that all of the an- 
notations as far as the letter ^ are truly the property of Ibn Barr!, for we are 
told that his teachcr, 'All ibn Ja' far ibn al-Qattä*, began the work (H. H. IV, 93: 
^Ikiül ^;^^1 ^:^ Lo ^ ^y ^^^^\ ^^^; cf. the Preface to the Sa/täA, 1. c.) 

3 The Sahähf Preface, 1. c. pronounces **ßas/V\ saying: ^la-**o (j\ ^^.-.-wwo 
^jAJwXi^)b ^^Ä. ^j^ i^ j\XiJb. But see Yäqüt, I, 624. Brockelmann has no 
mention of al-Busti 



3] The Kitäb Ghalat ad Du'afä' of Ibn Barn. 21 3 

yariri. It is not quite clear, from the bibliographical notices which 
we have, whether Ibn al-HasJäb wrote two separate treatises of this 
nature, or only one; and a siniilar doubt is possible in regard to the 
reply written by Ibn Barn. A notice in y. H. III, 206 says that Ibn 
Barr! replied to Ibn aIHasäb*s criticism of the Durruy in a work en- 
titled c-^l^l ^\ J* \>ji\ ^3] c->LJJ\j see also Thorbecke's Durra}, 
Introduction, p. ii, and y. H. VII, 721, where the editors express their 
perplexity, and Suyüti is cited also as saying that Ibn Barri wrote 
a reply to Ibn al-HaäSäb's attack on the Durra. On the other hand, 
y. H. VI, 64 States that Ibn al-H. attacked yariri's Maqdmat, and was 
defended by Ibn B.: ^^ ^\ j^<^\^ ^'iUUu« ^ \3f^')^ «J* ^^J ^^^ >'^ 
V, 301 Ibn Barri's rejoinder is entitled and described as >y\ ^ c->LJJ\ 
OL«UJl\ ^ t>^ ^ (^LLi.\ ^\ ^. There is no doubt, at all events, 
as to the criticism and defense of the Maqämat, for there are still 
in existence manuscripts embodying both: one in the Escurial Library, 
bearing the title ^\ CJ^^ sZJ^^^i^ ^ ^ß^^s}^ (^\JLa\ ^^\ oU*^Lu 
dJs^ »^^, and another in Cambridge, entitled ^Uliu« ^^ ^j^-j^^ «J* V^ 
<3/? C^^ ^UaXil^ (see the Nachträge in BROCKELMANN, ii, 696). But 
whether the controversy of these two scholars also included the Durra, 
or not, is a question that still awaits a satisfactory answer. So far 
as the notices in y. H. are concerned, it seems probable that the 
work there (twice) entitled c-^^^^ is identical with the defense of the 
Maqaynät now extant in the mss. mentioned above. It may origin- 
ally have contained also a defense of the Durra-, or the latter may 
have appeared separately; or it is even possible that the reports of 
this controversy over the latter work may have originated in a mis- 
take. That which incited Ibn al-Ha§säb's criticism of yariri was, in 
all probability, the Durra, and this is the book to which a reply 
would naturally be expected ; but it may well be that the attack was 
directed only against the MaqämäL Still, it is not to be doubted that 
Ibn Barri wrote some treatise on the Durra. More than one writer 
speaks of a commentary by him on that work % and y . H. III, 205 
says: ^^^ijuiulÄ. ^.^ j^L. Our author seems in fact to have taken 
especial delight in just such word-studies as these. He also wrote 



« My references to the Durra ia the sequci are to Thorbecke's edition 
' See especially the Statement of Ibn Hallikän in his biography 



214 Charles C. Torrey [4 

glosses on Jawällqi's Müarrab, which are preserved in a ms. in the 
Escurial Library (BROCKELMANN, 11,696 [Nachträge])'. 

The treatise published for the first time in the foUowing pages 
is of the same general character as those just mentioned, namely a 
criticism of certain words and phrases. Moreover, like the Durra 
(with which it has numerous points of contact) and the other works 
of that class', it is a polemic directed against the encroachment of 
the vulgär speech (ÄJlljiJl ^^ in learned circles. Its title, *Uj»-«äJ\ Uii 
^l-jjVaH ^^3^ The Bltmders of the Weak among the Learned, closely 
resembles the one chosen by yariri; with this characteristic difference, 
that the latter, with its Pearl of the Diver, has a flavor of elegance 
and a Suggestion of leisure that are wanting in the other. And in like 
manner Ibn Barrys method of treatment here bears little resemblance 
to that which makes the Durra often so entertaining. There is none 
of the literary embellishment in which the older writer delighted; 
everything is put in the fewest possible words, and generally without 
either argument or illustration. As in the Durra, each paragraph 
begins with cjyly^.^- There is no obvious principle of arrangement, 
but the words and phrases seem to have been jotted down in the 
Order in which they happened to occur to the writer. A consider- 
able number of the words discussed are loan-words. The most of 
these were undoubtedly recognized by Ibn Barri as of foreign origin, 
but he has not characterized them as such. I have designated the 
principal points of contact between this treatise and the Durra^ and 
have added a few other notes, which may not be superfluous. 

The manuscript from which the text is published is the only one 
now known to contain the work. It is the interesting codex no. 4231 
of the Bibliotheque Nationale in Paris, the same codex from which 
Derenbourg published Jawällql's Livre des locutions vicieuses, Thor- 
BECKE the Kitab al-Malahm of Ibn Duraid, and GoTTHEiL the Kitab 
al'Mafar of Abu Zaid al-Ansärl. It is so clearly written that there 
can hardly ever be any doubt as to the reading intended, and the 
pointing is for the most part extremcly careful and correct. I have 



1 None of these works is mentioned by Brockelmann in the paragraph devoted 
to Ibn Barn fl, 301 f.) 

2 See the partial list in the Introduction to Thorbecke's Durra, p. 7 ff. 

3 Ibn Hallikän, I. c, gives a part of this title, and terms the little treatise a 



5] The Kitab Ghalat ad Du afä* of Ihn Barri. 2 1 5 

added a few vowels and diacritical points, as well as a good many 
marks of punctuation, which the writer of the ms. began to use but 
soon abandoned. The ^IjLa^^ JaU begins on fol. 15 b. 



.U\ '^ iAJ!i\ l\y>j ^\ 'i\ji^\ ^y viüi ^2;. * Ä jil^\ ^:;. ^\ J»\ 

^^^ jSä ^yO^ ^ ^ '[Ji 1-b-\j l^^ il\ ^ ^^ (fol. i6a) \i J^yej 
.J\i\ ^ ^"ilAai ^\Sad\ Jb.\j) 0ji>O «Xi^^. «^ir-^ *'^yj \j^ ^'^\ 



< For a fuller discussion of this infinitive, with the conflicting opinions regarding 
it, see Lane, s. v. 5^, at the beginning. See also the Sifä* al-Ghatü (Cairo, 1282), 
p. 52, where Ihn JinnT comments on the word with his usual good judgment 

2 Abu *A1T Ismä*il ihn al-Qäsim, f 356, the first important representative of 
Arabic philology in Spain (Cordova), Flügel, Gramm, Schulen, 112 f. 

3 Cf. HarTrT, Durra, p. 96 f. 

4 This seems to have bcen one of the points on which Ibn Barrt differed from 
JauharT. See the Sahäh, s. v., where it is piain that his pronunciation of this word 
was öiräz 

5 So pointed in the ms. But probably ^*^-*Ja» was intended; see DozY, SuppU» 
ment, s. v. This is the Aramaic TtVa^\ Fr^eNKEL, Fremdwörter ^ P- 144 



2l6 Charles C. Torrey [6 

A.\y>j \':^^ ^UJ jjl_^._, . ^:5Ü\^ Jr^\.lii:l *,\^_, j.:iU\ ^. J>.^\ viiV. 

•^^ ^uifjp i;^'. ^\ '^j oW c^ '«V'^ d^ \^\/C.;r -^^^^ J^ 

äIL 4i ^^i". "^ V. *\!l\ J «J^ \i\ jjJyi^ • (5>jf iii^ »^J<> J aÜ oVi viLt- 

s-»\^\^ i^j^"^ J\ji\* (5i^\j t5Ali\ o^yi^ «-^^ *Li-^^ ^^r^j L!iL=/\r 

•laiVj Jliiilj jJualS\ yb^ ovJi\ (foi. 17a) >. JL^ ^jV'^V^ L;iii\ V-^ ^^\ 

» Very common in modern usage. Cf. **the hour Struck", &c. This opinion of 
Ibn Barr! is citcd in the Mi^bäh, s. v. ^^>\ 

« A marginal note here: ^^^-jw-^ä. ^-»^ j^ 

3 I. c, the groovcd wheel, pulley, or other device about whicli the rope passes 

4 This sentence is from the Hadith, See BuhärT, ed. Krehl, II, p. 30 f. 

5 See also the Durra, p. 140, where it is added, ihat eiiher ^l* or ^^* may 
be read 

6 Ms. O^jV^- '^^^^ ^^ given in the native dictionaries as the dialect of the 
Banü Tamlm 

7 Ms. ^Jo.U*j. "Streaming", or (more likely) **spread out", like a black-beetle? 
Possibly the reading of the text is not the right one. The s\ 4«>i a X r^ . plays a part in 
several well known proverbs 

^ It is of course only lo the latter of the two words that exception is taken. 
The pronunciation of ^^^ was very naturally made to conform to that of its com- 
panion y^wX*«. On the meaning of \S^^ here, see the Lis'in, XX, 262, lines 8—14 
»Ms. |i; 

'o See on the conlrary the Lisäni g'V^a»! (j^^^ TT^^^ T T^^^ 
»I The allusion is lo the phrase in the Iladlih', ^LoAXIl ^JcäJk}\ ^^0* 
(see BuhärT, ed. Krehl, I, 89, line 6) 
" Cf. the Durra, p. 155 



7] The Kitäb Ghalat ad-Duafä' of Ibn Barri. 217 

u^j Cr.^>^\ v>^^ \i 0^>0 • J^-^^ ^* ^"V ^^^^^ J^"^^ o/^ ^-^ 
O^^ J^' 'f ^^ L#j 3^^ -^V O^^ij • »-^^^ J^' u^J ^\r^J ^^^ o/^ 

O^^ij (foi. 17b) .^p\ ju^\ ,^^ ^ti^jJJ ^^ JW *»^0\So^\ 4,\^^ 



X See Buhäri, I, pp. 75 fC 

3 Explained in the Sahäh^ s. v. ^^^. The allusion is to the regulations re- 
garding Ihe lax calied ^*.>--aJl ; see BuhärT I, 368 f. 

3 How wide*spread this usage was, and how well supported, may be judged 
from the fact that in Lane the form with ^ is not even mentioned as possible. But 
has not Ibn BarrT some right on his side, in so far as the question is one of ety- 
mology? The word has no obvious connection with othcr derivatives of the root 
«-•-^ in its recognized meanings, while on the other hand the connection with the 
idea oi fermcutation, the odor of soured liquids, &c., seems most probable. That is, 
this word ^j^»-^, with its congeners, really belongs, in meaning, to the group of 
words headed by j4-^-, J^^**^ &c.— words which were undoubtedly borrowed from 
the Aramaic (Fr^nkel, p. 161). If this [is true, we mnst then conclude, either that 
the word in this signification (^;-»-^, t-^-^»» y%^s &c.) belongs to the borrowing from 
the Aramaic, but was early differentiated in pronunciation from the others of its 
group; or eise (which seems to me much more likely) that it is genuine Arabic, and 
the only surviving equivalent of the Heb. and Aram. root IDH, ferment. It is 10 be 
noted that there is no other Arabic equivalent of this root. Ges.-Buhl's Z^o-., s. v. 
IDn, appeals to an "Arab. C-«^, gähren, brausen", but there is no such Arabic verb. 
And whatever forms of the verb ^»^ there are which are connected in meaning 
with j^-^-, ) ^ . ^ '^ i &c. are merely denominative 

4 A word which seems to be of Persian origin, though I have not been able 
to trace it satisfactorily. The "Persian ^IXilj, vestis^ indumentum^\ on which Eguilaz 
{Glosario, 341) and Lammens {Mots franiais, 55!) rely might conceivably be a mere 
acquisition from the Arabic (as it is regarded, e. g., by Richardson in his Persian 
Dict.), Ibn Duraid (cited in the Täj) and Jawäliql declare it to be not Arabic, but 
a loan-word. The native lezicons give as the usual forms ^^^IXilj and ^^IXJ^, 
neither of which is given in Dozy's Ahorns des veiemenis, p. 68. The common form 
^l^ tJ (from which come the English barracan, Spanish barragan, French bmracan, &c.) 
is only one of the several phonetic variations 

5 So pointed in the ms. 



2l8 Charles C. Torrey [8 

• •\J\ JiJidJi <ej^\ ^^^j »^^ cJLüfr ijUll (j^ytj • jiA» ^*^^\ 4^^^\^^ 

lo py^-\\^ j^j^^ vJyll\j 4-, *iiSa% y iyji\j <^^*^\jjflu3 rr^^^ •^^ f*** 

15 <^^^ 4u\ji\ 'aj^Jctm ^r^ i5-/*i "^J •^s^*' ^i*oi> »^J^.^^ i-i\^\* 4jLi'\ 



» According to the Täj, there is a distinction, ,j*^ being the morc com- 
prehensive term 

2 Not recorded in the dictionaries, which recognize no IV. stem of ,^^^. The 
usual form is ^^j^s\^ 

3 Aramaic HVt. Fkmükel, p. 204 f. 

4 Harlrl, Durra, p. 139. See also the Lisän^ XIII, 384, middle. It is natural 
that this usagc— the employment of the passive voice in speaking of afflidwns — 
should have been wide-spread. So for example ^y^^ side by side with ^"y*»^ 

5 A good example of the desirable repetition of cr^. Nöldeke, Zur Grammatik 
des classischen Arabisch p. 56 ^ Sur. 4, I02 

7 Cf. Al-HafäjT, in his comm. on the Durra (Thorbecke's ed., p. 19, top): 

Jo^si^Ju« ÜLs^Ia* i^j^^'»^^ r*^^ *'^}^^ f^ <wA»; l«\^ 



9] The Kitäb Ghalat ad-Duafä' of Ihn Barri. 219 

• A\* <4^ ^\^^ -^^\ f* rj^ (J^ '^^ ^♦-r^ ^v^. JyiJ »15^^ kJS^ ^ 

ji^\ ^U p^ J^.j •^^^^J. j j^ <i^^j "^-"^A J j-^- (V^ J>o 

\^UP^ V\«:^J hjJ^^ l/^ O^ fV^ dAX> «OV-i^ cr-w^ ^ Wi\^ u^* 
<, aL- (5->i\ iaV\ y Jfr^\j V:3 J J^aT t5Ji\ V*\^j V-\) ^rit ^"^^ "V^ ^ 

jy^\j {j^\ yb Vc\j j^\^ ilH^\ LT*^^ ^^^ ^ ^^- ^-j • *-r-*5**j ?>?* ^V'^ 

• ^jicj- ^yP^ yj»^ OjJ>4j •ii-Jua. <j\^j 5'Juii\ si-i- Jiuji \i üS^ 

^ ^ i^j" J^. o^ ;>?: ^l? ^'^ W^ v^^-^j\ ^ V^ tP^ ^ C^-^^ \i\ 0^>O 

J»\J\ <^^\ <\yP^ (5jUaJ\ » \-j^ <-iA4ii\ A fj^ytj • V*x^ -^^ ^.>*i v^\ 

» Originally cattle-driver, -dealer, from ^yy^3S^= yx^j, to goad 

2 I. e., he is zealous for the correct pronunciation of a Persian word which is 
not even found in the Arabic dictionaries 

3 This whole paragraph is also in the Durra, p. 163 
1 Durra, p. 60, top 

5 For the history of these two loan-words, see Fr.«nkel, p. 9 

6 Ar. 'tjy:\.^ (also ijy^) is the Lat. saburra (whence French saburre). See 
DozY, SuppUmcnt 

7 From the Greek xapaCTiUJV; Fr/ENKEL, p. 199 

^ Also ^J»j^, &c. If I am not mistaken, this is simply the Syriac \]:^ j^y ^ 
"goats' wool". The native lexicographers enter it under the root j^^ 
9 So pointed in the ms. i» Sur. 2, 276 

" Very possibly this is another loan-word, as $oa is the regulär Syr. technical 
term for uncultivated land. Cf. also Jewish Aram. na 

12 But even high authorities differed in regard to this. Cf. the Täj\ 111,435, top: 
JU5LJI j3 C)j^> J*f^ ^r^^ 0^> cr:^ ^^^^^ 0/ ^7^)^^ J^ 



220 



Charles C. Torrey [lO 



ö)yi^ • •U\ ^. syui. K\y^j •U\ ^ 4Jaj sy^ ^>\ \i\ oj)>o • v-r*y 

<{ V^ ^^ ^.^ 0^>O • '^^ ^ U^^ ^V^ '^^ ^- 'u^^ ^^ 

^jV- J ^)j ^^ J>^J v5^>^-^ J^^ <»^ ^ "^-^ S>^J^lK*J u^ 

J Oj)>o -^.^ ^^^ ^-^^ J^--^ ^ ^ ^; ^^ ^^^ ^ '^"^ ^^ 
J^^ <, ^ c^iü 0^>O -^>^ o\i> ^\j ii> <.Vj -^^ '^\> 

.«^ ojJyo '^l ^^•^•^ '^!. ^-^^-^ ^^^ '-^^ ojJyo • ^o^^^ ^V-j 

I The Latin comes; Fr^nkel, p. 279. ^^^i*-^U3 is plur. of ^ >w>i> > , the usual 
form of the word in modern Egypt » Durra, p. 84 f. 

3 Dt4rra, p. 58 ff. Cf. also, for the foUowing examples, p. 37 f. 

4 The Syriac il%va; Fr.^nkel, p. 277 

5 Plainly a loan-word, but of hitherto unexplained origin. Fr.«nkel, p. 265, 
thinks of some word connected with ' i"^? , "unripe grapes". I ivould suggest rather 
{{4j^^ **that which flows, or discharges", a word used in various applications in 
Syriac medicine, and a very fair equivalent of al)Lio^j>ot(, which is itself also iised 
of the flow of blood from the nose as well as from hemorrhoids. As for )y^i 
which is generally treated as a genuine Arabic word (though calied c^«Jt^ in the 
Sahäh and the Mi^bäh, and also in the Sifä* al-GhaiU, p. 228), it is the Persian word 
**ulcer". The Syr. U^l (Payne Smith, col. 2443) is simply iransferred from the 
Arabic 6 Ms. ^r^y^, 

7 A marginal note: f\ Jy (3 J^* CXy^\ «-^./ r r^ ^ cTO^ C^t^ /^ 
jL^a^^ jyiu>Q^ r"^ J'^.^ 0-^^ »jLiaJli ^^-mjU Juh J^\ ilyol ^^\ ^^^Jlw. 
This is the Gharlb mentioned in Brockelmann, I, 129 (and note 2), where the name 
is incorrectly given as Mäzinü Ibn Färis is of course Ahmed ibn F. ihn ZakarTyä 
ar-KäzI f 395 ^ These words are of course of Persian origin 

9 Aram. KTi; Fr^bnkel, pp. 94, 131, 133 



Il] The Kitäb Ghalat ad-Duafä* of Ihn Barri. 221 

^ cA»"^^ o* ^V^^ -^V OjJyi J • 15*3^ u^ un^^y^ u^/^ ü)j J^ 
J\i vjVxi\ ^^ o\/^ ^.\y^»^ i-ivxi\ ^. ol^^ <-»^>- 'l^JiJ CjVj^jdbui 

j^\ ^ c^\jl\ ^ " J-J; ojJ>o • V^ä^ i^JSI/* <i^y>j SJ^\ '''•y\ -^.-^ 



1 So the ms. 

2 Of course neither word is Arabic. ^^^^li, "temple", is the Greek vaö?; and 
^^>U, ,^ J^* (Fr.«nkel, p. 72 f.) is Kdbo^. The form ^^oSa also occurs, see Dozy 

3 Ms. ^^^; a form which does indeed occur (see Dozy), but of course Dot 
as a plural. It may be doubted whether these are genuine Arabic words. I do not 
know whether the Persian f'-J-**», "sah", is native or borrowed 

4 The nWB of the Mishna, Syr. U^». Low, Pßamentiamen, p. 311 

5 Also ^^^^, ^\^^, ^^^C^, from Aram. JliOfAA, py», &c.; Low, 
Pflanzmnamen, p. 381 f. In all probability this was originally a diminutive^ "the 
little intozicant'* 

6 Ms. ^^^^ . The poet J^IäJ\ f^y^\ ^^r? \S'^^ was a contemporary of JarTr 

7 The meter is TawV 

8 Even in the original Persian the word appears in several diffcrent forms 

9 I do not know what this is, but give the pointing of the ms. 
»o So the ms. Evidently a mistake for ^y^\ 

«I Pers. o^^^ and (thence) Aram. H^^2t; FR.t:NKEL, p. 78 



222 Charles C. Torrey [l2 

\jo jö (fol. 21 b) Q^ytj •Ir^, <i ^\> ^r^ ^\ K/^ J^ »Vi^ ^»» O^^^^ 
^^ O^ ' W^\ ^-^^-J L^^ c^^W J:iA^\^ >^\ i^^W^ J;i^^\ ^S\4 

:;^\^ j^\ 3 'J^\ ^^^ J\->i\ -^.-^j v>J\ ^ 'j5*^\> j-S^^ c> '^\ 

lo (fol. 22 a) ^,n|') 

•^.\^^ oy^'^ iS^ <- ^-^'^^ aW\^ ^ otj^^ J ^^ 



The following is an alphabetieal list of the objectionable words 
and phrases which are discussed in this treatise. Native Arabic 
words are entered according to the order of their roots; and words 
of foreign origin (certain or suspected) are furnished with an asterisk * 
The correct forms are generally added in Parenthesis. 



21 8, 7 (e;^*) 5^>* 



mi 



2i6, 1 (j-»*jb :^>i)>:jij\ ^i\ 



215, 3 (iislv>j) *jl»^^ 

220, 8 jy^^ jy^^.* I *I7>6 (C^^ji <^^^'ß) CJ^ß* 
220, 6 (>>V^) ^y-^* ! 215. " (X. y) X. ^ß 



> As is well known, high authorities differed on this point; see Lane, s. v. 5<^?^- 
Our Standard modern grammars of classical Arabic give the phrase in the form dis- 
approved by Ibn Barr! 2 Ms. i'la-^l 3 Ms. ^JJclJ\^ 

4 Ms. jJXiJl^ 



f 



13] 



The Kitäb Ghalat ad-Duafä* of Ibn Barri. 



223 



219, 2 ( A %. j. 4 V ». ^ ) 

220, 4 (JkL*) J^^ 

220, 4 (o**^) uP>«-^^ 
216, 4 C</^) </^ 

218, 13 (d^) d^' 
«19, 8 (5<^) f,^^ 
219,9 (c^) ..j*^ 

217, 3 (^^^^) ^^ 
216, 5 (,3^) ,3r^^ 

222, 4 (j^^i V j;^^ ^>U4 

216, 2 (o'^) ^^^Ä,\* 
219, 9 O'^) ,r:i^* 

220, 4 {of=^) O^f^ 

217, 2 (0|;p-) Ol;^ 

220, I (^ ^/m*^ ) ^ ^/m:^ . 

217, 5 ^rf^) j-^ 

221, II «i^i (^5-^-«^ j-::^ ^>!^-*^ 

»-^ 

220, 5 (^Va^) ^^^^ 

220, 2 (cP^) cP^^ 
2 I 6, 8 (■»'<«« ft ^Ihi) Um %a^ 

220, 3 (vjk^a:?*) cJl^ ^ 

219, 12 (^J|M ;/M*fc ) ,^^A4..^^> 

220, 4 (^i^) ^)i 

2 2 2, 3 ( J5^1 5^^ 'ii) J^^)\ 5^^ ^^ 

218, 2 (iLaL^) 



219,6 (gili;^) g^l>Jj* 

218, 18 (^i^J) lIjJ 
218, 15 gü ^^ 

219, 12 (JUjUtfL«) SS>j^ 

218, 16 (ÄjO;j) ÄjtJ-.^Jj 
221, 13 (J^J J^j) J^* 

219, 10 (^^l^) ^>^^* 
221, 4 ^U-tO {iJ^) i^i^* 

218,9 0^)^>^ 

221, 15 (*U«-^ doLi^) Ä^Li**» 

219, 7 <Jj^ crti^^r^ 
216, 2 (l-aI^) lJüua» 

221, 7 (^^^;^.^) C^/^* 

216, 9 (^^) ^^ 

220, 12 (^^) ^j^ 

218, II (J-:o) jib 
220, 14 *^^-**> 0\^**>) ''^)y^ 

S ^ ^ <4t ^ ^ 

2 20, 14 (J-^) O^Ux* 
218, 12 (^) Jl-o 

219, 4 *1^^ ^Uft ^U-o 
2 20, 3 (o^wai) ^Ux* 

2I9,I3C-<J1CUaAJ;1),^^^ ^^1 

2 22, I {^ y<>\) L_-> ^ 
... ^. ^ ? ^ 

2 20, 10 (<^>uL<> ^ji-<o) y^ 

.•f »^ 

222, 5 ^^ysA jJ^ 

2 20, 14 (^^y^) i->^^ 

218, I (J»^) jRji 



224 Charles C. Torrcy, The Kitäb Ghalat ad Duafä' of Ihn Barri. [14 

219, 4 *^^ ^U^-o ^ÜU ! 215, 7 (ilxX-Mi\ sli) IJlX-m)\ l» 

218, 4 (H>^) ^-)^ I 219, II {S^j^ '''^yr^^ iv* 

219, 8 (v-.--»i) s-^r:^ 221, 12 0^;^^-») >5;^/^* 

219» 'S (^.^ x^ 220, 8 ^.^L> ^.y^^ ^.r^'-** 

219, I (kjt^) kj;^ 219, 4 (^Iä:*) ^>>'^ 

216, II (J-M^) J---^ 218, 15 ^) jA-> 

219» 7 cr-*V^ ^>» 217, 4 (jij) jii 

221, 10 ^^ (*\^) i^.^\ 221, 12 (^y^ ^^^) A^* 

aai, 6 (itji) iiy* 220, 13 (^j ^) *^* 

331, 3 (^) ^,>ix* ^jg_ j ^^i^^ ^^^J ^^ ^ 

3 30. 6 (v'^-) v5^ ,,9, 3 (^jo.) 5I; 

3.8.s(r^)r^ 216,8 (^>;)^>; 

ai8, 17 y^ }^S ,,j g (i*Lä--« tXy) «l,.ä^ U,y 

333.5r-ir^ 2.7, 3 C^^)^; 
216, II (^JoS) dJcA 



ß*"^ > ^ 



215, II (4jJLk*) aX;!*** 



«18, 8 (jljj gX?. 

218,3 K-^i) ^i 

2X5,8 (^^^ ! 2,8,5Q;i)J^ 

219, 16 (^^*ww«iyj) iL*.^UJ»* 





Das Kitabu-1-Itba'i wa-1-Muzawagati 
des Abü-1-Husain Ahmed ibn Färis ibn Zakariyä. 

Nach einer Oxforder Handschrifl herausgegeben 
von 

R. Brünnow. 

I le Schrift des Grammatikers Ahmed ibn Färis (f A. H. 395 
= A. D. 1004) über die Reimformeln im Arabischen war 
bisher nur durch die Auszüge in es-Suyütl's Muzhir einiger- 
maßen bekannt. Im Jahre 1888 erwarb die Bodleiana eine 
Handschrift dieses Werkes, die ich hiermit zum Abdruck bringe. Sie 
trägt die Aufschrift: Belonged to John Fiott B. A. St. JohtCs College, 
Cambridge 1806 und die Bibliotheks vermerke : MS. Arab. f. 6 und G. C R, 
no. 8y New Cat^ no. 8y. Die Nummer der Bodleiana kann ich leider 
nicht angeben, da die Handschrift, deren Kenntnis ich der Güte 
Dr. NeubauER*s verdanke, bei meiner Anwesenheit in Oxford im Jahre 
1889 noch nicht katalogisiert war. 

Bei Flügel, Gr. Schulen 248 heißt das Werk v^^^ ^<^ kS^^ 
i<s^^\^\^ ^\^)^ ; im Muzhir ist der Titel nicht angegeben, die I 200 o. 
angeführte Vorrede stimmt aber bis auf eine Variante (^_ytiJ\ st.^V\ 
in Z. 4) mit den ersten fünf Zeilen der Vorrede in der Handschrift 
wörtlich überein. 

GrüNERT, Die Alliteration im Alt-Arabischen (Wien 1888) S. 12 
führt nach der Angabe im Muzfiir I 202, 26 ein zweites Werk des Ibn 
Färis über diesen Gegenstand an, das den Namen ^}^^ t'^i ^^"S ""d 
anscheinend ein Auszug aus dem größeren Werke war. Indes beruht 
diese Angabe wohl auf einer Flüchtigkeit es-Suyütfs, da er I 199, 27 

Nöldeke-Festschrift. jr 



226 R. Brünnow [2 

(wo t^^"^ L5* t^^ steht) diesen Auszug ausdrücklich sich selbst zu- 
schreibt und ihn mit vielen neuen Beispielen bereichert hat; überdies 
wird ein ^^^ ^^ ^^\ von es-Suyüti bei I^b,^^ Ijfalfa I 420 erwähnt. 

Die Handschrift ist laut Unterschrift im Safar des Jahres A.H.626 
= Jan. A.D. 1229 in einem guten alten Neslji mit reichlichen Vokal- 
zeichen geschrieben. Der Text ist im allgemeinen gut; da es sich um 
ein Unicum handelt, habe ich die handschriftlichen Lesarten aller ver- 
besserten Stellen mitgeteilt, auch wenn sie bloß auf Schreibfehlem 
beruhen. 

Am Schluß des Textes ist noch folgende Bemerkung Ibn Duraid's 
hinzugefügt: 

rV»^ c^ c>^ ^^ ^"-^^j ^.5^ Cxi /^ ^^ J^ c^uu\ j^ ^^ j-o» 
^yS ^jL ^^ ik^i^ M^ c^>^. i^^^ ^ JW^b ^t^b ^^i^b t^"^ 

^^y»- J*. A:> ^\^\ U^\ oj^- J v^!x>.\ jr^_^ jfi^ lüi 

j\j^\f \«;i\^) j\u^'^\ i;^^^\ 35^\^> ij\ii\ o>^ J >^^ 

I £s muß hier etwas ausgefallen sein, da das Beispiel einen ^^-^^ darstellt; 
8. Muzhir I 229 unten a SM I 200, 4 : ^^liH^ 



3] Das Kitabu-1-Itbä'i wa-1-Muzawagati. 22/ 

J\* 4U\ «U J \i»-U l^\j -iia)\ i^)^ ^Jj^^ J^ ^^J f- 



2a 



. ^\ Ü^^^ J;\v* C-^ i^^ J^^ ' ^^ öfi O^ i^ ^j 
Jij ^Uj ^\^ J^^ ' ^ JuL:i\j ,3r^^. »^j ^^A 4j-0 >_-J) j» 

o^ !^j\ Jy ^:i»ö\ ^l- <. ^ji "Cfj 0o>\4i\^'\^UJ^ 

I MS ^.J^. » j;»**^'' ^' Crf 5r** ^ "'^ *U-iJ> 4 MS (_^Ijc5j\ 
5 MS «,2-i i-^ 6 MS Äj_1^ 

'S* 



j^^^J^ ^^ >►* <v*i^^ ^* -Sa-.—. 5^^^-««-— *^ -^-^ ^ 



.^ ^^Ä. ^^ 






y/^ ^^y ^^y ^73^ w " • 



^ o .i^Xä. *J '.UJUa. L» ^^a^ SJl.^* i>Uj;.u ^jt^^ 3 -.ub 

' 1.^1' 'li 3^*X or^i^ ^' o' ^^ßjiy^ S'J^'^\j 

s^V" c/ i^-y r^^' o*; ' *^ *^ y ^ ^y**" ^-JL? ^^. "-*-*^ 

I MS w/,i.l • MS C^äJjJ LUxiii 3 MS CUjLaS 



5] Das Kitäbu-l-Itbä'i wa-1-Muzäwagati. 229 

1^ Jli,^ ' V«J>\ \i>\ % T^ ßi j, J>j ^ IS5 JVl 
JVlj 'ji^ J^ JVi.^ 'ÜIp i^. IAp JVlj 'IL\ikj l,\p JWj s 



p.\ y_5i\ '^;^\ '""^^ -^^> j.> ^^\ o^ci \j jop '^- 






I MS ^^ax^^ ^kS\..o^ 



230 R. Brünnow [6 

5j\j>\ j\^;^U,\l|j '"lil^^^y.^ o'aX^\j.^j^^\ 



^>o-^ P^ • >»» --•? . -rof 



f. 6b ^^y\ ^J 05 1^:?^ J^J 

X MS fVy — ^\yj\ — t^lsAi^l a MS ,^^4^ 3 MS jUjlJ\ 

4 Am Rand in roter Tinte; nach der Yafima III r»V ergänzt (von Abu Hafs es-§ahrazürl) : 



7] Das Kitäbu-1-Itbä'i wa-1-Muzäwagati. 23 1 

\i\'>Li\*3i:,.\Jv-'j|.-'jc^y ojiyy o*!o/ J«*i^ 












MS g^^'^ und fv-L.i\ a MS f^-^^ v£)^> 



232 R. Brünnow [8 



O. «>• ^ * ^ ^ «>»^ «>»^ "^»^ .. 

pUj Jl«* Lac- JS O^ -X». JüJ Ji* Jüuj 

f. 8a 4a^\^s^!v2\' ijL,%^ ;^^ ^;,_^yi^ jV^^; j^j^y* J^ 

■ v3-'-y»J> wJii*x) j MS ^ — ^aaJ» 3 MS ,jj4^. "^^ tj;>^. 



9] Das Kitabu-Htb~'i wa-1-Muzäwagati. 233 

_ji> "^^ j^^ y.^ , o\^\i \S\ ijfC ijs^ Aijüj .U.:> JiLW j3ji\ 
\^^Jji^J^^^ « O^ lS^j^ Jt»- J«ij j>ö i^LT* ^- '*' 




^/;L:uv\ j^^p\ j^^\',^\ j'^^^^ j^o^^ .u\ 

vi^jOü\ Jy ^U\ ^^*j 0^5 ^^j:> L» f. loa 



I MS ^U**Ä. 2 MS^^v^ Ü^ ** Am Rande in roter Tinte .-^Jc^o «^jb ^a^ 
' vl>;I, \>\ Jl^Jl }iS^ -vir^^^ C^ Uj^Li J_yO. ^cJ^k; ^Jo.\ jij- \>\ 4JJÜ\ 

[abgeschnitten] '^ ,^JJ\ ^f^\ <3 %^f^* *^>^y-^ *^ CT* ^ ^ 5}^. r^ 

4 MS beide Male ,^^i 5 MS iy^ '^^ iipb\ 



234 R. Brünnow [lO 



^ ,J ^^ t^ .*^ . i^>«^ , Ä>0-^ 



•r^-? 'J'^y^^JT^^ö^^-^ 't/Ä^'^j^^^-^^^^n^V^C;- 



* ^, ^-^ » ^ »f-^ , 



f. lob ^ Oxy^J 04Jj\iJ>j <jjUj>Ä 43^Li^j2;a ^-::-o\j O ly t^,^ jja^ 

5 -^J^i O**^ '^ iS^ '^' L>* 'J!? ^^*i ^y 'j^ Xj ^ (J 7^ "^ ^^\ 

^ oA^^ '^^ ^^j ':H?-^ O* V^ ^1/ J^ i.^«i\j ^j^\ 






>* 



f. IIb 



'^ öj^yi^ * ^^^^^ 'j»^^j j^^ ^^j 'j5^j ^^ ^-^ ojV^j 

.« •- ^MV^vl. *\ >*!''* >*\'"^ *>*»"' \ 

i^/jj ^' j-^ ^-^ ob ' '-»^^^ '-»^-^ ojUi^j* oyy^^ 



«MSC-.^.^1> »MSV^ 3MS^undn. rü' 4 JJmLM s MS <— )J4i 



1 1] Das Kitäbu-Mtba'i wa-1-Muzäwagati. 235 



T ^i..». ^ -^ -^^ . ^o^^»^'^, 









>^.« 



oP\? "J'Jy^ ^^Ä' 'E^i^j s^W^o- "j^"j^"S- • 

Jj c ^jS^\ t^\ ^\ ^\ ^\ aJj^ U_j .jJu. ^j^ 4j\_j . ^\J\ 
j\ j^ "il^ Juj U JUi^ 4Jlf- ^ a:-«^. o^JuJ >JU^ j^ J^^ '* 'Ji 

>\ ^: ^ii\ ^5:^\ .I5^1;iiy.j . j^\'5Jui 5i\ rj5 . 



I MS y^\ 2 MS y^^ y^^ 3 ms 1 j^^ 



234 ^- Brünnow [lO 



ryc^ » Ä>0-^ 






«^ .«- 



f. lob J, ^^y,^ 4:j\:>j </;uS^ '^j\12- ^ IS, \i> Uj .;^S ;;^s 

^ oA*^^ 'V?^ ^^J "^^^ C;* ^^ ^\h ti^ >L^«i\j jij>^^ 



X-'-i-^tlTA. ^-^ ^ ^> .S'O? 0> 






f. IIb 



j« . •o»\t-j 4»* ._;«^ jif Yi ^ ^ .^^ 0^ oyyy '/-^ 
'j^ o^yij ' ^^^^^ «^^j S^^ ^-^j «j5^j ^^ ^-^ ojV^j 



iMSCo.y> aMS^^ jMSJÜ'undu. riJ" 4 Ji»i.V\ 5 MS t_jji.» 



1 1] Das Kitabu-1-Itbä'i wa-1-Muzäwagati. 235 



'??..... >■> '«> ^ ^^ . ^•,»>»- '^. 



. Lm'm y> \ j>\ d)ij>^ .^ ,^ J.S o^yij .^*Syp JU oA^j 

y ji\ .::^s t-t oji^j . J:^\ o- '*»^^ i^^j o^^ j?' 

\s^ o-X-P-y .j^^\_^ j^\^2y. nsj»tsj^ ^JOyyij 'OV Ai^ 

2 ^ 

J.U\ ^)Jij^ j^Ii\ ^sjl^^ . VjSlyj^»^^ 4 j^\ ^5Jui y^^ <^ I 



f. I2b 



X MS ^il)\ 2 MS 5<^^ 3^»^ ^ ^S Jji^ 



238 R. Brünnow [14 

^ ^^>J^ 4 4^-«Jj ^^^^ ^^ \S\ j_^-^\j O (>^1J *cr^' j,,,;***^^ 






f. 16a Aj U^ 4 \äjuSj\ ^j^u ^y^y ^^i w ,«^ u^^ 'l^j^ -? u^y^ 
^\)\ J\5 /^}\ J^\ ^\^ i ^\ J^: Ja^ yj^ . i.\^-^\ 

I MS ^> ^\ J^^ 



15] I^as Kitäbu-Mtbä'i wa-1-Muzäwagati. 239 

Uj Ju il^ ^^j U Juli vuykj ^. ^y^ V. u\j 
Ol Jö»\j*- ^Uu- ^^^ < iajUa* JaJUa»- JJ «j-j^ u\,_j--aU ^^yuJ 

0^)\ iaJi\j j3l Lli\ .aI^j i^^ 
\^>-j^ JlILP o\^\ > *^ji\a>-j < pM^ J^-^^ ' J^ 15' ' -^^ ja> ^ f. 17b 

Ipy^ Vp^j i ^JV-i^!^^yfe JVlj pMy^ j^^^ '^^ ?^^ J^ ^^ 

X MS ÄJLc-o a MS «^j»^ 3 MS i^y\ 4 MS-^, -ä. 5 MS U^ i>liui 
6 Am Rande in roter Tinte: p^ ^^ U'^^lXiJ\ ^^ vlUis J^^^l ^r?^ J^ 

(1. u;;bir jo jjü) Li:a^ do^^. 2^ yb lJ\ ji* ^ü 



240 R. Brünnow [16 




'f;^^ ^-^ jf*yu 'u'^/^ 5;^;^!^^ «^ Cr^->-5 J^v 

t^Uxii oj-^a^Ui ;C. y^\j ?:.y^^ ^^^^^ C;" ^^- ^^ J>*^^ i3* 

f. 19a jij t^\j^ 2/^(5^ ^>!^Cr ci?-?*-? 'S^"^ 5;^ ^-^5;^ 



I MS \Zi^^ 2 Am Rand 3 MS 5.^ und unten beide Male 5^' ,,^^^^ 
C^asvacu« ^\ 5 MS <*^J^ 



ly] Das Kitabu-1-Itbä'i wa-l-Muzawagati. 241 



P^^p^JA^L 4j^'^\,J;AAJtJli\j i.-Jii\^«^lSi^ «H^\^ 









I MS ^i^^ t>55^ 5^ ^^ 2 MS 5-Jj J MS ,^x^.wÄ^ — CJu^ 4 MS f;^y^^ 
5 MS 5IA 6 MS ÄJtif i^i-o 7 MS Jy 8 MS 5:^^ jiJu- 9 MS ,^yil^. 
»o MS ci^'^ Cr^?^» CX^, *°^ Rande nachgetragen " MS ff^^, 

NöIdeke-FestschrifL l6 



242 R. Brünnow [18 



^ ^ ^ 



,^ *<' %*' ■^ 



f. 21a "^ .1 -«^ .1 *>>'>''"» 'v • '^\ \ '^^ *^^ 



^ Uj . Ji^ ' J^r 3*^ J^^ J?"J 5^^. cr^J ^"^ L/l? ®3^\j 



^ ,«^^ ^ ^o «^ -o « r v* » * ^ \\*\ '^'t "•'. f iiC^\ 

'l?^J J>>^^ l?*"' C;LyÄ ' - "^^i f' '•^' 'di5b y^^ 'j^ 

,,., ;;;::J j^\ .^\ wr^3i\^ .41. j^:^^j^\3>% 

I MS überall «^iti.Sj\ — \jCkA\ 2 MS überall iiJJl (O^^^) 3 Das Ein- 

JS <* • 
geklammerte am Rande 4 MS 



19] Das Kitäbu-1-Itbä'i wa-1-Muzawagati. 243 









©s^y^ o* tri? ' J-^^ L2i;j J^j i^^ Joh * S*^-^^ J'^ s 







X MS <^,3La>; der Reim mit jj 2 MS beide Male ,3!» und im Vers CJi)i\ 

3 MS C^sii;^ ^\ ^,j4^ 4 Am Rande 5 Ms'^^ — i^ 

i6» ' 



244 ^- Brünnow [20 

f. 23 a .iDi J\j\ U JVLj ; -U 45^ ^ Jj_5 J^ ^^5*5 < J-^j J--IW 4*»:^^ 

^f^ ö^S^ ^y C;* ^^ '5^^- ^^^r^^ O^yi; O^bi 
-^J ' J*^- Jsj:-*' f^y f^)"' Cr-J '>- »-^ cTi^ (5^ ' Jl^ "^^ Ji^ 



»«''. 



X MS Ua-X^o 2 MS C;Co, der Reim <i- 3 MS hier und unten JJ> 

4 MS ^^ 



2l] Das Kitabu-Utbä'i wa-1-Muzawagati. 245 



i^j U-9- v^^\ Ja^Vi- j^\i>\ . J^ jlLa- J>j5j jj^^3 

"äS> '% '% "ä^- 1% j;.; ju.^ .v^. iD\ ^^ u ^Vji\ ' '*' 

' 10 

;'> ^\j '^\j ^;;j'i^ «W JIl_5 ,Su))^\j A^U\ JILj /|.\^\ eJö-\^ f.as< 

• Am Rande ' MS JiJti\ i MS J^lj 



246 R. Brünnow [22 



^-5b ' •:3U\ j^sf ^t^^/ . v^\i\ £u\ . tu\^ tu\ 4 ^AÜ\ i:^\ 

-^ ^ ^ »^ ^ 

^ULp^ ^o^ o^W^ o^yij '>^^ o^ ^y- f ^^ J-^ 

I MS ÄJi^Jül 2 MS ^iJ 3 MS Sjil^ 4 MS S^ 5 MS ^^^»^ — 5^^^ 
Ahlwardt Z>77£'J;/ 53, 45 ^ yj^ ^ ^ MS ^^r^ 7 MS ^0^ «33^ 



23] Das Kitäbu-1-Itbä'i wa-l-Muzawagati. 247 



> > 



o sU "^j idl- 

^i ^j "ob JlP 4i L J^^ 4»JUDj .JU*p\ ^\ 4lüb v.1-*^ j^ A3\iLii\ 5 

S^^Vj ^^Vj -U\^ ^y \ ^l f. 27a 






o^ i 0.^ i 



I MS Ü>\ i-U\ a MS »li 3 MS 3)t ^ A'" ^*"^« ^ ^^'"^ O^.^^ O^^^ 



248 R. Brünnow, Das Kitäbu-Mtba'i wa-1-Muzawagati. [24 

^ JW? ^y^ *^:^ %fr J^^^\ '^ is/^ ^] J^^ ^J^\ 
f. 28a 4wr-^k5^i^\vjuJb\uA)\ j Oj^y^j'p. ^ 

I MS ^^y^ und weiter »IX**>\^, s^y^^ und ,J5.**J\^ 2 MS überall \y^ und 

LIä ohne Hamza 3 MS 0^^^^ 





über einige sekundäre Verba im Arabischen. 

Von 

A. Mez. 

lie vereinfachenden morphologischen Linien im semitischen 
Wörterbuch sind meist nur zwischen Substantiven oder 
Substantivum" und Verbum gezogen worden. Ich möchte 
hier der Entwicklung einiger Verbalgruppen aus anderen 
nachgehen. Man wird es billigen, daß ich mich auf einen einzigen 
Dialekt beschränke, da man sonst leicht zu viel beweisen kann, was 
für solche Untersuchungen die Hauptgefahr ist. Für die anderen 
Dialekte lassen sich die Folgerungen leicht ziehen. 

Bekannt ist auf dieser Linie in der neueren Sprache die Bildung 
neuer mittelvokaliger Verben durch Abfall des \ in IV wie räd 
„wollen", hän „geringschätzen" (darüber zuletzt NöLDEKE, Beiträge zur 
semitischen Sprachwissenschaft S. 36)*. Dieselbe Bildung durch Ab- 
fall des an erster Stelle stehenden w hat Graf Landberg besprochen 
{Varabe meridionale S. 290): käd „anzünden" aus wX*^, sa „fassen" 
aus ^«M}^. 

Ich möchte hier umgekehrt einige dreikonsonantige Verben zu- 
sammenstellen, die aus Flexionsstämmen zweikonsonantiger, haupt- 
sächlich durch Tonverlegung entstanden sind. Integrierung der Präfixe 
im Neusyrischen hat NöLDEKE, Neusyrische Grammatik S. 194 ff. be- 
sprochen. 



« Über einen ähnlichen Vorgang Nöldeke, Mandäische Grammatik S. 83 f. 



250 • A. Mc2 [2 

L Verba primae s. 

Für das moderne Arabisch haben einige solcher Verben bereits 
Stumme im Glossar zur Grammatik des Tunisischen Arabisch und 
Völlers, ZDMG 50 aus der 10. Form zweikonsonantiger Verba 
abgeleitet. Aber auch im alten Wörterbuch hat der Prozeß schon 
gewirkt. 

Utix^ „leichtsinnig sein" ist aus der 10. Form vJlä;;^\ Jeicht 
nehmen" entstanden. Ebenso ist (yy>^ „hinter sich lassen, überholen" 
aus einem ^^Jk^S^\ zu erklären, das in dieser Bedeutung das Korrelat 
zu J! ». X **»^ „bleiben" war. Dieses J^».^**»^ selbst ist schon in der so- 
genannten ursemitischen Zeit die Mutter von ^^^ „sitzen bleiben, die 
Nacht hindurch sich unterhalten" geworden. Man kann sowohl sagen 
v«j^l ^JjCLmjI „es brannte ihn die Räude" als ^j^ ^yCL^j^. Dort 
haben wir X von ^, hier VIII eines sekundären, vielgebrauchten Zeit- 
worts jM^ „brennen", dann auch „anzünden". ^/^ „bequem weiden" 
kommt von ^y^ „sich erholen", C^..«.^ „ruhen" von O^-^^^ „Nacht- 
quartier suchen", j^^ „prüfen" von ]]U^^^ „Richtigkeit suchen", ^-Uo 
„sich einem zuwenden'* von ^^^^**^^**** „die Richtung auf sich nehmen 
lassen", ,^y^ „kommen lassen, importieren (von Sklaven und Wein)", 
dann „zum Hörigen machen" und *LJ\ ^^^.--m» (vom Brunnengräber) 
von *b (U*i> existiert noch). In dem Zuhairvers 

haben die späteren speziellen Wendungen von *b die Kommentatoren 
zum Schwanken gebracht (Landberg, Primeurs arabcs II, 163); es 
ist nach der in ^^^^ erhaltenen Bedeutung zu übersetzen : „Nie sah ich 
eine Sippe einen Zugestoßenen binden und nie sah ich einen Hinter- 
sassen hörig gemacht werden." Bei ^^^^Lo „bleiben" ist ^^^S^\ ^ ^Uj:-u»\. 
Daß ^y^ ursprünglich eine religiöse Bedeutung hatte, ist aus vielen alten 
Verbindungen und Bedeutungen zu erraten. Es ist wohl über ^kV;^-**'^ das 
noch die gleiche Bedeutung hat, aus ^)LL^\ oder ^»-^-^^^^ z. B. b. Hischäm 
S. 789: CU^\ ^^J pCl-*)! dem Kultwort für das Erfassen des Idols 
„sich Heil holen", dem alten Synonym des späteren tabarraka, abzu- 
leiten. Man wird auch JLu „bitten" zu dieser Gruppe stellen und 
von jT „zusammengehören*' ableiten müssen. Dann wäre die jetzt die 
Grammatiker irritierende Form im Vers 0*>a.^ ^,^;>:X \ Lo ^\ ^ijVfc>^ \>1 



3] Über einige sekundäre Verba im Arabischen. 25 1 

«• ••**' 

»^Iä. AJ^ ^J^ (sämtl. Wörterbücher) eine Erinnerung an das im 

Verbum steckende med. w. 

Andere primae s sind direkt verkürztes safal. Neben ,3)-**» „hin- 
werfen" hat sich ,^y^Uo noch erhalten. Es ist merkwürdig, wie viele 
dieser Verba in den grammatischen Verzeichnissen CUX**!^ «juX*» 
^^^.otJ\ ^Ijub, z. B. Adab elkatib 480 ff. figurieren. Da hat sich das 
ursprüngliche safal noch einmal ein afal geschaffen. Dazu gehören 
viU-wo mit der Hauptbedeutung „gehen machen", zunächst von cJl)\ 
„gehen", ^«-wo .»freigebig sein", von ^U „schöpfen", CU^-**» „schweigen 
d. h. aufhören zu reden", von vS^ „zischeln", «jx*-«*> „abschneiden", 
von C^ „schneiden", vJUä.-*** „abkratzen", von cu*. „kratzen", v--JL*o 
„sprudeln", von v-^ „hinschütten", js^ „füllen (die Bewässerungs- 
rinne)" ist verkürztes safal von ^^ „laufen**, «^L-m» „schmelzen" von 
,^ „weinen". Ja^ „ausbreiten" gehört zu ^j^^ „ausgebreitet sein**, 
JvX*o „hängen lassen (vom Haar)** zu ^> „hangen**, ^Ja-u3 „einschneiden, 

Ml 

schreiben** zu ^ „schneiden**, J-^-**»! „herablassen (Wasser, Tränen)** 
ZU J^ „benetzen**, zu J»;"^^ ^3 J^ „eindringen** dagegen J-jtr*** »»Weg**. 
,3a-o „verdonnern** ist assimiliertes safal von ,3-0 „spalten (die Luft, 
z. B. vom Adler, vom Pfeil)**. 

II. Verba primae //. 

Zu den bei NöLDEKE, Zur Grammatik p. 28 besprochenen hafals 
bringt der Ta^ eVarüs s. v. ^yt S. 95 noch eines: „Die Araber 
sagen zwar ^\yb statt ^\^\, >\yb statt >\^, ^Uub statt ^lil, aber nie- 
mals ^j^ statt ^^y ^i3-»A statt ^K" Solche Formen waren, 
namentlich wenn durch angehängte Flexionssilben der Ton auf die 
zweite Silbe zurückgenommen wurde, dazu prädestiniert, zu drei- 
konsonantigen Verben primae // vereinfacht zu werden. ^^ «^Ua 
= ^\ haben schon die Araber zusammengestellt. So gehören 
auch Jib „lärmen**, ^y „Menschenmenge" und ,^Ah^ .»ver- 
sammeln** zu einander. Von letzterem ist dann ^Uä* „Menschen- 
haufen** wieder eine Steigerung, yji^ „frisch, behend sein'* kommt 
von ^b „vorausgehen, eilen'*. So steht es auch mit g^b „weit aus- 
greifen mit Armen oder Beinen** und 5^ „militärischem Terminus 
für umfassen**, Jb „Herz, Sorgen, gute Lebenshaltung** und J--^ I 
„bekümmert, (davon erst:) verwaist sein" II „für die Seinen sorgen**, 
häbil „schlau", hibil „fett", habbäl „Hausversorger". — Vgl. ferner: 



252 A. Mez [4 

^Isw „forschen" und ^j*^ „sorgen", ^^^-^Ä-lyb „Sorgen, schwere 
Gedanken" sing, ^[s^^ (SOCIN, Glossar zum Dfwän atis Central arahien), 
^y*^ „körperlich fühlen, in 'Oman, „geistig" in Hadramaut (Landberg, 
Larabe meridionale Gloss.) und bei den Chazä*il (P. Anastase 
Elkarmel", Masnk VIII, 206). 

^Isw „aufkochen, meist übertragen: aufgeregt sein" und v..^-^^^^^-* 
„Feindschaft, Unruhe stiften". 

^Isw „abbiegen" und jX^^ „verlassen", III „auswandern", IV „sich 
wie ein Fremder benehmen, also vor allem töricht, unverständig 
reden (ßapßapiCeiv)". 

ciUfc. „hohl sein" und v-iarub „einen eingefallenen Bauch haben", 

JU^ „sich nach der Erschöpfung sammeln, ruhen" und ^»äa „sich 
erholen", ^ ("^^-^ „unvermutet (d. h. nach der Erschöpfung) über 
einen herfallen". 

r> I. „langsam gehen" 2. „tropfen" und -vXa „wackeln", davon 
P$yb „Wackler**, Zur zweiten Bedeutung von Z> gehört JvXa, der Name 
des großen Brunnens in Teima, z. B. HuBER, Voyage p. 382. 

y> „reichlich fließen (von der Milch)", ^>y> „verschütten" Land- 
BERG, ProiK 233 und ;jub „umsonst fließen (vom Blut), unnütz verderben". 

u3> „flattern, niedrigfliegen" und lJ^xa „schwerfällig, erreich- 
bar sein". 

3^ „surren, leise reden" und ^JJb „beruhigen (z.B. von der Mutter)". 
Davon am bekanntesten üJLä „Waffenstillstand". 

(^\> „fließen" und «^.jJjb „fließen". 

j^ „unbekannt sein" und ^ „erstaunen". 

K^y „gerinnen (von der Milch)", „verwirrt werden (vom Manne)" 
und (w-yb „fliehen". 

Z^ „aufgeregt sein" und -^ „aufgeregt sein, viel reden". 

JTj „brüchig werden" und ^yt „altersschwach sein". 

eJ^I „?*' und ^Ujb „hingehen". 

III. Verba primae *. 

Bei dem af'al^ der zweikonsonantigen war für diese Entwicklung 
weniger Raum, da die Erinnerung an IV nicht so leicht verschwinden 
konnte. Doch fehlt sie nicht ganz. Man vergleiche: 



* Ich nehme an, daß haf^al und af*al ursprünglich nebeneinander bestanden 



5] Über einige sekundäre Verba im Arabischen. 253 

«^Uj „sich vermischen" und c.*^\ „mischen**. 

Das denominative J^\ und ^^\ „sich konzentrieren". 

JJli und ,3»\ „überwinden". 

Jj „zuschütten" und JjI „fest Wurzel schlagen". 

Jlsw „kreisen" und Ja.\ „eine bestimmte Zeit dauern". 

.» 
K^\> „sich üben" und l^>\ „erziehen". 
•*« ' . 

j\^ „Blutrache üben" und y\ „folgen". 

J'^ „wägen" und J^ „essen". In vielen Sprachen wird ja dafür 

ein „verteilen" gebraucht. 

L^ er* {Beläd.'Gi.) „Pardon geben** und ^^\ „Pardon nehmen". 

^Iä. „Hintersasse werden** und ^\ „in bezahlten Dienst nehmen". 

sih „?** und viXJl „gehen*'. 

IV. Verba primae n. 

Von ihnen ist eine Anzahl auf die gleiche Weise aus der 7. Form 
zweikonsonantiger entstanden. Von vielen nur wenige Beispiele: 

jlsw „durchschreiten" und j^ „an*s Ende kommen, durchführen". 

jilsj. „aufgeregt sein" und ^^,ioc* „die Kamele sammeln zum Kriegszug". 

>o und ^wxi „acht sein". 

J^i „durchlöchert sein** und J^ „sieben**. 

J> und JJJ „gemein, niedrig sein**. 

^to VII „sich einem zuwenden" und j^ „helfen**, eigentlich „zu 
einem übertreten**. 

-Li und J^ „Geruch haben**. 

I» „spalten** und Ju „sich herausspalten**, z. B. von dem aus dem 
Ei kriechenden Küchlein. 

^ „fliehen** und ^ „erschreckt sein*'. 

3* „offnen" und ^3iJ „herausgehen". 

Ja» „abschneiden** und ,>ÄÄi „weniger werden**. 

US und ^.Jm „auf den Kopf schlagen**. 

C^\ „sich neigen" und s...^ „schief gehen**. 

SS „Mühe machen" und jSS „karg, mühselig sein**. 

^JjS „zurückhalten** und ^^iSS „abwehren**. 

vilA „niederschlagen, ganz einnehmen** und «^L^ „ganz ein- 
genommen sein, energisch betreiben**. 

^^i^ „betasten** und ^j^ „unrein sein**. 



254 A.. Mez, Über einige sekundäre Verba im Arabischen. [6 

V. Verba secundae /. 

Sie stammen zum Teil aus einer zweikonsonantigen 8. Form ab. 
Schon Völlers hat a. a. O. konstatiert, daß in Spanien früh j^^ 
aus ^Uä.\ geworden ist. Alt sind: 

j^yö;\ und ^j „weiden". 

(^Uft\ und c-^wXft „tadeln", 

jj:^\ und JJ^ „fertig sein". 

J!J und u;^ „fest sein". 

^j „gerinnen" und ^^j „fest, unbeweglich sein". 

J)\ und J)\ „aufgeregt sein". 

^li „hervorkommen" und J^ „öffnen". 

Uxj „offenbar werden" und ,J:<Sa (viel häufiger als die i. Form) 
„untersuchen". 

^ „bedecken" und ^ „verheimlichen". 

^liü „Unglück bedeuten*' und ^^ „häßlich, unbeliebt sein". 

Zf^ „aufbucken" und v.^Ja$ „wulsten". 

VI. Verba primae t 

Einige wenige Quadrilitera wie Jw«y „veräschern", »J^y» „bestauben" 
bezeugen noch die Existenz eines taf^als. Auch dieses ist bei zwei- 
vokaligen zu einfachen Verben verkürzt worden. So «-^* „durch- 
löchern" von ^^ „aushöhlen", ^..^ „ausgießen" von w-^ „trinken", 
Jiü> „wägen" von JS „leicht sein", J-%j „satt und trunken machen" 
von ^ „füllen", i^\ und c-jo „zurückkehren", J „quellen lassen (z. B. 
das Blut der Opfertiere)" von ^ „aufflammen", Ji' und J^' „keinen 
nahen Verwandten haben", J^ „dickbäuchig sein" von Ja. „un- 
geschlacht sein", «jx-i' „fest bleiben" von O^ „Nachtlager halten", 
j^ „Frucht tragen" und \yo „zuträglich sein (von der Speise)", ^^^' 
„Preis" und ^^^ „aufzählen"', ^ „der Spur folgen" und ^^ „Ritze 
machen (mit dem Fuß)^ 

Auch privativen Charakter muß das taf'al gehabt haben, denn 
wir haben von J^ „nachschieben" wX.%j „auspumpen" und von ,j;y 
„gerade auf etwas losgehen" ^^^' „umbiegen'*. 

1 In ÄwoUj flacht** hat sich der dritte Radikal erhalten 

2 Dazu gehört auch Mjo „Überzahn" von ^ 




Zum Gebrauch des Partizips im Altarabischen. 

Von 

H. Reckendorf. 

ährend die semitischen Sprachen erst innerhalb ihrer Son- 
derentwicklung dazu kamen, aus der Fülle der verbalen 
Abstrakta bestimmte Bildungsweisen für infinitivische 
Funktion definitiv auszuscheiden, wurden gewisse verbale 
Adjektive schon in gemeinsemitischer Zeit spezifisch partizipial ver- 
wendet und gingen so in die Einzelsprachen hinüber. Eine erneute 
Untersuchung über das Wesen dieses Partizipiums und seinen Unter- 
schied gegenüber dem Verbum finitum, die sich im vorliegenden 
Falle auf das Arabische beschränkt, ist nicht nur aus sprachwissen- 
schaftlichen Gründen wünschenswert, sondern auch aus exegetischen 
Gründen; denn in Folge von Verkennung oder Verwischung des 
Verhältnisses zwischen Part, und Verb. fin. werden zahlreiche Stellen 
ungenau aufgefaßt, und die Übersetzungen lassen den feineren Sinn 
des arabischen Originals häufig nicht zu seinem Rechte kommen. 

Der verhältnismäßig häufige Gebrauch des attributiven Part, be- 
weist für eine konzentrierte und rasche Charakterisierung, deren Syn- 
these mit dem zu charakterisierenden Wort bereits erledigt ist und 
während des Ablaufs der Rede nicht mehr des Hilfsmittels eines be- 
sonderen attributiven Satzes bedarf (JjUJ^ J^j^^ — J-^. i^^^ clWO; 
Vgl. auch Sätze wie ^ Ci ^m > >\ ^^j-^*** c^.»^^ c^.^^ C>L »clie Ver- 
derbenden, die sich selbst verderben" Kur. 39, 17 (— 42, 44). Kur. 
83, 10 — II. Am zahlreichsten sind die Partizipien überhaupt bei den 
D ichtem, namentlich in Schilderungen. Zwar werden hier oft Metrum 



256 H. Reckendorf [2 

oder Reim den Ausschlag gegeben haben, aber einen Sinn hat das 
Part, an solchen Stellen darum nicht minder, und er muß berücksichtigt 
werden, wenn er auch nur ein Nebenprodukt war. Vgl. aus Dichtem 

(^\-*iJb^ ^L»kJb j^:^^^ ^^^ (*-^ <j^:^y^ ^^^ »»^^^ sehe uns zu 
einem verborgenen Tod galoppierend, und wie wir von Speise und 
Trank betäubt sind'* Imr. 5, i. ^^jl^^ >UJ o ^^ „ein Bild, d as auf- 
gesucht wird und ein umzogenes" 'Ant. 16, 3. s^..^^,^Sj>^^ .^^-Jjl«^, ^ sj^^^ 
„ein Ausgleitender, der nicht beraubt wurde, und ein beraubter" 'Alk. 
2, 33. Näb. 27, 26. IHi§. 620, 20. Harn, 586, 19. Hud. 16, 15. Omar i. a. 
Rabi a 4, 5. 113,4 usw. Im Koran öfters des Reimes wegen. Die 
Prosa ist zurückhaltender im Gebrauche des Part., der Unterschied 
zwischen Verb. fin. und Part, mit all seinen Konsequenzen gelangt 
aber gerade hier zu seiner vollen Bedeutung, wo überhaupt der Satz- 
bau freier entfaltet ist'. 

I. 
Der Träger des Part, hat nur die Qualifikation zur Ausübung einer 
Handlung; die Ausführung der Handlung selbst kommt zunächst nicht 
in Frage. Das Part, bezeichnet daher auch den Habitus, den man an- 
nimmt, wenn man eine gewisse Handlung ausführt. Die Handlung — 
sie sei der Kürze halber als Partizipialhandlung bezeichnet — ist weder 
notwendig ununterbrochen noch zuständlich. Sie kann z. B. punktuell 
sein; viUjU yt wird nicht leicht einmal bedeuten „er tötet dich un- 
unterbrochen", wohl aber bedeutet es oft „er geht damit um, dir den 
tödlichen Streich zu geben". Im Zusammenhang mit einem Verbum fin. 
bezeichnet das Part, oft die Disposition, aus der sich eine Hand- 
lung ergibt,» z. B. JxJUj ^ ^^Jl^J ^^c^wk^ ^yuoUj ^\ „daß 
ihr bereit seid zu hören und zu gehorchen, so daß ihr Friede haltet, mit 
wem ich Friede halte" Tab. IIa 5, 11 usw. So im Nebensatz eines 
Bedingungssatzes cX;^4a-Xi\ jJü ^;u^ ^^\ ^ „wäre ich ein Mensch, 

I Wie sehr es von der individuellen oder momentanen Auffassung der Begeben- 
heiten abhängt, ob man Part, oder Verb. fin. wählen will, leigt sich auch in Prosa, 
vgl. vib Lä^Uo ^\^ ^ „was glaubst du, daß ich mit dir tun will?" Tab. Id 201 1, 2, 
dagegen vib ^-^\ ^\^ \^ „was glaubst du, daß ich mit dir tun werde?" (ebenda 
z. 17). ^yi ^Uj M^ ^ ^ \\'S^ ^\jJ ^^^^ ^^^ /-ji ^Lo. ^^ »Uli l^ü 
„seine Augen liegen im Schlaf, aber sein Herz schläft nicht. Ebenso ist es bei den 
Propheten; ihre Augen schlafen, aber ihre Herzen schlafen nicht" Buh. II, 396, 2 u$w. 



3] Zum Gebrauch des Partizips im Altarabischen. 257 

der nachgibt, so hätte ich nachgegeben" NöLDEKE, Beitr, z, Poesie 

62, 3 (vgl. ^^^ ^^, ^ in Vs. 4). J*^^ ^'i CU>L^ ^^ „wenn du es 

zu tun gedenkst, so tue es schleunigst" Tab. IIa 305, 4. Hud. 44, 2 usw. 

Andrerseits die Disposition, die sich aus einer Handlung ergibt, 

z. B. CL>y^ y^ L-i^UL li\^ O;^ ^ i^\ »ich bin alt und muß nun 

fürchten zu sterben" Ag.M 19,4. So im Hauptsatze mannigfacher 

• •-' 
Sätze, die ein Zeit- oder Bedingungsverhältnis enthalten, z. B. sL^ U 

villj-ft 1>1 üioLo „was willst du tun, wenn er dich absetzt?" Tab. IIc 

1656, 13. jc^XiUi \^jwoXs\ IM „wenn sie recht handelten, war er ebenfalls 



ß -s ö > 



bereit recht zu handeln" Labid 24, 2. 5»)^ ^v^ ^^-^v> ^y« '^ O^ „wenn 

sein Gefieder einst gestutzt wird, muß er herabfallen" IHiä. 413, 9. 
ff x^ ffx ff$ f t. ß % 

cibjo LüüJ»\ ^\ cuil »»x^Ul „willst du ihm die Ader öffnen, wenn wir 

dir die Hände frei machen?" IJatim or, 15. k^.«ju^^ ^^ ^\^ J^\ li\ 
„ich bin der erste, dem der recht ist, der euch recht ist" Tab. IIa 434,4. 
J^l* ^v» i^^) (J-tt^ J^, „jeder Freund, der mich sieht, muß sagen. .." 
Kamil i%7y^, C^'^ Crr^^ }^^ jr*^ 3^ „jedes Geheimnis, das zwei 
Mitwisser überschreitet, muß sich verbreiten*' Kämil 425, i. I^Lä-oj ^ 
^j^yt V^ (J" ^1 ^ijM>a>\ \y^ c^.'>J^ ^^U^ „ihr sollt nicht in die 
Stätten derer, die sich versündigten, kommen, ohne daß ihr weinen 
müßt" Buh. II 349, 17. i-s^^ <^Ä^ 'Sj^^ÄU *^ 5jJ\ ^S^ d^^jLS CXuJj 
„es gibt keinen Atemzug, von dem AUäh vorgeschrieben hat, er solle 
ausgehen, ohne daß er ausgehen muß" Bul). II 42, 3 usw. Vgl. übrigens 
noch unten S. 263 f. 

Die Fähigkeit eine Handlung hervorzubringen bezeichnet es z.B. 

M ^ ^ ß Off^ 4 

in ^yS^^ yS> <^U^ „eine Rollenschrift für einen, der lesen kann" 
Hudr3, 7. ^.»>4^ ^ LJMaJ „*0 Schmerz' kann nicht helfen" Hud. 
28, 4 usw. Da es auf das Charakterisiertsein durch eine Hand- 
lung und nicht auf die wirkliche Ausführung der Handlung ankommt, 
so kann man sogar kühner Weise von einer „wachenden Nacht" 
^ybU* UJ Näb. 8, I reden, d. h. von einer Nacht, die durch „Wachen" 
charakterisiert ist; es ist also soviel wie /W^ S^ (Die „schlaflose 
Nacht" im Deutschen ist etwas anders zu erklären). So ferner ^. ^ 
<^JuoU „an einem heftig wehenden (= stürmischen) Tag" {^<^ ^J 
Bul). II 378, 16. 3>to «U-i „eines treuen Morgens" = „an dem die 

^"^ ff fe * • s^ -i* ^ .. ^ff^ 

Leute treu sind" (3*>^ C^-^) ^^ä- 9, 7« \?^yy^ tr^ t3 »»^^ ^^'^^^ 

Nöldeke-Festschrift 17 



258 H. Reckendorf [4 

Schreckensnacht" Harn, 38 Vs. i ; vgl. Jä-^V^^ v34^ ^ ^ ^^) „wenn 
die Nacht des Blöden schläft" Vs. 2. Und aktives Part, im Sinne des 
passiven: .^/^'ä. = ^y^ Harn. 187 Vs. 5, wo Tebr. zutreffend mit 
^jJLa, ^^ „der mit Verbinden" paraphrasiert. ^L) „verkäufliches Kamel" 
Näb. 1 3, 6. 

Wie bemerkt stellt das Part, die Handlung nicht als etwas Zu- 
ständliches hin. Nur in dem Sinne bezeichnet das Part, einen Zustand, 
in dem ein jedes Adj. einen Zustand bezeichnet. Ein wesentlicher 
Unterschied zwischen Part, und einem Adj. wie cr**^> J^:>^ l^^S^ 
aber darin, daß der charakteristische Inhalt des reinen Adj. an einem 
Subst. während der selben Zeit hervortritt, für die dem Subst. die Eigen- 
schaft beigelegt wird, es ist also durchaus an die Zeitsphäre des Zu- 
sammenhangs gebunden. Ein Part, wie y^^ dagegen kann ver- 
wendet werden, ohne daß die charakteristischen Merkmale des 
Schreibens am Leitwort hervortreten; es genießt daher eine größere 
Freiheit im Gebrauch. 

Die Grenze zwischen Verbaladj. und Part, ist nicht fest. So ist 
ja J-^ oft geradezu Part, pass.; Verbaladjektive werden gelegentlich 
mit dem Objektsakk. konstruiert (s. NöLDEKE, Zur Grajnmatik des 
classischen Arabisch % 62). Zum Part, gehört im Arab. nicht nur ein 
Komparativ, sondern dieser wird auch mit dem Objektsakk. verbunden 
(7/rt!w. 217, 14. 'Amr ^«'^i/. 67 usw.). Passivpartizipien kausativer Verba 
sind öfters nahezu oder völlig gleichbedeutend mit intransitiven Ad- 
jektiven, und es ist nicht immer an eine entstandene oder künstlich 
herbeigeführte Eigenschaft zu denken ^ so ßJ^L „rein" ^;/r. 2, 23. 
Näb. 25, 4. Tab. IIb 745, 12. ^^^^ „fest" Lämijja 11. Ahlwt. SanimL 
146,22. Jj^ic „schwerfällig" Itnr. Mua//. $7. Harn. 17,$. >^a-*i^ „fest" 
Imr. 14, 15. i>. ^ *wo „wach" Hud. 143, 13. Hafn, 37,24. ^JSLu „lieblich" 
'Alk. 2, 3. 5-U^ „(von Natur) unzugänglicher (Hügel)" Näb. 8, 14. 
^]^xir* = J^^ Harn. 17, 10 usw.*. So femer das Part. pass. der Farben- 
konjugation neben dem Farbenadj., wo jedoch wiederum unter Um- 
ständen die Eigenschaft als entstanden gedacht ist. Z. B. c^^-^^^ 



1 Dagegen^ z. B. JJ-^^*-« „alter (Wein)", cig. „den man alt hat werden lassen". 
Imr. 17, 5. 4-5^ „späte (Reise)" eig. „die man bis spät hinausgezogen hat" Imr. 
4, 15 usw. 

2 Sogar L^-Jw^ ^^^^ „schlau, durchtrieben" Hut. 47 Einl. 10 =» //öw. 311, 19 



5] Zum Gebrauch des Partizips im Altarabischen. 259 

„weiß" Uärlt J/«W/.Si. [J^Ü^ „rot" Buh. III 392,12. jiii „gelb" Hud. 
15,7. 

Zu den Verben der Form Jm gehörten ursprünglich bloße Verbal- 
adjektive und zwar von der Form J-»*, wie noch fast durchweg im 
Hebr. Im Arab. ist J^ als Nomen agentis der Verba J-ä* ge- 
bräuchlich geblieben, dagegen wurde als Part. Jk'^ von den Verben 
J-Ä* zunächst wohl zu den objektregierenden Jjii und dann auch 
zu den übrigen Ja* verschleppt. Also ^.y^ *Alk. 13, 46. ^^^ 'Alk. 
I, 28 usw. usw. j-ibi „herangewachsen" Ag. III 191, 2 und „Hügel" 
Man 2, 13, woneben in beiden Bedeutungen ^Uu. Das genaue Ver- 
hältnis zeigen z. B. JjsP „schnell" (von einem Tier) Omar ibn a. Rabi a 
163, 4, aber Ja.U von einem Schlag 'Ant. Mtiall, 42. In den ab- 
geleiteten Konjugationen gibt es bekanntlich nur Partizipien. 

Eine Form für das Nomen agentis, die triebkräftig neben dem 
Part, stünde, ist im Arab. sogut wie nicht vorhanden. Es bezeichnet 
also im Arab. ein und dieselbe Form sowohl das, was Träger einer 
Eigenschaft werden kann (Nomen ag.), wie das, was Subj. einer 
Handlung werden kann (Part.)^ Zahlreiche Partizipien sind durch ge- 
legentliche und dann erstarrte Aufnahme des Substantivbegriffs zu reinen 
Substantiven geworden, wie J^U „Statthalter", (J^^-i» „Rand", <i<^^ 
„Seite" usw. usw., z. T. ohne jeden lebendigen Zusammenhang mit 
den Bedeutungen des Verbum fin., wie Jä.Lo „Küste", >\^ „Fluß- 
bett" usw. Ferner sind die zahlreichen partizipialen Eigennamen 

zu erwähnen wie viUU, >ycJJo, uitk^, J^ia^, ^3^.1*4*^, ^^U^, k\>JLjl, 
^ 9 ß M#^ ^ ^ ß 9 ß ^ ^ ^ 9 ^ t ^ 9 ß '** ^ % ß 

c^-^-Ä-o^, ^ 44 » ^ . V ^.ll, ^oSS^^ ,J»,.V,i » ». 1 1, >.^'>%'a C^ , >^ y ü^*.A » l \ , Jj»-i-4ik^\ USW. 

Die Verwandtschaft mit dem Verb. fin. besteht formal in der 
überaus häufigen Konstruktion des Part, mit dem Objektsakk. Auch 
der Unterschied im Sinn ist oft recht geringfügig, so daß ganz wohl 
das eine für das andere eingesetzt werden könnte. Unter Umständen 
kann aber das Part, spannender wirken, weil es die wirkliche Aus- 
führung der Handlung unbestimmt läßt und überdies leicht der Ge- 
danke an die Vorbereitungshandlungen wachgerufen wird. Auch liegt 
im Part, öfters ein größeres Maß von Gewißheit, gerade weil in sus- 



X Zu ^U*<?f „Tierarzt" ist Näb. 5, 15 ein arab. partizipialer Berufsnamc ^»^^ 
neugcbildct. Indes könnte das Wort hier den Tierarzt, während er gerade operiert, 
bezeichnen 

17* 



26o H. Reckendorf [6 

penso bleibt, unter welchen Umständen die Handlung ausgeführt wird. 
Das tritt z. B. in Versprechungen und Drohungen zu Tage (s. u.). 

2. 

Schon innerhalb des einfachen Partizipialworts besteht ein Ver- 
hältnis, nämlich zwischen dem Besitz der Eigenschaft und der Aus- 
führung der Handlung (s. oben S. 257). Dadurch wird im Part, die 
Beziehung der Partizipialhandlung auf den zeitlichen Zusammenhang 
des Gesamtsatzes aufrecht erhalten, auch wenn sie in einer ganz 
andern Zeit stattfindet. Die beiden Zeiten fallen natürlich durchaus 
nicht* immer auseinander, allein andrerseits kann die Tatsache, daß 
der Träger des Part, die Partizipialhandlung nicht notwendig zu der 
Zeit ausübt, für die ihm die partizipiale Eigenschaft beigelegt ist, in 
prägnantem Sinne verwertet werden. Z. B. c^^JjU „einer, der (sonst) 
überwältigt wird" Imr. 4, 14. Z^\ „der, der (sonst) überwindet" Tar. 
5, 53. 5^1^jJl v:;>>yJ\ „die Augen, die (sonst) tränen" A^.X 165,20. 
-^Iä. „einer, der (sonst) verwundet" yut. 29, 8. ß^y»^^ »die (sonst) 
straucheln" Harn. 295 ult.'. 

Vom Part, kann man weder sagen, es sei praeterital oder futurisch, 
noch es sei perfektiv oder imperfektiv. Zeitliche Bestimmungen beziehen 
sich oft auf die Partizipialhandlung, nicht auf die Zeit, für die die Eigen- 
schaft beigelegt wird, z. B. j;^!^ yt ^^^ „wann ist es geschehend" = „für 
wann ist sein Eintritt bestimmt" (die Eigenschaft, vom Schicksal ver- 
hängt zu sein, hat es schon jetzt) IHi§. 11, 14. J^y. ol)S^ /^b v-j*"-*-*^^ 
ixUjJ\ = „Sonne und Mond sind bestimmt, am Tage der Auf- 
erstehung zusammengerollt zu werden" Buh. II 305, i. ^^1 ,^j^Ub»I\ 
= „die für alle Zeit die Eigenschaft haben, heute nicht gefastet zu 
haben" Bul}. II 221, 13 usw. Zum zeitlichen Verhältnis zweier Parti- 
zipien vgl. Läx y>y>^ J-^*^ »jdas zugleich die Eigenschaft vorzustürmen 



' In gleicher Weise kann der zeitliche Kontrast durch einen Relativsatz zum 
Ausdruck gelangen, z. B. J-i-«^^ ^j*^ *j-W^ «3j^ ,icine Wüste, deren Rücken (sonst) 
nicht betreten wird" Lämijja 65. J-?^^ s^^ ^ ^ \^y^ ,isie sieht, was Kamele (sonst) 
nicht sehen" Kutäml i, 19. ^Mg-**^ ^ ^^^-^ ^y^ >>4s^ 1-3] „wir sind an einem 
Tage des Ungemaches zugegen, an dem man (sonst) nicht zugegen ist" Hud. 151, II. 
dSJ^s^ ^^^^iu^o ^ ^L»Jl >J^^\ „der zu einem Wasser ging, mit dessen Fülle (sonst) 
nicht getränkt wur Hud. 227, 2 a. Auch hier wird einem Gegenstand das Attribut bei- 
gelegt, zu einer gewissen Zeit die Eigentümlichkeit zu haben, daß es zu einer andern 
Zeit eine Handlung ausführt oder erleidet 



7] Zum Gebrauch des Partizips im Altarabischen. 26 1 

und zurückzueilen hat" Imr. 63, 11. dSjxL^ Uj* \S^\ „der die Eigen- 
schaft hat den Gegner zu packen und dann mit den Armen zu um- 
fassen" Tar.^19, 21. oy^^ '^»-^ o^^*^ fßS c^ ^ crj oy^ ^\ 
f j, » ^ ll V-!r^ oy^O^^^ (»r . -»^^ c^ ^^*<^ O^O'"*^ »»^^^ ^^^^ verurteilt 
vom Zakkümbaum zu essen und dann eure Leiber damit zu füllen 
und heißes Wasser dazu zu trinken und zwar zu trinken wie die dem 
Verschmachten nahen Kamele" Kur. 56, 52. b)U \X\^::.,a^^ ^^ = 
„er ging heimlich hinaus um zu fliehen" Tab. Ib 853, 16. 

Für die Übersetzung einer Kategorie wie das Part ist das ein- 
fache Verb. fin. oft denn doch zu dürftig. Dies gilt besonders für 
die Übersetzung mit dem Futurum; sie vergröbert meist den Sinn 
des Originals, und man sollte daher tunlichst zu Umschreibungen 
greifen mit können, wollen, dürfen, sollen, müssen, beabsichtigen, fähig 
sein, geneigt sein, bereit sein, bestimmt sein usw. Auch der deutsche 
Konjunktiv eignet sich manchmal zur Übersetzung. Wo vergangene 
Handlungen in Betracht kommen, empfiehlt es sich in Ermanglung 
von etwas Besserem wenigstens mit dem Perf. (nicht Imperf.) zu 
übersetzen, und selbst bei anscheinend gegenwärtigen Handlungen 
ist unter Umständen die Übersetzung mit dem Perf., als einem resul- 
tativen Tempus das Adäquate (s. unten S. 262). 

Wo die Partizipialhandlung künftig ist, wird sie durch das Part, 
als materiell oder geistig vorbereitet hingestellt'. Z. B. etwas in der 
Vergangenheit Bevorstehendes J^U ^^\ U ^^^auo „indem sie ab- 
warteten, was Abraha tun würde" IHi§. 35. 11. Der Sinn des Part. 
tritt deutlich hervor in Sätzen wie ^L;.-*^ ^yJ^ ^liLJj ^^ jJi '^j »1;\ ^ 

IwX-^ C->^"^ -^* ^ "^^^ ^^^ Überzeugt, er ist euch heute entgegen- 
gegangen oder wird euch voraussichtlich morgen entgegen gehen" 
Tab. IIa 263, 14. Hier stellt iX* die Beziehung der Gegenwart zur 
abgelaufenen Handlung her (s. meine Syntakt, Verhältnisse S. 296 
Mitte), die Partizipialform die Beziehung der Gegenwart zur bevor- 
stehenden Partizipialhandlung; \5i bestimmt die Partizipialhandlung, 

^ ,^ ^ ^ 

» Auch das arab. Imperf. kann so gebraucht werden, vgl. ^^j^^^ *iL)^^| 

^\ <*^^3 »»*^^® dürfen auf die Gnade Alläh's hoffen** Kur. 2,215. C^ i^Uä^-^I 
»Looiu Lwi ^\ J^^^ „hast du von dem Boten^Alläh*s etwas gehört, was du 
uns erzählen kannst?" ISa'd Cesandtsch, 19, 3. ^^JCXJ\ „kannst du schreiben?** Jab. 
IIa 40, 14. ^^-•J^. ^^ „als wollte er mit ihm reden** Tab. IIb 1050, 8. II c 1470. 1. 2 



262 H. Reckendorf [8 

nicht den Besitz der Eigenschaft, s. oben S. 260 Mitte, o^ >J ^| U\ 

„wenn er vor dir einen angelacht hätte oder nach dir einen an- 
lachen könnte, so hätte er dich angelacht" IHi§. 268, 17. 



^k43J ^Lo yt U^^ \yiS.^ „in dem, was sie getan haben, und was 
er mit ihnen zu tun gedenkt" IHi§. 595, 18. Die Übersetzung mit dem 
glatten Futurum ist allerdings öfters einfacher, aber das rührt nur 
daher, daß wir ein einfaches, durchweg entsprechendes Mittel für die 
Wiedergabe des Part, nicht besitzen \ So drückt im Hinblick auf bevor- 
stehende Handlungen das Part, die Absicht aus, z. B. ^UÄ.y\ jSs jJ 
j>JS yjb U „der Barmherzige hatte bestimmt, was er bestimmen wollte** 
Harn. 29s, 8. ^^ojl,».> cuJLJ „ich mag nicht davon lassen" Hud. 1,5. 
J^U) li\ „ich möchte fragen" häufig. 3b cu>\ ^JJb U^^^ JUß ^ 
„gib von ihr preis, was du willst" 'Ant 7, 3. 5^-^-* ^r* «»wer will eine 
Nachricht gelangen lassen zu . . ." oft bei Dichtern. Ferner für 
Schicksalsbestimmungen, drohende Verhängnisse, z. B. ^j)^\ £U*a» £>\ 
ÄXJU „die Raubtiere der Erde müssen umkommen" Hud. yy^ 3. Imr. 
63» 13 usw. Zur Bezeichnung von etwas Gewährleistetem, z. B. häufig 
j?^T cu>l „du sollst Sicherheit genießen". 

Für perfektive Partizipialhandlung vgl. zunächst ^»-«^1 „der Wohl- 
taten erwiesen hat" A^. III 191, 7. 'Amr Mua// 6g. IHi§. 927, 6. A^-. 
VIII 31, 8 V. u. Tab. Id 1904, 2 (vgl. i). IIa 70, 9 usw. Auch indeter- 
miniert, so U^äu« jLJ\ ^ „ich werde nicht zu dir kommen als einer, 
der ein Verbrechen begangen hat" Näb. 8, 11. dJ JU» dS^ ßj3 jj> 
^JJl CIäX? ^U\ jJ Lo ^„^.ws-i „seine Farbe hatte sich verändert; da 
sagte Sebib zu ihm: Warum sehe ich dich mit veränderter Farbe?" 
Tab. IIb 909, 6. Man wird wegen der Formenverwandtschaft mit dem 
Imperf. und der häufig vorliegenden Notwendigkeit, mit einem Praes. 
oder Fut. zu übersetzen, gewöhnlich geneigt sein, das Part, durch 
das arab. Imperf. aufzulösen. Allein dennoch sind die Fälle, in denen 
durch einen arab. Relativsatz mit resultativem Perf. (Perf. mit jj>) 
aufzulösen ist, zahlreich, also ^^C-i^ = ^J^ ^ Jl^-^ „einer der sich 



^ 



I Das Part, durch eine Konjunktion mit Verbum fin. fortgeführt ^^1 ü^***^ rj^ 
....^^ ^ \^^\.y^^^ ^jsM^ ^?*r* »»der Bote Gottes zog aus, mit der Absicht, den 
Feinden Angst einzujagen, und damit sie erführen, daß er....** IHis. 588, 16 



9] Zum Gebrauch des Partizips im Altarabischen. 263 



> 



aufgeschürzt hat" Hud. 9, 10. .^y^..^^ U^^ „ihr Beide habt Recht" 
genauer „habt es recht gemacht" Buh, II 378, 9. Ja.\> „innen befind- 
lich" z. B. 'Omar i. a. Rabfa 56, 5. *;UL „außen befindlich" z. B. IHi§. 
95, 15 usw. usw. Mit ^^ z. B. u!>U ^1^ „er war abwesend" wie ^^ 
(^U jjJ, nicht etwa wie w^^t*^ o^- T^b. IIa 197, 8 vgl. 11 usw. So 
ist auch das partizipiale Praed. von sogenannten Zustandssätzen oft 
durch J3 mit Perf. auflösbar, z. B. >UiwJl^ L-^;:* cuJLi* (= jJ^ 
cu^ Ha.\) Tab. II b 626, 9. IIa 12, 14. 296, 14 usw. 

3. 
Die Partizipien bilden öfters ein retardierendes Moment in der Dar- 
stellung. Die Aufmerksamkeit wird, wenn auch nur für einen Augen- 
blick, von dem Weitergange der Begebenheiten teilweise abgelenkt, 
ohne daß die Beziehung zu ihnen des Ausdrucks in der Wortform des 
Partizips entbehrt; daß ist eben, wie wir gesehen haben, das dem 
Part. Eigentümliche. Überhaupt ergeben sich beim Wechsel von Part, 
u. Verb. fin. mancherlei Nuancen (vgl. oben S. 255 f.). viG^ JLS M 

„als dein Herr zu den Engeln sprach: *Ich gedenke auf der Erde einen 
Vertreter einzusetzen', sprachen sie: * Willst du auf ihr einen einsetzen, 
der auf ihr Unheil anrichtet?'" Kur. 2, 28. ^j^^ tp^\ Ur^ f^- f^y^ 
\Sji\ (4^ ^Lü „bis er ihr Geist einbläst; aber er vermag nie ihn ihr 
einzublasen" Buh. II, 41, 3. Buh. II 248, 7. ÄJJ^Lo^ cx-^-Jj^ c-^-jj^-o 
„du hast die Wahrheit gesagt, aber sie ist keine Person, die die 
•Wahrheit sagt" Ag: UI 189, 20. lS>T S)\ ^J^ ^ ^^ 00^ „ich kehrte 
zur Fahne zurück und hatte doch keine Aussicht gehabt zurück- 
zukehren" Nam, 36, 4. ^1^ ^^ U^l^ »mag es sein, wer er sei" Tab. 
IIa 299,9. Kur, 113,5. Tab. Id 2039,3 (vgl. 2). IIa 12,18. 128,14—15. 
IIb 626, II. 1123,8 — 9 usw. In Gegensätzen ist sichtlich manchmal 
nur der Kontrast das Motiv für die Verwendung von zweierlei Aus- 
drucksmitteln, vgl. ^(jV'U» ^}^. «-^^ ^^ ^^^^^^ ^y^ ^ »»so folgen 
sie deiner Kibla nicht und du bist nicht Willens ihrer Kibla zu folgen" 
Kur. 2, 140. Bul}. I 29, 17. Tab. IIa 298, 2. IIb 1234, 3 — 4 und vgl. 
die Dichterstellen oben S. 256. So mit Verbaladj.: U4t-^ tS^ o^*'-^ 
^A--i-«iJ\ ^^.w«^* U4t-^ L5r^^^ J^'-^^ A^.^.*.;;» „zwei Mädchen, was 
die eine von ihnen anlangt, so ist sie dem Neumond ähnlich, und 



2'^4 ^' Rcckcndorf [lO 

dif: andre von ihnen, s:e gleicht der bonne" Eirukaj ät 1 1. 3. jc-»^*\ ^^ 

^ ^ . '^ ^ ^ ^ ß ^ ^ "* 

Lä>V»1 ^<^ /\;"^^^^\5 Ia->^»^ J^ ,,die Löwen haben wenig Junge, die 

Schweine viele*' Tab, IIb IO41, 7. 

Unter den prädikativen Partizipien seien nur ^\^ Partizipien von 

Verben difix Bewegung als Detaillierung eines regierenden Verbums 

d^cx Bewegung erwähnt, wie b^\^ *la», '^ä^-U J^^j^ä^I. t^L^ «•/*-> 

Laä*1^ ^, 'r^^ f'^T 4;''^ "r^^» li^.-a*L« ^^^ usw. 

4- 

Für die Passivpartizipien gilt im allgemeinen das für die Aktiv- 
partizipien Gesagte. Das Passivpart, involviert allerdings meist eine 
perfektive Partizipialhandlung ; erwägt man aber, wie häufig sich die 
Partizipialhandlung auch des Aktivpartizips bei genauerer Betrachtung 
als perfektiv erweist (s. S. 262), so erscheint in dieser Hinsicht die 
Verschiedenheit der Verhältnisse des Aktivpart, und des Passivpart, 
zu ihren Partizipialhandlungen nicht mehr so sehr grofi. Auch ist in 
einem Satze wie «-^^^ ""^"-ri^ S-^^^^ J^ ^ »»^°^ verfällt jeder 
eilende Verfolgte und jeder Verfolger" Hud. 2, 25 usw. das Passivpart, 
nicht präteritaler als das Aktivpart. Man lasse sich durch unsere Über- 
setzung und unsere grammatischen Kategorien nicht beirren! Für die 
Übersetzung ist noch zu beachten, dab Slyüu« ^1^ streng genommen 
nicht „er war getötet worden", nicht eine einheitliche Verbalform, 
sondern „er war getötet" ist. 

Andrerseits bezeichnet die im Passivpart, liegende Handlung 
nicht selten etwas, das gleichzeitig mit dem Besitz der partizipialen 
Eigenschaft erlitten wird, z. B. j^S^ H^r^ «3^ r' »»"J^ht ist einer 
von ihnen übrig, dessen Erwähnung geschieht" Ag: II 36 Vs. 5. 
Kamil 361, 2. Jab. IIb 694, 3 usw. usw. Oder das Leiden, zu dem 
ICtwas bestimmt ist, z. B. oft Jy^J^ „dem Tode verfallen", femer 
^iyuLi ^ \lif 1)J1 ^^^^juJ „damit AUäh etwas vollziehe, was getan 
werden mulV Kur, 8, 46. ^^y^ j^ ^^ ^ „er wußte, daß er nicht 
verschont werden würde" Tab. Id 2037, ^^ ^sw. Passivpartizipien als 
Objekte zu Verben desselben Stammes' z. B. ^LJj» JJ3 „er tötete 

> Dem entspricht die Verbindung eines Kausativums mit dem Aktivpartirip 
dci Simplex wie l^'b JLJl ^^ ^y"^. ^ »»^^ ^^^^ nichts von dem Vermögen 
übrig" Sib. I 321, 14 



1 1 ] Zum Gebrauch des Partizips im Altarabischen. 265 

einen" (der also erst durch diese Handlung zu einem Getöteten wurde) 
Hud. 31, 7 und öfters ^ 

Wie beim Aktivpart, der Zusammenhang zwischen der Qualifi- 
kation zu einer Handlung und ihrer Verwirklichung ziemlich locker 
sein kann, so hat auch beim Passivpart, manchmal das Verhältnis 
der bloßen Möglichkeit, Gemäßheit u. dgl. statt. Z. B. ^^^^1 Ji" 
^^^^ r^i* '^^ ^^^^ Besitztümer, denn sie können gegessen wer- 
den!" Ag. VIII 69, 2. CiyJl c^U^' „sie tadeln einen tadelnswerten" 
Hätim ro, 5 usw. 



I Vgl. oy^ ^» „ihr seid des Todes" Tab. II c 1948, 14 





Zur Komposition von Ibn Hazm's Milal wa'n-Nihal. 

Von 

Israel Friedlaender. 



eit kurzer Zeit liegt das Kitab al- Milal wa'n-Nihal^ des 
berühmten spanischen Theologen Ibn yazm in einer ge- 
druckten Ausgabe vo^^ Es kann nicht hoch genug an- 
geschlagen werden, daß die Herausgeber, — oder wie man 
sie sonst bezeichnen mag, — die allem Anscheine nach strenggläubige 




« Der Titel des Werkes ist schwankend. Die Druckausgabe trägt die Über- 
schrift Jä^\^ ilyb'Sll^ JUJ\ j3 ' J-SaiJ\ c-jU^, die auch Ibn Haliikän (in der 
Biographie Ibn Hazm'sj und Ibn al-Ha^ib im Namen von Ibn al-Hajjän (st. 469) über« 
liefert (DozY, Catalogiis codicum orietttalinm Bibl. Acad, Lugdufw-Batavae I Leiden 1851, 
p. 228). Dahabl bei Maqqarl (DozY, ibidem p. 232, in seiner Edition des Maqqarl 
I 515) hat J^*^!^ a\^^\ Ja\ ^^^ vJ-*aiJ\ c_^lX^, dagegen in seinem ia'r'ih al- 
Islam (bei RiEU, Catalogits codicum manuscripfarum orientaiium qui in Museo Britannico 
asseruantur^ London 1871, II p. 726) J.a:^\^ J»^\ (3 J-*^^^ k^^. Die Codices 
Leiden, British Museum and Yale University (der letztere im frühern Besitze des 
Grafen Landberg) tragen die Überschrift Jjc^-J\^ J*W\ C--)'^, mit der auch 
Hägi Haifa (VI, 115) übereinstimmt. Codex Wien hat die Überschrift Jä.-uJ\ i^\JS 
^}X^\^^ die sich auch in der ^achschrift zu Codex Leiden und British Museum 
findet und daher kaum zufällig sein dürfte. Schließlich wird unser Werk auf dem 
Titelblatte des dritten Bandes des Codex Yale als J^vJl^ J^l (3 J-**aJ^ da- 
gegen in der Nachschrift zu demselben Bande als ,J.ä^JJ\^ *l^^i^ J*W^ (3 J*-^^*^^ 
bezeichnet, mit der auch die Nachschrift in der Druckausgabe übereinstimmt. Man 
sieht, daü die Verschiedenheit der Überschriften mit der Verschiedenheit der Hand- 
schriften zusammenhängt, die, allem Anscheine nach, verschiedene Rezensionen 
repräsentieren 

2 Dieselbe ist gemalt der Nachschrift zum ganzen Werke der Abdruck einer 
Handschrift aus dem Jahre 1271 H. Die Ausgabe bietet am Rande das Mi/al wati' 



268 Israel Friedlaender [2 

Muslime sind, den Mut gefunden haben, ein Werk an's Tageslicht zu 
fördern, das die höchsten theologischen Autoritäten des Islam mit 
schonungsloser Bitterkeit angreift, das schon zu Lebzeiten des Ver- 
fassers ein feierliches Auto da fe erfuhr % dessen Lektüre mehrfach 
untersagt wurde* und dessen öffentlicher Verkauf noch im 14. Jahr- 
hundert verboten war 3. Es steht zu erwarten, daß die Veröffent- 
lichung dieses bedeutenden Werkes, das in genialer* Weise den Ver- 
such unternimmt, die Prinzipien des zahiritischen madhab auf die 
muhammedanische Dogmatik auszudehnen, auf die theologische Ent- 
wickelung des modernen Islam nicht ohne Einfluß bleiben wird. Aber 
ebenso steht es zu erwarten, jedenfalls ist es dringend zu wünschen, 
daß das Buch auch in der modernen Gelehrtenwelt eine entsprechende 
Aufnahme und Würdigung findet. Das Milal wan-Nihal des Ibn yazm 
bietet nicht nur eine glänzende Darstellung der muhammedanischen 
Theologie von seinem spezifischen Standpunkte aus, und darf auch, 
rein stilistisch betrachtet, als hervorragendes Erzeugnis der arabischen 
Literatur bezeichnet werden, sondern es enthält auch, seinem Titel 
gemäß, eine Fülle von Wissenswertem über die nicht-muhammeda- 
nischen Religionen und die heterodoxen Sekten, das wir in den anderen 
Werken der Milal wa'n-Nihal-Literatur vergeblich suchen würden. Bei 
einer andern Gelegenheit s habe ich an einem einzelnen Abschnitte 
unseres Werkes zu zeigen versucht, wie groß der Zuwachs ist, den 
unsere Kenntnis des islamischen Sektenwesens durch die Mitteilungen 
Ibn yazm's erfährt. An dieser Stelle soll jedoch das Werk als 
Ganzes betrachtet und dessen Aufbau und Zusammensetzung des 
Genauem untersucht werden. Wir hoffen dadurch zu einem bessern 



Nihial des Sahrastäni. Sic rerfällt in fünf Teile, oder, da die ihr zugrunde liegende 
Handschrft aus nur drei Teilen bestand, genauer gesagt, in fünf Hefte, klein Folio. 
Heft I, pp. 224, 1317 H., II, pp. 193, 1320 H., III, pp. 264, 1320 H., IV, 227, 1321 H., 
V, pp. 142, gemäß der Nachschrift gleichfalls 1321 H. Sie sind sämtlich in Kahiro 
gedruckt. Nur ist in Heft IV und V beide Male die Druckerei eine andere. In 
Heft II— V werden auf dem Titelblalte zwei Leute: Ahmad Nägl al-Gamäll und Mu- 
hammad Amin al-Hägl namhaft gemacht, die die Druckkosten übernommen haben 

I DozY, Ca(alog Leiden^ pp. 230, 234 

a as Subkl (st. 771) bei Hägl Haifa VI, 115 

3 Ibn Haldün, Muqaddimay ed. Quatremere, Notices des Manuscrits de la Bibliatheque 
Nationale, Band 18, I p. 4 4 Goldziher, Zahirifen, p. 136 

5 In meiner Abhandlung Der Schiitismus in der Darstellung Ibn I/azm's, mit der 
ich mich an der Straßburger Universität habilitierte (November 1902). Ich hoffe, die 
Arbeit in absehbarer Zeit veröffentlichen zu können 



3] Zur Komposition von Ibn I azm's Milal wa'n-Nihal. 269 

Verständnis und einer gerechtem Würdigung von Ibn yazm*s Milal 
wä'H'Nihal etwas beitragen zu helfen. 

Schon im 14. Jahrhundert hat der bekannte' muhammedanische 
Theologe Tag: ad-Dln as Subkl (st 771), der unser Buch mit dem 
gleichnamigen des äahrastäni, und zwar zu Ungunsten des ersteren 
vergleicht, das Milal wa^n-Ni/tal des Ibn yazm als „planlos und ohne 
Disposition" (^Iki ^ ^y*^ >^^^^) bezeichnet^ Ein oberflächlicher 
Blick auf unser Buch läßt diesen Vorwurf gerechtfertigt erscheinen, 
— aber nur ein oberflächlicher. Wer das Werk genauer untersucht, 
der wird sich überzeugen, daß, wenn es sich auch fernhält von der 
peinlichen Schematisiererei eines äahrastäni, die dem originellen Geiste 
und dem feurigen Temperament Ibn yazm's sicherlich zuwider war, 
es doch eine streng logische Disposition verrät, und er wird auch 
bald einsehen lernen, daß jene Beobachtungen, die den Eindruck des 
Gegenteils erwecken, auf Tatsachen zurückgehen, die für die Ent- 
stehungsgeschichte dieses Werkes von hervorragender Bedeutung, aber 
auch für die Art und Weise der orientalischen Bücherproduktion über- 
haupt nicht ganz ohne Interesse sind. 

Sehen wir uns einmal den Aufbau unseres Buches etwas ge- 
genauer an! Es zerfällt natürlicherweise in zwei Teile, von denen 
der erste die Religionen, der zweite die Sekten behandelt*. Der Ver- 
fasser beginnt den ersten Teil des Werkes mit einer Einleitung, in 
der er, nach der vorschriftsmäßigen Chutba, die Gründe darlegt, die 
ihn zur Abfassung dieses Buches veranlaßt haben, und dann die 
außerislamischen Glaubensanschauungen, die er in sechs Klassen ein- 
teilt, in folgender Reihenfolge zu behandeln verspricht: i) diejenigen, 
die behaupten, daß es eine positive Wahrheit überhaupt nicht gebe; 

2) die eine positive Wahrheit anerkennen, aber an keinen Gott glauben; 

3) die an einen Gott glauben, aber die Ewigkeit der Welt annehmen; 

4) die an mehrere Götter glauben; 5) die an einen Gott glauben, 
aber die Prophetie negieren; 6) die die Prophetie als solche aner- 



1 Bei Hägl Haifa VI, 115 

2 Die Handschrift von Yale zerfällt in drei Teile. Ebenso die der Druck- 
ausgabe zugrunde liegende Handschrift und — nach dem Epigraph zu urteilen — 
ursprünglich auch der Codex des British Museum, der jetzt zwei Bände umfaßt 
Codex Leiden zerfallt in zwei Teile, die aber nicht nach dem Inhalt, sondern nach 
dem Umfang abgetrennt sind. Sowohl die Einteilung in drei als auch die der Dnick- 
ausgabe in fünf Teile (s. S. 267 Anm. 2) ist sicherlich sekundär 






-■"^-1-lrr T-iT" 









5] Zur Komposition von Ibn Hazm's Milal wa'n-Nihal. 27 1 

Christen bereits vorher, entsprechend dem vom Verfasser vorausgeschick- 
ten Plan, beschrieben worden waren. In der Tat ist auch dieser Ab- 
schnitt kein integrierender Bestandteil des Milal wa'n-NihaL GOLD- 
ZIHER hat bereits im Jahre 1872 * die Vermutung geäußert und sie dann 
1878* näher begründet, daß dieser Abschnitt, .der zu den glänzendsten 
Partieen in diesem Werke gehört und uns nicht minder das vielseitige 
und gründliche Wissen Ibn Hazm's als die unübertreffliche Pointiert- 
heit seiner Polemik bewundern läßt, identisch ist mit seiner als selb- 
ständiger Schrift aufgeführten Abhandlung >yA^\ J^.^^ ^^-^i v^U^ 

Jji^UJ^ 3^ deren Titel dieselben Punkte umfaßt, die in diesem Abschnitt 
zur Behandlung gelangen. Die Gesamtbetrachtüng unseres Werkes 
erhebt diese Vermutung GoLDZlHER's zur Gewißheit. Scheidet man 
den Abschnitt als ein späteres Einschiebsel des Verfassers aus, 
dann zeigt der erste Teil eine durchaus planmäßige Disposition und 
eine streng logische Gedankenentwickelung. 

Schreiten wir nunmehr zur Betrachtung des zweiten Bandes fort! 
Auch hier gibt der Verfasser selber den von ihm einzuhaltenden Plan 
an. Er stellt zunächst fest (II iiiff.), daß es, abgesehen von der 
Sunna, vier islamische Sekten gibt, und zwar die Mutazila, Murgia, 
Si^a und Chawärig. In der zuletzt genannten Ordnung werden dann 
auch ganz kurz die fundamentalen Glaubenssätze der vier Sekten 
zusammengestellt. Der Verfasser spricht dann im allgemeinen über 
die Tatsache der Entstehung von Sekten innerhalb des Islam, die er, 
wie bekannt, für einen Racheakt seitens der bezwungenen Perser am 
siegreichen Islam erklärt, und führt dann ganz kurz einige extra- 
vagante und besonders heterodoxe Anschauungen dieser Sekten an, 
indem er behufs näherer Information auf seine „kurze"* Abhandlung 

Jjb\ J\y\ ^^ i^/y^^ fj^'^b ^.^J^=w)i J>UaiJ\ ^^ dL^a g CL^\ ^Ua;J\ 

^1^1^ ^^\^iJ\^ dLw:^.^\^ iJ ^ ^\ g->;^^ ^y^\ er* d*^^^ verweist 
(II 116). Er hebt sodann in einigen kraftvollen Worten die alleinige 
Giltigkeit der Sunna in der von ihm vertretenen zahiritischen Auf- 
fassung hervor und schließt die Einleitung zum zweiten Bande mit 
dem Versprechen, folgende Gegenstände, die die Streitpunkte des 



» KOBAK's Jeschurun VIII, p. 80 2 ZDMG 32, p. 363 ff. 

3 Ibn Hatib nach Ibn Hajjän (st. 469), DozY, ib. p. 229, HH I p. 346 No. 888 

4 <^^^kJ LÜ v_jU5 ^; «^-A<sk) „kurz", s. DozY s. V. 



272 Israel Friedlaender [6 

sunnitischen Islam bilden, der Reihe nach zu behandeln, und zwar: 
i) j..^^yü\, 2) ^vXiJi, 3) c;'^.^^ 4) *^y^ 5) ÄJl-oÜlJ\^ iLoW\, 
6) l-äSUAJI ^y^X^\ l^.;^*«^> A^J^\ , d. h. einzelne interessante Fragen, 
die nicht strikte zum Glaubensbekenntnis gehören (II 117). 

Der Verfasser hält sich auch auPs Genaueste an das von ihm 
gegebene Versprechen. at-Tauhld wird abgehandelt II 117 — III 22, 
al-qadar III 22 — 188, al-imän III 188 — IV 44, al-wdld IV 44 — 86, 
al'imäma waH-miifadala IV 87—178. Die latäHf füllen das ganze 
fünfte Heft aus (i — 142). Auch hier sieht man deutlich, daß SS. IV 
178 — 227 (Schluß des Heftes) aus dem Rahmen fallen. Der 49 Seiten 
umfassende Abschnitt behandelt der Reihe nach die „Ungeheuerlich- 
keiten"', d. h. die extravaganten Anschauungen der äi'a (179 — 188), 
Chawäri^ (188 — 192), Mu'tazila (192 — 204), Mur^a (204—226) und 
anhangsweise (226 — 227) derjenigen, „die keiner bestimmten Sekte 
zugezählt werden können". Es ist klar, daß dieser Abschnitt das vom 
Verfasser dem zweiten Bande vorausgeschickte Programm durchbricht 
und nach der in sich abgeschlossenen Zusammenfassung der Sekten 
II III — 116 gänzlich unerwartet kommt. Betrachten wir diesen Ab- 
schnitt etwas genauer, dann sehen wir, daß er sich auch äußerlich von 
dem übrigen Werke abhebt. Er beginnt unmittelbar nach dem Kapitel 
über äl'imäma wdl-mufädala, das mit den Worten jj>J>yJl ci^ ^^^ 
s^^^ (JIjö ^\ j.-^.Är? iLoÜU.J\^ dLeLoM\ <^U^ p> schließt, mit einer 
regelrechten Basmala* und der Überschrift ^\ ä.ä.^jä.J^ ^IkuJi ^> 

5>i-^^^3 (IV 178) und endigt (Iv 227) mit den Worten* JIjö jJJb^ 
a-%Ä\Ji^ iL<^\ ^ys:C^\^ s\yt^)^\ Jjbl ipjCU.Ji 5>Li ^ ^Viü\ p \3^y^^ 



1 ^^ULäJI. Eine Variante hat 5-U;xJ\, „die Häßlichkeiten", s. unten Anm. 3 

2 Dieselbe fehlt in der Druckausgabe und in Codex Yale, findet sich aber im 
Codex Leiden und in dem des British Museum 

3 Leiden und British Museum haben eine abweichende Überschrift 5-I-*iXj\ S> 

A"^j-%J\^, s. darüber weiter unten 

4 Leiden hat einen ganz andern Schluß, der zahiristisch gefärbt ist: J3 C^^ 

^^J^\ A^^ ^b\^. Hier schließt sich noch ein kurzes Resum^ der vier Sekten an, 
das sich auch im Codex British Museum findet, aber in Cod. Yale und in der Druck- 
ausgabe fehlt 



7] Zur Komposition von Ibn Hazm's Milal wa'n-NihaL 273 

^^^^LäJI yZj) aI). Aus allen diesen Anzeichen folgt deutlich, daß 
hier ein ähnlicher Vorgang vorliegt, wie im ersten Bande, indem der 
Abschnitt ursprünglich eine selbständige Schrift bildete, 
die der Verfasser hier, um seine Mitteilungen über die 
Sekten zu vervollständigen, einschob. 

Wir sind aber auch glücklicherweise noch in der Lage, die so 
ausgeschiedene Abhandlung zu identifizieren. Betrachtet man ihren 
Inhalt — die „Ungeheuerlichkeiten" der Mu'tazila, Chawärig^, Murg^ia 
und äi a, — dann kommt man von selbst auf die Vermutung, daß sie 
identisch ist mit der „kurzen" * Abhandlung ^LaiJi ^2^ iL^J^^ ^LaJ\ 
iJy:jL.J\ ^ß\ jjiJl ^^ £^jLJ\ Jä\ J\y1 ^^ d^>j^\ ^UäJ\^ hj^^^Y 
^^iy^\^ -^\^snJ\^ i>L^^\^*, auf die er (II 116) zwecks näherer Aus- 
kunft über die heterodoxen Sekten des Islam verweist. Wir hatten 
diese Beobachtung zuerst lediglich auf Grund des Leidener Codex 
gemacht und waren daher sehr froh, dieselbe durch eine Notiz im 
Wiener Manuskript, die sich nunmehr auch in der gedruckten Aus- 
gabe findet (II 1 16), bestätigt zu sehen. Hinter dem Hinweis auf die 
Schrift J\ JL^a g CLj\ !>UxJ\ finden sich nämlich im Ms. Wien und in 
der Edition die Worte \SjiX^ ^^ J-^^^^ ^3 Lu^ ^f J\ «UjLo\ jJJ^ 
\Sjb. Dies stimmt nun genau, da unser Abschnitt zwischen dem 
Kapitel über al-iniavia waH-mufadala und der Abhandlung über die 
latäHf eingeschoben ist, die nicht mehr zur eigentlichen Dogmatik 
gehören, sodaß der Schluß des Kapitels über al-imama wäH-mufadala 
tatsächlich „den Schluß seiner Darlegungen über die Sekten" bildet. 

Indessen geht bereits aus den Anfangsworten unseres Abschnittes, 
die auf den ersten Teil des Werkes zurückgreifen*, deutlich hervor, 
daß derselbe nicht ohne Änderungen dem Milal wa'n-Nihal einver- 
leibt worden ist. Aber wir sind glücklicherweise noch imstande, diese 
Änderungen mit Sicherheit festzustellen. Der Verfasser schickt der 
in Rede stehenden Abhandlung ein Vorwort voraus, in dem er feier- 



* Da sie, wie nunmehr ersichtlich, nur 49 Seiten umfaßt, durfte sie fuglich als 
„kurz" bezeichnet werden 

2 Deren Verlust DozY {Caialog Leiden IV 234) also glücklicherweise ohne 
Grund beklagt 3 In Cod. Leiden und Yale fehlt diese Notiz 

4 ^^UüM\ ^^.jJ iiJlÄwi\ JJlJ\ ^Löi ^^ \Jdb \^\yit} cJ ^^^ ^ 

(IV 178) 

Nöldeke- Festschrift. 18 



•f^.jc^,. KZ »^C*t *rt 'j^/'^zs. vtriisn 



Va cv; Y^^j/r*^r^!:L otr/rn-l^^i::! a-^fir^oc-sa- cijr ^ rirrer IiiäTtzl«:'* V~^^^?r?~ 

^yn-'r.^^^ Krm>J:,ri\, d>i: M^^vi ihrer ArJiar-ger krre ra ma^cz-en iisd die 
M'rr;;^': ihrer Ge;^'ner zu bevch ^xhti^en, rr.c^roc. rle es vertn^öen. ihrein 
<s\a Jzj^n off'^Ti Au*<irack zu geben, der dc-zh nfchts an-dcres facoeutet^ 
ai% *'kiii G^-ytt machtlos s^, ctw2>5 Ungerechtes zu nn, cai» er 
«chwach v:i, etwas Un'Aahres zu v-oHbringen, da^ er keine Kraft 
bc'jt/^c, etwa«* UnWgiv:hes in's I>a^ein zu rufen. Wir können daher 
nicht umhin, das, was sie in di-rser Weise gefälscht, bl«34zulegen 
und es hier in m'^/glichst deutlichen Aufrücken vorzubringen, indem 
wir ihre Fälschungen aufdecken und in die Nähe Gottes des Erhabenen 
^y;lan^;en dadurch, daU wir ihre Schleier zerreiLen und ihre Geheim- 
nisse enthüllen** TIV 179;, So interessant und anerkennenswert dieses 
Vorwort auch ist, so wenig patt es an die Spitze einer Schrift, die 
mit der Darstellung der Sia beginnt Denn die Schiiten haben als 
vjichc mit diesen Fragen metaphysischer Natur nichts zu schaffen. 
Wohl aber bilden letztere die eigentliche Domäne der Mu'taziliten und 
werden auch in dem Kapitel, das diesen gewidmet ist, behandelt (IV 192). 
Es ist also klar, daß früher einmal die Mu'tazila an erster Stelle ge- 
standen haben müssen. Dies entspricht auch der Überschrift dieses 
Abschnittes: ^^yi-^^ iJ^^i^l ^jcJ\ Ja» Jlyit ^^ J\ ^lkÄJ\ ^> 
jjLiJi^ jL^Aä.^\^', die die Mu'tazila an die Spitze stellt. Indessen 
kann auch die zuletzt genannte Reihenfolge nicht die ursprüngliche 
sein, weil sie zu heterogen ist Die ursprüngliche und allein 

« I)ic Übcruchrift in Codd. Leiden und British Museum ^^^a»\ J\ P»Xi ^^^ 
^fc»j*J^^ <lü: V ,at J \^ -^\^iJ\^ entspricht genau der jetzigen Einteilung der Ab- 
handliini;;, ist nhcr zweifellos spätem Ursprungs als die Oberschrift in der Druck- 
uiiK|;nhe, mit d('r auch Codex Vale übereinstimmt 



9] Zur Komposition von Ibn Hazm's Milal wa'n-Nihal. 275 

logische Reihenfolge ist vielmehr diejenige, die der Verfasser in dem 
Titel unseres Abschnittes als selbständige Schrift anfuhrt ^UaJj\ 
iL:J^j^\^ iJ^pcJ\ ^Jß\ jp^Ji ^ yxJ\ Jä\ J\/\ ^ ^\ iLja^.^\ 
g l.^\^ ^\yL\^^, Danach hat Ibn I;;Iazm in seiner soeben genannten 
Abhandlung die vier Sekten des Islam ursprünglich in folgender 
Reihenfolge behandelt: Mu'tazila, Murg^ia, Chawärig^ und äi'a, von denen 
die zwei ersten vornehmlich dogmatischen, die zwei letzten vornehm- 
lich politischen Charakters sind. 

Wir können aber auch noch die Gründe feststellen, die Ibn tJazm 
veranlaßt haben, die einzelnen Teile der Abhandlung bei ihrer Auf- 
nahme in das Mi/al wa^n-Nihal in der angegebenen Weise umzu- 
stellen. Das Kapitel über al-imäma waH-mufadcday das unserm Ab- 
schnitt unmittelbar vorhergeht, hatte sich eingehend mit der Person 
'Alfs sowie seinen und seiner Nachkommen Ansprüchen auf das 
Chalifat beschäftigt, — ein Fragenkomplex, der in das ureigenste 
Gebiet des Schiitismus hineinreicht. Es wäre ein gewaltsamer Über- 
gang gewesen, hätte der Verfasser auf das Kapitel über das Imämat 
unmittelbar das Kapitel über die Mu'tazila folgen lassen. Er stellte 
daher die Si'a an die Spitze, um so einen bequemen und natürlichen 
Anschluß an die Ausführungen über das Imämat zu gewinnen. 

Die Abhandlung, die, wie wir gesehen haben, dem Abschnitt 
über die „Ungeheuerlichkeiten" der vier Sekten zugrunde liegt, wird, 
mit Ausnahme des eigenen Hinweises des Verfassers, soweit ich sehen 
kann, nirgends als selbständige Schrift gebucht. Es ist wohl auch 
kaum zu verlangen, daß die 400 Werke, die Ibn IJazm nach dem 
Zeugnis seines Sohnes" verfaßt hat, sämtlich hätten aufgezählt wer- 
den sollen. Trotzdem können wir mit Sicherheit behaupten, daß die 
in Rede stehende Abhandlung noch in späteren Jahrhunderten als 
selbständiges Werk bekannt war. Jäqüt, der in dem Artikel über die 
Berber (I 542) einige Mitteilungen Ibn yauqal's über deren „schänd- 
liche" Glaubensanschauungen zitiert, weist zur Bestätigung aufibniiazm 
hin, der ^UuÜ\ <UU*> ^ v^^U^ ^ einige „Schändlichkeiten" (-A'-^) 
der Berber erwähne. Da unsere Schrift J)L-öiJ\ ^^ iL^J-Jl J>UaJ\ 
J\ üo^«wJ\ heißt und tatsächlich einige extravagante Anschauungen 



» Übrigens spricht schon der Sag* für die Urspriinglichkeit dieser Überschrift 
a DOZY, Caialog Leiden I 226, 228, 235 

l8* 



276 Israel Friedlaender [ i O 



der Berber anführt (IV 183 oben), dürfte billiger Weise kaum zu 
bezweifeln sein, daß das von Jäqüt zitierte Buch mit dem unsrigen 
identisch ist. 

Zuletzt sei mir noch eine Vermutung gestattet, die ich im gegen- 
wärtigen Augenblick allerdings noch nicht über die Unsicherheit einer 
Hypothese erheben kann. Das umfangreiche Kapitel über al-imäma waU- 
mufadala (IV 87 — 178), das mit den für den Anfang eines Kapitels etwas 
zu feierlichen Worten beginnt» 5js* ^\ '^\ ^j '^ r^^v^^ cr*^y^ ^^ r***^ 

J\ iluJl Jjb\ ^A.»^ ^^\ 6J^ ^\ ,^j ^j^ ^ »x»Ä.l ^\, und mit 
den gleichfalls typischen Worten üLoU'Slt v-^U^ p> ,3^yJ\ (JIjö ^b^ 
tf^Xiü^ ^JIäj ^\ »x^^ ii^U-Jl^ schließt, macht durchaus den Ein- 
druck einer selbständigen Schrift Dahabl* nennt unter den Werken 
Ibn lilazm's ein v->xJ\^ U^\j^^ AaX-L\ J^ ^ ii^i^ i^W\ k.^JcS 
L^^ K^.^^yi\^, Diese Tatsache, im Verein mit den obigen Dar- 
legungen über den zusammengesetzten Charakter unseres Werkes, 
lassen die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß auch dieser Ab- 
schnitt eine ursprünglich selbständige Abhandlung umfaßt, deren Ein- 
reihung in das Milal wa'n-Nihal allerdings, im Gegensatz zu den zwei 
oben besprochenen Fällen, von vorne herein in dem Plan des Werkes 
gelegen haben muß. 

Wie nun dem letztern auch sei, in jedem Falle ergibt sich aus 
der genauem Untersuchung der Komposition des Milal wa'n-Nihal 
das interessante Resultat, daß dieses berühmte Buch des Ibn IJazm 
zunächst als ein vornehmlich dogmatisches Werk gedacht war, das 
die gesamte Dogmatik des Islam vom spezifischen Standpunkt der 
Zahiriten aus beleuchten sollte, und dieser dogmatischen Tendenz 
gegenüber die Darstellung der Religionen und Sekten in den Hinter- 
grund trat. Nach dem ursprünglichen Aufbau des Werkes nahm der 
die Religionen und Sekten behandelnde Teil des Milal wa'n-Nihal 
bloß 143 Seiten ein (I i— 116, II 91 — iio, in — 117), während der dog- 
matische Teil nicht weniger als 660 Seiten umfaßte (II 117 — 193, 
III 1—264, IV I — 178, V I— 142). Erst durch die Aufnahme der 

» Die Druckausgabe läßt, gegen ihre sonstige Gewohnheit, die vorhergehende 
Seite (den Schluß des Kapitels über al-wa^td) zur Hälfte frei. Ich weiß allerdings 
nicht, ob dies auf die handschriftliche Vorlage zurückgeht 

« Bei Maqqarl, ed. DoZY I 573, DozY, Cafahi; Leiden I 232 



Il] Zur Komposition von Ibn Hazm's Milal wa'n-Nihal. 277 

beiden Abhandlungen, der i^j^:OJ ^^^LouJi^ ^^^^^ J-?.^^' ;U»^^ 
J\ J^"^^^ (I 116—224, II I— 91), und der ^^ JL^aßCLji ^LaJl 
J\ io^iwJ^ ^LftiJi (IV 178—227, zusammen 148 Seiten) in das Werk 
Ibn yazm's ist dasselbe ein wirkliches KüaA al-Milal wa'n-Nihal 
geworden, ein Buch über Religionen und Sekten, das uns über beide 
reichliche, aber noch lange nicht ausgebeutete Belehrung gewährt. 

# 
Die vorstehende Abhandlung bildet einen Ausschnitt aus den ehe- 
maligen Studien des Verfassers, zu denen sowohl der innere Anstoß 
wie der äußere Anlaß von dem Manne, dessen Name dieses Sammel- 
werk ziert, ausgegangen ist. Wie diese Abhandlung ihrem Verfasser 
den Dank, den er dem Jubilar schuldet, in lebhafter Weise zu Be- 
wußtsein bringt, so möge sie zugleich ein äußeres Zeichen der dank- 
baren Liebe und Verehrung sein, in der er wie jederzeit so auch be- 
sonders an diesem Ehrentage seines teuren Meisters und väterlichen 
Beraters auch jenseits des Ozeans gedenkt. 






Kindi wider die Trinität. 

Von 
T. J. de Boer. 

ie in lateinischer Übersetzung erhaltenen philosophischen 
Abhandlungen Kindi's wurden im Jahre 1897 von Dr. ALBINO 
Nagv veröffentlicht*. Arabische Originalschriften sind bis 
^ jetzt meines Wissens nicht nachgewiesen worden. Doch 
scheint sich in einer Gegenschrift des Jahjä ibn 'AdP eine kleine 
philosophisch-theologische Streitschrift Kindi's erhalten zu haben, deren 
Titel zwar nicht in den bekannten Schriftenverzeichnissen vorkommt, 
deren Inhalt aber ganz mit den Anschauungen unseres Philosophen 
und seiner Zeit übereinstimmt. Es zeigt sich in dieser Schrift, daü 
man sich damals die höchste Wirklichkeit nur nach den der aristo- 
telischen Topik entnommenen Bestimmungen Porphyr's denken konnte. 
Ein kurzer Überblick ihres Inhaltes sei hier dem verehrten und ge- 
liebten Lehrer gewidmet. 

Mit logischen Gründen, ii-«JJU\^ ,3^*^^ ,J^ <^, will Kindi die 
Trinitätslehre angreifen. Dieser Lehre zufolge soll nämlich die Gott- 
heit bestehen aus drei ^^^ d. h. ^[sr^^: Personen oder Individuen, 
die zwar eine Substanz, y^^^., gemeinsam, sonst aber jede ihre Be- 

X BiTi/r. s. Gesch. d. Philos, d. MUelalUrs, hrsg. von Cl. Bäumker und G. Freih. 
VON Hertling, Bd. II, Heft 5. Vgl. meinen Aufsatz Zu Kindi und seiner Schule im 
Arch,f, Gesch, d, Philos. XIII, S. 153— 178 

2 Ganz im Cod. Vat Arab. 127, fol. 88v_ioo als ^^>s^ ^^ o^V. Cr^tt^ 

und im Cod. Paris. Arab. 169, fol. 47—51^ als ^\ ^ ^^0^ c^\ o*V. \ 
dJut^^ ^jJSJ\ v-A*M>y^ ^jyÄUA)\; im Auszug im Cod. Vat Arab. 134^, fol. 55 ^ ff. 



28o T. J. de Boer [2 

Sonderheit, iLS»Ul., haben, durch die sie sich von einander unter- 
scheiden. Jede einzehie Person wäre demnach zusammengesetzt aus 
der allen gemeinsamen Substanz und aus der sie unterscheidenden 
Besonderheit. Alles Zusammengesetzte aber ist verursacht, entstan- 
den, Vater, Sohn und heiliger Geist somit nicht ewig. Nur das ab- 
solut Einfache kann ewig sein. 

Wie könnten wir uns denn wohl diese drei göttlichen Personen 
denken? Folgen wir den Bestimmungen Porphyr's in seiner Isagoge. 
Entweder müßten sie zunächst Genera oder Species oder Individuen 
sein. Die Gattung aber ist nichts Einfaches, sondern setzt sich aus 
Arten zusammen, deren jede ihre Verschiedenheit, J--ai, besitzt. Die 
Art ihrerseits ist Teil der Gattung und umfaßt die Individuen. Letztere 
haben dann noch ihre besonderen Accidenzen, J»^^^. Überall finden 
wir also Zusammensetzung, das Zusammengesetzte ist verursacht, usw. 

Ferner könnte man nun die Personen als Artunterschiede, J^-a», 
fassen. Aber diese finden sich nie ganz einfach für sich, ohne das 
Gemeinsame der Gattung. Dasselbe gilt von den Accidenzen, sowohl 
von den allgemeineren, i-^U J^i^i, als von den besonderen, J»^^^ 
i-j^UL, die sämtlich nur in Verbindung mit Artunterschieden auf- 
treten. 

Die letzte Möglichkeit wäre nun, eine von den Personen als 
Gattung, die andern als Arten, Artunterschiede, Individuen oder 
Accidenzen zu fassen. Auch dann aber bliebe die Vielheit, somit 
die Zusammensetzung bestehen, was im Ewigen Einen unmöglich und 
ungereimt wäre. 

Wie man sich das Verhältnis der Personen auch denkt, auf 
diesem Wege logischer Zergliederung kommt man immer zu Wider- 
sinnigkeiten. Die Ewigkeit dreier unterschiedener Personen ist un- 
denkbar, und ebenso undenkbar, daß es nur drei sein sollten. Denn 
das, in dem sie Eins sind, ist verschieden von dem, was jede Person 
für sich Besonderes haben soll, und so kommen wenigstens vier Be- 
griffe oder Wiesen dabei heraus. 

Des weiteren ist nicht zu verstehen, wie drei Eins und Eins drei 
sein sollen. Nach den Erörterungen der aristotelischen Topik gibt es 
nur drei Arten des Einfachen: das Eine der Zahl, der Art oder der 
Gattung nach. Die Einheit der Zahl ist jedenfalls nicht auf den Gott 
der Christen anwendbar. Und daß die Einheit der Gattung oder der 
Art sich mit dem Gottesbegriffe nicht verträgt, wurde schon gezeigt. 



3] KindT wider die Trinität. 28 1 

So weit Kindl. Fügen wir kurz hinzu, was Jahjä ibn 'Adl auf 
seine Argumentation erwidert. Er führt zuerst eine neue Bestimmung 
ein, die auch von den orthodoxen Mutakallim gegen die Mutaziliten 
gebraucht wurde: die Eigenschaft, iüLo. Die Besonderheiten, ^i^, 
der drei Personen sind als OLi-o zu denken. Der eine Gott ist gut 
und weise und mächtig, die Güte ist der Vater, die Weisheit der 
Sohn und die Macht der heilige Geist. Übrigens hebt die begriff- 
liche Vielheit die substantielle Einheit im Wesen Gottes nicht auf. 
Sagt doch auch der Philosoph von Gott die Einheit und die Sub- 
stantialität, also eine Vielheit von Bestimmungen aus. 

Die im Orient weitverbreitete Auffassung der Personen in der 
Trinität als Eigenschaften wird Kindi wohl bekannt gewesen sein. 
Damit hätte er sich leicht abgefunden. Schwerer aber möchte es 
ihm gewesen sein, auf die zweite Einwendung, eine argumentatio ad 
hominem, eine passende Antwort zu finden. 




Un traite inedit de Honein. 

Par 
L. Cheikho. 




onein Ibn Ishäq est connu dans le monde savant comme 
philosophe et comme m^decin. Les orientalistes surtout le 
reconnaissent pour un des premiers et des plus exacts tra- 
ducteurs d'Aristote. Ses traitös m^dicaux ne sont pas 
moins celebres ; la longue liste qu'en a dressöe Ibn Abi Oseibi a dans 
son Histoire des Medecins (I, p. 197 — 200, ed. du Caire) suffit pour 
en donner une id6e. Bien d'autres ouvrages sont indiqu^s dans cette 
nomenclature, qui ont trait ä toutes les branches des connaissances 
humaines de cette 6poque: grammaire, litterature, physique, chimie, 
botanique, astronomie, histoire, rien n'a 6chapp6 ä cet esprit universel. 
Aussi ne Pappelait-on de son temps que le Maitre, comme le Stagy- 
rite dont il avait traduit les oeuvres. 

Malheureusement la plupart de ses ouvrages ont disparu. C'est 
ä peine si les grandes biblioth^ques d'Europe en poss^dent une quin- 
zaine {Gesch, d, arab, Litteratur v. C. BROCKELMANN, I, 207—208). 
La m^decine est le sujet principal de ces pr^cieux restes: ce qui en 
diminue consid^rablement la valeur. Notre biblioth^que Orientale ä 
r Uni versitz St Joseph en contient deux ou trois sur la meme matiere 
(cfr. notre Revue al-Machriq IV: 723 — 724). 

Aujourd'hui je voudrais sauver de l'oubli un petit traitö religieux 
et philosophique qui nous a ete conserv^ par Aboul Farage Hibat- 
alläh connu sous le nom d*Ibn 'Assäl dans son grand ouvrage th^o- 
logique intitule c^.*>Ji J^-^^ ^JJS d*oü un de nos Professeurs, le 



3] Un traite in^dit de Honein. 285 

CS\ Jj^^\3))\ 5.^^^ ^ Ji>U\^ J^\ ^\ Jyüi ijjb Jls ^ JyUi ^ 

iLL« «>\^\ ^ ^^ ^^ JX^. u J^. ^^ J^'j^^ ^i»^. ^o^ UJl\ :i;L**j 

^jJb ^ i>\ ^>\jb iSjJ\^ «3<t-^^ (P- 234) ^2r* o^-**^^^ «^y^. o^ v^^^^ 
cuJLxJi^ .iA**J\^ iJ^VuJl iju ^^jj» U ^ji Ujj^^ JJU^ 4L4JUj:ä.\ ^ 

JLü'> £,J^ vJut^\ ^ *y^^^ Äji-aJ\ ^ ^^-•iJl^ JJJi ^ JäJ\ yy^ ^\ 

<^^*^. Cr* J-W*^ crti*-^-^. O^ L5-**-«'^^^ •*^^. er* v,?*^.^ *S-^ t^^ 

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j^^^ J^^ (3 ^^' er* *^^* O^ ^ **^*Mx^ ^^ (^ ^^ >^, Lo J^ 



1 B Ji*J 2 B c^\ (jl 3 B }ij ; vraie le9on 4 Lisez: U ^ IU:^ \ 

5 B }y^'y c*est la vraie version ^ Nous croyons qu'il faut lire cIUäu 

7 B ^^.jJ^ ; la Version d'A est une faute Evidente 

8 II faut lire avec B )k^> i^^^^ 9* B L^-« J-^H ^"^ B ^^ 
II B J^J^* " Lisez avec B ^:^.^xJ\ U B ^dä^ 

14 B \Jjb 



286 L. Cheikho [4 

^U Ji.\ 3(4,^ l^^^\^ (236) JJ>LJ\ ^ J^. U,^ iL*» U5l^ ^\ ^^-i^l 
JJ>LJ\ J^ <^L-o\ ^^ \^\^ dJUl 2>L* J^ '-r'^-^-*' c>^. (J ^^ I^ 
jXio U,j ^^\ (^U^'^l i<^.j^\ UtJ>^» *-rr-^ o^. o^ h^z^ *-r^^^ 
dJU\ S>Uft J^* *-r^^c-^ o^ ^^ ^^y. (»J O^ \Aa^^) ^\^ Ujs C\ Ji.\ 
U>\joo\ ^\^ Ut^U-»^ o^ wXä.^ c^ Ji»lJ^ J^* i--^-^ Iv-Xft cr*=*^^^^ 

er* d^y^^ 7^^ u/»^^ c-^«^ ^Ut^ ^y-^^ kr-^^^^ J»^'^^ ery^ 

J\^ 5^^\^ J4t^^ 7^^ )y^^'^ 5<f*^ c^ ^-^^^ Ur^^ J4»^^ 5^iy\ 

M 'Ö «M M •• •« ß 

93j,ä.^ CX-jL ^Ci** fy er* ^^y (^ Ut^^* (237) ^}/' ^b . l 4 y;,^,*4>.> 

^ d<lS^ ^y^ *l»jL^\^ ••^'**'^ t-^"^-^. ^ia^-:'>.\ v>* cP^. ^ ^l* iL**»>LMJl 
^\^ u-.-^**J ^3! c^^-wwJ ^^^^ ^^^^^ o'* Cit-*^ l^-^ i>l L^ i3^'-H 



I B ^ 2 B J-yü* 3 B ajoutc J-^äj 4 B ajoute l-^^ 

5* Lisez avec B \^^^^\^ CU-o\ 6 B l^*^ 7 B ajoute ^-A 

8 B ajoute ijbi^l (j\ <^y>^^ 9 Lisez J5^>^*^ »^^ B ajoute UJV 

" Lisez lÄ^-♦Jb . . . 5Ut,Ä. 12* B iUXlb u Lisez ^4t^ 



5] Un trait^ in^dit de Honein. 287 

CJj^"^^^ Ob>i ;>^ ^.^ ^^ C^ ^ J>^S o^ P J^^^ ''^^^ 
^Ajö siXili '^^.^ ^\ cr^ LJLo^ U^ ^c---«*J 71^ 5^^ ^^^ d^.^ 

^b iS\^ il:^ Co\ ^yo ^\ ^^ ili\^wauü\ y^* V Jls (238) 
^^lJo. m i.VJL*j\^ ^Mij> i5\^ *^Up i5\ \yyb. ^\ ^^^ uy^- c^.^^^ 

y^* Q^ cJL^b ^^ U\ ^J^jAa^ y^^3 «T^yÄJb Mi iS^^jJ\ CJSJ}\ ^^ 
ULw-uJb ^^* 4L^\yaJj\ ^^> Jm-3 ^2^J!U *^aJ\ J ^^ ObMb dJUi ^^ 

^LJÜb 1<^. M l^ i^VJÜiJI U^ jJJ^ ^*>LJjJ\ OiX) ^^* erU43JM\ 4^-« 

^yo ^viJl "c^.JJi c;^ v> J^>^J>^ oir^i\^\jL^b M ObVb 5^\ 

'^C^^\ ^j^\ f:^^ y^ yj\^\ ^-)U\ J-^ l^b dOJ j.*)-^^ Ob*XiLj\ 



' B ^1^ a Corrigcz avcc B Joji* 3 B 1-%J\ 4 B a lu O^?^^ «5^^ 

5 Omis par B 6 ß »wXJb 7 U^ Jj-t^^ 

8 B ^^^^^ ; puis il ajoute '^Sa.^. Ijj ^^ .^^) wX»^ i^b ^^ ^^4^-Ä^ c3 ÄJliLJl vIX^* 
^b:5ü\ \Jjb j^ bb>lyj ^ O^jJ^ ö^ ^ '^^ U»*7^ J^^ ^-^ Cr?^ 

9 B Äi»^\^ 10 • B i^^s^i O^^^ er* " B ^^t4^* 
^2 Lisez avec B ^^.^i ^3 Cette finale omise par B 



288 L. Cheikho [6 

Traduction. 

Chapitre XII. 

Comment on pent connaitre la veritc de la religiotu 

Ce chapitre a 6t6 composö par le m^decin Honein Ibn Ishäq, le 
Nestorien. Dieu lui fasse mis^ricorde! 

Comment Phomme, dit-il, peut-il savoir que ce qu*il croit est 
la vöritö, et que ce que d'autres croient est Terreur? Car, s'il prötend 
que cette croyance lui a 6t6 transmise par ses aieux ou qu'il Ta 
regue d'un Livre (r6v616) ou d'un prophete faisant des miracles ou 
bien parce qu'il s'est assurö par son propre examefi de la veracit6 de 
sa religion, il pourra se faire aussi que les sectateurs des religions 
difförentes (de la sienne) s'appuient sur des arguments semblables. 
II arrivera ainsi que les partisans de toutes les religions repondant de 
la meme fagon, chacun d'eux se verra forcö d'admettre Tauthenticite 
des autres religions, comme la sienne propre, puisque tous se fondent 
sur les memes preuves. Et s'il röprouve Targumentation de ses con- 
tradicteurs, ceux-ci ä leur tour rejetteront les arguments de ses 
coreligionnaires. 

(p. 285) Nous röpondons a ceux qui argumentent de la sorte: En 
toute croyance le vrai se distingue du faux par les raisons qui Tont fait 
adopter dans le principe. Car les raisons qui fönt admettre le men- 
songe sont difförentes de Celles qui fönt accepter la vöritö. Or, il y 
a six raisons qui poussent l'homme ä adopter le mensonge. La 
Premiere, c*est la violence, quand on est force de prendre un parti, 
Sans le consentement de la volonte. La seconde, c'est la misere 
et Taffliction: Thomme ne pouvant les supporter, cherche un autre 
etat, oü il espere plus de commodites et de bien-etre. La troisiemey 
c*est la gloire, Thonneur, la puissance qu*on pröf^re a l'abaissement, 
ä une condition obscure et ä la faiblesse; on laisse alors sa religion 
pour en adopter une autre. La quatrieme, c'est la parole insidieuse 
d'un homme rus6 qui se sert de son eloquence pour induire en erreur 
ses auditeurs et les tromper. La cinqtdeme, c*est Pignorance de 
ceux ä qui Ton propose de changer de religion et leurs mauvaises 
moeurs (qu'on favorise). La sixüjne, c'est la parentö, quand on 
suit ses proches dans la croyance qu'ils ont adoptee, pour ne point 
rompre les liens de famille qui unissent les coreligionnaires. 



7] Un trait^ in^dit de Honein. 289 

Qjant aux raisons qui d^cident un homme ä embrasser la v6rit6, 
il y en a quatre. La premiere^ ce sont les miracles qui depassent 
les forces humaines. La seconde consiste ä trouver dans les signes 
extörieurs et sensibles de la religion proposöe, des preuves de la v^rit^ 
des choses cachöes (des mysteres). La troisihne, c'est la d^mon- 
stration rationnelle et irröfutable de la v6rit^ qu'on embrasse. La 
quatrihne consiste en ce que la suite röponde au döbut, et que 
l'on reconnaisse Tauthenticitö de Forigine d'une religion par les phases 
successives de son Evolution, sans que rien oblige ä modifier le juge- 
ment primitif (qu'on avait congu sur cette authenticite). Par ces diffö- 
rentes consid^rations, on peut se convaincre si la croyance qu'on suit 
est fausse, comme provenant des six premi^res raisons susdites, ou 
bien si eile est vraie, ötant basöe sur les quatre demieres. 

II serait trop long d'önumörer ici, soit les religions anciennes qui 
ont disparu avec le fondement ruineux sur lequel elles s'appuyaient, 
soit les religions qui se fonderont peut-etre un jour, basöes sur les 
memes principes erron^s. 

Celui qui, d^sirant connaitre les raisons qui ont fait adopter sa 
religion ä l'origine, veut s'assurer si elles sont du nombre de Celles 
qui m^nent ä Terreur ou conduisent ä la v6rit6, n'a qu*ä examiner 
ceux qui professent actuellement cette meme religion, et voir de 
quelle nature sont les causes qui la leur fönt pratiquer: par lä, il 
saura quelles sont les raisons qui ont fait prövaloir ä l'origine cette 
croyance. Si c'est la v6rit6, il verra qu'elle a prevalu par sa force 
intrins^que; si, au contraire, il trouve ä Torigine les raisons suspectes 
mentionn^es plus haut, ce sera un indice de la faussete de la religion 
qu'il professe. (p. 286) Voilä le moyen de distinguer une religion 
vraie de celle qui ne Test pas. 

Et sans m'occuper ici des autres croyances, je trouve, apr^s 
examen, que les raisons, qui m'ont fait adopter ma propre croyance 
sont, en tout ou en partie, du nombre de Celles qui m^nent ä la v6rit6. 
Et, en effet, nous avons dit qu'il ötait impossible qu'une religion füt 
admise sans raison; d'autre part on ne peut signaler d'autres raisons 
que les dix d6jä mentionnöes, six pour l'erreur et quatre pour 
la v6rit^. Si donc le culte que nous rendons ä Dieu n*a pas sa raison 
d'etre dans un des six points proprsis ä Terreur, il s'ensuit nöcessairement 
que ce culte a 6tö adopt^ par la force de Tune ou des quatre causes 
propres ä mener au vrai. Et plus nous trouverons les raisons de 

Nöldeke-Festschrlft. I9 



290 L. Cheikho [8 

notre culte 61oign6es des causes de Terreur ou meme diamötralement 
opposöes ä elles, plus solide et plus convaincante aussi sera sa v^ra- 
cit6. Et, de fait, c'est bien lä ce que nous trouvons. 

Consideration de chacune des raisons. 

Et d^abard notre religion n*a pas 6te imposöe par rautorit^ 
d'un roi ou la violence d'un monarque; bien plutot les rois et les monar- 
ques du monde l'ont combattue, et en ont d^tournö leurs sujets par 
toutes sortes de supplices et la mort violente; ils les ont bannis de 
leur empire; et pourtant c'est cette religion qui a vaincu et demeure 
triomphante. Secondetnent, cette religion n'a pas offert ä ses 
adeptes de passer d'un 6tat de vie dur et incommode ä une vie 
molle et ais6e. Bien plutot, eile les a appelös ä renoncer ä toutes 
les commoditös pour embrasser un genre de vie difficile et malais^; 
et son appel a trouv^ le meilleur accueil. Troisümement ^ bien 
loin d*offrir ä ses adeptes la gloire et les honneurs, cette religion ne 
les a appel^s qu'ä Tabaissement et aux ignominies; au point que 
ceux qui Tembrassaient la pröföraient meme ä leur propre vie. 
Quatriemement, les fauteurs qui la prechaient ne connaissaient 
ni la ruse ni les artifices du langage; ils ötaient ignorants, exergaient 
la profession de pauvres pecheurs; ils 6taient plus stupides et plus 
muets que les poissons qui les faisaient vivre. Ctnquütnement, 
ceux qui ont suivi cette croyance n*6taient eux-memes ni des igno- 
rants ou des hommes sans 61oquence, ni des hommes du vulgaire ou 
des barbares; ils 6taient versus dans la dialectique et les autres 
branches de la philosophie plus que le reste de leurs semblables; ils 
ötaient parfaitement dou^s de discernement et de perspicacit^; ils 
surpassaient tous les autres hommes en sagesse. Sixümement, 
enfin ceux qui embrassaient cette religion n'avaient pas pour mobile 
de leur action Tamitid ou la parentö; bien au contraire, ils renongaient 
en Tadoptant a tous les liens (p. 287) et ä toutes les affections humaines. 
On pourrait ajouter septihnement que les Apotres, qui ont r^pondu 
cette religion, n'ayant humainement rien pour la faire adopter ä cause 
de sa faiblesse, ont du ndcessairement suplöer ä ce döfaut en op^rant 
des miracles et des prodiges qui en demontraient la divinitö. En 
röpondant comme nous venons de le faire, sache que tu dömontreras 
parfaitement la veracitö de ta religion et la distingueras de toute 
autre. Fin. 



9] Un trait^ in^dit de Honein. 29 1 



Tire des paroles (TAbou Rätfak dr- Takrit, eveque Syrien de Nisibe 

par lesquelles il prouve la v^rite de la religion chretienne, qui a €\.€ 
annonc^e par les Apotres et les Evang^listes. 

De deux choses Tune: ou le Christianisme est une religion vraie 
ou eile est fausse. De meme, ceux qui Tont adoptöe ötaient ou sages 
ou ignorants. Les sages ne peuvent admettre que des preuves Evi- 
dentes qui forcent leur conviction. Les ignorants de leur c6t6 ne 
peuvent se r^soudre a renoncer ä leurs plaisirs sensuels sans y 6tre 
forcds. Mais la force est de deux sortes: l'une materielle et violente, 
c'est Celle du sabre; l'autre morale, celle du miracle. Or, nous ne 
voyons pas que les sages qui se sont faits chr6tiens, y aient etE forc6s 
par le sabre et aient adopt6 cette religion sans qu'ils en aient Et6 
convaincus par le raisonnement. De meme, les ignorants qui Tont 
embrassee en renongant ä leurs plaisirs, ne Pont pas fait sous le coup 
de la violence. Et cependant nous voyons que les sages se spnt 
faits chrEtiens sans avoir eu la preuve apodictique des myst^res du 
christianisme; les ignorants, ä leur tour, se sont declares disciples du 
Christ, bien que sa religion s'opposat ä leurs plaisirs. Les uns et les 
autres n'ont subi en cela aucune violence materielle, mais ils se 
sont rendus ä la force des miracles. Or, les miracles sont les preuves 
les plus convaincantes que la religion qui les produit est la religion 
vraie et agröable ä Dieu, et le Christianisme realise toutes ces pr^misses. 
(Donc) Gloire ä Dieu ä jamais. Fin du chapitre XII* avec la paix 
du Seigneur. Amen. 




19* 




Das Schutzrecht der Araber'. 

Von 
S. Fraenkel. 

In der arabischen Wüste ist durch die beständigen Fehden, 
die der Kampf um's Dasein hervorruft, das Gut der Rechts- 
sicherheit für Leib und Leben nur an die Zugehörigkeit 
zu Familie und Stamm geknüpft; der Fremde ist wie auf 
ganz primitiven Kulturstufen zugleich der Feind. Eine gewisse Mil- 
derung dieses Zustandes boten schon in alter Zeit die Pilgerfahrten 
mit dem Gottesfrieden, den sie für bestimmte Fristen und Gebiete 
herstellten*. Andererseits aber zwang die Not des Lebens auch noch 
zu anderen Kompromissen, durch die auch der Fremde wie der 
Stammesgenosse für Blut und Gut gleiche Sicherheit erhalten konnte, 
als wenn er im Schutze eines Heiligtums stünde^. 

Eine Art Schutzgenossenschaft wurde schon durch die geringste 
Verbindung des gefährdeten Rechtlosen mit dem, in dessen Macht- 
bereich er sich befand, begründet. 

So wird IJärit b. Zälim unwissentlich Schutzherr des *Ijäd, da- 
durch, daß dieser sich von seinem Hirten zum Tränken des Vieh's 
ein Seil geliehen hat^ und *Amir b. öuwair erklärt sich für gebunden. 



» Einen Teil der hier zusammengestellten Tatsachen hat zwar schon Well- 
hausen in seiner Rede: Ein Gemeinwesen ohne Obrigkeit (Göttingen 1900) in größerem 
Zusammenhange behandelt; indessen da Belege dort nicht gegeben sind, ist die 
Vorlegung des hier gebotenen, vor langer Zeit gesammelten Materials vielleicht 
dadurch noch nicht überflüssig geworden 

a Hizän, I. 91 3 al A'lam zu Zuhair I, 52 4 Agäni X. 22, lO 



294 S. Fraenkel [2 

den Sajjär zu schützen, weil die Kamelsättel beider in Berührung ge- 
kommen waren». Es ist so nicht nötig, daß der Schutzsuchende in 
ein Zelt Einlaß findet; es genügt, daß er eine Hand ergreifen* oder 
ein Kind an der Taille fassen kann 3, auf das Pferd eines anderen 
springt^ oder dessen Sattel berührt^; selbst die Anrufung eines Ver- 
storbenen an seinem Grabe verpflichtet seine Nachkommend 

Ganz besonders hat bei den Arabern in alter wie auch in 
moderner Zeit 7 das gemeinsame Mahl die Wirkung des Schutzes ^ 
gelegentlich tritt dazu auch die Verwendung desselben Parfüms 9, die auch 
in modernem Gebrauch ihre Parallele hat '^ Die Unverletzlichkeit, die 
durch Speisegemeinschaft entsteht, wird daher besonders nachdrück- 
lich hervorgehoben. „VVir sind durch eure Bewirtung unverletzlich 
geworden, da eure Speise noch in unserem Leibe und in unseren 
Vorratssäcken ist" sagen die B. Jarbü' zu den Bekr ibn Wä'il die sie 
angreifen, nachdem sie vorher durch Täuschung ihre Gäste gewesen 
waren". Auch einer, der direkt auf Raub auszieht, hält es für frevel- 
haft jemanden anzugreifen, dessen Speise er genossen hat". Im Ver- 
trauen auf die allgemeine Anerkennung dieses Grundsatzes hält der 
Gefangene sein Leben für sicher, wenn er von den Datteln seiner 
Besieger gegessen hat '3, andererseits will Muslim b. 'Ukba dem 'All 
b. Husain nicht gestatten, aus dem Glase zu trinken, das ihm von 
Marwän gereicht war, trotzdem er es schon angesetzt hatte, um frei 
über ihn verfügen zu können *'*. 

Eine andere Zeremonie zum Zeichen der Schutzgewährung ist 
die Ausbreitung eines Gewandes über den Schutzsuchenden *5- auch 
wird er zur Bekundung auf dasselbe Tier genommen, das der Be- 
schützer reitet*^. Neben solchen äußeren Zeichen eines im Notfalle 
rasch gewährten Schutzes wird auch die schriftliche Bekräftigung 
eines Schutzverhältnisses erwähnt. So trägt der Pfeil, von dem Zuhair 
als Zeichen des Schutzes spricht*', nach dem Kommentar** angeb- 
lich den Namen des Schützlings und zu dieser Erklärung stimmen 

« JJamäsa 148 2 Tabarl II. 639, 13 3 A^änJX, 27, 7 1 Mufaddal Antßl ^^, 12 
5 Hamäsa 148, 18 (BuRCKHARDT, Bern, 13 1. 133) 6 Mubarr. 203, i; 280, 14. 

Farazd. 172, 10. Goldziher, Muh, Stud. I. 238 (Mubarr. 376, 4) 

7 Landberg, Arabica V. 8 « A'i;äm\\, 161; XVI. 100. DJv. Ilmi, 87 Einl. 128, 10 
9 AgänT XVI. 99 1. 14 X" Landberg, Arabica V. 176 " Jfam, 16, 15 

" Meidänl (Bul.) L 304, 17 »3 Hizän, III. 468 M Tab. 420, l6 ff. 

>5 Wellhausen, Archiv für RclW, I. 40; zu den Belegen noch z. B. Tab. II. 445, 16 

»6 Harn, 254, 17. Ibn His. 745, 18 »7 i, 43 

18 AI A'lam z. St. und die Lexica s. v. ^* 



3] Das Schutzrecht der Araber. 295 

auch andere Nachrichten*; doch muß, wenngleich auch schon in 
alter Zeit von aufgezeichneten Verträgen die Rede ist% dahingestellt 
bleiben, ob die systematisierenden Berichte von solcher Aufzeichnung 
der Namen zu Recht bestehen. 

Wie jemand öffentlich verkündet, daß er Schutz gewährt mit 
Strafandrohung gegen alle, die sich gegen den Schützling vergehen 3, 
so pflegte dieser im Falle der Not den anderen laut anzurufen, damit 
alle zu Zeugen seiner eventuellen Pflichtverletzung werden*. Besonders 
feierlich ist auch die Klage am schwarzen Stein, die derjenige vor- 
bringt, der den versprochenen Schutz nicht hat leisten können s, wie 
auch der im Stiche gelassene in 'Ukäz Klage führtet 

Der zu gewährende Schutz konnte sich nur auf eine bestimmte 
Zeit zur Ausführung einer bestimmten Handlung beziehen 7 — wie 
denn dadurch auch das Recht der Blutrache nach Ablauf der Frist 
nicht als aufgehoben galt* — auch nur gegen einen etwaigen Angriff 
gelten 9; wenn dies aber nicht direkt ausgesprochen war, band das 
Verhältnis beide Kontrahenten *^ Die einseitige Lösung durch öffent- 
liche Lossagung " ist — wohl nach Analogie der alten Berichte über 
die öffentliche Lossagung der Familie von besonders verwegenen Aben- 
teurern — durch die Tradition zur Glorifizierung einiger Anhänger Mu- 
hammed's erfunden, um dadurch ihr Vertrauen auf den Schutz AUah's" 
deutlich hervorzuheben. 

Der Schutz wird manchmal nicht allgemein gewährt, sondern 
bestimmte besonders gefährliche Personen als Gegner ausgenommen ^^j 
andererseits sagt 'Amir b. Tufail den Dichter A'ää seinen Schutz nicht 
nur gegen öinnen und Menschen, sondern in romantischer Über- 
treibung auch gegen den Tod zu und erklärt auch für den Fall, daß 
der Dichter auf seinem Gebiete eines natürlichen Todes sterben solle, 
das Sühnegeld bezahlen zu wollen *♦. Einer ähnlichen Auffassung von 
der Verpflichtung, auch für unverschuldete Unfälle Genugtuung zu 
geben, liegt der Bekriegung eines Beduinenstammes durch einen Gassa- 

I Mubarrad 202, 13; 339, 3. Tag s. v. ^^ 

a Außer Häri.t MnalL 67; Nam. 6zS* ^i; Mumazzak ATZ AvJ/ XVIII. 12, 4 
3 Ibn His. 246, 5. 6. 469, 12 4 Ihn His. 302, 2. 5. Harn, 422. Meid. II. 174, 23 

5 Dhf, Hud, 32, I. 2 6 Harn, 666 v. 3; DJv. Hud. 245 

7 Ihn His. 745, 18 8 Z>Ä/. Hud, 93, 9. 217, 4 

9 Div, Hud, 47 Einleitung 'o ibn His. 302, 2 

" Ihn His. 243, 15; 246, 15 »2 Ihn His. ^44, 2 

«3 Mubarrad 132, 8; Meidäni (Freytag) II. 552 »4 A'^m VIII. 83 



296 S. Fraenkcl [4 

niden zugrunde, dessen Sohn während des Aufenthalts bei ihnen von 
einer Schlange gebissen worden war *. Ein einzelner kann durch seine 
Schutzgewährung den ganzen Stamm binden*; doch hat der Beisasse 
(HalTf) im Gegensatze zu dem mächtigeren Hauptstamme dazu kein 
Rechte. Eine einseitige Erklärung, zwei streitenden Parteien Schutz 
zu gewähren und so ihren Streit aufzuheben, ist nur als Ausnahme- 
fall überliefert^. 

Den alten Grundsatz, daß auch eine Frau Schutz gewähren kann, 
hat auch der Prophet mehrfach gebilligt S; er gilt auch in späterer 
Zeit^; doch sind manchmal noch andere äußere Mittel dabei nötigt. 

Merkwürdig ist, daß auch mitten im Kampfe einer des anderen 
Schutz anruft und ihn erhält, wenn sie über die Bedingungen einig 
werden®. Manchmal bleibt diese Bitte erfolglos 9. Auch erbittet sich 
ein Kämpfer, der sich ergibt, einen Patron zur Gewähr, daß er wirk- 
lich mit dem Leben davon kommt '°, sowie sich ein Stammfremder 
einen Patron nimmt, um sich die Innehaltung der Vertragsbedingungen 
zu sichern". Andererseits erklärt sich jemand zum Patron aller 
Frauen eines besiegten Stammes, um sie vor der Gefangennahme zu 
schützen". 

Von besonderer Bedeutung ist die Schutzgewährung fiir die zu 
Handelszwecken ausziehenden Karawanen, da nur selten ein Stamm 
so mächtig ist, daß er auf solchen Schutz verzichten kann'3. So 
begeben sich die Leute, die den Dattelhandel mit Jamäma betreiben, 
wenn sie dort über die heiligen Monate hinaus geblieben waren, jeder 
in den Schutz eines Einheimischen**. Solcher Schutz wurde für be- 
stimmte Gegenleistungen gewährt, so daß die Karawanen an die 
Stämme, die sie passieren ließen, festgesetzte Abgaben zu bezahlen 
hatten. So haben die Banü La'm von Nu'män b. Mundir das Schutz- 
recht für den vierten Teil einer nach I^ira führenden Karawanenstraße 
erhalten und klagen über Rechtsverletzung, als yätim at Tajj in ihrem 
Gebiete Schutz gewährt und so ihre Einkünfte kürzt 's. Bekannt ist 



X Jäküt III. 430 a Ibn Hisäm 649, 7 3 Ibn His. 25 1, 12. Hassan DTv. 123, 9 
4 Ibn His. 808, 4 5 Ibn His. 469, 10. 807 paenult 820, 13 

6 Tabarl L 1350, 10 7 Ifamäsa 95 

8 Mufaddal Amtäl 17, 2; Ifam. 254, 14 ff. (Burckhardt Bern. Il6, 140) 

9 Ibn Sa'd III. 79, 26 10 Hamäsa 254, 14 " Harn. 460, 7 
" Harn, 17, II 

U Lebid 40, 53. Ibn as Sikkit Tahdib 38 ult. Nagft&I ZDMG, 52, 439, 7 

H Mnbarrad 202; 441, 17 15 AgävJ XVI. 99, 10; vgl. auch Farazd. 48, 7. 8 



5] Das Schutzrecht der Araber. 297 

der Beschützer der aus dem persischen Gebiete kommenden Kara- 
wane, Hauda, der von dem Könige reich belohnt wird'. Einen Patron 
zur Geleitung seiner Karawane nach 'Ukäz durch das Gebiet der Kais 
und Kinäna sucht auch Nu'män^ Ein auf Bezahlung gegründetes 
Schutzverhältnis wird auch in einer Erzählung von Lukmän reflektiert, 
in der sein Klient ihm alljährlich eine Anzahl Gewänder für seinen 
Schutz zu liefern hat^ eine Abgabe die zu gleichem Zwecke auch 
heute noch in IJadramaut üblich ist*. — Wer einem anderen einmal 
durch sicheres Geleite einen Dienst geleistet hat, ist am Ehesten 
dazu berechtigt, ihn in der Stunde der Gefahr anzurufen und seine 
Gegenleistung zu erbitten s. 

Es ist die Pflicht des Patrons, seinen Schutzgenossen gegen alle 
Angriffe so zu verteidigen, als gehöre er zu seiner eigenen Familie ^ 
und ihn nie im Stiche zu lassend Ebenso obliegt ihm aber auch der 
Schutz seines Vermögens; daher erklärt Hälid b. Sadüs den Banü 
öadila, die die Kamele des Amrulkais geraubt haben und sich weigern 
sie herauszugeben: diese Tiere sind nicht anders als meine eigenen*. 
Rückerstattung oder Kampf sind in solchem Falle die Bedingungen 
des Patrons 9, der über die Rechtsverletzung aufgebracht dem Schütz- 
ling Genugtuung verschafft'**. Sprichwörtlich ist die Treue des Abu 
Duwäd, der seinem Klienten selbst jedes gefallene Stück Vieh zu er- 
setzen für seine Pflicht hielt". Romantisch aufgeputzt sind die Er- 
zählungen von dem Schutze, der auch Tieren gewährt wird, von 
Mudlig: b. Suwaid, der selbst eine Heuschrecke, die sich in sein Gebiet 
verirrt hatte, nicht antasten ließ", und von Kulaib, in dessen Bereich 
das Wild keinen Angriff zu furchten hatte und selbst Vogeleier ge- 
schützt waren '3^ Nachrichten, die wie es scheint das Recht der 
religiösen Heiligtümer *♦ auf profanes Gebiet übertragen. — Als Gegen- 
stück dient, daß auch dem mächtigen Kulaib gegenüber ein Mann 
sich nicht besinnt, nur wegen Verletzung einer Kamelin seines Schutz- 
genossen blutige Fehde anzusagen, die das Vorspiel langer Kämpfe 
ist '5. 

Zur Verpflichtung des Patrons gehört natürlich in erster Reihe 



I Mubarrad 240, 2 2 ^^äuJ XIX. 75 3 '/aw, 253 (cfr. Ibn Dor. 172) 

4 Landberg, ArabUa V. 175 5 Ihn Hisäm 302, 3 6 Mubarr. 29, 17 

7 Ibn His. 219, 1. 3 8 MeidänT I. 179 9 Div, Hud, 153 Einl. 

«o Harn. 256, 2 " ff am. 449 ult. " Mcidänl I. 149, 7» AgänJ XVI. 50, 14 

«3 %w. 421 14 Wellhausen, Skizzen III. 73 n \Iamäsa 422 



298 S. Fraenkel [6 



die Blutrache für den getöteten Klienten'; selbst der Bruder wird 
ihm geopfert*, wie auch ein anderer Verwandter 3, und der Klient be- 
trachtet es- als sein gutes Recht, sich für die Tötung eines An- 
gehörigen nicht mit dem auch auf*s Doppelte und Dreifache erhöhten 
Blutgelde abfinden zu lassen, besteht vielmehr auf dem Ersätze 
durch Blut*. 

Durch die Schutzgewährung und ihre Konsequenzen entstehen 
manchmal schwierige Verhältnisse sowohl fiir den Patron als auch für 
den Klienten, wenn es sich um zwei gleichberechtigte Prinzipien handelt, 
die mit einander streiten. So werden Kompromisse geschlossen. Der 
in das Gebiet der B. 'Igl eingetretene Uärit wird den Verfolgern nicht 
ausgeliefert, aber aufgefordert, das Gebiet zu verlassen, wobei ihm 
Pferd und Waffen gestellt werden und eine Frist gegeben wird, inner- 
halb deren er einen Vorsprung gewinnen kann^. Sie beträgt drei Tage^ 
(in moderner Zeit drei Tage acht Stunden) 7. So weist auch Häni' 
b. 'Urwa das Verlangen nach Auslieferung von Husain's Sendboten 
Muslim zurück, der sein Schutzgenosse geworden ist, will ihn aber 
zum Verlassen seines Hauses und damit zur Aufgabe des Schutzrechts 
veranlassend Ein anderer opfert im Konflikte der Pflichten den 
Bruder, entläßt dann aber den Schützling für immer 9. Ein Aus- 
gleich wird auch darin gesucht, daß, wo eine blutige Tat nicht 
gehindert werden konnte, wenigstens die Erben des Getöteten seine 
Habe zurückerhalten *°. Ein Beispiel für schwierige Lage des Klienten 
bietet Uärit b. Zälim, der wider Willen zur Teilnahme an einem Mahle 
aufgefordert ist, um dadurch als Schutzgenosse zur Geheimhaltung 
der Vorbereitungen zu einem Kriegszuge verpflichtet zu sein. Er 
verletzt diese Pflicht nicht geradezu, sucht aber seine Stammes- 
genossen durch rätselhafte Handlungen zu warnen". In ähnlicher 
Lage gießt jemand die ihm vorgesetzte Milch heimlich weg, um sich 
die ihm sonst entgehende Möglichkeit der Blutrache zu sichern*^, 
während ein anderer einen Zwang in solcher Lage nicht anerkennt 'J. 



I Dw. I/uJ. 3 Einlcit. « Mubanrad 203, 15 3 DTv. Hud, 37 Einl. 

4 Mubanr. 203, 11 5 Aoätii X. 27 6 Agam XVL 28, 16 

7 BURCKHARDT, Bemerk, 

8 Tabarl II. 251, 17; 252,4 vgl. Lane, Sitten u. Gebr. III. 39 

9 Mubarr. 203 10 Tabarl IL 927 ult. »« AgänJ X, 13 
la Taban II. 437, 11 (vgl. Lane, Sitt. u. Gebr, IIL 18) 

13 Dlv, HuiL 143 Einl. 



7] Das Schutzrecht der Araber. 299 

Die arabische Dichtung hat wie die Tapferkeit und Freigebigkeit 
auch die mit beiden Tugenden eng verbundene Bereitwilligkeit zum 
Schutze vielfach, namentlich auch im Klagelied an ihren Helden 
gerühmt \ Die Schutzgewährung, besonders unter erschwerenden 
Umständen ist ein Ruhmestitel für den Stamm, dem der Dichter 
angehört*, wie denn die Ansär und Männer, die dem Propheten in 
Mekka Schutz gewährt haben, deshalb gepriesen werden 3. — Durch 
Vergleichung eines Mannes mit solchen, die in alter Zeit sich als 
Patrone bewährt haben, wird er geehrt *. Der so erworbene Ruhm 
wird durch den Dichter, der als fahrender Geselle viel herum kommt, 
weit verbreitet und bleibt im Gedächtnis der Menschen 5; daher streiten 
wohl auch zweie darum, einen Dichter zum Schutzgenossen zu habend 

Das Lob der Patrone wird in mancherlei Bildern verkündet. Sie 
leuchten wie Fackeln 7; der Schützling ist bei ihnen so sicher, als 
wäre er auf einem hohen unersteiglichen Berge ^ oder stets wie 
den heiligen Monat unverletzlich 9. 

Der richtige Patron, der nicht jedermann aufs Geratewohl Schutz 
gibt'**, eilt, wenn sein Schützling ruft"; er schläft da nicht** oder 
stellt sich nicht schlafend ^K Er verläßt ihn nicht '♦, schirmt ihn, wenn 
er gekränkt wird '5, ebenso wie sein Gebiet '^ so daß er nicht wie 
eine Gazelle angegriffen '7 oder wie ein Pilz niedergetreten werden 
kann'®. Er braucht bei ihm keinen Überfall zu fürchten '9 und nicht 
zu erschrecken *° weil er nicht zuläßt, daß er angegriffen" oder gar 
gefangen genommen würde**. Er schützt ihn mit Hingabe des 
eigenen Lebens *3 und fern von Verrat** hält er ihm Treue im Kriege 
wie im Frieden *5. 

Er teilt mit ihm seine Habe *^ und sucht für ihn bei der Mahlzeit die 
besten Stücke aus*7; selbst in der schlechten Jahreszeit leidet sein 



* Farazd. 12, 13; 80, 7; 161, i; 166, 2 2 Farazd. 35, 4; Ahtal 210, 8. ^am, 165, 1 
3 Ibn His. 474 ult. 251, 18 4 Farazd. 80, 1. 5. j4^(im XVI. 50, 14 

5 Hutaiba 8, 14. 15 6 Mubarrad 339, 12 7 Näb. 25, l 

8 Biam, 51, 1 ; DTv. Hnd. 37, i ; Hassan DJv, 77, 19; Farazd. 77 ult. 

9 Abu Zaid Nawäd. 7 paenult. »o Dn/. IlmJ. 37, 2 " Dfv. Hud. 38, 8 
" Hass. Dlv. 124, 8 U Ahtal 276, 7 n Hassan 91, 3 
15 Harn, 183, 1; Hassan 87, 12 »6 Mubanr. 34, 4 *7 Harn, 288, 3 
»« Dlv, Hud, 38, 8 19 Hassan 105, 16 2° Harn, 257, 3 
21 Ibn His. 528 paenult. Div, Und, 128, 10 «^ Zuhair I, 52 
23 Mubarr. 46, 15 24 Hizän, IV. 83, ll. 15 25 Hassan 74, 8 
26 *Urwa 29, 3 27 Mubarr. 428, I ; IJamäsa 470, 3 



300 S. Fraenkel [8 

Schützling keinen Mangel'. Er selbst hungert lieber, wenn er ihn zu 
Gaste hat*, als daß er ihn kürzte, und läßt auch die Tiere vor seinen 
eigenen ihren Durst löschen 3. 

Er macht seinen Klienten reich*, ersetzt ihm, was von seinem 
Gute untergeht 5, vermehrt es sogar ^ und zahlt, wenn es not tut, für 
ihn auch eine große Sühne 7. Der Schützling wird so behandelt, als 
gehöre er zur Familie ^ Von seiner Frau aber hält sich der Patron 
scheu zurück, um nicht seine Eifersucht zu erregen 9, und er duldet 
nicht, daß sie mit Schmähreden verfolgt wird'**. 

Sowie die Hoffnung, durch den Dichter gefeiert zu werden, den 
einzelnen und den Stamm zur Schutzgewährung anreizt, so ist um- 
gekehrt auch die Furcht vor Schmähung", die durch das Lied weit 
verbreitet wird ", dabei von Bedeutung. Die Dichter lassen sich denn 
auch die Gelegenheit zu solchem Tadel nur selten entgehen. — So 
wird Abu Sufjän von tJassän geschmäht, weil er die Pflicht der Blut- 
rache seinem Klienten gegenüber nicht erfüllte '3, ebenso az Zibrikän, 
weil er Geld zur Sühne für seinen Klienten nahm statt des Blutes 
und sich trotz seines Schwures, ihn zu rächen, damit zufrieden 
gab'*. Bei solcher Gelegenheit stellen die Dichter öfters auch dem 
Tadel des Geschmähten das Lob eines in der Treue bewährten Patrons 
gegenüber. So preist Basüs in ihrer Klage um das getötete Kamel ihren 
Gastfreunden gegenüber die B. Minkar, die solches Unrecht nicht zu- 
gelassen hätten '5, so Muzarrid die Lagläg und B. Ba'it'S so rühmt 
jemand, der von Duraid b. Simma im Stich gelassen ist, seinen 
Bruder'«. 

Zum Tadel gibt den Dichtern auch der Geiz mancher Patrone 
Veranlassung. Sie sind wohlgenährt, während ihre Klientinnen hungern'^, 
sie sind dick, während ihr Klient nicht satt wird***. Sie verzehren 
sogar das Gut des Klienten*'. Manche nehmen aus Geiz niemanden 
bei sich auf**. 



. I Zuhair i, 46; Hut 8, 20 2 AgänJ XV. 22, 16 (Hass. Div. 76, 2) 

3 yam. 753, 2 4 Hass. DJv. 86, lo 5 Hut. 8, 17; Mubarr. 46, 16 

6 Mubarr. 428, 3. Ifam. 727, 3 7 Lebid 40, 87 » Harn, 149, i 

9 Lebld 53, II; llam. 726, 7; 'Urwa 15, 7. Mubarr. 428, i. 737, 16 Bizäti. I. 95,4 
»o ffam. 714, 3. Afmaijjät 41, 17 »^ Hut. I, 27 «2 Harn, 666, 4 

13 Drv. 127, 13; 129, 9 14 I/am. 667, 3 »5 Harn. 422, 16 

16 Mufa^dalijjät 15, 30 »7 AgämVlL, 17, 20. 23 «8 Agäm^XH, 83, 20 

19 Hassan DJv. 83, 10 20 Hass. DJv, 63, 13 »» DJv, Hud. 161. Hass. 

Dlv, 10 1, 3. Ahtal 298, 7, Ibn as Sikk. 26, 10 «» Has?. DJv. 81, 19 



9] Das Schutzrecht der Araber. 30 1 

Auch der Mangel an Treue wird von den Dichtern getadelt 
Sie erfüllen ihre Pflicht gegen den Klienten nicht' auch wenn sie 
stark sind '; ihre Ohren sind taub fiir seinen Hilferufe. Ihre Treuesten 
sind treulos gegen ihn*. Der Art solcher Patrone entspricht auch, 
daß sie die an den Edlen stets gerühmte Zurückhaltung den Frauen 
gegenüber vermissen lassen s. 

Wie die viele Klienten zählenden Patrone gerühmt werden, so 
tadelt der Dichter solche, an die sich niemand wenden will^, weil 
sie den unholden Dämonen gleichen 7. 

Auch in einer auf Omar zurückgeführten Tradition wird die Treu- 
losigkeit gegen den Klienten gebrandmarkt. Die B. Mu'ammal ver- 
gehen sich gegen ihren Schützling und werden auf dessen Hilferuf 
von Allah sofort gestraft, ebenso wie andere, die die Schutzpflicht 
durch Tat oder Unterlassung verletzt haben*. 

Durch eine Art Projektion wird von der Tradition auch der 
abessinische König, zu dem Muhammed's früheste Anhänger flüchten, 
zum Hüter des Gastrechts gemacht», während sie andererseits in 
Übereinstimmung mit altsemitischer Anschauung die Bewohner Mekka's, 
des Sitzes des Heiligtums, als Schutzgenossen Allah's bezeichnet'**. 

Im Islam mit seinem Ideale einer allgemeinen Gleichheit sind 
dann alle, die an Allah und seinen Propheten glauben, zu Schütz- 
lingen Allah's geworden". 



1 Hass. Dlv. 20,3; 94, 10 2 //////. 637,4 

3 Kutäml 28^, 2; Ahtal 271, 7. 8; Abu Zaid Nawäd. 126, 2 

4 Harn 103, 12 5 Harn 669, 6; Mubarr. 523, 14 6 Ahtal 250, i; 315, 4 
7 Ahtal 16, 5 8 Dlv. HutJ, 245 9 Ihn His. 219, 1 

10 Ibn His. 83, u; 87, 7 n Ibn HiS. 986, 10 




Zauberelemente im islamischen Gebet. 

Von 
Ignaz Goldziher. 




ist die Gesinnung demütiger Unterwerfung unter die 
schrankenlose Allgewalt Gottes, die der Islam in den Ein- 
richtungen seines Gebetes, sowohl im liturgischen Gottes- 
dienst {salat) als auch in den Einzelgebeten {duä) zum 
Ausdruck bringen soll. Bei der Schaffung seiner Formen und seines 
Inhaltes wurden die ersten Begründer der Institutionen des Islam durch 
den Gedanken geleitet, daß das Gebet eine Verneinung darstelle der 
„trotzig freien Gesinnung", welche nach einem treffenden Wort Well- 
HAUSEN'S „die Araber selbst gegen ihre Götter eher zu viel als zu 
wenig" hatten ^ Zumal die Erinnerung an die Zauberei des Heiden- 
tums sollte aus dem Gebet vollends getilgt werden. Darum wird auch 
der Gebrauch des Sag in den Gebeten mißbilligt*. Das Sag ist ja 
die alte Form der Zaubersprüche und Besprechungen. 

Trotz dieser Bestrebung, haben sich auf dem Gebiete des Gebetes 
auch im Islam Elemente erhalten, die den im Zauberwesen vor- 
herrschenden Anschauungen vom Verhältnis des Menschen zu den 
überirdischen Mächten entsprechen. Der Mensch habe die Mittel, 
durch Worte und Handlungen die göttlichen Mächte zu bezwingen, 
sie sich unterzuordnen und gefugig zu machen. Solche Elemente 
sind zum Teil volkstümlich fortlebende Reste aus den Anschauungen 



X ResU arabischen Heidenthums'^t 169, 13 

a Musnad Ahmed VI 217, B. Ddawäi nr. 19 



3C4 r>jnaz Goui^ihcT 



d^ h-i:''in i ichf^n Zejt; zum anderen Teil iind .iie als Wxkuni^en. 
^Siterer P^nf!awe m den filiini ein-edningen. 

W.r haljen ua'^ in diesem Auf latz vonviegend die Aufg-abe ;jestellt^ 
den :-.^^nrtn '^r^terer Art im alten Hadit nairhrji^-ehen; aus dem. Geachts- 
pimict der Kont,m;itat YiPiXj^^ wir jedoch va eini^-en Punkten auch auf 
>p>itercBu'diin .;en Ricksicht genommen. Dabei leitete uns die Betrachtung 
df^T in reli .;ions;;e^chichtlicher Be2iehun.^ wichti^'cn Elracheinun^ wie 
die fl^rhr-Form ^ich daru ei;;nete, die vom Lilam ab-gewier^enen, jedocfa. 
volkstümlich fortwirkenden Kemente dem organischen Leben des T-rram 
zu a.'^s,im;Iir:ren und ihnen jene Sdtnktion zu verleihen^ die das vom 
Namen de^ Propheten und aeiner Genossen Überlieferte im Islam be- 
<;it/t ; wie k\y:T andererseits in der spateren theologischen Bearbeitung; 
<iolcher I>>kumente es nicht an der Bestrebung gefehlt hat, das im 
Smne des d'>ktrinaren Islam bedenklich Scheinende mit den Mitteln 
der Interpretation au<i demselben zu tilgen. 

I, Zunächst kommt hier die in IJadit-Erzählungen sich kund- 
^f:\jCT\dc Anschauung in Betracht, da & Gott durch Beschwörungen 
und Drohungen genötigt werden kann, den Willen des Menschen zu 
tun, S^^lche l>cschworungen werden mit dem Ausdruck mußiäsada 
bezeichnet, und 5-/> weit sie mit Drohungen verbunden sind, schüe&t 
»ich an dieselben auch die Vorstellung der Nachteile an, die es für 
Gott hatte, wenn er dem ihn Beschwörenden nicht zu willen wäre. 
Dies Mittel wendet Muhammed Gott gegenüber an, indem er ihm vor 
Ikdr in PV/rm einer Beschwörung vorstellt, da& er keine Anbeter haben 
würde, wenn er ihm nicht den verheit^enen Sieg verleihen wollte*. 
Die theologischen Tradenten dieser Erzählung scheinen die reKgiöse 
Unzulässigkejt einer sf>>lchen Behandlung Gottes herausgefühlt zu 
haben, indem sie im Anschluli an dieselbe Abu Bekr die der 
ursprünglichen ICrzählung wahrscheinlich fremde, völlig unnatürliche 
Kollc zuteilen, dem Meister lünhalt zu gebietend — Derselben An- 
schauung entspricht die Legende, daü der fromme Krieger Barä b. 

» \\m Ili am 444, 13 ff. B. Öihld nr. 88 ssS'j^^^ ^Jj4,ft J.-*iJ\ ^\ j;-^JJ\ 
^^\ J.3U jS.ij ^ Sjii:» p\ J^\ 

' I Hi^. I. c. ^j »^*J^LU Jfl!^ B. A/a(räzT nr. 4 «^-^-^4*^.; am vollsten B. 

0'i/i(i(/ 1. c. ^; yj^ Ju«\i\J\ wXiü <*JJ\ J^^^ b ^U**w2w. Bei Muslim IV 186 
(in flcBscn VcrRJon die Beschwörung vor der Ohod-Schlacht erfolgt), der eine kürzere 
Ffl»=iiif)j{ mitteilt, fehlt die Zurechtweisung durch Abu Bekr. Man ersieht- auch 
daraus, dat'. sie nicht unbestritten zum Had. gehört 



3] Zauberelemente im islamischen Gebet. 305 

Mälik während der ersten Perserkriege zur Zeit großer Bedrängnis 
aufgefordert wird, Gott zu beschwören, daß er den Muslimen den 
Sieg verleihe'. Barä richtet auch an Gott die von ihm geforderte 
eidliche Bitte, weiht aber zugleich sein eigenes Leben als Opfer des 
Sieges*. Ihrem Zusammenhange nach am bezeichnendsten sind solche 
eidliche Drohungen, wenn es sich um die Auffindung verlorener Sachen 
handelt. Der unter die Mu'ammarün eingereihte Asadite Abu Sammäl^ 
ging einmal aus, um ein verlaufenes Kamel zu suchen. Nach langen 
vergeblichen Mühen wendet er sich zu Gott mit der Beschwörung: 
c3j^\ )} ^\ U5y> ^ ^^ «^^-^.' „Ich beschwöre dich: Wenn du es 
mir nicht wieder verschaffst, werde ich dich nimmer anbeten." 
Das hatte Erfolg; die Beschwörung war eine Nötigung für Gott 
Darauf bezieht sich das Sprichwort^: JUII**) f^\ ^^ Jjt ^^ „uner- 
schütterlich ist ein Entschluß von Abu Sammäls". Und dieser Abu 
Sammäl war nicht einmal eine heilige Persönlichkeit, der irgend Macht 
über die Gottheit zuzumuten wäre; er gehörte vielmehr der Ridda an 
und war kein sonderlicher Anhänger des religiösen Gesetzes. Nichts- 
destoweniger verfehlt seine Beschwörung nicht ihre Wirkung. Viel 
leichter fand die Vorstellung von der Gefügigkeit Gottes Eingang in 
die religiöse Überlieferung, wenn es eine fromme Person ist, die der 
Gottheit eine eidliche Nötigung auferlegt. Eine solche ist der Zeit- 
genosse des Propheten, 'Abdallah b. Matar Abu Rejhäna, der in Jeru- 
salem als Erzähler erbaulicher Legenden tätig war und von dem 
manches fromme Wunder erzählt wird. Einmal kam ihm eine Nadel 
abhanden. Er zwang Gott durch eine Beschwörung, das geringe Ding 
zum Vorschein kommen zu lassen^. 

Der fromme Mann ist hier mit seiner Beschwörung der Erbe des 
heidnischen Kähin. Denn es kann für den Zusammenhang dieser Er- 
zählungen nicht unbeachtet bleiben, daß der Nachweis verlorener Dinge 



I Gähiz, Bq/än II 130 2 Usä al-gäba I 173 (Wäkidl) K^j b «-tt^ ^^y^\ 

3 KUäb al-mü am marin nr. 46 

4 Abu Ililftl al-'AskarT, Magmd al-amtäl (Bombay) 129 unten, falsch vokalisiert: 

5 Nach LA s. v. ^^, XIX 193: ^y^ C5^ '^^ (J^J P^* »iMein Gott 
weiß, daß dies mein unverbrüchlicher Entschluß ist** 

6 Usd al-gäba III 261: Cjy^^ • ^ ^>>) UJ *A^ J^^ k^^ ^\ 
Nöldeke-Fesuchrifi. 20 



306 Ignaz Goidziher [4 

bei den alten Arabern in das Gebiet der Zauberkunst gehörte*. Ein 
alter Dichter, dem der Vorstellungskreis des Heidentums noch nicht 
entrückt war, vergleicht den Ruf des näSid, d. h. des Ausrufers ver- 
lorener Sachen', mit dem Gezwitscher der Vögel 3; bekanntlich eine 
alte Anschauung vom geheimnisvollen Flüstern der Zauberer (Jes. 8, 19)^. 
Ein zwar im Islam, aber im Sinne des Altertums erdichteter Näsid- 
Ruf CAbd al-Muttalib sucht den kleinen Muhammed, der von der 
Karawane abhanden gekommen) beginnt mit der Anrufung Gottes 
(J\ >j K^^ b)5. Im alten Islam sind umgebildete Reste dieser Auf- 
fassung in ganz merkbarer Form erhalten. Das Suchen nach dem 
verlorenen Gute soll unter religiös ritueller Vorbereitung geschehen: 
„man möge erst die rituelle Waschung in ausgiebiger Weise voll- 
ziehen, dann zwei rakVs beten, darauf das Glaubensbekenntnis folgen 
lassen und sprechen: Im Namen Gottes! Allähumma, o Leiter der 
sich Verirrenden, o Zurückerstatter des Verlorenen, gib mir zurück, 
was sich von mir verlaufen hat, durch deine Macht und deine Herr- 
schaft, es kam ja aus deiner Gnade und deiner Gabe"; eine andere 
Suchformel schließt mit dem Anruf: „O fromme Diener Gottes — 
damit sind wohl die gläubigen Dämonen gemeint — gebt uns zurück 
unser Verlorenes V* Man ist mit solchen Anrufungen früher auch in 
die Moschee gegangen; es wäre ja sonst der Gebrauch der Moschee 
für diese Dinge nicht Gegenstand des Tadels im alten yadlt^. 

Für den Gesichtspunkt, unter dem solche Erzählungen zu be- 
trachten sind, ist auch die Anwendung der Ausdrücke J<-»iJ und ^j*, 
die uns in denselben begegnen, von Bedeutung. Auch das letztere 



« Vgl. AdA. zur arab. PhiloL I 25. Beim Ausrufen von verlorenen Sachen wurden 
Beschwörungsformeln gebraucht, Wellhausen, Il^idtfiihum^ 125 

a Es ist ein Unterschied zwischen jemandem, der eine Sache bloß sucht (v*^U>), 
und dem, der sie als J^^ wiederfinden will, Abu Nuwäs, Drwän (ed. Iskander 
Äsäf) 87,11 ^^ ^ ^ 

3 Kutäml ed. Barih 2, 21 >UiJ Cj\yo\ l^'\^^\ ^^ 

4 Vgl. über das Flüstern der Zauberer Mittheilungen der Anthropologe Ges, "Wien 
XXXI (1901) 132 unten 

5 Usd al-gäba II 305, 3 

6 Ibn Kutejba, ^Ujün al-ahbär ed. Brockelmann I 170, 8 ff. 

7 Musnad Ahmed II 420 ^ J-Ä<^ ^^ Jcsru*^! ^3 ^^o ^^ ^.«^ ^-^ 
viUJJ ^^ ^ jsÄ.UwwJ\ 3)li ^X^ ^\ lib\51, vgl. Muslim II 112; NawawT, Adkär 
17. — Musnad Abi Hanifa {Sammlung des Has/ca/T, td, Labore) 1 78: sagt der Prophet 

zu einem solchen Ausrufer: CUXo L%J sX^Lu^\ iS^ vJUXo Uo\ ^^J^^^ l^. — 
Nasä'l (Kairo, J^erefijja 13 12) I 119 



5] Zauberelemente im islamischen Gebet. 307 

Wort, das für die ernste, unverbrüchliche Willensäußerung benutzt 
wird, hatte zur Zeit, als jene Erzählungen entstanden sind, den 
Bedeutungsübergang von „einen festen Entschluß fassen" zu der Be- 
deutung der (zauberischen) Beschwörung* bereits vollzogen *, wenn es 
auch noch nicht vollends für die magische Theurgie in Anspruch ge- 
nommen ist, die noch später seinen Gebrauch beherrschen wird 3. 
Jedenfalls zeigt uns die Anwendung dieser Worte, daß im Sinne jener 
Erzählungen bei der Beschwörung die Absicht einer zauberhaften 
Nötigung Gottes vorausgesetzt wird. 

In dieser Beziehung gilt der heilige Mann des Islam als Nachfolger 
des Zauberers. Wenn er die Gottheit mit feierlichen Formeln zu etwas 
verpflichtet, kann sie sich der Erfüllung des Wunsches des mächtigen 
Mannes nicht entziehen. Von heiligen Personen finden wir häufig eine 
typische Schilderung*, welche nach Beschreibung ihrer körperlichen 
Unansehnlichkeit, der Aufzählung ihrer selbstaufgelegten Entbehrungen 
und asketischen Kasteiungen mit dem fast zur formelhaften Phrase 
gewordenen 5 Zusätze schließt: t^)) ^\ ^ J^-^^ ^ „wenn er Gott 
eine Pflicht eidlich auferlegen würde, so würde sie Gott erfüllen". 
Ein Typus hiefür ist die traditionelle Charakteristik des fabelhaften 
Heiligen Uwejs al-I^arani, eines mit Lepra behafteten Mannes, dessen 
Beschwörungen auf Gott eine unwiderstehliche Macht hatten ^ Dimi^ki 
gibt folgende Schilderung der Macht des heiligen Gottesmannes: 
„Wenn der Mensch seine Seele vollends von allen Schlacken gereinigt 
hat, tritt er endlich in den Bereich der Engel ein und erwirbt über- 
irdische Kräfte: sein Speichel verwandelt ein gleichgültiges Getränk 
zur Arznei; steckt er seine Hand in eine Speise, wird sie zum Heil- 
mittel; streicht er auf ein schmerzbehaftetes Körperglied, gesundet 



» Vgl. die Darstellung im LA s. v. XV 293 unten 

« Den Übergang veranschaulicht der Gebrauch von ^^_^ f^ und d^^^ in Ag» 
XIV, 96, 20, welche Stelle mir J. Barth nachgewiesen hat 

3 Snoück Hurgronje, M^^kka II 119, 127. — Man beachte: fj^^ der Zauberer 
(vgl. fj-Ä-i^^ Thi^ und Metuch ed. DiETERia, 80, 5), aJ ^^^a^\ die Person, xu deren 
Gunsten die Besprechung geschieht, Bahä al-din 'Ämili, Michläi (Kairo, Mcjmenijjc, 
1317) 142, 6ff. ^ ... * * 

4 B. Tafstr nr. 3^17 (zu Sure 68), Aj'män nr. 8 Ji' ^-^4^ J^^ ^J^^ ^^ 
«^^ AJU\ ^^^ ^»-M^T ^ L-ft.i>^^-^ lJu^^uo; Usd cU'gäba II 272,8 f^ ^y^ ^ 

»jb^ <aj\ ^ ^.^\ ^ ^^^ J.^ ^^ aJU\ ,^ 

5 Z. B. VAN BerchEM, Corp, Inscript, Arab. I 235 

6 Muslim V 223 

20'^ 



308 Ignaz Goldziher [6 

es; sein Gebet wird erhört und wenn er Gott beschwört, so 
löst Gott seinen Eid*". Ganz so, wie der jüdische Heilige Chöni, 
nach der talmudischen Erzählung, bei drückender Regennot die un- 
erbittliche Gottheit durch einen zauberhaften Eid nötigt , seinen Wunsch 
zu erfüllen. Er stellte sich innerhalb eines Zauberkreises und sprach: 
„Herr der Welt! deine Kinder richten ihr Augenmerk auf mich; sie 
meinen, ich sei bei dir wie das Kind im Hause. Nun beschwöre 
ich dich bei deinem großen Namen, daß ich nicht von dieser 
Stelle weiche, bis daß du dich deiner Kinder erbarmst". Dies starke 
Mittel hatte den gewünschten Erfolg, und die Schüler des Chöni deu- 
teten dies darauf, daß der Regen herabfiel, um den Schwur des 
Meisters zu lösen nnVI^B^ 'l^nn^)*. Diese Macht hat er nicht nur zu 
Lebzeiten; noch nach seinem Tode besitzt der Heilige seine Zauber- 
kraft auf die Gottheit. Man beschwört Gott bei dem Namen des 
Heiligen, wenn dieser selbst nicht mehr da ist, um diesen Zauber 
persönlich auszuüben. Die Schüler des heiligen Abu-l-^asan al-Sädall 
überliefern den von ihm erteilten Rat: Wenn du irgend ein Bedürfnis 
durch Gott erfüllt haben willst, so beschwöre ihn bei meinem Namen 3. 
2. Innerhalb der islamischen Gebetsinstitution hat sich ein Rest 
der Vorstellung von der zauberischen Absicht der an Gott gerichteten 
Bitte nirgends in so merkbarer Weise erhalten wie in der Regen- 
rogation {salat al-istiskä). Von allem Anfang finden wir gerade 
innerhalb des Formenwesens dieses Brauches die Fortdauer der 
Glaubensvorstellung, daß der das Gebet der Gemeinde leitende Mann, 
immer eine durch Macht oder Heiligkeit hervorragende Person*, durch 
seine persönliche Fähigkeit^ den Einfluß besitzt, auf den Willen der 
Gottheit bestimmend einzuwirken: etwa wie der regenmachende 
medicine-man. Der Zauberer gebietet den Wolken^. Im Sinne des 
Islam besteht diese persönliche Fähigkeit natürlich in religiöser Heilig- 
keit; diese gibt der Interzession des an der Spitze der Versammlung 
betenden Mannes die Macht, den Zorn Gottes zu brechen und seinen 
Widerwillen zu bezwingen. Die Legende gibt eine sehr eingehende 
Schilderung einer Regenerwirkung durch 'Abd al-Muttalib in Anwesenheit 

» Dimiski, Cosmographic cd. MEHREN 284, 14 

» Bab, Tdanlth 19*; 23^ Vgl. Abhandl. zur aiab. Phil, I 43 (Onias) 

3 Bei ÄlüsT, Gala al-^ajuejn 42: ^^ <*^^ ^^*^\a iÄ.Uw ^jljö aJJ ^ CX<>^ X>\ 

4 Vgl. Kremer, Studien zur vergleichenden CulturgeschicßUe, III/IV (Wien 1890) Slff. 

5 Wellhausen, I/eidenihum^, 138 6 Vgl. Jäküt II 357, 20 [Hazen, Jieg^ 
lokken en regen afweren\ Referat darüber im Archiv für Religionswiss, VII, 513] 



7] Zauberclemente im islamischen Gebet. 3^9 

des Knaben Muhammed». Der berühmteste Regenmacher der isla- 
mischen Legende ist der Oheim des Propheten, 'Abbäs, und das haben 
seine Nachkommen in dynastischem Interesse gehörig ausgenutzt 
oder erst erdichtete Der Chalif 'Omar ergreift die Hand des alten 
'Abbäs während einer Regenbitte und glaubt durch die Vorführung 
dieses Mannes seinem Gebet den wirksamsten Nachdruck zu geben. 
Schmeichlerische Lohnpoeten eignen dieselbe Wirkung dem Gebete 
seiner Nachkommen, den abbäsidischen Chalifen, zu. Noch al-Ta'äwidi 
rühmt seinen Chalifen al-Mustadi (565 — 576) als erfolgreichen Regen- 
bitter 3. Den Irdischen gegenüber hatten die Chalifen damals freilich 
kaum mehr als einen Schein von Herrschaft. Die Heiligenlegenden 
sind übervoll von der Schilderung des persönlichen Einflusses der 
heiligen Männer auf die Brechung der Regennot ^ eine Macht, die sich 
auch auf ihre Gräber erstreckt». Um die Unmittelbarkeit dieses per- 
sönlichen Einflusses nach dem Tode der Heiligen zu erhöhen, wird in 
die Decke der Grabeskuppel eine Öffnung gemacht oder dieselbe 
völlig abgetragen^. Es ist immer die Tatsache des unmittelbaren 
persönlichen Einflusses lebender oder toter Heiliger, der hier hervor- 
tritt. Darum führen auch Familien in ihren Stammbäumen gerne das 
Vorkommen eines solchen Heiligen unter ihren Ahnen an. Im Stamm- 
baum des Gründers des Senüsiordens wird genannt „Zeyän b. Zein 
qui servait d*intermediaire entre Dieu et ceux qui demandaient de la 
pluie pendant les periodes de secheresse7". In ihren Gebeten ist es 
nicht selten, daß sie dem Bewußtsein, daß die Gewährung des Segens 
auf ihre eigene Persönlichkeit gestellt ist, unverhohlen Ausdruck geben 
und Gott geradezu daran erinnern, sie selbst, als heilige Personen, 
durch die Erfolglosigkeit des Gebetes nicht zu kompromittieren. Als 
Beispiel erwähne ich die Darstellung eines solchen Vorganges, der 
aus dem Jahre 11 08 d. H. (1696) erzählt wird. Als in diesem Jahr 
die Umgegend von Damaskus durch Regennot heimgesucht war, wurde 



X Usd al'gäba V, 454—5 ^ NÖLDEKE in ZDMG. LH, 25 

3 Dhuän cd. S. D. Margolioüth (Kairo 1904) 216, 32. Vgl. auch Diwän des 
Scharif al-Radl al-MüsawT (Beirut 1307) 543, 8. 9 

4 Vgl. Tab. II 1196, Istiskä des nachmaligen Chalifen 'Omar II als Statthalter 
in Mekka 5 Muh. Stud, II 3 »3 

6 Beispiele hierfür in meinem Aufsatz Aus dem nmhammcdanischen ITeiligenkuÜus 
in Aegypten {Globus LXXI, 234) 

7 Muhammed b. 'Otmän al- Has'ä'isT, Voyage au pays des Senousij/'a, iraduit par 
V. Serres et Lasram (Paris 1903), 84 



3IO Ignaz Goldziher [8 

ein dreitägiges Fasten angeordnet. Am vierten Tage zogen dann die 
Leute nach dem freien Gebetsplatz hinaus, wo an ihrer Spitze der 
Mufti Abu-1-mawähib al-yanbali gleich nach Sonnenaufgang das Gebet 
verrichtete. Dann wurde inmitten des Platzes ein Katheder errichtet, 
das er bestieg, um die übliche Hutba zu sprechen, nach deren Be- 
endigung er und alle Leute Bittgebete verrichteten. Es erhob sich 
großes Wehklagen und Weinen. Die Fellahen hatten ihre Rinder, 
Ziegen und Schafe mitgebracht, deren Lärm sich in das Geheul der 
Menschen mengte*. Der Mufti weinte und seinen Bart erfassend 
sprach er: „Mein Gott, mache diesen grauen Bart' nicht zu schänden 
vor den Menschen." Der Himmel war bisher rein und unbewölkt. 
Nun aber zogen sich schwere schwarze Wolken zusammen und brachten 
einen dreitägigen Regent. Solcher Erzählungen gibt es sehr viele in 
den Literaturen des Islam. Ihr Grundgedanke ist stets, daß die Wirkung 
der Persönlichkeit des heiligen Gottesmannes die Besiegung der höheren 
Mächte zur Folge hat Und um den Eindruck der Zauberwirkung 
vollständiger zu gestalten, läßt die Legende dabei — mir ist freilich 
nur ein solcher Fall zur Hand — sogar wirkliche Zauberformeln an- 
wenden, die anderen Menschen unverständlich sind*. 

Sogar das Motiv der Drohung 5 ist in solchen Istiskä-Erzählungen 
vertreten. Daß es dem islamischen Volksgefuhl in diesem Zusammen- 
hang mindestens nicht unmöglich scheint, zeigt sich an einer in die 
israelitische Zeit^ zurückverlegten Legende. Zur Zeit eines der alten 
israelitischen Könige war das Land von Dürre heimgesucht. Alles 
Beten war erfolglos. Da sprach der König: Entweder muß uns Gott 
Regen senden, oder wir werden ihm wehe tun (i*^>^). Als man 
ihn um die Bedeutung dieser Drohung befragte, erklärte er sie damit, 

* Vgl. Muh. Stnd. I 242 über die Anwesenheit der Haustiere als Teilnehmer an 
Bittzeremonien. In zwei Istiskä-Gebeten des *All, die im Nahg al-baläga (Beirut 1307) 
mitgeteilt sind (116 penult.; 124, 3 v.u.) wird auf das Heulen der Tiere und ihrer 
Jungen Bezug genommen 

2 Auch vom Istiskä des *Abd alMuttalib heißt es: ^\ 1 «ä-**j\ J<^\ ^^^u^ 
U>jJ.3 Usd al'gäba V, 455, 9 3 Murädl, Silk al-durar I 68 

4 Jftfi'l, Rau4 al-rajähln nr. 21 (Kairo, Castelli 1297), 49 

5 Man vgl. den. Ton der Herausforderung und des Vorwurfes, der sich in den 
Regenbitten bab, Tdanlth 29''* kundgibt. R. Chäma b. Chanina schlägt, nachdem sein 
Bitten nichts genützt, den Ton der Herausforderung an; R. Josua b. Levi: „Herr der 
Welt! du thronst in deinen Höhen und hast kein Erbarmen für deine Kinder" 

6 Die Istiskä-Legenden werden gerne in der Form von Isrä'ilijjät überliefert, zB. 
eine ganze Reihe bei Jäfi% 1. c. 224 fr.; die hier erzählte ist auf eine Ahnung von 
I Kön. 18 gegründet 



9] Zauberelemente im islamischen Gebet. 3 1 1 

daß er die Frommen und Gottesfurchtigen töten würde, wenn Gott 
unerbittlich bliebe. Die Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht: Gott 
sandte unverzüglich Regen \ Eine Analogie bieten die Regenbitten 
bei den Chinesen. Wenn die Gebete und Prozessionen nichts nützen, 
wird die Statue der Gottheit entkleidet und der Sonne ausgesetzt, um 
ihr gleichsam ad oculos zu demonstrieren, wie lästig der Sonnenbrand 
und die Trockenheit ist ; man hängt ihr eine eiserne Kette um den Hals, 
um sie für ihre Grausamkeit büßen zu lassen '. 

Diese Regenrogationen boten sich durch ihr Wesen und die 
innerhalb derselben auch vom regelgerechten Islam tolerierten Zauber- 
momente am besten dar, um bei verschiedenen Völkern vorislamische 
abergläubische Gebräuche zu erhalten. Es wird ja in den ältesten 
Anweisungen für die Modalitäten dieses Ritus auch das Umdrehen 
oder Umwenden des Oberkleides3 — ohne Zweifel ein aus dem ara- 
bischen Heidentum herübergenommener Gebrauch^ — als Sunna des 
Propheten geheiligt. Die Formen der Istiskä-Rogation erweisen denn 
auch, mehr als andere religiöse Übungen, eine Gefügigkeit, sich gegen 
die heidnischen Gebräuche nicht spröde abzuschließen und sie neben den 
muhammedanischen Einrichtungen volkstümlich fortbestehen zu lassen. 

Der Aberglaube vom Regenstein« (Yaäa tasl, pers. sangi 
Yada), der unter den Turk- Völkern seit alters sehr verbreitet ist ^, hat 
sich auch nach deren Bekehrung zum Islam erhalten. Derselbe Aber- 
glaube ist auch außerhalb des Turkgebietes aus Kreisen bekannt, 



I Von Sa'ld b. Gubejr in Gazälr, Ihjä I 289 

a De Groot, Les ßtes annuellement cilibrhs ä Etfiouiy trad. par Chav ANNES, I 
{Annales du Musee Guimct XI) 72 

3 Es wechseln die Bestimmungen Jti\>^ ^-r'^ ""*^ JJa\>j lJ,5** (ß* J^^*^^öt 
nr. 24, Tirmidl I lio, 13) 

4 Vgl. T. W. JüYNBOLL, HandUiding tot de kennis van de Mohammedaansche Wet 
(Leiden 1903)85; s. über den Zusammenhang, Wellhausen, Heidentkum^, 197. Einen 
ähnlichen Gebrauch findet man auch bei den Bergjuden im Kaukasus bei Beginn des 
Regens: „Sobald der Regen beginnt, ziehen die Kinder ihre Oberkleider und Mützen 
verkehrt an und nehmen einen Sack auf den Kopf*', Andrian, Über Wetterzauberei 
{Mittheilungen der Anthropologe Ges. in IMen XXIV, 39). Verrichtung von Regenbitten 
in nacktem Zustande (in Indien) yRAS 1897, 475 ff; 1898, 194 ff. ; merkwürdige Parallele 
-dazu GjORGjEVic, Die Zigeuner in Serbien I, 80 Anm. 2. Kleiderumwendung fals 
Zauberabwendungsmittel, Mem, 0/ Amer. Folk-Lore Soc,^ IV, 142 

5 Wie die Turk-Völker haben auch die Wanyoro ihren Regenzauberstein {Globus 
LXV— 1894— 152) 

6 Vgl. Kazwini II 347; 348, 8 ^\a::Ob jUa-,JC-M»M\ ; 396, 15. Die Beschreibung 
des Gar de ZI in der Bearbeitung des Grafen KuuN (Budapest 1903) 2 



312 Ignaz Goldziher flO 

in denen sonst der Islam sehr feste Wurzel gefaßt hatte. Kazwini 
(XII. Jhd.) berichtet nach dem andalusischen Reisenden Abu yämid 
(st. 1 169) aus Ardabil von einem großen Stein außerhalb der Stadt, 
der bei Regennot herbeigebracht wird und dessen Anwesenheit in der 
Stadt Regen bewirken soll. Ebenso herrschte zu seiner Zeit im süd- 
persischen Kermän der Aberglaube, daß durch die Reibung der 
Steine gewisser Örtlichkeiten Regen entstehe*. Die an Steine ge- 
knüpfte Vorstellung vom Regenzauber hat sich an anderen Orten 
innerhalb der religiösen Istiskä-Riten betätigt. Besonders Nordafrika 
scheint da noch viel ethnische Residuen aufzuweisen, die wir kennen 
lernen würden, wenn Herr Alfred Bel uns die auf diesem Gebiete ge- 
sammelten Istiskä-Daten' zugänglich machte. Aus anderer Quelle er- 
fahren wir z. B. von einem in Fez bei Regenbitten noch heute üblichen 
Gebrauch. Dort wird der aus Tlemcen emigrierten Kolonie die Gabe 
zugeschrieben, gegen Regennot {al-wakfä) ein überaus wirksames Mittel 
zu besitzen. Sie nehmen 70000 Kieselchen, die sie in 70 Säckchen 
verteilen. Zur Abendzeit verfügen sich die Tlemcen-Leute zur Kubba 
des Sidi-Harazem, wo sie die Nacht zubringen und über jedes einzelne 
der 70000 Kieselsteinchen einen bestimmten Koranvers rezitieren. 
Nach dieser Zeremonie werden die Säckchen in den Sebufluß ver- 
senkt. Um der Gefahr des übermäßigen Regensegens vorzubeugen, 
werden sie an Schnüre befestigt, mittels deren sie bei Regenüberfluß 
an die Oberfläche zurückgezogen werden können. Die Bewohner von 
Fez scheinen an dieser Gabe der Tlemcenier und der Wirksamkeit 
ihres Zaubers ganz unerschütterlich zu glauben 3. — Wie bei den 
Atscheh das rituelle Istiskä vollends durch die heidnischen Gebräuche 
der Regenmacherei ersetzt wird, hat Snouck HURGRONJE* in lehrreicher 
Weise dargestellt. Zauberhafte Istiskä-Gebräuche aus Syrien, die den 
Christen und Muslimen gemeinsam sind, und zu denen sich Parallelen 
noch aus okzidentalen Volksbräuchen nachweisen ließen, hat der Ein- 
geborene Ejjüb Abela bekannt gemacht 5. 



I Kazwim II 164. 193 

a Alfred Bel, La Djdzya, Chamon arabe (Paris 1903) 143 {==Jourttal asiaiique 
1903» I 325)- [Seither hat Bel diese Sammlung veröffentlicht im Recueil de Memaires 
et de Textes publii en Phonneur du XI Ve Congrh des Onentalistes (Algcr 1905) 49—98: 
Quelques rites pour obtenir la pluie en temps de secheresse chez les musulmans maghribins\ 

3 Aus dem Artikel Au Maroc in der Beilage des Journal des Dfbais vom 3. Juli 1903 

4 Snouck Hurgronje, De Atßhers II 311 ff. 

5 Beiträge zur Keuntniss abergläubischer Gebräuche in Syrien, ZDPVW\{\%%i^ 94, nr. 86 



Il] Zauberelemcnte ini islamischen Gebet 313 

3. Die Vorstellung, daß Gott durch Zwangsmittel genötigt werden 
kann, die Wünsche des Gläubigen zu erfüllen, ist zwar in abgeschwächter 
Form, aber noch immer über die normale Linie des Abhängigkeits- 
bewußtseins hinausragend in folgender sehr verbreiteten Hadit-Lehre 
ausgeprägt, die auch in die nach strengen Prinzipien angelegten 
Sammlungen Eingang gefunden hat: „Wenn ihr zu Gott betet — 
sagt der Prophet — saget nicht: ,Wenn es dein Wille ist*', sondern 
betet in kategorischer Weise und verlanget recht große Dinge, denn 
für Gott ist kein Ding zu schwer, das er verleiht***. Die Variante: 
„denn Gott kann durch niemand gezwungen werden**^ ist hier sicher 
nicht ursprünglich, sondern hat ihren Grund in dem Bestreben, der 
Vermeidung der Klausel „wenn es dein Wille ist** eine der korrekten 
islamischen Gottesvorstellung angemessenere Begründung zu geben. 
Die Klausel sei überflüssig, da doch Gott immer nur seinen sou- 
veränen unbeschränkten Willen vollführt. Die ursprüngliche Moti- 
vierung entspricht dem gegebenen Rat, Gott gegenüber nur recht 
anspruchsvoll und gleichsam in fordernder Weise aufzutreten, die Er- 
füllung der ausgesprochenen Wünsche nicht seinem guten Willen an- 
heimzustellen. Man wird erwarten, und wird in dieser Erwartung nicht 
getäuscht, daß die theologischen Kommentatoren dieses der musli- 
mischen Demut nicht entsprechenden Spruches alles mögliche ver- 
suchen, um ihm einen der religiösen Anschauung entsprechenden Sinn 
zu geben. Die Bearbeitung des ^adlt in diesem Sinne beginnt ja 
bereits mit der Interpolierung des eben erwähnten Zusatzes. Der 
Mystiker 'Ali al-Hawwäss gibt dem ilhah die naive Deutung, daß man 
Gott gegenüber die Unmöglichkeit hervorkehre, die von ihm ver- 
hängten Übel zu ertragen und seiner Tyrannei Ausdauer {sabr) ent- 
gegenzusetzen; ein solches Zugeständnis sei Gott wohlgefällig*. 



* Dabei ist vielleicht ein Widerspruch gegen Juden (die viele Gebete mit der 
Formel beginnen lassen: "["iB^O pm NT oder *]Oip ]0 HIPn VtT^) und Christen (T€vri- 
Si^TUi TÖ e^Ximd öou Matth. 6, 10) beabsichtigt 

2 Muwatta* I 384, B. Daawlt nr. 20, al-Adab al'tnufrad 121, Muslim V, 290, 
Tirmidl n 263: Ä--iy\ ^JLä>J^ 1l&a**-J\ fj*J^ jSjLi» J^^ Jyo. ^ ^^>^\ ^> \^\ 
slk»\ ^^ «k^ ^kjo "^ 4UJ\ ^li 

3 ^ (oder »y^) «jX:^-**^ ^ aJU\ ^U 

4 Durar al-gawwäff 'aläfatäwX SeJjidi^All ai-f/awwäsf (Kairo, 1277) 103: ^^ 



314 Ignaz Goldziher [12 

Man übersehe nicht den in diesen Aussprüchen von der Ein- 
dringlichkeit der Bitte gebrauchten Ausdruck ^^, der, wie schon er- 
wähnt wurde, von den wirksamen Sprüchen der Zauberer angewandt 
wird. Hier gibt er der an die' zudringliche Bitte geknüpften Erwartung 
eine charakteristische Färbung, wenn auch auf der Stufe, auf welcher 
der Rat des IJadit-Spruches entstanden ist, der Gedanke der Zauber- 
wirkung nicht in bewußter Weise vorschwebt '. Noch weiter wird die 
in dem prophetischen Spruch ausgesprochene Anschauung in einem 
Hadit geführt, nach welchem „Gott jene liebt, die recht zudringlich 
in ihrem Gebet sind"*. Sogar als Taurätvers wird zitiert: „Wer meine 
Wohltat erhofft, möge seine Bitte in zudringlicher Weise vorbringen" 3. 
Man wird an den Talmudspruch erinnert „daß Unverschämtheit selbst 
dem Himmel gegenüber Erfolg hat"*. Als Element dieser Art der Bitte 
scheint man auch die unverdrossene Anrufung bei bestimmten Gottes- 
namen (s. unten den folgenden Abschnitt) betrachtet zu haben. „Seid 
unverdrossen mit der Anrufung: O Herr der Majestät und der Gnade" 5. 

Der in allen diesen Sprüchen herrschende Gedanke, Gott gegen- 
über ja nur mit stürmischer Eindringlichkeit aufzutreten, hat Veran- 
lassung geboten, Formeln für die diesem Gesichtspunkt entsprechenden 
Gebete abzufassen. Wir finden ein solches -U.^l\ ^^ *U> in einem 
von den Zwölfer-Schiiten als heilig angesehenen Buche*, dem unter dem 
Titel Zabür äl Muhammedod^v auch Sahlfa kämila bekannten Breviarium, 
dessen Ursprung auf den Imäm Zejn al-abidln zurückgeführt wird 7. 

Verwandt mit dieser Anschauung ist auch die, daß man auf Gott 



1 Da(S auch die Beschwörung unter den Gesichtspunkt des ^U.\ gestellt wird, 
ist oben p. 304, Anm. 2 ersichtlich 

2 Bajän II 131, 22 *UjJ\ ^ ^-^-jJgxJliJl c!^*äO. ^\ ^ 

3 Bahä al-dm al-*ÄmilT, Kdkül (Büläk 1288) 291 : <^^-*»^ ^ S^yJ\ ^ K^yiS^ 

4 Bob, Sanhedrin 105*^ »^ano VCtm ^B^3 l^b« »BTin 

5 Nihäja s. V. .^k), IV, 58, LA s. v. IX 340, AUf-Dä II 303: CU^.jJ.\ ^^ 

6 Der schi'itische Apologet Sejjid *AlT Muhammed sagt darüber in seinem Zäd 
paltl (lith. Lucknow 1290) 25: iySS (jJJJäv^ ^^\) ^JiJSl ^3 ^Ji^^^^ ^L^XäJ\ ^«-o^ 
'is>^\ fv^p^ O^y^^ L^^ iS^\ v^xO^^Ül J^\^\ ^^ ^3 ^\^i'^\^^ >^^^^ 

7 L. Loth's Caiabgne 0/ the Arabic Mannscripts in thi India Office nr. 334; 



1 3] Zauberelemente im islamischen Gebet. 3 1 5 

durch schmeichlerische Rede Einfluß üben könne*. Dem um 
seinen Sohn Joseph trauernden Patriarchen Jakob gibt Gott selbst den 
Rat, daß er ihm schmeicheln möge ((j <3W>), um ihn zur Erfüllung 
seines sehnlichen Wunsches zu bewegen; er möge ihn anrufen als: 
^^\ y^ b \^^y^\ ^\> b ^Lw.Ä*^\ ^jJi b, und als ihn der Patriarch 
unter Anwendung dieser Epitheta angerufen hatte, schwört Gott bei 
seiner eigenen Majestät, daß er ihm den Sohn wieder zufuhren werde ^ 

4, Wenn auch nicht mit dem starken Anspruch, den die Be- 
schwörung voraussetzt, wird die sichere Wirksamkeit der Bitten 
auch von der Benützung bestimmter Bittformeln bedingt, deren 
Texten besonderer Einfluß auf die Herbeiführung einer günstigen 
Stimmung der Gottheit zugeeignet wird. 

Diesem Anschauungskreis gehören I^adlte an, in denen formel- 
haften Anrufungen (gewöhnlich Koranstücken, aber auch anderen Bitt- 
texten) die Zusicherung verliehen wird, daß sie unter gewissen Ver- 
hältnissen den Erfolg niemals verfehlen; zuweilen sogar in der Weise, 
daß es „Pflicht Gottes sei", die günstige Wirkung der andächtig 
ausgesprochenen Formeln herbeizuführen 3. Ein Beispiel mehr für die 
„Fetischkraft des Wortes*'. Unter den Erwartungen, die an dieselbe 
geknüpft werden, kann wohl an Naivität keine mit der Voraussetzung 
wetteifern, daß def Ausspruch gewisser Bittformeln die Wirkung hat, 
daß Gott für die Befriedigung drängender Gläubiger eines schuld- 
beladenen Menschen sorgt, und wäre seine Schuld auch so schwer 
wie der Berg Ohod* oder Tabirs oder Dln (in Südarabien)^ — die 
Namen der Berge wechseln in verschiedenen Versionen des Spruches 7. 

Ahlwardt nr. 3769—70. Mir liegt eine lit. Ausg. Lucknow 1312 (Itnä-*asari-Druckerei) 
vor; 236 SS. in 8«; das zitierte Gebet ist p. 210. — Damit ist die Angabe bei 
Brockelmann I 44, H z« ergänzen 

» Vgl. FossEY, La Magie assyrienne (Paris 1902) über „flatterie** in den magischen 
Anrufungen der Götter 

a Afichlät 22 unten 

3 TirmidT II 249; ibid. 245 oben: ^ <*JU\ ^^ LÄä. ^ JU ^^; 

auch als Wirkungen der Rezitation einzelner Suren des Koran; s. zB. die Nachschriften 
zu den Suren 47 und 52 bei Bajd. II 265. 291. Vgl. ^\ y^ ^f>^ 5»^, Usd al-gäba 1 304, 7 

4 In einer Schuldengeschichte des von seinen Gläubigern geplagten Mu*äd b. 

Gcbcl, Mtißd al-ulüm 62 <UJ\ ^^^H^. ^'^ «^^ J^ »^^^ O^ O^ *^^ viULl ^\ 
iiU* ^^IjÖ. So viel Gold, wie der Berg Ohod, B. Rikäk nr. 14 

5 Tirmidl II p. 273, Tabaränl, bei SujütT, likän II 193; Muhammed, Stud,\\ 309 

6 Jäküt III 485, 2 ff. wo für cJU^u zu lesen viU^lio 

7 Man vgl. die Häufung der Bergnamen im selben Spruche: t\^ \J*f^ CX^ 



-liin.; ^ :'v :-'^r O .*"■: n im -n irvirtc^ v-ir u^ kennen« scnenit hereita 

/.i ; :''.;i'/ V'rr>.:n 'v ir le :;-rme -iie E -t ^sr-ic'i in ^ mit ' j:ott=t5:iiaieii 
<^n'^ •-v:inrl^. ^.?»f^ v:: ^ie ^c :-^*'.'-^-^ }:c::ik:miitf% icr^n E^j.]-^ bei An- 
■^^n'-l'.n :; '■:.ir-,h hrrl;^/* \rtnner -iHir.rtr .^c:: erst str^rdem ^:icne anmcr 
;/';f'*r^x A' .rri^n. h'<r:.^n die Arcr.4chen z :;r ^-.«.truiriüorica rtf::ilkiiniicf* 
;ht'* Z.^r'.c^r n';nn-.r:n m.sen^. 

'/. ;e -':^ in <nn m;i:;:sohf-n hmch-V' ,r^r.-::-^ii der A^-pccr^ und 

V ^ r > c h . ^ ''1 ^ n * :^ ^>'>nhr:iren an:r..r.fen, io gestaltete iica d:e^ Gt^cter- 
Hr.r *f *r. ';; a- ,t rr; o n ^/ 1 h e : -i t m c h e r Gr^ndLi-^-t m der Elntfalr^n:^- der S y er o— 
ü'/tTi k rU-.ryr'J^in ^-MT.r^ Gr>trhdr. ELs handelte sicri jetzt nur dar im, die 
(U/ji :'/:r:,;it.t-^^/^';n Go^ff-ji-r/nonyma ra ker.nerL S-'/icheru schon in ältester 
y^:\t vor^^^ti'tcndi'zn G<^j :ich*^.p'.r.kten, nicht aber et^a e^iem dj^manschea 
l>'yl,r(r>,^, vf:rdixr.'<z (tcaI Anknupf^n^ an Sure 7. 179; di^ Züsamnieii- 
%U:\\\kT\'/^ (\f:r r/j ^v.hon^^m Namen** ihre Entsteh un^'. Ursprünglich 
HL^-.T'liD'/^ 'mrd die Zahl f/j \n h yperbo lisch er Bedeutun-' gedacht seiru 
w;c yi \^f\ Arabi>ch'';n i\jLT d^^m Ausdruck dtr Q^jantitatshyperbel rÄ*ei- 
fAf'.f <\rr\>tfA.'v/c YyMr.n verwandt werden, die an beiden öder an allexi 
dr';i .St/.;i/:n identische Kinheiten zeigen: 33, 44, 99, 333 u. a. m.^ 
Jn dir^.err» Sinne will der Spruch „Gott hat 99 Namen'' nur soviel 



» ^^^ j^yy^^ ^^•^y >a»-^ «J-T^ Oj^ r*;-^ v3^ ^^ J^— ^^ J/.vi/J/ 
2//, oh^n; «rir flifa*<^ v^I, J^kat JII 273,13 

I //V ^//-^^///// V 2/// or.t^: iJ'-» e^^j»-^^ tr*^^ '^^ O^ vilJ'w« ^ ^^^\ ^^ 

^^^\ A> ,J-lJi \>\^ V^^ ^ c/-^ ^'^^' ^"^ Mu'^am fa'fir des Tabarini 215 ist 
/l)"«« Tru'lifion mit der Variante ^^^\ <i . »■■** > L> Cfür A » «» > ''^) verzeichnet 

* Sujnfl ///y?// Ced. CAVfKUJ, Kairo 1278) II 195 Mitte: ^ ^^ C?^^ CH^ «J'^ 

» W \ V. I'AOK KknoUF, f.erliin'S on the Orii^in aud Gnmfth 0/ Relij^n as illustraied 
h Oio Kriit'toti 0/ Annifit i'.i^ypl (Ix>ndon 1880, fiibbert-Lectures) 192: Wordsof Power 

4 I'ohHKV, l.ii A/(t};if itsxyrieintc 124 fr, Man vgl. für diese Frage im allgemeinen 
A . 1)1 V:\ K K I ( I r, Ml flu (t \ liliiPinc, I I o ff. 

'• Wcilluuliurr ftiis^^cflilirt in Clohis LXXI (1897) 240, vgl. auch Actes du i'^ Congrh 
ifilcfiuilioniil d'ilnti'iif dvx Ncluiioiis^ I (I'aris I901) 132 



1 5] Zauberelemente im islamischen Gebet. 317 

sagen: er habe viele oder gar unzählige Namen. Die kanonische 
Festsetzung der Zahl sowie die Feststellung der einzelnen Namen 
selbst ist späteren Ursprunges und weder bei Mälik b. Anas, noch bei 
Bul3äri und Muslim anerkannt ^ In den Sammlungen des Tirmidi 
und Ibn Mä^a begegnet uns zu allererst, im Anhang an die allgemeine 
Sentenz von den 99 Gottesnamen, eine namentliche Aufzählung der- 
selben; bei ersterem sogar mit der Bemerkung, daß sie aller Authentie 
ermangelt*. In der Tat zeigt dieser Katalog der Gottesnamen in ver- 
schiedenen Aufzählungen sehr bedeutende Varianten; dieselben be- 
treffen nicht weniger als 23 dieser Namen \ deren Stellen in den ver- 
schiedenen Überlieferungen von je anderen Namen eingenommen 
werden*. 

Die Festsetzung dieser Gottesnamen galt also ursprünglich dem 
Zweck, den Gläubigen fiir ihre Anrufungen die wirksamsten Namen 
zu bieten. Man ging dabei von der Anschauung aus, daß diese die 
richtigen Formeln seien für Anrufungen (Beschwörungen), denen Gott 
nicht widerstehen könne. In diesem Sinne hat sich auch die Literatur 
über die Gottesnamen entwickelt, in der eine Manzüma des Nur al- 
din al Dimjäti sich zu einem viel kommentierten Grundtext s empor- 
geschwungen hat. In den Gebetbüchern der Muhammedaner sind es 
daher solche Namenanrufungen, denen die hervorragendeste Aufgabe 
zugeteilt wird; es werden zu diesem Zweck Gebetformeln von den 
alten Propheten, von 'Ali und den Imämen, sowie von hervorragenden 
Heiligen überliefert*. Mit dem Überhandnehmen der gnostischen 
Spekulation wurde der Kreis der Gottesnamen noch erweitert, und die 
Anrufungen beschränken sich nicht mehr auf die in älterer Zeit heraus- 
gebrachten 99 Namen; man brachte ihre Zahl bis auf icx)i 7. — Gott 
selbst habe die Schöpfung durch seinen Namen bewirkt und die Macht 



« B. Da'cruKii nr. 69; Surü/ nr. 13; Tauhtd nr. 12; Muslim V p. 289; vgl. ZDMG. 
XLIX 216, Anm. i 

2 Tirmidi II 265 (^Lj^äv-o ^U-«»\ ^ c>**<^^)» ^"^ ^*ß^ ^^3 

3 Kastallänl IX 258; X 424 

4 Verschiedene Listen sind mitgeteilt im schi'itischen Kalämwerk: Mirfat al- 
ukiil/i*iim al'Ufül (oder: * Imäd al-isläm fl Ulm al-kaläm) von Dildär 'All (Lncknow 
1318—19) I, 270 ff. Vgl. einige Varianten bei NawawT, Adkär, 47 

5 Gothaer Katalog nr, 2378, Ahlvvardt nr. 3753—8; Brockelmann II 254 

6 Man findet sie in jedem größeren Handschriftenkatalog aufgezählt; vgl. zB. 
Flügel im Wiener Katalog III 165 

7 ZB. Gothaer Katalog nr. 779: fLi ^.;^jA •*^>. Über kabbalistische Gottes- 
namen s. besonders Fleischer, Cafal. BibL Senat. Lips. 419^ 



3l8 Ignaz Goldziher [i6 

der überirdischen Wesen bestehe in der Anwendung geheimnisvoller 
Namen. Die Anrufungen dehnen sich also auch auf diese Formeln 
aus. Am besten veranschaulicht dies das populärste Gebetbuch der 
Muhammedaner, das Daläil al-hejrät * von Abu 'Abdallah Muhammed 
al Gazüli (st. 870): „Ich bitte dich bei deinen verborgenen hochheiligen 
Namen, die kein Geschöpf kennen lernen kann — bei dem Namen, den 
du auf die Nacht legtest und es wurde Finsternis — und auf den Tag 
und es wurde Licht — und auf die Himmel und sie breiteten sich 
aus — und auf die Erde und sie befestigte sich — auf die Meere 
und sie schäumten — usw. und ich bitte dich bei den Namen, die auf 
die Stime unseres Herrn Gabriel (folgen noch andere Engel) ge- 
schrieben sind — und bei den Namen, die um den Gottesthron auf- 
geschrieben sind — und ich bitte dich bei deinem großen und mäch- 
tigen Namen, mit dem du dich selbst benannt hast — und bei allen 
deinen Namen, die ich kenne und die ich nicht kenne — und ich 
bitte dich bei den Namen, mit denen dich unser Herr Adam an- 
gerufen hat . . , usw. (folgen die Patriarchen und Propheten)." Durch 
die Häufung dieser Anrufungen und die maßlose Wiederholung der 
begleitenden Formeln * wird eben das illiäh veranschaulicht, von dem 
im vorigen Abschnitt die Rede war. Unter allen diesen Namen wird 
die größte Wirkung dem verborgenen, den wenigsten Auserwählten 
bekannten {^^y^ c^ l-j^ä^^ ^yS^\ ^^\) „großen" Namen (p-eya 
övopia ^JaftMl ^1 ^1) vorbehalten, mit dem die stärksten Wunder 
verrichtet werden können (s. v. a. B^'llDDn DB^H, ^HiH DB^H). 

Dem synkretistischen Zuge dieses Systems entsprach es (wie in 
den griechischen Zauberpapyri und Amuletten), die Gottesnamen auch 
fremden Kreisen zu entlehnen 3 und dazu noch, nach fremden Mus- 
tern ♦, mystisch klingende nomina barbara zu erfinden, deren Ursprung 
und Kenntnis durch eine geschäftige Literatur von Pseudepigraphen in 
die alte Zeit zurückdatiert wurde. Die Bibliothek unseres ungarischen 
Nationalmuseums besitzt eine Handschrift u. d. T. ^»x^Jb ^Ja-J> CJ^^j^^y 
an deren Anfang solche geheimnisvolle Namen aufgezählt werden. 



1 S. darüber WZKM, XV 40 

2 Über die litaneiartige Wiederholung derselben Formel in magischen Anrufungen 
bei den Assyrern s. FossEY 1. c. 98 

3 ZDMG, XLVIII 358 ff. 

4 Vgl. Steinschneider, Zur pseudepigraphischitt Litteratitr 14, Anm. I. Schluß, 
M. Grünbaum, Gesammelte Aufsätze zttr Sprach' und Sagenkunde 121 ff. 

5 Nr. XXXIX meines Verzeichnisses (BuJapest 1880) fol. 40^— 54** 



ly] Zauberelemente im islamischen Gebet. 319 

mit der Bemerkung „es seien dies die in Taurät, Ingil, Zabür und 
Koran verborgenen großen Namen, die die Gelehrten des Maghrib 
überliefern". So wurden denn die 99 Namen Gottes in der ihnen zu- 
geschriebenen Wunderwirksamkeit noch durch Gottesnamen überboten, 
deren Anwendung das Gebet vollends zur operativen Magie gestaltete. 
Den geheimnisvollen Charakter dieser magischen Namen kennzeichnete 
man dadurch, daß man sie „syrische"' oder der i^*^^--^ ^aJ* an- 
gehörige Namen nannte. Trotzdem man den festen Glauben hat, daß 
es nur auserwählten Heiligen gegeben ist, die Geheimnisse dieser 
Namen zu kennen 3, sind diese esoterischen Dinge mit der Zeit aus 
dem Kreise geheimniskrämerischer Fachleute auch in die profane 
LiteraturS später selbst in das weiteste Publikum gedrungen. Jeder- 
mann ist eine unter dem Namen LJ^^scüJA i^> 5 versifizierte Anrufungs- 
formel zugänglich, die eine große Reihe solcher „syrischer" Gottes- 
namen enthält* und auch den „großen Gottesnamen" in sich fassen 
soll. Sie hat früher den Gegenstand mystischer Kommentare gebildet und 
hat selbst den Tiefsinn eines Muhji al-dln ibn *Arabi herausgefordert 7; 
jetzt wird sie für das gewöhnliche Volk in tausenden von Lithographien 
verbreitet und selbst vor Ungläubigen nicht verheimlicht. Ein Bücher- 
krämer der Nilstadt Girgeh, der (im Januar 1896) sich nicht für alle Welt 
herbeiließ, mir ein Exemplar des c^^^ ^''**-^ ^^ überlassen, war 
auf das erste Wort bereit, das die göttlichen Geheimnisse der Ä^y-s:^ 
mit Kommentar enthaltende Heft* zu schnödem Preise zu verkaufen. 



t ZDMG. XXVI 770 ff. 

a Vgl. eine Erklärung der ^^'^--baL\ AjtJUb ^\ *U-u>\ ^^^-ol^ Kairoer Katalog 
VII 137 

3 Vgl. meine Einleitung zu Le Lwre de Mohammed ibn Toumert (Alger 1903) 15 

4 ZB. die Anrufungen bei den fremdartigen Gottesnamen bei Bahä al-din al- 
•Ämilr, Michlät (Kairo, Mejmenijje 1317) 130 ff. — Vgl. die Probe einer solchen Zauber- 
formel in MoüLI^ra's Le Maroc inconnu I, 53 

5 ^wö^sxXi.\ ist in diesen Kreisen eine Bezeichnung des Geheimnisvollen,. 
Wunderwirkenden; A-o^läILä. ^UL s. v. a. Pentagramm, Reinaud, Monumens .... 
du Cabinet de M. U Duc de Biocos (Paris 18 28) II 24 1 Anm. 5 ^ 

6 ZB. Vers 4: J^^rV* J^^rV^ U-oJb ^^b ^lkU> ^l^%^ > ... (viUJUj) 

7 Stambul, 'Älif Efendi nr. 1 533, Kairo V, 344, 366 iLo^k-UJl ^^^ <3 ^^ 

8 Titel: ^j^^ ^V^ S-^'^>?^^ ^^^^ (^ J->.V^*iv > vJl^U ^y*^^^ ^^ 

jU5ü\^ ^u:jb Ä,\^44^j\ >\yL^3^ ^\y^ ySr^^ o^^j^'^ ^y^^^ «y^ 

o. J. 16 SS. ' 



320 Ignaz Goldziher [l8 

Fügen wir aber gleich hinzu, daß diese geheimnisvollen Namen 
und Anrufungen bei weitem nicht Gegenstand allgemeiner An- 
erkennung und Ehrfurcht sind. Es wäre dann unmöglich, daß uns 
die mystischen Namen, wahrscheinlich mit satirischer Absicht, in so 
obscöner Verbindung begegnen könnten, in welcher sie in dem Buche 
Ru^fi al'iejh ila sibah^ verwendet sind, das der fromme Gottesgelehrte 
Kemäl Pas'ahzädeh bearbeitet hat. Dasselbe gilt auch von den heilenden 
Bittexten. Für deren Ansehen ist eine Anekdote charakteristisch, die 
der IJanbalite — also nicht eben auf Aufklärung gestimmte — Abu- 
'1-farag ibn al-6auzl in sein „Buch der Scharfsinnigen" aufgenommen 
hat Jemand fragt seinen augenkranken Freund, welche Heilmittel er 
gebraucht. Als ihm dieser eine Reihe von Koransprüchen und Ge- 
beten seiner Mutter erwähnt, bemerkt der andere: „Es wird gut sein, 
wenn du jedenfalls noch eine Dosis anzarüt^ dazu tust." 

5. Von den Formeln und Texten wollen wir zu den begleitenden 
Gesten übergehen. Aus diesem Kreise haben wir schon bei früherer 
Gelegenheit nachzuweisen versucht*, daß der, trotz einiger Opposition 
dagegen 5, allgemein gebilligte Gebrauch des Zeigefingers beim Aus- 
sprechen des Glaubensbekenntnisses^ ein Rest der Vorstellung von der 
Zauberkraft sei, die diesem Fluch finger (Ä^C^) innewohnt. In älteren 
Zeiten des Islam scheint die Zauberkraft dieses Fingers auch noch als 

« Von .^ihäb al-dln al-TifäsT, 29. Kapitel des I. Teiles 
« Kitäb al-adkija (Kairo, Serefijje 1304) 109 

3 Oj;^^ = 0«i^r** (Völlers, ZDMG. L, 646) pers. C^^^syl\ syr. ^«»I^ 
^•ti#|, •*)?, ^o;a^, -0*1, ist ein gummiartiges Klebemittel, das die Araber für aap- 
KÖKoWa (Dioscorides) setzen (vgl. V^OApso, Galen, ZDMG. XXXIX, 13 mit Rgl. U«u:^). 
"Was heute Sarcocoüa heißt, stammt von Penaea mucronata L. und Penaea sarcocoUa 
L. der gemeinen Leimrippe; dies südafrikanische Sträucher. — Über Anwendung bei 
arabischen Medizinern Steinschneider, Heilmittel der Araber Nr. ii. 189. 1656; Low, 
Aram. Pflanzennamen 414 nr. 33 (CJezzär), als Augenmittel ^y»^ J-^^. (Diese Nach- 
weise verdanke ich der gütigen Mitteilung meines Freundes Dr. Imm. Low) [Vgl. jetzt 
HOROVITZ, Spuren griech. Mimen im Orient 75] 

4 AbhandL zur arab. Plül. I 56; II, CV; ZDMG, L, 495-97 

5 Bei Ibn Regeb, Tabakät al-Hanäbila (Hschr. der Leipziger Universitätsbibliothek 
DC nr. 375) fol. 151'' s. v. 'Abdalmalik b. 'Ali b. Nagä al-Tanühl al-HamawI (st. 643 
in Damaskus): ctU> ^ jJvX^^i' ^ ia:nX*»*^J\ 6<fL^^\ do^jS::^ ^^T* r^ v>* ö^ 
*X-U f^j^^ \j\y U^ xtT^, Lolasuol ^^ JI3 ^^^ J^^ JÜ i^*^Lo J.1»^. UU* 
kJLÄ ^^^>U^J:J\, Eine ^j ^J^ ^^T* k^ V*^ (3 ioLo'^\ J-^Jä-u* ^i, SJLa»j 
^\JyuJ\ Stambuler Hschr., Bajazid nr. 1687 

6 Dadurch wird der Finger zur ^^arC!-MA<-o, persisch: v^^_^ ^«i>^ C^v4^X5o\, 
Hyde, Hisioria Religionis veterum Persarum^ (Oxford 1760) 347 



19] Zauberelemente im islamischen Gebet. 32 1 

Verteidigungswaffe gegen Feinde in Anspruch genommen worden zu 
sein. Im Krieg des Kutejba b. Muslim gegen die Türken fand der 
Heerführer in einem kritischen Moment den Muhammed b. Wäsi' am 
Ende des rechten Heerflügels auf seinen Bogen gestützt und seinen 
Finger gen Himmel bewegend; da sagte Kutejba: „Dieser einzelne 
Finger ist mir lieber als hunderttausende entblößte Schwerter und 
gespitzte Lanzen" *. In der Tat ist die Benutzung des Zeigefingers in 
alter Zeit nicht nur beim Glaubensbekenntnis, sondern auch bei man- 
chen Bittformeln bezeugt*. 

Die Literatur des Islam gibt uns keine direkte Andeutung über 
die Ursache, aus welcher ein großer Teil der alten Gesetzlehrer es 
mit fanatischem Eifer verpönte, daß man während der gesetzlichen 
Liturgie {salat) bei einzelnen Stellen die Hände emporhebe (cr?,J^^ 5»;). 
Man müsse während des ganzen Ritus die beiden Hände über einander 
gelegt halten: dies sei die Stellung des Sklaven vor seinem Herrn. 
Es ist nicht wahrscheinlich, daß man das Emporheben der Hände als 
Nachahmung christlichen ^ oder jüdischen Brauchs verschmäht hat. 
Wir werden auf keine sichere Fährte geführt durch den auf einen 
verwandten Kreis bezüglichen Bericht des 'Otmän b. al-Aswad, der 
mit dem Mekkaner Mugähid (st. circa 100) aus dem Tore der Moschee 
tretend sich der KaT^a zuwandte und dabei ehrfurchtsvoll die Hände 
erhob, worauf ihm sein frommer Begleiter die Lehre gab: Tue dies 
nicht, dennsotunnurdiejuden^ Es scheint jedoch ein unruhiges, 
hastiges Emporrecken der Hände zu sein, was ursprünglich als Gestus 
beim liturgischen Gebet verschmäht wurde. Davon hat sich eine 
Spur im IJadit erhalten, öäbir b. Samura erzählt als Ohrenzeuge, 
daß der Prophet einmal zu einer Gruppe trat und ihr folgenden Ver- 
weis gab: Was sehe ich euch (beim Gebet) die Hände emporheben, 
als wären sie Schwänze von sich bäumenden Pferden? Seit doch in 



I Bajän II, 129, (hier ^^Jc-L^b ,^^.---0^), *Ujün al-abbir ed. Brockelmann 
154 ult (Ja^.-a^J 

» Nasä*i, Sunan (Kairo Mejmenijja 1312) II 319 in dem Gebet des Propheten 
beim Antritt einer Reise: Ajc-uob JlS 

3 Man vgl. Paulus Cassel, Vom Nil zum Ganges 189 

4 Asra^ ed. WOstenfeld 257, 2. Dieser Einzelbericht ist zu einem allgemeinen 
Hadit generalisiert bei Abu Dawüd I 186 tjjjs^u i^y^ b\ CUä.^-**) JliJ JLo<.itf Lo 
v:U>cJ\ ^^. J^y\ c^ ^\ J^ ^ ^U. JiLi Jl$ ^\ y^Ol ^ 

Nöldeke-Festschrift. 2[ 



322 Ignaz Goldziher [20 

Ruhe während des Gebetes" *. Damit kann nicht das andächtige Er- 
heben der Hände gemeint sein; aber es wurde auch darauf übertragen. 
Wir halten es für wahrscheinlich, daß dieser Gestus im Zusammen- 
hange mit alten zauberhaften Bräuchen steht* und aus dem Gesichts- 
punkt zu betrachten ist, der auch bei dem Ausstrecken des Fluch- 
fingers obwaltet. Nur flüchtig möge dabei als Analogie auf die 
Stellung verwiesen werden, die dem Emporheben der Hände im baby- 
lonischen Ritual zukam 3, und daß die nach oben gewendete Hand ein 
auf den karthagischen Stelen zu hunderten anzutreffendes (wahr- 
scheinlich magisches) Symbol ist, dessen verkümmerter Rest noch 
heute die Figur der offenen Hand als Amulett zur Abwehr des bösen 
Auges ist*. In den Zusammenhang solcher Anschauungen möchte 
ich auch die uns hier beschäftigende Erscheinung stellen. Folgende 
alte Nachricht gibt uns Anlaß zu dieser Vermutung. Der Chalife 
*Abd almelik klagt seinem vertrauten Hofgeistlichen über die übel- 
wollende Gesinnung, die ihm seine Untertanen bezeigen. Da gab ihm 
der Kädi Abu Habib aus Emesa den Rat, gegen sie dadurch Schutz 
zu suchen (^ p ^ U y ouU.**^ ^»^\) , daß er seine Hände zu Gott 
emporhebe. Dies tat der Chalife auch; morgens und abends sprach 
er sein Gebet und erhob dabei die Hände. Dies brachte ihm Hilfe *; 
d. h., wenn ich den ursprünglichen Sinn dieser bereits muslimisch 



X MusUm II 43 \y^^^\ ^^-Uo J-^ v^üM l^)^ ^,jo\ ,^\^ f\j\ ^ U 
i(^tiaJ\ ^. Bei Nasft*i I 195 wird gleichfalls in einem Hadit des GSbir dieselbe 
Mahnung auf den SaIämgru(S am Schluß des Gebetes bezogen: ^^^^.^m^' ^Uü L« 

'^^ jl-a*Lo fj,\ v::JL;a,jL» fsXsJ ^!L^ \>\ ,_y**^ J-^ v-^üM uj^ M'^M 

tf«Xo ^^^.. Wir sehen hier, wie ein dem Raf al-jadejn ungünstiger Spruch von 
seiner ursprünglichen Beziehung abgebogen wird, um nicht als Argument dagegen 
dienen zu können 

2 Magische Wirkungen werden den Handbewegungen des Liturgen im Buddhis- 
mus zugeschrieben, s. darüber: Sl-Do-lN-Dzou, Ges/^s de Po/ßdant dam Us cirimonies 
mystiques (Paris 1899, Annales du Musie Guimet ^ BibL des ^tudes^ VlII); über mudrä 
Bij'dr. toi de Tool- La/id- en Volkenkunde van Ned. Ind, 1901, 364. [Jetzt kann auch 
noch auf die Abhandlung von RiCH. Wünsch, Arch,/, ReL VII, 105 ff. verwiesen werden] 

3 King, Babylonian magic and sorcery^ being the prayers 0/ the lifüng of the hanä 
(London 1896); Fossey, L c. 68, l. Über babylonische Analogien tu Vorstellungen itn 
arabischen Volksglauben s. ALFRED BOISSIER, Documents assyriens relati/s ä la Magie in 
Proceedings SBA, 1901, 126 ff. 

4 Vgl. ZDPV, IX, 80, Globus LXXX 31 Anm. 3. [Vgl. jetzt Revue de PHist. des ReL 
LII, 92]. Auch auf ägyptischen Amuletten wurde die offene Hand als Schutz gegen 
böse Geister angebracht, Erman, Zaubersprüche für Mutter und Kind (Berlin 1901) 

5 Ibn Dukmäk, Descripüon de PEgypte^ ed. Völlers I, 72, 18 



2l] Zauberelemente im islamischen Gebet. 323 

gestalteten Nachricht richtig verstehe: — das Händeemporheben 
sollte eine Art Gegenzauber sein gegen die Flüche seiner Feinde, 
Ganz besonders kommt das Emporheben der Hände in Anwendung 
in dem unter dem Namen Kunüt bekannten Elemente des Gebet- 
ritus, das in alter Zeit eine ganz andere Bedeutung hatte, als ihm im 
Laufe der späteren Gestaltung zugeeignet wurde. Zur Zeit der 
systematischen Regelung der rituellen Normen verstand man unter 
Kunüt eine ganz harmlose Bitte um göttliche Gnade und Leitimg», 
die an das Morgengebet oder an das salat al-witr angeschlossen zu 
werden pflegt, über deren Stelle, sowie über deren Verbindlichkeit 
oder Zulässigkeit, endlich auch über deren Modalitäten in den ver- 
schiedenen madahib verschiedene Ansichten gelehrt werden, die uns 
hier nicht interessieren können'. Die ursprüngliche Bedeutung des 
Kunüt ist eine gegen die Feinde gerichtete Verfluchung von der 
Art des heidnischen hi^a und anderer im Heidentume üblichen, feier- 
lichen Verwünschungen, deren Wirkung von der Anrufung Gottes und 
sonstigen feierlichen Umständen (Zeit und Ort) erwartet wurde \ Diese Be- 
deutung scheint im Islam auf das ^unüt übergegangen zu sein. Im 
Anschluß an das Gebet verflucht der Prophet seine Feinde im Monat 
Ramadan*, der für das Ausstoßen solcher Verwünschungen gegen die 
Ungläubigen auch von anderen benutzt wurde*; ähnliches wird von 
den ersten Chalifen berichtet^ 'Ali und Mu'awija schleudern gegen- 
einander Flüche in Form des an die Gebete sich anschließenden Kunüt'. 
Noch im X. Jahrhundert lassen die Iljwän al-safa in einem Zwie- 
gespräch zwischen einem toleranten Rationalisten und einem Fanatiker 
den letzteren die Worte sprechen: „Wenn es mir nicht gelänge, die 
Feinde Gottes im ofi*enen Kampfe materiell zugrunde zu richten, so 
würde ich sie Tag und Nacht verfluchen und am Schlüsse meiner 
Gebete verwünschen, um dadurch ein Gott wohlgefälliges Werk 
zu üben"*. Dies ist das ursprüngliche alte Kunüt. 



« Der Text im Minhä^ al-ßlibJn ed. Van den Berg, I 83. 455 

3 S. bei Nawawl, Adkär 29—30, wo das Material über die spätere Entwickelung 
ziemlich vollständig gesammelt ist 3 Abhandlungen zur arab, PkilologU I 35 ff. 

4 Usd al-gäba TU 74, 3; Kunüt der 'Äjisa, Tab. I 3406, 12 

5 Muwatta' I 216 (Schol. f^\ Cjy^ c3) ^^ ^^\ sLSj>\ U Jyb ^^>^\ 
^\^^^j <3 ij!A5Ü\^yjaj» ^^ 6 Vgl. Miltadlah ed. Arnold 45, 13 

7 Ibn Dokm&k 1. c. I 72,4; Öejbftnl, Äßr (ed. Labore) 77; Usd al'£äba V 138 

8 Rasä'il Jlwän al-^afä (ed. Bombay) III 94, 12: ^^Ur^^ ^ ^Kx^^ ^>\ 

21* 



324 Ignaz Goldziher [22 

Diese an das Heidentum erinnernde Gebetübung fand nicht den 
Beifall der Theologen; daraus erklärt sich, daß man sich viel Mühe 
gab, die in den Nachrichten über den Propheten und die ersten 
Chalifen überlieferten Kunüt-Daten möglichst abzuschwächen * und an 
Stelle des in alter Zeit allgemein üblichen Fluch-^unüt jene harmlose 
Bittformel zu setzen, die noch heute seine Stelle einnimmt Auch 
über die Zulässigkeit des Händeerhebens bei dieser Formel werden 
die ernstesten Kontroversen gefuhrt. Denn gerade zur Unterstützung 
der dem alten Kunüt zugeeigneten Fluchwirkung scheint dabei 
das Erheben der Hände von Bedeutung gewesen zu sein*. 

Und eben diese Bedeutung, die — wie wir aus den hier an- 
geführten Beispielen erschließen können — dem Gestus im I. Jahr- 
hundert noch beigelegt wurde, ließ ihn in den Augen puristischer 
Lehrer als ungeeignet erscheinen, im muslimischen Gebet und anderen 
gottesdienstlichen Handlungen ^ angewandt zu werden. Das Bedenken 
gegen den in das Heidentum zurückreichenden Brauch wird die Ur- 
sache ihres Kampfes gegen denselben gewesen sein. Die Motive dieses 
Kampfes wurden aber nicht allenthalben als berechtigt anerkannt 
Die zur Zurückweisung der Opposition erfundenen Daten zeigen uns 
jedoch, welchem Widerstände die Sitte des Händeerhebens begegnete. 
Freilich sind wir darüber infolge des Sieges der letzteren sehr mangel- 
haft unterrichtet Jedoch aus einer etwas unklaren Notiz können wir 
mindestens folgern, daß das Widerstreben noch im VIII. Jahrhundert 
d. H. z. B. unter den Muhammedanem in Spanien Raum gewann. 
Der Sultan al-Gälib billäh ibn al Ahmar bedroht einen seiner Beamten 
mit dem Abhauen der Hände, weil er es sich nicht nehmen ließ, die 
Hände beim Gebet emporzuheben*. Aber zu jener Zeit war die 

1 Sejbänl, yüär 76 ff. 

2 Buhärl in der unten zu erwähnenden Monographie 23 ^.^. ^r?. y^^ C>^ 
^^iLj\ ^h,; ibid. ebenfalls von 'Omar: ^.v^^. ^y. t^^J^^ *^^^ ^ ^^-^^^ J^' 
xLm.L^ _^ä^.^ 2JU5' ^^Xo «^>^^ und noch andere Nachrichten 

3 Auch das „Erheben der Hände auf dem minbar** — also wohl während der 
hutba — wird als eine von 'Abdalmalik oder anderen Omajjaden eingeführte 
Neuerung (^Jo) erwähnt : •-^»-»-rJi ,^ ^.^. ^) c^ <J3^' '^^"^ Dedeh, Muhä4arat 
al-awäUl wa-iimsämarat al-awähir (Kairo, Serefijja 13 ll) 144 unten aus Sujütl's y^wäW. 
Es ist nicht der einzige Fall, daß alte Bräuche, die den Theologen unbequem sind, 
von diesen als bidd verrufen werden. Buhärl scheint, wie aus dem tendenziösen 
Titel zu Gumu*a nr. 34 (Hoüdas-Marc;ais I 304) folgt, den Brauch zu billigen, während 
Nasä'r I 209 oben (^kiLl f^ k^Uo^\ v--)L>) ein mißbilligendes Zeugnis beibringt 

4 Makkari I 909 



23] Zauberelemente im islamischen Gebet. 325 

Opposition ein allenthalben überwundener Standpunkt. Schon längst 
war eine große Menge von Traditionssätzen beglaubigt, die gerade 
dem raf al-jadejn, dieser seit allem Anfang verbreiteten Sitte, gegen 
die theoretischen Bedenken puristischer Gegner zum Siege ver- 
holfen hatte. Man hatte bereits im IIL Jahrhundert eine ganze Flut 
von Sunna-Zeugnissen für die Tatsache zusammengebracht (Buhäri 
kann 50 Genossen für dieselbe anführen), daß der Prophet selbst und 
seine nächste Umgebung bei einzelnen Stellen der Liturgie — freilich 
niemals bei eigentlichen Salät-Texten — namenüich bei dem dieselbe 
einleitenden AUäh-Akbar-Ruf (^^^'^^ *V^^)> sowie vor jeder Knie- 
beugung und nach Vollzug derselben die Hände emporhoben — ob 
er es auch nach der Prosternation so hielt, ist nicht übereinstimmend 
überliefert*. — So hat sich denn in allen orthodoxen Riten als Sunna 
die Forderung des Emporhebens der Hände bei den eben erwähnten 
Stellen der Liturgie, oder mindestens bei einzelnen derselben, fest- 
gesetzt in der Weise, wie dies z. B. in Lane'S Manners and Custonts, 
(5. Ausg. I. 95, Figur 2)* bildlich dargestellt ist Nur der hanafitische 
Ritus beschränkte das raf al-jadejn auf das einleitende takbJrK Für 
wie einschneidend man diese Kontroverse im III. Jahrhundert hielt, in 
dem es noch viele theologische Gegner des Händeemporhebens gab, 
wird aus dem Umstand ersichtlich, daß Buhäri, neben der sehr aus- 
giebigen Behandlung des einschlägigen ^adit-Materials in seinem Sahfhy 
der Bekämpfung der gegnerischen These noch eine besondere pole- 
mische Monographie gewidmet hat, die wir heute im Druck lesen 
können*, eine der drei Bul3äri-Schriften, die außer seinem großen 
Sahih-Werk durch den Druck zugänglich geworden sind. 

J Das ganze Material Muwatta' und Zarkänl I 142 — 146; B. Adän nr. 83—87 
(Übersetzung von HoudAS-Mar^ais I 246 ff.) und KastallänT II 82— 84 

2 Nur die Zähinten betrachten sie sogar als unerlässUch obligat {y^^\»i\ 
NawawT, Tahdib 147 oben 

3 Muhtasar al-Kudürl (Kasan 1880) 10,3: ^^^\ ty^^;S:^\ ^ M\ AjJo ^y. ^^. 
Die weitere Ausdehnung des Brauchs auf die Rak'ah's im schaü'itischen Ritus, mit 
dem die anderen zwei übereinstimmen, Nawawf, Minhä^ I 75, 7; 82, 2 (hingegen 
beim Sugüd 85, 6), Faik al-karlb^ 138, 5. — Die verschiedenen Haditmitteilungen, auf 
welche sich diese Verschiedenheit der Praxis stützt, bei Tirmidi I 53 unten 

4 U. d. T. i^LiaJ\ j3 cr?.*^^ C^j? ^^^>^^wu J \ ifpf ^^„JCS am Rande einer 
anderen Schrift des Buh. ^x, d. T. ^USl\ ÜJlä. k*\yü\ '^ ^^\ j^ k^JCS 
(Chajrijja-Druckerei, Kairo 1320); 37 SS. in 40. Ich glaube nicht, daß die gereimten 
Titel vom Verf. selbst herrühren. Die Schrift ist zuerst u. d. T. f\J\ ^ ^^ y j^^\ ß,y^ 
mit Urdu-Übersetzung, Kalkutta 1256 (144 SS.) herausgegeben worden 



326 Ignaz Goldziher [24 

Wir haben hier wieder ein Beispiel dafür, daß das IJadit nicht 
immer gerade der orthodoxen Bekämpfung verpönter Bida'-s dient, 
sondern zuweilen auch zur Legitimierung der von fanatischen Puristen 
verfolgten Bräuche zurecht gemacht ist,! die infolge langer Übung im 
I^nta'^ ihre Stellung behauptet hatten. 

Vom Salät als der kanonischen Liturgie verschieden ist das 
eigentliche Bittgebet (duä)\ mitten inne zwischen beiden stehen 
öffentliche Rogationen, die bei bestimmten allgemeinen Kalamitäten 
(z, B. bei Regennot, Eklipsen) üblich sind und für die sich eine 
ständige Ordnung (auch bestimmte RakVs) festgesetzt hat Darum 
werden sie terminologisch der Salät-Gruppe zugezählt». Das eigent- 
liche Du a ist individueller Natur und entspricht dem persönlichen Be- 
dürfnis des Gläubigen*. Es wird wohl auch der gesetzlichen Liturgie 
als Anhang angeschlossen, zuweilen in die Pausen desselben eingefügt, 
ist jedoch einer formalen Regelung nicht unterworfen worden 3, wenn 
man auch allerdings zum Nutzen der Schwächeren schickliche und 
wirksame Formeln für das Du'ä abgefaßt hat. Im allgemeinen gilt 
jedoch die Anschauung, daß der Inhalt des Du'ä dem einzelnen über- 
lassen bleibe, der die Worte frei aus sich selbst herausquellen lasse, 
ohne an bestimmte Texte und Formeln gebunden zu sein^ Es ist 
seinem Wesen nach das eigentliche Gebet. Hier ist auch — durch 
eine ganz minimal vertretene Opposition 5 erfolglos angefochten — 
der alte Gestus des Emporhebens und Ausbreitens der Hände von 
altersher in allgemein anerkannter Geltung geblieben s. Der das Du'ä 



1 v--)J^\ 0^y--aJ\ Mäwcrdi ed. Enger 180, sflf. 

2 Snoück Hürgronje hat zuerst den Unterschied der beiden Begriffe im Islam 
scharf betont und wiederholt erörtert, daß es unrichtig sei, das Salät mit dem Gebet 
gleichzusetzen 

^ 3 Aber darum betrachtet der Islam auch das Du'ä als werktätigen Gottesdienst: 
ü>Uft *UjJ\, ja sogar als das Mark dqs Gottesdienstes ü^lotJl ^ Tirmidl II 242; 
vgl. Talniud b, Tdaniih 2* (mit Bezug auf Deut, ii, 13) ^n 1^3 irrw TTKSi «M IT"« 

r6Dn w -JDIK 

4 Darauf bezieht sich der Lehrspruch des Sufjän b. 'Ujejna: ^aÄ.\ ^^4^. ^ 
d^^^M ^^ f*^*^. ^ *U^\ ^^ bei Abu-1-Mahftsin, Annaks ed. juynboll, I 566, 7 

5 Vgl. Kastallänl IX 219: *UL4*-sXm^M\ j3 ^^\ ^wVjo JiUJ\ ^ 5^ Urtt»^- 
Noch Sujati beschäftigt sich in einer besonderen Schrift mit der Widerlegung dieser 
Opposition: *U jJ\ ^ ^:^.*>-^^ ^j vio ^Iä.\ ^ ^U^l Ja» (Brockelmann II 149 nr. 87), 
und ein neuerer südarabischer Theologe, Muhammed b. 'Abd al-Rahmän al-Ahdal 
al-Zabidf setzt die billigenden Gründe in einem durch eine darauf gerichtete Anfrage 
hervorgerufenen Fetwä (wo er auch die Abhandlung des Sujütl zitiert) auseinander, 



25 1 Zauberelemente im islamischen Gebet. 327 

begleitende Gestus des Betenden wird überaus oft bestimmt, als lL«»b 
^-^f oder ^.Jo> Ia»\^, oder ^\ (Jl ^,00 sX^. (die Hände ausbreitend, 
oder emporhebend); als ganz spezielle Art dieses Gestus findet man 
auch ^-tt^ C^^ S d. h. die Hände erhebend die inneren Handflächen 
dem Antlitz zuwenden, womit ganz besonders die Haltung der Hand 
bei der ]^unüt-Bitte determiniert wird". Bei einer Regenrogation 
{istiskd) reckt der Prophet seine Hände so stark empor „daß die 
Weiße seiner Achselhöhlen sichtbar wurde" 3. Der Himmel sei die 
Kibla des Du'ä*; man möge sich dabei aufwärts richten. 

An diesen Gestus des Du'ä schließt sich noch ein anderer an: 
das Streichen des Antlitzes mit den Händen nach Beendiguug der 
Bitte.5 Dieser Brauch, den man allgemein unter den ädab al-dua an- 
fiihrt^ findet natürlich seine Begründung in einer vom Propheten ge- 
übten Gewohnheit 7. Ein orientalischer Gelehrter, der seither in Cambridge 
verstorbene IJasan Taüfik erklärte mir diesen Brauch als „Symbol für 
das erhoffte Wohlgefallen Gottes an dem Gebet'**, mit Berufung auf 
einen Vers des Asar al-öaufi, Asmdijjat i, 16, wo das „Streichen 
des Bartes" als Zeichen des Friedensschlusses erklärt wird 9. Ich 
glaube aber nicht, daß diese Dinge zu einander gehören. Vielleicht 



u. d. T. *lio 4^^ iiyXJl 0\y^\ Jou *UjJ\ ^3 c^.*^^ 5») '^^^^t ab- 
gedruckt im Anhang des MUgam ^agJr von TabarÄnl (ed. Dihli) 279—281 

» Nasä'f, Sunan II 225, 2 vom Propheten: ^^, ^^1t*^ 5-ÜL0 ^^ ^^^yiL.<.M^ V ,*Mp > 

2 LA s. V. 5-0 II 173, 5 ^JL*o\^ Ujbj^ ,J^^-Üü\ (3 ^.wX^ ü^y^ 5^b 

3 B. Isiiskä nr. 20, Ddctwät nr. 22 ^^-^^^ J*^^ '^^J^ O^^ ^.'^. ^^ 

4 Bei Fasanl, Commentar zu Arai/ün nr. 10 (Büläk 1292) 45: *U-**^^ ^3^ 

5 Nach dem sallt al-witr ^V^*^ sM ^"^^ 3^« ^^^ '^^^ al-KSdir al-Gilänl, a/- 
Cunja (Mekka 1314) U, 75 

6 Ihn Hagala, Sukkardän aUsuÜän (Kairo 1317) 224: ^.* m » > ^ ^.^H 5*ri^ 
*UjJ\ wXjo A^gfc^ \% (j ^ f , vgl. yihSS^Kl^ DiaUcte arabe parli aTUmcen\^9xv& I902) 249 

7 Tirmidi II 244 ^S^s^ U-^kan^. ^ »UjJ\ ^3 Aj Jo ^ij \M AJU\ J^^^ ^ 
A^gfc^ 1% ^j> g\..4*».» > . Streichen des Antlitzes mit den mit Wasser benetzten Händen 
wird erwähnt in der Beschreibung der Sterbestunde des Propheten, B. Magazi nr. 85 
Rikäknx, 42 f^\ AJ\ M Jyuj^ ^^-W^^ U^ fu«*-^ *LJ\ j3 Aj JO Ja^JJ» J**«^ 

8 Hasan TaufIk schreibt nach Erwähnung des Verses des As'ar: *^ UJ^ 
^\ ^^ Lo JU LJJ> ^UjJ\ wVju k*^U ^^^\ g^^%!^ ^\.MA^ i/*^^ v3si:u\ ^^Lm)^\ 

9 Hizänat aUadabW 137 ^SSo^ JLo^ A-;^äUJ\ fUuL« ^\^^ 



328 Ignaz Goldziher [26 

bezweckt das Streichen des Antlitzes nach Beendigung des Du a ur- 
sprünglich die Ablenkung des „bösen Auges" vom Betenden. 

6. In den Anschauungskreis, der hier den Gegenstand unserer Be- 
trachtung bildet, gehören noch manche materialistische Vorstellungen,, 
die man an das Emporheben der Hände angeknüpft hat Sie haben sich 
sicherlich in volkstümlicher Weise ausgebildet; nichtsdestoweniger hat 
man ihre Beglaubigung durch Prophetensprüche nicht unterlassen. 
Es werden verschiedenartige Haltungen der emporgehobenen Hände,, 
je nach dem Inhalt der betreffenden Gebete, unterschieden *. Bei dem 
eigentlichen Du a sollen die Handflächen nach oben gerichtet werden % 
um dadurch gleichsam auf Gott eine Pression zu üben, daß er die 
Wünsche des Bittenden gewähre. Die von Asma'i zu humoristischfeni 
Zwecke mitgeteilte Gottesanrufung eines einfältigen Temimiten: 
„Schämst du dich denn nicht vor mir, wenn ich hier nackt vor 
dir stehe und dich anrufe, o Gott, der du doch edel bist" 3 — hat 
ihr Vorbild in dem yadit-Spruch, der das Emporheben der Hände 
empfiehlt: „denn Gott ist schamhaftig* und edelmütig; er würde 
sich vor seinem Diener schämen, daß dieser seine Hände empor- 
hebe und er nichts hineinlege (Van: sie leer zurückkehren lasse)" ^^ 
Im Sinne dieser Anschauung wird auch bei der Schilderung des Er- 
folges eines Istiskä-Ritus frommer Leute gerne die Phrase angewandt! 
„Noch hatte er seine Hände nicht herabgelassen (aus der Du'ä- 
Haltung), als es schon regnete" ^ als ob Gott sein Gnadengeschenk 



J •//</', I, 395 unten: «^ ^*-**-^^ \SSJb ^^UL^\ Jl$ *a**^* C^^ C^ 

a Abu Däwüd bei Kasf. IX 218 Mitte: /j^ v:;^'^^ «^JU»U AJU\ ^U» VA 

3 BejhaH ed. Schwally 268, 14 

4 Tradenten, denen diese sicher ursprüngliche La. (^^^i^^) als unehrerbietig er- 
schien, haben das Wort durch ^C i'^ ) ersetzt. Die Tradition ist neben anderen 
Sprüchen, in denen Gott als schamhaft ig bezeichnet ii^t, angeführt bei BejdSwI 
(ed. Fleischer I 42, 8) zu Sure 2, 24 (fJ\ ^\ ^^^.^X**o V <UJ\ ^\). Vgl. das 
Hadit ^\ ^^^ JcoJl ^^^.;^axX-i40, U-« JS\ ^Lyy^\ !L^^ ^^ ^^^.;äX**aJ> ^\ ^\ 
Usd al'gäba III 267 ,3l\ ^^^^ ^j.; ^ ;;.**o^ '^ AJU\ ^ B. Gasl, nr, 20, Muslim I 37', 
Nasä'l I 41 

6 ZB. Dahabl, Tadkirat al-huffät I 344 von Abu 'Abdallah al-Färjabi aus 
Caesarea (st. 212) ^j»^ e<^ ^.^. vJ^^^^ ^^ 



2y] Zauberelemente im islamischen Gebet. 329 

in die ihm zugewandten offenen Hände des Frommen gelegt 
hätte \ 

Aus der Voraussetzung eines solchen Verhältnisses Gottes zu dem 
Bittsteller erklärt sich manche unbescheiden herausfordernde Redens- 
art in den sonst so demütigen Gebeten der Muhammedaner, die 
uns zuweilen an die naiven Beduinengebete erinnern, über die 
arabische Schöngeister manche ergötzliche Anekdote zu erzählea 
haben K Der berühmte Mystiker Abu-l-yasan al-Öädali bedient sich 
in seinem öizb folgender Formel: „Es wäre nicht großmütig von dir, 
wenn du nur jenen Gutes erwiesest, die dir gegenüber wohlgefällig 
sind; bist du doch der Allgnädige, der niemandes bedarf; vielmehr 
wäre es großmütig von dir, Gutes zu erweisen jenen, die böse gegen 
dich handeln; bist du doch der Barmherzige und Erhabene" 3. 



I Umgekehrt heißt es wieder: Die Tränen eines Waisenkindes fallen in die 

Hand Gottes cr^;^^ ^ <3 v:Uaa^ r^^ L5^ ^^^ i^»«^ IV 4 
a MiA, Stud, I 38 Anm. 5. Revue des ätudes juives^ XLV, li 
3 Hizb al-!^Ädall: CUS\^ tilJ\ ^2,.%-ä\ ^ ^'^^^^-^^.äu ^ ^ ^^\ ,^ ,y^^ 





Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 

Von 

C. H. Becker. 

on den verschiedenen Gegenständen, die im heutigen Moschee- 
kultus eine Rolle spielen, wie die Kanzel (mzndar), die Ge- 
btitsnische (mtJirad), die Dikka, das Wasserbecken usw. geht 
nur das Mimbar auf die Zeit des Propheten zurück; ich 
halte es sogar für älter als die Moschee selbst, jedenfalls fiir älter als 
die Zeremonien des Freitagsgottesdienstes. Das doch ebenfalls über- 
all eingeführte mihrab gilt selbst bei späten islamischen Theologen als 
bi(ra^^ wenn auch als löbliche Neuerung, und wird deshalb dem ge- 
feierten 'Omar II. zugeschrieben*, da man es mit dem besten Willen nicht 
auf Muhammed zurückfuhren konnte. Ganz anders das Mimbar, das 
als Einrichtung des Propheten gilt, wenn auch nicht in der heute 
üblichen Form. 

Zunächst müssen wir uns da von der Anschauung der arabischen 
Überlieferung frei machen, wonach der gesamte heutige Kultus auf 
Muhammed zurückginge, und daß schon er auf seinem Mimbar genau 
wie heute der haflb seine beiden IJutben vollzogen habe^. Über das 
langsame Werden des islamischen Kultus hat in letzter Zeit besonders 
Leone Caetani in seinen monumentalen Annalen sehr Beachtens- 
wertes geäußert*. Wir wissen eben fast nichts über die Entstehung 



« Ibn el-Hägg AT eUmadhal II, 76, 29 
3 Bohlrl bei Qastellänl II, 181, 19 



2 TignbirdI I, 76, 9 
4 Annaii deW Islam I, 432 ff. 



Gt{ctf-r*/:r: dirf ir_i ricrJ: L-ref-hrcn, Dar^m ma^' es am P.j£tre 

rr-t t:r.r:r L^-^^ZTd.:^^ ui be^^nrien .:n<2 iLach dem Zve-ik izxi \V< 

F, iv^Jf ''A!Li.V* di^ W'jft cnterr'^cht und auch TrcrT/vCe Mareriilea 
X'^varr.rr-^rr.;*:tri:'tT5. M-enn Zweck L-t ein rem biitorscner. 



Ger:n^f-:/:ge, zanaih^t unT^esentlich erscheinende E^etjäfs bei K-iItts- 
h>^rA,.n-icn rx^rr -Gtrgti^i^ÜLndtn bieten haan^ uichti^e Fingerzeige 
z;ir fcrk^anjng des ursprjn gHchen Sinns ckr Sache ser^st. So ii»rfcre 
ich aai^ d'jr heutigen Min^barpraxis r»ei Tatsachen als wichdg heraus- 
greifen ; 

f. Vor lieginn der Predigt und zwischen der ersten und zweitesi 
An^f/rache mjt der Prediger auf der Kanzel sitzen, während cier 
Predigten .v.llyst stehen*. 

2. Der Prediger betritt die Kanzel mit einem Stab oder Schwert 
odcT Lanze oder Bogen in der rechten Hand^. 

Beachten wir zunächst das Sitzen auf der KanzeL \1el natür- 
licher wäre das Stehen, wenn es sich beim Mimbar wirklich bk>& um 
eine Erhöhung für den Redner ivtirqä) handeke. Ich glaube, daL hier 
ein Anklang an den eigentlichen Sinn des Mimbar vorliegt; denn dieses 
diente, wie gleich näher zu begründen sein wird, ursprünglich zum 
Sitzen. 

Prüfen wir zu diesem Zwecke unbefangen die Tradition und zwar 
zunächst die juristisch-theologische der großen Traditionsweiice, dann 
die im engeren Sinne historische. In späterer Zeit sind natürlich 
beide Quellenarten durcheinander gearbeitet; so in den beiden ans- 
fuhriichsten Berichten über unser Thema bei Samhüdl (Cairo 1300) 
III ff. und bei Dijärbekri, tc^rih el-hamls (Cairo 1302) II, 758! Wo 
irgend möglich, gehe ich auf die alten Quellen zunick. 



» ZDMG 52, 146 fif.; vgl. auch feinen Aufsatz: Zur ältesten BangeschickU d^r 
Mouhee Jet *Amr in Ali-Kairo (StraCb. Fcstschr. rar XLNT. Versammig. d. PhiL, 1901) 
p. III Anm. 1 

• Gazäli, ihjä I, 130,21; La NE, Manners and customs^ I, lo6; JüYNBOLL, Hand- 
leiäin^r /. Moh, Wet 80 8 1 

J Ib.; für die Laoie 'anaza vgL i^jä \, c. Z. 27 und weiter unten S. 348 Anm. 3; 
für den Bogen vgL noch Abu Da'üd am Rande von Zorqänl's Mnvratta*- Kommentar 
(Cairo 1310J I, 303; 314 



3] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 333 

Über die Einführung des Mimbar durch den Propheten besitzen 
wir zahlreiche Nachrichten. Fast alle großen Traditionswerke berichten 
ausführlich darüber, Abu Da'üd und Ibn Mägah sogar in eigenen 
Kapiteln; die ausführlichsten Angaben aber hat Bohäri. Sorgfältige 
Vergleichung führte zur Feststellung von zwei wesentlich verschiedenen 
Traditionsgruppen. Die erste Gruppe * geht als letzten Autor auf den 
Genossen Sahl b. Sa'd zurück. Ihr Inhalt ist folgender: Sahl wird 
über das Material des Prophetenmimbar interpelliert. Er bezeichnet 
sich als besonders sachverständig, da er der ersten Aufstellung bei- 
gewohnt habe, als der Prophet zuerst darauf gesessen. „Der Prophet 
ließ der Frau N. N. sagen: Befiehl deinem Sklaven, dem Schreiner, 
er soll mir Hölzer {äwäd) machen, auf die ich mich setze, wenn 
ich mit den Leuten rede (oder: So will ich mich auf sie setzen 
usw.)" Das geschah, und das Mimbar wurde angefertigt aus Akazien- 
holz von El-Gäba. Dann vollzog der Prophet das Rituale auf und vor 
ihm, (nicht etwa die liufbe\ wie beschrieben wird. 

Die zweite Gruppe von Nachrichten* geht auf öäbir, auf Näfi' 
nach Ibn 'Omar, auf Ibn 'Abbäs, Anas und andere zurück, wird aber 
meistens nach den beiden ersteren zitiert. Ihr Inhalt ist folgender: 
Muhammed pflegte, bevor er das Mimbar hatte, an einen Palmstumpf 
gelehnt,3 seine hufbe zu halten. Als er nun das Mimbar bestieg, klagte 
der verlassene Palmstumpf wie ein kleines Kind oder eine hochträch- 
tige Kamelin, bis er ihn durch Handauflegung zur Ruhe gebracht 
hatte. 

Beide Gruppen haben natürlich schon ursprünglich eine gewisse 
Tendenz, werden dann aber von den Traditionariern für die mannig- 
fachsten Zwecke verwertet. Das Wesentliche scheint mir, daß die 

« Bohäri bei Qastellänl I, 403, 14; 442| 13; II, 179— i8oj IV, 33; Abu Da'üd 
1. c. I, 299, 9; Ibn Mägah (Cairo 1313) I, 223 

a Bohäri 1. c. II, 180; IV, 33; VI, 44; Tirmldi (Cairo 1292) I, loi, 6; Abu 
Da'üd 1. c. I, 299; Ibn Mägah I, 223; NisS'l (Cairo 13 12) I, 207, 13 

3 Muh. lehnte an dem Palmstumpf; er stand nicht darauf, wie die Analogie 
der späteren Übung zu übersetzen verfuhrt. Schon Qastellänl II, iSopu fuhrt spätere 
Versionen an, in denen das Bohär1*sche ^^\ fU» durch ^^-^ f^ ersetzt ist. So 
haben denn auch Schwally 1. c. u. die franz. Bohärl-Übersetzung (Paris 1903; I, 299 u.) 
^^^ f^ zugrunde gelegt. Diese Tatsache zeigt, wie stark spätere Vorstellungen 
selbst den Wortlaut der Traditionen beeinflussen können. Die Episode mit dem 
klagenden Palmstumpf ist ein höchst interessantes Beispiel für die Ausgestaltung 
solcher Traditionen. Ich kann hier nicht darauf eingehen; doch vgl. Dijärbekrl ia'rlh 
eUhamls 11. 76 pu.; Samhüdl II 2, 2 



334 C. H. Becker [4 

zweite (öäbir-Näfi'-)Gruppe in allen Punkten den fertigen, noch heute 
üblichen Kultus voraussetzt, während der Sahlgruppe eine durch- 
weg abweichende Vorstellung zugrundeliegt. Deshalb ist sie die 
ältere. Nach Feststellung des Kultus durch das i^ma^ hätte kein 
Theologe mehr gewagt, seine Lehrmeinung in Formen einzukleiden, 
die niemand mehr verstand. Wenn die ^iutbe auf dem Mimbar be- 
reits allfreitäglich stattfand, konnte man nicht mehr den Propheten 
sein Rituale (salaf) halb auf, halb vor dem Mimbar verrichten lassen. 
Man kann höchstens einwenden, daß hier eine Tradition im Sinne der 
omajjadischen Sitz- Ansprüche * vorläge. Das glaube ich nicht, weil 
die Tendenz der Tradition sich auf die Formalien des Rituales richtete, 
und das Sitzen nur in der Einleitung vorkommt. So dürfen wir also 
getrost behaupten, daß die älteren Traditionsnachrichten das Mimbar 
als eine Sitzgelegenheit einfuhren, vor der oder auf deren unteren 
Stufen das Rituale verrichtet wurde. 

Wenden wir uns nun zu den Historikern, so bekommen wir das 
gleiche Resultat. Die älteste mir hier nachweisbare Nachricht über 
die Einführung geht auf Wäqidi zurück (Tabari I, 1591, 15; vgl. auch 
Jäqüt III, 767, 20): „Und in diesem Jahre (a. H. 7) machte sich der 
Prophet sein 7ninbar, auf dem er zu den Leuten zu predigen pflegte, 
er machte zwei Stufen und seinen Sitz {maqad). Nach einer andren 
Version wurde es a. H. 8 gemacht, und das halten auch wir für sicher." 

Die Datierung' in das Jahr 7 resp. 8 stammt aus einer Zeit, als 
man die zahlreichen Traditionen einigermaßen in ein chronologisches 
Lebensbild des Propheten einzufügen sich bemühte 3; sie ist aber von 
Bedeutung, weil sie die Einführung des Mimbar wohl annähernd richtig 
bestimmt, d. h. sie in die letzten medinensischen Jahre des Propheten 
fixiert, als er bereits der große Mann war, zu dem von allen Seiten 
die Gesandtschaften kamen. 

Auch die Angabe der zwei Stufen und des Sitzes, die sich übrigens 
häufig, bei späteren sogar mit genauen Maßangaben*, findet, halte ich 
für historisch. Sie widerspricht so durchaus der späteren Praxis, daß 

I Vgl. Abschnitt HI, S. 346 

« Samhüdl 112, 30; Dijärbekrl, ta'rih el-kamis II, 75, 20 sagt a. H. 7, 8 oder 9; 
Usd el-gäba I, 32: a. H. 8 

3 Über die Rolle, die hierbei grade Wäqidi spielt, vgl. Wkllhausen, Muhammed 
in Medina 15 

4 Samhüdl I13, 15; Ta'rVi el-hamis II, 76, 15; auch von einem Gelinder ^l^j 
ist die Rede, auf das der Prophet seine Hände legte, Samhüdl 114, 4 



5] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 335 

sie sich nur aus guten Gründen erhalten haben kann. Wir haben 
also nach der ältesten historischen Tradition eine Art von erhöhtem 
Thronsitz vor uns, jedenfalls eine Sitzgelegenheit. 

Überraschende Bestätigung erfahren wir hierfür aus einer häufig 
zitierten Tradition*. Bekanntlich war die älteste Moschee nach der 
von Medina die des 'Amr in Fustät; er errichtete sich auch ein Mimbar, 
mußte es aber auf Befehl des Chalifen 'Omar sofort wieder abreißen, 
*Omar schrieb ihm nämlich: „Genügt es dir nicht, daß du stehst, 
während die Muslime unter deinen Fersen sitzen?" Der Sinn ist un- 
bedingt der: Willst du denn durchaus sitzen? Also auch hier ist 
das miftbar ein Stuhl fiir den Herrscher resp. Statthalter, wie er zu- 
nächst nur dem Chalifen in Medina zugestanden werden soll. Dem 
entspricht nun auch vollkommen der Gebrauch des Prophetenmimbars 
in Medina. Auch hier folge ich nur der ältesten Tradition. Schon 
Ibn Ishäq kennt das Mimbar und zwar in sehr wichtiger Anwendung 
(B. HiSäm I, 1017, 3 = Tabarl I, 1228, 10). Hier wird erzählt, daß 
nach dem Tode des Propheten und nach den stürmischen Verhand- 
lungen in der saqlfa am nächsten Morgen Abu Bekr in feierlicher 
Versammlung auf dem Prophetenmimbar Platz nahm (,^^**^) und hier 
nach einer Ansprache 'Omar's die allgemeine Huldigung empfing 
(ÄJiUJi ^äo)«. Ähnlich dürfen wir die Situation bei seinen Nach- 
folgern einschätzen, die alle durchweg sofort nach der Wahl das 
Mimbar besteigen^. In diesen Zusammenhang gehört auch das Er- 
scheinen des Mimbar bei der Wahl und Einsetzung 'Otmän's. Be- 
kanntlich übertrug man dem 'Abd el-rahmän b. *Auf gegen Selbst- 
verzicht das Recht der Ernennung des neuen Chalifen. Diese Ab- 
machung läßt 'A. seine SüräkoUegen beim Mimbar beschwören (Tab. 
I, 2792, 10); die Huldigung selbst vollzieht sich, indem er auf dem 
maqad des Propheten sitzt, während 'Otmän auf der zweiten Stufe 
sitzend^ den Handschlag empfangt (ib. 2794, i6)5. 



» Tagribirdl I, 76, 18; hiiat II, 247, 25 

« So auch Boharl bei QastelL X, 272, 8 y^\ ^ i-SfUJi Äao vJUil^^ 

3 Tab. I, 2144, 12; 2800^ 8; 3068, 9 

4 Diese Tradition ist wichtig im Vergleich mit der häufig aufgeführten tenden- 
ziösen Nachricht, daß Abu Bekr eine Stufe niedriger als der Prophet, 'Omar eine 
niedriger als Abu Bekr gesessen resp. gestanden habe. Erst 'OtmSn hätte wieder oben 
Plati genommen. Ja'qübl, ia'nA II, 142, 16; 157 pu.; 187, 9; DijärbekiT, L eMamTs 
H. 75» 30; Samhüdi 113, 3 

5 Ähnlich Qastellani X, 264, 30 ff.; pu. Natürlich hat auch zuweilen eine Hui- 



335 C. H. Becker [6 

Ebenso wie der neue Chalife besteigt in späterer Zeit der Statt- 
halter sofort nach Amtsantritt oder Ankunft im Orte die Kanzel Aber 
nicht nur beim Amtsantritt, sondern auch bei der Abdankung sehen 
wir das Mimbar eine Rolle spielen*. Betrachten wir endlich das Mimbar 
noch in einer gewiß sehr alten Tradition bei Dlnawaii (ed. GuiRGASS) 
S. 141, 14 ff. 'Omar besteigt das Mimbar, einen Brief in der Hand, und 
fragt die Genossen um Rat, die sich dann auch in Rede und Gegen- 
rede ergehen. Auch hier ist minbar nichts als der Sitz des Fürsten 
in der Ratsversammlung. Man fühlt sich lebhaft an die byzantinische 
Bezeichnung des Chalifen als iTpuiTOCiJ|bißouXo^ erinnert*. 

Beurteilen wir das angeführte Material, das sich unendlich erweitem 
ließe, aber doch schon so zum Beweise genügt, so sehen wir 

1. daß das minbar ursprünglich ein Sitz auf zwei Stufen war, 

2. daß es in der ersten Zeit noch gar nicht kultisch verwertet 
wurde, sondern daß es der Platz des Propheten und seiner ersten 
Nachfolger in der Ratsversammlung oder bei feierlichen Anlässen war, 
also eine Art von Thron darstellte, der deshalb nur dem jeweiligen 
Oberhaupt der Gemeinde zul^am, ja zum Zeichen seiner Würde wurde, 
wie in Abschnitt II auszuführen sein wird. 

Zur Frage des Stehens und Sitzens ist zu bemerken, daß die 
Regel jedenfalls das Sitzen war; daß bei Anrufungen Gottes der Imäm 
sich erhob, ist wohl selbstverständlich. Es bestand eben noch kein 
Kultus und keine hufbe, sondern es gab religiöse und nicht religiöse 
Ansprachen vom Mimbar herab, wie es die Umstände mit sich brachten. 
Wie dieser erhöhte Sitz des Fürsten mit dem Werden des Kultus zur 
Kanzel des stehenden Predigers wurde, wird später zu untersuchen sein. 

Zunächst gilt es aber, den Spuren der zweiten eigentümlichen 
Sitte im heutigen Ritus nachzugehen, dem Stabhalten des Predigers. 
Daß das Schwert an Stelle des Stabes erst eine spätere Einführung 
ist, erhellt aus der Tatsache, daß das Schwert eben aus Holz ist^. 
Der Stab ist auch in den alten Nachrichten durchaus vorherrschend. 



digung im Stehen stattgefunden, offenbar auch zuweilen am Fuß des Mimbar; nur ist 
bei diesen Nachrichten schwer zu konstatieren, inwieweit sie aus der späteren kul- 
tischen Vorstellung heraus konzipiert sind. Das ältere ist sicher immer das der 
späteren Vorstellung Widersprechende 

* So bei Hasan; Ja'qübT, fa'rih II, 256 

» Weiteres Material für den nicht kultischen Gebrauch des Mimbar hat GoLD- 
ziHER zusammengestellt WZ KM VI, 100 unten 

3 Lane 1. c. 



7] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 337 

Er gehört aufs engste zusammen mit dem Mimbar, wie uns die Nach- 
prüfung zeigen wird. Es kommt mir zunächst gar nicht auf den 
religionsgeschichtlichen Sinn, sondern auf die Tatsache der Zu- 
sammengehörigkeit an. 

Warum der Prediger einen Stab hat, ist dem heutigen Orient 
und schon dem vor Jahrhunderten nicht mehr verständlich'. So setzt 
schon Ibn el-IJägg {madhal II, 74, 5) voraus, daß Stock resp. Schwert 
ursprünglich zum Schutz des Predigers vor unerwarteten Angriffen 
gedient habe, während nach Gazäll {ikja I, 130, 27) der Stock den 
Prediger verhindern soll, mit der Hand während des Sprechens zu 
gestikulieren. Überall erscheint aber der Stab oder etwas Ähnliches 
in der Hand des auf dem Mimbar befindlichen Predigers. Es ist zwar 
meist nicht kategorisch gefordert, sondern einfach als selbstverständ- 
lich angenommen und so erwähnt. Nur öähiz sagt — ich zitiere hier 
SCHWALLY* — : „Ein Prediger darf meinetwegen nackt auftreten, aber 
Stab und Turban muß er haben." Beweisend aber für die Zusammen- 
gehörigkeit schon in alter Zeit ist eine historische und eine sprach- 
liche Tatsache. Als Mu awia den berühmten Versuch machte, die 
Prophetenkanzel nach Damaskus zu schaffen, wollte er zu gleicher 
Zeit auch den Stab mitnehmen (Tab. II, 92, 7). Von anderen Reliquien 
ist nicht die Rede. 

Und endlich hat der alte Sprachgebrauch ein einziges Wort für 
minbar und Stab geprägt: sie hießen el-üdänl, die beiden Hölzer, wie 
Muhlfy Lisän und Tä^ übereinstimmend sub voce anfuhren. Die Er- 
klärung 

itLoft^ ^^y^\ rC^ C^^y^^ 
stammt schon aus dem alten Hadit 

Das Mimbar ist also in der alten Zeit gar keine Kanzel, sondern 
ein erhöhter Fürstensitz, zu dem als notwendiges Zubehör ein Stab 
gehört. 

II. 

Wie kommt nun Muhammed zu Mimbar und Stab? — Schwally 
hält beim Mimbar Entlehnung aus dem Äthiopischen für wahrschein- 
lich. Das geht nicht an, wie er selbst herausfühlt, da es dann minbar 
oder fuanbar heißen müßte. Warum soll es denn kein gutes arabisches 

» Schon die §u*übijja hält sich darüber auf, Goldziher, M. St, I, 169 
» ZDMG 52, 148 Anm. 3 
Nöldeke-Feiuchrift 22 



333 C H. Becker ?S 

Wort sein? Die von Schnvallv angeführten Stellen scheinen es mir 
geradezu zu beweisen (ZDMG 52, 146 f.). Mhibar heiLt eben ursprüng- 
lich Erhebung, auf die man sich setzt oder stellt, davon Untcrgesteü. 
So bezeichnet man die Untergestelle (vielleicht Throne) der Götzen 
mit manabir (T^- -Glossar;, und so sind auch die von Sch\valx.Y 
zitierten vianabir der Schwerter nichts anders als die Unter- 
gestelle der Klingen, wie schon das Tab.-Glossar anfuhrt. Der er- 
höhte Gegenstand, der unter einen gestellt wird, ist dann natürlich 
der Stuhl, Sessel oder Thron, oder auch das bloüe Holzgerüst, el- 
dwad, die bekanntlich älteste Bezeichnung des islamischen minbar. 
Mifibar erscheint schon bei Tab. (v. Glossar) als Synonym von kursiv 
aber noch Ibn Haldün * fa^t es genau ebenso. Ab selbstverständlich 
muü man annehmen, daü ein solcher viifd)ar tragbar war. Jazid L 
ließ sich, wie Schwally aus Ag. XIII, 165 pu. nachweist, auf einem 
Mimbar tragen; Muawia brachte sich sein mifibar von Syrien nach 
Mekka mit*, was entschieden für Tragbarkeit spricht^. Endlich sei 
auf eine Angabe bei Ibn el-Hägg, mad/jal II, 47, 16 hingewiesen, wo 
von den Magribinern gesagt wird, daß sie das minbar nach beendigter 
Predigt in ein Haus (d. h. wohl Schuppen) bringen, was als bida des 
yaggäg bezeichnet wird und jedenfalls wie so vieles im Magrib eine 
uralte Anschauung festhält, eben die von der Tragbarkeit des mtnbar^ 
Im Speziellen erscheint dann minl^ar im Arabischen den Richter- 
stuhl zu bedeuten, wie schon SPRENGER* behauptet. Er zitiert die 
Hist. Jos. Lign. c. 13. Die Stelle heitt bei THILO, Codex apocrypftus 

Gemeint ist der Richterstuhl Gottes. Dazu stimmt gut die Gleich- 
Setzung von ^-^^ und syr. l'i^j worauf mich A. Merx aufmerksam 
machte* 



X Ed. Orient. I, 217 >\^\ yb^ ,^_^^1^ CUa:CJ\^ j^J^\^ r?-7^^ ^^^ 

^\ ^CmJ^^X^ Jjb\ ^ UjO^ Ut^ ^IkLi^Ji ^y^ is>^ßAX^ s2^\j\ ^\ i^y>AX^^ 

2 Chroniken von Mekka I, 333, 4 

3 Vgl. übrigens auch Lisän und Tag in den gleich aufzuführenden Stellen 

4 Lehen Mtihammeds III, 14 Anm. 

5 Vgl. Bar Bahlul (ed. R. Duval) Col. 384 s. voce und Bar Ali bei Hoffmann, 
Syr.-arab. Glossen Nr. 2365 jij'^l ^^_^-XJ\ ^\ -.;,^i\ JLmaa; BB. setzt j-;-^^ mit 
s^^^> gleich; man denke an Äi"^; daß Richtstuhl gemeint ist, wird ausdrücklich 
gesagt 



9] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 339 

Zum Sprachgebrauch von minbar als Richterstuhl paßt nun wieder 
vorzüglich die historische Überlieferung. 

Wir haben eine Reihe von Nachrichten, in denen es heißt: Der 
erste, welcher auf einem mittbar oder sarlr saß, war Rabi a b. MuhäSin 
Dü-l-a'wäd.* Nach anderen war der Vater Mul)ä§in der Dü-1-awäd.* 
Nicht auf Rabfa oder Mul)ä§in, sondern auf den Beinamen Dü-l-dwäd 
kommt es hier an. Dü-l-a wäd ist nämlich eine sagenhafte Persönlich- 
keit der arabischen Heidenzeit, der Prototyp des einsichtigen Richters, 
auch bezeichnet als LoaÜ ^ cu^yj l^ {Lisän IV, 316, i; Tä^ II, 440, 
8). Jeder Stamm hatte für diesen vorzüglichen und sprichwörtlichen 
Richter einen Kandidaten aus seiner eigenen Vorzeit; ihre Namen 
finden sich Tä^ 1. c; Ag, 1. c. Z. iff.; Hamäsa 98; Maidäni I, 146; 
ed. Orient 25; Jaqübl I, 299; LoaÜ ^ cupyf ^^ war eine sprichwört- 
liche Redensart für einen Mann, der eine Warnung annimmt Die 
übliche Erklärung ist, daß ein alter Richter, aus Altersschwäche zu- 
weilen in seinen Aussprüchen fehlend, sich durch das Aufschlagen 
eines Stockes warnen läßt. Eine andere Erklärung hat Harn, I, 98, 
15; hier dient der Stock einer Zeichensprache. Beides scheint mir 
die spätere Erklärung eines unverständlich gewordenen Ausdrucks. 
Sicher ist wohl nur, daß es sich bei dem Dü-l-a wäd um einen 
Richter der Heidenzeit handelt. Er wird als der erste bezeichnet, der 
auf einem mitibar saß; daher sein Name; denn dwäd ist durchgängig 
auch im Islam und speziell in der alten und alt sein wollenden Tra- 
dition gleich mitibar. Ferner spielt in seiner Geschichte ein Ua^, ein 
Stock, eine sprichwörtliche Rolle, die den Lexikographen unverständ- 
lich geworden. Es scheint sich mir unzweifelhaft um den Richterstab 
zu handeln, der hier in naher Beziehung zu dem ersten minbar-, d. h. 
Richterstuhl-Inhaber erscheint Ich glaube aus zwei Gründen an die 
Wahrscheinlichkeit des Zusammengehörens von Stab und Mtnbar auch 
an dieser Stelle: einmal, weil wir eben beim ersten Aufkommen des 
mtnbar im Islam auch den bereits unverständlichen Stab vorfinden, 
der sich als Rudiment bis in die Gegenwart fortgeschleppt hat; und 
dann, weil der Stab ebenso notwendig zu den Insignien des Richters 
gehört wie der Stuhl, eine an Parallelen reiche Erscheinung. 



« Hi^ai II, 247, 25 ; A^. III, 3, lo (schon von Schwally angeführt) 
a Ja'qübT, ic^rJh I, 299, II f. 



340 C. H. Becker [lo 

Wer waren denn nun aber die Richter bei den Arabern? Nie- 
mand anders als ihre vornehmen, ihre Sprecher, ihre hufaba\ Der 
hatlb aber führte den Stock und mit diesem Stock wurde der Takt 
geschlagen*. Der Terminus für dieses Schlagen mit dem Stock 
{qadlö häufig syn. 'asä) lautet nun Ag. VII, i88, 23 ty»*; deshalb 
möchte ich glauben, daß die sprichwörtliche Redensart von der Praxis 
des hatib entnommen ist. Durch das Aufschlagen des Stockes ver- 
hindert er sich, aus dem Rhythmus zu fallen ; er nimmt also die War- 
nung an. 

Der Stab in der Hand des kafiö resp. des Richters mag schon 
im altarabischen Heidentum als Taktstock verstanden worden sein, 
ursprünglich ist aber sein Sinn ein ganz anderer, wie im letzten Ab- 
schnitt kurz dargestellt werden soll. Der Richter schlägt oder für 
den Richter wird der Stab geschlagen ; vielleicht wurde auf das Mim- 
bar geschlagen; denn noch im Islam begegnen wir der merkwürdigen 
Sitte, daß der Prediger, wenn er das Mimbar besteigt, mit dem Stock 
auf die Stufen klopft, was dem frommen Muslim als unnötige Ab- 
nutzung des Z£;^^/-Gutes erscheint {K. el-madhal II, 74, 1 1), aber wahr- 
scheinlich eine uralte Sitte festhält^. 

Es sei hier noch auf ein anderes altarabisches Sprichwort hin- 
gewiesen (resp. hadlty 

^.>^jo cLLp y^^A^ ^>\a y^^, ^Loiüi UJ\ 
^Üdäni bedeuten hier zwei Zeugen — will die Überlieferung. Ich 
lialte es für ein schönes Wortspiel zwischen den zwei Hölzern, die 
zum Richten gehörten, Stab und Stuhl, und den Hölzern, mit denen 
man Kohlen wegschiebt. Der Sinn wäre dann klärlich: Überlaü das 
Richten dem berufenen Richter, damit du dir die Finger nicht ver- 
brennst. Wenn man die Deutung so zu geben wagt, gewinnt man 
zugleich einen sehr alten Beleg für diese Sitte des Richtens bei den 
Arabern. 

Nach dem Angeführten darf man wohl mit einer gewissen Be- 
rechtigung als wahrscheinlich hinstellen, daß das minbar Muhammed's 
nichts anderes war als der altarabische Richterstuhl, woran auch 



I Näheres bei Goldzihkr, M. St. I, 169; WZKMVl, 98 

a %:ü^ Lx^:5 v^r."^-^^ ty^. O^ ^^ ^^'^. S-^/^. o^. r'^ 

3 Zu beachten ist auch das Zusammentreffen von ^^ und r^-^ in dem dritten 
der gleich zu zitierenden Verse 

4 Lisän IV, 315, 16; Tag n, 441, 12 



Il] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 341 

SCR\\^ALLY gedacht hat Muhammed's Rolle in Medina war eben für 
den Anfang keine andere als die eines hatiA d. h. Sprechers und 
Friedensrichters. Man vergleiche die beiden Sätze der berühmten 
Gemeindeordnung (SS 23 u. 42), von denen ich den ersten nach Well- 
HAUSEN* zitiere: „Wenn ihr über irgend eine Sache in Streit seid, so 
muß sie vor Gott und vor Muhammed gebracht werden.** Muhammed 
erscheint hier als Richter in Stellvertretung Gottes. Das ist übrigens 
das einzige Vorrecht, das ihm die Urkunde einräumt. Wie die alt- 
arabischen Richter und wie so viele Richter der alten Welt machte 
sich Muhammed einen erhöhten Sitz und führte den Stab des hatib. 
Als sich seine Stellung vom Richter immermehr zum Herrscher aus- 
wuchs, wurde auch das minbar immer mehr zum Thron, als welchen 
wir ihn schon in den früher angeführten Traditionen begegneten, und 
der Stab wurde zum Szepter, zum Symbol der Herrscherwürde. Bei 
dieser Entwicklung hat naturgemäß das persische und byzantinische 
Vorbild stark mitgewirkt, besonders in der ersten Zeit nach Muhammed's 
Tod und dann in der Omajjadenzeit. 

Aus der Fülle des hierher gehörigen Materials sei nur einiges 
Charakteristische angeführt. Schon GOLDZIHER hat M, St, II, 41 aus- 
geführt, daß die Omajjaden sehr viel Wert darauf gelegt hätten, als 
Häupter des Volkes das Mimbar zu besteigen. Besonders wichtig in 
unserem Zusammenhang sind die von ihm aus Ag. IX, 38, 18 ff. 
zitierten und übersetzten Verse des Jahjä b. Abi yafsa, mit denen er 
nach dem Tode 'Abd el-Malik's den neuen Chalifen begrüßte: 
JoLu^^ii jjij ^LJL\ CU5b L«JU CI;^ p<^ -jUJL^ CU5b 



A ; ^ A fr ds ,^ ■r^.Ja-j Jo XJJ JkXJO L>1 — -^-JLl ^^ ty^ y 

Minbar — hier ist wie häufig der Plural singularisch zu fassen — ist 
in diesem Verse vollkommen gleichbedeutend mit Thron, den nur der 
legitime Herrscher besteigen darf, der auf dem Stuhl seiner Väter sitzt» 
Noch deutlicher ist vielleicht der Vers des 'Abdallah b. Mu- 
hammed b. Abi 'Ujaina bei Ibn Qutaiba*; 



» Sl'izzfn und Vorarbeiten IV, 70 u. 72 

» De Goeje, Liber poesis 560, I = Ag, XVIII, I4ult. 



342 C. H. Becker [12 

„Indem es ist, als ob die Burgen des Volkes nach dieser (vom Dichter 
gefeierten) Burg hinblickten wie auf einen König, der auf dem Mim- 
bar des Königtums hervorragt." 

Oder auch der Vers des Farazdaq {Divan ed. BOUCHER I, 19, 5): 

„Und immer wird es geben einen Imäm von ihnen, einen König, zu 
dem auf dem Mimbar der Blick wandert" Da haben wir das Mim- 
bar als Thron in optima forma. 

Als Mu awia den Zijäd als Bruder anerkannte und ihn vor allem 
Volke ehren wollte, nahm er ihn mit auf das Mimbar*, eine Sitte, die 
mir an dieser Stelle am frühesten nachweisbar, speziell aus der Fati- 
midenzeit belegbar ist*. Es galt als ganz besondere Auszeichnung, 
wenn man beim Freitagsgottesdienst zum Chalifen auf das Mimbar 
berufen wurde. Man unterhielt sich darüber, wenn einem der Reichs- 
großen diese Ehre nicht zuteil wurde, und der Chronist hat Freitag 
für Freitag genau verzeichnet, wer so glücklich war sie zu genießen. 

Als es schon längst in allen Moscheen Mimbars gab, haftete 
ihnen doch immer noch der Gedanke an, daß sie der eigentliche Sitz 
des Herrschers resp. seines Stellvertreters waren. Sagte man doch 
von einem neuernannten Regierungsbeamten: er werde auf das Mim- 
bar des und des Ortes gesetzt 3; diese Bezeichnung wiegt um so 
schwerer, als der übliche Sprachgebrauch ü^LoJl ^ forderte. Auch 
wird von orthodoxen Schriftstellern, wenn sie von der Verdrängung 
der Fatimiden durch Saladin, der das Gebet für den echten Chalifen 
wieder einführt, erzählen, stets gesagt, er habe die J-t'-J^ /^^ ab- 
geschafft*. Einem der spätesten Rudimente der alten Richterstuhl- resp. 
Thronvorstellung begegnen wir in der Tatsache, daß zu einer Zeit, als 
längst berufsmäßige Prediger die freitägliche /iu/6e vollzogen, der Ra'ls 



X Beladorl, ansad el-alräf (Cpler Hdschr.) fol. 389* Z. 3 

2 Bei MusabbihI in meinen Beiträgen z. Gesch. Ägyptens I, 37 Anm. 4; die Stelle, 
die vom Chalifen Zähir handelt, lautet fm. (fol. 251* pu.): UJ^ ^^.Ja*. ^\ v.«.^^^ 
^,-jjb-i\ ^ ^^jJLm)\ aJ> — — ^Jüa* i'LöJül j^_5^l5 ^^syX^ .a;.^.)\ '^ ^Xi> 

3 Hisl. des Berberes nach DOZY Suppl. s. voce 

4 K, el-rauJafain I, 199; 243 apu; 249 



13] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 343 

eines Ortes mit resp. unter dem haffb auf dem Mimbar Platz nimmt, 
eine Sitte, gegen die Theologen wie Ibn el-yägg natürlich Front 
machen, weil sie den Surüf el-l^ufbe widerstreitet ^ 

Sehr für die Idee der Heiligkeit des Mimbar spricht auch die 
schon von 'Otmän resp. Mu'äwia bezeugte Tatsache der Bekleidung 
des 7mnbar mit einem Stoß'. Es wird direkt der Ausdruck L*^ ge- 
braucht, und man fühlt sich dadurch sofort an die Kiswe der Ka^ba 
erinnert, die sicher der arabischen Heidenzeit entstammt Das Heilige 
wird bekleidet, verhüllt, eine Vorstellung, die hier nur angedeutet 
werden kann. 

Ganz etwas anderes und nicht hierhergehörig ist der Reliquien- 
kult, der später mit dem medinensischen Mimbar getrieben wurde, 
wenn man durch Streicheln (mash) die Segnung {barakä) erlangen 
wollte^. Hier soll nicht die Reliquie, sondern die Idee des Mimbar 
behandelt werden. 

Für die Vorstellung, daß Stuhl und Stab Muhammed's gemein- 
sam als Symbol der Herrschaft gelten, weiß ich nur zwei Belege an- 
zuführen. Zunächst die Bemühung verschiedener Chalifen, die beiden 
Insignien von Medina nach Damaskus zu bekommen ^ und dann einen 
Vers des Farazdaq, wo neben den beiden Hölzern der Siegelring als 
Symbol der Chalifenwürde erscheint: 

514:4^^ -^^^^ v>^^^^ ^^ ^ ^^^ ^^b Crl.V^^ ^{^ Cr^^ 

„Und die geerbt haben die beiden Hölzer (d. h. Mimbar und Stab) und 
den Siegelring, dem das Königtum eignet und das weite Land." 

Aus dem Gesagten ergeben sich also folgende Erkenntnisse für 
das Wesen des Mimbar in der ersten Zeit des Islam. 

1. Das minbar war ein erhöhter Sitz und wahrscheinlich tragbar. 

2. Es entstammte der Gähilijja und war ursprünglich ein Richter- 
sitz, aus dem es sich in den Anfängen des Islam — zum Teil unter 
Anlehnung an die altorientalische Thronvorstellung — zum Herrscher- 
sitz wandelte. Muhammed und seine ersten Nachfolger benutzten es 
bei allen öffentlichen Funktionen. Es wurde erst allmählich mit der 
Ausbildung des Kultus zur Kanzel. 

3. Minbar und Stab gehören eng zusammen, vielleicht schon im 



X K. d-madhal II, 74, 28 » Tab. II, 92, 4; Sarohüdl 113, 7; 115, 11 

3 Samhüdl 113, 28 u. 114 4 Tab. II, 92 

5 Dwan df Ferazdak ed. BOUCHER III, I54apu.; Lisän IV, 315, 20; Tag II, 437, 28 



344 C. H. Becker [14 

Heidentum, jedenfalls im Islam. Der Stab ist vom altarabischen 
l^atfb übernommen, der auch als Richter fungierte. 

IIL 

Wie wird nun der Sitz des Richters resp. Herrschers zum Platz 
des stehenden Predigers? Diese Frage fuhrt uns mitten hinein in 
das Problem der Entstehung des islamischen Kultus überhaupt. 

Weitaus älter als das Zeremoniell des Freitagsgottesdienstes ist 
sicher das des Rituales (salat), dessen Fünfzahl vielleicht unter M. 
noch nicht feststand, wie hier nicht untersucht werden kann. Aber 
jedenfalls war das salat das Wesentliche. Wer hierbei als Imäm 
fungierte, war der Stellvertreter des Propheten, was sich wohl am 
klarsten darin ausspricht, daß die oberste Regierungsautorität in den 
Provinzen i^L-oJl J^ genannt wurde, nicht etwa dLJ*jL\ ^. Das führt 
uns zur Entstehung der Predigt {(jufbe) überhaupt. Die Wurzel hfd 
war schon in der Gähilijja für Ansprachen im Gebrauch. Der /tafid 
war der Sprecher des Stammes, wie wir aus der Geschichte der 
wufüd zur Genüge wissen\ Nun scheint mir wichtig, daß hafib ein 
Synonym von 7iabi ist ; wenn der tiabi sprach, nannte man das ha/aba, 
so wie es sich auf irgend welche religiöse Unterweisung bezog; seine 
Missionsreden hießen hutaby sie fanden bei jeder ihm passend er- 
scheinenden Gelegenheit statt, ohne im mindesten kultisch geregelt zu 
sein. Für die spätere Zeit ist jede hutbe des Propheten, von der die 
Tradition weiß, eine gottesdienstliche Ansprache am Freitag. Wir 
müssen umgekehrt annehmen, daß sich aus den willkürlichen An- 
sprachen des Propheten, die, wie wir sahen, in den letzten Jahren ex 
cathedra erfolgten, allmählich in der Zeit der kultischen Regelung 
die freitägliche hutbe entwickelte. Diese Reglementierung fällt wohl 
in die Omajjadenzeit und hat sich wahrscheinlich an der Praxis 
des schon von Muhammed abgehaltenen Festgottesdienstes 
am Musallä zur Zeit der zwei Hauptfeste entwickelt, wie 
mir aus der Behandlung dieser Fragen in den Traditionswerken un- 
zweideutig zu erhellen scheint. Unserer Aufgabe entsprechend sei 



1 Es sei nur hingewiesen auf B. Hisäm I, 934 pu, und die Parallele bei Ibn 
Sa*d (Wellhausen IV, 138); Ja'qübl II, 143, 6; 207, 14; J. Horovitz erinnert mich 
an Goldziher's Aufsatz in WZKM VI, 97ff. : Der Chafib bei den alten Arabern \ vgl. 
auch M. Si, I, 169, bes. An in. 4 



15] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 345 

diese Entwicklung bloß für das Mimbar untersucht. Bei ihm läßt sich 
nämlich genau die Zeitgrenze angeben, wann es wirklich zur Kanzel 
abgeblaßt ist, obwohl ihm noch, wie wir sahen, bis in späte Zeit 
etwas Autoritatives und Heiliges anhaftet, als dem eigentlichen Sitz 
des Gott selber vertretenden Herrschers. 

Dieser Zeitpunkt fällt zusammen mit dem Ende der Omajjaden- 
herrschaft. In Ägypten, über das wir ja überhaupt in jeder Hinsicht 
am besten orientiert sind, erhalten im Jahre 132 H. alle Provinzmoscheen 
ihre Mimbars^ Um dieselbe Zeit mag es auch in den anderen Teilen 
des Reiches der Fall gewesen sein. 

Mit der Abbasidenzeit ist das Mimbar bereits Kanzel; der End- 
punkt der Entwicklung also steht fest. Sehr viel schwieriger ist es 
aber, die allmähliche Wandlung selbst zu begreifen. 'Omar hatte, 
wie wir sahen, dem *Amr die Errichtung eines Mimbar verboten. Er 
hatte also noch die alte Auffassung vom Mimbar; es war ihm noch 
der geheiligte Stuhl des Stellvertreters des Gesandten in der Resi- 
denz. Die Sache wurde aber eine ganz andere, als Medina aufhörte 
Residenz zu sein, d. h. unter 'Ali. Ich weiß nicht, inwieweit auf die 
Angaben von 'Alfs Mimbar in Küfa* Verlaß ist. Das Mimbar Mu awia's 
in Damaskus, an dem die traurigen Reliquien des ermordeten 'Otmän 
aufgehängt worden sein sollen 3, ist vielleicht ein Anachronismus, richtig 
daran ist aber sicher, daß Muawia als Chalife sein Mimbar hatte, 
wie gar nicht bezweifelt werden kann, da er es mit nach Mekka 
brachte; auch Zijäd hat wahrscheinlich schon eines besessen, da er 
sich ja als ziemlich unabhängiger Herrscher des Ostens vorkommen 
konnte. Aber noch immer diente es dem Herrscher. Den ersten 
Ansatz zu einer kanzelartigen Verwendung sehe ich in der Einführung 
des Mimbars in den Festgottesdienst am Musallä, die Mu'äwia resp. 
Merwän b. el-yakam als seinem Statthalter zugeschrieben wird*. Die 
Theologen der Tradition regen sich meist darüber auf, daß er darauf 
saß, oder daß er die hufbe vor dem salat abhielt. Das für uns 
Wesentliche aber ist die Tatsache, überhaupt am Musallä ein Mimbar 



X Tagrlbirdl I, 78, 15; 351, l; hitat I, 304, 4 

2 Ich riticre mit Goldziher HarlrT's Durra 133 3 Tab. I, 3255 

4 Ja'qübl II, 265; Muslim bei QastcllänT IV, 189, i ; Abu Da*üd I, 313; Ibn el- 
Hägg, K, el-madkal II, 83 apu. — Vielleicht ist auch die Erhöhung des Mimbars, die 
ebenfalls Mu*äwia resp. Merwän zugeschrieben wird, nichts anderes als die Verwand- 
lung in einen Kultgegenstand. Dijärbekrl II, 76, 6; Samhüdl 113, il 



346 C. H. Becker [ 1 6 

anzutreffen; denn am Musallä kann es sich nur um Kult handeln, 
und hier hatte der Prophet keines gehabt. Die Tatsache wird als 
Neuerung empfunden und häufig in Parallele mit den anderen kul- 
tischen Änderungen Mu äwia's, der Einführung der ntaqsüra^ der Ab- 
haltung der hiitbe vor dem salät und dem Sitzen auf dem Mimbar, 
zusammen aufgeführt. Diese Streitfragen entspringen alle nicht etwa 
einer Neuerungssucht im Kultus, sondern dem Versuch seiner erst- 
maligen Regelung, und hier waren es die verschiedenen Interessen 
und Ansichten, die auf einander platzten. Der Kampf ist sehr kom- 
pliziert und schwer durchsichtig; bald haben die Ansichten der Omaj- 
jaden, bald die der Medinenser gesiegt. Zuweilen hat es zum Kom- 
promiß geführt; so z. B. in der gleich zu behandelnden Frage des 
Sitzens auf dem Mimbar. 

Zwischen Mu'äwia's Regierungsantritt und dem Sturz der Omaj- 
jaden vollzieht sich also die Wandlung des Mimbars zur Kanzel. 
Leider widersprechen sich die von TagribirdI erhaltenen Nachrichten 
selbst so sehr, daß ich sie nicht zu verwerten wage. Die Angabe, 
daß Abdelaziz b. Merwän ein Mimbar benutzt habe, ist historisch 
richtig gedacht; denn er fühlte sich dem Chalifen ebenbürtig. Dann 
wird von dem Statthalter Qurra b. Sarik gesagt, daß sein Mimbar 
das erste nach dem des Propheten gewesen sei, dann aber dieses 
wieder als „das neue"* bezeichnet — kurz, auf diese Nachrichten ist 
kein Verlaß; wahrscheinlich ist, daß unter Qurra wenigstens der Statt- 
halter ein Mimbar im Kult benutzte. 

Ein eigenartiges Licht fällt in diese dunkle Entwicklung, wenn 
man die Streitfrage, ob man bei der Predigt auf dem Mimbar zu 
sitzen oder zu stehen habe, richtig beleuchtet. Die übliche Anschau- 
ung ist die, daß die frommen ersten Chalifen bei der Predigt standen 
— genau wie heutzutage der hatlb\ dann kamen die gottlosen Omaj- 
jaden mit ihren fürstlichen Prätensionen und wollten sitzen sehr zum 
Ärger der gottesfürchtigen Medinenser, deren Einflüsse die Wieder- 
herstellung der alten schlichten Praxis zu danken ist. GOLDZIHER hat 
sich dieser Ansicht angeschlossen; „es wäre kaum denkbar, sagt er, 
daß man von altersher die Verfügung getroffen habe, daß der Redner 

^ Natürlich gadid^ nicht hadid zu lesen, wodurch Goldziher's Bemerkung über 
Kanzeln aus Erz hinfällig wird, M, St, II, 42; die häufig genannten Kanzeln ^^^^ ,^j^ 
gehören in einen anderen Zusammenhang, Muslim bei QastcllänT IV, 189, i; Sojütl, 
ia*rlh 239, 4; 'Samhüdl II 2, 22 27 



ly] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 347 

während seiner gottesdienstlichen Ansprache vor der Gemeinde in 
sitzender Stellung verbleibe" ^ Das ist islamisch gedacht und setzt 
eine detaillierte Einsetzung des Kultus, keine allmähliche Entwicklung 
voraus. Die Omajjaden sind für die Theologen immer die gottlosen 
Neuerer, soweit von ihnen Nachrichten vorliegen, die mit der späteren 
Praxis im Widerspruch standen. In der Frage des Mimbar haben sie 
nun ganz gewiß mehr nach dem Vorbild des Propheten gehandelt 
als die Medinenser; sie faßten das Mimbar eben in seiner ursprüng- 
lichen Bedeutung als Richter-, als Herrscherstuhl, auf dem man sitzt, 
wenn die anderen stehen, und wollten von diesem Gebrauch nicht 
lassen, als man dem Mimbar eine Rolle im werdenden Kult zuerteilte. 
Die Richtung, welche die Predigt stehend vollzogen wissen wollte, 
war eine durch und durch demokratische; sie sah im Mimbar 
nichts anderes als eine Kanzel, einen Standort für den Prediger, der 
erhöht stehen muß, nicht weil er geehrt ist, sondern damit man 
ihn besser versteht. Die Omajjaden hatten am Kult selbst kein Inter- 
esse, nur an den Insignien ihrer fürsüichen Stellung im Kult. Darum 
ist die kultregelnde Tendenz wohl in den Kreisen der Medinenser zu 
suchen. Und bei dieser Kultregelung haben die älteren Religionen 
Pate gestanden*, genau so gut wie bei der Ausbildung der Qoränexegese 
und der Dogmatik. Im christlichen Kult aber stand der Prediger bereits 
damals, während er in den ersten Jahrhunderten auch gesessen hatte. 
Mochten jene kultregelnden Kreise in erster Linie sich nach dem 
christlichen Vorbild richten, so kam ihnen doch früh die um die 
gleiche Zeit allmählich Kanon werdende Tradition und die Qorän- 
exegese zu Hilfe. Wußte man nicht, daß der Prophet unendlich oft 
im Stehen Ansprachen gehalten hatte ? Jede dieser Ansprachen wurde 
zur Au/de; also ist die Aiz/^e stehend abzuhalten. Und dann jener be- 
rühmte Qoränvers (Sure 62, ii)l^l» viJyy^. Das mußte natürlich, 
da der Prophet eine Ansprache hält, beim Freitagsgottesdienst gewesen 
sein — „auf dem Mimbar*', wie die Qoränkommentatoren zu dem 
„stehend'* hinzusetzen^. Wer konnte da noch zweifeln, wenn Gott 
selber es gesagt, daß Muhammed bei der lit//6e gestanden? Und so 
argumentiert tatsächlich die Tradition. 



1 M St. 1. c. 

2 Direkt ausgesprochen mit Beziehung auf die Kanzel wird dies z. B. in der 
Tradition, die Sprenger, Mohammati III, 13 Anm. anführt, und sonst 

3 Z. B. Baidäwl 



348 C. H. Becker [l8 

Aber die Tatsache des Sitzens war doch nicht wegzuleugnen, und 
so war die notwendige Folge der Kompromiß. Eine Zwischenstufe 
dieses Kompromisses war die Übung, den Imäm bei der einen hutbe 
stehen, bei der anderen sitzen zu lassen*, das Endresultat die heutige 
Praxis, beide Hutben im Stehen zu verrichten, aber vor und nach der 
ersten sich auf dem Mimbar niederzusetzen. 

So haben wir an der Hand der Erklärung des zuerst aufgestellten 
Rudiments im heutigen Kultus einen Blick in das Werden dieses 
Kultus überhaupt getan. Es erübrigt uns noch, einige Worte über das 
zweite Rudiment, den Predigerstab, zu äußern. Er ist wahrscheinlich 
ein Überbleibsel des Richterstabes ; dieser Richterstab ist aber zugleich 
der Stab des göttlichen Sprechers, des 7tabl oder hatlb, dessen reli- 
gionsgeschichtlicher Zusammenhang im letzten Abschnitt erörtert 
werden soll. Muhammed führte stets einen Stock bei sich, selbst 
wenn er ritt*. Die hutbe geschah vor der Einführung des Mimbars 
in den Freitagsgottesdienst der Provinzstädte 'alä-l-asä. Dieser selbe 
Stock ist nun wieder identisch resp. wechselt mit der Lanze /tarda 
oder 'anaza, die als siitra beim salät diente. Dies gehört aber in einen 
ganz anderen Zusammenhang: die Einführung des mihräb, die ich 
an anderem Orte darzustellen hoffet. Es soll hier nur gesagt sein, 
daß in dem Stab des heutigen Predigers zwei Vorstellungen in ein- 
ander laufen ; es ist der zum Mimbar gehörige Stab des Richters 
sowohl wie der Stab des göttlichen Sprechers. Das fiihrt uns zum 
Schluß auf den religionsgeschichtlichen Sinn der ganzen Mimbarvor- 
stellung, worüber noch einige Worte gesagt sein mögen, deren aus- 
führliche Begründung hier unterbleiben muß. 

IV. 

Der primitive Mensch schafft sich den Gott nach seinem Bilde 
und stattet ihn mit menschlichen Attributen aus. Dann läßt er um- 



1 GuLDZlHER, M. St. II, 43 ; ferner Ta^Tibirdi I, 249, 3 (von WalTd) 

2 Dijärbekrl II, 210; Qastellänl bei Ferazdaq ed. Boucher III, 154 Anm. 2; ich 
lasse die Frage über das Wesen von qailb, *a^ä mihdara, *anaza usw. hier absichtlich 
beiseite 

3 Ich gebe nur einige Stellen, deren ausfühiliche Behandlung ich mir vorbehalte: 
Qastellänl I, 402, 464 ff.; H, 219, 220; Muslim 1. c. III, 144, 172; ZurqänT zum Mu- 
watta' I, 282 f.; Tirmlfjl I, 68 f.; Paul Ravaisse, Sur trois Mihrabs tn bois sculpti (M. 
MAF. II, 1889), p. 621 ff. usw. 



19] r)ie Kanzel im Kultus des alten Islam. 349 

gekehrt den Gott diese nun geheiligten Attribute seinem Vertreter 
auf Erden verleihen. So ist es mit Stuhl und Stab. 

Der Stuhl ist der erhöhte Sitz. Zunächst kommt es auf das 
Sitzen an im Gegensatz zum Stehen. Wer sitzt, ist immer der Vor- 
nehmere, was sich ja bis in den Gesellschaftsgebrauch der Gegenwart 
erhalten hat. Die hier zugninde liegende Anschauung hat IHERING, 
Zweck im Recht ^ ausführlich begründet. Deshalb sitzt natürlich der 
Gott* resp. sein Vertreter auf einem Stuhl. Der eigentliche Vertreter 
Gottes ist der Priesterkönig oder Prophet, dem alle Ehre und Macht- 
vollkommenheit eignet. Aus diesem höchsten Amte spalten sich all- 
mählich drei Formen göttlicher Vertretung ab, das Vermittleramt 
(Sprecher Gottes, Priester), das Richtamt und die weltliche Herrschaft. 
Gemeinsam ist ihnen allen die Vertretung Gottes; deshalb eignet ihnen 
der Stuhl Gottes. Dieser Stuhl ist als Zeichen der göttlichen Würde 
das Bleibende im Gegensatz zu den wechselnden Persönlichkeiten. 
Der König besteigt den Stuhl seiner Väter; die Päpste wechseln, aber 
der „Heilige Stuhl" bleibt; für das Richtamt sagt das Wort Richter- 
stuhl genug; die altjüdischen Richter, die römischen wie die ger- 
manischen, saßen auf Stühlen. 

Der Stab oder Stock ist fiir den primitiven Menschen der Aus- 
druck der Überlegenheit gegenüber dem Stocklosen 3. Wer einen 
Stock hat, kann damit schlagen, dann strafen. So wird er zum Symbol 
der Macht in der Hand des Gottes oder seiner drei irdischen Ver- 
treter. Beim König behält er am längsten seinen ursprünglichen 
Sinn. Das von Zeus den Atriden verliehene (TKfiTTTpov dient noch 
zum Schlagen*. Später geht dann häufig der Stab in das Schwert 
über 5- auch die Lanze spielt hier hinein. 

Beim Vermittler tritt eine beachtenswerte Spaltung ein, je nach- 
dem er Gottes Willen den Menschen vermittelt (Sprecher Gottes) oder 
durch, magischen Akt den Willen der Menschen dem Gotte aufzwingt 



1 2. Aufl. I, 646 f.; ich verdanke diesen Hinweis meinem Freund G. A. Gerhard 

2 Dü'l-ars el'Ozim 

3 Ich spreche hier nicht von dem Stab, der sich aus dem Zweig als dem Symbol 
der Fruchtbarkeit entwickelt. Hier liegt eine ganz andere Gedanken entwicklung vor 

4 lUas n, 199, 265 fr. 

5 Sprachlich hat sich das z. B. im Arabischen erhalten, wenn man sagt 
Jb La» \Tä^ X, 244; BelädorT-Glossar s. v. L-oft); historisch sehen wir z. B. 

4as Schwert als Symbol der Exekutive in der Iland des Obersten der Leibwache. 
Bei der Absetzung wird es niedergelegt, Sojüti, ta'rJli, 241, 8 



350 C. H. Becker [20 

(Priesterj. Der Sprecher Gottes, als vates, Rhapsode, satr, hatib oder 
nabl^ führt den Stab, der dann, im Sinn allmählich verblaut und ab- 
geschliffen, zum Stab des Sängers und Predigers ifcird. Hierher ge- 
hört natürlich auch der Stab des Götterboten als des Vermittlers einer 
göttlichen Nachricht, nur in anderer Form als der nabi. 

Eine ganz andere Ent^^icklung nimmt der Stab des Priesters. 
Ursprünglich soll der kultische Akt den Gott zwingen, den Willen des 
Menschen zu erfüllen. So wird der Stab des Priesters zum Zauber- 
stab. Der übrigens ja auch aus dem Paradies stammende Stab Mose* 
ist so gut ein Zauberstab wie der qadib resp. ^asä des Propheten 
Muhammed; dieser schlägt zwar kein Wasser aus dem Felsen, aber er 
bewegt die steinernen Götzen*. Auf einen noch heute lebenden Über- 
rest des alten Zauberstabes macht mich A. DiETERiCH aufmerksam: 
es ist der Sünden vergebende Stab des römischen Grotpoenitentiarius, 
der auf einem Stuhl sitzend durch Berührung mit dem Stab Ab- 
solution erteilt 

Dieser Stab ist aber zugleich der des Richters, wie ja überhaupt 
die verschiedenen Ämter in einander übergehen; so kann der Stab 
mehrerlei Bedeutung besitzen, natürlich immer unter Wahrung der 
Grundidee. Der Stab des Richters drückt auch noch sehr deutlich 
das Recht zu strafen aus, wie ja auch im kanonischen Recht der 
Stab im Gegensatz zum Ring die Jurisdiktion bedeutet Der Stab des 
Richters wird dann für alle, welche unter diesem Stabe oder Stocke 
stehen, zum Symbol der Rechtsgemeinschaft. Das Stabbrechen 
vor der Hinrichtung und in anderen Fällen ist nach neuesten Unter- 
suchungen ^ eben die Lösung der Rechtsgemeinschaft. Nun ist noch 
nie darauf hingewiesen worden, daß auch der Orient den Stock als 
Symbol der Rechtsgemeinschaft auffallt, wie mir im speziellen Zu- 
sammenhang dieser Abhandlung von Wichtigkeit scheint Es gibt 
eine alte yaditstelle, in der von den Hawärig gesagt wird: ^yi-i «xi 
^^^-^wJum^I Loft „sie haben gespalten den Stock der Muslime", d. h. 

* Vgl. die Ausbildung der biblischen Erzählung in The book of the bce ed. BuDGE 
{Anccd. Oxon., Sem. Ser. I, 2) p. 50 (syr. Text p. 50), worauf mich C. Bezold auf- 
merksam macht 

2 B. Hisäm I, S25, 2; dieser t/aßi> hat den Eigennamen el-mavisüq^ Ja'qübl II, 97 

3 E. V. MOELLER, Die Kechtssitte des Siabbrechens in Ztschr. Saviguy -Stift, 21 
(1900), S. 27—115; ich verdanke den Hinweis auf diese gründliche und wertvolle 
Arbeit LeuI'OLD Perels; in den wenigen Fällen, in denen die Erklärung nicht 
stimmt, bedeutet der Stock eben etwas ganz anderes; vgl. oben S. 349, Anm. 3 



2l] Die Kanzel im Kultus des alten Islam. 351 

sich von ihnen und ihrer Rechts- resp. Religionsgemeinschaft getrennt'. 
Wir sehen auch hier wieder, wie den Arabern dieselben primitiven 
Vorstellungen eignen, die wir anderswo nachweisen können, und dürfen 
deshalb wohl auch in Fällen, wo die Belege fehlen, analoge Entwick- 
lung als wahrscheinlich annehmen. 

Die Zusammengehörigkeit von Stuhl und Stab endlich liegt 
in Thron und Szepter natürlich am deutlichsten vor. Aber auch für 
das Richteramt ist der Usus weitverbreitet. Die größte Fülle von 
Beispielen ergibt das deutsche Rechtsleben ^ aber auch die sella curulis 
und die fasces zeigen dieselbe Grundidee in etwas abgeänderter Form^. 

Wenn man diese leicht zu vermehrenden Parallelen im Zusammen- 
hang überblickt, gewinnt auch die Geschichte des Mimbar, wie ich sie 
entwickelt, eine wichtige weitere Bestätigung. Sitzen und Stab des 
Predigers sind eben Rudimente der alten Vorstellung vom Richter- 
stuhl. Die islamische Kanzel ist also aus dem Richterstuhl entstanden. 

Als interessante Parallele sei zum Schluß auf die Geschichte der 
christlichen Kanzel verwiesen. Die christliche Kanzel zweigt sich ja 
auch erst mit den wachsenden Kultbedürfnissen vom Bischofsstuhl 
ab; dieser Bischofsstuhl stand nun in der christlichen Basilika in der 
Apsis, wie mir A. DiETERiCH mitteilt, eben an der Stelle, wo in der 
heidnischen Basilika der Richterstuhl gestanden hatte. So ist also in 
letzter Instanz auch die christliche Kanzel aus dem Richterstuhl er- 
wachsen, nur daß im Christentum Stuhl und Kanzel neben einander 
erhalten blieben, während im Islam der Richterstuhl in die Kanzel 
überging. 

X Tälr X, 244 pu; Lisän XIX, 296 iiJli>-« U^aJI J^^ ^^UjV\ ÄpUä. LoäJV 
^U^^\ ÄpU^ oder ^Vi^\ ^^ ^\ LoaJI CUJu«^\^. 

2 J. Grimm, Deutscht Rechtsaltertümer Il4, 371fr.; 374 ff. „Des Stabs konnte ein 
richter nicht entrathen." „Der richter muss sitzen \ sein aufstehen hindert den fort- 
gang der Verhandlung." Vgl. ib. I, 186 

3 Th. Mommsen, Römisches Staatsrecht l3, 373 ff.; 397 ff. 





über die Bedeutung des Wortes 'amtn. 

Von 
Th. W. Juynboll. 

as Wort ^atnm heißt im Arabischen gewöhnlich patruus, 
Vatersbruder; aber nicht ausschließlich; namentlich in den 
Ausdrücken banuH-arnnty ibn 'amm, bint 'amm usw. hat es 
öfter eine ziemlich unbestimmte, allgemeine Bedeutung, 
z. B. bei der Heirat des ibn 'amm mit der bint 'amm. „Der Ibn Amm", 
hat J. Wellhausen m. E. richtig gesagt {Die Ehe bei den Arabern, 
Nachrichten von der Kon. Gesellsch. der Wissensch. in Göttingen, 1893 
Nr. II, S. 436—437) „ist . . . der Einheimische im Gegensatz zum 
Auswärtigen . . . Ebenso natürlich die Bint 'Amm = eine Frau aus 
demselben Stamme oder derselben Sippe. All the souls of a tribe 
are accounted eyyal amm (DOUGHTY I, 316). Es wird also nicht eine 
eigentümliche Verwandtenheirat . . . empfohlen, sondern vielmehr die 
Endogamie. Man soll sich die Braut nicht außerhalb seines Kreises, 
seines Dorfes suchen." 

Nun hat man behauptet, daß die Bedeutung von ^a7nm in diesen 
Ausdrücken eigentlich nicht patruus^ sondern vielmehr populus sei ' : 



X Das Wort ^ in der Bedeatung „Volk'* ist den arabischen Philologen nicht 
unbekannt: J^\ ,^ c-M^ J*^^ CT* ^U^^ ^^ {Lisän XV, 322; Tädj al-^arüs 
Vm, 409; Djauhari H, 306). Als Belegtteilen dasu werden die folgenden Verse 
angeführt: 

j^^\ ^>\^^ ^>-*-Ji >^^)>\ J.S^\ ^^/^^\^ J^^T^^ J^-^ 



Nöldeke-Fetuchrirt. 



23 



354 Th. W. Juynboll [2 

Robertson Smith, Kinship and marriage in early Arabia, p. 58: 
"In fact the word 'amm, identical with the Hebrew Dy, '*a people, 
a kin", seems to mean etymologically nothing eise than an aggregate 
or Community; the ibfi 'anttn therefore is literally a man of the same 
stock-group, and 'amm in the sense of paternal uncle . . . seems to 
be a comparatively late development." (Dagegen NöLDEKE, An- 
zeige von R. Smith's Kinship and marriage^ Zeitschr, D. AI, G. XL, 
S. 172 — 173: ,'amm hieß schon im Ursemitischen „patruus" ... Daß 
dies stets ein Individuum bezeichnende Wort mit 'amm „Volk" geradezu 
identisch sei, möchte ich . . . nicht ohne weiteres annehmen"). 

Wellhausen, Die Ehe bei den Arabern (1- c., S. 480): „Es 
[sc. *amm] heißt im Arabischen gewöhnlich patruus oder im Plural 
patrueles\ und diese Bedeutung findet sich nicht bloß im Arabischen, 
sondern auch im Syrischen, im Sabäischen und vielleicht im He- 
bräischen . . . Allein die ursprüngliche Bedeutung von J^ ist Volk 
(= Verwandtschaft) . . . NöLDEKE zweifelt zwar daran, ob ^ patruus 
und ^ populus gradezu identisch seien. Aber . . . jeder Zweifel 
schwindet dadurch, daß auch in JU ^^\ beide Bedeutungen zusammen- 
treffen. Der Plural J^ yX> entspricht ganz dem hebr. Dy "^^D, ^ be- 
zeichnet hier das Volk . . .; der Scholiast erklärt zu Urva 31, 2 die 
Lesart JU mit "^^ yX>, um zu sagen, daß es Volk heißen solle." 

Nun scheint es mir allerdings nicht unmöglich, daß 'amm «= populus 
und 'anwi = patruus wirklich identisch sind und daß also auch im 
Arabischen die Bedeutung „Volk" die ursprüngliche ist. Merkwürdig 
ist jedenfalls, daß auch das Wort il^ (Bande; dann: Verwandte 
Vaterseits) einen ganz ähnlichen Bedeutungswechsel durchgemacht 
hat (cf. Wellhausen, ibid., S. 481, Note). Aber das Wort ]jU in 
jU ^\, '^\ y<> usw. ist doch entschieden nur als Verwandtschafts- 
namen aufzufassen und bezeichnet ein Individuum. Denn ^ ^^\ ist 



Andere Beispiele finden sich noch (cf. Nöldeke, ZDMG^ XL, S. 173, Note) im 
Muzhir I, 178 oben: 

und bei dem Scholiasten ru Ui^'a ibn alward XXXI, 2 

jJb) "J^iül y>\ LL^ i"J^ d^ * UJU ^^ l^Lo \t^ 5^5^ 
jJb\ U>3 ^äJI ^^^ i>o .j ^^\ \M ^yJ^ .... Jsij ^\ y>\ \S^yt'^ 



3] Über die Bedeutung des Wortes 'amm. 355 

nicht =• 2^.j^*iwÄJ\ ^\ (z. B. Buchäri, Sahth\ kitab al-adad, bäb 82: 

i ^ -y^xjiJ\ ^\ yj^)' Der Araber, der seine Gattin mit dem Namen 
&>«/ *^/«w bezeichnet, selbst wenn sie ihm gar nicht verwandt ist^ 
nennt ihren Vater 'amm (DOZY, Supplem, aux dict arab, s, v.\ 
GOLDZIHER, Academy 1880, XVIII, p. 26; Snouck Hurgronje, 
Mekka II, 107 und Mekkanische Sprichwörter und Redensarten^ S. 17). 
Der Scholiast zu 'Urwa XXXI, 2 erklärt die Lesart ^ statt ^^ 
nicht mit Lu» JJjJl ^ um zu sagen, daß es „Volk** heißen solle; 
er meint: „Mälik würde noch etwas bekommen, selbst wenn die 
nächsten Verwandten unter uns hungrig >yären*', und hat ^ in der 
Bedeutung „Volk** gar nicht verstanden. 

Bekanntlich haben in vielen Sprachen die Verwandtschaftsnamen 
zum Teil eine ziemlich unbestimmte Bedeutung. Man erklärt dies ge- 
wöhnlich als survrval ehemaliger Gruppenehe. Denn wo die Aus- 
drücke für die Verwandtschaftsgrade auf den eigentümlichen Verhält- 
nissen der Gruppenehe beruhen, bezeichnen sie im allgemeinen nur 
die Generationsstufen. So werden bei vielen Völkern nicht nur der 
Bruder und der Vetter, sondern z. B. auch der Vater, der Bruder 
des Vaters, der Sohn des agnatischen Großvatersbruders usw. (also 
die ganze Generation des Vaters) öfter mit demselben Namen be- 
zeichnet. Mehrere Beispiele davon werden von J. KoHLER (Z«r 
Urgeschichte der Ehe, Zeitschr. f. vergL Rechtsw. XII, 25 1 ff.) ange- 
führt; vgl. auch z. B. das Malaische sudara (d. h. Bruder und Vetter) 
und die Verwandtschaftsbenennungen in Atj^h (SnoüCK HURGRONJE, 
De Atßhers I, 504 ff.). Ebenso sagt auch A. C. Kruyt vom Sprach- 
gebrauch der Toradja's von Mittel-Celebes ( Tijdschr, Ind. Taal-, land- 
en volkenk. XLI, p. 86): „Als een neef zijn 00m aanspreekt, zegt hij: 
tamay welk woord vroeger „vader" heeft beteekend, maar nu alleen 
verstaan wordt in den zin van „00m"; informeert inen echter naar 
iemands familieverhouding, dan zal een neef van zijn oom zeggen: 
kupopapa, „ik heb hem tot vader". Van eene tante sprekende, zegt 
men steeds: ine of nene\ „moeder'*, . . . zoo spreken 00ms van hunne 
neven als ana „kind"." 

Auch im Hebräischen werden z. B. Laban und Jakob (also Vetter 
im 6. Grade, aber Verwandten derselben Generation) „Brüder" ge- 
nannt (Gen. XXIX, 12. 15). Ebenso war auch 'amm ursprünglich 

23* 



356 Th. W. JuyDboU, Über die Bedeutung des Wortes ^amm, [4 

wohl nicht nur der Bruder des Vaters, sondern bezeichnete nach 
meiner Ansicht vielmehr jeden Agnaten, der zu der Generation des 
Vaters gehörte oder im allgemeinen jeden „Verwandten der älteren 
Generation". Daher z. B. im A.T. der Ausdruck T^J ^IJ ^DW — 
vnin« ^« *|D«3 {Gen. XXV, 8; XXXV, 29; Num. XXVH, 13; XXXI, 2; 
Deuter. XXXII, 50), und darum konnte die jüngste Tochter Lofs, um 
ihren Sohn Ammon als im Incest mit ihrem Vater erzeugt zu be- 
zeichnen, sagen: er ist "ISjni (Ge7i. XIX, 38; Ableitung der Namen 
Moab und Ammon), denn das Wort 'amm heißt hier nicht „Volk", 
sondern ein „Verwandter der älteren Generation". Ebenso sind wohl 
die Namen ^«^ÖJJ, ^«''?«, \r^;^>ti usw. fast gleichbedeutend. 

Diese allgemeine Bedeutung des Wortes ^amm hat sich nun nach 
meiner Ansicht im Arabischen erhalten, und daraus möchte ich es 
erklären, daß sogar alle Leute vom Stamme JU ^ oder ^ JL^ 
genannt werden können. Jedenfalls braucht man, um dies zu er- 
klären, nicht anzunehmen, daß ^ in diesen Ausdrücken die Bedeutung 
„Volk" habe. 




The Story of the Fisherman and the Jinni". 
Transcribed from Galland's MS of "The Thousand and 

One Nights". 

By 

Duncan B. Macdonald. 

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3] The Story of the Fisherman and the Jinni. 359 

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360 Duncan B. Macdonald [4 

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jLoU^^ iIä. ciuJl» fJ^\^ >l^\ C-o.iXÄ. UJ ^.^ ^^.^ /-^^ ^?^^ '^^ 



5] The Story of the Fisherman and the Jinni. 36 1 

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^J jii o^***^ ^ji^\ w^ v^ vj::--^ til ^y\ ^-.-y\ jar? ^\ cr^^LAJi 
Ul^ ^^uxä.^ y^ f. i8b g ^-?.*^. c-***"?. ^^ ^►Ä^\ «wXA cujj.^ >l^j\ 

CX^ ^Jl ^J^^X^ U CUii^ ^>J CiU^l/ dJJl^ C^ JuJl JUü «iU^ CAjc**^, 
J-^ ^^ Jj^. <J^ J-^" ^^ii' ^JUäJ^ J^>^ t*^^^ J»'^'^^^ v^ V^^^ 

^ üi üb >L^-o b ^ y ^ ft J\ j^b ^^^ ^bo^ ^juäJ\ J-^^^ ^:^i^jJ\ 
UäU >ik^. ^s\ y>iy^ yc\^ i£o uaIa f^yo^^ j^^ <j^ A i^u>w.x)M^ 

^JjJb do ^11> ^^ ^\ li^JU UaLa ^\ Jy»*D]^ «)J^Ä.^^ ^Ui*-^. c>^ ^L»^\ 

^\ ^^ >^y> ^-^l ^U-J^ 5^U> yb^ [sie] ^»-^1 i»ou;x^ ^vX» l^ 5;^^^^ ^b^ 
viU^ ^jx.1 C^JS Y\ ü\ Jjtij Y >Uw> b ^ JlÄi doJift JUä.1 >UaJ\ 

^yjyU ^\ ^\ >ly^\ JUi Y Y vJU3^\ ^>Ui ^^ ^^^ ^\ ^^lwlJI 

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362 Duncan B. Macdonald [6 

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7] The Story of the Fisherman and the Jinni. 363 

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364 Duncan B. MacdoDald [8 

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9] The Story of the Fisherman and the Jinni. 365 

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366 Duncan B. Macdonald [lo 

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I r] The Story of the Fisherman and the Jinnl. 367 

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368 Duncan B. MacdoDald [ 1 2 

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1 3] The Story of the Fisherman and the Jinni. 369 

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Nöldeke-FestschrifL 24 



370 Duncan B. Macdonald [14 

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U ^LmoJI ^\ i*'^ ^^y^^ ^?*^ '-^^" ^UxaJi ijüJi^^ CUj»Jsä. tJ ^jW>^ 



15] The Story of the Fisherman and the Jinni. 371 

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3/2 Duncan B. Macdonald [i6 



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17] The Story of the Fisherman and the Jinm'. 373 

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374 Dimcan B. Macdonald [l8 

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19] The Story of the Fisherman and the Jinni. 375 



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3/6 Duncan B. Macdonald [20 

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2l] The Story of the Fisherman and the Jinni. 377 

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37H Duncan B. Macdonald [22 

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23] The Story of the Fisherman and the Jinni. 379 

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25] The Story of the Fisherman and the Jinni. 38 1 

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l^\ JU* ^^auc ^Ji\3 ^\ <^lX;j>Joc ^-i vXjuo CUii^ üU^i <JUi Äp^ 



382 Duncan B. Macdonald [26 

,^ ^jJ\ 4OJ .x^\ JU» 6^^^ ^jii HsXsJ^ A^i. a$^U\ v:x^ U viUJ^ 
[sie] Uoj\So^ UiLio ^ \jJ^ ^-^^^ '^ v^r^ <f^^ V?*^^ »^^^^^ ^ ,J* 

^jJ\ ^.U^i^ J^^^^^ vJtÄ^^^ y^MjJ^ er* J-*^ ^.^ ^>r* (^' viy.^ 

^\ \^L>a^^ ^^)LyyJ\ ^j^ dJJ\ ^...^s;^^ ^oLm) Sjo« I^^^^ LL^^ ^5^-^^ 
^^ 3JU)Lyj^ ^lkJLuJ\ J^-oy F. 34a II ^j^l ^\ ^^ ^y^5 AJj»j^l 

^yy^^ ^J^\ ^^)^>^ ^ V>^ <^^LuJb «(yüb^ ^.wXJ» ^*^ tj^y^^ !>^^ 

^ilaL «-.A.*-*» ^^ »^»^^ >UwaJ\ <JJä. tJUjo^ r^^y ^r^^^^ ^^lkJu*J\ jiaLl^ 
iiU Ja ^Uo^ doJ^ 5^^^^ ^.*H CTÄ? Z**^^ dCC-oj^ Jjb\ ^^bL^ c->lAJ\ 

^^'^\ JcL\^ ^^*^^ c->LiJb ^^^\ ^^j\^ crr^^ v^»^^^ 0^^=^^^-*-^^ 
>^^\ yJU-^ ÄJbjo« (J\ ^ILLm) dJu«)^\^ ß'}^^ "^^ (^ j^'^^ ^SjtA, <»x^ 

dL»>^^ jbtiöV\ k-^b^t^ \«x^\ y.b^J (^-ÄdE^^ V^^^ (^^ /^^ «3^ ^^^"^ 

^Lo wX*^ >Lbwx)\^ v^LJJi^ ^lkX^\ JlX^I^ L»Lm^ rj^^ ^^' «J^^ ^J(>^^ 

^ ^y-%JJ Obfc.^jJU ^'-b^ dJLoJ Jjb\ ,-^\ 



The above is an attempt — which only a fac-simile could really 
accomplish — to reproduce a portion of Galland'S MS word for word 
and letter for letter. Any eccentricities of spelling or usage are there- 
fore to be ascribed to the MS, and notes of query and those drawing 
attention have been kept to a minimum. The diacritical points, ako, 
are those of the MS, only systematised. vi is always Cj except in 
the few cases where the MS gives vi or has no dots; > is almost 



27] The Story of the Fisherman and the Jinnl. 383 

always >. As to i and ^ the eccentricity is so great that I have 
given them exactly as in the MS; similarly and most curiously - 
for ^. Where a word at any point in the MS is defectively pointed, 
the usage of the same word elsewhere is followed. Only vowels 
occurring in the MS are given; none has been added and not all are 
reproduced. As I have had to work from a photograph, I fear that 
I may have taken some later corrections and additions in vowels for 
original. 

On the philological and literary questions which this text raises 
there is no space here to enter. The very close resemblance which 
it offers to that of Habicht is clear as also the differences. But it 
is evident too that Habichtes MS will bear careful re-examination as 
to both date and reading. Galland*S is clearly a more "vulgär" text 
than that of Habicht as prtnted; probably therefore more original 
and a genuine monument of the story-telling speech of its time. In 
fact, the history of the text of the "Nights" during the last few 
centuries is one of a gradual reduction to commonplace of the voca- 
bulary and to written rule of the constructions. If the Calcutta text 
of 1839 — 1849 represents an untouched MS, the Egyptian recension 
already went very far in this; the Egyptian printed text went still 
farthcr; and Salhani'S expurgated text has gone farther still. From 
an esthetic point of view I venture, then, to think that this is the best 
recension of this particulai^ story yet printed. The Calcutta, curiously 
enough, is sometimes fuUer, but always with commonplaces. This 
opinion, however, reckons without the Calcutta of the first two 
hundred Nights which I have been unable to compare. 

Finally, my most sincere thanks are due to M. pRJto^RIC Macler 
who, at the last moment, when other help had failed me, with great 
kindness procured for me the photograph. I am deeply in his debt. 




über einige arabische Handschriften der öffentlichen 
Bibliotheken in Konstantinopel. 



Von 
N. Rhodokanakis, 




^^ährend eines dreimonatlichen Aufenthaltes in Konstantinopel 
hatte ich Gelegenheit, in einigen Moscheen- und anderen 
Öffentlichen Bibliotheken dieser Stadt nach unbekannten 
oder in europäischen Büchereien nicht vertretenen, hand- 
schriftlich überlieferten Werken, vornehmlich aus dem Gebiete der 
poetischen Literatur der Araber, Nachforschungen anzustellen, deren 
Ergebnisse ich hier der Öffentlichkeit mitteile. Da es mir auch ver- 
gönnt war, von drei solchen Mss. für die k. k. Hofbibliothek in Wien 
Kopien zu nehmen, werde ich nur jene ausführlicher beschreiben, 
die ich aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der gleichen Weise 
für die allgemeine Forschung gewinnen konnte. 



'A§ir Effendi. 
i) Nr. 904 (Signatur der HB: Suppl. 4163). 



Nöldeke-Festschrift. 25 



380 Duncan B. Macdonald [24 

^,j^\ Jj»-«i^ ci^ j^^^^ ^)^ *^JlXJ\^ >x^\ c-->^y\ ^J^^ Jp ^ ^--äiü\ 




OJU* ^<^\5 ^iUljfvXÄ* F. 32b II ^^.^-«.^Ä-i U äUsLI b >1j^Uj».> cJUi CU3jJ.\ 
jbjÄlio viUJL\ JUi CX»i^ ^1 ^lÄJl ÄjJjJl j^ ^ *iojofc.\ \Z^ \sXJb ^^\ 

^5^^A* c^^T^iT-^ ci^ O^ y^ ci'^^ ^^^r^^ **^^^^ *^^^ UtJ^ C>r**^^ '^b 



^\ »U^\ b ^\)\^>vJ >\)^Lo.> CJI* ÄJjUJI iUJU\ CUii^ Uli JU 
^^LJl dLX.*M-Jl äUU^^ joUä-I ^^ UjJ\ JUo^ cuxX-i\ c^^^ O^^b 

^i,gL\ ^.tlU\^ ^-iybfc. ^«.^.^^.^ b j^Joj^Ä. ^^.yy^y^ b L5>UJ^ ^-.-..^^.^Ä. b 

J^^ ^1 tt\ s\ s\ Jl*^ ^b^^\ ^^ ^^-^^. f^'^ r^^ ^LwJ jJift^ ^*^>o 
^^,.;xj^ ^tt^^ c>^ y^ v,^*'^^^^ ^. P- 33^ II «-^^^ v:u$ULx-u)l ^ Us-^ <rf^^ 

CXoiJC^mO ^^ ^-^Ä-ftt ^^^^^bu ^-^%L^ lJ>^ O^ lJ^ ^^'^•^'^ '^ CUJl* ^jLy^jsr^. ^\ 

^^^ ^?^^ St^"^^ tr^^ <»/-^^• */^ 4^ ^■'*^^^^ er* fr^^ *^^^^ 
^jj\ IvMr» o^; er* v::-^^^ ^^^---^ ^^>^ V^ ^)y^^^ v,?^"^^^ "^^ 



3] Über einige arab. Hss. der öfTentL Bibliotheken in Konstantinopel. 387 

doch nur auf den Produkten der vor- und kurz nachmohammedanischen 
Periode der arabischen Poesie fußen*. Dabei geht er von *Antara's 
berühmtem Stoßseufzer aus: 

dessen Geltung und Wahrheit in den zwei Jahrhunderten, seit er ge- 
dichtet worden, ja nur gestiegen und gewachsen sein kann^ Die 
Komposition und den Zweck seines Werkes erläutert der Verf. also: 

M^ ^\^\ ^wX3\ ^ \ji^yS^ ^ObUu^H ^LjL-i\ c^^JLX^^ ^^,^ya^^ ^^ 

Nach dieser Einleitung beginnt der Verfasser mit al-Muhalhil's 
Versen: 

jLa;ji ijub^ <^.>^ /e J^ ^L L-L^^ »y^ 

denen er ein Gegenstück ♦ von al-IJusain b. aHJumäm al-Murri an- 
schließt: 

U)J»i^ ^\ \yl^ ^^ UJift 2^\ JW-^ c>^ ^^ (3^^. 
Es folgen weitere z. T. anonyme Parallelverse und Nachahmungen; 
zitiert werden y****^ ^^^ S-!7** *c>4^ *^.^ «^joi-^mJ^ JJytk* ^^ viüLo usw. 
mit kommentierenden Erläuterungen zu ihren Versen und Exkursen 
über Vergleiche und Naturschilderungen *. 

Über das *la^ handelt pag. 26; über den Bogen 229 usw. 
Der erste Band endet 285: ^lk;J\^ «U^ÜT ^^ J^^ll >^l J^. 

Band n setzt mit einem Gedichte von j^\ ^J^y^\ ein; zitiert 
werden nach denselben Gesichtspunkten wie im I. Bande am öftesten 
folgende Dichter: <>;>J^ c^ i^^ <Ä^ ^ ^ j^^j^ ^ j^^)}\ ^^xjij^\ 

I *^s>sjLi ^^ Uyic^>' Lo^-**j^ ^^'•^j ii\^Ä-*iJ\ ^;^ oP^^^ o^ r^^ '^^ >i 
a Ui Jyü\ \ Jjb Jio Jyü. . . . *^U^\ ä^Iä. <3 yb^ i^U^ ^l^ \>U 
< JLLm> ^W> ^^J^^ ^■^oJtJ\ \ J^^ vtllk. Der Autor schrieb also ungefähr im 
8. Jahrh. unserer Zeitrechnung 3 Wohl Jwä.\^ zu ergänzen! 

5 Blitz und Donner pag. 24. Vergleich einer ^Jiftl«» mit dem Schwerte usw. 

25* 



388 N. Rhodokanakis [4 

^O CH^ *f^ C^ 3r^ *v3^^> '^y^^ sJj^ <^U^1 i^ ^ ^^\ 

USW. ,^wl4^^ 
Kolophon pag. 528: ^, ^^^y* ^.) ^-^•^j (^^ /<H^^ JcoJl a^ 

.(d. h. 5. VI. 1206) <ä5LJL>^ ^^ Sj<^ 



IL 
Aja Sophia. 

I) Nr. 4050. FlüGEL's Filmst verzeichnet in Bd. I pag. w 
unter den Werken Ihn Kutaiba's ein: y<t^l y^JiJ^ ^y^J^ k->U^ 
3\ l^JU bU^ ^,-i^ ^^y^\ ^ ^y^i^..^ und fuhrt ebda, die Titel seiner 
12 Bücher an; BroCKELMANN in seiner arab. Litte mtiirgesck, I. 122 
stellt es vermutungsweise mit A. S. 4050 (zitiert yiz. I. 9. 19) zu- 
sammen. 

Nr. 4050 der 'Ayia Zoqpia ist ein sorgfältig geschriebenes, durch- 
vokalisiertes, sehr gut erhaltenes Ms.; nur hie und da vermißt man 
die diakritischen Punkte. Es enthält 265 Blatt zu 15 Zeilen (Papier 
gelbbraun; Tinte schwarz) und hat uns, wie aus der Schlußnotiz der 
Hs. hervorgeht', bloß den ersten Teil eines Werkes I. K.'s gerettet, 
das, nach der folgenden Abschrift der Buch- und Kapitelüberschriften 
zu schließen, von dem FLÜGEL 1. n. erwähnten Maani-Buch desselben 
Autor's verschieden ist. Der in der Moscheenbibliothek der A. S. 



aufbewahrte Band hat den Titel: o^^^s^ ^^ J,^ \ ^3 ^^U-J\ QLol 

Auf den Kommentar zu diesen Versen folgt von Imru-l-]^ais 
(\JUa. uAwaiJ: (Ahlw. XXXIV. 15) 

Dann Verse von < ixyt ^;^\ < Uo^ vJu^. y^^^xiJl ^^*-J\ * Äa^UJI 
» S. am Ende 




5] über einige arab. Hss. der offen tl. Bibliotheken in Konstantinopel. 389 



Fol. 4» 


die erste Überschrift einer Unterabteilung: ^f^\ 


T 


• duLJi^^ ^vXäJI ^^t!L^\ w-jb 


9' 


' ^^ cJ V>1^ 


11» 


< j^^b J^\ 3^* ^ 


13" 


^ ,^^.^\ vX^l ^ J^l v^b 




*u^^^ u,.,^^ 


14" 


< Ur^t-^^ Ux?^ (3 SH^ 


\e 


* UaJ -A*^ Uy^«.-L>c <k3 ^^---.io Lo 


\r 


«^ÜLxJb dL--w.UUJ\ v_;b 




< ^b < ^^,.JiJl^ Jfi.yb < i^U^b < ^^ÄwJb 




< v_;M5üb . i^iy.b < ,^5;Jji.b < ^„^.Jb < ^Uupb 




«*<^Ub <^^b 


23' 


< dSX^ ^3 dL^i-w-ijJ\ <^b 




< J.^\^ iljb <yjJb <,^^.**^b 


24' 


< J-^i OIa-^ä. ^ ^owJxj U 


» 


< ^*%J-> k* J^^ JU ^C^> Le 


27' 


4^y\^\^b ^^^ a.^^^- 


27V 


<^U^V\ jou ^ Ju^^ u 


28' 





36' < LUU\^ ^^Up^b U,iÄ. CUG" 

43^ < ^^Li^ (3 CJII 

54^ «dCÜCM* ^^ Jc^^. U^ /«=^^ 

u. s. f. durch alle Körperteile des Pferdes bis 75' Ji^l ^*; .es folgt 
ein Gedicht von ^i^^ iwUj ^^ ^^o-J\ v:;.^.^-;^-« y^ und '79' eines 
von crtt^' 



390 N. Rhodokanakis [6 

Mit fol. 8o' beginnt: v^JJl ÄJL^ ^3 C^^"^\ ^ JJIUrTjZl 
U y>t«*»^ O^j^^ Cr* j<^^^^ S-^^/*^^^ »x**»^i^ L-^^l5ül^ 5'^^b »-^^^^^ 
^Ui.\^ *IX-J\^ ^^Ui.\^ r^y^^ »Z*-^^^ «33^-^^ /**^S s-^^J^^^ ^^^ /^. 

Dieses zweite Buch ist ähnlich angelegt und disponiert wie Buch I. 
Die einzelnen Gegenstände sind in der Reihenfolge der Titelaufzählung 
behandelt — Die zitierten Dichter reichen bis S^j ^>: 

Mit fol. 167' beginnt: ^ä^ i.^ ^;^^ (^l*J^ vJ^ c^ 3ZO 
Enthält: <^^iXaJ\ ^3 ^U^ CJ^\ 



< L-jUSJb ^oLp ,^,;Xj» Lc^ ^x^3 ^y-J^ L-jUJ 

< jLiaJ\ 



< > Vb 



(220^) < /UJ\^ (>^b ^^ L> O^*-* «^^t?^ 



(235') <^vxj\ ^ ^Ijc- ÖC3T 
(245O < SLyjJ\ A^^ *Iä^^ vZJir 



Endet: ^ n^,^ Ly^ ^^^^ c^'j»^^ Ol-?i c^ J^^^ lJl-oJI ^* 

2) Nr. 4830. Als ich das erstemal die Bibliotheksnische der A. S. 
betrat, brachte mir der „Bibliothekar** unaufgefordert diese Hs. Er 



7] Über einige arab. Hss. der öfTentl. Bibliotheken in Konstantinopel. 39 1 

erklärte mit wichtiger Miene, sie enthalte eine sonst nicht vorhandene 
Schrift des Aristoteles, die sich nur in Einer, dieser arabischen 
Übersetzung erhalten hätte. Die Hs. enthält des Apollonius' Buch 
über die Kegelschnitte* und ist betitelt: l>y^\ 5k» ^ tj^^^^ Lj->1^ 
(^.^.4.>^]\ J^. Schon in einem alten Buche: Literatur der Türken. 
Aus dem Italienischen des Herrn Abbe Toderini. ..won Ph.W.G.Haus- 
LEUTNER, //. Thl. Königsberg ijgo wird diese Hs. der A. S. als eine 
Seltenheit erwähnt und beschrieben. Es ist also merkwürdig, wie 
sich innerhalb der Bibliothek eine Tradition, wenn auch auf falscher 
Fährte, über den Wert des Codex erhalten hat. 

m. 

'UmumL 

1) Nr. 5471 (Sign, der HB: Suppl. 4162). 

Beg.: ^^f^^^^ ,j^ S->^ '-^.^^^Ä* er* O^ * rtt^^* <J^J^^ ^^ r***^ 

'^ ;[y.l \Jjb >^ Le ^U\ 

Kolophon: 31 ^ J^^^ ^^^ Ji^^i ^lü L->i:i^ ^\ Text 
mit Kommentar. Vgl. C. Brockelmann, Arab. Utt. I. 52. Kopie 
der HB. 173 Seiten. 

2) Nr. 5598 (Sign. HB: Suppl. 4164). ' 

Nach einer kurzen biographischen Notiz über den Dichter, seinen 
Namen und seine Söhne folgt als erstes Gedicht: 

27 Gedichte mit ausftihrlichem Kommentar, zum Schluß einige 
Kasiden von unsicherer Herkunft. Das Original hat g. E. stark durch 



» Vgl. L. L. M. Nix , Das 5. Buch der Cornea des A .,. . in der arab. Übers» 
des ThabU Ihn C&rrah . . . Leipzig 1889 



392 N. Rhodokanakis, Über einige arab. Hss. der öffentl. Bibl. in Konstantinopel [8- 

Überdnick der Tinte gelitten, so daß einiges unleserlich blieb. Datum 
und Name des Abschreibers fehlen. Das letzte Gedicht beg.: 

UUt Lo^ ^l U^ ^j^ ^\ ^^\ ^^ U ^y^jJ 

Kolophon: ^ ^ yX^\^ (J'MfJ^ '-r^-S^ i^^ /*^ r^- Kopie der 
HB. 199 Seiten. Eine zweite (LANDBERG'sche) Kopie s. bei BROCKEL- 
MANN I. 21. 41. 




Der Kamels-Sattel bei den Beduinen. 

Von 

Julius Euting. 




394 



Julius Euting 



[2 




er Kamels-Sattel für einen Reiter fuhrt bei den Beduinen 
den Namen Sdäd >\j^, PI. Südud >*xi»; wenn mit Zinn- 
nägeln verziert, heißt er ^S^ >ljJo Sdäd mufiäggam oder 
>^*x-i) Sdäd mukämtnar. Er ist aus dem harten Holz 



der Tamariske Jj\ liel geschnitzt; die einzelnen Teile sind durch 
tierische Sehnen oder Saiten ^^ ütär verbunden. 




Hadiiqelx 




Die einzelnen Bestandteile tragen folgende Bezeichnungen: 

1. ^^Ua^ masäniJr^ kopflose Nägel aus Zinn. 

2. y^ kämar, Plur. ^y^ kumür, Messingnägel mit Kopf; vergleiche 
die D^iinto Richter 8, 2i. 26. 



3] Der Kamels-Sattel bei den Beduinen. 395 

3. Ait ,t> famrah. Plättchen oder Sterne aus Blech ausgeschlagen. 

4. J\j^ razal, Plur. o^^ r^zlan^ die Sattelhörner, bestehend je 
aus einem Paar nach unten schaufeiförmig sich erbreitender Hölzer; 
das vordere Paar heißt ^»xjLo Jij* razäl mükdim, das rückwärtige 
f^y^ Jlj^ rasal mekhir. Das vordere Sattelhorn steht senkrecht, das 
hintere leicht nach rückwärts geneigt. 

5. ^JUmö dcUfeh {dolfek) die Hälfte eines Sattelhorns. 

6. )y>^ khabür, Querholz, welches durch beide Dalfen hin- 
durchgeht. 

7. 3>^^ 'awarid, die zwei Paare gekreuzter Langhölzer, welche 
die beiden Sattelhörner verbinden; auf dem äußeren ist nach vorne 
ein Ring eingelassen, um das Fußkissen daran zu befestigen; der Ring 
heißt ^j^\ s^^ kalk el-merakeh. 

8. Soll ein Kamel gesattelt werden, so werden zunächst unmittel- 
bar auf das Fell des Tieres, die beiden Seiten des Höckers deckend, 
zwei Lederstücke gelegt Sj^ bedd^ Plur. ^^wX* bedüd, oben lose mit 
Schnüren verbunden, auf der Innenseite schwach gefuttert. 

9. Darüber wird die aS^ä» kawijjeh gelegt, eine länglichte Wurst 
aus Stroh, in grobes Tuch eingenäht; sie legt sich um beide Seiten 
des Höckers (^U-**> sanäm oder t^y> dirweh)^ so daß die Spitze des 
Höckers unter allen Umständen gegen Druck durch das hölzerne 
Sattelgerüst gesichert ist. An den vorderen Enden der Packtuch- 
Hülle ist je eine t^f 'ärwek Schleife angenäht, durch welche die 
*^^^ 3^^^^^ 't^CLällk el'ärweh die Verbindungsschnüre gezogen 
werden. 

IG. Ist nun das hölzerne Gerüst, der eigentliche ädäd, aufgesetzt, 
so wird als Grundlage für den Sitz y^y* mirkeb des Reiters ein 
länglichtes Leder jkJ näfci daraufgestülpt mit zwei Ausschnitten für 
die Sattelknöpfe. Unter dem ndfa wird hie und da noch zur Ver- 
zierung ein handbreit drunter hervorschauendes schwarzes Leder 
^^i-jjLi) sefffeh angebracht. Darüber kommt meist ein zusammen- 
gelegter Teppich «>1^ seggädeh, und etwa noch das Bett des Reisen- 
den, d. h. eine abgesteppte Decke J^\^ firäL 

Damach werden die Doppeltaschen (für das Gepäck) il. ^^ 
khorg {khörg\ Pluralis khrigeh, mit den langen wollenen Troddeln 
oder Quasten ^y>^ hodüb, über die Sattelhörner hinweg durch- 
geschoben, einzelne Vorratssäcke 12. «>^^ mezwedehy Plur. >^y^ 



396 Julius Euting [4 

mazowidy oder ^<^y^ mezhäbeh angehängt; am hinteren Sattelhorn 
wird die lange Ledertasche 13. lJU*J1 ^ -Jla. gefir es-sif für Säbel 
und Stock, auch noch das Gewehr oder gar eine Wasserpfeife in 
Lederfutteral 14. befestigt. Vor dem Sitzplatz des Reiters wird über 
den Hals des Tieres hinabhängend ein Fußkissen 15. ^j^ merakehy 
Plur. mirak mit Lederfransen i.^^\^ iaräsib daran an den miikdim 
(siehe Nr. 4) angeschnallt. Wer es ganz üppig und vornehm geben 
wUl, legt auf die Sitzstelle des Reiters noch ein kleines Fell iX^Iä. 
ga'ad. 

Von den zwei an den 'awärid (Nr. 7) angebrachten Stricken, mit 
welchen der Sattel um den Leib des Tieres festgeschnallt wird, heißt 
der vordere, der fest hinter den Vorderfiißen angezogen, nur während 
des Fressens gelockert wird, ^\^^ bfäfty der hintere, stets lose ge- 
knüpft v.^.Jl^ hakab. Der Strick, mit welchem für die Ruhelage 
des Tieres dessen linker Vorderfuß in der Kniebeuge gebunden 
wird, heißt einfach Jülp 'akkäl. An die 'awärtd wird auch noch 
der Wasserschlauch ^yj kirbeh (Plur. kürab c-y) angehängt. 

16. Der Zaum oder Halfter ^^^^ rese7i setzt sich zusammen aus 
vier Stücken : a) aus dem ^\j»s> 'adär^ einem wollenen Band über den 
Hinterkopf laufend und mit kleinen Quasten »Ji» furrahy Plur. f^irar 
oder auch mit Muscheln verziert; b) aus der dob^LLaL khaUaviijjch 
dem Verbindungsband über das Nasenbein herüber; c) dem y.^ 
gerlr der eisernen Kette; d) dem i>yoo makwaf dem Wollstrick, den 
der Reiter in der Hand hält oder um das Sattelhorn schlingt. 

17 — 24. Zur vollen Ausrüstung des Reiters gehört schließlich 
auch noch der Stock, entweder 

17. ein einfacher Stecken ^äsä oder mätrak Lo*, J5;ix«, oder 

18. eine längere Sorte masnk J5^-*^ oder 

19. ein dicker Knüttel nabbnt C^y^y besonders in Ägypten ge- 
bräuchlich ; 

20. der ganz spezifische, aus Itel-Holz geschnittene Kamels-Stock 
und unzertrennliche Begleiter des Beduinen, der mäkgan ^;jaf^.^\ 

21. rundgebogener Hackenstock bakür ^^\:i\ 

22. eine hölzerne Keule knät OUi*; statt des natürlichen Holz- 
knopfes findet sich wohl auch eine durchbohrte Quarzkugel; 

23. ein Hammerstock klenk (^^^\ 

24. eine Art Stockbeil t(ibar ^-^. 



s] 



Der Kamels-Sattel bei den Beduinen. 



397 




398 Julius Euting, Der Kamels-Sattel bei den Beduinen. [6 



Rabit ist der gemeine Sattel der B^du, sowohl zum Reiten 
gebraucht, als zum Wasser holen, Lasten verladen, zum Ziehen u. dgL 
j^^vXä. Hadageh ist der Lastsattel. 

Das hölzerne Gerüst heißt rä!s el-fyadagek d>^\jJA ^Tj; 

eines der das Dach bildenden Hölzer dalfeh ^Jü^o; 

die Querhölzer oder Keile khai oder khabür ^y^> cA^; 

die Löcher, durch die sie gesteckt werden, Sakk 

oder hafar y^Ä., ,3-2i; 

das grobe Doppelkissen oder Stroh wurst wufr y^; 

das Packtuch khe^ah d^Ji^^; 

der Inhalt: Stroh oder Heu tidn, kaM ^ j t^^^JU^., cr^* 

die Palmfaserstricke serl/ ^7*»»; 

der Längsstock hat keinen besonderen Namen, er 
heifit eben Stock 'äsa 




Bagdadische Sprichwörter. 




Von 

A. S. Yahuda. 

ein hochverehrter Lehrer, Herr Prof. NöLDEKE, dem diese 
Blätter zu seinem siebzigsten Geburtstage gewidmet sind, 
hat mir schon früher gelegentlich die Bearbeitung des Bagd. 
arab. Dialekts als eine Aufgabe bezeichnet, fiir deren 
Lösung ich besonders ausgerüstet sei, weil dieser Dialekt mir schon 
von meinem elterlichen Hause her vertraut ist. Da ich aber zur Zeit 
an diese Aufgabe noch nicht herantreten kann, so möchte ich die 
mir hier gebotene Gelegenheit, zur Ehrung unseres allverehrten Alt- 
meisters einen kleinen Beitrag zu liefern, benützen, um in folgendem 
eine Reihe von Bagdadischen Sprichwörtern aus einer größeren 
Sprichwörtersammlung mitzuteilen, die ich vor vielen Jahren im 
Orient angelegt habe. Bei dem mir hier nur knapp zugemessenen 
Raum muß ich mich selbstverständlich auf eine sehr enge Auswahl 
beschränken und in der Bearbeitung des sprachlichen Materials mit 
gelegentlichen lexikalischen Bemerkungen begnügen'. 



I Die ganze in meinen Händen befindliche Sprichwörtersammlung gedenke ich 
nach Erscheinen dieser Zeilen in einer Fachzeitschrift zu veröfTentlichen. Vielleicht 
gelingt es mir bis dahin auch, eine eingehende und umfassende Bearbeitung des 
Bagdadisch-Arabischen selbst vorzunehmen. Auf die Eigentümlichkeiten des Bagda- 
disch-Arabischen hat schon JuL. Opfert bei seinem Aufenthalle in Bagdad i. J. 1852 
die Aufmerksamkeit gerichtet und in seinem epochemachenden Werk Expedition 
scientifique en Mesopotamie, Paris 1863, Band I, p. 113f. sehr wertvolle Beiträge zur 
Charakteristik dieses Dialektes mitgeteilt. Später hat auch M. Jeannier im Journal 
Asiat. \'III s^rie t. XII p. 341 ff. eine Reihe von Mitteilungen über den Bagd. Dialekt 
veröffentlicht. Der von A. SociN in ZDMG Bd. 36—37 bearbeitete Dialekt von 



400 A. S. Yahuda [2 

Wenn man vom Bagd.-Arab. spricht, so muß man zwei von ein- 
ander abweichende Mundarten unterscheiden: Das von den Muham- 
medanem gesprochene und das von den zahh-eichen, seit alten Zeiten 
in Bagdad ansässigen Juden gebrauchte Arabisch". Der Unterschied 
besteht jedoch nicht so sehr im Sprachgebrauch selbst, als vielmehr 
in der Aussprache. Während die Aussprache der Muhammedaner 
sich in mancher Hinsicht mehr oder weniger an die Aussprache des 
Schriftarabischen, wie sie in den Schulen überliefert worden ist, hält, 
weist das Jüd. Arab. eine starke Beeinflussung durch fremde Sprachen 
auf*. Was aber den Sprachgebrauch selbst betrifft, so sind beide 
Mundarten ebenso reich an Lehnwörtern wie an fremdsprachlichen 
Redensarten und Redewendungen. Es gibt überhaupt keinen andern 
arab. Dialekt, der eine solche Fülle von aramäischen, persischen, 
türkischen, kurdischen und zum Teil auch hindustanischen Lehn- 
wörtern und Konstruktionen aufzuweisen hat, wie der bagd.-arab. 
Dialekt. Trotzdem hat sich der arab. Teil in diesem Dialekt viel reiner 
erhalten und schließt sich mehr an das Klassisch-Arab. an, als in 
allen anderen arab. Dialekten 3. 



Mosul und Maridin ebenso wie der neueidings von B. Meissner in Mitteilungen des 
Orimtalischen Seminars in Berlin 1901, zweite Abteilung, p. I37ff. und in Beiträge 
zur Assyriologie 1903 bearbeitete nordiranische Bauemdialekt sind twar vom Bagd.- 
Arab. wesentlich verschieden, enthalten aber sehr lehrreiche Hinweise auf den Bagd. 
Dialekt 

« In welchem Verhältnis das Christi. Bagd. zu diesen zwei Mundarten steht, 
kann ich leider nicht mit Bestimmtheit sagen, jedoch dürfte es allem Anschein nach 
mehr den arab. Dialekten vom nordwestlichen Mesopotamien ähnlich sein. Die 
christliche Bevölkerung Bagdad's ist zum großen Teil aus armenischen und chal- 
däischen Christen zusammengesetzt. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren auf 8—10000 
angewachsen. Die Zahl der Muhammedaner beläuft sich auf etwa 150000, die der 
Juden auf etwa 40000. Vgl. von Oppenheim, Vom Mittelmeer bis ziim pers. Golf, Bd. 2, 
P. 239 

a Wenn auch das ganze äuCere sprachliche Bild des Jüd. Bagdadischen fremd- 
artig anmutet, so sind doch die Gutturallaute darin viel reiner erhalten als in 
allen übrigen arab. Dialekten. Ebenso werden die emphatischen Laute sehr stark 
ausgesprochen. Zwischen ^ und ^ sowie zwischen > und ^ ist wohl ein hörbarer 
Unterschied wahrzunehmen, aber nur für das scharfe Ohr des Bagdaders vernehmbar 

3 Auch auf diese letztere Tatsache hat schon Oppert a. a. O. aufmerksam ge- 
macht und dabei versucht, auch assyr.-babylon. Reminiscenzen im Bagd. Arab. nach- 
zuweisen. Letzteren Versuch hat auch B. Meissner im Archiv für Rcligionsnvissen' 
schaß Bd. 5, p. 2 19 ff. und in Orientalistische Litteraturteitung ]2ihrg, 5, p. 469 ff. gemacht. 
Ein charakteristisches Beispiel, wie sich im bagd.-arab. Dialekt assyr.-babylon. 
Redensarten erhalten haben, ist die in Kod, Hammurabi S 48 enthaltene Redensart vom 



3] Bagdadische Sprichwörter. 401 

Die hier mitgeteilten Sprichwörter gebe ich in jüd.-bagd. Aus- 
sprache, da ich sie von bagd. Juden gebrauchen hörte. Die Sprich- 
wörter selbst sind aber darum nicht spezifisch jüdisch; sie werden 
vielmehr von Juden, Muhammedanern und Christen gleichmäßig ge- 
braucht, nur sind manche gar zu derbe Ausdrücke von den Juden 
durch mildere, gleichsam salonfähigere ersetzt worden*. Da nun die 
in Bagdad gebräuchlichen Sprichwörter mehrfach auch iA andern 
Gegenden des Orients vorkommen, so war ich im folgenden bemüht 
nur solche mitzuteilen, welche, soviel ich übersehen kann, ganz 
spezifisch bagdadisch sind. Wohl habe ich hier und da einige Parallelen 
aus anderen Gegenden herangezogen, jedoch nur, um den Sinn des 
betr. Sprichwortes näher zu beleuchten. 

Bei der Transkription hielt ich mich an das bei Bearbeitungen 
arab. Dialekte üblich gewordene Verfahren. Glücklicherweise hat die 
Aussprache des Jüd. Bagd. nicht jene Mannigfaltigkeit von verschie- 
denen Vokalfärbungen aufzuweisen, die in manchen andern arab. Dia- 
lekten anzutreffen ist. Aber auch sonst halte ich es nicht für zweck- 
mäßig, in der Transkription sechserlei a und fünferlei e und dgl. streng 
zu unterscheiden. Ich glaube nicht, daß irgend jemand, selbst ein 
Araber, imstande wäre, bloß auf Grund einer Transkription, — mögen 
die verschiedenen Nuancen in der Aussprache der Vokale noch so 
deutlich durch allerlei verwirrende Zdchen, Punkte und Striche ver- 
anschaulicht sein, — die betreffenden Vokale auch nur annähernd 
richtig auszusprechen, und ich glaube auch nicht, daß durch dieses 
Verfahren für die Wissenschaft so arg viel gewonnen wird. 

Daß ich bei der deutschen Übersetzung in manchen Sprichwörtern 
das Präsens für das arab. Perf. gesetzt habe, wird man wohl nicht 
für eine Ungenauigkeit ansehen; es geschah dies lediglich in Rück- 
sicht auf die sprachliche Form des deutschen Sprichwortes. Zum 
Schluß will ich noch bemerken, daß ich die nichtbagdadischen, nur 



„Aufweichen der Schuldtafcl in Wasser". So wird noch jetzt in Bagdad von einem 
Schuldschein, der keine Gültigkeit hat, beiw. wertlos ist, ironisch gesagt ^aaj\ 
yi}^ K^^y^\^ {t)nqaiü ^ilräd mf^äiü ,, weiche es auf und trinke das Wasser davon!" 
Derselbe Sinn liegt auch unzweifelhaft in der erwähnten Stelle bei Hammurabi vor: 
Dort kann es nur so gemeint sein, daß die betreffende Schuldtafel in Wasser auf« 
geweicht werden soll, damit die auf der Tafel angebrachte schriftliche Verpflichtung 
seitens des Schuldners für immer vernichtet werde. Vgl. die ver?chiedenen Auf- 
fassungen D. H. Müller's und Peiser-Kohler's zur Stelle 
I Vgl. z. B. unten S. 410, Nr. 27 
Nöldeke-Festschrift. 26 



402 A. S. Yahuda [4 

subsidiär herangezogenen Sprichwörter und Zitate ohne Transkription 
gelassen habe. Bei Lehnwörtern habe ich, sofern es mir möglich 
war, nur auf solche aufmerksam gemacht, die entweder ungewöhnlich 
sind oder einer näheren Erklärung bedürftig erschienen. 



I. ^Uft j-;^^, Uj^\ ^^<t*^ y^ ' cJm^Uiliji^lkösa ijsir njjar „Der 
Dünnbärtige wird ein Spötter", d. h. es spottet jeder nur über seine 
eigenen Fehler. Uoy aus persisch &^j^^ und ^y: ein Mann mit 
einem dünnen, kurzen, schiefen und formlosen Bart. ^C* heißt Spötter 
(im ägyptischen Dialekt aber: Schwindler). y^>^ ebenso wie >^^a> 
heißt „über jemand spotten". Ein ^y wird allgemein verspottet, 
und \^^\ v^^-ti^^ y^y ist ein Schimpfwort etwa wie „schäbiger Bart". 
Nur ein langer, schöngepflegter Vollbart befriedigt den Schönheitssinn 
der Bagdader, Diese Anschauung ist aber nicht echt arabisch: die 
Beduinen tragen bekanntlich nur selten Vollbarte, und unter den vielen 
Fehlern, die sie den von ihnen gründlich verachteten Türken vorzu- 
werfen haben, ist auch das Tragen eines langen Bartes (vgl. BURCK- 
HARDT, Beinerk. über die Beduinai p. 226). Zwar ist der ^^ auch 
in anderen Gegenden des Orients Gegenstand des Spottes, und so 
sagt man z. B. in Ägypten: ^i^^^ <J ^ ^^ y¥*^ ^ „verspotte 
nicht den Dünnbärtigen, solange du selbst noch bartlos bist" (BURCK- 
HARDT, Arai. Sprichwörter Nr. 601). Tatsächlich wird aber der ^^ 
nirgends so ausgelacht wie in Persien, sowie in den benachbarten 
Ländern, und keiner legt einen so außerordentlichen Wert auf die 
Pflege eines schönen langen Vollbartes wie der Perser'. 



« In Bagdad erzählt man sich folgende Geschichte, die sich dort in der guten 
alten Zeit, als die Paschas nach Belieben hängen und köpfen durften, zugetragen 
haben soll. Bekanntlich pflegen die Perser ihre Barte, namentlich vor Feiertagen, 
mit Henna zu färben. Eines Tages, es war vor '^^^y> (Neujahrsfest), ließ sich eine 
Gesellschaft von Persern in einem Bade durch den Badewärter aus einer benach- 
barten Drogerie Henna holen. Der Drogist, der ein Sunnit war, gab ihnen San- 
darach statt Henna. Als die Perser ihre Barte damit bestrichen, fielen ihnen die 
Haare aus. Da gab es ein schreckliches Gejammer und Geheul, und die ganze Ge- 
sellschaft machte sich auf zum Pascha, um sich Gerechtigkeit zu verschaffen. Der 
Pascha, der den Spaß durchschaut hatte, und dem die Sache im stillen große Freude 
machte, ließ den Drogisten sofort holen. „O du Schurke, schrie er ihn an, was hast 
du zu deiner Rechtfertigung vorzubringen?" „O Herr und Gebieter, erwiderte 
dieser, möge dich Gott auf ewig über unsere Köpfe schalten und walten lassen! Die 
Schiiten sagen, der Koran hätte anstatt Muhammad dem Ali offenbart werden 



5] Bagdadischc Sprichwörter. 40 J 

2. jyA^^S^ y.as*^^ >Loi.b y9^\ ^ismü bilhissäd umingüu miksür 
„Sein Name ist unter den Schnittern, seine Sichel aber zerbrochen" 
wird von jemand gesagt, der nach außen hin repräsentiert, aber schon 
längst sein Vermögen eingebüßt hat. 

3. ^^ >^yy>' ^lA.*-iiJJ y^„)s>^ Jf»\ 'a§ midrimi lüHbiän^{i)b' 
dard^(i)ggaiän „Was weiß der Satte vom Kummer des Hungrigen?'* 
(vgl. SOCIN, Arcd). Sprictnvörter Nr. 183). In^^s>*^ steckt das Partizip 
der IV. Form, wie schon MEISSNER, MittHlungeti des OrientaL Sem. 
1901, Abt. 2, Nr. 85 richtig erkannt hat. Das ^ wird bei der 3. Pers. 
sing, stets nach einem Vokal den Verben, Partizipien, Subst, Pron. und 
auch Präpos. suffigiert, so: ^-^^ hibbJnu „bewahre ihn, verstecke ihn",. 
yliuMi {i)sqanü „er gab ihm zu trinken", y^Uo iäfönü „sie sahen ihn",^ 
^vX^ ^^ y>*^ qüböJiü min ihidem „sie warfen ihn hinaus", yb^\j^ 
{i)mdä^mü (Partizip III) „der ihn Heilende", y^t-^.^ remlnn (Part. I) 
„der ihn Werfende"', yiyc-u^wo (Part* pass. VIII) miUränü „sein Ein- 
kauf, yyi 'abünü „sein Vater", yJ linu „ihm", ^^ binu „in ihm"^ 
yLJ^ {e)il^nü „auf ihm" u. s. f. >>> (pers.) „Kummer, Krankheit" wird 
besonders häufig fiir „Sorgen" gebraucht. 

4. ^UjCJ\ ,J^ ^^j^ y>*^ L5***^ ' as{i)miernfu lilbädjfi^b*äk' 
l^{i)mmnäi „Was versteht der Beduine vom Genuß der Pfefferminze?" 
Dieses Sprichwort wird gegen jeden angewandt, der sich ein Urteil 
über Dinge anmaßt, von denen er nichts versteht. (Vergl. Was weiß 
der Bauer von Gurkensalat?) Pfefferminze gehört zu den deliziösesten 
Genüssen des Orientalen und ist sprichwörtlich für großen Wohlstand. 
Man sagt ^UjCUI^ ^^^-^JJ-b ^^y „er wurde genährt mit Milch und 
Pfefferminze" von einem, der mit Aufwand verschwenderischer Mittel 
erzogen worden ist. Ebenso heißt es von einer Frau, die von ihrem 
Manne äußerst anständig und mit der größten Fürsorge behandelt 
wird: g^UjcJi^ v-^sJJ.U ^jSa «j^l» qadl iendu lallehlib ^innunäi „Sie 
lebt bei ihm von Milch und Pfefferminze" ^ 



mfibsen, nur habe sich der Engel geirrt und das heilige Buch anstatt dem Ali dem 
Muhammad übergeben. Wenn sich nun ein Engel so irren konnte, wie viel mehr 
ein Mensch von Fleisch und Blut. So urteile doch gerecht l In meinem Laden 
habe ich einige hundert Schubläden mit Drogen; Henna ist rot, und Sandarach ist 
rot, und beide Schubläden stehen nebeneinander; sollte ich nun einen solchen gering- 
fügigen Irrtum mit meinem Kopfe büßen?" „Bei Gott, dem Herrn der Welt! Der 
Mensch hat die Wahrheit gesprochen", rief der Pascha und ließ den Spaßvogel 
laufen. Die Perser aber blieben ohne Barte 

X Statt „Milch" wird auch oft sukkar „Zucker" gesagt 

26* 



404 A. S. Yahuda [6 

5. g.»>^\ ^^ ^^J^^ *^^^. J^^ *^^ iähid^{i)llihra7m min^ig- 
gl7nei „\Vas soll der Dieb aus der Moschee nehmen ?" Außer Stroh- 
matten und kahlen Wänden findet man in einer Moschee nichts. Nur 
in größeren Städten befinden sich in einigen Moscheen auch die so- 
genannten b\«|j, d. h. Räume, wo gelehrte Leute öfientliche Vorträge 
über Koranwissenschaft und Religionsgesetz halten. Aber auch dort 
könnte ein Dieb höchstens altes Schuhzeug und abgenutzte Pantoffeln 
finden, welche die Lehrer und Studierenden vor der Thüre stehen 
lassen. Die alten Folianten, die in solchen bijj) vorhanden sind, sind 
kein besonders begehrenswerter Artikel, namentlich wenn es keine 
Europäer gibt, die für solches „Zeug" gut bezahlen! Der Sinn des 
Sprichwortes: Wo man nichts erwarten kann, setzt man sich keiner 
Gefahr aus. 

6. ^UJ> U j^js ^ » H ^^ ^UJ J y üL»H ^ Hmfn^{i)hniqtül^{i)tnam 
u^ imm^{i)llimhddhad ma tnäm „Die Mutter des Gemordeten kann 
schlafen, aber die Mutter des Gefährdeten kann nicht schlafen", jüb^x^^ 
„unsicher, gefährdet" wird wohl eher mit j^ „erschüttern, zerstören" 
als mit >jJb „bedrohen" zusammenzustellen sein. wXt>j>ti^ heißt auch 
„locker"; so lautet ein Sprichwort (J^ yL»)Ji jjbwM^i cr**^^ hssinn^{i) 
Uhnhädhad Ubänu 'aj(lä „Ein wackliger, lockerer Zahn — besser ist's, 
wenn man ihn auszieht". Solche quadriliterale Bildungen sind sehr 
häufig, z. B. jj-iiXi „in Stücke zerreißen", JiüsS und JJülo „dummes 
Zeug reden" u. a. m. 

7. Uai>; l ^j jUi>' 3 d^^y<ijLJ\ jo\ ^id^{t)hntqsasa^tgeftlha ridna 
„Den abgehauenen Arm verdeckt der Ärmel", d. h. die nächste Ver- 
wandtschaft muß die Fehler der Angehörigen zu verbergen suchen. 

8. ^^^UaJI CJ^y^ cJy {i)t^ället^{i)7nrat^{i)ivtisiäjil „Die Frau 
des Mosulaners wird gar herrisch!" Der großstädtische Bagdader 
räumt dem Mosulaner eine minderwertige Stellung ein, wie etwa der 
Berliner dem Potsdamer, und hält ihn auch für beschränkt und klein- 
lich. Ein ähnliches Sprichwort lautet: ^^5*wJu c.^1» 15?.^^^^^^ c?-^^ 
hetti^ddibb'mäii qämet ^iifässi „Sogar die Fliege fing an Winde zu 
lassen!" Dies wird besonders von einem machtlosen Menschen gesagt, 
der sich mehr zumutet, als er kann, und sich dazu noch aufbläht und 
frech benimmt. 

ga^libqSi ilnd {unsi ^nis^et iUnhtijji färet^ihmsi^ten min 'idü „Der 



j] Bagdadische Sprichwörter. 405 

Rabe wollte nach Art der Taube gehen, da verlor er beide Gang- 
arten.** Wer zuviel will, verliert auch das Wenige, was er hat. Dieses 
Sprichwort dient aber auch zur Kennzeichnung widriger plebejischer 
Menschen, welche Vornehmheit und Anmut zur Schau tragen wollen. 
Die Taube ist nämlich für den Orientalen das Bild der Vornehmheit 
und Anmut, während der Rabe neben der Eule der Inbegriff alles 
Widrigen und Verhängnisvollen ist. ^^^^y^ und v^,<t-^ fib^W ^^^ pers» 
^CoLU „Taube**. 5^ ist auch ein Schimpfwort für „Flegel**; für 
weibliche Personen wird bqeia ^^a^ gesagt. ^Jo.\ ^^ 0;U^ „aus der 
Hand fliegen** oder ^J^.i ,^ CUä.\; „aus der Hand gehen** sind all- 
gemeine Redensarten fiir „verlieren**. Wenn eine Gelegenheit ver- 
paßt wird, sagt man ebenfalls JcJ\ ^^ vII-^ä.!;. Die Verbindung *Iä. 
jj>^. mit einem darauffolgendem Imperf. bedeutet einfach „wollen**, 
so: J/b wX3^. Iä. „er will essen**. Folgt darauf ein Nachsatz mit Perf., 
dann heißt es „beginnen**, z. B.: ^-«-ä. !^i^ C5^. ^7?. ^ k^ /^/'frf 
iigdiini yinbahh kissu „er begann zu singen, da wurde er heiser**, 
^.^^JüLiJi^ L^"**^. ^.7?. ^• gä iirid jimsl ^itsäqlab „er begann zu gehen, 
da stolperte er**. Für e^^JJuiJ sagt man auch jJJS3. Die JjuLio- 
Bildungen sind im Bagd. Arab. sehr häufig. Ebenso die mimierten 
Formen wie j^^J^ (aus ^U „tadeln**) „verspotten**, j<t*^' „sich lustig 
machen**, <--^^5t*i (s-^'^) „verstecken, bei Seite schieben**, u-.-^.;^*^ „sich 
aus dem Staub machen, sich verstecken**, ^^ (^j) „schaukeln**, 
f^X^ „sich schaukeln, sich wiegen'* u. a. m. 

10. yb^ ^-^wwlX^ ^J^> JJ-»i»Jb 5^^ U ^y>^jL\ illigredt mä ^äsai 
bissiqq ddhhal mikinsl tiijjänü „Die Maus konnte nicht in ihr Loch 
hinein, da schleppte sie noch einen Besen mit!** Wird von Leuten 
gesagt, die für ihre Ansprüche keine Grenzen kennen. Ebenso wird 
es von Leuten gesagt, die sich aus einer Verlegenheit dadurch helfen 
zu können glauben, daß sie noch größere Umstände machen. SocIN's 
Auffassung (Nr. 171), wonach sie einen Besen mitnimmt, um ihr Loch 
damit zu erweitem, ist irrig und beruht auf der etwas undeutlichen 
Ausdrucksweise des ihm mitgeteilten Sprichwortes. Das bei BURCK- 
HARDT Nr. 469 angeführte ähnliche Sprichwort: ^Xi» 5-**^ t* ^li 
dJj^ tj9i^ ^ I^Lä- „Einer Maus war ihr Hinterer nicht weit [genug], 
da trieben sie einen eisernen Keil hinein*' wird nicht (wie BURCKHARDT 
meint) von „Mitteln gesagt, welche ein noch schlimmeres Übel zur 
Folge haben, als das ist, dem sie abhelfen sollen**, sondern wird von 



406 A. S. Yahuda [8 

Leuten gesagt, die einem hilflosen Menschen noch mehr Hindernisse 
in den Weg legen. Dieses Sprichwort muß übrigens folgendermaßen 
übersetzt werden: „Eine Maus konnte nicht in ihr Loch hinein, da trieb 
man ihr eine Mörserkeule in ihren Hintern !" ,3^0^^ wird ebenso für 
„Ratte" wie für „Maus** gebraucht. 

11. J^SbJl J^.^ u^jJ\ J-^wix^, J-^\ iggdmal iisH^{t)dddhab 
H^}ahel^üiaqül „Das Kamel trägt Gold und frißt iäqül'\ Letzteres ist 
eine Stachelpflanze, die als Kamelfutter im Orient sehr bekannt ist. 
Das Sprichwort wird von einem Geizhals gesagt, der sich nichts gönnt. 
Jlio bedeutet auch „etwas wegtun", z. B. ^UJ^ ^ ^^ y^^^^^^ J-*^. 
„er tut den Kessel vom Feuer weg"; im allgemeinen heißt es aber 
„tragen*', z. B. ^job a^-^^^ J-:^. »,er trägt das Fleisch in der Hand" 
oder wie es in einem Sprichwort heißt: ^\^ cr^^. ^^\ J-tt^. vj^^ 
^^Iki ^;^^\ J-;^. iUi^jsU {i)ddihin^ilddhJien t^illi^jsil {i)ffln^iit(ai- 
jin „Wer Fett trägt, macht fettig, und wer Straßenkot trägt, macht 
schmutzig" (vgl. wer Pech angreift, besudelt sich). 

12. \y^ *^y^^^ rf^ ^U^\ illihmär *auag %ilkar^a sä^a „Der Esel 
hinkt, und der Lohn soll der gleiche sein?" In der Aussprache des 
-^fti wird das ^ regressiv assimiliert. 

13- c^.^ J^*y^ c^ (3 t/*^^ j^ hidez (i)nnas fl bätn (i)rriggäl 
den „Der Leute Brot ist bei einem Manne eine Schuld". Wenn ein 
Orientale bei einem anderen etwas genossen hat, so fühlt er sich 
schon verpflichtet. In Palästina habe ich oft beobachtet, daß Kunden, 
die vom Lande zu einem Kaufmann in die Stadt kommen, um ihre 
Einkäufe bei ihm zu besorgen, nicht eher zu den ihnen nach üblicher 
Landessitte aufgetischten Süssigkeiten und dergleichen greifen, bis 
sie mit dem Kaufmann handelseinig geworden sind. Die dabei an- 
gewendete Redensart lautet gewöhnlich : J^^ yj^ t^wxJ* ^^^^ l« ^\^ 
aX>^-oaJ\ .^äXät^ Lo J--JJ „Bei Gott, ich koste weder Brot noch Salz 
bei dir, bis der Handel abgeschlossen ist!"* Sonst würden sich die 
Kunden genieren, weiter zu handeln, und müßten den verlangten Preis 
geben. ^^^ ^3 heißt einfach „in *, z. B. ^äJ\ ^^^ ^^ „in der Stube", 
^"-c^^ cA^ (3 y^^ ^^^ Büchse", ^y^^^^ cA^ <3 . »»^"^ Sack". Vom 
Menschen wird es aber gewöhnlich im Sinne von „Schuld" gesagt, 
z. B. ,;J^ cA^ i^y^ cr^ Iini^ßus^{i)M?ätn ~y{i)ßafi „ich habe Geld 
bei N. N.** d. h. er schuldet mir so und so viel. — J'^-^ „Mann" ge- 

I Dieselbe Sitte liegt auch Gen. 24, 33 zu Grunde 



9] Bagdadische Sprichwörter. 407 

wohnlich im Gegensatz \j^ „Frau**; hier bedeutet es aber: ein biederer, 
tatkräftiger Mann. Man sagt z. B. JIä-^ y:^^ cu»*^ ^J lai:^^{t)jiqdit 
slr riggäl „Bist du gefallen, so sei ein Mann!** oder: Iä. er* J^ ^ 
JIä.^ ü\ Jl* j^U* ZJ^^ „Nicht jeder, der da kommt und sich einen 
großen Turban umbindet, kann sagen: ich bin ein Mann!" 

14. v^>j-%^ Ur*»Jo* U J--j> dL;>xijL> UyÄi>\ Hdfdiä^bqäsba qdbl mä 
tidfdiä^bmärdl „Stoße es ab mit einem Rohr, ehe du es mit einer 
Stange abstoßen mußt", d. h. das Übel kann im Anfang leicht be- 
seitigt werden, y^^y^ ist eine Bambusstange, die auch als Ruder 
verwendet wird. 

15. yio Jjy^ y^.,^) J-****?. ^oJj^S ^^ räli liHaff {igsil '^dtnü^^'' 
gdraq binü „Er ging zum Fluß, um sich die Hände zu waschen, da 
ertrank er darin". Wird vom Übereifer gesagt. Bei BURCKHARDT Nr 296 
heißt es Jjy lx^^^. rl)» ^^ mehr für muhammedanische Verhält- 
nisse paßt. BURCKHARDT's Deutung, wonach es heißen soll: „Er er- 
wartete einen Vorteil, allein anstatt dessen traf ihn das Verderben", 
wird kaum richtig sein. Vom Übereifer werden in Bagdad auch 
folgende zwei Sprichwörter gesagt U^jcLi Uyi^^ 14,!^^. Iä. ga 
jiftahlä {u)iiüfia^ildia „er wollte ihr die Augen öffnen, da riß er sie 
ihr heraus"; ebenso UUft^ U»)je^. Iä. ga^{t)ikekhila ^hmähä „er 
wollte ihr Augenpulver einstreuen, da machte er sie blind*' (vgl. SOCIN 
a. a. O. 122. I123). In beiden wird an den Heilkünstler gedacht, der 
einer Frau das im Orient allgemein gegen Augenkrankheit ange- 
wandte Pulver in die Augen streuen will. JJ^ heißt sonst auch „die 
Augenlider mit Schwärze schminken". ^^ ist analog zu ^ „aus- 
reißen, etwas mit Gewalt ausziehen". 

16. viliU.\ c-^Jlio ^oisy\ irnqia tiglib üJiäfik „Der Flicken besiegt 
den Weber", d. h. wer sein Kleid flickt, braucht kein neues anzu- 
schaffen. Der Weber kommt also zu Schaden. Wird gebraucht von 
geringfügigen Dingen, die die Wirksamkeit großer Männer beein- 
trächtigen. 

17. yL^ ^ y^Ur?. ^^\^\^ yV* ^ \.,^^'' cy^/'^ izzänl^ihäf 
idla^mräta j^illihrämt^ihäf mla^ibäta „Der Ehebrecher fürchtet für 
sein Weib, der Einbrecher für seinen Mantel [den er während der 
„Arbeit" beim Einbruch ablegt]", 

18. j^t^^ vJ^ J^^^ izzibil iala^lhängl „Der Kehricht fällt 
dem Chanbesitzer zu", d. h. der Hauswirt ist für jede Missetat ver- 



408 A. S. Yahuda [la 

antwortlich. In einem Chan werden bekanntlich ganze Karawanen 
beherbergt, und Menschen mit Reit- und Lasttieren rasten neben- 
einander. Daß aus einem solchen Institut, das gleichzeitig als Her- 
berge und Stall dient, viel Mist wegzuschaffen ist, versteht sich von 
selbst. Da nun die Chans noch nicht mit dem Komfort europäischer 
Hotels mit Kellnern und Hausknechten ausgestattet sind, so bleibt 
dem Wirt nichts anderes übrig, als sich selbst an diese Arbeit zu 
machen. 

19. clir-^^^. dJU\ ^^ y^[x^ U ^jgf^ ^.yyiS 5-%^b ^^. sXMs ^>UJ\ 
^J\ji j.yy>»\ s2fjS ^^ Jli (t)IIaäl qaiad i^^ässih bigglmei qalölü mä^thäf 
min^alläh jirnsähak qäl ^i gdrag^aslr gazäla „Der Affe begann in 
der Moschee Schmutz zu machen. Man sprach zu ihm: Du Elender l 
Fürchtest du dich nicht vor Gott, daß er dich verwandelt? Er ant- 
wortete: Wirklich? dann müßte ich eine Gazelle werden!** ^>lio pers. 
„heiter, fröhlich*' ist die gewöhnliche Bezeichnung flir „Affe** bezw. 
„Meerkater". In Syrien wird er ähnlich ^^xs^^ „der Glückliche** 
oder „Heilbringende** genannt Diese Bezeichnungen sind aber 
Euphemismen, da doch der Affe als böses Omen gilt. ^^^^^ (aus 
^a^) „rußig** ist ein Schimpfwort. ^^ ^a^ sdhham ffiiiü „daß sein 
Gesicht mit Ruß geschwärzt werde** ist ebenfalls ein Scheltwort und 
bedeutet soviel als: „möge er vor Gram und Kummer zu Grunde 
gehen!**. ^^ türkisch anstatt des sonst üblichen arabischen ^^. Die 
Gazelle steht hier im Gegensatz zum Affen, da sie beide als Extreme 
für Schönheit und Häßlichkeit .gelten. Zum Verständnis der Antwort 
des Affen muß darauf hingewiesen werden, daß der Affe zu denjenigen 
häßlichen und fluchwürdigen Tieren gehört, in welche die Frevler 
verwandelt werden sollen (Koran II v. 61) und daß \JyJ dJU\ d^^:**^ schon in 
alten Zeiten als eine arge Verfluchung galt. Unser Sprichwort wird in einer 
anderen Fassung auch im Ägyptischen gesagt (vgl. BURCKHARDT 132)^ 
aber nicht, wie B. meint, „von eingebildeten Menschen**, sondern, wie 
die deutliche Ausdrucksweise in der bagdadischen Form beweist, von 
Menschen, die tief stehen und sich alles erlauben, weil sie nichts mehr 
zu verlieren haben*. 



I Von eingebildeten Menschen wird ein anderes Sprichwort, das dem Obigen- 
ähnlich ist, gesagt: j-^-j^b v-5^ ^^^ LLi^ „wir lobten den Mulla, da vcriui- 
reinigte er die Moschee", vgl. SociN a. a. O. Nr. 170 



1 1] Bagdadische Sprichwörter. 409 

llihraml ^af}ädü fittäh {i)lfäl „Was der Dieb übrig gelassen, nahm der 
Kartenschläger". Eine gewöhnliche Erscheinung im Orient. Wenn 
bei jemandem ein Einbruch verübt wird, nimmt der Geschädigte, in 
Ermangelung einer strengen und gewissenhaften Polizei, seine Zuflucht 
zu dem Kartenschläger, um. auf die Spur .der Diebe zu kommen. 

21. ^j^ UU^ U^\ ^ JiUio U\ i^ Mgret (z)lmä^tkälkel 
3ala ^ahla iasaka tibas „Der Baum, der den Seinigen [d. h. den unter 
ihm Sitzenden] keinen Schatten spendet, möge verdorren!". Von 
reichen Verwandten, die sich um ihre armen Angehörigen nicht 
kümmern. 

22. ^\^xj\ ^y^.. ^"^^^^ t/*y^ ^y^.. Ji^.*>^-^^ illisdlq ijiüf^irräs 
^ä^ädü i}iaf^{i)Utnuias „Der Freund sieht auf den Kopf, der Feind 
aber sieht auf die Schuhe", d. h. der Wohlwollende sieht nur das 
Gute, der Übelwollende nur das Schlechte und Wertlose. Die Schuhe 
sind symbolisch für etwas Niedriges und Minderwertiges. Eine große 
Erniedrigung ist es, wenn man von Jemandem sagt: ^\o^ ^y^. ^ i.^r 
ist keinen Schuh wert". Will man einen herabsetzen, so sagt man 
ihm <iU*»\^ ^J* ^^^\j^ „Mein Schuh über deinem Kopf"*. 

23. ^^Lo^l\ ^.^^ l^jV^o)^) V^V<m)^*k hUldha billästä biz}(;ig^innsära 
„Verwickelt hast du sie in eine christliche Heirat". Die christliche (sc. 
katholische) Ehe ist unlösbar. Dieses Sprichwort ist besonders in 
muhammedanischen Kreisen verbreitet und wird gesagt, wenn jemand 
sich aus einer verwickelten Angelegenheit nicht heraushelfen kann. 
Einem Muhammedaner, der „bei der Scheidung" J5^UJ\ ^ nur zu 
schwören braucht, um seine Frau los zu werden, muß eine „christ- 
liche Ehe" in der Tat als eine ganz verwickelte Geschichte vor- 
kommen! ,J^^ heißt „jemand in etwas verwickeln". \ sj^^^ heißt 
„sich an jemand in belästigender Weise halten, sich jemand auf- 
drängen". Was .J^Sa- bedeutet, vermag ich nicht zu sagen, glaube 
aber, daß es bloß ein ^^'>y^ zu ^^1^^ ist. 

24. kü JkiLo U ^^^ ys^\ itur t^ät mä säqaf Idqat „Wohin der 
Vogel fällt, pickt er**. Ein tüchtiger Mensch verdient überall sein 
Brot. 



» la Verbindung damit vgl. die Redensart: ^Pi "p^WK DHU ^P „auf Edom werfe 
ich meinen Schuh" Ps. 60, 10. 108, 10; ferner D^^Pi TI3Pn p^2K1 „und den Armtn um 
den Preis von zwei Schuhen" Am. 2, 6. 8, 6 



410 A. S. Yahuda [12 

*** 

25. «*^\ ^^ iJUaXL ^^J-oaJ\ {i)Uiisäil fdliet min^igganna ,JDer 

Prügelstock stammt aus dem Paradies*': darum ist er auch sehr 
nützlich. 

26. ^\j^ ^\jj> ]m^^ ^yLojJl {i)hesfür^iizamef qiddäm^{i)mratü 
„Der Spatz prahlt vor seii\em Weibchen". liSj „in prahlerischer Weise 
von sich reden" wird auch gebraucht von jemandem, der starke 
Drohungen gegen einen anderen ausstößt, z. B. U?^ ^\ 'ai gatzäm- 
mef „was prahlst du da mit deinen Drohungen?*' 

27. c»->UJl oXi CvUi.\ vX^ und iUiäblet sdddet ilbäb „Erst als 
sie schwanger wurde, schloß sie die Türe!**, d. h. „nachdem das 
Kind in den Brunnen gefallen ist, deckt man den Brunnen zu.** (Viel 
drastischer und derber lautet dieses Sprichwort bei MEISSNER 1. c. 
Nr. 7 und BURCKHARDT Nr. 138). Wenn man etwas Versäumtes zu 
spät nachholt, so sagt man: y«iy^ -UJ\ jJL^ iend^{i)l^äh fihhrönü 
„als er ein Greis wurde, hat man ihn beschnitten** oder v-.^<^ ^ *xio 
c->U^ y^^^ ^^^^ '^^^ ^<^W^ Uiddönü lilkittäb „nachdem er ein Greis 
geworden war, brachte man ihn zur Schule!** \^JciS ist eine Kinder- 
schule, wo man Schreibunterricht erteilt und den Kindern die Anfangs- 
gründe der Sprache beibringt. <k-i*»^j^ ist schon eine höhere Schule 
und wird sowohl von Knabenschulen als auch von Seminarien bezw. 
Hochschulen gesagt. c»jUJ^ Xi „die Türe zubinden** für „die Türe 
schließen** ist dem pers. cpi-*o j> nachgebildet. Sonst sagt man auch 

28. ^ü JjL^\ J-%a. J-.4i oSa und iggämal hdmal (i)lmühel 
näh „Kaum hatte das Kamel das Sieb getragen, da kniete es schon 
nieder**. Von jemandem, der schon nach der geringsten, zu seinen 
Kräften in gar keinem Verhältnisse stehenden Arbeit Ruhe sucht 

29. «-».Ä.^^ klj-Jl ^L**i ^i^ lyii qälü Sämmar sär {i)llimzällat 
iirgif „Man sprach: „Die Schammar kommen!*', da begann der Bettler 
zu zittern.** Die Schammar sind ein in Mesopotamien weit verzweigter 
und allgemein gefürchteter Araberstamm. Ihre räuberischen Streif- 
züge sind der Schrecken der ganzen Bevölkerung. „Wer den Scham- 
mar in die Hände fällt,*' heißt es, „kommt nur mit dem Leben davon.** 
Besonders gefürchtet sind die um den Tigris ansässigen Stämme, und 
seitdem sie 1831 Bagdad drei Monate lang belagerten und das ganze 
Tigrisgebiet verwüsteten und ausplünderten, sind sie sprichwörtlich 
geworden. Unser Sprichwort wird zur Charakterisierung von Leuten 



1 3l Bagdadische Sprichwörter. 4 1 1 

gesagt, die die größte Furcht da an den Tag legen, wo gerade sie am 
allerwenigsten Grund hätten, sich zu furchten. Ausführlich über die Scham- 
mar vgl. das ausgezeichnete Werk VON OpPENHElM's Vom Mittelmeer 
bis zum persischen Golfy Band 2, p. 5 3 ff. k)j.* „der Nackte** ist auch 
in andern Gegenden des Orients eine gewöhnliche Bezeichnung des 
Armen. JaJpb jXk heißt „bloß mit dem Leben davon kommen", 
ebenso „leer ausgehen'*. 

30. i^J^^ ^Ljo »Ji.\^ LJ^j^^ ^'^ ^uLä^^ ilqähfa^tgär {ii)jitiznT 
mä/nirra {i)tgar (u)'jitibkl „Ein schlechtes Frauenzimmer wird eifer- 
süchtig und hurt; eine tugendhafte Frau wird eifersüchtig und weint** 
(vgl. BURCKHARDT 460). dS^ heißt eine Hure. Im übrigen Orient 
sagt man dafür dL^. Vgl. ZDMG 39, 575. 

31. yL-3; Cy*^^^ 5*^ J^ y^,^>^ c^.'-*^. cW^ o^^^ i^kän ig- 
gämal^{i)i}älin hidbitü kän ^äqa^ ^inkdsret riqbitü „Wenn das Kamel 
seinen Höcker sähe, es fiele zu Boden und bräche das Genick**. Gegen 
jemand, der den Splitter in dem Auge des andern sieht und den 
Balken in seinem eigenen Auge nicht gewahrt 

32. .J^'S^^ J-:^. «..^.aAJ» y^JLioi, vI^^J^^. ^ v-5^^^ ilkirdl gö^i- 
irtdon^iisclbönü tälab hdbel {i)mnäqqa§ „Man wollte einen Kurden 
hängen, da bat er um einen bunten Strick***. Der Kurde ist sprich- 
wörtlich wegen seiner Einfältigkeit und Dummheit. Dies kommt in 
einer Reihe von sehr verbreiteten und häufig angewandten Sprich- 
wörtern zum Ausdruck. So z. B. ^^Uä. ^ wXä*^ J-»^^ Jl-i ^/^^ 
ilkirdi säl ilhimel {u)uqäiad lala^hmärü „Der Kurde trägt die Last 
und sitzt auf dem Esel**. J>^^^ i^\) x^:*^, ^-r^ Cr* v-5^^^ ilkirdt 
min Mjjab {i)isir räil^sshül „Der Kurde, wenn er alt wird, dann wird 
er ein Hirt von Zicklein", y^ v^V^'^ d^ ^ 4^^ ;^ ^^ ^^ L5^/^^ 
U^ dJ^ ^UJ „Der Kurde ist närrisch, selbst wenn er ein Heiliger 
wäre; wenn am Kurdengeschlecht etwas Gutes wäre, so wäre doch 
einmal ein Prophet aus ihm hervorgegangen** (vgl. SociN 1. c. 265 
und 261). Als ganz besonders störrig, plump und dumm gilt der 
Nomaden-Kurde, der ^^^ kicrl genannt wird^ ^^..f^ ^'Uä. hamäqa 

» Vgl. SociN 340. Ein ähnliches Sprichwort (ibid. 332) wird vom müssigen 
Schwätzer gesagt: 3*^ v^iai.\ Jl» ^ ^ ^^ *p9 x}>y<^\ „Man brachte den 
Schwätzer in die Hölle, da sagte er: Das Brennholz ist feucht!" 

2 Nach ihm wird auch ein in Bagdad sehr beliebtes Reisgericht mit Linsen 
k'icn genannt. Man könnte kicn als die Leibspeise der Bagdader bezeichnen 



412 A. S. Yahuda [14 



ß 



ktcrtijf ist der höchste Grad von Dummheit. Man sagt auch J-^\ 
>U^ ^ ^4^ >\j^\^ W^^^ ^^j^^^ »D^^ Korulons und die Heu- 
schrecken, die Beduinen und die Kurden, sie alle sind verderblich" 
(vgl. SociN 262 und Meissner 63). 

33. J-U.\ CAjyj^ j^* ^ la^tudd^{i)ihürät>^{i)lhibli „Zähle 
nicht die Monate der Schwangern", d. h. Kümmere dich nicht um 
etwas, was dich nichts angeht! 

33a. viUwJ^ c>^^^ C^vT^^ *^^ <iLo^ S-!^^ C^<t*^^ ^ '^ '^^" 
bahin {i)btöb ür^ek bmd sahrin {u)^iin^än iiksek „Prahle nicht mit 
deinem Hochzeitskleide, nach zwei Monaten wird dein Ellbogen 
herausgucken!" Die Angeredete ist hier die Braut. Ähnlich wird 
gesagt J^f^ '^^?^\5 ^»^ ü^.'-^ ^ ty^ '^. i^ ^^^^ ^d titmäjal gada 
^igik ilmingal „Wiege dich nicht, o Kornfeld; morgen kommt über 
dich die Sichel !" ^^ „sich rühmen, großtun, prahlen"; Jj>U3' „sich 
kokett hin und her bewegen". Dies wird sowohl von Frauen als 
auch von Männern gesagt im Gegensatz zu ^^y welches in der 
Regel nur von Frauen gesagt wird. 

34. ^j;.(j;'>o CJ^y^ ^^y^ er* 5^^ 'alfai min sinnt {u)j^abat fnit- 
hännl „Ich lecke an meinen Zähnen und schlafe vergnügt'*. Wörtlich: 
„ich lecke von meinen Zähnen". Der Sinn: lieber hungrig bleiben, 
als die Wohltat anderer in anspruch zu nehmen. 

35. ^ ^^ ^^.^ ^ut^ w>^b sifß \%a**Ay*\ i^^^ e9^<t^ ^vX^ LJi 
s*))k^\ U ilma icndü^bnctl hiljiä {i)föüsä gdrag jflhed biha fitqillä 
^l^^^nia^hläki „Wer kein schönes Mädchen zu umarmen hat, muß 
ein häßliches in seine Arme nehmen und ihm sagen: O wie bist du 
doch so schön!", d. h. „In der Not frißt der Teufel Fliegen". ^y> 
„umarmen und küssen**, \y^^\u3 „sie umarmten sich", ^r*^** und 
\yLolÄ* „in die Arme nehmen*', auch ohne sich zu küssen. «^5^^^;^ dimi- 
nutive Form aus iJS\ mit suffigiertem ij^Ä-^i b, nach pers. Sprach- 
gebrauch, ist in Bagdad allgemein gebräuchlich für Mädchen. 

36. ,3^b J^* Lo ^^.^^\ iu-fcJ liqmet {i)Uikbfrf mä tinzel bilhalq 
„Ein großer Bissen geht nicht durch den Schlund**, d. h. eine große 
Beleidigung kann man nicht einstecken. Mit der Vorstellung einer 
Beleidigung als , Bissen*' steht die Redensart in Verbindung : t^^^ ^ 
er „ass** einen heftigen Tadel, eine ungebührliche Zurechtweisung, d. h. 
er ließ es sich gefallen. Im Bagdadischen sagt man für t^^^f auch 

ti^tumäjj „eine arge Beschimpfung". Man sagt auch all- 



15] Bagdadische Sprichwörter. 413 

gemein: er ,,ass" eine Tracht Prügel, von einem, der Prügel bekommt'. 
Ebenso ^JJ3 <k.»jtL\ er gab ihm eine Tracht Prügel zu „essen". Eine 
ungewöhnliche, beleidigende Zumutung wird auch mit sSx^ ^^^ 
bezeichnet. Von etwas, was unerträglich ist, sagt man ,3^.^ J^* U 
„es geht nicht durch den Schlund". Ebenso sagt man von einem nei- 
dischen, mißgünstigen Menschen yü^ Jj-^ ^ »es geht nicht durch 
seinen Schlund**, d. h. er kann es vor Neid nicht ertragen. 

37. \.,^^^ / K^yJS^ <^.UjtJ\ ^ J>^A>ou^ misfüfm^(i)llhmäjim 
i^iggiüb {i)ndaf „Die Turbane sind aufgesetzt, die Taschen aber 
leer", d. h. „außen fix, innen nix". J^U* ist ein großer Turban, nach 
Art der vornehmen, angesehenen Leute. Die einfachen Leute tragen 
^.U.^ cltäjf ein buntgefärbtes Tuch (aus pers. v^^*<t^ bezw. hin- 
dustanisch C-w^4»^) oder ^^.<k-iliu ein blau oder violett gefärbtes Tuch. 

38. ,^j^ <>JiUüb ^ *Ji^\ illunfällis bilqäfla 'afuln „In der Kara- 
wane ist der Unbemittelte sicher*' [vor Beraubung]. ,^,**Ii^ der keinen 
,^ywJi Pfifferling hat. ^y^ heißt „Bankrott machen". 

39. ^^yU cJ^^^^ J^y^j^^ vJ^y^ miknüs umirSa§ j^izzibel lirrikba 
„Ausgefegt und gesprengt, und doch reicht der Kot bis ans Knie!'* 
Von jemand, der trotz großen Getues doch nichts Richtiges fertig 
bringt 

40. ,^^.4Lxr» 1>\^ \^ ^^^ C5-^. e5-^. ^y^ Cr* ^^^^ g^UU^ U^^^ 
jiksl umin barra^drät mihsi „Nach außen hin tut er spröde und 
stolz, und innen ist nichts als gefüllte Winde", ^^^-i^*^ ^\j^ ein derber 
Ausdruck fiir „nichts". Im Ägyptisch-arabischen sagt man yj^. 
statt <^5-»^.', doch scheint mir die tert. ^ ursprünglicher zu sein 3. 

41. dJ^ y^^^ ^ y^ »-^^^ Cr* kJ^^"""^^ illtstähl min bint ^änimü 
mä^tginü dänna „Wer sich vor seiner Frau geniert, den trifft kein 
Verdacht" [daß er mit anderen Frauen verkehrt]. "JU v:u;^ bedeutet 
jetzt „Schwäherstochter** und nicht, wie man es gewöhnlich auf- 
faßt, „Kousine". Der Schwiegervater wird von beiden Ehegatten 

X Herr Prof. Goldziher macht mich darauf aufmerksam, daß es dem persischen 
^^^y^ nachgebildet ist 

« Vgl. BURCKHARDT L c. p. 82 ZU ^j^^. Und p. 316 ZU ^^^ 
3 Meine Vermutung findet eine Unterstützung in n^t93 Deut. 32, 15. Dieses 
-dtr. Xer*» dessen Bedeutung bis jetzt nur aus dem Znsammenhange erraten werden 
konnte, tritt erst durch Vergleichung mit unserem ^^^-^ in*s rechte Licht 



414 A. S. Yahada [i6 



angeredet, die Schwiegermutter ^^^^ Cj\j^. Der Mann ruft 
seine Frau ^J^U C^, und die Frau redet ihn mit ^^JU ^^\ an. Bei 
allen diesen Anreden wird an die ursprüngliche Bedeutung „Onkel" 
für ^ gar nicht mehr gedacht', 

42. vXä:^^ ^At^ jct**^. f^. crtt*t)^ fy^^ j^^^^^ illiiiähT üqö7Pi 'ar- 
dilti iöm ilslr minnem jie/ieä „Wer mit Leuten vierzig Tage umgeht, 
wird einer von ihnen", d. h. man kann sich dem Einflüsse seiner 
Umgebung nicht entziehen. Das Sprichwort ist sehr charakteristisch 
für die rasche Assimilationsfähigkeit der Orientalen. 

43- o^^ Kjr^^ \Sy^' (^)i^^^U^ ligginni 'adän „Er setzt dem 
Teufel Ohren auf". Von einem übergescheiten Menschen. 

44. ^y^ 5<?^.^ v^-'^^ c^.'-*^. (0/^^i^'^ ilbiqqäit ^^dajjil ig- 
gämal „Er sieht die Wanze und verliert das Kamel aus dem Auge". 
Für ^)a „sehen" wird auch häufig ^-ix* gebraucht, 

45. d^ÜUb l,(j...^fl> oy'^ O^^^ 0-* ^^'^^ ^^h<^^^ liblhon fig- 
dlhä bilfätha „Von Schlchön bis Bichön — das macht er bloß mit 
der Fätcha". Diese ganze Reise macht er, indem er bloß die ersten 
Verse des Korans hersagt, mit denen ja jeder Moslim ein größeres 
Unternehmen beginnt. Dies wird gegen leichtfertige Menschen ge- 
sagt, die mit allem rasch fertig sind. Indeß wird es auch von jemand 
gebraucht, der alles mit Aufwand geringer Mühe zu erreichen ver- 
steht. Wo die Orte o^^^ ^"^^ C>>^=^ liegen, konnte ich nicht er- 
mitteln. Bei NiEBUHR, Reisebeschreibwig Bd. 3, p. 97 finde ich nur 
^^sty'^ o'^, das auf dem Wege von Damaskus nach Aleppo liegen 
soll. Nach der Aussage eines Bagdaders sollen es zwei Flüsse sein. 

46. ^L^ J^aä.^ '^\ c^^ viUb ^UJ\ ^^ min iliolem bälak 
umin ihnidla^hfid hlälak „Vor dem Gelehrten hüte deinen Verstand, 
vor dem Gottesgelahrten — dein Weib". Der Gelehrte könnte dich 
blamieren und der Mulla dir deine Frau verführen. Der Mulla ist zwar 
kein Geistlicher im europäischen Sinne, hat aber doch infolge seiner 
spezifischen Gelehrsamkeit als Kenner des muslimischen Religions- 



I Daß J»^ „Onkel" als Bezeichnung des „Schwiegervaters" dient, hängt mit 
der Sitte zusammen, daß Vettern ihre Kousinen heirateten. Bei den Beduinen hat 
noch heute der „erste Vetter" das Vorrecht auf seine Kousine, und sie darf nur dann 
einen andern heiraten, wenn ihr Vetter auf sein Recht verzichtet. Bei den Städtern 
hat sich aber diese Sitte nicht mehr erhalten (vgl. Burckhardt, Bemerk, über die 
Beduinen p. 91 und 21 9) 



I/] Bagdadiscbe Sprichwörter. 415 

gesetzes eines gewissen geistlichen Charakter. Er ist homo religiosus 
und macht meistens gute Geschäfte mit seiner „Religiosität**. Der 
hier zum Ausdruck gebrachte Verdacht gegen ihn dürfte ebenso be- 
gründet oder unbegründet sein, wie das gleiche Mißtrauen gegen die 
Mucker aller andern Konfessionen. 

47. y>ß.y^ J-? v^^ i^ u>**^^ *^^^ *^^^ ^^^^^ ^^^^ ^^^^i ball^iiy 
^^ribü „Als der Bock endlich Wasser geftinden, benetzte er bloß 
seinen Schnurrbart**. Von Leuten, die es nicht verstehen, eine lange 
gesuchte Gelegenheit richtig auszunutzen. Vgl. BURCKHARDT 373. Die 
dort gegebene Deutung wird kaum richtig sein. 

48. ^^^ iJUAU>^ ^^.^.xxÄJb ^y, cx^,^ Uy^ c^^vi5ü\ iLJ> ddnbet 
ilkdlb hiUühä 'arbmi ipm hilqdsba {u)^täliet icrgä „Man legte den 
Schwanz eines Hundes vierzig Tage in ein Rohr, dennoch kam er 
krumm heraus**. Von unverbesserlichen Menschen. 

49. ^cUä. \{j.a\^ \Sy^- "^'T^' r^^ ^ y^^ v3y^*=^ o^^ tished 
qatihtäriq däqnü gä^Uäh {i)jrld jii^l^ilfha ciftä „Dem einen brennt 
der Bart und der andre will ciftä daran braten**, ciftä (pers. kifte) ist 
eine Hammelroulade, die aus fein gehacktem Fleisch mit Zusätzen 
besteht und über einem leichten Kohlenfeuer am Spieß hergestellt 
wird. Vgl. SOCIN 1. c. 471. 

50. Jo^ <^wäJ jJ^ ^.^^-^^^ ^^ er* w/>/ iäna^lhtt iala liqmä fred 
„Von Ana nach Hit bloß um einen einzigen Bissen!*** Ana und Hit sind 
zwei am Euphrat gelegene, ziemlich weit von einander entfernte Städte. 
Dieses Sprichwort wird im allgemeinen von jemand gebraucht, der 
Großes unternimmt, um einen kaum nennenswerten Gewinn zu erzielen, 
ist aber im Grunde auf die im Orient häufigen Schmarotzer ^yX^S^:^ 
iufejlijfln gemünzt, die es nicht verschmähen, von einem Ende der 
Stadt bis zum andern zu trotten, wenn es gilt, an einer Festmahlzeit 
teilzunehmen. Ähnlich sagt man auch in Kairo yt U *X;^ä^\ ^3 t^^ 
vXyo „Ein Schmaus in Oberägypten ist wahrlich nicht so weit von 
hier**, d. h. für einen Schmarotzer ist eine Wanderreise von Kairo 
nach Oberägypten nicht zu viel, wenn er nur Aussicht auf ein opu- 
lentes Mahl hat. In früheren Zeiten bildeten die tufiiiiüun ganze 
Zünfte und fehlten bei keinem Feste. Zwei der berühmtesten 
Schmarotzer, die wegen ihrer Zudringlichkeit sprichwörtlich wurden, 



» So wurde es mir erklärt. Ich vermute aber, daß mit /m/ bezw. frtd irgend 
eine Speise gemeint sein muß 



4l6 A. S. Yahuda, Bagdadische Sprichwörter. [i8 

sind SaJld und 'Aäiab. So heißt es von ersterem in Ägypten ^\ 
iX^ ^^ j^Ä^i ^^. Lc ^x-^^A**» ^^ j\sx}\ C-J-^ „Wenn ein Haus nur 
vor Saiid sicher ist, so kommt sonst kein Mensch von der Feme*' 
(vgl. BüRCKHARDT 462 u. 63). Ganz besonders berühmt war aber 
*A§jab, namentlich wegen seiner Habgier, und schon in sehr früher 
Zeit sagte man c^ocX:;s v-^-ocil ^^ ^ „sei nicht habgierig wie 'Aäiab, 
sonst wirst du ein mühseliges Leben haben" (vgl. Firuzabädi, Qämüs 
s. V. ^^^K^). Auf eine Frage, wie weit er in seiner Habgier ge- 
gangen sei, soll er folgendes erwidert haben: Ich bin noch nie einer 
Braut im festlichen Zuge begegnet, ohne daß ich dachte, man führte 
sie zu mir heim; und nie bin ich einem Leichenzug begegnet, ohne 
daß ich annahm, der Verstorbene habe mir ein großes Vermögen 
vermacht; und so oft ich einen Diener mit einer mit deliziösen Speisen 
beladenen Platte auf der Straße traf, kehrte ich schleunigst nach 
Hause in der Einbildung, daß jene Platte für mich bestimmt sei. Den 
Höhepunkt erreichte ich aber, als mich eines Tages die Straßenbuben 
furchtbar belästigten und ich sie los werden wollte: Ich sagte zu 
ihnen, sie sollten in eine von meiner Wohnung ziemlich entfernte 
Straße gehen, da* es dort ein großes Festessen gäbe. Kaum waren 
sie davon gelaufen, da dachte ich mir: bei Gott, ich könnte doch 
am Ende Recht haben!, und lief ihnen sofort nach. 





Aegyptiaca. 

Von 
Friedrich Schwally. 

on kaum einem Lande der Erde besitzen wir eine so zu- 
verlässige Beschreibung seiner Sitten und Gebräuche, wie sie 
der englische Reisende E. W. Lane für das moderne 
I Ägypten geliefert hat. In den 70 Jahren, welche seit Er- 
scheinen der Manners and Customs of the modern Egypiians ver- 
flossen sind, hat sich natürlich auch in dem konservativen Orient 
mancherlei verändert Andererseits ist der Stoff der Volkskunde so 
unermeßlich groß, daß er niemals ganz erschöpft werden kann, und 
daß selbst den bekannten Erscheinungen immer neue Seiten abzu- 
gewinnen sind. Ich will das an ein paar Beispielen veranschaulichen, 
da ich in der nächsten Zeit wahrscheinlich nicht dazu kommen werde, 
meine auf zwei Reisen gesammelten Beobachtungen als Ganzes vor- 
zulegen. 

Es ist bekannt, daß die meisten Muslime sich mit einer Frau 
begnügen. Ausnahmen von dieser Regel sind aber doch viel häufiger, 
als man auf Grund der besten Reisewerke vermuten sollte. Ein 
großer Teil der Männer, welche durch ihren Beruf genötigt sind, in 
regelmäßigen Zwischenräumen und auf längere Zeit an einem fremden 
Orte zu verweilen, hält sich an diesem eine zweite Frau. Fast alle 
frisch eingewanderten berberinischen Diener haben in ihrer Heimat eine 
Frau sitzen, was sie aber nipht abhält, am Orte ihrer Dienstbarkeit 
nochmals zu heiraten, so daß sie nunmehr zwei Frauen samt dem 
Nachwüchse zu unterhalten haben. Arme ägyptische Mädchen gehen 



Nöldekc Festschrift. 



27 



41 8 Friedrich Schwally [2 

Ehen mit Berberinern sehr gerne ein, da diese in dem Rufe stehen, 
ihre Frauen besser zu behandeln als die den niederen Ständen an- 
gehörenden eingeborenen Männer. Wenn ein solcher Berberiner 
wieder in seine Heimat zurückkehrt, scheidet er sich in der Regel von 
seiner ägyptischen Frau, nimmt aber die Kinder, besonders wenn es 
Knaben sind, mit Er braucht in diesem Falle der Geschiedenen nichts 
für den Unterhalt der Kinder zu bezahlen, und diese müssen später 
für ihn arbeiten. 

Die Zwei-Ehe ist auch nicht selten unter der niederen Bevölkerung 
der Städte, z. B. bei kleinen Handwerkern und Krämern, welche die Last 
des Lebens fast mit derselben Leichtigkeit tragen wie die großen Paschas. 
Ein Teppichmacher, dessen Vertrauen ich besaß, ohne jemals für 
einen Piaster bei ihm gekauft zu haben, erzählte mir einmal, er müsse 
jeden Tag 30 große Piaster verdienen, um seine beiden Frauen zu 
unterhalten. Diese wohnen weit auseinander in verschiedenen Quar- 
tieren der Stadt und haben sich niemals gesehen, was aber ihre Eifer- 
sucht nur erhöht. Sie haben den beständigen Argwohn, daß die eine 
mehr Geld von ihrem Manne bekomme als die andere. Der Mann 
hat keine eigene Wohnung, sondern bringt bei jeder Frau abwechselnd 
eine Woche zu, wobei das von einer dritten, aber jetzt geschiedenen 
Frau stammende siebenjährige Söhnchen mitgehen muß. 

Die Hochzeits-Zeremonien finden in der leilat el-duchle einen 
vorläufigen Abschluß. In dieser Nacht sieht der Bräutigam zum ersten 
Male das Antlitz der Braut, überzeugt sich von ihren körperlichen Reizen 
und defloriert sie. Die Defloration ist aber keineswegs mit dem ersten 
Beilager identisch, welches vielmehr erst eine Woche später, in der dem 
Jörn el'Stibtia folgenden Nacht stattfindet, sondern sie ist eine Sache 
für sich und geschieht nach J. W. BURCKHARDT, Arabic Proverbs, 
2. Aufl., London 1875, S. 140 in folgender Weise: ^^ c^.7^ ^^ 

Es scheint, daß die mechanische Defloration noch jetzt allgemein 
üblich ist; ausdrücklich bestätigen kann ich sie für die Beduinen und 
Fellachen des Fajjüm und der angrenzenden Wüsten. Nur von dem 
Miftäh habe ich nichts gehört. Noch kein Reisender hat eingesehen, 
welche große Wichtigkeit diesem Brauche in kultur- wie religions- 
c^eschichtlicher Hinsicht zukommt. Wie ist er aber zu erklären? Man 



3] Aegyptiaca. 419 

könnte geneigt sein, alles aus der Wertschätzung der Virginität ab- 
zuleiten. Dann wäre jene seltsame Deflorierungsart als Vorsichts- 
maßregel zu betrachten, damit die Braut, falls sie als NichtJungfrau 
sofort wieder geschieden würde, an den Bräutigam keine weiteren, aus 
einer Vaterschaft entspringenden, Ansprüche geltend machen konnte. 
Die siebentägige Wartezeit mochte notwendig erscheinen, um die 
Braut von der bei dem barbarischen Verfahren erlittenen Verwundung 
zu heilen. 

Indessen sind diese Gesichtspunkte zu einer richtigen Beurteilung 
nicht ausreichend. Denn die Sitte, erst 7 Tage nach der Hochzeit der 
Braut beizuwohnen, ist keine isolierte Erscheinung, sondern hat in 
allen Teilen der Welt zahlreiche Analogien, mit größerer oder kleinerer 
Ausdehnung der Karenzzeit, z. B. bei den Esthen und Finnen, im All- 
gäu \ in katholischen Dörfern Schwabens und der Oberpfalz, in vielen 
wallonischen und französischen Gebieten, in Italien und bei den Süd- 
slaven, auf den Keei-Inseln, bei den Kyounghta auf Chittagong, in 
Dardistan, einigen Teilen Brasiliens, auf dem Babar-Archipel u.s.w. 
Einer ebenso weiten Verbreitung erfreut sich die Vorstellung, daß die 
Deflorierung eine äußerst unheimliche und für die Beteiligten nicht 
ungefährliche Sache sei. Deshalb lassen sie die Viskayer auf den 
Philippinen und die Neukaledonier durch einen Sklaven vornehmen. 
In gewissen Teilen Indiens bediente man sich des Priesters oder 
eines Phallus, im alten Italien eines dem Mutunus Tutunus geweihten 



» Karl Weinhold, Z?/> deutschen Frauen in dem Mt/elaüer, I \ 366 erklärt diese 
europäischen Fälle daraus, daC die Kirche seit dem 5. Jahrhundert Keuschheit in 
den ersten drei Nächten der Ehe empfohlen habe, auf Grund von Tob. 6, 19 ff., wo- 
nach der junge Tobias bei seiner Hochzeit mit Sara durch seine Enthaltsamkeit vom 
Tode gerettet ward (Tobiasnächte). — Wenn an dieser Kombination auch etwas 
Wahres ist, so hat doch das trhwctium castitatis in dem biblischen Texte keinen An- 
halt, da dieser nur von einer einzigen Nacht redet. Im übrigen befindet sich die 
gesamte exegetische Tradition mit ihrer Auffassung dieser Tobiasnacht im Irrtum. 
Denn der Text von 8,9 xal ^Küi|L4r|Gnaav diLiqpÖTcpGi Ti?|V vOxTa stellt fest, daß das 
junge Paar nach dem Gebete bei einander schlief; ^K0iMr|6r)aav geht auf hebrä- 
isches UDtsf^ zurück, den terminus technicus für die cohabitatio. Und in dem Gebete 
hat Vulgata an Stelle von ItC dXiiGcCaq (8,7) die nicht mißzuverstehenden Worte 
„sola posteritatis dilectione". In diesem Zusammenhange darf auch nicht unerwähnt 
bleiben, daß das erste Beilager des Tobia unmittelbar nach den Ehepakten (7, 14) 
stattfindet, aber vor der Hochzeit. Und nachdem Tobia mit seiner jungen Frau von 
Ekbatana nach Ninive zu seinen Eltern zurückgekehrt ist, wird nochmals Hochzeit 
gehalten ll, 18. Die Kommentare haben keine Ahnung davon, daß hier ein Problem 
vorliegt 

27* 



420 Friedrich Schwally [4 

Fascinuin, In meinen Semitischen Kriegsaltertümern I, S. 74 — 81 ist 
der Nachweis versucht, daß dieser ganze Kreis von Bräuchen auf 
Aberglauben beruht, und zwar auf der Furcht vor bösen Geistern; 
man erinnere sich des Asmodi im Buche Tobit (cp. 3, 7. 6, 13 ff.). 
Unter diesem religiösen Gesichtspunkte werden deshalb auch jene 
merkwürdigen ägyptischen Hochzeitsbräuche in erster Linie zu beur- 
teilen sein. 

Der hohe Wert, der im Islam auf die Virginität gelegt wird, 
läßt es begreiflich erscheinen, daß man dieselbe, wenn nötig, auf 
betrügerische Weise vorzutäuschen sucht. Die Verwandten des Mäd- 
chens wenden sich zu diesem Zwecke an eine Hebamme oder an 
eine Schecha. Eine alte dicke Hexe in einem versteckten Winkel 
des südlichen Kairo, zu deren Audienzen ich ein paar mal Zutritt 
hatte, braute einst in meinem Beisein einer besorgten Mutter die 
zauberkräftige Mixtur für ihr holdes Töchterlein, unter vielem Stöhnen, 
Krächzen und Schnauben sowie anderem Hokuspokus. 

Andererseits kommt es auch vor, daß einem unbescholtenen Mäd- 
chen, dessen Heirat man vereiteln will, die Zeichen der Jungfräulichkeit 
mit Gewalt entfernt werden. Die größte und angesehenste ägyptische 
Tageszeitung, der Mu'ajjady berichtet über einen solchen Fall, der sich im 
Jahre 1903 in Damiette zugetragen. Folgendes : OIaXX«^ ^^ ^^^ *Lu^\ ^\ 
^,j^ O^J^aX* ^^JA^^ \jbyAJjB> ^-r"^^ i\>Ä.\^ Ji" Ä^ y ^...s-w^^ ^-,4^UI> ^3 

f^y^\ U^^ ^\ ^^^ '^/■t^ C^i^ ^^^ '"^ ^''^JJ *— ^ C^ C^'Ui *^;^^ 
AJ6^^ Uj ^> ^ LLoüL**^ l^gJ ^jJo U *\^ ^ Sa.\^ U»^ ^ s>Sa^ 

J^M\ «U^JUä. ^^ i>Ju U,>^ CUXJl ^\ U»Ä.^j ^r^^ «-^^^^^^ *^^*<t^ 



^ Dieses allgemeine Urteil über das weibliche Geschlecht ist traditionell (Sure 
12, 28) und aus dem Hadith und der Adabliteratur reich zu illustrieren 

2 Hier wird von der Mädchenbeschneidung als einer ganz selbstverständlichen 
Sache geredet. Daraus ist wohl zu schließen, daß dieselbe noch allgemein üblich 
ist. Da ich keine eigenen zuverlässigen Informationen besitze, verweise ich auf 
C. B. Klunzinger, Bt7(/er aus Ol>cräi:^yptcn^ S. 191. Indessen erzählt schon Strabo 824 
von der ägyptischen Sitte, TÖ ir€piT^)LiV€iv Kai xd G/|\€a ^KX^^veiv ÖTicp Kai 
loubdoiq vöjaijuGV 



S] Aegyptiaca. 42 1 

L^^ Ur^^j JoLli *LwwJ\ ^^ ^r^y:^ '-c^ »>JU «^ül> ^^li JCJUl ^^»Ä.\yi ^^x^ 
^^--^1 ^\ jao viU> ^\S3 k'lXiJ\ i^lS^ ^)i3 ^ [^{jti^ C.Jlrj\^ ^^^.^JJolib iJL^J\ 

cuIä.^ UaJ J^jJi >1^\ UJ^ <kJ\ '-^^ r^/*^^ lti>*ij UJ f^^ U»J^^* 

L^Ur ^Xrö^ Ugi.^ J^ 1^'a'-L\ üj^Xäs^^)! JCwU ^yt dJ CUJU^ ^^^^3 

^s>Ji ^\j<^i\ sXs^ '-r^.^ J'^^^ J-tH^^ r^ ^7^^ r"^*^ ^r^' o^ J-^^ 

^^IJJ\ ^^J\ ^^^ *Loyb ^LoiLll jA.yi J^LÄi dLÄ»> ^ idU> JCJ ^^^*^ 

O^^^^^^ Ls^ i*UiJ\ ^ L-ft-^i.^ ^1 wxju Sj^>JLJ1 Or?> <^*^^ iiy**^\ 
JlJ^ (^ ^ *>^ ^iJ^ '"^'^^^ Cr* *^. «J^ ^^J^^ CUiU» Jwi' Uui^^-4iJ\ 

^^>LJ\ s^^^SL ^\jJl}\ lkJL>^j^\ ^ c^^*.mA> Uyi'j^ *LoJu\ J-J> l^jV-^,\ ^ 
Jjt a^ ^^^1 ^iJl ,j*^\ '^y-^\ ^ ^<J^ JÄa^- v>^^^ i.^^^ J» 

i^liuib -^1^ (^^Löj^ liLL-o '-^Ä.«!) l^ÄJ^ i>Lj^M\ (^b ^^^ ^2j.^^j}\ ^;^>^ 
C^Xä-I jJl* CjU-^X-J1 iyyuJj\ Lol >yL«J\ J»:i> ^c;^ c-^-^x:^^ ^^4»-^ o^^UJl 

Es wird kaum einen Besucher von Kairo geben, der sich nicht 
einmal das Bäb Zuwele neben der Mu'ajjad- Moschee angesehen hat 

' Entspricht unserer „Staatsanwaltschaft" 

2 Der einheimische muhammedaniscbe Gerichtshof 

3 Der Bevollmächtigte des QädT (Richters in Ehesachen) 

4 Der Kriminalgerichtshof 

5 Die Hauptstadt der ostägyptischen Provinz Scherqijje und Amtssitz des 
Gouverneurs (Mudir) 



422 Friedrich Schwally "[6 

An seinem inneren östlichen Torflügel sieht man alle möglichen 
Gegenstände hängen, Haarlocken, Zähne, Kleiderfetzen, Blumen usw. 
Diese rühren von Kranken her, welche dadurch Heilung erhoffen. 
Auch streichelt man das Tor, küßt es oder sucht den Leib in mög- 
lichst nahe Berührung mit demselben zu bringen. Die nämlichen 
abergläubischen Gebräuche habe ich an heiligen Bäumen beobachtet, 
sowie an abgestorbenen Baumstämmen und Holzsäulen, die sich 
zuweilen sogar in Moscheehöfen finden und mit Tausenden von Nägeln 
bedeckt sind. 

Es gibt auch wundertätige Säulen von Stein. In einer der 
berühmtesten Moscheen befindet sich neben der Südostwand des 
hinteren Livän eine etwa mannshohe würfelförmige Aufmauerung mit 
einer kleinen Gebetsnische. Dieses Mihräb ist auf jeder Seite von 
zierlichen Säulchen flankiert, deren jedes auf der Vorderseite eine 
starke Auswetzung zeigt. Was hat das zu bedeuten? Auf diese 
Frage erhielt ich vom Mueddhin folgende Auskunft: „Das ist ein 
hagar schifä. Wenn Jemand krank ist, so kommt er, je nachdem, 
einmal oder öfter, mit einigen Limonen, reibt diese an den Säulen 
und leckt den herabfließenden Saft mit der Zunge auf. Dann wird 
er gesund." Diese Heilsteine sind sehr verbreitet und auch in der 
Literatur nachzuweisen, doch sind meine Untersuchungen hierüber 
noch nicht abgeschlossen. 

Vor jenem Mihräb soll die Sitte Nefisa gelehrt und gelernt haben. 
Ich habe aber diese Tradition sonst nirgends angetroffen. 

Die Ehrfurcht der Muslime vor der Heiligkeit des Gottes- 
namens ist eine ungeheure. Alles Geschriebene und Gedruckte 
wird daher mit großer Behutsamkeit behandelt. So wirft man be- 
schriebenes und bedrucktes Papier nicht auf die Straße oder sonst 
einen unreinen Ort, und wer solche Papierschnitzel findet, hebt sie 
sorgfältig auf. Auf der anderen Seite scheut man aber oft nicht 
davor zurück, den Namen Gottes mündlich und schriftlich im 
Zusammenhang mit dem Gemeinsten zu gebrauchen. Wie jedoch sehr 
fromme Leute hierüber denken, davon bekam ich eines Tages im 
Laden eines mir nahe befreundeten Buchhändlers einen drastischen 
Beweis. Unter den Kunden desselben, welche ab- und zugingen, befand 
sich auch ein gottesfürchtiger Schech, der zwar nicht zu den großen 
Leuchten der Wissenschaft gehört, sich aber doch schon literarisch 
hervorgetan hat. Kurz vor meiner Ankunft war das Progranmi eines 



7] Aegyptiaca. 423 

arabischen Caf6 chantant in den Laden hineingeworfen worden. Wie 
fast bei allen Reklamen, stand auch am Schlüsse dieses Zettels die 
Formel Jl^'^l <^\ ^^, Kaum hatte der Schech dieses Programm 
erblickt, so pickte er das Stückchen des Papiers, welches den Namen 
Alläh's trug, mit den Fingernägeln heraus und hielt es mir triumphierend 
unter die Nase. Ich zögerte nicht, ihm meinen Beifall auszudrücken. 
Er acceptierte ihn, steckte aber das Stückchen Papier sogleich in den 
Mund und schluckte es hinunter. Ich muß etwas verwundert aus- 
gesehen haben, denn er hielt es für nötig, mir zu sagen, daß dies gut 
für Magen und Gesundheit wäre, indem er sich dabei mit der Hand 
auf den Bauch klopfte. 

Ich gebe im folgenden noch einige Proben von Haus -Aber- 
glauben, die ich auf dem Lande beobachtet oder in Erfahrung ge- 
bracht habe. 

Wer sich die Nägel' schneidet, an den Füßen oder Händen, 
muß die Abfalle an einen Ort bringen, der nicht leicht von Menschen 
betreten wird. Denn der Darüberschreitende bekäme sonst Macht über 
den früheren Besitzer der Nagelabschnitte. Es ist aber gut, beim 
Beseitigen derselben folgende Formel auszusprechen: 
ja ard ihfadt 
ja malä^ika ^schhadu 
Jörn al'Juiqq ähod minkum. 
Abgeschnittene oder ausgefallene Haare müssen ebenfalls mit 
peinlicher Sorgfalt behandelt werden. Man bedient sich hierbei aber 
einer anderen Formel: 

ja sindasi 
höd vagd rast 
sindasi scheint eine Verballhornung aus sckaifan zu sein. Keiner 
meiner muslimischen Freunde konnte mir das Wort erklären, und 
keiner wollte jemals etwas von diesen Formeln gehört haben. Noch 
erstaunter waren sie darüber, daß ich diesen „Blödsinn" der .yguJtala'' 
so gut behalten habe. Ich erwiderte: ich kann nichts dafür, daß das 
in meinem Kopfe hängen geblieben ist, Allah wird mir verzeihen. 



^ In den Traditionswerken und populären Kompendien findet sich über die 
Behandlung der Nägel und Haare ein reiches Material, dessen Heranziehung aber an 
■dieser Stelle nicht angängig ist Noch weniger konnte ich mich hier und im folgenden 
auf die ungeheuer zahlreichen Parallelen aus der allgemeinen Völkerkunde einlassen 



424 Friedrich Schwälly, Aegyptiaca. [8 

In den ägyptischen Häusern gibt es viele Schlangen, doch 
meistens von ungefährlicher Art. Ohne Not soll man keine töten. 
Denn die Schlange ist "^äfttir el-bit und beschützt als solche das Haus. 

Katzen darf man nicht schlagen, denn in ihnen wohnen die 
molük al-ard. Das ist gewiß ein Rest alten ägyptischen Heidentums. 

Ein kleines Kind läßt man nicht gerne allein schlafen, damit 
von bösen Geistern nicht ein anderes (Wechselbalg) an seine Stelle 
gelegt wird. Ist das aber doch aus irgend welchen Gründen einmal 
geschehen, so bittet man vor dem Betreten des Zimmers die Geister, 
das richtige Kind wieder zurückzubringen. Der Text der hierbei ge- 
bräuchlichen Formel ist mir leider abhanden gekommen. 

Nach dem '^^/--Gebet darf in keinem Hause mehr gekehrt 
werden. Auch kehrt man mehrere Tage nicht, wenn ein Glied des 
Hauses verreist ist. Sonst kann dieses nicht mehr zurückkehren. Man 
darf hierbei nicht vergessen, daß Kehren im Orient eine viel ungewöhn- 
lichere Hantierung ist als etwa unter den gleichen Verhältnissen bei uns. 

Man schläft nicht auf der Schwelle des Hauses, weil sonst die 
ahl al *ard Gewalt über einen bekommen. Mit Vorstellungen dieser 
Art mag es zusammenhängen, daß bei den Germanen und Römern 
die Braut über die Schwelle gehoben wurde, und daß die Besucher 
des Dagon -Tempels zu Asdod die Schwelle nicht berühren durften 
(ISam.5,5; Zeph. 1,9). 

Die Dörfer des Fajjüm haben an den grotesken Gestalten der 
Taubentürme (^Uä. ^ß ») besonders charakteristische Wahrzeichen. 
Ein altes Mütterlein wußte darüber folgendes ^u erzählen: Wer Tauben 
haben will, muß sich einen biir^ bauen. Es ist aber notwendig, einen 
schwarzen Sklaven oder den Kopf eines Ermordeten in die Funda- 
mente zu legen. Der Kopf bringt (jegfb) die Tauben. Auf meine 
Frage, ob nicht auch beim Bau eines gewöhnlichen Hauses etwas 
derartiges geschehe, antwortete sie: Nein; wer ein Haus gebaut hat, 
schlachtet einen Hammel, ißt von dem Fleische und verteilt den Rest 
an die Armen.* Unter die Schwelle legt man ein Geldstück, jeder 
nach seinen Mitteln, der Arme ein paar Piaster, der Reiche bis zu 
I Pfund und mehr. 



I Eine sehr anschauliche Abbildung solcher Taubenhäuser findet sich bei 
H. Schäfer, Liedtrr eines ägyptischen Bauern, Leipzig 1903, S.12I, nach einer Aufnahme 
Ton L. BoRCHARDT « Vgl. z. B. al-Tabarsi, Makärim al-ahläq^ bäb 6, fasl 9 



^ 



L'Euphemisme et l'Antiphrase dans les dialectes arabes 

d'Algerie. 

Par 
W. Mar9ais. 

Tusage de la d^signation euph^mistique et antiphrasique a 
I 6i6 signalee ä diverses reprises dans les dialectes arabes 
de l'Afrique du Nord: DOMBAY, Mercier, W. Talcotts, 
Fischer, Doutt^ ont cit^ d'int^ressants exemples de ce 
procede de langage^ Pour la Syrie, WETZSTEIN dans une lettre ä 
la Zeitschrift der morgetüändtschen Gesellschaft a donn^ de curieux 
Äquivalents*. Sur un autre point du domaine sömitique aussi dans la 
litterature juive, reuph^misme a depuis longtemps ete signalö; des 
listes nombreuses d'expressions ont ete dressees^; et Ton ne s*6tonnera 
pas que dans bien des cas, un rapprochement s*impose entre les 
euph^mismes hebraiques et les euph^misnies arabes maghribins et 
Syriens. On me pardonnera d*ignorer sans doute la plus large part 
de la litterature du sujet. Dans ma solitude de Tlemcen, je suis vou6 




» DoMBAY, Grammatica üngua mauro^arabica p. 39 et 40, Mercjler, Bulletin 
archiobgique du comiti des travaux historiques 1891 II p. 248—250; FiSCHER, Mar, 
Sprichwörter p. 18, note I; W, Talcotts, The spoken Arabic 0/ north Morocco dans Bei- 
träge z. Assyriologie III 1898 p. 577; DOUTT^, Un texte arabe en dialede oranais^ note 
149, page 30, 31 

a ZDMG XXIII p. 312; et commentaire sur les Fsaumes de Franz DELITZSCH 
1883 p. 883 et suiv. 

3 Cf. GrOnbaum, Beiträge 2, vergleichenden Mythologie aits der Hagada, ZDMG 
XXXI p. 264, 336, 354, 355; aussi Landau, Die gegensinmgen Wörter im Alt- und 
Neuhebräischen, Berlin 1896; et Jewish Encychpedia V 267—268 



426 \V. Mar(;ai3 [2 

ä Fignorance bibliographique; et aussi bien, je ne dcsire que donner 
ici quelques exeniples nouveaux d'eupheoiisme et d'antiphrase, pris 
particulierement dans le langage courant de TIemcen et de la pro- 
vince d'OraiL 

Le fonderaent psychologique de ce procede dans les exemples 
qui suivront me semble dcuble: 1°) il peut s'agir de respecter les 
convenances, d'employer quelque expression vague ou anodine pour 
eviter Temploi du mot propre trop cni; 2^) il peut s'agir encore 
d'ecarter un mot funeste, un nom redoutable et de les remplacer par 
quelque expression de bon augure, quelque denomination flatteuse et 
favorable. L'un et Tautre cas se rencontrent dans une foule de civili- 
sations. Je marquerai simpleraent ici, et en quelques mots, qu'ils 
sont bien connus dejä de la litterature arabe classique. 

I 

L'euphemisme par raison de convenance est recommande par 
tous les auteurs de traites d'Aäad. Le manuel classique de rhetori- 
que elgaiJiar elmaknün et ses commentaires lui fönt une place au 
chapitre de la kinaya, Ils assignent comme fondement ä ce procede 
de langage «la pr^servation pudique de Thonneun» (^X>mJ\, J»-^ oy^^ ^^ 
encore «le besoin d'echapper ä la bassesse du mot propre» (^ U.^ ^ ** " 
^-i* ,^^-XJl)'. Cest jusque dans le ,Coran et le hadits quils se plai- 
sent ä retrouver des exemples de ce genre d'euphemisme. Allah et 
son envoyö ont reprouv^ la crudite de langage {^J:»,^"^) et Ghazäli 
rapporte un propos attribu^ ä Ibn-Jabbäs, suivant lequel «Allah est 
celui qui pardonne et qui parle par euphemisme»^ 

Tout d'abord, la designation de la femme par quelque expression 
figuröe apparait comme une pratique courante de la vieille civilisation 
arabe; eile s'est perpetuee chez les Berberes arabis^s de TAfrique du 
Nord. Ce n'est pas ici qu'il faut rechercher si la simple convenance 
est le rcel fondement de cet usage antique et moderne; reconnais- 

I Cf. Commentaire rEd-damanhürl siir El-gauhar el-mahiün (le Caire 1309) 
p. lOr, lOf. Comp. Khizinct-el-adab d*El-HamawI (le Caire 1291) p. 44. ; et Kämil ^d, 
Wright I, 413. Le I-iq/i el-hya d'Et-Taiälibl (ed. du Caire 1318) consacrc un 
chapitre ä l'euphömisme (p. roS); particulierement interessante est la liste Offerte par 
jcs KulUyät d'Abü'1-Baqä (Boulac 1281) \ la page r»£. Je laisse entierement de 
c<>t<5 ici la ^}^ dans les formules de divorce, sur laquelle les commentaires des 
livres de droit contiennent de pröcieux renseignements 

a Cf. Ihyä (le Caire 1312) III p. AA 



3] L'Euph^misme et ÜAntiphrase dans les dialectes arabes d'Algdrie. 427 

sons seulement, que d'apres les idees de la societ6 musulmane ä 
travers le cours des ages, Temploi de v6ritables euphemismes a la 
place des mots V<j^\ et ftLuJ fait partie du code de la civilit^ puerile 
et honnete. Les kinäya eitles par les auteurs classiques sont ex- 
tremement nombreuses. Les Äquivalents maghribins modernes ne le 
sont pas moins. Parier ä un individu de son 6pouse en employant 
un autre terme que ^\> {därek, proprement «ta maison»), ou que ^W^ 
{x^mtek^ proprement <tta tente»>) chez les Bedouins, serait d*une 
grossieret^ manifeste. Un individu d^signe les femmes de sa famille 
par les mots eVähäl (J.äMI), eVähliya (il3jb^\), chöyäl (JUäJ\), meme 
Iquläd {>'^^\ les enfants), ou encore elhäwäna qui ne m'est pas par- 
faitement clair. La plupart de ces denominations appartiennent aussi 
ä la langue classique. — Une femme, en g^n^ral, sera appelee üliya 
(ÜJ^); cette expression se trouve dd;jä dans la litterature; et je Tai 
fr^quemment relevee dans Töpigraphie fun^raire moderne de Tlemcen. 
Les membres des confr^ries religieuses diront volontiers dcrwisa 
(i-iioj|^>) ou mrabta (ÄJa^l^)*; peut-etre y a-t-il lä quelque idee de 
«bon augure». Notons chez les Bedouins de Mascara et de Saida 
l'emploi extremement curieux de bunädefn dans le sens particulier de 
«femme». Ce mot, corruption de ^M ^^\ etudiee par Stumme *, s'appli- 
que ailleurs, conformement ä son sens etymologique, non ä la femme, 
mais ä Thomme; et il faut en rapprocher l'expression ^öbäd (>^^ 
«cröatures humaines» qui d*aprcs une communication de M. BEN 
Cheneb s'applique couramment aux femmes dans la r^gion de Con- 
stantine. — Enfin, de leur aveu meme, les bedouins oranais repugnent 
ä l'emploi du feminin des adjectifs; on entendra couramment qähwa 
rnorr «cafe sans Sucre», yrära imämyfier «sac plein», elbcnt rähi mrc^ 

A 

«la fiUe est malade»; ehduda rähi säred «la jument s'est echapp^e»^; 
observer Taccord grammatical dans ces exemples, serait s'exposer 
aux railleries de Tauditoire. Peut-etre cette particularite syntactique 
a-t-elle le meme fondement psychologique que Temploi des euphe- 
mismes que je viens de citer. 

Le terme de qähba i}^^) pour designer «la prostituee» est bien 



» Cf. Delphin, Recueil de textes p. 220 

2 Stumme, Tunisische Märchen und Gedichte XXIV note 3 

3 Les exemples sont tres fröquents dans les contes du Rcciieil de textcs pour 
fetude de rarabe parli de G. Delphin 



42S W. >[jrcais [4 

connu, mais s«.i^neusement evite; on dira generalement /ü^^äj «cor- 
rompue» (ix-ali), /c/^VfZ «Iibertine* (s^swli), cu on emploiera encore 
Xdr^^ivti •<khahdilte>•^ le mo^iculin xarji sera entendu pour designer le 
souteneur de pDjfessi-.n; oa connait auisi dans ce sens ä Geryville 
rJ^'«V 4^^ i^ n^ P^i^ guere rapprocher que de ^^y^oi^j; et ä Tlemcen 
ironhjuement /uhdni i<i^fur «mon compatiisant lämen»'. 

Kiib «chien» est un terme injurieux; encore qu'on Temploie fre- 
quemment pour dcsi^ner ««ranimal aboyant» lui-meme, on lui prefere 
ä Tlemcen le mot qanai «le s<jbre, celui qui se contente de peu» 
(»i Ü), pluriel qzL'ihiai. Peut-etre y a-t-il la quelque infiuence de Teloge 
du chien habituel dans la litterature du soutisme^. D'autre part, les 
demi-lettres veulent que dans Coran XXII, 37, les termes ^liH et 
yLicJl sur lesquels on a tant discute, s'appliquent le premier au chien 
et le deuxicme au chat*. 

Est-ce un euphemisme que ö/iUHj fem. bhima pour designer l'ane^ 

au lieu de Finjurieux homär} Le terme en tout cas repond exacte- 

ment chez les ruraux de TOranie au constantinois liadd, fem. dädda 

iCj>)' — II f^»Jt noter aussi dans ce sens Temploi de dir/dr qui offre 

* \j 

une assonnance avec hömär et se rattache etymologiquement au 

verbe d-^är {f>) qui est ici le terme consacre pour «faire avancer 

Tane en le piquant». Anesse se dit frequemment middayra (ijs^>^) ou 

messaxra ^f^^^ de t^ar ji^ «braire»). 

Au lieu de häla qui est aussi employe, on entend frequemment 

ä Tlemcen et dans toute TOranie tädm ^^ dans le sens de «queue»5; 

un rapprochement s^mantique s'impose naturellement avec le classi- 

que v-^>; dans le sud alg^rois on dit aussi iasiäs ^^ l . m .*>^. 

On substituera pour designer le «penis» au trivial seM = <^, 
au grossier nomm et aux autres Äquivalents obscenes, Teuphemistique 
^ q\6m, «plume» que connaissent dejä les commentateurs de IJariri^; 
chez les bcdouins on emploiera couramment dans ce sens le nom 



« DuZY (1, 360) a ^j^ qui repond peut-etre h Th^breu K13 rptl 
a Cf. Dialecte atabe parU ä Tlemcen p. 305 

3 Cf. GüLDZlHER, Rcz>ue de riJistoire des Reüi^ions 1901, I, 19 

4 Cf. le» difförentes expHcations de ce passage ap. Te/sir de Tabarl XVI, p. 
10^ et »uiv. 

5 Cf. Delphin, Recueil de iextes p. 224, note 7 

6 Cf. AfiK/ämäi ed. Reinaud et Derenbourg p. £Ai ; et Dozy II, p. 400 



5] L'Euphdmisme et l'Antiphrase dans les dialectes arabes d'Alg^rie. 429 

de ^elldhäm errgtg^ 3^/^ r*^ ^"^ d^signe proprement une autre 
partie du Corps voisine'. — Faut-il voir dans ^qläwh> pour designer 
les «testicules», une alteration expresse de kläzui pluriel de kelwa 
S^ «rognon»; faut-il le rapprocher de Tandalou Ä«JJ> «fressure, intestins 
d'animaux»» *j je ne le sais pas; mais je crois y discerner un euph^- 
misme; aussi dans le tlemcenien mzväis «les Vivantes», dans le mas- 
careen Itadgat «les fruits de coloquinte», dans le constantinois swälah 
«les affaires»; et dans le serwäl «pantalon» du langage des demi- 
lettres qui est bien un u3«|^kJU \S^\ 

Aussi bien les parties naturelles de la femme ne sont-elles guere 
d^sign^es dans le langage des gens bien dev6s par le mot ferg {^\ 
encore moins par les nombreuses equivalents obsc^nes que connait 
Targot de la populace. On dira wöst «milieu», ruöh «personne», höger 
«giron» (1*^^, rjt), j^)\ la langue classique connait dejä 2;^, dont 
le sens s'est ensuite tr^s generalise dans d'autres langues musulmanes. 
Au lieu de mebrbm «Castro» (en parlant des quadrup^des) il est 
courant et convenable d'employer, ä Tlemcen viaslüäh «arrang6>» 
(-^X^o^), ä Mascara masnÜö^ «travaille» {^y-^<^\ ä Nedroma mepni, 
proprement «engraisse», comme Ta bien vu DOZY ^^^yji^\ On 
traduira «impuissant» par la periphrase euph^mistique ne/su meitfa^ 
«son Souffle est mort»; nefsu bärda «son souffle est froid»; ä Alger, 
les femmes disent mäiandtd eddenya l^vxJl ^Jio «wK^U (communi- 
cation de M. Ben Cheneb). 

Les Äquivalents euph^mistiques pour designer «l'acte sexuel» sont 
dejä bien connus de la langue classique. Ici le grossier näk f. inik, 
€st proscrit du langage police; meme hivä f. yähivi {^y^), qui est 
lui-meme une mani^re d'euphemisme, sera ^vite^, on emploiera le 
tres vdiguQ fiäl fl ^3 J-«^ les rapports sexuels illicites seront ex- 
primes par les verbes ^qdbbah iälä «faire le m^chant avec» ou dshr 

I ,3^' J\ ^►äOJ\ «endroit tr^s sensible entre l'aine et les parties»: Beaussier, 

Dictiomtaire pratique p. 249; cf. DoZY II, 185 >y^^»^ 

a Pedro de Alcala ed. de Lagarde p. 106 s^b «assadura» catta^ DozY 401 
3 Cf. LercHUNDI, Vocahulario p. 178 «castrado» mezluh\ DozY II, 403 ^ ^ ».« »' ^ 

«chapon» 4 Comp. MoULli^JlAS, Maroc incottnu II 612 

5 Cf. la juste Observation de Doutte sur le mot ,^^Äno «grammairien» : Un 
iexU arahe en dialcc't oranais p. 18, note 7 

6 D^jä classique en ce sens (cf. DozY 11, 270; ^Ü*U femme de mauvaise vie ä 
comparer ä IMnjure oranaise ,J.ftLftJl ^^\ ap. Delphin p. 122, note 4), ainsi que 
J*-»* (id. II, 174); ailleurs avec la pr^position <^ (cf. Meissner, Neuarab. Geschichten 



430 W. Marijais [6 

iälä=^ y^> qui est dejä classique dans ce sens. — Enfin les relations 
contre nature pretent dans le langage des folba aux euph^mismes 
ironiques de fäial J^^U «sujet» et mafiol bih ^ J>"^ «compl^ment 
direct»> ä rapprocher des frangais «actif»» et «passif». 

/hy tenna, zükk pour designer «Fanus»» sont tous trois des termes 
«grossiers»: les gens bien ölev^s diront mdxreg ^^ «issue», ou em- 
ploieront le classique ^> prononce ä Tlemcen döbgr\ les ruraux disent 
eUnr «le puits»; les sahariens algerois, bab-elkürr «le porte du puits»; 
et j'ai entendu de marocains bäb'eddär\ 

Au trivial \rä \^ «cacareu* on substituera generalement ^g^dd 
mllard^ (J*^^^ «^ j^») «s'asseoir ä terre», ou encore ^där tmä räsg 
{d^jM\^ jx ^\>) «s'occuper d'une affaire personelle» ou dans le langage plus 
relev^ stberra «s'acquitten» *. A Alger on dit saffa keriu ^J^^ l5*-*^ 
«purifier son ventre»; en parlant d*un enfant, on dira seiyer, on yqiyer 
ij-^^y j^). — De meme bä/ f. zbu/ pour «uriner» est evite; on lui 
preföre tqiyer elmäy häraq elmä «faire voler, r^pandre Teau», curieux 
Äquivalents de Tanglais «to make water» de Tallemand «Wasser 
abschlagen», du frangais trivial «lacher de Teau». — bit errältay bif elmä 
(ia^\yi v.:xo, *UJ1 C-^<t>) sont dejä tlassiques, comme exacts Äqui- 
valents de «lieux d'aisance» et de «water-closet». Peut-etre faut-il 
signaler comme euphemisme gelläs (^^^) dans le sens de «vase de 
nuit», et aussi niäJibes qui ne se rencontre je crois dans les textes 
{^j^^^.^^) qu'avec le sens de «pot ä fleurs»3. 

On emploie parfaitement fqajya (^iu) pour «vomir»; mais les 

gens de bonne compagnie diront ä Tlemcen rädd (>;) äquivalent du 

frangais «rendre» et ä Mascara glcb {y,..^) «retourner», nom d'action 

glib. — häzäq, draf «peter» sont volontiers remplace par les euphemisti- 

ques tneffes (^j^^JuJ) «soupirer» ou 5.»-**» «faire entendre». 

a//s dem Iraq p. 137); c'cst au reste l'equivalent de l'cspagnol hacerlo\ les euph^mis- 
mes classiques sont ici l^gion (cf. Kulliyät d'Abü'1-Baqä p. r*£; Ihyä III p. AA; 
Khizänet el-adab p. ££• etc.); un des plus caractt^ristiqucs est celui cite J. asiatique 
octobre 1904 p. 334: «ne pas faire Tablution entre la priere du soir et celle du 
matin» (c'est ä dire vivrc dans la chastete la plus complete), comme me le fait re- 
raarquer M. Basset (comp. Kämil p. 413, 1. 8, JäJlXJI vX» 5it^^^) 

1 Les Äquivalents euph^mistiques classiques sont fort nombreux 

2 Ainsi prononc^; donc exemple caractdristique de combinaison d'une X« et 
d'une II« formcs, par moi omise ap. Dialecte de Tlemcen p. 86; on songera au reste 
au sens dejä classique de 1 «-^Xa*»! «se nettoyer apr^s Taccomplissement d'un besoin» 

3 ^ » « .V ^ .o^ et d^\j<^ sont ici inconnus (cf. DüZY I, 355; II, 177) 



7] L'Euph^misme et TAntiphrase dans les dialectes arabes d'Alg^rie. 43 1 

Pour Ja.^^ «menstrues»», on entendra souvent gerya «cours»»'. 
Enfin au trivial bäs f. ibüs «embrassen», on substituera häbb («-^ä^) 
ou sellem iäla (^ ^^Y* 

II 

La recherche du vocable de bon augure, des les d^buts de Tisläm, 
se montre dans de nombreux exemples offerts par la litt^rature du 
hadits. Tel est notamment le motif apparent de beaucoup de ces 
changements de noms op6rös par le proph^te et qui ont d6jä fait 
Tobjet d'importantes ^tudes3. A cote de Tislamisation des noms pa'iens, 
de la guerre d^clar^e au polyth^isme jusque dans les d^nominations 
de lieux et d'individus, d'une curieuse recherche de Thumilit^ parfois, 
il n'est pas douteux que la croyance au bon augure dans les noms 
propres et sa recherche ne soient les sentiments inspirateurs de beau- 
coup des faits attribues dans ce domaine ä TEnvoy^ de Dieu. Les 
Gamh et les Sahlh canoniques contiennent ä cet 6gard de pr6cieuses 
indications; particuli^rement interessante est la longue liste de change- 
ments de noms rapport^e par Abü-Däwüd dans ses Sonan «sans 
isnads par mesure d'abreviationi»^. Notons en passant que la prati- 
que si r^pandue encore dans le Nord de TAfrique et dans d*autres 
pays musulmans de donner aux esclaves familiers des noms de sens 
favorable apparait comme bien anterieure ä Tisläm, vieille peut-etre 
comme la societ^ arabes. Le propli^te, dans des traditions d*ailleurs 

I Des Äquivalents de Jia^^ donn^s ap. Qastallänl sur Bokhan I p. r£l plusieurs 
semblent des euph^mismes ; mais la perfection dans le genre est atteint par l'ex- 
pression ÄLaJ\ ^J> «abandon de la pri^re» ; donnöe ap. Kultiyät d'Abü*l-Baqä p. r«£ 
1.3 ab fine\ comp, aussi ap. DozY I, 786 ^ ^m ^ <« ) ; ü, 187 *U»*-iJ\ CJ^>^ correspon- 
dant ä D^tBfi IIT 

3 häbb d^jä bien connu dans ce sens d'autres dialectes, et de la langue classi- 
que (cf. les observations de Landberg Hadramout p. 109) 

3 Cf. notamment ZDMG, 1897 p. 256—257 

4 Abü-Däwüd Sonan (en marge du Mowaffa, le Caire 1 310) IV p. rr£, rrb; comp. 
Qastallänl sur Bokhärl (Boulac 1304) IX p. IM, p. UV; Nawawi sur Moslim (en marge 
du pr^c^dent) VIII p. £M en suiv.; et Tahdlb el-asmä p*. 15 

5 L'information bien connue d'Ibn Doraid {^lUiqäq p. £) sur l'opposition entre 
les noms donn^s par les arabes ä leurs enfants, et les noms donn^s par eux ä leurs 
esclaves est fr^quemment reproduite par les auteurs arabes (comp. DamlrT, El- 
Laya^vm subvoce ^^f^ in princ; d^jä ap. Figh-ei-ljya 240); comp. NöLDEKE, i?«;^rö^<r 
z, Semit. Sprachwissemchaji p. 74; Wellhausen, Reste arabischen Heidentums"^ ^, 199 
et 200; comp, pour le Maghrib Doutt^, Un texte arabe en dialecte oranais p. 16I; la 
liste des noms d'esclaves ap. SnüUCK, Mekka II, p. 139 note 2; et ZDMG XXXIII 
P. 354 



432 W. Margais [8 

assez contradictoires, est montre s'elevant contre Tabus de cette 
recherche intempestive du bon augure, sous le curieux pr^texte 
qu'elle se retourne parfois contre celui qui s'y adonne*. Le desir 
d*entendre de la bouche d'autrui un mot d'heureux pr^sage, la crainte 
d'en entendre quelque expression funeste, est au reste dans risläm 
de tous les temps et de tous les pays. La pr^dilection du prophete 
pour \^ faH (bon augure)* est express6ment rapport^e: et aussi celle 
d^Omar et de ses compagnons, comme celle du Büyide jadud-ed- 
daula^. La litt6rature classique de risläm nous offre de Tinfluence 
de cette id6e d'importants exemples*. Mais nulle part, il ne semble 
qu'elle ait ^t6 aussi enracin^e dans les croyances populaires, aussi 
fertile en ing^nieux proc^d^s de langage que chez les Berberes 
arabis^s de TAfrique du Nord. Le petit conte donn6 par DELPfflN 
dans son Recueil de textes präsente sous son jour le plus caract^risti- 
que, ce trait de psychologie maghribine*; et le pr^cepte qui termine 
ce r^cit «prends garde au bon augure, mSme intentionneU, est je crois 
bien illustre, par les quelques exempies que je vais donner ici; 
dans quelques cas, il y a nettement antiphrase; dans d'autres simple 
euphemisme. J'ajouterai que suivant la juste remarque de DOMBAY, 
c*est surtout le matin qu'on prend soin d'employer pour les mots de 
sens defavorable, les d^signations euphömistiques; ne pas observer le 
fa'l ä ce moment-lä, risquerait d*empoisonner d*une influence funeste 
toute la journ^e d'un interlocuteur^ 

> Aba-DäwQd loc. cit. p. rrO; comp. Tahdtb el-asmä p. 15 in medio, oü il faut 
■cornger ^\ cn ^» 

a Jli qui d^signe originairement, aussi bien le bon que le mauvais pr^sage 
(cf. Wellhauskn i>p. laud. p. 203) s'est sp^cialisö dans le Maghrib dans le sens 
d'heureux presage (au contraire dans le d^sert de Syrie, semble-t-il, dans le sens de 
prt^sage cffrayant ZDMG XXII p. 154 1. 4); *r^ qui a aussi originairement un sens 
g^n^ral (Wellhausen /V. p. 203 in princ) s'est par contre spöcialisö en Afrique dans 
le sens de prt^sage funeste; cf. au reste Qastall. sur Bokhärl VIII r^i, r^V 

3 Cf. les reft^rences i Taban et ä I. el-aUr ap. Wellhausen p. 205 note 2; et 
le curieux passage d'El-Khatib el Bas;dädl ap, Salmon, Itttroduction iopographique ä 
niist^nre de Bm^-diidh p. Ar 1. 3, avec la rectification de DE GoEjE y, asiati^u^ 
1904 p. 166 

4 Cf. '/// i'i'/\ir7d. Beaucoup des euphemismes cites ap. Fiqh-fl-h^a p. ro^ ; et 
KttHtyät d'Abü'1-Baqä p. r*£ (Jw^y^JL) v.^^-«--aJ\ ^^ ,>k-«^*^); ^^u*o\ pour «gauche» 
(sinister) appartient a la plus haute antiquite arabe (cf. Wellhausen p. 199); cf. 
aussi les formules de mal^dictions ap. Goldziher, Abhafidlun^fti I p. 40 

5 Rc'cuc'il df textes p. 145, aussi p. 220 et suiv, 

^ On comparera \ ce que j'ai dit de la reponse habituelle au asem quoi? des 



9] L'Euph^misme et l'Antiphrase dans les dialectes arabes d'Alg^rie. 433 

Antiphrase. 

by&d J»^? **1^ blancheur» est ä Tlemcen le nom habituel du 
charbon, dont la couleur noire est considör^e comme funeste. On entend 
aussi fröquemment elfäxer «le glorieux» jA.liJ\ qui n*est pas une anti- 
phrase, mais un simple euph^misme. — byäd chez les ruraux de 
Mascara designe «la suie» (au lieu de hämüm)\ et encore ä Tlemcen 
un cosmetique noir, employ^ par les femmes, et qui est ä base de 
noix de galle*. 

xftf iwA^jL «l^ger», ä Tlemcen, comme au Maroc, d6signe frö- 
quemment «le plomb»>; c'est, comme Ta dit Fischer, une antiphrase 
du mot fächeux de tqil «lourd»» parfois usit^ pour d^signer ce m^tal^ — 
xftf est encore le lourd maillet avec lequel les cordonniers applatis- 
sent le cuir. 

häluwa üy^Ä. «la douce»» est entendu au lieu de Thabituel merrä- 
ra (class. i^y^) pour d^signer le «fiel» (proprement «ramertume») 3. 

bsir «clairvoyant» j^t^ est tr^s courant comme succ6dan^ euph^- 
mistique de mwör «borgne»; il est aussi constantinois, alg^rois; les 
auteurs classiques constatent döjä d*emploi de j^^^ dans le sens 
dVaveugle», et Th^breu offre des Äquivalents*; au reste, la rencontre 
de tout individu afflig^ d'une infirmitö physique est fächeuse; kuU 
manqbs menhos «tout infirme est de pr6sage funeste» dit le proverbe 
populaireS; et plus particuli^rement, le borgne, atteint du meme vice 
que TAntöchrist est tenu pour oiseau de mauvais augure, dans le 
Maghrib actuel, comme dans TArabie anteislamique*. 



Tlemceniens iiUas t^öhbah iäliya besslmm apourquoi vicns-tu m'empoisonner d^s le 
matin» {DiaUcU de Tlemcen p. 174 note 5) 

1 Cf. DouTTE p. 30; Mercier loc. cit.; DoMBAY p. 39; aussi Grünbaum ap. 
ZDMG XXXI p. 35S; en jud^o-espagnol suivant une communication de mon ami 
IsiDORE Lkvy, on trouve blanco dans le sens de charbon. Peut-etre faut-il rapprochcr 
aussi le fait que chez les ruraux oranais, tout boeuf, tout bölier, tout bouc de couleur 
noire re^oit invariablement le nom de mesiod «fortun^» 

2 Fischer, Mar. Sprichuörier p. 18; DoUTTÄ p. 30 

3 Comp. DoMBAY p. 40 

4 Cf. Mercier loc. cit.; Douttä p. 31; aussi Grünbaum, ZDMG XXXI 
P« 355 J c* comp. Landau op. dt, p. 199 — 200; on verra surtout Tint^ressant passage 
d'Ibn Qotalba, Kitäb el maiärif ed. WÜSTENFELD p. 231,' 1. 5; et on- comparera aux 
autres euphemismes döjä classiques pour «aveugle» cit^s dans Kulllyät d*Abfl*l-Baq5 
p. rȣ in fine et ZDMG XXIU p. 312 

5 Cf. Delphin, Reaieil de texies p. 27, 28 

6 Cf. VlLLOT, Moeurs et couiumes des indigenes p. 2l6; et comparez \ WXLLHAUSEN, 
Reste arabischen Heidentums^ p. 204 

Nöldeke-Festschrift 28 



434 ^^' Margais [lo 

On ^vitera, pour designer les tasses de cafö vides, les mots 
X<^i \3^^i X^^^ ci'^* qui pourraient presager les plus tristes revers 
de fortune. On dira au cafetier: ya qahwägi rfed el-iämer «viens 
enlever ce qui est pleiiiD; et tous les assistants vous sauront gr6 de 
Temploi de cette audacieuse antiphrase. 

Le nom habituel de la pri^re de y<^ ä Tlemcen, est ehäs'ör\ la 
confusion dans le dialecte des racines classiques yas> et •-**** donne 
ä ce vocable un sens facheux de «difficile, p^nible»>; aussi bien est-il 
regu qu'on lui substitue g^n^ralement le mot essähel «le facile» 
JjbU*J\*; les termes sacr^s de la langue canonique eux-memes 
n'^chappent donc pas ä Tinfluence pr^pond^rante de Teuph^misine. 

Les vieilles femmes d' Alger, m'assure-t-on, d^signent volontiers 
rannte de la grande disette (1867) sous le nom de iam-elytr «rannee 
du bien», antiphrase manifeste du nom habituel de lam-e^iörr {j^\ ^U). 

Je ne connais pas ä Tlemcen sälma iJUo dans le sens de 
«fievre»; mais ä Alger, il se rencontre comme ä Constantine^; d'autre 
part, c*est bien une sorte d*antiphrase euphömistique que Temploi de 
fsäfya (dcJL-oj m. ä m. «purification») dans le sens de «bl^norrhagie»»*. 

J*ai entendu enfin fr^quemment tldi ^^ dans le sens de «des- 
cendre» Qt f^äh JH dans le sens de «fermer»; je ne crois pas qu'on 
puisse aller plus loin dans Tantiphrase. 

Euphanisme simple, 

Le «fer»» meurtrier est au Maroc, suivant Bombay, plus volontiers 
^j^jtjl que j^.jJ.\5; je ne connais pas pour TOranie cette d^nomina- 
tion; mais c*est ä la meme id^e qu'il faut attribuer, dans le langage 
des femmes, la d^signation euph^mistique de deux objets pergants 



1 A noter les fonnules de mal^dictions avec lesquelles on r^pond ä un enfant 
importun; lorsqu'il appelle yä bbwä o mon pere!: aiiah yübtk que Dieu te donne la 
peste; — yä mmwd o ma mfere!: a//ä/i yümik que Dieu te donne des clous (üm&ya); — 
yä /J/ o mon frere!: alläh yex'^uik que Dieu te vide le ventre; — yä iämmi o mon 

oncle paternel!: alläh yöimik que Dieu t'aveugle; — yä /a// o mon oncle paternel!: 
alläh yexlik que Dieu te ruine ! 

2 Comp. Gaudefroy-Demombynes ap. J, asiatique aoüt 1904 p. 114 

3 Cf. Mercier p. 250; ^»-ii-^ dans le sens de «piquö d'un serpent» est un 
euphemisme fort ancien i^Reste arab. Hddtmtums^ p. 199); sur les noms euph^misti- 
ques de maladies cf. ZDMG XXIII p. Z\z 

4 Comp. Dozy I 839 ; ä Tunis tufsia Syphilis, est une corruption, de d^^^A^ (Stumme 
Tunis. Grammatik p. i6l); ailleurs eT^U-o d^signe aussi des maladies v^ndriennes 
{ZDMG XXXIII p. 355) 5 Cf. DOMBAY p. 40 in pinc 



Il] L'Euph^misme et l'Antiphrase dans les dialectes arabes d'AIg^rie. 435 

et pointus, d'utilitö domestique; le premicr, Taiguille ä coudre, est 
nfi^ha «petite cl^» ä Tlemcen *, plutot que yebra -= Jf^^; le second, la 
breche ä rotir, est seyx^^ «celui qui s'emploie utilement» au lieu de 
seffüd (>y^); le clou, lui aussi, est fr^quemment d^sign^ sous le 
nom de mefläh\ et chez les ruraux, c*est la grande aiguille ä coudre 
qui est ainsi appel^e, plutot que md\y&t. Dans le meme sens, le 
«gros marteau» est tmquwen «raide»." D'autre part, la balle 
homicide est appelee {effäh «pomme» bien plutot que rsdi,s^. 

La corde, Instrument de supplice, entrave des prisonniers, est 
g^n^ralement appelee merbüöh «la bien gagn^e»> (^>^j*); c*est comme 
on Ta remarque un mot de Convention, Substitut au facheux J«-:^. 
häbeL — C'est encore ä la Convention, mais aussi sans doute ä 
Tassonnance qu*il faut attribuer la Substitution de rebäh «tgaim» ä miläh 
«sei», qui pourtant n*^veille pas d'id^e facheuse, dans le parier des 
ruraux d'Oranie; enfin rbäh «faire un gain» est encore employ^ dans 
le sens de «se diriger vers»*. 

«Fermer» la porte est gen^ralement sähhel «faciliter» ; ä Constan- 
tine on emploie dans ce sens zeiyen «embellir» et ä Alger sldh 
«accommoden»; — sähhel tst encore chez les ruraux d*Oranie «voyager»; 
d^s röpoque classique, les auteurs signalaient le mot propre ^L*) 
comme suspect de mauvais augure; et le prophete a dit au reste que 
«le voyage ^tait une partie du chätiment»5. 

«Eteindre la lampe» n*est jamais tfä (UJ»t) dans le langage des 
femmes, mais bien bcjyet «mettre ä dormir» o\x ferrah «rejouin>. 

Le «balai» souill^ d*ordures est bien d^signe ä Tlemcen par le 
mot propre kennäs ^U^; mais tres frequent est Teuph^misme ms&lfta 
«arrangeur» (i^-^**^) auquel r^pond le marocain msähla «faciliteur». 

» Bien ainsi pour ^^a s CL^S^ ap. Gaudefroy-Demombynes, y. asiatique aoüt 1904 
p. 59 1. 13; il faut ajouter ce mot aux cas de transfonnation de f classique en n 
dialectal cit^s par moi ap. DiaUcte de Tlemcen p. 22, 23 

« Peut-etre aIt(§ration expresse du classique J^^ 

3 A rapprocher de //(/' pour designer le plomb (cf. p. 433); r^ est encore 
aujourd'hui de bon augure (cf. Delphin, Recueil de textes p. 145), comme au temps 
du prophete 

4 Beaussier, Didionnaire arabe'Jrangais p. 226 sub fV^» T^T*» go\ J w«*% ^ 

5 Cf. *Iqd el'Farldl IVI; III T^ ; Temploi de J-** proprement «revenir de voyage» 
dans le sens de «partir en voyage» dfes l'^poque classique, röpondrait suivant les 
lexicographes musulmans, ä une id^c de bon augure (Maqämäi de HarIrT I, 199; 
Lisän XIV, 78) 

28* 



436 W. Marijais [l2 

Balayer est släh autant que knes '. — Dans le meme sens, le «torchon» 
ä essuyer les dalles, proprement geffäf (,^Ixä.) est pompeusement 
denommö haidi «Stoffe de häih*^, 

Le goudron noir et salissant, vetement des damnes^, figure sous 
son vrai nom de geträn {^^) dans une foule de comparaisons desa- 
vantageuses: kltdl kilgeträn «noir comme le goudron», yäbdoy^u kel- 
geträn «il le hait comme le goudron» etc.; mais, dans la conversation 
polie, on remplace fröquemment le mot par les euph6mismes msel 
gerba «miel d'outre»»*, ou msel hälüwa «miel doux»! 

Cest aussi un euphemisme ä mon sens, que l'emploi de Udm 
(^ijii>) «donner ä manger» dans le sens de «empoisonner»5. 

Malgre les observations de W. Talcotts, je persiste, avec tous 
ceux qui, avant lui, ont signale cette denomination, ä considcrer 
ehäfya i^UJl dans le sens de «le feu» comme un euphemisme^. 
II semble particulier ä TAfrique du Nord; mais peut-etre ne serait-il 
pas trop hasard^ d'en rapprocher les noms classiques de iL*-^! et 
de c^^7. Dans le meme sens une «braise» est ä Tlemcen mviüra 
«une petite fleur». — D*autre part les ustensiles domestiques qui ont con- 
tact avec le feu et que noircit la fumee, regoivent dans le langage des 
femmes, des denominations semble-t-il euphemistiques : la grande 
chaudiere iuy est generalement appel^e xdima «servante» et le 
poelon ^;^>^U> est communement ä Tlemcen buferräh «celui qui 
rejouit». betna bih est frequemment substitue chez les ruraux ä betna 
belgüöi, Un vague et anodin pronom de la 3*^ pers. tient ici la place 
du nom funeste de la crfaim», et il faut entendre cet enigmatique «nous 



I Comp. DOMBAY p. 40 

* Cf. sur cc mot mes Obset-vations sur U Dictionaire de Bcaassier p. 20 

3 Cest bien du moins rexplication la plus generalement adoptee de Coran XIV 
50; cf. TabarT Tejstr XIII p. lOT; noter qu'ailleurs, c*est la poix qui re^oit une de- 
nomination euphemistique [ZDMG XXXI p. 355) 

4 On enduit les outres de goudron aujourd*hui dans l'Afrique du Nord, comme 
autrefois dans l'Arabie anteislamique; comp. Cohen-Solal Mots usuels de la lattgue 
arahe p. 132; et DELPHIN, Recucil de texte s p. 157 

5 Cf. Beaüssier 397; DozY 11,46, sub voce ^jäL*; remarquable est «JI-J> dans 
le sens de «poison» ap. Landberg Datmah I, iii, 1. 2; quant \ vT^ tres classique 
dans le sens de «sorcellerie», j'y vois malgre Topinion expresse des auteurs musulmans 
(par ex. Qastallänl sur Bokhärl JJiii.\ ^^ No. ii) non un euphemisme, mais un 
sens naturel ancien (cf. Fraenkel, Aramäiscfu Frcmdiuörter p. 260) 

6 Cf. W. Talcotts p. 584, contre Mercier lor. cit,\ et Dozy II p. 145 

7 Cf. Lisän-ei-iaraö VII Tir in ßiie\ et Fü/h el-loya p. I99 



1 3] L'Euph^misme et TAntiphrase dans les dialectes arabes d'Algdrie. 437 

avons passe la nuit avec lui» dans le sens de «nous sommes allös 
dormir, sans avoir rien mang<i». 

Uhorreur de la n6gation absolue a amen^ en turc Temploi de 
y^ dans le sens d^ <tnon>»;* en Oranie, les ruraux rcpondent n^gative- 
ment par yeir el\eir {y^^ y^)\ et dans le sud algerois par yä fiäfö] 
{)a3\j:^ b)« «CO dieu protecteurlto A Alger, suivant une communication 
de M. Ben Cheneb, il faut noter Temploi de slämtek dCU^LMi dans 
des cas comme celui-ci: ^^andeksi Ikütäb etfläni? — slämtek «as-tu tel 
livre? — Non, je ne pense pas». A Mascara beslämtek exprime le doute: 

/\ w ^ 

flän rähU hänäf beslämtek «un tel est-il la? — je ne sais trop, vois!». 

Je ne connais pas pour dösigner le «cimeti^re» d*antiphrase com- 
parable ä celle qu'on connait dans la langue du Talmud. Mais je 
ne crois pas Tid^e euph^mistique absente de la denomination de 
mdtna «ville» employ^e dans le langage des Tolbas 3. II faut y rattacher 
Temploi, chez les Bedouins oranais, de setra "iJi^j^ (au lieu de kjen) 
«linceuiU, en rapport avec le verbe ster «couvrir» (en parlant de la 
protection divine). 

Jai dit ailleurs que les ginn ^taient ä Tlemcen ebnümnin «les 

croyants» ou hädükennas «ces gens-läto.4 — Que faut-il penser d'autre 

part de skina et sekkuia usites dans le d^partement d'Alger avec le 

sens «d'^pilepsie»?, nous offrent-ils Tapplication euph^mistique au mal 

sacre des i^-L^X**), !LlS^ classiques «paix reposante» ; ^ sont-ils en re- 

^ ^ >» 
lation avec sken ^^^^^ «posseder» (en parlant des ginn), meskün «pos- 

s^de»» que connaissent les dialectes maghribins?^ Je crois en fait ä 

une confusion dans sktna des sens de «paix» et de npossession». 

Enfin j*ai assigne des tendances euphemistiques ä Temploi du 

curieux tesiöd (tsiöd) pour tesia «neuf» (jL«-**J); j'y voyais une al- 



1 Cf. ZDMG XXXI p. 356; comp. Tintcrrogation tripolitaine ;f/rä>t ap. Stumme, 
Marchin und Gedichte aus Tripolis p. 297; et rinteirogation iraqoise iala ;|fA> ap. 
Meissner, Neuaral>ische Geschichten p. 121; aussi Texclamation marocaine xy^^ 

2 Cf. Beaussier p. 128 

3 Delphin, p. 45; comp, le classique wXIj dans ce sens ap. Lisän IV, 62; ^^je^, 
pour «mors» ap. BelädhorT, glossaire p. 1 10, est, dans cet ordre d'id^es, caract^ristique 

4 Dialccte de Tlemcen p. 280 note I 

5 Les deux formes existent dans la langue classique (cf. Goldziher, Abhh. z, 
ar. Phil, I, 177 not. 2) 

6 Cf. Beaussier p. 303; Gaudefroy-Demombynes, y. as. juillet 1904 p. 50 1. 15; 
noter que dJ<^S^A^ parait employ^ euph^mistiquement pour d^signer le «serpent» dans 
une formule magique syrienne {ZDPV 1884 p. 82) 



438 W. Mar^ais, L'Euph^misme et l'Antiphr. dans les dial. arab. d'Alg. [14 

t^ration expresse intervenue sous Tirifluence pr6pond^rante de la 
recherche du JU; les r6centes observations de Kampffmeyer sur 
les formes marocaines de ce vocable me causent des doutes sur la 
l^gitimitö de mon explication antörieure*; cependant au cas oü eile 
conserverait quelque valeur, un rapprochement curieux s'imposerait 
avec les formes ^^^ et ^^ du desert de Syrie, que Wet2^tein a 
considerees comme des alt^rations expresses de 5.--**), inspir^es par 
le dösir d'echapper dans la numeration a Tinfluence funeste de ce 
dernier vocable*. 



« Cf. Dlalecte de Tlemcen p. 156 et 284; KAMPFFMEYER, Mitteilungen des Seminars 
für Orient, Sprachen VI 2 p. 46 

2 ZDMG XXII p. 177 note l 






Les mots arabes passes en herbere. 

Par 

Rene Basset. 

uand on observe les mots arabes qui ont passe dans les 
divers dialectes berb^res, on reconnait ais^ment qu'on peut 
es ranger en deux classes. La premiere comprend ceux 
qul sont enti^rement berberises^ c'est-ä-dire qui oht adoptö 
les formes r^guli^res berb^res, en tenant compte des modifications 
phon^tiques particuli^res ä chaque dialecte: un trait bien marqu6 est 
la suppression de Tarticle arabe: le feminin arabe est remplac^ par 
un feminin de forme berb^re. Ainsi themdHnt^ «jUJb.J-^' ou temdint 
«jU-^.vX^* ville, de Tarabe ÄJ^.^x*; tamezgida \o^j^ mosqute, de 
Tarabe J^ai***^ ou plutot i^y^^^ss***^. Les pluriels sont formes 6galement 
suivant les r^gles de la grammaire berbere: thimdHnin ^-^ij-^, les 
villes, tiynezgidiouin ^^^s>^y^ les mosqu6es. Dans la seconde 
classe, au contraire, les mots ont gard6 leur physionomie arabe: le 
seul changement provient des modifications phon^tiques. Ainsi Tarabe 
ixaiJ\ a donne en zouaoua Ifeffa IkiJ argent (le vrai mot berbere 
derive de la racine j^ZRF)*; arabe dXU, domaine, plur. erMx\, en 
berbere melk dXU pl. Imelak ^^3. 

» La transcription adopt^e est celle de mes Etudes sur Us dialectes berbh^es, 
Paris, 1S94 in-8 

* Cf. mon memoire sur les Noms des mitaux et des couleurs en berbh-e, Paris, 
1895, in-8 p. 7— 8 

3 On peut citer ä Bougie des formes comme thaladjourthe t^*j^^^^ brique, de 
l'arabe jä.\ et thilfouk^aäth viUjüJ^U, Champignon, de Tarabe Aajl», oü Tarticle 
a ^t^ conserv^ avec la formation berbere du feminin, mais ce sont des exceptions 



440 Ren^ Basset [2 

Sans aborder une ötude d'une grande importance et qui est 
encore ä faire, celle de Tinfluence de Tarabe sur les dialectes ber- 
b^res, on peut se demander d'oü provient cette difference entre les 
deux cat6gories de mots empruntfe. Pour mon compte, en Tabsence 
des textes dat^s, je ne vois qu'une seule explication: les mots qui se 
sont enti^rement berb^ris^s ont pass^ en berb^re ä une ^poque plus 
ancienne:* les autres, qui ont gard^ leur apparence arabe, ä une 
öpoque plus moderne. Les premiers ^tant plus rares, ont 6t6 plus 
facilement assimil^s: les seconds, plus nombreux, ont 6t6 adopt^s 
dans des conditions qui expliquent le maintien de leur forme 
arabe. 

Peut-on d^terminer, meme approximativement, la date de ces 
deux p^riodes? Ici encore, il faut avoir recours ä une Hypothese 
qui repose sur les faits historiques. On sait qu'au milieu du XI* 
si^cle de notre ere, l'invasion des tribus arabes des B. Hilal modifiia 
compl^tement les destinöes et T^tat de TAfrique septentrionale. 
Les royaumes berberes sombr^rent sous Tinvasion et l'arabe, qui 
n'6tait gu^re parl6 que dans les villes, se r^pandit sur toute la surface 
du pays, sauf de rares points qui demeur^rent ä Tabri de Tinvasion: 
c'est ainsi qu'au Maroc et dans le Sahara qui furent le moins öprou- 
v&, le berb^re se maintint comme la langue de la majorit^ de la 
population: au contraire, en Tunisie et en Tripolitaine, il ne subsista 
plus — ä part le groupe montagneux du Djebel Nefousa et l'ile de 
Djerba, oü Th^rdsie abadhite fut sa sauvegarde — que dans quel- 
ques rares K'gour du sud oü il s'^teint progressivement. 

Je pense donc que les mots arabes compl^tement berb^risfe 
datent de la p^riode ant^rieure ä Tinvasion des B. Hilal. II est 
bien Evident que, lors de leur conversion k Tislamisme, les Berberes 
emprunt^rent ä leurs vainqueurs les principaux termes religieux: de 
lä, par exemple, thazallith ^^^^\p de Tarabe »^Lo, tamezgida \j^j^, 
mosqu^e, de Tarabe j^aj**^ ou »j^>wss***^. En est-il de meme d*une 
autre s6rie de mots dont on ne peut nier le cachet semitique ; comme 
iä*im /d'M ^.i^., sang dont le pluriel id'ainmen v>*\Jo ou idani- 



> C'est cc qui s'cst pass^ pour les rares mots que le berb^re a gard^ du latini 
thifiresth CU^^j-;^ lat. pirus^ poirier; thoulntouth \Zj^^ lat. ulmus^ orroe; thak'er' 
rouchth CXUj^yü lat. queras^ ebene. La forme feminine kabylc s'explique par ce 
fait qu'en latin, les noms d'arbres sont f^minins 



3] Les mots arabes passes en berb^re. 44 1 

men (>*W. est presque seul employ^, cf. arabe ^>\ imma U^l mere, 
V'mm arabe ^\; arnan ^U»l (plur.) Yiü, eau, cf. arabe U; zar )} voir 
y'ZR, arabe j\^ &c.? — Je ne le crois pas et, jusqu'ä preuve du 
contraire, j'estime qu'on doit chercher dans la parente linguistique, 
non dans un emprunt, la raison de cette ressemblance. 

Pour en venir ä ce qui a 6t6 dit plus haut, il arrive parfois que 
des mots ^trangers, faisant partie de la premi^re classe, ont pu faire 
illusion sur leur origine et etre consid^r^s comme purement berberes. 
J'en donnerai un exemple dans celui qui signifie jeUr. Nous nous 
trouvons en pr^sence de d^riv^s qui peuvent se ramener ä une racine 
/gr et ä une racine i/dhgr, cette derniere employ6e presque ex- 
clusivement en Zouaoua. 

I a) /gr Ahaggar, g-er jeter; Chaouia, K'gour, A. Khalfoun, 
Taroudant, Z^naga, g'^^j^ jeter: Ouargla, eger ß\ ; K'gour f. h. eg-g-er 
ß^; Z^naga, V. f. tager ß\^; B. Menacer gar )\^\ Bougie II f. emger 
yLo\; VI — VII f, eggar ^^ Zouaoua, gerVL egger ß\\ Bougie thagera 
\yo, but; thigri ysßfj jet; Zouaoua thagouri ^^^/]di\ Z^naga tigera 
\ß3 pl. tigaran c>^ß^, courage, attaque, violence; Aouelimmiden ager, 
lance, dard. 

b) /g^ Ahaggar ger jeter. 

c) l^bjR Taitoq dj'er, jeter; Ghdames edjer j^\. 

d) V^IR B. Menaur: ier ß, lancer. 

II a) V^DHGR Zouaoua: dJieger yLo jeter, If. sdheger ^^^ä^, 
l\-l{. msedhger ß^i^^^', IV-II-If. tsemsed/iger JL<^^^) IV-VII-VIIIf. 
tsdhcggir y^^^^ VI- VIII f. dheggir yS^ — nom d*action adheger ß<^\ 

b) |/dhir A. Khalfoun, dhier ^^ jeter 

c) /dhk*R Zouaoua, dhak'k'er f^^ 

d) y'D'GR Zouaoua (B. Jennad) d'eger Vif. d' egger J^ 

e) l^T'GR Zouaoua Vegir y^Ss^^ pousser (en parlant des plantes) 

f) V^'TK^ Zouaoua: /V/feVr ^iü>, jeter habituellement 

g) V^TKR, Touat etker y^\ jeter 

Dans mes Etudes sur les dialectes herberes (p. 6^) j'avais conclu 
ä Taddition ä la >^GR,i"d'une lettre DH qui avait pu devenir D', T' 
(cf. dherrou ^yi> et ferrou ^jL, f. hab. de d/irou ^^ arriver), 
de meme que le G devenait I ou K' (cf. iggetJi viJo etre nombreux, 
forme habituelle Vok'oth Juiü» pour thcggeth), Le developpement 



or 



5] Les mots arabes passes en berb^re. 443 

adhefli jJ-»-o\ de Parabe Jj»J>). Nous voyons ainsi comment le 1» de 
^ est devenu J>. La mutation de dh (J>) en d^ (>) existe dans 
d'autres mots. 

Quant au 1» initial des formes feggir j^S^ et VekHr y^, je le 
consid^re, non comme un souvenir de Tarabe, mais comme un ren- 
forcement du J>. Cf. erdhel J-o^l preter, arfal JU>;1 pret, et en arabe 

m Ml 

Ja* et kft. Le O, t, du Touat correspond sans doute ä un öT (>) 
qui n'a pas encore ^t^ relev^ Cdeger) — comme le J» correspondait 
au J>. 

Pöur le g il est de r^gle en Zouaoua que deux i se contractent 
en g mSme dans les mots d'origine etrang^re: Cf. arabe kl*, crier 
= äggedh Ja^, f. hab. tsaäggidh ,^>iJLjö; Iflangin ^^^^UaJ tels, pour 
Iflanüfiy plur. de Iflan ^^UiJ — de Farabe v:^UaJ1; arabe ^lio envoyer 
= cheggä ^J^, On remarquera d'ailleurs que dans le dialecte des 
Alt Khalfoun, le ^ a i\A conserv^: dhiier y^, 

Quant au renforcement du ^ en >^ dans les formes dhek^k'er 
yjLi> et t'ek^f^tr ^-j^, le Zouaoua nous en offre d'autres exemples, 
ainsi iggeth viu^. etre nombreux, f. hab. fot^oth ciuiü». 

En r^sum^, les mots ger er dheger appartiennent ä deux racines 
diff(6rentes, mais il n*est pas tem^raire de croire que la ressemblance 
extdrieure des deux mots n'a pas 6t^ sans influenae sur Temploi de 
celui qui a 6t6 emprunt^ ä Tarabe. 





Sidi Hammu als Geograph. 

Von 

Hans Stumme. 

idi yämmu habe ich bereits im Jahre 1895 in meiner Leip- 
ziger Habilitationsschrift Dichtkunst und Gedichte der Schluh 
den Europäern als den berühmtesten Andam (Spruchdichter) 
der marokkanischen Schluh vorgestellt. Vielleicht sollte 
man sich besser folgendermaßen ausdrücken: Sidi ^lammu GüzgSruz 
(wie er nach seinem Geburtsorte Azgeruz im Sus vollständiger heißt) 
ist der Mann, der das Glück hat, als Verfasser fast aller Produkte 
der gnomischen Poesie der Schluh zu gelten, mag auch nur ein kleiner 
Teil der ihm zugeschriebenen Sprüche und Lieder wirklich auf ihn 
zurückgehen; es steht mit ihm also genau so, wie mit den arabischen 
Spruchdichtern des Magreb, z. B. Sidi Ahmed ben Jüsuf oder Sidi 
'Abd er-Rahmän el-Meg;düb. Mit dem letzten der beiden eben Ge- 
nannten soll unser Berbernsänger (wie übrigens in meiner DichtkuTtst 
auf S. 9 zu finden) wiederholt in Berührung gekommen sein; sollen 
sich die beiden doch sogar in dichterische Wettkämpfe eingelassen 
haben, bei denen ein jeder in seiner Muttersprache gesungen habe. 
Das würde also zugleich die Lebenszeit des Sidi yämmu feststellen 
helfen; denn von Sidi 'Abd er-Rahman steht fest, daß er im Jahre 
d. H. 1085 (= 1674/75 n. Chr.) zu Miknäs in Marokko starb, wo sich 
übrigens noch heute sein Grab befindet. S. hierüber Comte HENRY 
DE CasTRIES, Les piomes de Sidi Abd er-Rahman el-Medjedoub, Paris, 
1896, S. X. 



44^ Hans Stumme [2 

Die Sentenzen des Sidi 'Abd er-Rahman — wenigstens die, welche 
wir aus dem ebenzitierten Buche kennen lernen — führen uns das, 
was das Leben mit sich bringt und was das Leben lehrt, in stets 
ziemlich allgemein gehaltenen Schilderungen vor. Ganz selten werden 
Schilderung und ihr Sujet konkret, und das geschieht daselbst z. B. 
in den Sprüchen über Völkerstämme und Örtlichkeiten (in den Num- 
mern 103 — 112 und 125 — 127; es handelt sich im ganzen um 156 Num- 
mern). Die Sprüche dieses Heiligen weisen — was hinsichtlich des 
Verstechnischen und nebenbei bemerkt sei — fast durchweg regel- 
rechte, quantitierende Metra auf, und zwar meist solche von der Art 
des tunisischen 'Arobi. 

Sidi Ahmed ben Jüsuf, der übrigens viel früher als der Vorher- 
genannte lebte (nämlich im 15. christlichen Jahrhundert), läßt sich 
dagegen — wenigstens soweit wir seine Spruchweisheit aus RENlß 
BaSSET's trefflichem Artikel Les dictons satinqties attnbiies a Sidi 
All med ben Yousof im Journal asiatiqiie von 1890 kennen lernen 
— ganz speziell die „geographische" Spruchdichtung angelegen sein; 
seine 118 Sentenzen sind sämtlich Sprüche über Völkerstämme und 
Ortlichkeiten. Diese fast stets satirisch gefärbten Sprüche weisen 
fast durchgängig bloßes Seg' auf, und nur ganz selten exakte 
Metrik. 

Unser Berber Sidi yämmu nun — wiederum: soweit wir ihn bis 
jetzt in seiner Spruchweisheit kennen, d. h. soweit man sich nach den 
in meiner Habilitationsschrift mitgeteilten Proben ihm zugeschriebener 
Gedichtchen ein Urteil über seine Dichtungen und über die Art seines 
Dichtens bilden darf — hat sich uns Europäern in dichterischer Be- 
ziehung als nahen Verwandten des Sidi 'Abd er-Rahman gezeigt: 
fast durchgängig finden wir bei ihm ziemlich allgemein gehaltene 
Schilderungen, selten Konkretes oder speziell „Geographisches", — 
aber eben doch an einigen Stellen: wie z. B. in dem mit V bezeich-